Beiträge von Claudia Aureliana Deandra


    Aufruf an alle Aurelier!


    Mit großer Traurigkeit habe ich der Entwicklung der letzten Wochen zugesehen. Ein Riss ging durch unsere Gens und er wird immer größer.

    Nun ist unsere Familie kurz davor, für immer zu zerbrechen.
    Aurelier, lasst das nicht zu! Wir sind EINE Familie!
    Commodus, ich bitte dich aus ganzem Herzen, führe deine Mitglieder in eine wieder ungeteilte Gens zurück.


    Die Familie hatte dich im Februar mit offenen Armen aufgenommen. Zeige deine Familienverbundenheit und gibt ihr jetzt bitte die Einigkeit zurück! Verlange was du willst, ich werde dem nachkommen.


    Für mich ist die Aurelia schon immer meine Familie. Ich hänge an ihr und mit ihren Trümmern gehe auch ich kaputt.


    Vale
    Aurelia Deandra

    Zitat

    Original von Marcus Aurelius Verus
    "Ich weiß nur, dass ich in der Aurelia Commodus bin, warum weiß ich nicht, außerdem stell ich fragen, ich weiß nur dass sie stattgefunden hat."


    "Du weißt nicht, warum du in der Gens Commodus bist?" 8o "Ja, bin ich denn die Einzige, die sich noch für die Belange der Aurelia aus ganzem Herzem interessiert?"

    "Dunkelheit hat die Aurelia schon seit längerem bedroht, nun ist sie völlig darin gefangen."


    Tränen der Wut und der Enttäuschung stiegen mir in die Augen.



    "Ich möchte meine alte Gens zurück, koste es was es wolle.
    Gut, Sophus' Platz sollte es nicht kosten. Er ist Pater familias schon immer gewesen und er sollte es auch weiterhin sein und zwar von einer ungeteilten Gens."


    Meine Miene war ernst, die Sorgen erdrückten mich fast. Ich sah, wie meine Familie, die mir alles bedeutete, sich zuerst teilte und schließlich in kürzester Zeit zerbrach. Ich hoffte sehr, dass Sophus eine Lösung mit Commodus finden würde und wenn nicht?


    Ich würde nicht aufgeben, es nicht einfach hinnehmen. Was bliebe, wäre ein Kampf gegen die bestehenden Gesetze, die Sophus zu einer Teilung gezwungen hatten und die ich gern soweit beugen würde, dass dieser fatale Schritt rückgängig gemacht werden konnte.


    Der Preis? Er konnte vielleicht mein Leben bedeuten. Wer konnte das vorausagen? Aber was war mein Leben schon wert ohne geeinte Familie? Nichts! Es hatte jeglichen Sinn verloren.

    "Er kam urplötzlich in diese Villa geschneit, sagte kurz hallo, bezog nicht einmal sein Zimmer und ging wieder weg. Aber dieses Mal nicht etwa wieder nach Syrien, nein, er ging durch die Straßen und hat unschickliche Parolen in das Reich gesetzt. Ich habe mich für ihn geschämt, er hat den Namen der Familie beschmutzt. Die Aurelia ist schwer gebeutelt, gerade in der letzten Zeit. Wenn doch nur alle zusammenhalten würden… “


    Sorgenvoll sah ich meinen großen Bruder an. Ich wusste nicht einmal, wo er stand. Traurig genug, dass man sich das überhaupt fragen musste. Früher gab es nur einen Stand, den innerhalb der Gens. Heutzutage war die Familie zersplittert.

    „Oh, er führt Araberblut? Nicht zu fassen. Spanische Pferde sind rittig, das sagt man ihnen zumindest nach.“


    Ich ging kontrollierend um den Hengst herum, prüfte die Winkelung der Hinterhand und die Schräge der Schulter.


