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Tiberius Helvetius Varus

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Text Gräberfeld auf der Isola Sacra Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
19.07.2014 09:13

Auf einem Gräberfeld der Isola Sacra bei Ostia befand sich das Grab von Titus Helvetius Ocella. Dem ehemaligen Duumvir und Aedil von Ostia wurde von seinem Cousin Marcus Helvetius Commodus ein mittelgroßes Grabmal errichtet, das sich in der Nähe der Gräber einiger bekannter Lokalpolitiker und gewesener Duumvirn befindet. Ocella war nach seiner Amtszeit als ostiensischer Duumvir auf dem Weg nach gestorben Roma. Vor dem Stadttor war sein Pferd durchgegangen, Ocella war gestürzt und hatte sich das Genick gebrochen. Die Trauerfeier in der Casa hatte im großen Rahmen stattgefunden, während die Grablege auf den Wunsch von Ocellas Mutter Pinnia Postumia aber in kleinem Rahmen stattgefunden hatte. Das Grab wurde regelmäßig gepflegt und jede Woche befand sich ein Strauß Blumen auf dem Grab, den Postumia in Erinnerung an ihren einzigen Sohn dort hinterließ.

   
DIS MANIBVS

T. HELV. M. F. FAB. OCELLA

AEDILIS, DECVRIO, DVVMVIR OSTIENSIS

ANN. XXIV H.S.E.

M. HELV. COMMODVS
F. DE SVIS

19.07.2014 09:13 Tiberius Helvetius Varus ist offline E-Mail an Tiberius Helvetius Varus senden Beiträge von Tiberius Helvetius Varus suchen Nehmen Sie Tiberius Helvetius Varus in Ihre Freundesliste auf
Marcus Iulius Dives

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Hallo, alter Freund! Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
30.07.2014 02:59

"Hallo, alter Freund. Du erinnerst dich noch an mich?", waren die ersten wenig enthusiastischen Worte, die der direkt von der Bauruine des Serapeium kommende Iulier an den Grabstein des Helvetius Ocella gewandt sprach. Halbherzig und müde lächelte er dabei. "Lang ist es her, nicht wahr? Und eine ganze Menge ist seither passiert..." Er stockte. "Ich meine, du liegst jetzt hier, was?" Und wenn man allein das nicht schon als eine ganze Menge bezeichnen könnte, was sonst? Eine kurze Pause entstand, bevor Dives den Faden wieder aufnahm. "Naja, dafür habe ich auch extra etwas Zeit mitgebracht... Ich hoffe, du hast nichts dagegen, wenn ich mich ein bisschen zu dir setze?" Kurz stand der Iulier einfach nur da - nichts tat sich -, bevor er einen größeren Stein einige Passus an Ocellas Grab holte und sich sodann darauf setzte. "Sieh hier. Ich habe uns sogar einen guten Wein mitgebracht... den gleichen sogar, den wir damals in der Casa Helvetia an den Iunikalenden getrunken haben, wenn man den Worten des Händlers Glauben schenken darf. Du erinnerst dich noch an diesen Tag? Damals lernte ich deine Cousine Fausta von den Sergiern kennen... Damals nahm das ganze Unglück seinen Anfang... Auf dich, Ocella! Auf dich, unsere gemeinsame Zeit als ostiensische Magistrate und unsere Freundschaft! Zum Wohl!", goss Dives etwas Wein aus seinem Trinkschlauch in eine flache Patera, um jene hernach über dem Grab opfernd für den Toten darzubringen. Anschließend nahm er selbst einen Schluck aus seinem Schlauch. Ob er dabei tatsächlich den gleichen Wein wie damals trank, entging seinem wenig geschulten Gaumen. Billig allerdings schmeckte das Zeug nicht... und es erfüllte seinen Zweck: Der Iulier musste sich schließlich durchaus etwas Mut antrinken für dieses 'Gespräch'.

