Porta - Der Eingang der Villa Claudia

  • Nachdem Proximus auf dem MArkt geweilt hatte und dort eine ganz und gar spassige Erfahrung gemachte hatte schritt er an die Türe der claudischen Villa.



    War der Hausherr zu Hause ?
    Würde er ihm Gehör schenken....?


    Proximus wusste es nicht..... dachte sich aber, wer nicht fragt, bekommt auch niemals Antwort.....


    Proximus hoffte im Bezug auf die gemeinsamen Vorfahren, welche großes geleistet hatten... auf einen Erfolg seiner "Mission"....



    Er klopfte an die Türe der claudischen Villa....und wartete ..

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    DECURIO - MISENUM

    Klient - Lucius Aelius Quarto

  • Da niemand auf das Klopfen und rufen von Proxiumus reagiert hatte....nahm er an, dass niemand im HAuse sei oder etwas sehr wichtiges im HAuse vor sich ging.



    KOmisch das nicht einmal ein Sklave an die Tür kam.... und das bei einer patrizischen FAmilie...


    Nein da konnte keiner zu HAuse sein alles andere wäre ja ein Affront..... -.^


    Iulius nahm eine kleine Wachstafel und notierte darauf eine NAchricht.


    Ad Herius Claudius Menecrates


    Salve
    Herius Claudius Menecrates


    Ich wollte Dich in verschieden Angelegenheiten sprechen, konnte Dich aber leider nicht antreffen. Wenn Du mal Zeit hast, könntest Du mir ja eine Nachricht zukommen lassen, in die Casa der Iulier.


    Vale


    Marcus Iulius Proximus


    Proxiumus hoffte den Claudier so erreichen zu können.... dann wandte er sich von der Tür ab , nachdem er dort dioe Wachstafel hinterlegt hatte, und begann mit seinem Heimweg.....


    ein bisschen Enäuscht war er ja schon, dass man ihm nicht geöffnet hatte..

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    Klient - Lucius Aelius Quarto

  • Der Ianitor musterte Andronicus ungläubig. Er schien überrascht zu sein. Doch Andronicus ließ sich nichts anmerken und gab ihm die Auskunft:


    "Salve, mein Name ist Andronicus. Mein Dominus Marcus Claudius Verus und sein Bruder Appius Claudius Sabinus wünschen den Hausherren zu sprechen."


    Während er auf die Antwort wartete, machte er eine bedeutungsvolle Geste in Richtung der Sänfte. Dort waren die Vorhänge etwas zur Seite gezogen, sodass der Ianitor in die Sänfte blicken konnte und auch Verus und Sabinus das Gespräch verfolgen konnten.

