Trotz des Grundes meines Besuches, versuchte ich, ein Lächeln aufzubringen....
"Salve Centurio! Schön, dich zu sehen! Ich dachte du wärst in Rom?"
Trotz des Grundes meines Besuches, versuchte ich, ein Lächeln aufzubringen....
"Salve Centurio! Schön, dich zu sehen! Ich dachte du wärst in Rom?"
"Gut" sagte ich "Ich wollte nur sicher gehen, dass wir beide uns einig sind! Denn das ist mir am Eichtigsten..... egal, was andere denken....ich bin froh, dass wir uns deswegen einig sind!"
Ich spürte ihren Atem....
"Aber es bedrückt dich trotzdem, oder?"
"Eben..." sagte ich "... es ist doch so, ihr seit Germanen, lebt aber im römischen Teil der Provinz, habt also eure Entscheidung bereits getroffen. ER auch! Und einen Krieg gegen die Germanen gab es schon, und ihr habt ihn überstanden, mit der Entscheidung hier zu bleiben und Rom zu dienen. Du machst es, ER macht es!
Wo also soll das Problem liegen. Und sollte es zu einem Krieg kommen, dann kämpfe ich, um meiner Einheit willen und um mein Leben, natürlich auch für Rom. Aber ich kämpfe nicht gegen Germanen oder Iberer, wie ich es schon musste, sondern gegen den Feind, der das bedroht, woran ich glaube. Und dann bedroht dieser Feind auch das, woran du glaubst, denn wenn es nicht so wäre, hättest du dich für ein Leben in Germania Magna entschieden, ist es nicht so?"
Nachdem Besuch in der Casa Duccia wollte ich eigentlich bei Meridius vorbeischauen, aber dies hier schien mir momentan wichtiger...
So kam ich zum Officium und klopfte....
"Sei nicht traurig" sagte ich hob ihr Kinn an und küsste sie....
"Ich verstehe nicht, wie er überhaupt auf die Idee kommt..... warum solltest du dich entscheiden? Aus welchem Grund, zu welchem Anlass?
Kanns du mir sagen, was er damit meint?
Gut, ich bin Soldat, nunja, ein Beruf, wie jeder andere, aber der hat ja absolut Nichts mit meinem Privatleben zu tun.
Ich meine Ja, es kann sein, dass wir in den Krieg ziehen müssen, aber dabei musst DU nicht entscheiden.
Es kann sein, dass wir verlegt werden, in eine andere Stadt eine andere Provinz für längere Zeit. Dann fällt eine Entscheidung an, aber eine Entscheidung, die nichts mit deiner oder meiner Herkunft zu tun hat, sondern eine Entscheidung die jedes Paar treffen muss, wenn einer der Beiden aus beruflichen Gründen umzieht.
Ich sehe nicht, welche Bedenken er hat!"
Ich sah sie an, lächelte...
"Ich wollte nur sicher gehen, dass du genauso denkst wie ich, mein Schatz!"
Dann wurde mein Blick ernster, aber noch immer ermutigend...
"Du hast ja sicher mit deinem Cousin gesprochen und kennst seine Haltung..... er hat zwar gesagt, dass er uns seinen Segen gibt, aber sehr erfreut scheint er nicht zu sein! Ich glaube er sieht da mehr Probleme, als es wirklich gibt!"
"Annaeus Scipio? Sehr schön.... " sprach ich und konnte mich erinnern, dass der Mann bei der ALA war und auch, dass ich es ziemlich bedauerte als er nach Rom ging..... er war also wieder hier und der Ermittler in diesem Fall....sehr gut....
"So scheint es....allerdings habe ich das dumme Gefühl, dass uns die Götter noch vor viele Proben stellen werden" und dachte dabei nicht zuletzt an Venusias Cousin....
"Werden wir diese Proben bestehen?"
Für mich stand dies ausser Frage, aber ich wollte erfahren, wie Venusia dazu stand, zu ihrer Herkunft, zu meiner und zu der Meinung ihres Cousins....
Bei den Worten konnte ich nur den Kopf schütteln.... dann fragte ich...
"Welcher Centurio? Wo werden sie gefangen gehalten?"
Dann entfernte sie das Halstuch, welches ich erst als modische Erscheinung einstufte.... ich besah mir den Schnitt... kurz fuhr ich sanft mit den Fingern über die Wunde, dann hielt ich sie wieder fest....
"Denn Göttern sei Dank, ist dir nicht mehr passiert!"
Nicht auszudenken, was ich gemacht hätte, wenn mir die Götter schon wieder eine solche Prüfung auferlegt hätten....
Dann sah ich sie an, ihr Blick....ich sah sie fragend an...
Ich lauschte ihren Worten und versuchte ihr weiter das Gefühl der Geborgenheit zu geben....
"Wie bist du wieder frei gekommen? Dir ist doch sonst nichts passiert? Hat man die Täter gefasst?"
Fragen über Fragen.....
Im ersten Moment sprang ich auf "WAS?"
Doch dann zügelte ich mich und nahm sie in den Arm, strich ihr durchs Haar..... leise sprach ich weiter....
"Wer? Was? Warum?"
