Beiträge von Herius Claudius Menecrates

    Menecrates kam noch eine Idee, daher winkte er einem Sklaven und trug ihm auf, Tisander ebenfalls dazuzuholen. Bereits bei Marsyas verfolgte er den Plan, die Jungfahrer materiell und finanziell gut zu stellen, um bem Nachwuchs eine besondere Bindung an die Fcatio aufzubauen. Ein gutes Verhältnis, empfangene Fürsorge erzeugten womöglich eine große Loyalität über den Umweg Dankbarkeit. Das hoffte Menecrates zumindest, damit Abwerbungen von vorn herein wenig Aussicht auf Erfolg hatten. Zwar musste sich Menecrates aktuell keinerlei Sorgen machen, dass irgendjemand auf die Idee käme, seine Fahrer abzuwerben, da sie am unteren Rand der Erfolgsliste standen, aber ein gutes Klima unter den Fahrern und der Factioleitung sowie den Förderern, konnte gewiss nicht schaden.


    Er wartete, bis Tisander eintraf und überlegte solange, wie er verteilen sollte.

    Menecrates fing Faustus' Blick auf und nickte ebenfalls. Sie würden sich im Anschluss an das Rennen mit dem Bewerber unterhalten und bräuchten sich nicht einmal mehr abzusprechen. Eine Sache blieb noch zu klären, die mit Wagenrennen nichts zu tun hatte.

    "Faustus, ich möchte dich und Marsyas nach dem Rennen noch in einer Eigentumsangelegenheit sprechen. Wir treffen uns auf dem Factiogelände."


    Während die Fahrer der Aurata souverän in diese Endrunde gingen, konnte der aufmerksame Beobachter bei allen andern mehr oder minder deutliche Erschöpfungsanzeichen sehen. Die Goldenen lagen um Längen voraus und es schien sich auch an deren Platzierung nichts mehr zu ändern, wenn nicht etwas Unvorhergesehenes geschah.
    Interessant wurde es nur noch einmal im Mittelfeld. Hier bemühte sich der factiolose Tisander tatsächlich noch einmal um eine Platzverbesserung. Kurz vor der Ziellinie hatte sein Gespann die Nase vorn.


    Reihenfolge und Endstand nach der siebten Runde:
    1) Sotion AUR
    2) Tanco AUR
    3) Pythocles AUR
    4) Tisander Factiolos
    5) Braecus PRAE
    6) Syennesisn PRAE
    7) Athenodorus Factiolos
    8 ) Rianorix PRAE




    Während die Fahrer ihre Pferde austrudeln ließen, wandte sich Menecrates an Livianus.
    "Wie hältst du es eigentlich? Absolvierst du mit jeder Factio Trainingsrennen oder beachtest du Fanfreundschaften und Fanabneigungen? Ich war bei den Ludi überrascht, welche Ausmaße solche Animositäten annehmen können."


    Obwohl sich Menecrates mit Livianus unterhielt, rechnete er damit, dass Tisander noch einmal das Gespräch suchen würde. Langsam näherten sich die Wagen von Athenodorus und Tisander der Position, an der die beiden Senatoren standen, während die grünen Fahrer in Richtung des heimischen Stalles rollten.

    Nachdem sich Menecrates von Livianus im Anschluss an das Trainuingsrennen mit der Aurata kurzfristig verabschiedet hatte, kehrte er mit den Fahrern und Faustus zum Factiogelände zurück. Er wollte noch etwas mit Marsyas und Faustus besprechen und hier bot sich die beste Gelegenheit, beide zugleich zu treffen.