  • Langsam ging Siv durch die Straßen Roms, auf die Villa Claudia zu. In der Villa selbst war sie noch nie gewesen, dennoch wusste den Weg, kannte sie sich doch inzwischen einigermaßen in Rom aus und fand sich auch tatsächlich zurecht, jedenfalls in dieser Gegend, wo die Straßen breiter und übersichtlich angelegt waren als beispielsweise auf den Märkten. Dort hatte Siv manchmal immer noch Orientierungsschwierigkeiten, vor allem wenn viele Menschen unterwegs waren. Aber das mochte auch daran liegen, dass sie Menschenmassen nach wie vor nicht leiden konnte, jedenfalls nicht wenn sie sich darin befand. Zu viel Gedränge machte sie einfach nervös, und es gab wenig, was sie dagegen tun konnte, obwohl sie sich inzwischen weit genug daran gewöhnt hatte, dass sie nicht mehr nahe daran war in Panik zu geraten. Nervös war sie allerdings auch jetzt, während sie sich ihrem Ziel näherte, was sich unter anderem darin äußerte, dass ihre Zähne ihre Unterlippe malträtierten und ihre Hände wie kleine unruhige Vögel herumflatterten, an ihrer Tunika herumfingerten, sich hinter ihrem Rücken verschränkten, Haarsträhnen verdrehten, nur um dann wieder an der Tunika zu zupfen. Sie wusste wohl, welches Risiko Brix einging, ausgerechnet sie zu schicken – und welchen Vertrauensvorschuss das bedeutete. Nachdem er das letzte Mal so auf die Nase gefallen war, ihretwegen, weil sie auf dem Fest der Fortuna ihr Temperament nicht im Griff gehabt hatte, obwohl sie doch wusste, dass sie gegen einen Römer immer den Kürzeren ziehen würde… Kurz, Siv war sich im Klaren darüber, dass Brix eigentlich nicht sie hätte schicken dürfen. Wenn Corvinus nicht extra betont hatte, dann wohl nur weil er dachte, dass auch Brix klar sein dürfte, dass sie nicht in Frage kam. Aber der hochgewachsene Germane vertraute ihr nun mal, und er schien es sich außerdem in den Kopf gesetzt zu haben, ihre Stellung im Haus wenigstens etwas wieder zu verbessern – jedenfalls gab er ihr noch eine Chance, diese nämlich. Wenn Siv ehrlich zu sich selbst war, dann musste sie sich eingestehen, dass sie nach allem, was sie sich geleistet hatte in der letzten Zeit – gerade auch gegenüber Brix, sie musste nur an ihren Ausraster in der Küche denken –, dass sie nach all dem sich keine Chance mehr gegeben hätte, nicht so und nicht so bald. Aber Brix schien überzeugt davon, dass man mit Vertrauen mehr erreichen konnte als Misstrauen und Strafen, und zumindest bei Siv lag er richtig. Sie war fest entschlossen, den Germanen nicht schon wieder zu enttäuschen, und wenn Corvinus dadurch merkte, dass Brix gute Arbeit machte als Maiordomus – und vielleicht auch, dass es ihr ernst war damit, sein Vertrauen wieder zu erringen –, umso besser.


    Vor der Villa angelangt, strich die Germanin ein letztes Mal ihre Tunika glatt und fuhr sich kurz durch die Haare, um ein paar widerspenstige Strähnen hinter die Ohren zu verbannen, dann holte sie Luft und zwang sich, die Hände ruhig zu halten. Kurz wünschte sie sich, Brix hätte ihr die Zusage schriftlich mitgegeben, dann hätte sie jetzt etwas, um ihre Hände zu beschäftigen, aber vermutlich hätte sie die Schriftrolle nur verknittert. Sie ging die wenigen Schritte, die sie noch von der Porta trennten, und klopfte an.

  • Die Porta öffnete sich bereits während des ersten Klopfens. Sharif, der Ianitor, hatte nämlich jemanden hinauszulassen. Dementsprechend verwundert sah er nun die schmale Person an, die klopfte. "Einen Moment, Herrin", wandte er sich zu jemandem um, den die Sklavin nicht sehen konnte. "Mach erstmal Platz, dann kümmere ich mich um dich", fuhr er an Siv gewandt fort und öffnete die Porta nun so weit, dass Epicharis hinaustreten konnte. Statt aber achtlos an der Besucherin vorbeizugehen, studierte sie einen kurzen Moment deren Miene und schenkte ihr dann ein flüchtiges Lächeln.


    "So. Jetzt zu dir. Wer bist du und warum bist du hier?" fragte Sharif die Germanin, als Epicharis sich gerade umgewandt hatte und in Begleitung eines Leibwächters das Grundstück der Claudier verlassen wollte.

  • Womit Siv am wenigsten gerechnet hatte war, dass die Tür sich öffnete, kaum dass ihre Hand das Holz berührt hatte. Verblüfft stand sie einen Moment da und starrte den Ianitor an, der ebenso verwundert zu sein schien wie sie. Der Mann war aber schneller als sie, seine Überraschung zu überwinden, denn noch bevor Siv überhaupt darüber nachdenken konnte, ihn zu grüßen oder ihr Anliegen vorzutragen, sagte er kurz etwas zu jemandem, der hinter ihm stand, dann wandte er sich ihr zu. "Ich…", begann sie, immer noch etwas verwirrt, auf Germanisch, dann meinte sie: "In Ordnung." Sie trat einen Schritt zur Seite, und gleich darauf verließ eine Römerin die Villa, in Begleitung eines Leibwächters, wenn Siv das Muskelpaket richtig einschätzte. Sie hatte keine Ahnung, dass das die Römerin war, der sie ihre Nachricht überbringen wollte, daher sagte sie nichts, sondern erwiderte nur deren Blick und unwillkürlich auch deren Lächeln.


