Während sich die Ränge füllten erschien auch Lucius Aelius Quarto. Als Princeps der Factio Veneta fiel ihm heute die Rolle des Veranstalters zu.
Doch strebte er noch nicht seiner Loge entgegen, sondern betrat die Rennbahn, mit erhobener Hand die Zuschauer grüßend.
Ein halbes Duzend Helfer aus seinem Rennstall begleiteten ihn und dazu seinen Ehrengäste: Marcus Vinicius Lucianus, ehemals Statthalter von Germanien und erst kürzlich nach Rom zurückgekehrt, und dessen Ehefrau Aelia Paulina, eine Base Quartos.
Die Helfer trugen einen auffälligen, niedrigen Tisch mit sieben Füßen auf die Bahn. Sieben Füße, die symbolisch für die sieben Runden eines Rennens standen. Die hölzerne Tischplatte war rund und lagerte in einem gefetteten Zapfen, so dass man sie mühelos drehen konnte. Darauf wurde eine bauchige Urne mit weiter Öffnung gestellt.
Während seine Helfer mit diesen Vorbereitungen beschäftigt waren, winkte Aelius Quarto ins Publikum. Dann hob er beide Hände, um sich Gehör zu verschaffen.
“Volk von Rom, geliebte Mitbürger, heute wollen wir der unbeschwerten Lust am Wagenrennen frönen.“
Er sprach mit lauter und geschulter Rednerstimme und doch konnte er nicht hoffen, dass ihn jeder im Circus Maximus verstehen würde. Denn dafür war die römische Rennbahn viel zu weitläufig.
“Wir tun dies auch, um Apollo zu ehren, den wir dieser Tage feiern. Die Auguren haben dazu die Zeichen geschaut und sie haben erkannt, dass sie günstig stehen.“
Natürlich hatten sie sich diese Deutung auch gut bezahlen lassen, aber das sagte er verständlicherweise nicht.
“Der Gott schaut mit Wohlwollen auf uns herab. Den Rennen steht kein göttlicher Wille entgegen, sie können stattfinden!“
[Blockierte Grafik: http://home.arcor.de/gensvaleria/venetaSig.gif] 
PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA