Beiträge von Claudia Aureliana Deandra

    „Mantua.“ Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. „Wenn du von den Provinzstädten sprichst, könnte man meinen, du strebst eine Tätigkeit in einer Curia an. Dabei hatte ich immer angenommen, du würdest einmal auf der Rostra stehen und für ein Amt als Quaestor kandidieren.“


    Nun, ich würde mich da einfach überraschen lassen.


    „Was ich getan habe? Da gibt es so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Was interessiert dich denn da? Der Betrieb, den ich inzwischen führe, mein Ausflug in die Politik, Herzensangelegenheiten, was noch?“


    Ich musste schmunzeln.

    Mein Lächeln wurde breiter und schließlich senkte ich sogar meinen Blick. Ich verstand, warum er sehr leise sprach.


    Durchaus beeindruckt räusperte ich mich leise, holte erst einmal Luft und suchte nach einem passenden Anschlussthema.


    „Hast du genaue Pläne, ich meine politisch gesehen?“

    Ich musste schmunzeln. Er drückte sich doch wahrhaftig um eine Erklärung drum herum. Noch immer wurde ich von allen meinen Brüdern wie ein kleines, unreifes Mädchen behandelt, dabei war ich längst eine Frau. Ich seufzte, daran war wohl nichts zu ändern.


    „So lange du Italien nicht gleich wieder verlässt, ist mir alles recht. Verrätst du mir deine Pläne für die nächste Zeit?“


    Wir hatten so lange nichts mehr voneinander gehört, dass ich nicht einmal einzuschätzen wusste, ob Verus, wie so viele unserer Familie, eine militärische Laufbahn anstrebte oder ob er meinem Onkel Crassus nacheifern wollte.

    „Nichts was mich interessiert?“ Ich musste lachen. „Was glaubst du wohl, warum ich so gespannt hier sitze? Wie enttäuschend, dass du mir gerade diese Details vorenthalten willst.“


    Lachend griff ich nach ein paar Oliven und zirkulierte sie in meinen Mund. Es dauerte eine kleine Weile, bis ich wieder halbwegs ernsthaft das Gespräch aufnehmen konnte.


    „Du möchtest einen Themenwechsel? Gut, den sollst du haben. Ich möchte sehr gern wissen, ob du nur kurz nach Rom zurückgekehrt bist oder vielleicht für länger bleibst.“


    Fragend, und vor allem auf eine positive Antwort hoffend, sah ich Verus an.

    "Sophus, nun er ist in der Legio I und die ist stationiert in Mantua. Es geht ihm sehr gut. Nur von seinem Bruder Scipio haben wir lange nichts gehört."


    Ich lächelte Verus an. Unsere letzte Begegnung war doch ziemlich lange her.



    "Auch ich wohne seit kurzem in Mantua. Es ist absoluter Zufall, dass du mich heute hier antriffst. Komm, setz dich und erzähl mir, was du in der vergangen Zeit gemacht gemacht hast."


    Ich wies mit einer einladenden Geste zu der Liege und setzte mich an deren Fußende.

    Mitten im Verkosten von leckeren Trauben kam Samira herein und berichtete mir von der Ankunft meines großen Bruders. Überrascht und erfreut legte ich das Obst zur Seite, stand auf und ging Verus entgegen.


    „Was für eine Freude! Lange haben wir uns nicht mehr gesehen und ja, auch du hast dich verändert. Aus dem jungen Mann in meiner Erinnerung ist inzwischen ein gestandener geworden. Lass dich anschauen!“


    Ich lehnte mich zurück, betrachtete Verus von oben bis unten und fand, er sah wirklich gut aus. Dann gab ich ihm einen Begrüßungskuss auf die Wange.

    Ich weilte wieder einmal in Rom und wollte nachsehen, ob ich jemanden in der Villa antreffen würde. Also klopfte ich an der Porta, ein Sklave öffnete die Tür und ich streifte durch die Räume.


