[Officium] Aedilis Curulis

  • "Der Barbier", murmelte Menecrates und suchte den Namen heraus. "Barbier zu Ostia", murmelte er weiter, als er die Eintragung des Betriebswechsels vornahm. Roxane war der Name des neuen Besitzers. Bevor Menecrates Konzessionen verteilen durfte, gab es einiges zu prüfen. Als erstes, ob die neue Besitzerin generell einen Betrieb führen durfte - das war gegeben. Als nächstes, ob die neue Besitzerin nach dem Gesetz noch Kapazität zur Führung eines weiteren Betriebes besaß. Dafür musste der Aedil nachschlagen und stellte fest, dass auf diesen Namen bisher noch gar kein Betrieb zugelassen war. Der Punkt machte also auch keine Schwierigkeiten. Abschließend musste jedoch das Einverständnis der neuen Besitzerin vorliegen, daher blickte Menecrates auf.


    "Das Verfahren der Umschreibung wäre mit dem heutigen Tag erledigt, wenn du mir zu guter Letzt noch die Einwilligung der Neubesitzerin vorlegen kannst. Die Voraussetzungen zum Führen des Betriebs sind bei Roxane gegeben, die rechtskräftige Umschreibung des Betriebs kann aber erst nach schriftlicher oder mündlicher Zustimmung erfolgen."

  • Wenigstens etwas. Ein wenig traurig war Verus jedoch. Diese Goldmine war eine ergiebige Quelle gewesen, die auch seinen späteren Altersstand sichern sollte. Nun mehr war er vollens auf staatliche Anstellungen angewiesen, was wiederum dazu führte, dass er nicht mehr frei war. "Ein schmerzlicher Verlust, insbesonders, da ich nicht wirklich Senator bin. Gesetz ist aber Gesetz," kommentierte der Procurator noch.

  • Paullus blickte leicht säuerlich den Aedil an und ließ di eLuft scharf zwischen den Zähnen entweichen.
    Das ist aber nun ziemlich ungut...schliesslich sollte es ein Geschenk sein. Ich denke nicht dass Roxane damit nicht einverstanden wäre...aber...ja gut...wenn es nicht anders geht so werde ich wohl das Einverständnis einholen müssen lametierte er nun herum.
    Gibt es keinen Weg dies ohne diese Zustimmung abwickeln zu können?

  • Der Einwand zum Ordo veranlasste Menecrates noch zu einer Erklärung, obwohl er die Akte bereits geschlossen hatte.


    "Das Gesetz greift bereits beim Ordo Senatorius, aber das weißt du sicherlich. Ich persönlich sehe zumindest finanziell keinen Unterschied, ob man nur den Ordo Senatorius besitzt oder Senator ist. Dein Gehalt als Procurator liegt weit über dem eines Unteroffiziers zum Beispiel. Meinst du nicht, du kannst dir etwas Geld ansparen? Es stehen dir einige Betriebe zur Verfügung, die du mit deinem Ordo führen kannst. Es ist ja nun nicht aller tage Abend."

  • "Tja, eigentlich benötige ich die Zustimmung der Beschenkten", erwiderte der Aedil. "Weil die zu Beschenkende aber noch keinerlei Betriebsvermögen besitzt, mache ich dir einen Vorschlag. Ich schreibe den Betrieb zunächst um, die Beschenkte erhält aber ein Rückgaberecht von zwei Wochen eingeräumt. In diesem speziellen Fall bedeutet das: Ich nehme die Umschreibung wieder zurück, wenn ich innerhalb von zwei Wochen keine Annahmeerklärung der Roxana vorliegen habe. Ein kleines Entgegenkommen, mehr geht aber nicht." Menecrates setzte eine reglose Miene auf, um zu verdeutlichen, dass an dieser Stelle kein erneutes Handeln mehr möglich wäre.

  • Keine weiteren Fragen. Danke, setzen. Aculeo war damit mehr als zufrieden. Schliesslich schätzte er Roxane so ein dass sie den Betrieb übernehmen würde. Jetzt blieb nur mehr eines zu tun...sich zuerst mal bei Aedil bedanken was natürlich auch gleich geschah.


    Ich danke dir Senator für dein Entgegenkommen. Ein weiser Mann weiß immer wie man Situationen für alle Beteiligten zum besten wendet. Die Götter mit dir Senator, Vale Aculeo nickte Menecrates zu und verließ dann das Officium

  • Zitat

    Original von Herius Claudius Menecrates
    Der Einwand zum Ordo veranlasste Menecrates noch zu einer Erklärung, obwohl er die Akte bereits geschlossen hatte.