    "Hört mal her, ihr beiden. Ich möchte gern eine Eigentumsübertragung abwickeln, die allerdings an eine kleine Bedingung geknüpft ist. Zunächst müsste ich aber erst einmal erfahren, über wie viele freie Kapazität in Bezug auf Betriebe ihr verfügt."
    Menecrates ging davon aus, dass beide wussten, in Rom war pro Person nur die Führung von vier Betrieben erlaubt.


    editiert wegen Postingüberschneidung

    Menecrates grinste automatisch auch, und das, obwohl er nicht sofort verstand. Er brauchte ein paar Augenblick, doch dann entschied er sich, die Aussage als Vorlage zu nehmen.
    "Um ehrlich zu sein, nach diesen Ludi wär‘s für mich kein Problem gewesen, wenn nicht alle zugesagt hätten." Als Factiomitglied der Praesina und als Privatperson war er von einigen der Rennställe abgesättigt, als Consul musste er neutral bleiben. Dabei beherrschte ihn der Wunsch, die Praesina zu fördern, und etwas trieb ihn darüber hinaus, die Aurata vorn zu sehen. EIN Trainingslauf der Aurata wog auch nicht zwei verpasste Starts zu den Ludi auf.
    Er hätte Livianus gern mehr geboten, aber es lag nicht in seinem Vermögen.
    "Mehr als einen Lauf zu den Equirria schaffe ich nicht umzusetzen. Ich hatte kaum Zeit, mich überhaupt auf diese Ausrichtung vorzubereiten." Völlig ernst und gänzlich bei der Sache, merkte er zu spät, dass er mit der Bemerkung über seinen Sohn auf den Arm genommen wurde. Als Livianus zu lachen anfing, fiel Menecrates in das Gelächter ein.
    "Du hast Recht. Er ist klug, mein Sohn, und ich gönne euch beiden wirklich jeden Erfolg." Er sah von Livianus zu Galeo, dann beobachtete er, wie der Goldene Tanco erneut angriff und dieses Mal einen Fahrer aus dem eigenen Stall.
    "Alle Achtung, vom vorletzten Platz bis fast nach oben gearbeitet. Bei einem besseren Start hätte er das Rennen gewinnen können."
    Er riss sich bewusst vom spannenden Teil des Rennens los, um die Fahrer der Praesina genauer in Augenschein zu nehmen. Syennesis enttäuschte, obwohl der sich gerade etwas steigerte und auf Platz sechs vorschob. Dafür rutschte nicht etwa Lysander ab, sondern Athenodorus, der in dieser Runde durchgereicht wurde. Der Einbruch des jungen Factiolosen gestaltete sich derart dramatisch, dass Menecrates bereits mit einem Sturz rechnete. Auf Platz sieben endete sein Sinkflug.
    "Vor kurzem wollte ich ihn für die Praesina einkaufen, aber er hat abgelehnt", berichtete Mencrates wie nebenbei und gab durch eine Kopfbewegung zu verstehen, dass er Athenodorus meinte.


    Reihenfolge nach der sechsten Runde:
    1) Sotion AUR
    2) Tanco AUR
    3) Pythocles AUR
    4) Braecus PRAE
    5) Tisander Factiolos
    6) Syennesis PRAE
    7) Athenodorus Factiolos
    8 ) Rianorix PRAE

    Irgendwie musste Menecrates diese im Grunde nicht beabsichtigte Situation zum Guten wenden und er hatte bereits eine Idee.


    "Der junge Mann ist von den Göttern ein wenig fehlgeleitet worden und ich zugleich mit ihm." Da es aber nicht um Menecrates, sondern um Vinicius ging, griff der Consul den ersten Punkt auf. "Vinicius Massa", Menecrates wartete einen Atemzug, ob der Kaiser mit dem Gensnamen etwas verband, bevor er weitersprach, "ist leider einen Tag zu spät in meinem Haus erschienen, um sein Interesse an einer Kandidatur für den Cursus Honorum zu bekunden. Da ich ihm nicht helfen konnte, aber zumeist nicht aus meiner Haut kann, wollte ich ihm einen schnellen Termin bei dir verschaffen und habe ihn zum Palast begleitet. Dass der Termin so schnell und vor allem samt mir stattfinden würde, lag nicht in meiner Absicht, obwohl ich es hätte ahnen können."
    Da sie aber einmal alle ihr Tagesgeschäft unterbrochen hatten, galt es, etwas Nutzbringendes daraus zu machen.
    "Ich bin geneigt, bei solchen unverhofften Wendungen an eine Leitung der Götter zu glauben. Wie auch immer, Vinicius weiß, dass du zwar einen Kandidaten direkt nominieren kannst, aber die Chance darauf nicht groß ist. Wir wollten trotzdem fragen und nicht spekulieren, deswegen sind wir hier."


