[Triclinum] Das Speisezimmer

  • Nun war sie es die ihn überrascht ansah, als er ihr seinen Rin in die Hand drückte und diese sanft schloss. Sie zog ihre Hand an sich und hielt ihn fest. "Danke" sagte sie noch einmal und lächelte ihn glücklich an "Ich werde dann zu ihm gehen, aber erst beseitige ich den Schaden den ich angerichtet habe" sagte sie nun ziemlich leise und schaute auf die unzähligen Scherben auf dem Boden.

  • Livianus lächelte.


    "Nun geh schon! Das können auch die anderen Haussklaven wegräumen."


    Mit einer Handbewegung deutete er an, dass sie losgehen und keine Zeit mehr verlieren sollte um ihren Cato endlich wieder zu sehen.

  • "In Ordnung" flüsterte sie lächeln und machte sich bereit zu gehen, als sie aber an der Tür war drehte sie sich noch einmal um. "Danke" und dann verschwand sie schnell um sich etwas neues anzuziehen und dann den Versuch zu wagen endlich zu Cato zu kommen.

  • Als sie gegangen war, sah sich Livianus noch einmal im Speisesaal um und schüttelte lächelnd den Kopf. Miriam hatte sich zwar verändert, aber ihr Temperament war eindeutig geblieben. Er rief nach einigen Haussklaven, die sich um die Verwüstung kümmern sollten und machte sich dann auf den Weg in sein Arbeitszimmer.

  • Die Sklaven hatten den Raum dezent und nicht zu protzig geschmückt. Valeria trug, als sie eintrat, eine cremefarbene Tunika, die von einer goldenen Kordel unter den Brüsten gerafft wurde, eine weiße Palla und die Zeichen des Ritterstandes. Die blonden Haare fielen ihr in Locken über die Schultern. Sie war die erste im Raum, aber das war nicht weiter verwunderlich, denn Valeria war aufgeregt und nervös. So begab sie sich zu einem Korbstuhl, den sie heute einer Kline vorzog, und ließ sich darauf nieder.

  • Livianus war der nächste der eintraf. Ungewöhnlich schlicht, war er heute in einer einfachen Tunika gekleidet, als er den Raum betrat, die durch ihre breiten Streifen lediglich seinen Stand als Senator erkennen ließ. Er ging auf Valeria zu.


    „Meridius verspätet sich anscheinend. Hast du ihn heute überhaupt schon gesehen?“

  • Valeria nippte gerade an einem Becher Wasser, als Livianus eintraf. Sie sah ihn an und lächelte.
    "Hallo Marcus. Gesehen habe ich ihn, aber ich habe noch nicht mit ihm geredet. Man sagte mir, dass er im Marstempel gewesen sei, aber ich war heute nicht dort. Ich hab ihn auf dem Vorplatz gesehen."

  • Meridius hatte sich die Stadt angesehen und danach noch einigen Büchern gewidmet. Dann, als ihn ein Scriba daran erinnerte, dass eine Abendessen angesetzt war, nahm er noch schnell ein Bad, legte sich eine frische Senatorentoga an und begab sich ruhigen Schrittes zum Ort des Geschehens. Mit einem


    "Salve."


    trat er ein.

  • Fast direkt hinter Livianus betrat nun auch Meridius das Speisezimmer. Livianus war bereits bei seiner Kliene angekommen, blieb jedoch gleich stehen um seinen Cousin zu begrüßen.


    "Salve Maximus! Bitte nimm doch Platz."


    Er deutete mit der Hand auf die freie Kliene neben der seinen.

  • Meridius nickte freundlich und ließ sich dann auf der Kline nieder.
    Dann blickte er zu Valeria und wollte gerade etwas sagen, als er feststellte, dass etwas anders war.
    Zumindest schien es ihm so.

  • "Salve Meridius", sagte Valeria, als ebendieser eintrat und sich zu der freien Kline begab. Sie lächelte ihn kurz an und folgte dann Livianus mit den Augen, der eben zu seiner Liege ging. Schließlich wandte sie sich wieder Meridius zu.


    "Hattest du...eine gute Reise?" erkundigte sie sich. Sicher bemerkte er ihren flachen Bauch. Und als Soldat würde ihm sicherlich auch auffallen, dass sie nervös war und ihre Handflächen schwitzten.

  • Meridius nickte.


    "Ja, die Reise war gut und auf dem Rhenus angenehm kühl."


