Beiträge von Herius Claudius Menecrates

    "Salve, Antoninus", grüßte Menecrates zurück, nachdem er den Vordermann verabschiedet hatte. "Bisher kannte ich es nur vom Hörensagen, mittlerweile kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass jedes Amt, das eine Stufe über dem vorherigen liegt, vermehrt der Anstrengung bedarf. Niemand erwartet, dass es leichter wird, aber der zu gebende Einsatz vervielfacht sich und die Vorbereitungen nehmen zu. Ein Wahldebakel wäre allerdings auch das letzte, was mir vorschwebt."
    Die ihm eigene Ruhe strahlte Menecrates dennoch aus, auch wenn es in seinem Innern etwas angespannter zuging.


    "Du warst auf der Rostra, sehr schön. Ich habe dort die innere Sicherheit angesprochen und warte täglich, dass Ergebnisse aus den Untersuchungen an die Öffentlichkeit gegeben werden. Es ist wohl noch nicht soweit?"

    Menecrates bemerkte die knappe und förmliche Art seines Gastes und stellte sich darauf ein. Vermutlich zum ersten Mal kam ihm der Gedanke, dass er als einer von vielen Offizieren der Prima Macer gar nicht in Erinnerung geblieben war.
    Der Claudier wandte sich in Richtung Säulengang. Da der Gast keine Erfrischung wollte, nahm er selbst auch keine.


    "Wie du bereits weißt, geht es mir um die Ausrichtung eines Wagenrennens auf Wettkampfebene. Welche Empfehlungen würdest du geben, wenn ich von der Organisation bis hin zur Ausführung nicht mehr Zeit als den aktuellen Wahlkampf zur Verfügung habe?"

    "Mir scheint, du bist älter geworden. Noch immer jung, aber dennoch älter", fügte er an. Dass ein paar Pfunde fehlten, hätte vielleicht eine Frau gesehen, Menecrates besaß für so etwas keinen Blick. Er setzte sich ebenfalls und wählte eine Teigware. Während er kaute, fragte er sich, ob es einen Grund gab, dass Gracchus nicht seine Wissbegier stillen wollte, sondern das Thema wechselte. Das würde sich herausstellen. Zunächst antwortet Menecrates mit bedeutsamem Unterton: "Oh ja, das kann man wohl sagen."
    Er nickte zustimmend und ließ einige Eckpfeiler noch einmal Revue passieren. "Sicherlich hast du schon mit deinem Verwandten Scato gesprochen." Alle nennenswerten Ereignisse hingen irgendwie mit dessen Magistratszeit zusammen: Die Klage wegen der Spendensache, die gescheiterte Vertretung seiner Klienten vor Gericht, die gescheiterten Spiele, die Unruhen, einfach alles.


    "War es denn vergleichbar ereignisreich in Germanien?"

    Fast schon wie in alten Zeiten trat Menecrates mit spürbarem Schwung ins Atrium. Sein Blick erfasste seinen ehemaligen Legaten und er ging auf ihn zu.


    "Salve, Purgitius Macer. Ich freue mich über deinen Besuch!" Eine gewisse Zurückhaltung erfasste ihn, sodass er nicht den vertrauten Armdruck anwendete. Ein ehemaliger Soldat und Offizier verlor wohl Zeit seines Lebens nicht den Respekt vor seinem ehemaligen Kommandeur, und obwohl Menecrates selbst schon eine Legion befehligt hatte, konnte er sich dieser Wahrnehmung nicht entziehen.
    "Früher, in der Prima sind wir stets sofort und ohne Umschmückungen auf den Punkt gekommen. Ich weiß nicht, ob sich das bei dir geändert hat, nachdem du viele Ämter und Posten außerhalb des Militärs bekleidet hast. Bei mir verhält es sich noch immer so, dass ich am liebsten sofort zur Sache komme. Höfliche Floskeln liegen mir nicht ganz so. Ich weiß, das ist ein Manko und kann beim Gegenüber zu Verärgerung führen. Bei dir hoffe ich, du kennst mich noch, um es nicht als Unhöflichkeit zu werten."


    Kaum beendete Menecrates den Satz als auch schon zwei Sklavenmädchen mit Wein und Wasser sowie Bechern auf eine Entfernung von zwei Schritten herantraten.