    "Das Gesetz greift bereits beim Ordo Senatorius, aber das weißt du sicherlich. Ich persönlich sehe zumindest finanziell keinen Unterschied, ob man nur den Ordo Senatorius besitzt oder Senator ist. Dein Gehalt als Procurator liegt weit über dem eines Unteroffiziers zum Beispiel. Meinst du nicht, du kannst dir etwas Geld ansparen? Es stehen dir einige Betriebe zur Verfügung, die du mit deinem Ordo führen kannst. Es ist ja nun nicht aller tage Abend."


    "Nun ja. Ich verdiene nun auch nicht genug, um mir die Welt zu kaufen. Ich verdiene ausreichend, um ein standesgemäßes Leben führen zu können aber nicht mehr. Zumal ich eher die römische Sparsamkeit lebe. Der größte Brocken fließt in meinen Census. Ich werde mir ein Landgut zulegen. Die Verträge mit der Stadt Misenum sind bereits gemacht. Ich denke, dass dies eine gute Geldanlage sein wird." - erklärte Verus mit einem leicht träumerischen Lächeln als er an seine Vision eines römisches Seebades dachte.

  • Aus dem leidvollen Gesichtsausdruck des Besuchers wurde letztlich ein träumerischer. "Ein Mann sollte nie ohne Ziel und Pläne sein", erwiderte Menecrates. "Die Götter mögen dir bei deinen Plänen behilflich sein. Aber du dir auch selbst, indem du zukünftig besser auf die Gesetzeslage achtest." Der Aedil erhob sich von seinem Platz und gab damit zu verstehen, dass er nun weiterarbeiten müsse. Etwas Konversation konnte nie schaden, vor allem, wenn man Beamte dadurch besser einschätzen und kennen lernen konnte, aber irgendwann musste das Tagesgeschäft weitergehen.

  • Verus murrte leicht und erhob sich. Der Mann drängte ihn ja förmlich zum Gehen. Der Procurator ging zur Tür, bevor er sich noch einmal umwandte: "Ich werde es. Als kaiserlicher Beamter ist es meine Pflicht diese zu beachten." Eine vielsagende Aussage, die vielleicht Verus leichte Gesetzesbeugung überspiegeln sollte. So verschwand er mit einem kurzen Handwink.

  • Zitat

    Original von Herius Claudius Menecrates
    "Tja, eigentlich benötige ich die Zustimmung der Beschenkten", erwiderte der Aedil. "Weil die zu Beschenkende aber noch keinerlei Betriebsvermögen besitzt, mache ich dir einen Vorschlag. Ich schreibe den Betrieb zunächst um, die Beschenkte erhält aber ein Rückgaberecht von zwei Wochen eingeräumt. In diesem speziellen Fall bedeutet das: Ich nehme die Umschreibung wieder zurück, wenn ich innerhalb von zwei Wochen keine Annahmeerklärung der Roxana vorliegen habe. Ein kleines Entgegenkommen, mehr geht aber nicht." Menecrates setzte eine reglose Miene auf, um zu verdeutlichen, dass an dieser Stelle kein erneutes Handeln mehr möglich wäre.


    Die 2 Wochen waren noch nicht verstrichen als Aculeo wieder im Officium des Aedil erschiend, diesmal aber in Begleitung einer jungen Dame. Roxane war es die an der Seite des jungen Germanicer das Büro betrat und der Grund war warum der Senator nun wieder etwas zu tun hatte.
    Mit einiger Überredung hatte es Aculeo geschafft dass sich Roxane dazu aufraffte ihn zu begleiten um die Überschreibung nun zu fixieren. Sie wusste aber noch nicht von ihrem Glück


    Salve Senator Claudius Menecrates. Ich konnte es einrichten früher als von dir festgesetzt zu erscheinen. Dies ist Roxane, du benötigst noch ihre Zustimmung um die Umschreibung des Betriebes rechtgültig zu machen.

  • Kam hier etwas jemand ohne Aufforderung ins Officium oder hatte Menecrates kurz geträumt und das Klopfen überhört? Von seinem Sekretär war weder etwas zu sehen noch zu hören. Eine Anmeldung gab es also nicht.


    "Salve Germanicus", grüßte Menecrates, nachdem ihm wieder eingefallen war, wer der Mann war. Anstatt auf dessen Ankündigung einzugehen, stellte er eine Frage. "Und was hättest du gemacht, wenn hier schon ein Besucher gesessen hätte?"