    Dankbar für diese kleine Geste, die ihr etwas von ihrer Unruhe nahm, sie könnte irgendetwas vermasseln bei diesem eigentlich so simplen Auftrag, wandte sie sich wieder dem Ianitor zu, der sie angesprochen hatte. "Cor…" Sie stockte, als ihr bewusst wurde, dass sie außerhalb der Villa Aurelia ihren Herrn besser nicht nur Corvinus nannte, verschluckte den Rest und setzte neu an. "Aurelius Corvinus schickt mich. Ich habe eine Nachricht, für Claudia Epicharis." Sowohl die ihr in den letzten Wochen verstärktes Bemühen, Latein endlich vernünftig zu lernen, als auch die Unterrichtsstunden bei den Flaviern zeigten allmählich Wirkung, in diesem Moment vor allem aber die Tatsache, dass sie sich die Worte vorher zurecht gelegt hatte.

  • Der Ianitor blinzelte und zuckte dann mit den Schultern. "Ich würde sagen, du hast sie gerade verpasst", sagte er und deutete auf Epicharis' Silhouette, die soeben links hinter einer Mauer verschwand. "Dies ist Claudia Epicharis. Ich kann ihr gerne etwas ausrichten, wenn du ihr nicht hinterherlaufen möchtest." Sharif glaubte nicht, dass die Germanin herumfahren und der Claudierin hinterherlaufen würde. Doch er kannte eben Siv nicht.


    Epicharis hatte indes etwas ganz anderes im Sinn. Sie steuerte die Märkte an, genau genommen standen heute drei besondere Geschäfte auf ihrer Liste, die sie aufsuchen wollte, um dort einige Arbeiten in Auftrag zu geben. Frohen Mutes - wie sollte es auch sonst anders sein? - und mit einem dauerhaften Lächeln auf den Lippen, ging sie durch das Villenviertel zur Stadt hinunter, in der das Leben tobte.

  • Siv starrte den Ianitor überrascht an, als der ihr sagte, dass die Römerin gerade eben Epicharis gewesen sei. Im ersten Moment schien ihr Kopf leergefegt zu sein, dann fingen ihr Gedanken zu rasen an. Sie war weg? Wenn sie weg war, dann konnte sie ihr die Nachricht nicht überbringen. Bei allen Arten, auf die sie diese Sache hätte vermasseln können, die sie im Kopf durchgespielt hatte zuvor, war sie nicht auf die Idee gekommen, dass die Claudia schlicht nicht anwesend sein könnte. Die Germanin dachte nicht daran, dass das ja nicht ihre Schuld war, und dass ihr auch kaum jemand die Schuld dafür geben würde daheim – Corvinus nicht, und Brix schon gar nicht. Sie dachte nur daran, dass sie diesen Auftrag, den sie als eine Art letzte Chance sah zu zeigen, zu beweisen, dass sie eben doch zumindest ein gewisses Vertrauen verdiente, dass sie nicht nutz- und wertlos war, dabei war auch in den Sand zu setzen. Siv starrte den Ianitor noch einen Moment an, dann machte sie auf dem Absatz kehrt. "Danke! Ich lauf!" rief sie noch über die Schulter zurück, dann hetzte sie der Römerin hinterher, die sie gerade am unteren Ende der Straße um eine Ecke biegen sah.