    "Darf ich dir eine Erfrischung anbieten?", fragte Menecrates seinen Gast. "Und ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich führe Unterhaltungen gerne in der Bewegung. Wollen wir in Richtung Säulengang aufbrechen oder wäre dir eine Sitzpause lieber?" Immerhin wusste der Claudier nicht, welche Wegstrecken Macer heute schon hinter sich gebracht hatte.

    Menecrates ließ die Worte in sich nachklingen. Jemand für gute Leistungen zu belohnen, kam ihm bekannt vor. Er selbst hielt es so mit seinen Klienten und Angestellten. Ihm wiederum wurde erstmalig eine Belohnung oder Entschädigung zuteil, was daran lag, dass er nie Klient von irgendjemand war. Die Erfahrung nahm er heute mit und er freute sich, sie gemacht zu haben.


    "Dann werde ich jetzt mit voller Kraft in meinen Wahlkampf starten", erwiderte er lächelnd. "Ich möchte mich ja der Auszeichnung würdig erweisen." Sofern der Kaiser kein weiteres Thema mehr anschnitt, erwartete Menecrates das Ende der Audienz.

    Sim-Off:

    @ Silana: Jedes Ende birgt einen neuen Anfang. ;) Wir vertagen, okay?


    Zitat

    Original von Tiberius Helvetius Faustus


    Werbesprüche und auserwählte Plätze
    Helfer für Volksspeisen, Brot, Trauben, leichter Wein etc.
    Wagenrennen- Terminabsprache.


    Er hörte aufmerksam zu und nickte am Ende. "Das sind gute Fragen, Faustus. Mein Plan ist es, in einer ganz bestimmten Reihenfolge vorzugehen. Zuerst werde ich eine Rede halten. Ich plane, einen Großteil der Spenden an die Zuhörer auf der Rostra zu verteilen. Weitere Spendentermine und -plätze teile ich dir mit, wenn ich darüber entschieden habe. Manches muss sich erst entwickeln und häufig genug stürzt man vorzeitig Beschlossenes wieder um.
    Die Webesprüche stelle ich hinten an. Ich möchte zunächst auf die Resonanz der Rede warten. Ist die Resonanz ausreichend, werde ich möglicherweise auf Werbesprüche verzichten, denn wirklich erfreut bin ich nicht, wenn ich mich auf diese Weise anbiedern soll. Bleibt die erhoffte Resonanz aus, werde ich aber darauf zurückgreifen.


    Was die Wagenrennen betrifft, plane ich den Dominus Factionis der Factio Russata Purgitius Macer zu treffen. Ich möchte dich dabeihaben. Sicherlich erhältst du im Gespräch eine Vorstellung, wie du behilflich sein kannst."


    Langsam wurde Menecrates klar, was er sich für ein Programm gesetzt hatte. Zuvor waren alles Einzelpunkte, zusammengefügt eine extrem große Portion Arbeit.

    Die Kandidatur zum Amt des Consuls stellte eine gänzlich neue Herausforderung für Menecrates dar. Er musste seinen Wahlkampf anders aufziehen als bei den Kandidaturen zu den anderen Ämtern zuvor. Deswegen entschloss er sich zu einer öffentlichen Wahlkampfrede.
    Gekleidet in eine perfekt gelegte Toga erstieg er die Bühne. Er schaute in die Runde, bevor er die Arme hob und mit dieser Geste um Aufmerksamkeit bat. Die Stimmen der Anwesenden senkten sich zu Gemurmel, bis Stille einkehrte.


    "Bürger Roms!
    Wer mich noch nicht kennt: Ich bin Senator Claudius Menecrates.
    Wer es noch nicht gehört hat: Ich kandidiere zum Amt des Consuls.
    Wer es noch nicht weiß: Ich bin weniger ein Mann der Worte, sondern vielmehr ein Mann der Tat!"

    Er ließ die Einführung wirken, bevor er fortfuhr. Zufrieden registrierte er die positive Resonanz in den Blicken Einzelner und befürwortendes Nicken in den Reihen der Zuhörer. Die Menschenansammlung fiel anderen auf und lockte weitere Schau- und Hörlustige an.


    "Das alles dominierende Thema in meinem Wahlkampf ist die innere Sicherheit. Wir alle sind auf diese Sicherheit angewiesen, doch erfahren haben wir sie gerade in der letzten Zeit nur mangelhaft. Was können wir an diesem Zustand ändern? Was kann ich daran ändern? Die Antworten darauf werden wir im Verlauf meiner Rede finden.


