"Wir wollen zahlen."
während ich das sagte, drückte ich ihm etwas Geld in die Hand.
"Reicht das?"
"Wir wollen zahlen."
während ich das sagte, drückte ich ihm etwas Geld in die Hand.
"Reicht das?"
"Herein, es ist offen !!!!!!!!!!!!"
"Eine Reise ist die beste Gelegenheit jemanden kennen zu lernen. Ihr werdet euch sicher gut verstehen."
Die Datteln und der Kuchen waren verschwunden, was mehr Livillas als mein Verdienst war. Aus der Küche hörte man wieder ein rythmisches Schlafgeräusch.
"Wir sollten langsam aufbrechen. Diesmal wecke ich den Wirt"
Ich guckte Livilla etwas komisch an. Hatte ich ihr nicht das gleiche während des Hauptganges vorgeschlagen? Schwangere Frauen sollen zwar etwas komisch sein, allerdings auch vergesslich?
"Natürlich komme ich mit Ob Regulus zu diesen Zeitpunkt schon in Ostia ist, weiß ich aber nicht. Wenn er aber da sein sollte, werde ich ihn frage. Das ist für ihn die beste Gelegenheit Rom zu sehen und in Mantua die ganze Familie kennen zu lernen."
"Ein Wirt der ungeschickt ist und gleichzeitig von Geistern heimgesucht wird? Klingt interessant."
"Hat Plautus nicht schon eine Geisterkomödie geschrieben? Wie hieß sie sogleich...?
Mostellaria !!! :D"
Ich beobachtete Livilla, wie sie vorsichtig eine Dattel nahm und diese kostete. Anscheinend misstraute sie dem Wirt auf irgendeine Art und Weise.
"Ich glaube kaum, dass der Wirt seine eigenen Gäste vergiftet und schon gar eine Priesterin. Deine Minerva hätte bestimmt etwas dagegen ;)"
"Ich wäre damit ebenfalls einverstanden"
"Detritus, du hast meine volle Unterstützung . Ich bin mir sicher, dass du ein guter Comes von Italia wirst :)"
Ein Grinsen huschte kurz über mein Gesicht. Wir setzten uns und ich gab dem Sklaven ein Zeichen, dass er uns etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen bringen sollte. Er war eigentlich kein Servicesklave, der etwas von Bedienen verstand, allerdings für das Bringen von Wein und Oliven würde es hoffentlich ausreichen.
"Ein Imperium ist meine Olivenölpresse noch lange nicht, aber ich arbeite dran :D"
Der Sklave kam und brachte uns etwas Oliven und Wein, das er etwas ungeschickt auf den Tisch stellte. Darauf verschwand er gleich wieder in eine dunkle Ecke, wo er sicherlich sich seiner Lieblingsbeschäftigung widmete, die auch sein Herr sich gerne widmete – dem Schlafen
"Es gibt frohe Nachrichten. Wir werden bald einer mehr sein in der Familie. Livilla, meine Ehefrau, ist schwanger."
Ein stolzes Lächeln konnte ich mir dabei nicht verkneifen.
Wein und Oliven in der WiSim
"Ja, da hast du recht. Wir sollten öfter hier essen gehen, dann haben wir immer was zu lachen (und sparen uns den Besuch im Theater 8))"
In der Küche hörte man nur ein lautes Geräusch. Schon wieder ist etwas zu Bruch gegangen.
Livilla, die von einem Lachanfall in den nächsten verfiel, hatte alle Mühe sich zu beruhigen. Sie blieb in der hinteren Ecke, wo zuvor der Wirt geschlafen hatte, stehen und krallte sich am Tisch fest, um nicht umzukippen. Der Wirt schien dies aber nicht zu stören, vielleicht kannte er schon solche Situationen.
Ich brauchte eine Weile, um mit einer halbwegs festen Stimme zu sagen, dass wir gerne etwas süßes zum Nachtisch hätten.