    "Halt! Warte!" Dass sie möglicherweise gerade durch dieses Verhalten, das Rennen und Rufen, einen schlechten Eindruck hinterlassen könnte, daran dachte Siv ebenfalls nicht – genauso wenig wie daran, dass die Claudia und erst recht ihr Leibwächter vielleicht auch etwas ganz anderes vermuten könnten, wenn sie die Germanin sie verfolgen sahen. Siv beschleunigte noch einmal, flitzte um die Ecke, die die Claudia und ihr Begleiter zuvor genommen hatten, und wäre beinahe gestürzt. Sie stolperte ein paar Schritte, fing sich im letzten Moment und nahm dann wieder an Geschwindigkeit auf. Die Claudia war ihr immer noch ein gutes Stück voraus, aber immerhin war sie nun in Sichtweite, bis sie um eine weitere Ecke bog. Und Siv bemerkte, in welche Richtung die Römerin ihre Schritte lenkte. Noch einmal legte sie an Tempo zu – wenn Epicharis erst einmal die Märkte erreicht hatte, würde Siv sie mit Sicherheit verlieren, also näherte sie sich der Claudia in fast schon furchteinflößender Geschwindigkeit. Eine Vollbremsung würde ihr mit Sicherheit nicht gut bekommen, aber auch das interessierte sie im Moment wenig. "Warte! Du, Claudia, du, warte, ich hab was!"

  • Auch wenn es etwas mehr als drei Jahre zurücklag, das ich in Rom war und die heimischen Gefilde mir Rückhalt gaben, fühlte ich mich schon, als ich noch etwas entfernt von der Villa Claudia durch die Gassen schlenderte zuhause.


    An der Villa angekommen, klopfte ich energisch an die große Porta an, um endlich eingelassen zu werden. ich brauchte dringend ein Bad und neue Kleider.

  • Am heutigen Tage liefen die Sklaven in der Villa Claudia wie die Hühner aufgeregt durcheinander, denn der Hausherr hatte einen umfänglichen Frühjahsputz inklusive einer farblichen Umgestaltung der Wände des Atriums angeordnet, weil er der jahrelang üblichen Farbgebung überdrüssig geworden war.


    "Geh du", rief Silvana und schoss ohne auf die Antwort zu warten an Priscus vorbei.


    "Ich hab die Hände voll", beschwerte sich der Türsklave, drückte aber - als ihm niemand zu Hilfe kam, dennoch die Klinke mit dem Ellebogen herumter.
    "Salve, was ist das Begehr?", fragte er, ohne so recht hinter der Tür hervorzukommen. Erst im nächsten Augenblick linste er um das Türblatt herum.

  • Die Porta öffnete sich und nach ein paar Augenblicken bekam ich auch denjenigen zu Gesicht, welcher die Klinke betätigte. Sehr herzlich war der Empfang demnach nicht. War mein Kommen ja auch im voraus nicht angekündigt.
    "Salve, ich bin´s Lepidus."
    Ich schmunzelte. "Ich begehre eingelassen zu werden. "Ich bin´s Claudius Lepidus." Hatte ich mich so verändert? Das Gesicht des Türsklaven war aber auch mir kein bekanntes, deswegen nannte ich hinterher mal noch meinen ganzen Namen zur Vorsicht.

  • "Oh, Verzeihung, Herr", sagte der Sklave und trat einen Schritt zurück. "Sharif ist erkrankt und wir vertreten ihn gemeinschaftlich. Beim Eintreten bitte Vorsicht, es stehen Leitern und Eimer herum, und nicht zuletzt ist vorhin erst ein Farbeimer umgekippt."
    Der Sklave schwenkte die Quaste in Richtung des Unfalls, bevor er sie wieder umständlich auffing. Anschließend zuckte er bedauernd mit den Schultern.

  • Ein lauer Wind wehte durch die schmale Gasse. Ein warmer Wind, welcher vom Süden kam, und bis nach Etrurien hinaufreichte, und schon seit Tagen andauerte. Ja, dieser Wind war der ständige Reisebegleiter von zwei Gestalten gewesen, welche sich durch die Gassen von Rom mühten. Voraus ging ein schwer bepackter, schon ein bisschen betagter arabischer Sklave, dahinter eine groß gewachsene, sehr junge Frau.


