hortus et peristylium

  • Was sollte Crassus mit ihr vorhaben dachte Livianus zuerst leicht belustigt, verschluckte sich danach jedoch fast an seinem Lachen als ihm klar wurde, dass sein Freund vermutlich einen standesgemäßen Ehemann für seine junge Verwandte suchte. Um einen Hustenanfall zu entgehen räusperte sich Livianus.


    "Verzeihung."


    War das der Grund, warum er sie mitgebracht hatte? Er hatte doch nicht ernsthaft den um mindestens 20 Jahre älteren Decimer ins Auge gefasst? Nein. Livianus wischte die Gedanken rasch beiseite und widmete sich wieder seinen Gästen.


    "Wie seit ihr beiden eigentlich miteinander verwandt?"

  • Es war fast schon peinlich, dass Tiberius sich jetzt erst Zeit nahm die Casa richtig zu erkunden. Den größten Teil des Personals kannte er nicht und den größten Teil seiner Familie wohl auch nicht. Das kürzlich abgehaltene Familienfest ging auch eher an ihm vorbei, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache dass er an jenem Abend nicht in Stimmung war. Ja, manchmal war Crassus ein launischer Mensch, bemühte sich aber stets dies so gut wie möglich zu verbergen. Um dies also zu ändern, suchte er am frühen Tag absichtlich den Hortus auf. Einerseits konnte er dort vielleicht ein wenig entspannen, andererseits sich endlich mit einem weiteren Teil der Familie bekannt machen. Aufgrund der beachtlichen Größe der Decima konnte ihm schließlich keiner verübeln, dass er nicht bereits jedes Eck der Verwandtschaftsbeziehungen erforscht hatte.


    Der Hortus war genauso schön wie der Rest der Casa, was Tiberius allerdings erst in den letzten Tagen realisieren konnte. Eine kleinere Gruppe befand sich unweit von ihm, in welcher er recht schnell seinen neuen Verwandten beziehungsweise Bekannten Livianus ausmachen konnte. Da das Gespräch allerdings ernst schien, versuchte er möglichst unauffällig an den zwei Männern und der jungen Dame vorbeizugehen, um sie nicht weiter zu stören. Crassus suchte sich ein schattiges Plätzchen und wartete ab...

  • Hätte sie die Gedanken erraten können die Livianus gerade hatte wäre sie wohl im Erdboden versunken, denn mit solchen Gedanken hatte sie nämlich nicht gerechnet und schon gar nicht, dass Crassus auf auch ebensolche kommen könnte. Nein, nein da dachte Calena manchmal noch etwas naiv auch wenn sie schon wusste, dass irgendwann einmal ein Ehemann anstehen würde. Doch sie war ja noch jung......
    Allerdings stand für Calena natürlich fest, dass sie immer das machen würde was Crassus verlangte, schließlich war sie froh, dass er sie bei sich aufgenommen hatte und Calena hatte eine sehr gute Erziehung genossen, auch wenn nicht immer alles auf geraden Bahnen verlief wie es sollte, hatte sie doch manchmal den Hang sich in den ein oder anderen Schlamassel zu buxieren auch wenn sie das nicht mit Absicht tat, aber alleine ein Gang über den Mercatus konnte schon einige Folgen für sie haben.


    Immer noch freundlich und strahlend lächelte sie den Decimer an, mit dem eine kurze Veränderung vor sich ging. Calena hatte keinen Reim darauf, da sie die Gedanken von ihm nicht erraten konnte.


    Aus den Augenwinkel heraus sah sie, dass jemand an der Gruppe in der Nähe vorbei ging, aber da Livianus in jenem Moment eine weitere Frage stellte schaute sie erst einmal nur ihn an und nicht in die Richtung des Neuankömmlings.


    "Ich bin seine Großcousine und er ahm mich auf da meine Eltern nicht mehr leben," beantwortete sie die Frage und hoffte, dass es für Crassus in Ordnung war, dass sie als erstes gesprochen hatte. Mittlerweile hatte sie den Tod ihrer Eltern gut verarbeitet und konnte auch darüber reden. Am Anfang war es ihr immer sehr schwer gefallen aber das hatte sich mittlerweile gelegt und sie hatte auch zu ihrer alten Fröhlichkeit zurückgefunden. Und vor allem hatte sie ihre Neugierde nicht verloren auch wenn sie diese zur Zeit zurückhielt.