"Verdammt, Ocella, ich weiß nicht einmal, wo ich anfangen soll dir das alles zu erzählen, was ich dir heute erzählten wollte... und will." Er schluckte. "Es... es ist kompliziert, weißt du. Tze!" Kurz musste er bitter auflachen. "Aber ist es nicht immer kompliziert, wirst du mich wahrscheinlich fragen. Da würde ich dir vermutlich recht geben. Und dann würdest du mich wieder fragen, warum ich es denn so kompliziert mache, stimmts?" Dives nickte. "Schon damals, nach dem Angriff, ich war wochenlang ans Bett gefesselt und du hattest mich in der Villa Iuliana besucht, da hattest du eine ganz genaue und ganz klare Vorstellung davon, was man in der Situation deiner Meinung nach hätte tun sollen. Ich meine mich zu erinnern, dass du ein ganz und gar klares Bild vor Augen hattest, was die nächsten Schritte hätten sein müssen, die ich hätte gehen sollen... und nicht gegangen bin." Er schüttelte den Kopf. "Ich habe dir nie gesagt, dass das eine große Gabe ist, für die ich dich gerade in letzter Zeit wirklich bewundere... sich eben nicht in diese ganzen Lügen und Intrigen, die Machtspiele und Erpressungen, falschen Hoffnungen und falschen Versprechungen hinein ziehen zu lassen." Ein betrübtes Seufzen kam ihm über die Lippen. "Hoffentlich haben dir das wenigstens deine Eltern mal gesagt. - Nebenbei erwähnt sind die Lilien deiner Mutter" Dass sie von ihr kamen, stand auf dem weißen Stoff, der um den noch frischen Strauß gebunden war. "wirklich schön, sehr geschmackvoll." Er nahm die Hand vor den Mund und schüttelte energisch den Kopf, bevor er noch einen weiteren Schluck aus seinem Trinkschlauch nahm.
"Ich weiß, ich lenke ab.", gab er anschließend zu und sah sich kurz um. Eine ansonsten absolute Stille - eben eine Totenstille - beherrschte das Gräberfeld. Vermutlich wurden in den meisten Haushalten bereits die letzten Handgriffe für die Cena gemacht, die Dives heuer angekündigtermaßen für 'einen dringlichen Termin' würde ganz persönlich ausfallen lassen. Ein weiterer Schluck aus dem Trinkschlauch folgte. "Es tut mir übrigens Leid; also dein Unfall... und dass ich nicht auf deiner Trauerfeier war. Nicht dass ich eingeladen gewesen wäre - vermutlich war es deine Mutter unangenehm, öffentlich den Tod ihres eigenen Sohnes beklagen zu müssen -, aber ich hätte schon durchaus da sein wollen. Und es tut mir auch Leid..." Er stockte einen kurzen Augenblick. "Ja, irgendwie tut es mir auch Leid, dass ich jetzt hier bin, um dir Dinge zu erzählen, die ich mit sonst niemandem teilen kann. Ich meine, ich wäre ja auch ans Grab meiner Eltern gegangen. Aber ich weiß nicht, ob ich dir das jemals erzählt habe, doch liegt meine Mutter ja irgendwo in den Tiefen von Neptuns Reich, was es äußerst schwer macht, mit ihr zu reden. Und mein Vater, tja, der liegt zwar in der Nähe Romas als Urbanersoldat begraben, jedoch kannte ich ihn ja eigentlich kaum. Ganz ehrlich: Da KANN ich einfach nicht mit ihm reden... nicht so... nicht darüber. Er... er würde mich nicht als seinen Sohn erkennen und würde mich wahrscheinlich sogar noch aus dem Jenseits mit aller Macht verfluchen, weil ich durch das, was ich so schwer mit mir trage, auch seinen guten Namen als ehrenhafter Soldat der standhaften Cohortes Urbanae in den Dreck gezogen habe... und noch immer ziehe... und wohl ewig ziehen werde." Der Iulier legte seine Stirn in tiefe Falten. "Und wir reden hier nicht von der grauer Staub-Art von Dreck, sondern von richtig schwarzem Dreck, pechschwarz! Genauso klebrig jedenfalls ist der bestimmt. Lebenslang, wie gesagt." Darauf nahm Dives erst einmal wieder einen größeren Schluck aus seinem Trinkschlauch. Nicht zuletzt musste er seine Stimme schließlich in diesem monologen Dialog halten.