    Das Mädchen hieß Claudia Romana und hatte schon lange nicht mehr den Boden Roms unter ihren Füßen gehabt. Ihr Blick ging nach vorne, doch schien durch ihren Sklaven durchzugehen, als ob er aus Glas sei, und sich dahinter eine Landschaft voller glorreicher Ereignisse offenbarte. Leichtfüßig schritt sie in langen Schritten einher. Sie hatte ein Lied im Kopf, welches sie einfach nicht vertreiben konnte und auch nicht vertreiben wollte! Das Lied, welches sie von einer Gruppe Straßenmusiker in Clusium gehört hatte, einige Stunden vor ihrem Aufbruch. Es war ein uraltes Lied aus einer Zeit, als Rom noch ein winziges, unbedeutendes Dorf war. Das Lied kündete von der Pracht des alten Clevsin, des mächtigsten Königreiches der Etrusker, welches Rom unterlegen war und dessen Hauptstadt, nun Clusium genannt, jetzt ein kleines, provinzielles Dasein führte. Ein Symbol für eine Kultur, die um so viel älter war als die römische.


    Clevsin war ein altes etruskisches Wort und hieß „der Platz der Geschenke“. Die Römer hatten den Namen verunstaltet, ihm den Namen Clusium, „der geschlossene Ort“ gegeben. Romana lag noch immer die traurige Stimme von ihrer Großmutter, Plautia Messala, im Ohr, welche sich beklagte über das Schicksal ihrer Stadt. Einst groß und mächtig, die Stadt des Lars Porsenna, welcher Rom so bedroht hat, wie es niemals mehr jemals tun würde – mit der Ausnahme von Hannibal – lag es nun armselig und klein darnieder. Die Plautier behaupten, ihr Stammbaum ließe sich auf den erwähnten legendären König zurückverfolgen. Somit wäre sie eine Nachfolgerin von zwei Monarchen... Lars Porsenna und Kaiser Claudius, dachte sich Romana schmunzelnd. Nicht, dass sie allzu viel Wert darauf gelegt hätte, doch einen gewissen Reiz hatte das schon.


    Selbst hätte sie doppel gemoppeltes monarchisches Blut in ihren Adern, nie wäre ihr das so wichtig gewesen wie die Tatsache, dass sie auserwählt worden war, von Vesta höchstselbst, in Person! In einem Feld nahe Clusium, dem „Platz der Geschenke“, welcher seinem Namen gerecht geworden war, war sie ihr erschienen, in all ihrer Pracht, und hatte Romanas Leben einen Sinn gegeben.


    Noch immer hatte sie die Musik im Ohr. Unbewusst richtete sie ihre Schritte nach dem Rhythmus aus und tänzelte mit einem ganz feinen, kaum merkbaren Lächeln über die Pflastersteine von Rom. „Mm, mm...m, m, m...mm, mm, mm, hmhmhmhm....“, summte sie ganz leise vor sich hin, damit es niemand sonst hören könnte, nur sie.


    Der Wind wurde ein bisschen stärker, und die Falten ihrer Kleidung wurden herumgebeutelt. Romana kam aus dem Takt. Mit einem leisen „Ui“, raffte sie ihr Kleid ein wenig zusammen und zog es enger an ihren Körper, hoffend, das nichts davonflattern würde, wie weiland ihr geliebter Schal auf einem Ausflug ins ländliche Etrurien!


    So herzlos wieder in die Realität geworfen, aus den Träumereien über das alte Clevsin herausgerissen, blickte sie nach vorne und fixierte den Rücken von Saud – so hieß der Sklave – mit stechendem Blick.


    [Blockierte Grafik: http://img231.imageshack.us/img231/209/abdullah250.jpg]
    Saud war nicht zu beneiden. Das nicht im letzten Satz ist zu betonen. Die Hitze plagte, das Gewicht der Gepäcksstücke – wieso mussten diese Frauen immer so viel aufladen? Es war, als ob man Steine schleppte – und dann noch das Gefühl, dass jeder Schritt beobachtet wird. Zuerst waren sie in einer rumpeligen Kutsche gereist, und als Saud, mit seinem armen Rücken, schon dachte, es geht nicht mehr, da musste er noch Kisten schleppen. Besser ging es wirklich nicht, dachte er sich ironisch und schleppte weiter. Es würde so weiter gehen. Bis sie in die Villa Claudia kämen. Hoffentlich würden sie bald da sein.
    Kaum hatte er diesen Satz in Gedanken ausformuliert, bogen die beiden um eine Ecke, hinter der man sehr gut ein prachtvolles Haus sehen konnte. Romanas Gesicht erhellte sich, und es entfuhr ihr ein lautes „Endlich! Hurra!“. Sie legte eine schnelle Gangart ein, überholte den armen Saud und eilte schneller, als es einer Dame ihres Standes angemessen war, zur Türe der Villa. Endlich zuhause! Endlich waren die Mühe der Reise vorbei! Endlich... Bäng.