    Offenbar stand die Villa - wie so oft - leer. Ich setzte mich ins Speisezimmer und beauftragte eine Sklavin, mir etwas Essen zurecht zu machen ...

    "Dank ist nicht nötig, du bist mein Bruder! Aber wenn du dich erkenntlich erweisen willst, dann mach dem Namen unserer Gens alle Ehre. Das ist in Commodus' Sinn, in meinem und natürlich auch dem von Sophus.


    Frag jederzeit, du kannst mit allem an mich herantreten. Für unsere beiden Familien mache ich einfach alles."


    Ich hob meinen Becher und prostete Regulus zu.


    "Mögen die Götter stets mit dir sein und deine Wege ebnen!"

    ‚Sulla, Scherzkeks schlechthin’ dachte ich kopfschüttelnd. ‚Ich bin doch nicht dein Kindermädchen.’


    „Als dem Kindesalter entwachsender Römer sollte man von dir erwarten können, dass abzusehende Abwesenheit selbstständig entschuldigt wird.“


    Ich wandte mich kopfschüttelnd von Sulla ab und den Bürgern zu.


    „Bürger Roms, ich verzichte hiermit auf eine Stellungnahme dieses Mannes bezüglich seiner groben Arbeitsvernachlässigung in der Curia. Ursprünglich hatte ich angekündigt, von ihm wie von jedem anderen Arbeitssäumigen eine Erklärung und Entschuldigung zu fordern. Da alle Kandidaten – mit Ausnahme von Sulla – dem nachgekommen sind, er sich hingegen seit Tagen windet wie eine Schlange, könnt ihr euch nun selbst ein Urteil bilden. Meine Zeit und meine Nerven sind mir dafür zu kostbar.“


    Für mich war die Angelegenheit damit erledigt.

    "Gut, ich werde mit dem Magistratus von Mantua sprechen. Du bekommst dann ganz sicher diese Stelle. Nachdem die Formalitäten zu dem angestrebten Famlienwechsel abgewickelt sind, solltest du dich in der Factio melden, dich bekannt machen, über deine Pläne sprechen.


    Bis zur nächsten Wahl, die mit deiner Kandidatur etwa Anfang Juli beginnen wird, sei so aktiv wie möglich, damit die Bürger des Imperiums dein Gesicht kennen lernen."


    Ich griff nun genüßlich zu den Köstlichkeiten und ließ mir das Essen schmecken.


    "Die Stelle des Scriba wird bald ausgeschrieben werden. Melde dich dann einfach in der Curia und sag, du kämst auf meine Empfehlung hin", gab ich noch den Tipp.


    "Hast du sonst noch Fragen?"



    Sim-Off:

    Sophus, Commodus (sobald er die Nachricht liest) und nun auch Lucidus sind bereits über den Familienwechsel informiert. Commodus wollte dir die Entscheidung überlassen. ;)

    „Nein, nein, ich erwarte es nicht von dir, dass du die Familie wechselst. Es ist nur so, dass du ohne die Unterstützung einer Factio kaum einem Wahlkampf gewinnen könntest. Sophus’ Familienzweig ist in einer Partei. Die Aurata würde dich auf deinem Weg unterstützen. Ich bin sicher, dass Commodus deinen Wunsch respektieren wird. Wir sind eine Gens, es gibt keine Uneinigkeit zwischen den Familien und Steine werden gemeinsam aus dem Weg geräumt.“


    Ich sah Regulus voller Stolz an, seine Ziele waren ehrwürdig. Was für eine Freude, wenn die Gens wieder einen guten Staatsmann stellen würde.


    „Wollen wir beginnen? Bist du bereit? Was hältst du von einem sofortigen Einstieg in einer Stadtverwaltung als Sciba? In Mantua wäre eine frei, einige unserer Brüder sind dort stationiert. Du könntest sie sogar hin und wieder treffen.
    Mit der nachweislichen Tätigkeit als Sciba kannst du Befähigungen und Erfahrungen vorweisen, wenn du erstmalig kandidieren willst. Ich kann dir das nur empfehlen. Was meinst du dazu?“

    "Salve, Minervina. Inzwischen ist alles geregelt und besprochen. Ich bin in größeren Abständen in der Villa Pellacia anzutreffen, aber ansonsten war das heute mein letzter Tag."


