Beiträge von Lucius Aelius Quarto

    Aelius Quarto vergoss einen Schluck des Weines auf den Boden, als Opfer für die Götter und prostete Iulius Proximus dann zu.


    “Auf dein Wohl!“, sagte er und probierte einen ersten Schluck.


    Dann sah er seinen Gegenüber interessiert an und fragte:
    “Nun, verzeih mir bitte meine ungebührliche Neugierde, aber bestimmt hast du ein ganz bestimmtes Anliegen, wenn du die weite Reise hierher unternommen hast. Wie kann ich dir wohl behilflich sein?“

    “Oh ja, natürlich, ich habe einen sehr tüchtigen Verwalter. Er bestielt mich nicht, zumindest nicht über die Maßen, und er sorgt für ganz ordentliche Erträge. Es sind vor allem Olivenhaine, die zu meinem Gut gehören.“

    Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Ursus nickte zustimmend. "Ja, das muß es. Es dauert schon viel zu lange", bekräftigte er die Worte des Consuls. Dann erhob er sich. "Treffen wir uns dann im Haus des Annaeus? Sollte ihm der Termin nicht recht sein, werde ich mich natürlich sogleich nochmal melden."


    “Sehr gut, ja, so machen wir es.“, antwortete Aelius Quarto und legte seine große und kräftige Hand, die auch eines Mannes würdig gewesen wäre, der mit den Händen arbeiten musste, die legte er ihm zum Abschied freundschaftlich auf die Schulter.


    “Ich danke dir für deinen Besuch. Wenn nichts dazwischen kommt, dann treffen wir uns also im Haus des Annaeus.“


    “Ich würde einen Gast niemals alleine trinken lassen.“, antwortete Aelius Quarto mit einer Selbstverständlichkeit, als sei alles andere ein unverzeihlicher Affront, und für genau das hätte er es wohl auch gehalten.


    Er ließ sich ebenfalls nieder und bedeutete einem der bereitstehenden Sklaven, sich um den Wein zu kümmern.


    Dann wandte er sich wieder seinem Gast zu.


    “Marcus Iulius, du bist also Duumvir in Misenum? Wie stehen die Dinge dort? Ich selbst habe ganz in der Nähe ein kleines Landgut. Aber wie das so ist, komme ich viel zu selten aus Rom heraus. Ich habe es noch nie mit eigenen Augen gesehen, seit ich es erworben habe.“


    ...und das war bereits vor ein paar Jahren gewesen, wie ihm in diesem Augenblick erschüttert deutlich wurde.

    Wie am Ende jedes Amtsjahres, war die Ernennung der neuen Magistrate die letzte Amtshandlung der scheidenden Consuln. Lucius Aelius Quarto war einer dieser beiden.


    Nachdem seine zahlreichen Begleiter dafür gesorgt hatten das relative Ruhe einkehrte, so dass man ihren Mann würde verstehen können, nachdem er sich dann kräftig Geräuspert und in Pose geworfen hatte, begann Aelius Quarto damit, noch einmal das Ergebnis der vergangenen Wahlen zu verlesen.


    Dann rief er die Gewählten dazu auf, den traditionellen Eid zu sprechen...


    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI



    DIE WAHL IST BEENDET UND HIERMIT ERFOLGT DIE ERNENNUNG DER NEUEN MAGISTRATE IN IHRE ÄMTER.



    SOMIT ERNENNEN WIR DIE BÜRGER:


    [...]


    ZUM PRAETOR URBANUS:
    Manius Flavius Gracchus


    ZUM AEDILIS CURULIS:
    Marcus Aurelius Corvinus


    ZUM VIGINTIVIR:
    Manius Aurelius Orestes
    Marcus Flavius Aristides


    [...]


    - DCCCLVIII AB URBE CONDITA -




    ...die Eidesformel war allgemein bekannt und lautete:


    - IVS IVRANDVM -


    EGO, -NOMEN- HAC RE IPSA DECUS IMPERII ROMANI
    ME DEFENSURUM, ET SEMPER PRO POPULO SENATUQUE
    IMPERATOREQUE IMPERII ROMANI ACTURUM ESSE
    SOLLEMNITER IURO.


    EGO, -NOMEN- OFFICIO -AMT- IMPERII ROMANI ACCEPTO,
    DEOS DEASQUE IMPERATOREMQUE ROMAE IN OMNIBUS MEAE VITAE
    PUBLICAE TEMPORIBUS ME CULTURUM, ET VIRTUTES ROMANAS
    PUBLICA PRIVATAQUE VITA ME PERSECUTURUM ESSE IURO.


    EGO, -NOMEN- RELIGIONI ROMANAE ME FAUTURUM ET EAM
    DEFENSURUM, ET NUMQUAM CONTRA EIUS STATUM PUBLICUM ME
    ACTURUM ESSE, NE QUID DETRIMENTI CAPIAT IURO.