    Die Alternatividee sprach Menecrates noch nicht an. Er wartete ab.

    Die fünfte Runde dieses Finales wirkte wie die Ruhe vor dem Sturm. Es passierte rein gar nichts, abgesehen von unbedeutenden Rangeleien. Trotz allem tobte das Publikum. Es sang oder feuerte seine Helden mit Sprechchören an.


    Menecrates fragte sich, woran es lag, dass der Fahrer aus der Russata, Sieger seiner Factio im Vorlauf, in diesem Rennen bisher derart versagte. Es besaß deutlich besseres Potential als die beiden grünen Fahrer und doch lagen diese Burschen vor ihm. Natürlich freute das Menecrates, auch wenn er nicht annahm, dass dies bis zum Ende des Rennens so blieb.


    Weil so gar nichts Sehenswertes auf der Bahn geschah, richtete Menecrates den Blick nach oben. Er sah Wolkenfetzen und entfernt eine kleine Schar Vögel ziehen. Wäre er ausgebildeter Augur, könnte er den Vogelflug deuten. So aber folgte sein Blick der Schar und diese nahm seine Gedanken mit. Für Momente fühlte er sich frei und unbelastet, bis ein Aufschrei vieler Kehlen ihn aus der Betrachtung riss. Eingangs der sechsten Runde verstolperte eines der Pferde von Hamiris.


    Reihenfolge nach der fünften Runde:
    1) Prusias Kynegros VEN
    2) Hamiris VEN
    3) Amasis RUSS
    4) Braecus PRAE
    5) Rianorix PRAE
    6) Bagoas RUSS

    Es schien, als seien die Positionen weitgehend abgesteckt. Die Fahrer der Aurata machten deutlich, wo sie standen, nämlich im oberen Bereich der Erfolgsliste. Keiner zweifelte das im Vorfeld an. Menecrates wusste, dass es Jahre dauern würde, bis er mit den Grünen auch nur Anschluss an die Elite fand. Er nahm die Herausforderung an und gönnte Livianus von Herzen seinen Erfolg. Apropos Erfolg, die Equirria standen unmittelbar vor der Tür. Er blickte zu Livianus, weil auf der Bahn im Augenblick nichts passierte.


    "Die Planung für die Equirria sind inzwischen abgeschlossen. Das Feld besteht aus sechs Fahrern, jede Factio stellt einen."


    Anschließend richtete er den Blick wieder auf das Geschehen. Der Factiolose Tisander rutschte noch um einen weiteren Platz ab, während sich Syennesis aufraffte, um aus der letzten Position herauszukommen.


    Reihenfolge nach der fünften Runde:


    1) Sotion AUR
    2) Pythocles AUR
    3) Tanco AUR
    4) Athenodorus Factiolos
    5) Braecus PRAE
    6) Tisander Factiolos
    7) Syennesis PRAE
    8 ) Rianorix PRAE

    Menecrates bemerkte erst, als er angesprochen wurde, dass Livianus inzwischen bei ihnen stand.
    "Einiges. Einer deiner Fahrer hat hier eben spektakulär überholt" Er schmunzelte, dann fügte er an: "Grüß dich, Livianus." Ein Blick auf die Bahn besagte, dass Tanco auch weiterhin angriff. Menecrates wies mit der Hand in Richtung der Wagen. "Der Goldene auf Position vier." Der Fahrer wollte soeben dem Drittplatzierten Tisander den Platz streitig machen. Da sich auf den letzten Plätzen keine Veränderung anbahnte, konzentrierte sich Menecrates auf das Duell zwischen Tanco und Tisander. Der Factiolose hatte den Consul bei den Ludi angesprochen und um eine Aufnahme bei der Praesina gebeten. Heute sollte er unter Beweis stellen, ob er das Zeug zum Wagenlenker besaß. Er fuhr gut, aber gegen die Erfahrenheit des goldenen Fahrers konnte er nicht bestehen. An der Wendemarke wurde er von Tanco überholt, was ihn offensichtlich derart außer Tritt brachte, dass nicht nur einen, sondern gleich um Plätze zurückfiel.