    Zunächst möchte ich eure Aufmerksamkeit auf mögliche Ursachen für die Unruhen lenken. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, daher können wir nur spekulieren. Naheliegend sind in fast allen Fällen von Unruhen zwei Ursachen: Da sind zum einen Schichten in der Bevölkerung, die sich vernachlässigt fühlen, unzufrieden mit der Wohn- oder Nahrungssituation sind oder sich schlicht nicht wahrgenommen fühlen. Ich spreche nicht von Sklaven, auch wenn diese bei den Unruhen ins Auge gefallen sind. Ich denke, sie sind Mittel zum Zweck gewesen, es muss mindestens einen Kopf geben, der sie leitete, vielleicht verleitete. Damit bin ich bei dem zweiten Aspekt der Ursachen: Neben den unzufriedenen Schichten gibt es immer auch solche, die nach Macht und Einfluss streben.


    Den vernachlässigten Schichten können wir helfen, müssen wir helfen, um den Zustand einer weitreichenden Zufriedenheit im Staat zu erreichen. Für eine schnelle ERSTE Hilfe habe ich heute gesorgt: Im Anschluss an meine Rede verteile ich Brot und andere Speisen. Für eine LANGFRISTIGE Besserung der Lebenssituation werde ich mich einsetzen, wenn ich zum Consul gewählt worden bin. Das ist eines meiner Wahlkampfversprechen.


    Das zweite Versprechen beinhaltet die Verbesserung der allgemeinen Sicherheitslage. Dazu werde ich mich mit den Kommandeuren der Stadteinheiten zusammensetzen. Ich komme aus dem Militär, ich war Legat. Ich kenne die Hebel, die angesetzt werden müssen und weiß um die Schrauben, an denen gedreht werden kann.


    Die Gewährleistung der Sicherheit unserer Bürger sichert gleichzeitig auch das Fortbestehen unseres Staates!"


    Die Aufgaben eines Consuls umfassten erhebliche Bereiche, aber Menecrates würde hier und heute nicht alle durchgehen und Versprechen abgeben. Viele Aufgaben waren so selbstverständlich, dass er sie nicht auf der Rostra erwähnenswert fand. Er wollte sein Konzept mit ausgesucht prägnanten Themen vorstellen, um möglichst große Teile der Bevölkerung für sich einzunehmen. Dies würde, so hoffte er und so war es oft, Senatoren in ihrer Wahlentscheidung beeinflussen.

    "Zu keinem Zeitpunkt dürfen wir jedoch die Götter aus den Augen oder gar aus dem Sinn verlieren. Wir wissen nicht, was sie erzürnt hat, aber sie müssen erzürnt gewesen sein, wenn sie solche Unruhen zugelassen haben. Auch wissen wir nicht, ob sie noch immer zürnen und nur eine Pause eingelegt haben. Daher dieses weitere Wahlversprechen von mir: Ich übernehme alle Staatsopfer, die kein anderer Magistrat übernimmt und die auch kein Priester zelebriert. Das Ganze selbstverständlich auf meine Kosten. So wie ich auch die Kosten für WAAGENRENNEN übernehmen werde, denn die Zufriedenheit und Entspannung, der Spaß und die Zerstreuung aller Bürger sichern uns eine allgemeine Zufriedenheit, auf das nie wieder innerstaatliche Unruhen uns erschüttern sollen!"

    Welcher der Punkte bei dem einzelnen Zustimmung ausgelöst hat, wusste Menecrates nicht, aber er freute sich über die positive Resonanz.


    "Ich verspreche euch, werde ich demnächst Consul, mehr Sicherheit, die Schließung kultischer Lücken und Wagenrennen und Brot!"


    Er winkte den bereitstehenden Sklaven aus seinem Hause, die unter der Aufsicht seines Sekretärs begannen, die Wahlspenden zu verteilen.

    Ein wenig gehetzt zwar, weil sich die Termine aktuell überschlugen, aber dennoch erfreut über den Besuch, betrat Menecrates das Atrium. Er mochte den jungen Gracchus und das trotz seiner sprachlichen Nähe zum Vater. Es war der Charakter, den er als wohltuend empfand, und der ihn über die verkomplizierte Wortwahl hinwegsehen ließ.

