Beiträge von Lucius Aelius Quarto

    Nachdem das Losen und Wählen der Startplätze vorüber war, dankte Aelius Quarto seiner Base für ihre Mithilfe und bat sie und ihren Ehemann, ihm auf ihre Plätze zu begleiten.
    Oben, in der überdachten Loge angekommen, wandte er sich kurz seinem Ehrengast zu, behielt dabei aber die Rennbahn und die Vorbereitungen zum Rennen im Auge.


    “Nun, mein lieber Marcus Vinicius, hältst du auch zu den Blauen, so wie es dein Bruder tut?“


    Dieser besagte Bruder, der ebenfalls auf den Namen Marcus Vinicius hörte, allerdings auch auf das cognomen Hungaricus und nicht auf Lucianus, dieser Bruder war, wie Quarto natürlich wusste, nicht nur ein Anhänger der Veneta, sondern sogar ein aktives Mitglied des Rennstalls.

    Natürlich konnte Aelius Quarto diese unausgesprochenen Gedanken des Hispaniers nicht hören. Hätte er sie gehört, so hätte er vielleicht auch etwas erwidert. So aber schwieg er und harrte dem was da kommen sollte, nämlich das die künftigen Magistrate ihren Eid ablegten. Insbesondere interessierte ihn der Auftritt des designierten Praetors Decimus Livianus. Denn der hatte schon bei seiner Rückkehr nach Rom für Aufsehen gesorgt.

    Anders als Domitianus war Lucius Aelius Quarto, der dieser öffentlichen Amtseinführung ebenfalls beiwohnte, nicht ganz so pessimistisch. Zwar waren die gewählten Consuln des neuen Amtsjahres erneut wenig überzeugende Persönlichkeiten mit weithin unbekannten Namen. [sprich: NSCs] Aber schlimmer, so dachte sich Quarto das, konnte es nicht werden, nachdem im abgelaufenen Jahr bereits alles andere als überzeugende Männer dieses höchste Amt im Cursus Honorum bekleidet hatten.

    Während sich die Ränge füllten erschien auch Lucius Aelius Quarto. Als Princeps der Factio Veneta fiel ihm heute die Rolle des Veranstalters zu.
    Doch strebte er noch nicht seiner Loge entgegen, sondern betrat die Rennbahn, mit erhobener Hand die Zuschauer grüßend.
    Ein halbes Duzend Helfer aus seinem Rennstall begleiteten ihn und dazu seinen Ehrengäste: Marcus Vinicius Lucianus, ehemals Statthalter von Germanien und erst kürzlich nach Rom zurückgekehrt, und dessen Ehefrau Aelia Paulina, eine Base Quartos.


    Die Helfer trugen einen auffälligen, niedrigen Tisch mit sieben Füßen auf die Bahn. Sieben Füße, die symbolisch für die sieben Runden eines Rennens standen. Die hölzerne Tischplatte war rund und lagerte in einem gefetteten Zapfen, so dass man sie mühelos drehen konnte. Darauf wurde eine bauchige Urne mit weiter Öffnung gestellt.


    Während seine Helfer mit diesen Vorbereitungen beschäftigt waren, winkte Aelius Quarto ins Publikum. Dann hob er beide Hände, um sich Gehör zu verschaffen.


    “Volk von Rom, geliebte Mitbürger, heute wollen wir der unbeschwerten Lust am Wagenrennen frönen.“


    Er sprach mit lauter und geschulter Rednerstimme und doch konnte er nicht hoffen, dass ihn jeder im Circus Maximus verstehen würde. Denn dafür war die römische Rennbahn viel zu weitläufig.


    “Wir tun dies auch, um Apollo zu ehren, den wir dieser Tage feiern. Die Auguren haben dazu die Zeichen geschaut und sie haben erkannt, dass sie günstig stehen.“


    Natürlich hatten sie sich diese Deutung auch gut bezahlen lassen, aber das sagte er verständlicherweise nicht.