    Die Reihenfolge nach der vierten Runde
    1) Sotion AUR
    2) Pythocles AUR
    3) Tanco AUR
    4) Athenodorus: Factioloser
    5) Tisander Factioloser
    6) Braecus PRAE
    7) Rianorix PRAE
    8 ) Syennesis PRAE

    "Sie sind, das müssen wir ehrlicher Weise eingestehen, die schwächsten in diesem Starterfeld", erwiderte Menecrates und zuckte bedauernd mit der Schulter. "Wenn keiner von ihnen Letzter wird, wäre das bereits ein Erfolg." Besonders viel Hoffnung besaß er diesbezüglich nicht. Trotzdem fieberte er innerlich mit. Leider endete Mitfiebern bei den Nichtfavoriten häufig genug in Enttäuschung, daher zügelte sich der Consul und blieb weitgehend kontrolliert.


    Das Feld indes befand sich bereits auf der Rückbahn, als er wieder hinschaute. Anhand der Farbgebung konnte er zumindest die Positionen einer Factio zuordnen. Bis die Fahrer in Sichtweite kamen, schien sich nichts geändert zu haben. Erst aus der Näher erkannte Meneceratres, dass die beiden Praesinafahrer die Positionen getauscht hatten. Ansonsten blieb alles unverändert.


    Zum Ende der vierten Runde gestaltete sich das Feld wie folgt:
    1) Prusias Kynegros VEN
    2) Hamiris VEN
    3) Amasis RUSS
    4) Braecus PRAE
    5) Rianorix PRAE
    6) Bagoas RUSS

    Mehrere Plakate fanden ihren Platz an Wänden, unter anderem hier.



    Bürger Roms!


    Zu den Equirria
    veranstaltet der


    Consul H. Claudius Menecrates


    am ANTE DIEM III KAL MAR DCCCLXVIII A.U.C. (27.2.2018/115 n.Chr.)


    ein Wagenrennen

    auf dem Marsfeld.



    Seid geladen und feuert eure Favoriten an!


    An den Start gehen:


    Sotion für die Factio Aurata
    Hamiris für die Factio Veneta
    Proteneas für die Factio Russata
    Menekles von Thiria für die Factio Purpurea
    Perikles für die Factio Albata
    Syennesis für die Factio Praesina



    Zu Ehren Mars!





    Mehrere Plakate fanden ihren Platz an Wänden, unter anderem hier.



    Bürger Roms!


    Zu den Equirria
    veranstaltet der


    Consul H. Claudius Menecrates


    am ANTE DIEM III KAL MAR DCCCLXVIII A.U.C. (27.2.2018/115 n.Chr.)


    ein Wagenrennen

    auf dem Marsfeld.



    Seid geladen und feuert eure Favoriten an!


    An den Start gehen:


    Sotion für die Factio Aurata
    Hamiris für die Factio Veneta
    Proteneas für die Factio Russata
    Menekles von Thiria für die Factio Purpurea
    Perikles für die Factio Albata
    Syennesis für die Factio Praesina



    Zu Ehren Mars!





    Das Rennen zeigte sich einem Finale würdig, denn bisher gab es überraschende Platzierungen für erfolgreiche Fahrer und beeindruckende Aufholmanöver sowie Einbrüche. Auch die dritte Runde stellte keine Ausnahme dar. Mit Ausnahme des ersten und letzten Platzes befand sich das Feld in stetiger Bewegung. Mal hatte das eine Gespann die Nase vorn und im nächsten Augenblick das andere. Während sich zwei stritten, überholte außen ein drittes und das vierte lag in Lauerposition.
    Den überraschendsten Sprung vollbrachte Hamiris aus der Veneta. Er verbesserte sich um drei Plätze, indem er zunächst Rianorix aus der Praesina überholte, Bagoas aus der Russata massiv attackierte und anschließend noch an Amasis vorbeizog. Durch die Attacke des blauen Fahrers rutschte der bis dahin auf dem dritten Platz liegende Russatafahrer Bagoas auf den letzten ab. Dadurch gab die Praesina gleichzeitig das Schlusslicht an diesen Roten weiter.


