[Officium] Regionarius | Gaius Flavius Catus

  • Dies ist die Amtsstube des Regionarius


    Gaius Flavius Catus




    Ein Regionarius ist ein abkommandierter Offizier (Tribunus Angusticlavius) einer regulären Militäreinheit und dient als Polizei- und Justizchef einer Region. Er ist insbesondere für die Sicherheit auf den Straßen verantwortlich und kann zu diesem Zweck Soldaten für Straßenposten anfordern. Er ist dem Legatus Augusti pro Praetore unterstellt und befehligt ggf. einen Centurio Statorum, der ihn bei seinen Aufgaben unterstützt.

  • Ich bezog ein neues Officium. Entweder war ich abergläubisch, oder aber paranoid, doch nach dem Besuch meines Bruders wollte ich für die Zukunft keine Risiken eingehen. Das neue Officium lag wesentlich günstiger, eine Etage höher und am Ende des Ganges. Die Nebenzimmer ließ ich mir ebenfalls zuordnen und die Türen schließen. Auf diese Weise beruhigt, wanderte auch mein Archiv um eine Etage nach oben. Offiziell schob ich Rheuma vor. Die Bodenfeuchtigkeit im Erdgeschoss war mir eindeutig zu hoch.

  • Ich saß gerade in meinen neuen Officium und überlegte mir, welche Arbeit ich als erstes meinem neuen Scriba aufhalsen sollten, als es an der Türe klopfte, einer meiner Männer eintrat und einen Brief überreichte, welchen er von einem Informaten aus der Regio Hispania Baetica, genauer aus Corduba erhalten hatte. Auch wenn dies nicht mehr mein Zuständigkeitsbereich war, war ich dennoch so schlau gewesen, ganz Hispanien mit Informanten und Spitzeln zu überziehen.


    Interessiert öffnete ich das Schreiben und erstarrte erstaunt. Die Zeilen handelten von allgemeinem Blabla, dann jedoch erzählten sie etwas von Gerüchten, dass eine verbannte Senatorin aus Rom eingetroffen sei, welche Corduba zu ihrem Exilort gewählt habe. Er selbst habe sie noch nicht gesehen, aber die Dienerschaft und die Sklaven kämen ihm bekannt vor. Es seien die selben, welche er vormals am Hofe der Messalina Oryxa zu Tarraco gesehen habe. Wenn es sich also tatsächlich um eine Senatorin handeln würde, könne es niemand anderes als eben jene besagte Messalina sein.


    Ich ließ das Schreiben zu Tisch sinken und dachte nach. Erst vor kurzem war mein Bruder hier aufgetaucht. Messalina wurde verdächtigt. Und nun war sie hier in Hispania - im Exil. Doch warum Corduba? Sie hatte mit dieser Region bisher kaum etwas zu tun. Irgendwas musste sie im Schilde führen.


    Ich beschloss einen Informanten darauf anzusetzen.

  • Verdammt nochmal! Wo trieb sich mein Scriba wieder herum? Sollte er nicht in meinem Officium auftauchen? Oder wie waren wir verblieben? Ich schüttelte den Kopf und nahm einen Schluck von dem Wein. Ich würde unbedingt dafür Sorge tragen müssen, dass auch sein Officium um eine Etage nach oben wanderte. Bei den Göttern, es ging nicht an, dass ich mir immer die Füße aus dem Leib rennen musste...

  • ... kam Livilla in die Curie, um einmal zu sehen, wie ihr Arbeitgeber wirklich arbeitete und wie es dort aussah. Sie hatte sich mit einem höflich-freundlichen Lächeln durchgefragt und stand nun vor der Tür, klopfte an.

  • Es klopfte an die Türe. Hatte sich mein Scriba endlich zu mir her verirrt? Ich hoffte es für ihn und schrieb weiter an dem Dokument.


    "Herein!"


    Irgendwie dachte ich, sollte er schreiben und nicht ich. Ein gewisser Missmut stieg in mir auf, doch ich wollte mir nichts anmerken lassen. Ich war ja schließlich froh, dass man mir überhaupt einen Scriba zugestellt hatte.


    Mir fiel ein, mit welcher Aufgabe ich ihn zuerst betrauen würde...

  • Livilla öffnete die Tür und trat gut gelaunt ein, schloss sie auch gleich wieder hinter sich. Dann sah sie sich erst einmal in dem Raum um.


    "Hier lässt es sich sicherlich gut arbeiten", lächelte sie.

  • Ich hatte mit fast jedem gerechnet nur nicht mit Livilla. Was wollte sie hier? Ich sah sie fragend an und wra mir nicht ganz sicher. Sie schien gut gelaunt, oder täuschte ich mich? Hatte sie Probleme mit einem Kunden gehabt? Vorsichtshalber fragte ich.


    "Ja, es lässt sich angenehm arbeiten. Doch was machst Du hier?
    Gab es irgendwelche Probleme? Ärger mit einem Kunden?
    Wurdest Du bestohlen?"