    “Der Gott schaut mit Wohlwollen auf uns herab. Den Rennen steht kein göttlicher Wille entgegen, sie können stattfinden!“





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    PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Auch der Senator hatte es sich inzwischen bequem gemacht.


    “Ich verstehe.“, sagte er, obwohl seine eigene Jugend nun schon lange zurück lag und gewiss anders gewesen war, weil er sie im Exil hatte verbringen müssen.


    “Hast du denn schon Pläne gemacht, deine Zukunft betreffend?“, wollte er von dem jungen Mann wissen.

    “Das tue ich gerne.“, sagte Aelius Quarto und dann machte er eine einladende Geste und meinte: “Wollen wir uns nicht niederlassen? Sicherlich seid ihr durstig. Ich lasse uns Wein bringen.“


    Er nickte seinem Sklaven zu, der noch immer aufmerksam, aber unauffällig, in einer Ecke des Atrium wartete.

    “Richte ihr bitte auch meine ganz herzlichen Grüße aus und sage ihr, sie ist mir stets willkommen und ich würde mich über ihren Besuch sehr freuen. Sie soll ihren alten Onkel nicht vergessen.“, antwortete Aelius Quarto und er lächelte bei dem Gedanken an seine einzige Nichte, der er sehr zugetan war.


    Dann schaute er sich Balbus' Adoptivsohn an, den er noch nie gesehen hatte.
    “Du bist also Publius Prudentius Scipio.“, sagte er zu ihm. “Bisher hat dich mir dein Vater vorenthalten. Umso mehr freut es mich, dich endlich kennen zu lernen.“

    “Salve Tiberius Prudentius, mein lieber Freund. Ihr stört mich keineswegs.“, antwortete der Senator aufgeräumter Stimmung und freundlich.
    “Wie geht es meiner Nichte und wen hast du mir denn da mitgebracht?“, fragte er mit Blick auf den Jungen Mann in Balbus' Begleitung.


    WAGENRENNEN im IULIUS


    anlässlich der
    LUDI APOLLINARES
    im
    CIRCUS MAXIMUS


    Merkt auf! Die factio Veneta veranstaltet Wagenrennen im Circus Maximus von Rom.


    Wann? Anfang Iulius, wenn Rom den hell leuchtenden Gott Apollo mit Spielen feiert.
    Denn ihm zu Ehren sollen die besten aurigae der Welt im circus um den Sieg streiten.


    Seht sie und ihre herrlichen Wagen, die von den schönsten und schnellsten Pferden gezogen werden.
    Seht Patroklos und Burolix von den Goldenen, Felix und Fortunatus von den Weißen, Halil Torkebal und Maximus Didius Metellus von den Roten, Alexandros von den Grünen, Mehaf, Tolimedes und Casetroix von der factio Veneta, den Blauen und Kyrios Agoon aus dem fernen Tylus.
    Dem Sieger winkt der Ruhm der Rennbahn und Consular Lucius Aelius Quarto, Princeps factionis der Veneta, verspricht ihm einen Siegespreis von 1000 Sesterze, genommen aus seinem eigenen Vermögen.


    Kommt zahlreich und seht die Rennen der Ludi Apollinares!



    “Mmh, dass scheint auch nötig zu sein, wenn du nicht einmal den vollständigen Namen seines Begleiters erfragt hast.“
    Ein missbilligender Blick galt Nakhti. Dann aber sagte Aelius Quarto, während er die Falten seiner Toga noch einmal zurecht legte: “Lass die beiden Herren zu mir kommen.“

    Vom Phlegma des amtierenden Consuls, der diese Senatsitzung leitete, von seiner Schwerfälligkeit wieder einmal sichtlich ungehalten, stand Aelius Quarto abermals auf.