"Deswegen bin ich also hier, bei dir, mein Freund. Ich weiß nicht mehr weiter, weiß nicht, was ich tun soll und manches Mal sogar nicht einmal mehr, was ich gerade tue. Ich fühle mich verloren in einem Sumpf; verloren in dem Sumpf, den einst Tarquinius Priscus vor hunderten von Jahren trockenlegte; verloren, ja, in Roma." Dieser spontane Vergleich erstaunte den Iulier in der Tat durchaus selbst. "Und dabei liegt der Anfang allen Übels eigentlich hier in Ostia! Und nur ich allein bin Schuld an der Misere, aus welcher es keinen Ausweg zu geben scheint." Dives machte eine kurze Pause und atmete einmal tief durch. "Denn ICH habe entschieden, dass ich meinen Klienten Asinius und seine Schwester auf deine Feier an den Iunikalenden begleite. ICH habe entschieden, dass ich mich überhaupt erst mit dir anfreunde. ICH habe entschieden, dass du damals bei der Stadtverwaltung von Ostia überhaupt erst angestellt wirst. ICH habe entschieden, dass ich die Decimer allesamt nach Ostia einlade." Moment. "Naja, gut DAS hatte damals vielleicht dieser Decimus Flavus - ich weiß nicht, ob dir dieser Name etwas sagt - entschieden. Aber ICH habe IHN erst eingeladen und ihn damit erst auf diese Idee gebracht alle seine Verwandten mitzubringen. Und ICH hatte zuvor auch entschieden, dass ich diesen Paris mit seinem vescularierfeindlichen Prometheus für dieses Theater engagiere. Immer nur ICH, ICH, ICH! Ich habs verbockt! Völlig! Und ganz alleine." Beschämt wandte er seinen Blick zu Boden und gönnte sich zur Aufmunterung hernach einen weiteren Schluck vom Wein.
"Ich war schon immer schwach, auch wenn meine Worte die Menschen in meiner Umgebung schon immer versuchten vom Gegenteil zu überzeugen. Dabei weiß ich es spätestens seit... ja, seit dem Morgen nach den Aprilkalenden des Jahres meiner ostiensischen Quaestur. Ja, seit den Geschehnissen des Vorabends und der darauffolgenden Nacht und dem Morgen dann weiß ich es definitiv, dass ich schwach bin; dass ich die Erwartungen meines Vaters mitnichten werde gänzlich erfüllen können, ohne mich selbst dabei zu verraten; dass ich meine eigenen Erwartungen mitnichten erfüllen kann, ohne mich selbst und auch ihn dabei zu verraten; dass ich mein Leben in der Angst leben muss, dass jemand in Erfahrung bringt, was ich dir hier erzähle und es dann gegen mich einsetzt... was ja letztlich nun eh bereits geschehen ist." Wieder brauchte Dives einen kleinen Moment, um seine Gedanken zu sortieren. "Deine Cousine Fausta war es übrigens - die erste, der diese kleine Kunststück gelang. Und ich bin wahrlich nicht scharf darauf zu erfahren, wann ich mich das nächste Mal in dieser Situation wiederfinden werde." Nachdenklich kratzte sich der Iulier am Hinterkopf. "Hättest du mich wohl zu deinem Nutzen hintergangen, erpresst und verraten? Also, ich meine natürlich, wenn du jetzt noch leben würdest und ich dir das alles hier trotzdem erzähle." Die Ruhe dröhnte von überall her. Nur sanft hörte man ein leises Meeresrauschen in einiger Entfernung, wie man bei ganz genauer Konzentration sogar eine wortwörtlich nur überaus leise Vorstellung davon bekam, wieviel lauter es zeitgleich gerade sowohl bei den Schiffen in Portus als auch im kleinen Hafenviertel des Portus Tibris im Stadtkern von Ostia zuging.