    Zum Ende der dritten Runde gestaltete sich das Feld wie folgt:
    1) Prusias Kynegros VEN
    2) Hamiris VEN
    3) Amasis RUSS
    4) Rianorix PRAE
    5) Braecus PRAE
    6) Bagoas RUSS


    "Was sagst du dazu, Faustus?" Spannung lag in Menecrates' Stimme. "Das Rennen ist noch lange nicht gelaufen, hier kommt noch Überraschendes, vermute ich."

    Sim-Off:

    Auf Menecs Agenda steht die lückenlose Auskleidung aller kultischen Termine. Ein Lauf, denke ich, reicht aber aus.


    Der Consul hörte eine gewisse Zwiespältigkeit der Gefühle bei seinem Quaestor heraus und versank in Gedanken. Lange musste er nicht nach einer passenden Lösung suchen, sie lag praktisch auf der Hand. Er breitete seine Hände aus, als wolle er bildlich das Angebot untermalen.


    "Was würde zum Ende unserer Amtszeit besser passen als ein Ereignis, das von uns beiden organisiert und präsentiert wird? Ich bekäme durch dich ein wenig Unterstützung und könnte gleichzeitig so viel übernehmen, um beruhigt zu sein, dir nicht zu viel zuzumuten. Für dich gäbe es wertvolle Erfahrung und Einblicke für den Fall, dass du einmal als Aedil kandidierst." Denn im Normalfall richten vornehmlich Aedile Spiele aus, fügte er in Gedanken an.


    Ein überdimensional großes Ereignis wollte der Consul aber nicht aus dem Märztermin machen, daher schlug er Folgendes vor: "Ich würde an jede Factio eine Einladung senden, die zunächst für einen Fahrer gilt. Sollten weniger als fünf Factiones melden, darf ein zweiter Fahrer pro Factio benannt werden und bei weniger als drei Rennstallbeteiligungen können es sogar vier Fahrer sein. Ich zweifle nicht, dass wenigstens zwei Factiones an den Start gehen. Wir müssten abwarten, welche das sind und ob beide über vier wettkampffähige Fahrer verfügen. Die Startzahl muss ausgeglichen sein."
    Er hielt inne und schaute gespannt, wie Flavius reagieren würde.

    Menecrates schaute zu seinem Quaestor, als die Bemerkung über das Gehalt fiel.
    "Wahrscheinlich hat er es sich in früheren Rennen eingefahren", mutmaßte er, denn als erfolgreich galt Amasis allemal. "Vielleicht ist er auch gut im Zwischen- und Endspurt. Ich kenne ihn kaum, du aber schon. Bist du Mitglied bei den Roten?"


    Währenddessen lief bereits Runde zwei und als hätte der rote Fahrer Flavius' Worte gehört, gab er seinen Pferden die Peitsche und trieb sie nach vorn. Vorbei an Braecus, Bagoas und Rianorix setzte er sich auf Platz zwei hinter dem führenden Prusias K. Während Bagoas seinen dritten Platz halten konnte, verursachte das Überholmanöver des Roten einen schweren Patzer bei Rianorix, in dessen Folge der grüne Fahrer von Platz zwei auf Platz vier abrutschte. Der zweite Fahrer der Praesina, wie sein Kollege noch jung an Jahren, verlor ebenfalls in dieser Runde an Boden und belegte am Ende den letzten Platz.