  • "Ich verstehe."


    Auch Livianus war nicht entgangen, dass ein weiteres Familienmitglied den Garten aufgesucht hatte, auch wenn er sich nur schwer vom strahlenden Lächeln der jungen Frau losreißen konnte. Vermutlich hatte es auch diesen Gartenbesucher aus denselben Gründen ins Freie getrieben, warum auch der Senator seine Gäste hierher gebeten hatte – um die angenehm warme und sonnige Wetter zu genießen. Bei näheren Hinsehen stellte sich der weitere Besucher als Crassus, der Sohn des Verus heraus, den Livianus erst vor kurzem kennen gelernt hatte. Da er keinen Grund sah, warum der junge Mann ihnen nicht Gesellschaft leisten sollte, winkte er ihn herbei. Vielleicht würde er sogar Calena eine Zeit lang unterhalten können, sodass Livianus einige ungestörte Worte mit Crassus wechseln konnte. Doch zuerst lag es an ihm die Anwesenden einander vorzustellen.


    "Der junge Mann hier ist der Sohn von Decimus Verus, dem Curator Kalendarii, Tiberius Decimus Crassus. Ich nehme an ihr kennt euch noch nicht."


    Dann sah er zu dem jungen Decimer, den es bestimmt nicht schadete einflussreiche Männer in Rom kenne zu lernen. Und Caecilius Crassus war aufgrund seines früheren Postens als Prätorianerpräfekt einer der einflussreichsten und vor allem best Informiertesten.


    "Wenn ich dir vorstellen darf. Der ehemalige Praefectus Praetorio Gaius Caecilius Crassus, ein alter und guter Freund von mir, und seine Großcousine Caecilia Calena."

  • Kaum hatte er sich ein schattiges Plätzchen gesucht, wurde Tiberius auch schon von Livianus herbeigewunken. Da der Decimus nichts gegen Gesellschaft einwenden konnte, machte er sich zu dem entfernt Verwandten, dem anderen Mann und der jungen Dame auf. Dort angekommen wurde er direkt vorgestellt. Anscheinend war es nun wirklich so weit gekommen, dass sein Vater so viele Lorbeeren gesammelt hatte, dass sein Sohn an ihm gemessen wurde.


    "Es ist mir eine Ehre, Caecilius Crassus."


    Auch wenn er großen Respekt vor dem Mann hatte, befand er es nicht für notwendig ihn als Präfekt zu betiteln. Immerhin war er ja keiner mehr und wollte demnach wahrscheinlich auch nicht so gerufen werden. Eines jedoch war sicher: Wieder einmal wurde er darin bestätigt, dass er mit Livianus einen wichtigen Verbündeten gefunden hatte. Auch wenn vor ihm kein Senator stand, war Crassus als ehemaliger Praetorianerpräfekt sicher eine gute Verbindung.


    Der jüngeren Begleitung schenkte der junge Decimus ein freundliches Lächeln.


    "Es freut mich dich kennenzulernen, Calena."


    Dann überließ er seinem Verwandten wieder das Wort.

  • Ich danke dir für die Glückwünsche. bedankte sich Crassus bei Livianus für die Glückwünsche zu seiner Verlobung und fügte dann mit einem Lächeln hinzu: Doch den Kindersegen wollen wir noch bis nach der Hochzeit verschieben. Bei den Feierlichkeiten darfst du dann diesen Wunsch also gerne wiederholen.


    Dann versank Crassus für einige wenige Momente in Gedanken und ließ Calena und Livianus miteinander reden. Crassus Gedanken schweiften einfach so ab, ohne, dass er sich dabei auf irgendetwas bestimmtes konzentrierte. So bemerkte er auch nicht wie Decimus Crassus den Garten betrat und wenig später von Livianus herebeigebeten wurde. Erst als dieser vor ihnen stand und Crassus ansprach erwachte Crassus aus seinen Gedanken, ohne dass er sich danach an das Gespräch zwischen Livianus und Calena oder an seine Gedanken erinnern konnte. Doch davon ließ er sich nichts anmerken und begrüßte den jungen Decimer so als wenn er die ganze Zeit aufmerksam gelauscht hätte.