    “Wenn niemand Einwände gegen den Vorschlag von Senator Tiberius Durus hat, dann kann eine Abstimmung gemäß § 7 Absatz (4) des Codex Universalis entfallen. Einwände hat hier wohl niemand, denn keiner hat mehr dagegen gesprochen.“
    Er sah sich demonstrativ um.
    “Das nenne ich eine 'kommentarlose Zustimmung', so wie es verlangt wird. Die Voraussetzung für ein gültiges Decretum Senatus ist damit erfüllt.“

    Lucius Aelius Quarto begab sich an Proximus' Seite. Er hob die Rechte, blickte nach vorne auf das versammelte Volk von Misenum, dann ein wenig nach rechts und dann nach links. Nachdem er die Hand wieder hatte sinken lassen, begann er mit routiniert lauter Stimme zu reden.


    “Brave Männer und Frauen von Misenum, ihr mutigen Soldaten der See, es ist mir eine besondere Freude, heute hier unter euch zu weilen.
    Der Duumvir Marcus Iulius Proximus hier an meiner Seite hat mich zu dieser Feier eingeladen und ich bin seiner Einladung gerne gefolgt, denn es ist mir eine Ehre, dieses Fest mit euch begehen zu dürfen.


    Die Stadt Misenum ist eine Perle Campanias. Ihre Schönheit und ihre besondere Lage auf ihrem felsigen Kap in der See, gleich einem Rammsporn, werden zu recht gerühmt.
    Und ein Rammsporn Roms in den Weiten des Meeres ist auch die Classis Misenensis, die diese Stadt ihre Heimat nennt.
    Glücklich sind diejenigen, die hier leben dürfen. Glücklich sind die, die in der Classis Misenensis dienen und den Ruhm der Flotte und ihren eigenen mehren.


    Was ich hier heute sehe, dass stimmt mich froh. Wenn ich in die Hauptstadt zurückkehre, dann werde ich jedermann sagen, dass Rom stolz sein kann, stolz auf diese römische Stadt, und Stolz auf die Flotte, die hier ihre Anker wirft.“

    “Ja, die Götter, sie bestimmen unser Schicksal, im Guten wie im Schlechten. Wir sollten uns daran erinnern, dass wir nicht alleine über uns bestimmen, sondern nur, wenn sie es erlauben. Vielleicht war es auch einfach ihr unerklärlicher Ratschluss, der zur Gefangennahme von Senator Decimus Livianus geführt hat. Aber ganz gewiss haben sie seine Retter begleitet, als diese ihn befreit haben.
    Ich würde nun gerne hören, wie ihnen diese Heldentat gelungen ist.


    Herius Hadrianus Subdolus, Primus Decimus Magnus, wir alle danken euch dafür, dass ihr heute zu uns gekommen seid. Vom Senat empfangen zu werden ist für einen Römer eine Ehre, doch heute, da spreche ich für mich aber bestimmt auch für meine Kollegen, ehrt ihr uns.“




    Sim-Off:

    Vielleicht sollten wir uns im Senat alle miteinander wieder etwas mehr auf gesprochene Worte und für alle sichtbare eigene Handlungen konzentrieren.

    Aelius Quarto hörte Livianus aufmerksam zu. Er war damals auch in Edessa gewesen. In die Schlacht gezogen war er selbst zwar nicht, sondern im Tross geblieben, doch konnte er sich an die gefallene Stadt jenseits des Euphrates und die Osroene genannte Landschaft, in der sie lag, gut erinnern.


    “Ich danke dir, Senator Decimus Livianus. Es muss schmerzlich für dich sein, diese Erinnerungen wieder wach zu rufen.
    Bitte verzeih mir deshalb, wenn ich dazu trotzdem noch einige Fragen habe.
    Wie viele Männer haben dich seinerzeit begleitet?
    Gehörten sie zur Legionsreiterei der I. Legion, die damals unter deinem Befehl stand?
    Wie weit wart ihr von Edessa entfernt, als ihr überfallen wurdet, ungefähr?
    Und, dass ist die wichtigste Frage, auch wenn sie vermutlich schwer zu beantworten ist: haben die Feinde euch aufgelauert? Hattest du vielleicht den Eindruck, dass es eine gezielt aufgestellte Falle war?“