    Er hielt inne. Und er musste nicht Soldat sein, um zu merken, dass eine gewisse Anspannung in der Luft lag. Als Senator erkannte man sowas sofort.


    "Du wirkst verändert..."


    sprach er und dann bemerkte er, dass der Bauch verschwunden war.

  • Valeria lächelte kurz gequält und wich Meridius' Blick aus.


    "Ja, ich..." begann sie und schluckte dann, aber der dicke Kloß in ihrem hals verschwand nicht. Sie sah überall hin, unter anderem auch hilfesuchend zu Livianus, doch sie brachte es nicht fertig, weiter zu sprechen. Zu kurz zurück lag die Geburt und der Tod ihres Sohnes. Valeria biss sich auf die Lippe, damit keine Tränen in ihre Augen traten. Meridius war kein Narr, sicher war ihm aufgefallen, was an ihr anders war. Und sicherlich würde er gleich eine entsprechende Frage stellen. So startete die junge Frau einen verzweifelten Ablenkungsversuch mit zitternder Stimme.


    "M-möchtest du etwas....Wein haben?"

  • "Gerne."


    antwortete Meridius. Auch wenn sie versuchte von dem Thema abzulenken, oder die Situation irgendwie zu umschiffen, hielt er sich dennoch zurück. Er brauchte die Frage nicht einmal offen auszusprechen, denn sie stand sowieso in diesem Raum, omnipräsent und nicht zu verdrängen. Früher oder später musste sie darauf antworten. Oder Livianus tat es. Meridius blickt zu seinem Cousin.


    "Ich hoffe Du hast Dich hier gut eingelebt. Das Kommando über die neunte ist ein ganz Besonderes. Ich habe die Zeit hier genossen..."

  • Livianus nickte.


    "Ich kann mich wirklich nicht beklagen Maximus. Die Männer deiner Legio haben mich sofort wieder in ihren Reihen aufgenommen und respektieren mich so wie in früheren Zeiten. Als hätte sich nichts verändert... abgesehen vom Rang. Wie war deine bisherige Reise?"

  • Irgendetwas stimmt grundsätzlich nicht. Livianus stellte die selbe Frage, welche Valeria zuvor selbst gestellt hatte. Meridius schüttelte den Kopf. Es war wohl doch besser, die Sache gleich anzusprechen.


    "Stimmt etwas nicht? Valeria hat mir die selbe Frage soeben gestellt gehabt..."


    Er sah die beiden fragend an.


    "Also raus damit."

  • Seine Unachtsamkeit hatte die beiden also verraten. Andererseits musste es irgendwann raus. Livianus atmete tief durch und sah zu Valeria. Sie machte nicht gerade dein Eindruck, als ob sie mit Meridius reden wollte, also begann er.


    “Maximus….. wir haben eine traurige Nachricht. Valerias Kind….. es…… es ist gestorben.“

  • Meridius hörte die Botschaft wohl, musste sie jedoch ersteinmal kognitiv verarbeiten. Valerias und damit auch Maximians Kind war tot. War es eine Todgeburt gewesen? Oder kam das Kind zu früh und verstarb dann? Und wieso hatte man ihn nicht gleich benachrichtigt?


    "Wann ist es geschehen?"

  • Valeria presste die Lippen aufeinander und starrte ins Nichts. Sie wollte nicht darüber reden, denn sie wusste, dass auf diese Neuigkeit unwidertuflich eine andere folgen mochte. Verstohlen sah sie sich nach einem Sklaven um, der hoffentlich bald beginnen würde, das Essen aufzutragen. Glücklicherweise steckte in diesem Moment jemand den Kopf herein und sah die drei fragend an. Valeria nickte hastig und der SKlave verschwand, Valeria mit den beiden Cousins allein lassend. Wann das Donnerwetter über Unachtsamkeit, über der Götter Unwillen und über Verrat an Maximian wohl losbrechen würde? Valerias Geis übertrieb. Sicherlich würde Meridius so nicht reagieren, das wusste sie auch. Trotzdem fühlte sie sich schuldig.

  • Livianus fühlte sich absolut unwohl bei diesem Gespräch, was bestimmt auch daran lag, dass die beiden Männer hier über Valeria sprachen, als ob sie selbst nicht anwesend wäre.


    "Es geschah einige Tage nach ihrer Ankunft hier im Castellum. Es kam bereits Tod zur Welt."

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