    Sei gegrüßt Decimus Crassus. Wie ich sehe haben deine Eltern auch Geschmack bei deiner Namenswahl bewiesen. er grinste ein wenig.

  • Ziemlich schnell wurde die Neugierde der jungen Caecilierin geweckt als Livianus den jungen Mann zu sich holte der eben noch den Hortus betreten hatte. Natürlich versuchte sie ihre Blicke keinesfalls aufdringlich wirken zu lassen und lächelte den Neuankömmling erst einmal einfach nur an. Langsam wanderten ihre Blicke zwischen den Anwesenden einfach nur hin und her, denn einen Moment wirkte Crassus ein wenig abwesend was sich aber schnell legte als der neue Decimer ihnen vorgestellt wurde.
    Kurz musste sie wegen der Gleichheit der Namen schon schmunzeln, auch wenn diese Namen ja eigentlich weit verbreitet waren, war es doch immer wieder etwas wenn man zwei Männer mit dem gleichen Namen vor sich hatte und auch Crassus schien Gefallen daran zu haben.


    "Die Freude ist ganz auf meiner Seite Decimus Crassus," sagte sie zu dem jungen Decimer. Er hatte ein nettes Lächeln und so konnte man merken, dass er dieser Familie angehörte, auch wenn sie erst Livianus und nun ihn kannte, aber beide hatten ein sehr freundliches und offenes Lächeln.

  • Livianus nutzte die passende Gelegenheit auch sofort für sein Vorhaben. Die Neugierde über die aktuellen Vorkommnisse in Rom war einfach zu groß und die Informationen die er vielleicht von Crassus erfahren konnte zu wichtig, als das er weiter ruhig über das Wetter und Familienverhältnisse reden konnte. Daher wandte der Senator sich an seinen Verwandten und Calena.


    "Wenn ihr erlaubt, dann würde ich mit meinen alten Freund ein paar Worte unter vier Augen wechseln. Crassus, du wirst dich in der Zwischenzeit gut um meinen zweiten Gast kümmern."


    Er deutete dabei mit einem Lächeln auf Calena. Die Frage zu Beginn war mehr der Freundlichkeit wegen, als das er sich darauf wirklich eine Antwort erwartet hätte. Dann wandte er sich an Caecilius Crassus.


    "Hast du einen Moment für mich?"

  • Tiberius nickte dem ehemaligen Prätorianer zustimmend zu.


    "Da kann ich nur zustimmen...", bestätigte er mit einem Lächeln.


    Dann wendete sich Crassus wieder der jungen Calvena zu, immerhin verstand der Decimus dass es zu jener Zeit wichtige Dinge in Bezug auf die Verhältnisse in Rom zu besprechen galt. Er wartete, bis sich die beiden entfernt hatten und richtete dann seine volle Aufmerksamkeit auf die hübsche Caecilia.


    "Nun, wie alt bist du denn?", fragte er ohne lange zu überlegen.

  • Natürlich nickte Calena zustimmend auch wenn sie wusste, dass es nur der Höflichkeit so gesagt wurde. Das waren Dinge die sie schon kannte und außerdem konnte sie sich sehr gut vorstellen, dass die beiden viel zu reden hatten auch wenn sie gern das ein oder andere mitgehört hätte. Ihr Laster, immer diese Neugierde die sie immer wieder versuchte zu unterdrücken, aber nicht immer gelang es ihr.


    Trotz allem kam sie sich nun ein bisschen verloren vor als die beiden Männer sich von ihr und dem jungen Decimer entfernt hatten um zu reden. Nun stand sie hier mit Crassus und spürte wie ihre Wangen ein wenig wärmer wurden. Etwas an ihm erinnerte sie an ihren Cousin Paulinus und an ihn wollte sie im Moment am wenigsten denken.


    "Ich bin siebzehn," antwortete sie schnell damit keine zu lange Pause entstand und lächelte wie die ganze Zeit schon, wobei die Sonne sie nun ein wenig blendete. "Und du?" stellte sie die Gegenfrage und schätze ihn ein klein wenig älter als sie selber ein, aber nicht viel, denn er wirkte doch noch jung. "Was machst du ansonsten so?" fragte sie ihn und ließ dabei ihren Blick ein klein wenig durch den hübschen Garten streifen.