    Ich legte das Schreibzeug bei Seite.

  • "Würde ich dann mit solch guter Laune zu dir kommen?", fragte Livilla lächelnd und trat ans Fenster, blickte hinaus. "Ich wollte einfach sehen, wie und wo du arbeitest."

  • Ich sah ihr nach, wie sie an das Fenster trat und hinausblickte.


    "Jetzt weißt Du zumindest wo ich arbeite."


    sprach ich trocken und versuchte sie einzuschätzen. Sie war zweifelsohne eine reizende Person, doch warum sie mir ins Officium folgte, entzog sich mir.


    Dann griff ich wieder nach einem Dokument und schrieb weiter.

  • Livilla drehte sich um und lächelte ihn an, kam sogar zu ihm, stellte sich hinter ihn und strich ihm sanft über die Haare.


    "Wer wird denn hier so knurrig sein? Du bist einsam, nicht wahr? Immer in diesem Büro, ohne Gesellschaft, ohne Abwechslung. Das muss schrecklich sein, Balbus, verdammt schrecklich", flüsterte sie in sein Ohr, ehe sie sanft an seinem Ohrläppchen knabberte. Sie wusste, dass sie ihn schon wieder reizte, diesmal aber beabsichtigt und sie wusste, was kommen würde - zumindest ungefähr. Ihre Lippen noch immer an seinem Ohr, strich sie mit den Händen an seiner Brust abwärts, dann wieder aufwärts, seine Arme entlang, bis sie ihre Finger mit den seinen verflocht. "Lass mich die Stunden ein wenig versüßen", bat sie und küsste seinen Hals.

  • Sie verstand es immer wieder. Ihre Küsse an meinem Hals, das Knabbern und ihre Finger auf meiner Brust. Auch wenn mir nicht wirklich danach war, stieg doch das Verlangen in mir auf. Livilla - was war sie für eine Frau und was trieb sie an?


    "So, Du willst mir die Stunden hier versüßen?"


    Ich lächelte und blickte zur Türe.


    "Hast Du zugemacht? Es könnte jeden Moment ein wunderfitziger Scriba auftauchen. Sie tauchen nie auf, wenn man sie braucht, aber für solche Situationen haben sie ein Gespür..."

  • "Ich habe die Tür geschlossen, verschlossen habe ich sie nicht", antwortete Livilla lächelnd und küsste seinen Nacken. "Aber macht es nicht einen besonderen Reiz aus?", fragte sie weiter und hielt mit ihren zarten, fast schon schüchtern zu nennende Liebkosungen nicht inne.

  • Entweder sie war ein Geschenk der Götter, oder aber sie war ein Fluch. Vielleicht war sie sogar beides in einer Person. Pandora hätte man sie nennen sollen.


    "Oh in der Tat ein ganz besonderer Reiz. Nur ist das hier die Curie. Wenn der Proconsul durch meine Türe platz hat es sich schnell ausgereizt. Oder willst Du diesen dann auch verführen?"


    Ich packte mit der Rechten nach einer Brust.

  • "Wenn es dein Wunsch ist", flötete Livilla, löste sich dann aber von ihm und trat zur Tür, schloss diese ab. "Das bedeutet aber auch, dass wir leise sein sollten und keine solche Verwüstung verursachen, wie in deiner Wohnung", grinste sie verschmitzt und lehnte sich an die nun verschlossene Tür.

  • Sie hatte selbstverständlich Recht. Wir mussten leise sein. Aber ein wirkliches Problem würde dies nicht darstellen.
    Solange SIE still bliebe.


    "Kein Problem."


    Ich sah sie mit einem Lächeln an. Der Gedanke an das Kommende ließ all mein Blut aus dem Kopf in tiefere Regionen strömen. Oh Venus... ich sollte ihr vielleicht demnächst einmal opfern. So verrucht wie ich zur Zeit lebte... es war schlimmer als zu meinen schlimmsten Zeiten in Rom...

  • Ich spielte den unschlüssigen Kunden und dachte nach.


    "Viel Zeit haben wir ja nicht. Ich muss eigentlich arbeiten."


    Sie brachte sich wieder in ihre verführerische Pose.


    "Aber Du könntest es Dir hier auf dem Schreibtisch bequem machen..."

  • "Auf dem Schreibtisch?", antwortete Livilla gespielt entsetzt. "Aber ob der mich überhaupt aushält?!?"
    Noch während sie sprach, kam sie auf ihn zu und setzte sich mit einem einzigen Schwung auf den Schreibtisch und streckte die Arme nach ihm auf, um ihn zu sich zu ziehen.

  • "Der hält dich schon. Bist doch ein leichtes Mädchen..."


    sprach ich und grinste. Dann erhob ich mich, schob den Stuhl nach hinten, drückte ihre beiden Beine und Schenkel auseinander und umfasste ihre Hüfte. So vor ihr stehend blickte ich in ihre Augen.


    "Und bist Du sicher, dass du diesmal nicht wieder davon läufst?"

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!