    Zum Ende der zweiten Runde gestaltete sich das Feld wie folgt:
    1) Prusias Kynegros VEN
    2) Amasis RUSS
    3) Bagoas RUSS
    4) Rianorix PRAE
    5) Hamiris VEN
    6) Braecus PRAE

    Dem großen Teilnehmerfeld geschuldet gab es in Runde zwei mehrere Rangeleien. Tisander, der Jüngste, legte sich mit Braecus an. Menecrates beobachtete das Geschehen und zeigte sich überrascht, zumal der Zweikampf zugunsten des Neulings ausging. Der schob sich an Position drei. Das führende Spitzenduo Sotion und Pythokles verteidigten ihre Position erfolgreich.
    Auf den hinteren Rängen passierte wenig, wenn man vom langsamen aber stetig erfolgenden Aufholprozess des talentierten Tanco absah. Er verwies den bislang vor ihm fahrenden Rianorix auf Platz sieben. Athenodorus, der zweite Factiolose, sicherte seinen fünften Platz.


    In Runde drei tat sich auf den vorderen Rängen nichts. Alle schienen ihre Position halten zu wollen. Noch immer führte Sotion vor Pythocles und Tisander. Spektakulär erwies sich in Runde drei das Aufholvorhaben des goldenen Tancos. Auf der Hinbahn verbesserte er sich um einen Platz und auf der Rückbahn um einen weiteren. Mit Rang vier ging er in die vierte Runde. Einen größeren Einbruch hatte Braecus zu verzeichnen. Während Athenodorus weiterhin den fünften Rang verteidigte, fiel der grüne Fahrer um zwei Positionen ab. Rianorix und Syennesis lagen weiterhin am Ende. Vor allem Syennesis schien nicht in Gang zu kommen.



    1) Sotion AUR
    2) Pythocles AUR
    3) Tisander factiolos
    4) Tanco AUR
    5) Athenodorus factiolos
    6) Braecus PRAE
    7) Rianorix PRAE
    8 ) Syennesis PRAE



    edit: Eine falsche Rundenbenennung korrigiert.

    Der Tag des Finales begann hektisch. Nicht nur auf den Rängen wurde es mit zunehmendem Besucherandrang lauter, sondern in den Vorbereitungsräumen der Fahrer flitzten Helfer durch die Gegend, liefen Fahrer nervös auf und ab, erklangen Anweisungen für Helfer und letzte Instruktionen für die Starter. Die Nervosität übertrug sich unmittelbar auf die Pferde, als diese angeschnallt und für den Start vorbereitet wurden. Das Einbringen in die Startboxen verlief nicht in jedem Fall reibungslos.


    Bereits am Vortag hatte sich unter den Fans herumgesprochen, dass zwei Factiones den Start verweigerten. Dies wirkte sich auf das heutige Starterfeld aus.
    Das Fehlen der Factio Aurata hingegen ließ heute manchen Zuschauer wehmütig dreinschauen, aber wenigstens baute sich bei ihnen kein Frust auf, da diese Fahrer ihre Fans nicht vorsätzlich enttäuschen wollten, sondern schlicht verhindert waren.


    Nach dem Einlass und Platznehmen der Zuschauer, traten die Herolde hervor.

    "Werte Rennfreunde! Willkommen zum Finale der diesjährigen Ludi Palatini!
    Angetreten sind:
    für die Factio Veneta: Hamiris und Prusias Kynegros,
    für die Factio Ruissata: Bagoas und Amasis,
    für die Factio Praesina: Rianorix und Braecus.
    Applaus den Fahrern!"


    Nach dem Abklingen des Jubels verlasen die Herolde auf Anweisung des Ausrichters eine Starterklärung.
    "Wegen dem Ausfall der Aurata, dem Rücktritt der Albata und dem Verzicht der Purpurea wurden von den blauen, den roten und den grünen Fahrern die jeweils Zweitplatzierten aus den Vorläufen nachnominiert. Es heißt, sie sind deswegen besonders motiviert. Unterstützen wir ihren Kampf um den Siegtitel mit Applaus und Jubel!"


    Der Ablaufplan beinhaltete keine Pause, also erhob sich der Consul und ließ nach kurzen Augenblicken das Tuch fallen. Diejenigen Pferde, die halbwegs im Zaum gehalten wurde, erwischten den besten Start. Es gab jedoch auch steigende Tiere und solche, die ungleich anzogen. Trotz mittelmäßigem Start erschien der Zweitplatzierte der Veneta Prusias Kynegros besonders motiviert. Er kämpfte nach kurzem mit Rianorix, der überraschend gut aus seiner Startbox kam. Der noch junge Fahrer der Grünen konnte dem Ansturm jedoch irgendwann nicht genügend Paroli bieten und musste den Blauen ziehen lassen.
    Als Dritte und Vierte reihten sich Bagoas und Braecus ein, während hinter ihnen ein erbitterter Zweikampf zwischen den im Stillen favorisierten Fahrern Amasis und Hamiris entbrandete.