  • Calenas zurückhaltende und verlegene Art befand Tiberius als recht sympathisch, weswegen er es keineswegs als negativ betrachtete, dass er nun mit ihr alleine war. Siebzehn war sie also...recht viel älter bzw. jünger hätte sie der Decimus auch nicht eingeschätzt.


    "Ich bin 19", entgegnete Crassus Calena knapp.


    "Gute Frage..."


    Tiberius musste grinsen, zum Glück war er nicht so verbissen, dass er Calenas abwesenden Blick in den Garten falsch hätte deuten können.


    "Wollen wir uns vielleicht zuerst setzen?"


    Mit einem leichten Nicken deutete Crassus auf die freie Bank unmittelbar neben ihnen.

  • Sie lachte ein wenig leise und nickte als er fragte ob sie sich nicht setzen wollten. Es war sicher besser als die ganze Zeit zu stehen denn die beiden anderen hatten gewiss so viel zu bereden, dass es dauern konnte bis sie wieder zu ihnen stießen, aber das war ja auch egal schließlich hatte sie jemand nettes neben sich mit dem es sich sicher lohnte zu reden. Er machte einen netten Eindruck, aber etwas anderes hatte sie auch nicht von dieser Familie erwartet, zumindest nicht nach den ganzen Dingen die sie von ihrem Großcousin erfahren hatte.


    Calena blickte zu der Bank die neben ihnen stand und ging die zwei Schritte auf diese zu um sich zu setzen wobei sie drauf achtete, dass sie ihre Kleidung nicht zu dolle zerknitterte, schließlich wollte sie trotz allem einen guten Eindruck machen.


    "Ja," begann sie und schaute den jungen Mann an. "Was machst du denn nun so? Sicher nicht den ganzen Tag im Garten sitzen und dich mit jungen Frauen unterhalten, oder?" fragte sie etwas frech aber doch auf eine liebenswerte Art und Weise mit einem schelmischen Lächeln. Vorhin war ihr schon aufgefallen, dass er eine Narbe am Auge hatte aber nun wo das Licht anders fiel erkannte man sie noch viel mehr. Leicht deutete sie sich mit ihrem rechten Zeigefinger an ihr Auge und fragte ihn dann was er getan hatte. "Was hast du hier gemacht?" fragte sie und hoffte gleichzeitig, dass diese Frage nicht zu persönlich war. Für sie schaute er nicht gerade aus als wäre er bei der Legion oder etwas ähnlichem, deswegen musste es doch sicher ein Unfall gewesen sein, dachte sie sich.

  • Tiberius ließ sich neben Calena auf der Bank nieder und machte sich nun für ein längeres, sicher interessantes Gespräch bereit.


    "Nein, sicher nicht."


    Tiberius musste lachen, der Schneid in Calenas Formulierung gefiel ihm.


    "Ich bin eigentlich eher selten hier...sogar erst das erste oder zweite Mal. Ich bin vor etwa einem Jahr von Athen nach Rom gezogen, um meinen Vater kennenzulernen. Ich war nicht lange hier in Rom, dann zog es mich nach Mantua, wo ich erst vor wenigen Monaten meine Amtszeit als Duumvir abgeleistet habe. Ich bin allerdings froh nun wieder in Rom zu sein. Mantua war sicher eine lehrreiche Zeit, ist aber natürlich nicht mit der Hauptstadt zu vergleichen...", erklärte der Decimus ausführlich, bis die Caecilia auf die Narbe zu sprechen kam.


    "Oh...die Narbe. Nun, ich weiß nicht...ich weiß es wirklich nicht. Ich habe die Narbe seit ich denken kann und meine Mutter hat mir nie viel darüber erzählt...ein Unfall."


    Mehr wusste Tiberius darüber wirklich nicht. Seine Mutter, Sicinia Selena, behandelte das Thema stets mit Stillschweigen, weswegen Crassus irgendwann aufgab weiter auf Spurensuche zu gehen. Es folgte ein Moment der Stille, ehe Tiberius mit einem freundlichen und zugleich aufforderndem Lächeln aufschaute.


    "Erzähl doch du mir mal etwas von dir..."

  • Aber natürlich.


    Crassus nickte erst Calena und dann Crassus zu ehe er mit Livianus ein wenig abseits ging. Ihm war klar gewesen, dass sie heute nicht nur unverfänglichen, leichten Gesprächsstoff austauschen würden. Dafür hatte Crassus als ehemaliger Präfekt der Prätorianer noch zu gute Quellen und Livianus nach seiner langen Abwesenheit zu viele Fragen.