    EGO, -NOMEN- OFFICIIS MUNERIS -AMT-
    ME QUAM OPTIME FUNCTURUM ESSE PRAETEREA IURO.


    MEO CIVIS IMPERII ROMANI HONORE, CORAM DEIS DEABUSQUE
    POPULI ROMANI, ET VOLUNTATE FAVOREQUE EORUM, EGO
    MUNUS -AMT- UNA CUM IURIBUS, PRIVILEGIIS, MUNERIBUS
    ET OFFICIIS COMITANTIBUS ACCIPIO.


    Sim-Off:


    ZUR INFORMATION: AMTSEID


    Ich, ____________________ (VL-Name), schwöre mit diesem Eid feierlich, die Ehre des Imperium Romanum zu verteidigen und immer zum Wohle des Volkes, des Senates und des Kaisers des Imperium Romanum zu handeln.


    Ich, ____________________ (VL-Name) nehme das Amt als ____________________ (Amtsbezeichnung) des Imperium Romanum an und schwöre die Götter und Göttinnen Roms, sowie den Kaiser, in meinem ganzen öffentlichen Leben und all meinen öffentlichen Handlungen zu ehren und die römischen Tugenden sowohl im privaten als auch öffentlichen Leben zu befolgen.


    Ich, ____________________ (VL-Name) schwöre, dass ich die Religio Romana als Staatsreligion beschützen und befolgen werde und niemals öffentlich dagegen verstossen werde, damit sie keinen Schaden erleide.


    Ich, ____________________ (VL-Name) schwöre ausserdem, das Amt als ____________________ (Amtsbezeichnung) und alle seine Verpflichtungen mit all meiner Kraft und nach bestem Wissen und Gewissen auszuführen.


    Auf meine Ehre als Bürger des Imperium Romanum, und vor allen Göttern und Göttinnen des römischen Volkes, und durch deren Willen und Güte, nehme ich das Amt als ____________________ (Amtsbezeichnung) mit allen damit verbundenen Aufgaben, Rechten, Pflichten und Verantwortungen an.

    Nach seinem Bruder, dem Kaiser, wusch sich Aelius Quarto mit feierlicher Geste die Hände. Während er sie trocknete folgte als letzter sein Amtskollege, der zweite Consul dieses Jahres.


    Quarto warf einen Blick auf die Opfertiere. Es war ein wahrhaftig prächtiges Opfer, dass an diesem Tag stattfand. Dort standen drei schneeweiße junge Stiere und links davon ein rotbrauner, dessen Fell man mit gemahlenem Zinnober bestäubt hatte um die rötliche Färbung noch deutlicher hervorzuheben. Links der Stiere stand ein prachtvoller, kräftiger, schwarzer Widder, mit ausladendem Gehörn von solcher Symetrie, dass seine Schönheit jener der Stiere in nichts nachstand.
    Die Hörner aller fünf Tiere waren mit Goldfarbe bemalt worden. Man hatte sie mit bunten Bändern geschmückt und feierlich ausstaffiert. Die Opferhelfer verstanden ihr Geschäft. Lammfromm standen die Tiere da und harrten ruhig und scheinbar ohne Furcht dem, was unweigerlich kommen musste. Dazu waren sie geboren worden, zu keinem anderen Zweck hatte man sie aufgezogen, wohl gehütet und genährt, als dass sie an einem Tag wie diesem ihr Leben zum Ruhme der Götter geben würden. Ihr Blut würde vergossen werden, und es würde reichlich Blut fließen.

    “Wenn Patroklos von der Aurata sich zurückgezogen hat, dann wird Felix von der Albata für einige Zeit der sieg- und ruhmreichste Fahrer von allen werden, zumindest wenn ihm nichts zustößt und er sich nicht schlimm verletzt, was natürlich immer passieren kann. Wer das nicht voraus sieht, der versteht von diesem Sport nichts oder er ist blind. Die Albata ist jahrelang nur hinterher gefahren. Mehr als mittlere Platzierungen hat diese Factio nie erringen können. Doch nun erntet sie die Früchte ihrer Geduld und des Umstandes, dass sie beharrlich junge Talente aufgebaut hat.
    Nein, die werden ihn nie verkaufen. Ausgeschlossen.


    Und weil man in unserer heutigen Zeit keinen Siegfahrer kaufen kann, auch nicht mit sehr viel Geld, müssen wir diesen Weg ebenfalls beschreiten. Wir müssen auf die Jugend setzen, und wir müssen es mit Entschiedenheit tun. Die Wahrheit ist doch, dass wir uns auf eine Durststrecke einstellen müssen. Wir sollten darüber nicht nur jammern, sondern diese Zeit nutzen, um junge Wagenlenker langsam zur Spitze zu führen.