    „Er ist gut. Du sagst, er ist von unserem Vater gekauft? Lieber wäre es mir er wäre von meinem Onkel erworben worden. Allem was Vater tat, haftet etwas Negatives an.“


    Während wir den Stallungen zustrebten, dachte ich noch lange über Vater nach.


    „Was weißt du eigentlich über Vater? Was er tat und wie er war in der letzten Zeit?“

    Ich war skeptisch wegen dem Gewitter, mein schlechtes Gewissen hielt.


    „Ja, sicher habe ich Platz für ihn. Das Gestüt ist neu und reichlich in seiner Planung angelegt. Es beeindruckt mich, dass du nach so langer Zeit noch weißt, dass ich für Pferde schwärme. Renatus…“


    Ich runzelte etwas die Brauen. Sollte er den Name behalten? Meine Pferde hießen in der Regel anders, aber auch er selbst war anders als sie.


    „Welcher Rasse gehört er überhaupt an? Ich meine, wie ist seine Abstammung?“


    Den Regen bemerkte ich kaum, weil ich gedanklich so beschäftigt war. Mehr mechanisch nahm ich den Mantel von Verus an.

    Bevor ich mich versah, lag eine Binde über meinen Augen.


    „Verus, was tust du da?“


    ‚Dieser Bruder stürzt mich von einer Überraschung in die nächste’, dachte ich.
    Verflixt, und Laufen ging auf diesen Wegen und ohne Sicht wirklich nicht gut. Am Ende stolperte ich und wurde auch noch getragen. 8o


    „Aber das machen wir lieber nicht noch einmal“, schimpfte ich gespielt ernst. Wirklich böse war ich nicht, aber es kam so überraschend und ich wusste nicht, ob ich mich dabei wohl fühlen sollte oder nicht. Als Kind hatte mich Vater ab und zu getragen. Damals, als alles noch stimmte, als wir noch EINE Familie waren.


    „Ein kranker Hengst? Gesund gepflegt?“


    Schon wollte ich die Binde von den Augen ziehen, da nahm sie mir Verus ab.


    „Oh! Ist das der Hengst?“


    Noch bevor ich eine Antwort erhielt, blitzte es am Himmel und ich fuhr zusammen, als der Donnerschlag kam. Wofür ereilte mich jetzt der Zorn? Weil ich mich durch die Gegend habe tragen lassen? Urplötzlich setzte bei mir ein schlechtes Gewissen ein.

    "Reiter? Pferd? Das kann ich aus der Wolke nicht ersehen. Da sitzt was fettes, vielleicht ein Huhn und plustert seine Federn. Omen? Na, wenn du das sagst."



    Ich sah in die entgegengesetzte Richtung am Himmel. Da bauten sich wirklich dunkle Wolken auf.


    "Hm, auf eine Reitstunde müssen wir wohl verzichten. Oh, es fängt an zu tröpfeln."


    Bei diesen Worten sah ich hinauf und schwere Tropfen trafen mein Gesicht, ein warmer, angenehmer Frühlingsregen.

    Ich folgte Verus' Blick und entdeckte ein paar nette Haufenwolken. Mit blinzelnden Augen versuchte ich der Wolkengestalt eine Bezeichnung zu geben, aber mit nichts war ich so recht zufrieden.


    "Da sitzt ein dickes Etwas auf seinem Hintern. Was könte das wohl sein?"


    Ich lachte und war auf die Vorschläge von meinem Bruder gespannt.

    Ich musste schmunzeln. Natürlich hatte ich nichts dagegen.


    "Der Schimmel?" Ich drehte mich um. "Das ist einer meiner besten Hengste. Ausschließlich auf ihm reite ich, wenn ich es denn überhaupt mal mache. Es schickt sich nicht für eine Patrizierin.