"Ich habe dir noch immer nicht erzählt, worum es eigentlich geht, nicht wahr?" Wie ein Kater schlich er in der Tat um den heißen Puls, den selbst als Kern seines Problems identifizierten Punkt. Da half nur noch ein weiterer Zug aus dem Trinkschlauch! "Also... ähm... Wie soll ich das sagen? Es... also... Also dieser Abend, von dem ich gesprochen habe - der an den Kalenden des April im Jahr meiner ostiensischen Quaestur -, den hatte ich eben damals nicht alleine verbracht. Ich war also gewissermaßen in Begleitung, wenn man so will.", druckste er herum und schlich sich Stück für Stück näher an den Brei heran. "Andererseits kann man es auch nicht wirklich 'Begleitung' nennen, nachdem ich mich ja überhaupt nicht um diese Begleitung bemüht hatte. Aufgelauert hat sie mir, meine Begleitung! In meinem eigenen Cubiculum! Von meinen eigenen Sklaven eingefädelt!", begann er sich intuitiv bereits zu verteidigen. "Und ich meine, du weißt wie das so ist am Tag der launenhaften Venus: Man spielt sich gegenseitig einen Streich und sagt am Ende dann 'April, April' und gut ists. Und bedenke, dass das schon ein paar Jährchen her ist. Damals war mein Verhältnis zu Sklaven noch ein etwas anderes; freundschaftlicher; ich selbst war noch etwas kindlicher; etwas naiver - auch wenn ich mehrfach bewiesen habe, dass ich auch seitdem noch durchaus zu Naivität mehr als in der Lage bin." Wo war er gleich? Exakt: "Diese Begleitung also, die man mir unwissentlich und nur als Scherz gedacht in mein Bett gelegt hat...", wurde aus dem eigenen Cubiculum in der Erzählung nun also ganz beiläufig sogar das eigene Bett. Schweißtropfen bildeten sich auf Dives' Stirn. "Hier, du solltest auch noch etwas Wein haben!", lenkte er sodann noch ein letztes Mal ab und opferte noch etwas des Rebensaftes mittels Patera für den Freund, der wohl nur mit etwas Glück selbiger bleiben würde und ihn nur mit etwas Glück nicht künftig heimsuchte.
"Caius Caelius Caldus.", flüsterte Dives den Namen beinahe nur, obgleich sich wohl auch bei normaler Lautstärke niemand weit genug in der Nähe befunden hätte, um diese Worte zu hören. Sodann unterbrach erwartungsvolles und vielsagendes Schweigen auf beiden Seiten des Grabmals - haha - die Konversation. Endlich war es raus.



DECURIO - OSTIA
TUTOR - IULIA TORQUATA
VICARIUS PRINCIPIS FACTIONIS - FACTIO VENETA
30.07.2014 02:59 Marcus Iulius Dives ist offline E-Mail an Marcus Iulius Dives senden Homepage von Marcus Iulius Dives Beiträge von Marcus Iulius Dives suchen Nehmen Sie Marcus Iulius Dives in Ihre Freundesliste auf
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10.08.2014 21:36

Eine ganze Weile lang saß Dives einfach nur da, still und stumm mit gesenktem Blick und in der Erwartung, dass nun irgendetwas passierte. Doch es passierte nichts.
"Du sagst ja gar nichts dazu.", durchbrach der Iulier irgendwann die Ruhe, nachdem er es einfach nicht mehr ausgehalten hatte. "Warum sagst du nichts? Ich meine, du hast schon mitbekommen, was ich dir hier erzähle, oder?" Eine erneute Redepause entstand, während er sich noch einen Schluck Wein gönnte. "Und es ist ja nicht so, dass es bei dem einen Mal mit Caldus geblieben wäre. Also nur einmal mit CALDUS. Aber ich habe meinen Gefallen daran gefunden - weit mehr als an irgendwelchen Frauen. Und es ist wieder und wieder und wieder passiert!", provozierte er Ocella und versuchte ihn zu schockieren und damit doch noch zu irgendeiner Reaktion zu bewegen. Doch der Tote blieb stumm, gab kein Wort, kein Zeichen von sich, zeigte im Diesseits nicht, was er im Jenseits davon halten mochte. "Oder willst du mir damit vielleicht sagen, dass... also... dass dir das egal ist?" Die Hoffnung starb bekanntlich zuletzt. Dives trank noch einen Schluck Wein, bevor er einfach von seiner letzten These ausging.