    Zum Ende der ersten Runde gestaltete sich das Feld wie folgt:
    1) Prusias Kynegros VEN
    2) Rianorix PRAE
    3) Bagoas RUSS
    4) Braecus PRAE
    5) Amasis RUSS
    6) Hamiris VEN

    Nachdem sämtliche geladenen Fahrer eingetroffen, begrüßt und eingewiesen waren sowie startbereit auf ihren Wagen standen, zögerte Menecrates nicht lange. Er gab das Signal und damit den Start frei.


    Sotion und Pythocles aus der Aurata erwischten einen guten Start, während ihr Kollege Tanco einen eher schlechten Start erwischte. Das mochte an der Unerfahrenheit des jungen Goldenen liegen, denn talentiert war der gewiss.
    Zu den Glückspilzen bei der Auslosung der Startposition und beim Start selbst gehörte auch der factiolose Tisander, der jüngste Teilnehmer das Feldes. Er reihte sich, nachdem das Feld von der Breite auf eine Reihenfolge hintereinander gewechselt hatte, an der vierten Position ein.
    Vor ihm lagen Sotion an der Spitze, dahinter Pythokles und Braecus aus dem grünen Rennstall. Hinter Tisander reihten sich der zweite factiolose Athenodorus ein, dann fuhr Rianorix vor Tanco und am Ende lag Syennesis, was vor allem Menecrates verwunderte.
    Aber eine weite Strecke lag vor den Fahrern, sodass die Reihenfolge nicht in Stein gemeißelt war.

    Menecrates wollte nicht als erster das Wort ergreifen, weil er bereits annahm und auch richtig vermutet hatte, dass einzelne Senatoren auf seinen Sohn zielten, obwohl der wie jeder andere Neuling völlig neutral zu bewerten war - sollte man zumindest meinen, wäre anständig und sinnvoll außerdem. Auch ein Senat brauchte motivierten Nachwuchs.


    "Werte Senatoren, mir scheint die Situation günstig, um einmal darauf hinzuweisen, dass die Motivation abhängig von Klima ist. Ist das Klima gut, und ich spreche nicht vom Wetter, gedeiht die Motivation. In einem Gewässer, in das Gift einfließt, sterben nach und nach die Fische. Was haben Motivation und Fische gemeinsam? Sie brauchen reine Substanz zum atmen."


    Die Hoffnung, dass sich durch seine Worte ein besseres Klima einstellen könnte, glich einem kümmerlichen Pflänzchen. Gesagt wollte er es trotzdem haben.


    "Ich denke, ich muss es nicht ausdrücklich erwähnen, dass ich die Kandidatur meines Sohnes unterstütze, trotzdem scheint es mir gerade im Hinblick auf meine vorangestellte Ansage wichtig. Mein Sohn ist niemand, der sich in den Vordergrund drängt. Eher lässt er sich abdrängen. Er erledigt aber alle ihm übertragenen Aufgaben penibel korrekt und zuverlässig. Ich denke, jemandem, der im Stillen ausgezeichnete Arbeit macht und pünktlich abliefert, ohne sich für überdurchschnittlich wichtig zu halten, kann dieser Senat Verantwortung vertragen. Ich sage das nicht nur als Vater, sondern auch als Princeps dieses Gremiums."

    Es sagt jedenfalls viel über eine Factio (und die Person dahinter) aus, wenn es für sie, die im Schnitt auf dem zweiten Platz im Gesamtranking steht, ein Weltuntergang ist, wenn ein sechzehnjähriger Fahrer, der vorher noch niemals gestartet ist, zweimal hintereinander und außer Konkurrenz starten darf.


    So, Ende für mich.