    Du kannst gerne eine Reitstunde nehmen. Für dich wäre die sogar ganz umsonst. Allerdings würde ich dafür mein Schulpferd nehmen. Nicht diesen Schimmelhengst."



    http://home.arcor.de/de_la_charis/bilder/forum/Schimmel.jpg

    "Oh, Verus! Naja, etwas ungewohnt noch. Das Gestüt ist erst vor kurzem umgesiedelt. Die Gebäude sind noch neu, manche noch nicht vollständig fertiggestellt. Aber wir haben ja Sommer. Da stehen nur die Muttertiere im Stall und der Rest auf den Weiden."


    Ich sah meinen Bruder lächelnd an.


    "Und was führt dich in das kleine Städtchen Mantua?"

    Die Familienteilung, DAS Thema, was mir derzeit am schwersten im Magen lag. Nichts Schlimmeres hätte der Aurelia passieren können.


    „Wie denkst du über die Teilung? Kannst du sie mir am Ende erklären? Ich wünschte, sie wäre nie geschehen.“



    Mehr als lange dachte ich über seine letzten Worte nach. Deren Sinn blieb mir teilweise verborgen. Ich war einfach im Zweifel, was mein Bruder wollte. Ich war irritiert.

    Hm, ich fühlte mich etwas in die Enge getrieben. Das waren nicht nur die Fragen eines Bruders, da schwang noch ganz was anders mit. Wie jetzt verhalten? Was sollte ich tun?
    Am besten ich ignorierte einfach den ersten Teil seiner Rede.


    Gepresst blies ich die Luft durch die Lippen. Verus hatte mich ins Schwitzen gebracht.


    „Die Götter … Hm, sicher, sie bestimmen unser Leben … Vielleicht liegt aber auch ein kleiner Teil in unser eigen Hand … Ich möchte … Also, ich möchte das zumindest gerne glauben.“


    Erleichtert antworte ich auf die sachliche Frage nach meinem Wohnsitz.


    „Mantua, ich wohne seit kurzem in Mantua.“


    Puh, wohin würde dieses Gespräch wohl noch führen?

    „Gemischte Gefühle nur deswegen, weil es mir leid tut. Bereut habe ich meine Entscheidung keinen Moment. Aber es ist interessant, deine Ansicht über das Leben und die Macht der Götter zu erfahren. Ich gestehe, ich wusste das nicht mehr.“


    Während ich mir etwas von dem Fleisch auftragen ließ, nahm ich wieder auf der Liege bei Verus Platz. Ich ließ mir seine Worte noch einmal durch den Kopf gehen. Diverse Umstände …
    Erst nach einer Weile des Nachdenkens wurden mir seine letzten Worte wieder bewusst.

    „Du irrst dich, ich wollte dir keinesfalls beweisen, dass ich nicht zahm bin. Wie beweist man seinem Bruder überhaupt so etwas?“


    Herausfordernd lachte ich Verus an. Wenn er schon solche Ideen hatte, sollte er auch die Lösung mitliefern.

    Hm, enttäuscht hatte mich bisher noch niemand, auch wenn nicht alles optimal lief derzeit.


    „Das erste gebrochene Herz gehörte einen Domitianus, das zweite Vibullius. Bei ihm tut es mir wirklich leid. Wir hatten uns gerade gefunden, waren frisch verliebt, dann warb ein anderer um mich und ich stand zwischen zwei mir wirklich wichtigen Männern. Vielleicht sah es für manche herzlos aus, ich habe manche Kritik deswegen gehört, aber meine Entscheidung für Sophus habe ich mir damals wirklich nicht leicht gemacht.“


    Ich versank jetzt wirklich ins Nachdenken. Die Zeit damals war unglaublich schön und traurig zugleich gewesen. Vielleicht war das überhaupt die beste Zeit meines Lebens bisher.


    „Was meinst du, was hält die Zukunft so bereit? Kann man irgendetwas beeinflussen oder sind wir Menschen ganz auf die Gunst der Götter angewiesen?“

    „Oh, das tut mir leid!“


    Damit hatte ich nicht gerechnet. Schlagartig fiel mir ein, dass ich ja auch wenigstens ein Herz annähernd gebrochen hatte. Vib., ich verließ ihn damals wegen einem anderen.