"Jetzt verstehst du sicherlich auch, weshalb Caldus und ich uns immer so nah standen und weshalb ich nach dem Angriff auf meiner Person hier keine großen Ermittlungen habe einleiten können - ich WUSSTE, dass der Herennius dahinter steckte. Und er WUSSTE, was auch du jetzt weißt - und hätte damit meine Karriere zerstört im Zweifelsfall.", klärte er seinen alten Freund auf. "Und auch das Serapeium - du wirst sicherlich schon vor deinem Tod noch gesehen haben, dass dieses Projekt immer langsamer voran ging, bis jetzt nun endgültig der Bau erstmal auf unbestimmte Zeit eingestellt wurde..." Er seufzte. "Wo war ich?" Bei seinen langen Schachtelsätzen blickte er mit steigendem Weinpegel selbst irgendwann nicht mehr durch. "Genau, das Serapeium! Dahinter steckt auch so eine Geschichte, oder eigentlich viel mehr ein Mann. Ich bin mir sicher, dass du ihn kennst: Den ehemaligen Praetorianerpraefectus Decimus Serapio? Für seinen Schutz im Bürgerkrieg habe ich seinem Namenspatron Iuppiter Serapis versprochen und gelobt aus dem kleinen Sacellum hier einen großen Tempel für ihn machen zu lassen mit persönlich gesponsertem Standbild." Wieder seufzte er. "Aber das Standbild ist auch das einzige, was ich da bislang einlösen konnte. Und deshalb habe ich es eigentlich auch absolut verdient, dass Faustus... also Serapio nichts mehr von mir wissen will, seit..." Er stockte und überlegte. Vielleicht half ihn noch ein kleines Schlückchen Wein auf die Sprünge?
"Ach, ich weiß es doch auch nicht! Eigentlich hat er mich ja schon immer von sich gestoßen, seitdem wir uns kennen, wollte nie mehr als etwas Unverbindliches und hat mich sogar ausgelacht dafür, dass es mir da anders ging. Erst nach dem Bürgerkrieg dann, nachdem er sein Amt verloren hatte, nachdem sich viele von ihm abgewandt hatten, nachdem er sich selbst mit seinem Vater überworfen und dessen Casa verlassen hatte, erst da hat er behauptet, dass er anders empfinden würde. Erst als ich ihm erzählt habe, dass mich deine Cousine Fausta mit dem gleichen Wissen in eine Ehe gezwungen hat, mit dem mich auch schon der Herennius von den Ermittlungen damals abgehalten hat, erst als er Angst hatte GANZ alleine zu sein, erst da war ich plötzlich gut genug und besser als niemand, weißt du?" Das war die traurige Realität. "Und verbieten wollte er es mir sogar, dass ich deine Cousine heirate! Er wollte, dass - nachdem er ja schon alles verloren hatte - auch ich einfach alles aufgebe, damit wir gemeinsam zusammen mit nichts und aus dem Nichts irgendwo in der Ferne von ganz vorne beginnen - ohne unsere Verwandten und Freunde, die uns allesamt sicher verflucht hätten. Zurecht!"