    Um dieses jetzt vielleicht etwas überraschend kommende Wort zu verstehen, muss man wissen, dass die Villa Claudia ein Vordach über der Türe hatte. Sie bereitete niemandem Probleme. Außer Romana. Immer wieder vergaß sie das Vordach, welches gerade tief genug hing, dass sie sich die Stirn daran anhaute, aber zu hoch, als dass sie es sehen konnte, wenn sie ihre Augen leicht zu Boden gerichtet hielt. Die Freudenlaute waren verstummt, stattdessen konnte man einen gemurmelten Fluch hören, der alles andere war als damenhaft oder ziemlich. Romana drückte ihre rechte Hand auf ihre Stirn, blickte aufs Vordach hinauf und wünschte es dorthin, wo der Pfeffer wächst. Den Göttern sei Dank war nichts Schlimmes passiert, und sie hatte sich auf nicht ernst angehauen, aber weh tat es schon.


    Hinter ihr kam Saud dahergedackelt. „Sayida? Alles in Ordnung?“, fragte Saud in seinem grollenden arabischen Akzent, Romana drehte sich um und blickte auf ihn herab. „Jajaja! Danke der Nachfrage! Nichts passiert!“, meinte sie, hatte sie doch Verstand genug, um zu wissen, dass sie sich ihre Pein selbst zuzuschreiben hatte, besser gesagt, ihrer Höhe. Obwohl die gute Aussicht von hier oben auch nicht zu verachten war.


    Saud stellte mit übertriebenen Ächzen die Kisten ab, und es blieb an Romana hängen, zu klopfen, wenn sie nicht ewig warten wollte. Also tat sie dies.


    Sim-Off:

    Falls es jemanden interessiert: Das Lied heißt „La Folia“ und stammt in jener Version vom barocken französischen Komponisten Jean-Baptiste Lully. ;) Ignoriert das Getue um Ludwig XIII im Video. ;)

  • Nur einen Tag später kündigte sich eine weitere Ankunft eines Familienmitgliedes an. Fast konnte man annehmen, die Verwandtschaft wolle entweder tatkräftig mit klugen Ratschlägen beim Renovieren helfen oder die Gelegenheit nutzen, den Hausstand einmal von seiner chaotischen Seite kennenzulernen. Gestern wie heute musste einer der vorbeiflitzenden Sklaven innehalten, um die Tür zu öffnen, denn Sharif hütete noch immer das Bett.
    Am heutigen Tage traf es Aintzane, die der Tür am nächsten stand, zuvor aber unfreiwillig mit dem Sonnengelb der neuen Wandfarbe Bekanntschaft gemacht hatte. Sie verzog das Gesicht, machte aber dennoch bereitwillig auf.


    Vor der Tür stand eine fremde Frau, dahinter ein Mann, beide hatte sie noch nie gesehen, denn sie gehörte nicht von Anfang an zum claudischen Haushalt. Sie räusperte sich.


    "Salvete, was kann ich für euch tun?"

  • Zitat

    Original von Herius Claudius Menecrates
    "Oh, Verzeihung, Herr", sagte der Sklave und trat einen Schritt zurück. "Sharif ist erkrankt und wir vertreten ihn gemeinschaftlich. Beim Eintreten bitte Vorsicht, es stehen Leitern und Eimer herum, und nicht zuletzt ist vorhin erst ein Farbeimer umgekippt."
    Der Sklave schwenkte die Quaste in Richtung des Unfalls, bevor er sie wieder umständlich auffing. Anschließend zuckte er bedauernd mit den Schultern.