    „Bist du darüber hinweg?“

    „Nun ja, wir hatten uns Ewigkeiten nicht gesehen. Er kannte diese, meine Augen zu der Zeit nicht. Wohl die des kleinen Mädchens, aber nicht die der Frau“, erklärte ich lachend. „Dann hörte er dies und jenes über mich… bekam Besuch von einem Plebejer in seinem Lager, der um mich werben wollte. Ich geb ja zu, ich hatte durchaus etlichen Männerbesuch in meinem Gestüt.“


    Das waren noch Zeiten …


    „Ja, Soph war als Junge schon sehr ernst. Das ist es aber auch, was ich an ihm mag.“


    Kurz drifteten meine Gedanken ab.


    „Erzähl doch mal, was gibt es aus deinem Liebesleben zu berichten?“

    „Oh, ich habe viel Kritik von Sophus über mich ergehen lassen müssen.“


    Mir fiel spontan der erste Brief von Sophus ein, der bei mir wie eine Bombe eingeschlagen hatte. Mir standen beim Lesen die Tränen in den Augen, aber das würde ich Verus jetzt nicht erzählen. Soph hatte ja Recht gehandelt, nur eben die harte Art …


    „Ich und zahm?“ Das war jetzt wirklich sehr lustig. Nein, aber beweisen wollte ich es Verus nicht. Wie auch? Er war mein Bruder. Na gut, verwandt waren wir nicht. Mann o Mann, was für absurde Gedanken! Ich stand auf und lief etwas im Zimmer herum.
    Womit könnte ich nur jetzt wieder das Thema wechseln? Bei den Göttern, mir fiel gar nichts ein. Krampfhaft überlegte ich, dann endlich ... die Idee war ganz brauchbar.


    „Wie gut kennst du Sophus eigentlich noch?“

    „Es hat sich gezeigt, dass ich sehr spontan bin. Auch reagiere ich oft emotional. Schon so Manchen habe ich dadurch in Verlegenheit gebracht. Selbst Angestellten von Verwaltungen fallen die Griffel aus der Hand, wenn ich mit Schwung den Raum betrete. Und da habe ich noch nicht einmal etwas gesagt.“ :D


    Zu lustig, wenn ich an diese zwei Male zurückdenke.


    „Ich weiß, ich bin ein Wirbelwind, führe eben anderes Blut in mir als das der Aurelier. Sophus hatte zu Anfang durchaus Probleme, mir Manieren und Anstand beizubringen. Na ja, jetzt hat er es ja so einigermaßen geschafft.“


    Ich beugte mich vor.


    „Was nicht heißt, dass ich zahm geworden bin.“


    Genüsslich griff ich zu den Feigen. Heute war Schlemmen angesagt.



    edit: Buchstabe vergessen

    „Ach, Verus, du weißt es noch nicht?“ Traurig sah ich meinen Bruder an.


    „Letzten November hat Crassus seine letzte Reise angetreten und eine erschütterte Familie und Factio zurückgelassen. Sophus übernahm als sein Sohn die Gens. Er macht es gut, besser als man erwarten konnte, aber uns allen fehlt Crassus sehr. Er hinterließ einfach eine sehr große Lücke.“


    Für einige Zeit verfiel ich in Schweigen. So viel war seither geschehen, auch mit der Gens. Ich strich die traurigen Gedanken weg und erinnerte mich an Verus’ Frage.


    „Was mich betrifft … ich ging letztes Jahr nach Ostia, um dort auf eigenen Füßen zu stehen. Habe ein Gestüt gegründet, was enorm erfolgreich geworden ist. Ich würde alles tun, um Ansehen und Ehre der Aurelia zu mehren. Na ja, aber das eine oder andere habe ich in meinem Eifer dann doch falsch gemacht.“


    Oder doch nicht und nur in den Augen mancher Bürger?