"Dabei stand es nie zur Diskussion, dass ich als angehender Politiker nicht auch irgendwann einmal NATÜRLICH heiraten würde! Und deine Cousine... ich meine, sie hat mir sogar versprochen, dass sie einen Mann an meiner Seite tolerieren würde!" Kurz stockte er. "Ich meine... also... um... also um die Hochzeitsnacht... da bin ich jetzt nicht herum gekommen. Aber selbst da hätte sie ihn sicherlich dabei sein lassen! Weil... also... sie... sie hat extra einen anderen Faustus für mich besorgt, damit... naja, du weißt schon." In der Tat hatte der Iulier den richtigen Namen des Mannes bereits lange wieder vergessen. Schon dereinst war es für ihn nur der 'falsche Faustus' gewesen. Das hatte sich letztlich festgesetzt. "Und selbst dass sie ihn auf unserer Hochzeit so angefahren hat, kann ich irgendwie verstehen. Sie hätte bestimmt nicht so reagiert, wenn er nicht selbst da noch einmal versucht hätte, mich von der Hochzeit mit deiner Cousine abzubringen.", verteidigte er die Sergia mit müdem und traurigem Gesichtsausdruck.
"Aber trotzdem, weißt du... oder vielleicht auch gerade deshalb bin ich so niedergeschlagen, so fertig und bin es einfach alles so leid gerade. Ich frage mich die ganze Zeit, wie wohl mein Leben verlaufen wäre, wenn ich meinen Klienten Asinius an den Junikalenden damals nicht in die Casa Helvetia begleitet hätte. Ich hätte deine Cousine nicht kennengelernt, hätte mich nicht von ihr erpressbar gemacht, hätte mich nicht mit ihr verlobt und wäre jetzt vielleicht nicht mit ihr verheiratet. Vielleicht wäre es nicht zu ganz so großen Konfrontationen mit Faustus gekommen und wir wären jetzt beide glücklich." Die Möglichkeit bestand ja. "Oder wir wären zwar jetzt gerade mal eine Zeit lang glücklich, bevor er durch seinen inzwischen consularen Vater erneut zu Macht und Einfluss gekommen wäre - denn diese Chance besteht ja auch heute. Und dann, wenn er keine Angst mehr haben müsste, dass er allein sein muss, hätte er mich wie einen dampfend heißen Saturnalienapfel einfach fallen gelassen und mich noch viel mehr leiden lassen, als ich es jetzt bereits tue." Auch das war schließlich nicht ganz auszuschließen, nachdem Faustus selbst einst auf jenem einen Dach in Trans Tiberim in der trauten Zweisamkeit ausgerechnet von seinem Ex angefangen hatte zu sprechen. Vielleicht also hätte Faustus Dives da auch nur doppel benutzt - um erst nicht alleine zu sein und später dann seinen Ex, der ihm offenbar selbst in solchen Momenten noch im Kopf saß, eifersüchtig zu machen. Und sobald der Iulier nicht mehr gebracht wurde, wäre er als drittes Rad am Wagen achtlos über Bord geworfen worden.

"Und obwohl ich weiß, dass alles aus und vorbei ist, dass es keine gemeinsame Zukunft mit ihm geben wird, dass er jemand anderen suchen und finden wird... obwohl ich das weiß, kann ich nicht aufhören daran zu glauben und darauf zu hoffen, dass es eben doch noch eine Chance gibt, dass mir Serapis verzeiht, auf dass auch sein Schützling mir verzeihen und mich verstehen mag. Ich kann einfach nicht anders, als ständig an ihn zu denken und mir manchmal trotz aller Konsequenzen und trotz der Gefahr, dass er mich danach gebrochen hätte, sogar zu wünschen, dass ich deine Cousine nicht geheiratet hätte. Es... es zerreißt mich manchmal innerlich." Tränen stiegen ihm in die Augen bei seinen letzten Worten. Er versuchte römisch und stark zu bleiben, doch war einmal mehr nur schwach und gab nach. So sollte ihn Ocella nicht sehen! Drum drehte er dem Grabmal zunächst halb den Rücken zu, bevor er merkte, dass er zugleich auch anlehnungsbedürftig war. Kurz darauf fand er sich mit seinem Rücken an das Grabmal gelehnt wortwörtlich auf dem harten und kalten Boden der Tatsachen wieder. Er summte die Melodie eines Liedes und leerte dabei die letzten Reste des Weins. "... I can't take my mind off you ... I can't take my mind ... my mind ... my mind ... 'til I find somebody new." Seinen Trinkschlauch in der rechten Hand, die schlaff neben ihm auf dem Boden lag, fielen ihm letztlich noch immer weinerlich an das helvetische Grabmal gekauert die Augen zu...