    Dareios, mein lieber und sehr verehrter Dareios, niemand könnte das besser tun als du, davon bin ich überzeugt. Du genießt mein vollstes Vertrauen.


    Aber wir sollten noch einen ganz jungen, talentierten Burschen holen. Wir sollten nicht nur auf Mehaf und Casetorix setzen, sondern noch ein weiteres Eisen im Feuer haben.


    Man hat mir von einem gewissen Tolimedes erzählt, der sich schon ganz ordentlich macht, obwohl er erst 17 ist. Den sollten wir für uns gewinnen, bevor die Praesina es tut.“





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    “Nun, ich denke, Mehaf ist ein guter Mann. Wir haben gut daran getan ihn für uns zu gewinnen. Aber er wird Zeit brauchen. Casetorix ist noch jünger und noch unerfahrener. Ich glaube, es ist noch zu früh um sagen zu können, ob er auf lange Sicht ein Siegfahrer werden kann. Talent mag er haben, aber damit alleine ist es noch nicht getan.
    Das Problem ist doch, dass wir momentan keinen Lenker haben, der sich berechtigte Hoffnung auf einen Sieg machen darf, einen Champion. Denn Hermes, den Göttern sei es geklagt, ist gewiss keiner, und wird es auch nicht mehr werden.“












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    Aelius Quarto nahm die Karaffe entgegen und gab sie an einen seiner diensteifrigen Sklaven weiter.


    “Das ist sehr freundlich. Ich danke dir.“, bedankte er sich für das Geschenk.


    “Bitte, möchtest du nicht Platz nehmen?“, bot er seinem Gast eine Sitzgelegenheit nahe dem impluvium an.


    “Darf ich dir etwas bringen lassen? Eine kleine Stärkung? Etwas zu trinken? Wein vielleicht?“

    Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    "Ja, da hast Du natürlich recht und ich hätte mich dementsprechend auch damit abgefunden. Doch weiter daran mitarbeiten zu können, ist natürlich besser." Sicher hielt der Consul ihn für übereifrig, doch Ursus war einfach nur sehr beeindruckt von dem Bauprojekt. Zu wissen, daß er an etwas mitwirkte, das vermutlich Jahrhunderte Bestand haben und noch in Generationen die Menschen begeistern würde, machte ihn unglaublich stolz.


    “Sehr schön. Dann ist es abgemacht; sobald du deinen Platz im Senat eingenommen hast werden wir uns gemeinsam darum bemühen. Das Ulpianum muss fertiggestellt werden!“

    “Die Zeit ist ein Feind, der nicht bezwungen werden kann. Manchmal muss man sich damit begnügen, eine große Aufgabe nur ein Stück weit voran zu tragen. Aber deine Unternehmungslust spricht sehr für dich und stimmt mich hoffnungsfroh, dass wir dieses Werk vollbringen können - gemeinsam.“

    Zitat

    Original von Methodius
    Methodius wies den Mann ins Atrium. "Hier.", sagte er und zeigte auf einen Stuhl, auf welchen sich der Duumvir hinsetzen konnte. "Ich benachrichtige meinen Herrn.", sprach's, und verschwand um die Ecke.


    Der Hausherr betrat das Atrium der Domus Aeliana und trat auf seinen Gast zu.
    “Salve Marcus Iulius Proximus!“, sagte er mit freundlichem Tonfall.
    “Ich hoffe, deine Reise von Misenum hierher nach Rom war angenehm und nicht so beschwerlich wie sie zu dieser Jahreszeit bisweilen sein kann. Du hast die Via Appia genommen, nehme ich an?“

    Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Damit wußte Ursus nun wenigstens, wieviel Zeit genau noch verblieb. Nur noch wenige Tage. Nun, um die Sache mit den Statuen zu klären, genügte dies. "Ja, zu tun gibt es noch reichlich. Da fragt man sich glatt, wo die zwei Jahre geblieben sind. Aber zumindest ist die ganze Sache wesentlich fortgeschritten. In den zwei Jahren ist weit mehr passiert als in den sechs Jahren davor. Sollte ich bis dahin in den Senat berufen werden, hättest Du meine Stimme dafür jedenfalls sicher. Es wird wirklich Zeit, daß das Ulpianum fertiggestellt wird." Er nahm noch einen Schluck aus dem Becher und genoß den Geschmack des hervorragenden Weines.


    “Oh, ich bin sehr zuversichtlich, dass du das wirst.“, entgegnete Aelius Quarto ausgesprochen optimistisch.
    “Und wenn es soweit ist, dann hoffe ich nicht nur auf deine Stimme, sondern auch darauf, dass du dich vielleicht bereit erklärst, selbst in diesem Ausschuss mitzuarbeiten. Wie denkst du darüber?“