    Ich schmunzelte, als der Türsklave um Entschuldigung bat. Ich betrat die Villa und es roch nach Farbe. "Frühjahrsputz, mhhh?"
    Meinte ich nichtssagend und da war ich endlich wieder daheim.


    Erst einmal meine Sachen auf mein Zimmer bringen dachte ich mir und dann noch etwas frisch machen. Ich war total ausgelaugt von der langen Reise. Vielleicht wäre auch ein Besuch in den Thermen ein probates Mittel gegen einen gestreßten Körper.

  • Romana wusste nicht, dass innerhalb der letzten Tage ungewöhnlich viel Betriebsamkeit eingekehrt war bei ihrer Familie. Sie hätte sich sicherlich gewundert, wieso es in der claudischen Villa zuging wie in einem Taubenschlag, aber zur selben Zeit hätte sie auch garantiert nichts dagegen gehabt, dass ihr Geschlecht nicht ausdünnte wie ein vertrocknender Bach. Mit einem freundlichen Lächeln blickte sie auf die junge Frau, welche die Tür geöffnet hatte, auch wenn sie sich wunderte, dass es nicht Sharif war, der aufmachte. „Salve.“, hörte sie sich sagen. „Ja, das kannst du.“


    Sie blickte zu ihrem Tollpatsch von Sklaven, und zu ihren Gepäcksstücken, in welchem sich selbstverständlich nur absolut essentielle und lebensnotwendige Gebrauchsgegenstände befanden (wie 20 Flaschen von verschiedenen eigenartig riechenden Parfums, Kleider – natürlich nicht aus ordinärer Wolle, sondern aus ägyptischen Kattun - von verschiedenen, irgendwie leicht aus dem Rahmen fallenden Farben, verschiedenste Schuhe bis zum Abwinken, Maniküre von verschiedenster Art von allen Provinzen des Imperiums – inklusive Waid! - , und ein paar heiß geliebte (Schund-)Bücher), welche man sich als Patrizierin einfach schuldig war. Saud stellte die Kisten einfach mit einem Donnern auf die Erde ab, wobei Romanas Kopf zwischen ihre Schultern hineinfuhr, sie die Zähne aufeinander biss und scharf die Luft einziehend auf das Klirren wartete, mit welchem sich ihre Glasvasen (welche sie natürlich auch mitgenommen hatte) verabschieden würden. Doch dies blieb aus. Die manlischen Sklaven hatten die Vasen gut eingewickelt. „Du Lümmel!“, rief sie aus. „Du kannst ja GAR nichts! Muss ich die Kisten jetzt schleppen, oder wie?“


    Saud blickte zu ihr hin und setzte einen schuldbewussten Blick auf. Romana seufzte. „Mach das das nächste Mal einfach vorsichtiger, Saud.“ Mehr sagte sie nicht. Die Freude, wieder daheim zu sein, hatte sie in eine erstaunlich vergeberische Stimmung versetzt. Ob Sauds Fahrlässigkeit würde sie ihm jetzt sicher nicht um den Hals fallen, aber sie war jetzt echt nicht darauf aus, sich ihre Stimmung kaputt machen zu lassen.


    Sie wandte sich an das Mädchen und runzelte kurz die Stirn. „Wo waren wir? Ach ja. Du kannst mir helfen. Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Claudia Romana, das ist mein Name. Und das ist Saud, Leibsklave von Beruf.“, machte sie mit einer fahrigen Handbewegung zum Araber hin. „Ich will, muss, mit meinem Vater reden. Herius Claudius Menecrates, das ist mein Vater.“, fügte sie erklärend hinzu. „Sag ihm am Besten, ich wäre wieder da, und habe vor, wieder bei ihm zu leben. Das macht ihm hoffentlich nichts aus...“, fügte sie leise hinzu, denkend, dass dies die Götter geben mögen. „Und ich habe ihm etwas ganz Wichtiges zu sagen. Kannst du das machen?“ Letzteres war selbstredenderweise eine rhetorische Frage, und auch als solche gemeint.

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