Beiträge von Tiberia Claudia

    "Verzeih mir, aber zur Zeit habe ich zu viel zu tun, um über so etwas überhaupt nachzudenken."


    Ausserdem bist du nur eine Plebejerin. dachte sie.


    Sie lächelte und wandte sich dann an Helena.


    "Wie geht es dir? Du solltest nicht soviel rumlaufen. Du musst dich doch schonen."

    Claudia ging auf die, ihr unbekannte, junge Frau und den neben ihr stehenden, ebenfalls unbekannten, Mann zu. Sie lächelte sie an.


    "Mein Name ist Tiberia Claudia, darf ich fragen, was euch hierher führt und warum es hier so laut ist?"

    Claudia hörte Stimmen aus dem Atrium und beschloss dort nachzusehen. Sie machte sich ein wenig Sorgen um Helena, da sie das Gefühl hatte, dass diese sich etwas zu sehr beanspruchte und sich sicher war, dass das für das Baby nicht unbedingt gut war.


    Relativ leise näherte sie sich dem kleinen Menschenauflauf.

    Eingewickelt in einen dicken Mantel trat Claudia hinaus in den Garten. Sie war auf der Suche nach einem Bisschen Ruhe. Das Gespräch mit Helena hatte sie sehr aufgewühlt und sie wusste nicht, ob sie die richtige Enscheidung getroffen hatte als sie hier her kam.
    Sie stapfte durch den Schnee und wunderte sich noch immer, dass die Provinz, von der man ihr sagte, dass es dort immer warm war, so zugeschneit war.

    "Ich danke dir Helena."


    Claudia entspannte sich etwas, wusste sie ja nun, dass sie hier tatsächlich willkommen war.


    "Mach dir um mich keine Sorgen. Ich habe schon schlimmeres erlebt als diese Erinnerungen."


    Claudia versuchte Helena zu beruhigen, konnte sich jedoch selbst kaum überzeugen.

    Claudia konnte das Unverständnis in Helenas Stimme hören.


    "Ich lebte mit der Familie meines Mannes, ein Grieche, zusammen. Als er im Kampf für das Imperium fiel, verliess mich seine Familie, da sie mir aus irgendeinem Grund die Schuld gaben. Ich habe dann versucht mich eine Zeit lang alleine durchzuschlagen, da mir ja wenigstens das Haus geblieben war. Aber leider kam es dann zu diesem Brand, als ein Blitz in das Dach einschlug. Ich hatte Glück, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht im Haus war. Nur die einzige Sklavin, die mir noch geblieben war, befand sich im Haus. Sie überlebte leider nicht. So hatte ich dann meine Familie verloren."

    Mit Freude beobachtete Claudia, wie Helena endlich anfing das Brot zu essen.


    "Nun ja. Wenn es dir wirklich nichts ausmacht. Du hast dich doch sicherlich schon gefragt, warum ich eigentlich hier bin oder nicht? Nun ja, das ist sehr einfach. Alles was ich in Syracusae hatte, die Familie, das Haus, einfach alles, bis auf den Inhalt des Gepäcks, das ich bei mir trug als ich hier ankam, wurde bei einem Feuer vernichtet. Wobei ich nicht sagen sollte, dass das Feuer die Familie ausgelöscht hat, sondern dass sie bereits vorher weg war. Sie waren gegangen, haben mich einfach allein gelassen."

    "Ja, Claudia ist richtig. Und ja, ich komme aus Syracusae. Es ist dort wunderschön, schöner noch als in Rom. Auch wenn die Stadt natürlich nicht so monströs ist. Aber das macht meiner Meinung nach ihren Charme aus. Ich war dort immer sehr glücklich, aber dann..."


    Claudia wollte weiterreden, hatte aber das Gefühl, dass es Helenas Verfassung nicht unbedingt zuträglich wäre und wechselte deshalb das Thema.


    "Aber genug davon. Jetzt bin ich ja hier. Und ich hoffe hier ein neues Heim zu finden, wenn ihr mir das erlaubt."

    Claudia bewegte sich etwas zögerlich zu Helena. Sie war sich nicht sicher, ob sie die richtige dafür war, schliesslich kannten sich die beiden ja nicht.
    Sie setzte sich auf einen Hocker, den sie neben das Bett gestellt hatte.


    "Aber gerne leiste ich dir Gesellschaft."


    Etwas zögerlich nahm sie Helenas Hand und legte ihre darauf.

    Sim-Off:

    nagut, dann sehe ich mich selbst als eingelassen und öffne dann mal unserem verärgerten Gast die Tür.


    Claudia trat an die Tür, schaute heraus und sah einen Mann, der recht verärgert zu sein schien.



    "Kann ich etwas für euch tun werter Herr?"

    Eine junge schwangere Frau öffnete die Tür und fragte nach Claudias Begehren.


    Claudia lächelte und während sie der Einladung ins Innere folgte sagte sie: "Mein Name ist Tiberia Claudia. Ich komme aus Syracusae und möchte die Gastfreundschaft meines Cousins Maximus in Anspruch nehmen."

    Claudia erreichte die prächtige Villa Tiberia, die sich majestätisch von den umliegenden Häusern abhob. Hier kann man es sicher gut aushalten. dachte sie.


    Sie stand vor der Tür. Zitternd, halb vor Kälte, halb vor Angst, schliesslich hatte sie diesen Teil der Familie schon lange nicht mehr gesehen. Sie wusste nicht wirklich was sie erwarten würde. Sie war allein vor der großen Tür, der Seemann hatte sie bereits verlassen und ihr Gepäck lag neben ihr. Sie überlegte, ob sie nicht besser wieder zurück nach Hause fahren sollte. Nach Hause? Wenn es das wenigstens noch geben würde.


    Sie nahm ihren Mut zusammen und klopfte.

    Das Handelsschiff erreichte den Hafen und Claudia stand, in einen warmen Mantel gehüllt an Deck und wunderte sich darüber, dass es so kalt war. Sie hatte immer gehört, das es in Hispanien warm sei und hatte sich sehr darauf gefreut als sie Syrcusae verlassen hatte. Als ihr jedoch einer der älteren Seemänner mit den Worten "Ihr solltet euch warm anziehen, da es in Hispanien zur Zeit einen sehr strengen Winter hat." einen Mantel gab war sie etwas verwirrt. Aber jetzt, da sie den Schnee sah, war sie dankbar dass dieser alte Mann so freundlich zu ihr war.


    Das Schiff legte an und Claudia verliess es. Sie wusste nicht genau, wo sie hin musste, aber sie war guter Hoffnung, dass sie ihren Weg schon finden würde.


    Sie ging eine Zeit lang ziellos durch die Strassen, immer gefolgt von einem der Seemänner, dem sie etwas Geld dafür gegeben hatte, dass er ihr Gepäck trug. Mit der Zeit wurde ihr das Suchen zu stressig und ihr verging auch die Lust, da sie regelmäßig von irgendwelchen unaufmerksamen Menschen angerembelt wurde. Sie sah eine Stadtwache und sprach sie an: "Wo finde ich die Villa Tiberia?" Der Wächter war etwas verdutzt über die plötzliche Störung seiner Ruhe, zeigte ihr jedoch freundlich den Weg.


    So machte sich Claudia auf den Weg zum Heim ihrer Familie.