Tja, und nun stand oder besser saß ich da, weil ich nicht wusste, wie ich am besten anfangen sollte. Krampfhaft versuchte ich mir nochmals Catus’ Worte ins Gedächtnis zu rufen. Vieles war an mir vorbeigerauscht. Ich war von den Ereignissen viel zu sehr ergriffen gewesen, um einen kühlen Kopf bewahrt zu haben. Felix – Testament, Messalina – Grüße und Freigabe, das wusste ich noch. Glücklicherweise saß ich vor Felix und nicht vor Messalina. Das machte es leichter. Mit dem Ende anfangen ging schlecht, also doch von Anfang an …?
„Es geht um deinen Anverwandten Catus. Verzeih, wenn ich nicht genau über den Grad eurer Verwandtschaft informiert bin. Zu mir war die Kunde seiner Krankheit gedrungen. Oft handele ich ohne nachzudenken, einfach aus einem Bedürfnis heraus. Naja, jedenfalls reiste ich zu ihm.“
Die Reise hatte ich keineswegs bereut, sie war richtig gewesen. Sie allerdings zu erklären, erwies sich als schwierig. Das merkte ich gerade. Hoffentlich ging Felix nicht darauf ein.
„Um es kurz zu machen…“ Dabei ging kurz eigentlich gar nicht. „…Die Auskunft des Arztes war vernichtend.
Du musst wissen, trotz der Diskrepanzen der Vergangenheit habe ich Catus immer geschätzt. Es war mir ein Bedürfnis, ihm letzte Grußworte zu entrichten. Er schlief nach schweren Anfällen, aber der Götter Wille ist unvorhersehbar und so erwachte er just in jenem Moment, als ich gehen wollte. Schon glaubte ich an eine wundersame Fügung der Götter und seine Gesundung, da offenbarte er mir sein Vorhaben, sich nicht durch die Krankheit beugen zu lassen, sondern sie zu beherrschen. Ach, Felix. Was soll ich sagen?“
Wieder einmal hilflos hob ich die Schultern. Mit einem tiefen Seufzer atmete ich aus.
„Ich soll dir Grüße von ihm ausrichten und dir berichten. Er wird nicht zurückkehren, denn sein Ziel war der Olymp und er war todkrank. Du möchtest dich um die Umsetzung seines Testamentes kümmern, was er bei den Vestalinnen hinterlegt hat.“
Nachdenklich ruhte mein Blick auf meinem Gegenüber.
„Felix, ich habe mich oft nicht mit Catus verstanden, aber er war ein guter Römer. In der Erinnerung werde ich ihn als solchen behalten.“
Die Ereignisse hatten mich tief bewegt und so hatte ich auch hier sehr darum zu kämpfen., dass ich meine Fassung behielt. Warum hatten mich die Götter nur aus einem derart weichen Material geschnitzt?