    "Salve Flavius Gracchus",
    begrüßte er ihn beim Eintreten. "Lass einmal sehen, ob Germanien Spuren hinterlassen hat." Er betrachtete den jungen Mann übertrieben auffällig und mit einem Lachen, bevor er ernst wurde. "Ich bin ganz gespannt auf das, was du zu berichten weißt. Eine Erfrischung, ein paar Happen?" Sein Arm wies einladend zu den Speisen. Silana entdeckte er nicht, weil er davon ausging, sie waren allein.

    Bevor Menecrates all die Wege abschritt, die er für nötig hielt, musste er sie planen und die Aktivitäten koordinieren. Er steckte noch in dieser Phase des Wahlkampfes, zumal er sich so gut er konnte Kenntnisse aneignete und Informationen beschaffte, um überhaupt adäquat mit Purgitius Macer über einen Wettkampf im Wagenrennen sprechen zu können.


    Als er vom Eintreffen des Senators hörte, schnappte er sich einige Unterlagen, bat seinen Sekretär Faustus, einen weiteren Stapel zu greifen, und machte sich auf den Weg zum Atrium. Während er durch die Gänge schritt, wies er Sklaven an, einen kleinen, aber feinen Imbiss vorzubereiten und schnellstmöglich zu servieren. Dass selbstständig für Getränke gesorgt wurde, setzte er voraus.


    "Faustus, vergiss nicht, Notizen zu machen. Die Zeit zum Einprägen diverser Namen und Fakten wirst du vermutlich nicht haben, auch wenn du ein gut trainiertes Gedächtnis hast." Er schritt raumgreifend aus.

    Während Vespa über die Kämpferin berichtete, schaute ihn Menecrates unverwandt an. Nach und nach wandelte sich seine ursprüngliche Vorstellung von einer zugewanderten Händlerin oder Köchin in eine Amazone. Er kannte den Begriff Amazone und viele Geschichten, die von ihrem Mut und Kampfgeist berichteten. Allerdings blieben die Berührungspunkte auf Erzählungen beschränkt und er konnte nie beurteilen, was den Tatsachen entsprach und was zu den Ausschmückungen gehörte.

    "Ja, wahrscheinlich als Sklavin hierhergekommen, sich nie angepasst, Kontakte geknüpft und schließlich offen aufgelehnt. So gesehen ist es fast verwunderlich, dass wir für lange Zeit Ruhe im Staat hatten."

    Er wechselte ebenfalls zum Thema Sisenna. "Körperlich ist sie unversehrt, was ich sicherlich deinem Handeln zu verdanken habe. Ihre Wesenslage hingegen ist noch nicht stabil, sie muss Furchtbares erlebt haben. Danke der Nachfrage."

    Dass aktuell die Aufmerksamkeit des Kaisers und der Stadtkommandanten anderen Bereichen galt, lag auf der Hand. "Ich vermute, die Rücksprache mit deinem Praefectus hat noch nicht stattgefunden. Oder es hakelt in der Verwaltung, denn dass eine negative Auskunft Schuld sein könnte, schließe ich aus. Du sagst, es gibt Verdächtige aus höheren Kreisen?" Er konnte kaum glauben, was er hörte. "Ich dachte, es sei ein Sklavenaufstand gewesen", fügte er ratlos an und breitete dabei seine Hände aus, was sein Unverständnis ausdrückte.
    "Auf alle Fälle danke, dass du mich informierst. Ein unangenehmes Gefühl für jeden, der nicht in die Ermittlungen eingebunden ist. Es könnte ja der Nachbar zu den Verdächtigen gehören."Menecrates fasste sich ins Genick, was er nur dann tat, wenn er angestrengt nachdachte. "Naja", er ließ die Hand wieder sinken, "ich hoffe, es gibt bald Ergebnisse, die veröffentlicht werden können. Wann denkst du, wäre das soweit?"

    Menecrates wusste, dass Sabinus auf seinem Zimmer weilte. Zielstrebig suchte er dieses auf und klopfte an. Nachdem ihm Einlass gewährt wurde, kam er zügig zur Sache.

    "Sabinus, auf ein Wort. Es geht um die Einladung aus der Villa Aurelia. Du bist geladen, Silana und ich. Abgesehen davon, dass ich mich frage, warum Sassia ausgespart wurde, habe ich dir etwas zu sagen."


    Er wollte nicht Platz nehmen, weil er besser reden und denken konnte, wenn er auf den Füßen stand.