    Von all dem, was ich bereits gehört und gesehen habe, gönnst du dir keine Pause, ehe du dich wieder voll in das politische Leben wirfst. Auch wenn ich lange nicht mehr so einflussreich wie vor einigen Wochen bin, so stehe ich natürlich nach wie vor voll hinter dir. Du kannst dich jederzeit auf mich verlassen. Crassus ließ eine Pause aufkommen, die Livianus Zei gab seine Fragen und die Gesprächsthemen zu formulieren.

  • Livianus brauchte einen Moment, um sich zu sammeln und auf die neuen Themen umzuschwenken. Crassus hatte, zumindest ließ der Beginn seiner Worte dies vermuten, bereits erahnt, dass sein alter Freund und Waffenbruder über die aktuelle Lage in Rom und Politik sprechen wollte. Auch wenn sie nun alleine waren, sank die Lautstärke von Livianus Stimme mit einem Mal sehr beträchtlich nach unten.


    "Nun wie soll ich sagen Crassus….. Nach all dem was mir in den letzten Wochen zu Ohren gekommen ist, bleibt einfach keine Zeit für Pausen. Der Kaiser krankheitsbedingt in Misenum, ein bis dahin fast unbekannter Legat der sein Stellvertreter wird, ein tiefer Graben der sich durch die Reihen der Senatoren zieht……. Ich kann das alles noch nicht genau deuten, aber die Götter meinen es im Moment wohl nicht all zu Gut mit Rom.


    Was weißt du über diesen neuen Praefectus Urbi? Hast du ihn bereits persönlich kennengelernt?"

  • Marcus war eben von seinem Dienst bei der Cohortes Urbanae heimgekommen und unterwegs zu seinem Cubiculum, als er im Garten Stimmen hörte. Neugierig steckte er seinen Kopf nach draußen und sah mehrere Personen. Den Alten, der sich ein wenig abseits mit einem anderen Mann unterhielt und seinen Verwandten Crassus, den er zwar vom sehen her kannte, aber bisher noch kein Wort mit ihm gewechselt hatte und…….. eine junges hübsches Mädchen, dass neben Crassus auf der Bank saß und sich angeregt mit ihm unterhielt. Marcus hielt für einen Moment den Atem an. Sie war bezaubernd, atemberaubend und viel genau in Marcus Beuteschema. Er musste sie einfach kennen lernen. Crassus würde er schon irgendwie loswerden. Der junge Decimer sah noch einmal an sich hinunter, zupfte seine Rüstung zurecht und Schritt dann stolzen Schrittes hinaus in den Garten, direkt auf das junge Paar zu. Seine nicht gerade leisen genagelten Caligulae erregten dabei vermutlich sofort die Aufmerksamkeit aller Anwesenden.


    "Salvete!"


    Ein breites und freundliches Grinsen, dass schon fast zu seinem Markenzeichen gehörte, trat in sein Gesicht, als er die junge Frau mit seinen blauen Augen anstrahlte. Auch wenn die Begrüßung beiden galt, so ignorierte er Crassus dabei vollständig und würdigte ihn keines Blickes. Seine Aufmerksamkeit galt ganz alleine dem Mädchen.

  • Calena fand das Lachen des Decimers sehr nett und freundlich, genau wie sein Auftreten ihr gegenüber. Er wusste wie man sich verhielt und das gefiel ihr. Außerdem glaubte sie, dass man sich sehr gut mit ihm unterhalten konnte, zumindest machte er den Eindruck auf sie und diese Narbe die er hatte, war irgendwie etwas Besonderes.
    „Das kenne ich,“ sagte sie. „Ich bin auch noch nicht so lange hier in Rom und erst vor kurzem hier her gezogen zu meinem Großcousin und ja du hast auf jeden Fall Recht. Rom ist mit nichts anderem zu vergleichen auch wenn ich öfters einfach mal raus spazieren sollte, aber ich habe die Angewohnheit leider ziemlich oft die unmöglichsten Situationen anzuziehen,“ sagte sie mit einem Schmunzeln und zugleich einem leicht gequältem Blick. Zu gut erinnerte sie sich an den Vorfall auf dem Mercatus als man behauptet hatte sie hätte etwas gestohlen,. Natürlich war es lachhaft gewesen aber mehr als unangenehm für die junge Frau.