"Eine Menge zu erleben? Ich nehme an, die Arbeit in der Curia gehört nicht zu den Dingen, die man dazu zählt..... was möchtest du mir erzählen?" fragte ich nach, da ich der Meinung war, dass das nicht alles war....
Dem Tuch um den Hals schenkte ich nicht allzuviel Beachtung, hatten doch Frauen in Sachen Mode generell einen eigenen Stil....
Ich nahm ihre Hand und wollte sie streicheln, als mir die Wunden auffielen..... solche Wunden kamen nicht von einem Unfall..... im ersten Moment dachte ich an ihren Cousin.... hatte er sich bei dem Gespräch mit IHR weniger unter Kontrolle?
Trotzdem versuchte ich ruhig zu bleiben, doch meine Stimme verriet sicher meine Besorgnis....
"Was ist das denn?"
Ich nickte "Ja, problemlos..... ausserdem bin ich es ja gewohnt!" lächelte ich....
"Und wie ist es dir ergangen in den letzten Tagen?"
Ich lächelte...
"Nichts UND....es ist alles geklärt!"
.. und nickte ihr zu.
Es war nicht nötig, dass sie wusste, was genau er gesagt hatte und welche Meinung er mir damit vermittelt hatte.
Wichtig war nur, dass er uns letztendlich seinen Segen gegeben hatte.
Ausserdem wollte ich ihren Cousin keineswegs in ein schlechtes Licht rücken, hatter sicher seine Gründe für sein Verhalten....
"Das freut mich" sagte ich. während ich mich nach einem Plätzchen zum Setzen umsah....
"Nein, Danke, mach dir keine Umstände....."
Dann hatte ich ein nettes PLätzchen gefunden, ging mit ihr darauf zu und setzte mich, sah sie an....
"Ich war gerade bei deinem Cousin!"
Ich erwiederte den Kuss mit gleicher Freude und der Ärger über das Gespräch mit ihrem Cousin war wie weggeflogen....
"Natürlich.... ich habe doch gesagt, dass ich komme....Wie geht es dir, meine Liebe?"
Ich bemerkte ihren Schrecken und war ein wenig verwundert, doch bevor ich meine Hände von ihren Augen lösen konnte, fragte sie schon....
Betont ruhig sagte ich "Na, was meinst du?"
Von Germanicus kommend, fand ich auch schnell den Garten und betrat ihn....
Suchend sah ich mich um und erblickte Venusia auch bald, welche ein wenig gedankenverloren schien....
Langsam und leise näherte ich mich von Hinten und hielt ihr dann die Augen zu, ohne etwas zu sagen....
"Danke" sagte ich und verabschiedete mich mit einem "Vale!"
Noch immer sass ich da....
ZitatWenn Du das als Drohung auffasst, Decimus, dann fasse es als Drohung auf. Ich sehe es als Warnung, denn Venusia ist ein Mensch, der mir lieb und teuer ist und dessen Wohl mir sehr am Herzen liegt.
"Ob Drohung oder Warnung, es läuft wohl aufs Selbe hinaus!"
ZitatEs mag sein, dass es nach Euren Gesetzen nicht nötig gewesen wäre, aber das spricht nicht unbedingt für die Erziehung.
"Nun, wie du siehst bin ich hier, also zweifle nicht am Werke meines Vaters!"
ZitatUnd abgesehen von Allem, musst Du wohl noch viel über die Germanen lernen!
"Oder DU über die Römer!"
Dann sah ich ihm nach, wie er zukm Fenster ging
ZitatIch denke, damit ist alles gesagt
"Von meiner Seite schon!" sagte ich und stand auf "Danke für deine Zeit!"
Und um alle Wogen zu glätten fügte ich dann doch noch hinzu
"Ich kann deine Sorge gut verstehen und sei dir Gewiss, dass ich nur die besten Absichten hege!
Ich würde Venusia gerne besuchen.....!"
Trotz dieser aggresiven Art blieb ich noch immer ruhig, obwohl ich mir so eine Haltung nicht erwartet hätte....
"Mein lieber Duccia! Zum Ersten ist es nicht notwendig mir zu Drohen! Zum Zweiten bitte ich dich, ein wenig Abstand zu halten, denn ich liebe deine Cousine nicht Dich!"
Ich sah in ernst, aber nicht provozierend an....
"Was deine 'Bedingungen' betrifft, möchte ich Eines klarstellen: Aus meiner Sicht, so wie ich erzogen wurde, wäre es nicht notwendig gewesen, DICH um DEINE Zustimmung zu bitten.
Ich tat dies aus Höflichkeit, Höflichkeit Dir gegenüber und Höflichkeit euren Bräuchen gegenüber und vor ALLEM, Venusia zu liebe!
Diese Tatsache allein schon zeigt wohl, dass ich jetzt schon respektiere WER und WAS Venusia ist!
Ich bin kein kleiner Junge mehr, dem du sagen musst, was er zu tun oder zu unterlassen hat.
Abgesehen davon würde ich eine Frau niemals zu etwas zwingen, was sie nicht möchte. Es mag sein, dass deine Vorstellung eines Römers dem wiederspricht, aber so wie du, bin ich römischer Bürger, habe aber auch eine Heimat, die nicht immer römisches Gebiet war! Werfe mich also nicht mit ALLEN in einen Topf!"