Völlig überrascht, dass Livilla tatsächlich aufstand und zu dem Wirt ging, um ihn zu wecken, schaute ich von Weiten zu und beobachtete das Schauspiel. Der Wirt sprang auf und verschüttete den Wein, als sie ihn weckte. Dann drehte er sich um die eigene Achse und versuchte den Wein vom Boden zu wischen, eher in Trauer um den vergossenen Saft, als um seine verlorene Würde. Livilla konnte sich vor Lachen kaum einkriegen und auch ich konnte mich nur schwer zurückhalten. Wahrscheinlich werden wir uns noch den Rest unseres Lebens an diesen Tag erinnern =).
Ich wusste nicht so richtig, ob sie den Wirt oder mein Gesicht so komisch fand. Sie war da einfach zu schwer einzuschätzen.
"Du kannst ihn aber auch wecken"
sagte ich frech
Ich drehte mich langsam um und sah hinter mir den schlafenden Wirt, wie er mit den Füßen auf den Tisch eine verlängerte Pause machte. Ein lautes Schnarchen ging von ihm aus, verstummte kurz, bis es wieder einsetzte. In seiner schlaffen Hand hielt er einen Becher, der noch zum Teil mit Wein gefüllt war. Daneben stand auf dem Boden die dazugehörige Amphore.
"Anscheinend ist er selbst sein bester Kunde."
sagte ich zu Livilla leise, als ich mich wieder umgedreht hatte.
Ich habe überall nachgeguckt, wo ich einen Wirt vermutete. In der Küche, in den Lagerräumen, hinter der Theke. Aber ich habe ihn niergends gefunden. Entnervt gab ich meine Suche auf und setzte mich wieder zu Livilla.
"Was...? Was lachst du so?"
fragte ich sie und musste selbst dabei etwas Lachen. Hinter mir schlief immer noch der Wirt.
Der Wirt ließ sich einfach nicht blicken. Also stand ich auf, um ihn zu holen.
"Das Essen schmeckt hier ausgezeichnet, aber der Service lässt echt zu wünschen übrig. Ich guck mal, ob ich ihn finde :)"
"Nicht das ich wüsste. Aurelius Maxentius hat sich eigentlich sehr für den Aufbau Misenums eingesetzt. Ich glaube kaum, dass dies die Götter erzürnt hätte. Möglich wäre natürlich noch ein andere Art von Fehlverhalten, was die Götter zum Erzürnen brächte, aber dies kann und will ich nicht glauben."
Mir gefiel das Thema nicht so richtig. Zum Leben gehört zwar auch das Sterben, was auch meine Meinung war, allerdings standen wir gerade so kurz davor ein neues Leben in der Familie begrüßen zu können, dass es mir doch unpassend erschien.
"Hast du noch Lust auf einen Nachtisch?
Irgendwie eine dumme Frage, da mich Livilla immer noch hungrig anguckte, aber um vom Thema abzulenken ideal.
Das Gespräch wurde ernster
"Ja, eine schlimme Sache ist das. Zuerst starb Decimus Aurelius Maxentius, ein fleißiger Magistratus der Stadt Misenum. Er war gleichzeitig auch Princeps Curiae. Nach seinem Tod haben wir als seinen Nachfolger Marcus Sergius Stephanus gewählt. Stephanus wurde außerdem Comes von Italia. Er starb vor wenigen Tagen.
Ob es eine Krankheit war, weiß ich nicht, da mir die näheren Umstände ihres Todes nicht bekannt sind"
"Dit können wir uns nicht leisten. Nachher bleibt es nicht beim Kanten sondern sie wollen noch ein ganzes Laib Brot haben oder noch schlimmer, sie verlangen eine Schiffsfahrt von Ostia nach Taracco. Später dann gründen sie Gewerkschaften und wollen Tarifverträge aushandeln. Nein, nein, wir setzen auf Tradition :D"
"Er hat ganz schön viel in der Curia zu tun. Wie du sicherlich mitbekommen hast, ist dort zurzeit ein Massensterben. Wir haben schon zwei aus unseren Reihen verloren."