    Das mit der Narbe wunderte sie ein wenig, dass er nicht wirklich wusste warum er sie hatte, aber eigentlich spielte es auch keine Rolle, denn er hatte sie und gut war. Sie stand ihm sogar irgendwie.


    „Ähm ja, was möchtest du denn wissen?“ fragte sie und hörte in jenem Moment, dass sich jemand ihnen näherte. Calena blickte auf und sah den jungen Soldaten der auf sie zukam und sich vor sie beide stellte. Die junge Caecilia blinzelte, denn sie musste als sie aufschaute direkt in die Sonne blicken und wurde einen Augenblick geblendet.


    „Salve,“ sagte sie ob der Begrüßung und hatte natürlich keine Ahnung wer hier vor ihnen stand und ob der junge Mann zur Familie gehörte oder was seine Absichten waren.

  • Tiberius wollte gerade seine Frage formulieren, als ihm Decimus Flavus dazwischenfunkte. Natürlich hatte er ihn hier schon gesehen und wusste, dass dieser zur Familie gehörte, dass er aber der Sohn des Livianus war, war völlig an Crassus vorbeigegangen. Zu selten war er in den letzten Wochen in der Casa, geschweige denn in der Nähe der Familie, dass er solcherlei Begebenheiten zu Ohren bekommen hätte. Der Decimus musste allerdings auch zugeben, dass ihn das nicht allzu stark interessierte, ansonsten hätte er nämlich wohl oder übel seinen mittlerweile etwas senilen Vater aufsuchen müssen, der urplötzlich unangebrachte Vaterschaftsgefühle aufkommen ließ.


    "Und du bist...?", begrüßte Tiberius seinen Verwandten etwas unhöflich. Immerhin besaß dieser die Unhöflichkeit mitten im Gespräch hineinzuplatzen und ihn dann nicht einmal mehr anzuschauen. Gespannt wartete Crassus auf eine Antwort des Flavus, natürlich mit der Ambition ihn möglichst schnell wieder loszuwerden.

  • Crassus nickte zustimmend als Livianus seine Bedenken mit Crassus teilte. Crassus konnte Livianus Befürchtungen verstehen auch wenn er sie nicht ganz so umfänglich teilte. Crassus machte sich zwar auch seine Gedanken und Sorgen, aber sah Rom und die gegebene Ordnung noch nicht in großer Gefahr.


    Ja, derzeit befinden wir uns in einer etwas... unglücklichen Phase, das stimmt zweifellos. Ich selbst hatte bislang mit dem Praefecten noch nicht viel zu tun. Als ich noch ein Prätorianer war hatte ich logischer- und notwendigerweise ab und zu mit ihm zu tun. Aber das blieb sehr oberflächlich, also kenne ich ihn auch nicht wirklich. Aber trotzdem ist mein Eindruck von ihm nicht unbedingt ein guter.


    Crassus machte eine kurze Pause. Und viel wissen tu ich über ihn auch nicht. Ich weiß eigentlich auch nur das, was jeder hier in Rom weiß. Bevor er Valerians Stellvertreter wurde, war er unscheinbar und auch recht farblos. Aber, wie auch immer Crassus senkte nun auch deutlich mekrbar seine Stimme hätte ich nichts dagegen wenn Valerian gesundet, ein neuer Stadtpraefect bestimmt wird und er eine Provinz am Rande der Erdscheibe erhält...

  • Auch wenn der Decimer seinem Freund uneingeschränkt vertraute, ihm sogar sein leben anvertrauen würde, so wollte er vorerst behutsam an die Sache herangehen und hören, was Crassus allgemeine Meinung war. Es war bereits ein gutes Zeichen, dass dieser so offen mit LIvianus sprach.


    "Manche Römer, vor allem einflussreiche Römer, machen sich Sorgen, was die Absichten und die Vorgehensweise des Praefectus Urbi betrifft. Er scheint nicht immer im Interesse Valerians zu handeln, sondern eher in seinem eigenen und er hat sich in der kurzen Zeit sehr viele Feinde gemacht. Wie siehst du die Sache? Sind auch dir solche Vorkommnisse zu Ohren gekommen?"

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