    Sein Sekretär betrat den Raum, was Menecrates freute. Sah er ihn, wusste er, er konnte Arbeit abgeben, was ihn unheimlich entlastete.
    "Das klingt gut, Faustus!" Er trat auf seinen Sekretär zu und grüßte ihn wie einen alten Vertrauten per Handdruck am Arm.
    "Du musst wissen, ich habe durch meine Unschlüssigkeit Zeit verloren, die es jetzt aufzuholen gilt. Das Consulat ist ja das höchste aller Ämter und es muss gut vorbereitet sein, um am Tag der Wahl kein Debakel zu erleben. Die Anstrengungen sind deutlich höhere als bei jedem darunter liegenden Amt. Deswegen möchte ich dich mit Aufgaben betrauen, weil ich alleine nicht alles schaffen kann. Ohne dich erschlagen zu wollen, nenne ich jetzt verschiedene Punkte. Sie müssen nicht alle sofort in Angriff genommen werden und du kannst dir auch Unterstützung holen."


    Ein prüfender Blick traf Faustus. Sollte er einmal Schwäche zeigen, würde Menecrates die Anforderungen herunterschrauben. Solange Faustus Freude empfand und sich voller Tatendrang fühlte, wollte der Claudier diesen Elan nutzen.


    "Ich brauche - und das zum ersten Mal - Werbesprüche an gut besuchten Plätzen. Noch nie habe ich auf dergleichen Mittel zurückgreifen müssen, empfand das sogar als unter meiner Würde, aber ein Consulat ist eine ganz andere Hausnummer.
    Als zweiten Punkt bräuchte ich Helfer, die Wahlspenden auf dem Markt oder dem Forum verteilen: Brot in erster Linie, aber auch Trauben, leichten Wein und ähnliches.
    Der dritte Einsatz wird im Rahmen eines von mir geplanten Wagenrennens liegen. Wobei ich erst abklären muss, ob in der Kürze der Zeit ein solcher Wettbewerb überhaupt auf die Beine zu stellen ist."


    Er lächelte. "Ich kann nicht ausschließen, dass weitere Punkte folgen, aber das sind die zunächst wichtigsten. Hast du dazu Fragen?"

    Die Audienz nahm eine überraschende Wende. Dachte Menecrates eben noch, der gefundene Konsens würde das Ende der Audienz bedeuten, so sah er sich nun einer nie dagewesenen Situation ausgesetzt. Wobei der Begriff 'ausgesetzt' völlig fehl am Platz war; zutreffend blieb die Einzigartigkeit der Situation. Noch nie zuvor wurde er mit einem Landgut bedacht, geschweige denn beschenkt. Und obwohl er über verhältnismäßig viel Land verfügte, wusste er die Größe dieses Geschenks sehr zu würdigen.


    "Ein KLEINES Geschenk?", wiederholte er lächelnd und man konnte ihm anmerken, wie beeindruckt er von der Großzügigkeit des Kaisers war. Zu erleben, dass etwas geschah, was man nie für möglich gehalten hätte, brauchte seine Zeit des verarbeitens.
    Menecrates blickte kurz zur Decke der Aula und sandte seinen Dank an die Götter. Sie sahen alles und belohnten ihn womöglich jetzt, indem sie dem Kaiser diese Eingebung schenkten. Der Claudier glaubte an die Leitung der Götter und somit auch an den Zusammenhang zwischen seiner eigenen freigiebigen Schenkung vor Tagen und diesem Geschenk des Kaisers. Alles Gute kehrte auf Umwegen zu einem selbst zurück und in gleicher Weise verhielt sich das mit dem Schlechten.
    Auf dem Gesicht des Kaisers zeichnete sich dieselbe Freude ab, die Menecrates selbst beim Verschenken erlebt hatte.


    "Mein Kaiser, ich danke dir!" Zur Bekräftigung legte er die Hand auf den Brustkorb, was signalisierte, dass die Worte von Herzen kamen. "Dieses Geschenk soll mir Ansporn sein, immer mit ganzer Kraft dem Reich zu dienen. Es motiviert mich sehr, es ehrt mich sehr. Sulmo, ja. Die Gegend besitzt einen guten Boden."

    In Menecrates' Kopf kreisten viele Gedanken. Manches notierte er, anders wog er zunächst ab. Seine aktuelle Kandidatur würde die anspruchsvollste von allen sein. Er musste vieles bedenken und noch mehr einfädeln und besonders viel umsetzen. An seinem Schreibpult hielt es ihn nicht, er tigerte immer wieder durch den Raum. So auch, als es klopfte.