DECURIO - OSTIA
TUTOR - IULIA TORQUATA
VICARIUS PRINCIPIS FACTIONIS - FACTIO VENETA
10.08.2014 21:36 Marcus Iulius Dives ist offline E-Mail an Marcus Iulius Dives senden Homepage von Marcus Iulius Dives Beiträge von Marcus Iulius Dives suchen Nehmen Sie Marcus Iulius Dives in Ihre Freundesliste auf
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20.09.2014 01:30

... Und so nun also lehnte er halb sitzend halb schon beinahe liegend dort am Grabmal Ocellas - genauso allein und verlassen, wie er sich auch in seinem tiefsten Innern fühlte. Ob wohl die Welt überhaupt eine Notiz nehmen würde, stürbe er hier und heute an diesem Abend, in dieser Nacht? Wo der Romantiker sicher am liebsten verneint hätte, wusste der Realist: Vermutlich schon. Denn zumindestens Fausta würde wohl alles an eine Rückgabe ihrer Dos setzen, während Dives' Großonkel Licinus vermutlich in erster Linie am iulischen Landbesitz in Bovillae interssiert wäre. Und wenn nicht tatsächlich er selbst, so würde doch mindestens sein Sohn Servianus in diesem Punkt einigen Druck machen. Vermutlich. Aber ansonsten? Consular Decimus Livianus würde sich kurze Zeit ärgern über den tribunischen Verlust... bis selbiger ersetzt wäre, während auch in der Veneta Sedulus sicherlich einfach kurzerhand einen neuen Vicarius ernannte. Und dem Lepidus dieser Tage würde das divitische Verschwinden, so er nicht explizit darauf gestoßen würde, wahrscheinlich nicht einmal mehr auffallen. Damit blieben am Ende nur noch zwei Personen: Doch auch hier hätte Lucius (Centho) sicherlich als Witwer mehr als genug zu tun mit seinen drei ja auch immer älter werdenden Kindern, ihrer Ausbildung zu respektablen Persönlichkeiten sowie den ersten Schritten ihrer Laufbahnen und würde schlichtweg keine Energie aufbringen können, um Dives wirklich zu vermissen. Und Faustus auf der anderen Seite... tja. Der spielte sich schon in irgendwelche Betten, vermutlich zwar etwas lockerer und ungebunden, doch darüber sicherlich auch nicht allzu traurig. Der würde daher folglich einfach keine Energie aufbringen wollen, um Dives zu vermissen.

Die Nacht war klar, die Nacht war kalt
und Merkur ward umhergeeilt,
flink einzusammeln, wer erfroren,
zu bringen ihn zu Plutos Toren.


Zugegeben, ganz so spektakulär eisig wurde es des Nachts im Sommer in Ostia auch in diesem Jahr natürlich nicht. Dennoch aber hätte es sicherlich auch im Bereich des Möglichen gelegen, sich eine Sommergrippe einzufangen, die wiederum durchaus ebenfalls tödlich enden konnte. Mitunter. Doch auch davon war der einsame Iulier offenkundig verschont geblieben, als er am nächsten Morgen mit erheblichen Kopfschmerzen erwachte...



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20.09.2014 01:30 Marcus Iulius Dives ist offline E-Mail an Marcus Iulius Dives senden Homepage von Marcus Iulius Dives Beiträge von Marcus Iulius Dives suchen Nehmen Sie Marcus Iulius Dives in Ihre Freundesliste auf
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