    Während Menecrates gespannt auf die Antwort wartete, betrachtete er die Frau an Germanicus' Seite.

  • Ich sah gerade noch wie sich die Türe zu Menecrates Raum schloss. „Kann ich denn nicht einmal auf ein Örtchen verschwinden ohne das hier jeder macht was er will. Hier ist doch kein Haus der offenen Tür, wo jeder reinstiefeln kann. Schließlich braucht der Aedil auch seine Zeit, um seine Arbeiten zu erledigen. Wer es nachher wieder aus baden kann bin ich. Verfluchte eingebildete Römer. Jeder normale Mensch weiß doch, dass man sich anmelden muss. Ich renne doch auch nicht wenn ich in einer Casa oder Villa eingelassen werde gleich in jeden Raum. Wozu werden hier Termine gemacht?“
    Dies und noch mehr schimpfte ich leise vor mich hin.
    Ich überlegte mir ob ich nicht eine Tafel aufhängen sollte. Die in etwa so aussah






    Eintreten darf nur, wer von dem SCRIBA PERSONALIS
    dazu aufgefordert wird!



    So oder so ähnlich könnte sie dann aussehen. Vielleicht sollte ich bei Menecrates einmal nachfragen.

  • Zitat

    Original von Herius Claudius Menecrates
    Kam hier etwas jemand ohne Aufforderung ins Officium oder hatte Menecrates kurz geträumt und das Klopfen überhört? Von seinem Sekretär war weder etwas zu sehen noch zu hören. Eine Anmeldung gab es also nicht.


    "Salve Germanicus", grüßte Menecrates, nachdem ihm wieder eingefallen war, wer der Mann war. Anstatt auf dessen Ankündigung einzugehen, stellte er eine Frage. "Und was hättest du gemacht, wenn hier schon ein Besucher gesessen hätte?"


    Während Menecrates gespannt auf die Antwort wartete, betrachtete er die Frau an Germanicus' Seite.


    Ein wenig erschrocken blickte Aculeo den Senator an und war sich dessen nun bewusst sichtlich unhöflich gewesen zu sein. Aber er stand nun mal schon im Officium und konnte nicht mehr viel ändern.


    Entschuldige bitte meine Unhöflichkeit Senator. Was ich getan hätte? Ich hätte mich entschuldigt und wäre dann natürlich sofort wieder nach draussen gegangen um dann auf deine Aufforderung gewartet.

  • Sie nickte dem Senator nach dem -ihrer Meinung nach fast schon überstürzt wirkendem Eintreten in das Officium - freundlich und höflich zu, während sie diesen ihrerseits musterte. Zudem verfolgte sie leicht amüsiert den Dialog und wie sich Aculeo aus der Situation schälen musste. So ganz war sie von der ganzen Sache nicht überzeugt, aber nun ja, sie hatte ihm zugesagt und nun musste sie da durch. Auch wenn sie sich nicht unbedingt wirklich wohl dabei fühlte. Als Aculeo und der Senator sich scheinbar wegen der Reinstürmfrage einig waren, grüßte sie diesen höflich auch offiziell: "Ich grüße Dich, Senator," ah, wie war der Name, ja natürlich. "Claudius Menecrates. Es ist mir eine Ehre." Das kaum merkliche Zögern war wohl nicht aufgefallen und es war tatsächlich wohl eine Ehre, einen Senator leibhaftig zu treffen, weshalb es nicht mal gelogen oder geheuchelt war. Aber selbst wenn, so hatte sie eine zu gute Ausbildung genossen, als dass sie hier nun einen Faux Pas machen würde und trotz ihres eindeutigen Akzentes war sie auch der lateinischen Sprache so geflogen, dass sie sehr wohl wusste, wie sie solche Menschen begrüßen und mit ihnen sprechen musste und zugleich somit sowohl ihre Erziehung als auch in einem gewissen Rahmen ihre eigene Intelligenz und ihren Verve zeigte.

  • Ohne der Erziehungsberechtigte Germanicus' zu sein, nutzte Menecrates dennoch die Situation, um etwas für die gute Erziehung des Plebejers zu tun. Gute Erziehung stellte oft der Schlüssel zu besseren Kreisen, zu besseren Posten oder zu den Herzen der begehrtesten Damen dar, und Germanicus besaß - wie so viele seiner Zeitgenossen - davon einfach zu wenig.