    Ich verabschiedete mich von Macer und Minervina, ging zu meiner Villa und ließ die Sachen zur Abreise packen.

    Ich musste mich fast ausschütten vor Lachen. Ich hatte in Parvus doch tatsächlich einen richtig guten Verbündeten gefunden.


    "Liebend gern, Parvus. Dein Vorschlag gefällt mir sehr, aber er hat einen Haken. Erstens traue ich mich nicht an Sophus heran und zweitens bekomme ich ihn niemals bewegt, dafür reichen meine Kräfte nicht.
    Zudem kann ich schwer einschätzen, ob er so viel Spaß versteht. Mit jedem würde ich mich anlegen, aber bei ihm - ich gestehe - kneife ich."



    Etwas ratlos sah ich Parvus an.



    Sim-Off:

    Wenn ich nicht irre, dann dürfen wir das noch nicht mal. ;) Es wäre das Bewegen einer anderer Spielfigur. Geht nur mit deren Einverständnis und ICH frage Sophus bestimmt nicht. :D

    Ich hörte aufmerksam zu und machte mir meine Gedanken.


    „Du kannst natürlich in einer Provinzstadt anfangen. Das würde ich dir auch anraten, wobei ich dir dazu sagen muss, dass Ostia derzeit weder über einen Duumvir noch einen Magistratus verfügt. Das heißt, offiziell kannst du hier nicht einsteigen.


    Wichtig wäre aber für eine spätere Kandidatur auf untersten Senatsplätzen, dass du solche offiziellen Tätigkeiten nachweisen kannst. Ich kann dir eine solche Einstiegsmöglichkeit verschaffen, aber sie wäre nicht in Ostia.“


    Würde er sofort starten wollen, so dachte ich, dann nützt ihm Ostia für die nächsten sieben Wochen rein gar nichts. Es wäre verschenkte Zeit.


    „Und noch etwas, Regulus. Planst du eine weiterführende politische Tätigkeit, die ich dir sehr wohl zutraue, dann müssen wir von Anfang an alles richtig planen. Das würde bedeuten, du musst ernsthaft über den Wechsel zu Sophus’ Familia nachdenken, denn du brauchst die Unterstützung einer Partei, willst du im Wahlkampf auch nur den Ansatz einer Chance haben. Des Weiteren solltest du bis zu einer möglichen Kandidatur in der Factio dich bekannt machen und vor allem nachweislich Erfahrungen sammeln, die dir der oben angebotene Einstiegsposten bieten könnte. Man wird dich auf der Rostra nach solchen Erfahrungen fragen und es ist gut, wenn du Tatsachen anbringen kannst.“

    „Setz dich doch, Regulus, und lass uns über deine Zukunftspläne reden. Du hast mich um Hilfe gebeten und ich will sie dir gerne geben.“


    Ich begrüßte den jüngsten meiner Brüder herzlich und wies auf eine der Liegen. Auf einen Wink hin kamen Sklaven und sorgten für unser leibliches Wohl.


    „Du möchtest also in die Politik einsteigen. Zunächst muss ich erst einmal wissen, ob du dich mit Regionalpolitik zufrieden geben möchtest, also ich meine damit Curien in den Städten oder Provinzen oder ob du höhere Ämter anstrebst, nämlich welche im Senat. Die unteren Posten sind die Quaestoren, aber das weißt du sicher. Von dort aus kann man bei Eignung und Engagement auf der Erfolgsleiter nach oben steigen.


    Was also schwebt dir genau vor?“

    "Samira, lass doch noch eine Amphore bringen."


    Mit aufgesetzter ernster Miene winkte ich der Sklavin zu.


    "Da nun ja nichts Vernünftiges mehr mit den Männern anzufangen ist, möchte ich wenigstens wissen, wer zuletzt noch auf den Beinen steht."