    Er verhielt im Schritt und rief: "Herein!" Derzeit konnten viele vor seiner Tür stehen, ohne das er vorab erraten konnte, wer. Ein Sklave konnte einen Gast melden, seine Enkel und Enkelinnen suchten ihn regelmäßig auf, seinen Sekretär erwartete er, aber auch einer der Verwalter oder ein anderer Angestellte konnte um Einlass bitten.


    Er drehte sich zu Tür und wartete gespannt, wer eintreten würde.

    ... aus der Villa Claudia gab einen Brief an der Porta ab.



    Ad
    Spurius Purgitius Macer
    Casa Purgitia
    Roma




    Senator Purgitius,

    ich würde mich gerne mit dir in deiner Funktion als Dominus Factionis der Factio Russata über die Möglichkeit unterhalten, kurzfristig ein Wagenrennen auf Wettkampfebene zu organisieren, das ich finanziere.
    Erörtern möchte ich, in welchem Rahmen das möglich wäre, sowohl zeitlich als auch in Bezug auf die Anzahl der Teilnehmer. Die zeitliche Einschränkung resultiert aus dem begrenzten Zeitraum, der mir für den Wahlkampf zur Verfügung steht.
    Ich freue mich, dich als Gast in meiner Villa begrüßen zu dürfen, komme aber genauso gerne zu den Factioräumen oder einem anderen Ort, der dir geeignet erscheint. Terminlich bin ich aktuell flexibel, sodass ich dir gerne die Wahl überlasse, wann unser Gespräch stattfinden soll.




    [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/28136474nt.gif

    gez. H. Claudius Menecrates




    ANTE DIEM XVI KAL NOV DCCCLXVII A.U.C. (17.10.2017/114 n.Chr.)

    ... aus der Villa Claudia gab einen Brief an der Porta ab.



    Ad
    Manius Flavius Gracchus Minor
    Villa Flavia
    Roma




    Ich komme deinem Ansinnen gerne nach und bin schon jetzt gespannt auf die germanischen Neuigkeiten.
    Da ich zuletzt - und für meine Verhältnisse häufig - Gast der Villa Flavia war, würde ich es vorziehen, dich in meinem Hause zu begrüßen.


    Als Termin käme mir ANTE DIEM XV KAL NOV DCCCLXVII A.U.C. (18.10.2017/114 n.Chr.) gelegen. Die Stunde steht dir weitgehend frei, da mich an diesem Tag diverse Aufgaben ganztägig an die Villa binden..




    [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/28136474nt.gif

    gez. H. Claudius Menecrates




    ANTE DIEM XVII KAL NOV DCCCLXVII A.U.C. (16.10.2017/114 n.Chr.)

    Anderer Freude mitzuerleben, beglückte selbst. Menecrates genoss es, wie Sisenna ihn stürmisch umarmte und anschließend ihre Freude hinauskreischte. Nicht minder amüsierte er sich über Faustus' Gesichtsausdruck. Dergleichen sehen zu dürfen, war den Aufwand und die Kosten wert. Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, bevor er zu einer Erklärung ansetzte.

    "Es geht nicht nur darum, was du geleistet hast. Frag lieber, was ich zukünftig von dir will." Jetzt lachte Menecrates glucksend, aber er winkte schnell ab. "Nicht, dass du einen Schreck bekommst, aber dein Gesichtsausdruck eben hat mich zu diesem Spruch verleitet. Keine Sorge, es kommt nichts Schlimmes auf dich zu. Allerdings Arbeit, und das verhältnismäßig viel. Komm morgen in mein Arbeitszimmer, dann werden wir alles besprechen. Heute wollen wir nicht von Arbeit reden, sondern du sollst dich uneingeschränkt mit deinen Geschenken befassen können.


    Er nickte noch einmal aufmunternd, dann wandte er sich zum Gehen.

    Ich habe zwei Fragen:


    Zählt es für die SL, wenn ein Kandidat viele fleißige Helfer einbindet, um in seinem Sinne Wahlkampf zu machen? Oder muss er alles selbst tun, damit die Anstrengung gewertet wird?


    Was genau bedeutet: Möglichkeit 1 "Wenn dir ein oder mehrere namhafte Senatoren öffentlich Unterstützung zusagen" Heißt das, sie versprechen es und es zählt, egal ob sie es umsetzen oder nicht? Oder müssen sie, damit es zählt, öffentlich auftreten und ihre Unterstützung verkünden?