    "Bist du der Meinung, dass du mit einem solchen Auftritt - oder auch dem jetzigen - eine gute Figur machst? Glaubst du, dass der Eindruck, den du hinterlässt, dann ein positiver ist?"


    Als ihn Roxane grüßte, nickte Menecrates als Erwiderung. Auch er wollte nicht unhöflich sein, obwohl er sich im Augenblick ganz auf Germanicus konzentrieren wollte.

  • Nun Senator...natürlich war es ein Akt der Willkür, ein Faupax ohnegleichen, eine Art jungendlicher Leichtsinn der mich hinreißen ließ einfach in dein Officium zu platzen wofür ich dich nochmals um entschuldigung bitte. Entschuldig bitte. Es wird nicht mehr vorkommen...


    Anschliessend wollte Aculeo, bei dem nun der Hitzkopf langsam Oberhand gewann, den Senator fragen wo er das Recht herhatte Erziehungsmaßnahmen von Personen zu kritisieren die er nicht kannte. Wie er dazu kam seine Eltern du defamieren. Eigentlich überhaupt..wie er dazu kam ihn in solchen Dingen zu maßregeln.
    In Sekundenbruchteilen ließ er sich aber die Konsequenzen, die ihn wegen seiner hitzigen Antwort ziemlichen Ärger einhandeln konnte, nochmals durch den Kopf gehen und stand ohne ein weiteres Wort jedoch mit ansteigenden Puls stumm da.

  • Sie bemerkte, dass das hier gerade scheinbar ein wenig am Ausarten war und das Aculeo wohl gerade dabei war ein wenig in Richtung Decke zu starten. Sie konnte nicht umhin und legte ihm beschwichtigend die Hand auf den Arm. Dann schüttelte sie sachte den Kopf und auch wenn sie sehr amüsiert einerseits über diese Situation war, war sie auch besorgt, dass hier gleich ein heftiges Problem auf sie zukommen würde. Einen moment schwieg sie noch und dann meinte sie. "Meine Herren, verzeiht, wenn ich mich einfach in Euren kleinen Disput einmische, aber ich fürchte, wir sind nicht hier wegen einer Lektion in Sachen Benehmen und Unhöflichkeit, auch wenn dieses Thema sicherlich zur Sprache hatte kommen müssen. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Nachricht angekommen ist."

  • Es folgten zwei Entschuldigungen und ein Versprechen, dass dieses Verhalten nicht wieder vorkommen würde. Menecrates verschränkte die Arme und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Etwas mehr Einsicht, dafür weniger Beteuerungen hätte ihm besser gefallen, aber er wollte nicht pingelig sein, daher gab er sich zufrieden. Über die Beschwichtigungsversuche der jungen Frau hörte er jedoch hinweg.


    "Nun gut, kommen wir zum Geschäft", sagte er und richtete sich wieder auf. "Du bist also Roxane. Und du möchtest heute bestätigen, dass du die Schenkung des Germanicus über..." Menecrates zog sich die Akte heran und blätterte. "...den Barbierbetrieb zu Ostia annehmen willst."


    Der Blick des Aedil richtete sich erwartungsvoll auf Roxane.

  • Zu anderen Zeiten, unter anderen kulturellen Umständen und wenn sie nicht sie gewesen wäre, hätte sie sich wohl jetzt über das Ignorieren aufgeregt, aber sie waren im hier und jetzt und die Kultur war eben, wie sie war und sie war wer sie war. Entsprechend ignorierte sie sein Ignorieren und sah genauso darüber hinweg. Stattdessen widmete sie sich dem nun endlich Geschäftlichen und bestätigte dies nickend. "Korrekt, für diese freundliche Transaktion von Germanicus Aculeo bin ich hier."Da sie mit den Gepflogenheiten eines Aedilats nicht vertraut war, sah sie Menecrates höflich fragend an um zu erfahren, was als Nächstes dran war.

  • "Jah, dann haben wir ja alles beieinander. Dann kann ich den Vorgang abschließen." Menecrates machte eine Notiz, schlug die Akte zu und blickte zu seinen Besuchern.


    Als er in die erwartungsvollen Augen Roxanes blickte, entschloss er sich zu einer Erklärung.


    "Die Eigentümerumschreibung bei einer Schenkung von Betrieben kann erst dann vornehmen, wenn der Beschenkte sein Einverständnis dazu gibt. Nachdem dies geschehen ist, bist du rechtmäßige Besitzerin des Barbiergeschäfts und meine Arbeit ist in diesem Fall beendet."

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