• Zum vereinbarten Termin für das Abendessen bei seiner Geschäftspartnerin erschien Macer an der Casa Pompeia. Standesgemäß in einer Toga gekleidet und begleitet von mehreren Sklaven ließ er nicht viel später als zur vereinbarten Uhrzeit anklopfen.

  • Der Ianitor öffnete auch die Tür, kaum das angeklopft worden war. Immerhin wurde der hohe Besuch heute schon erwartet. Das ganze Haus bereitete sich seit drei Tagen darauf vor.
    “Salve, Consular Purgitius. Es ist dem Hause Pompeia eine große Ehre, dich empfangen zu dürfen", begrüßte der alte Grieche den Senator ehrerbietig. “Wenn du mir gestattest, dich zu führen, bringe ich dich zu deiner Gastgeberin Iunia Axilla“, fuhr er fort, um den Gast ins Triclinium zu führen. Seine Sklaven würden im Hof versorgt werden, sofern er sie nicht mitzuführen gedachte, was ihm sicher niemand verwehren würde. Die Hausherrin hatte mehrfach betont, dass dem Gast jeder Wunsch zu erfüllen sei.

  • Als Seiana die Botschaft von ihrer Lectrix bekommen hatte, hatte sie sofort ein ungutes Gefühl gehabt. Die Dringlichkeit, mit der sie geschrieben war, machten allein schon deutlich, dass es um ein wichtiges Thema ging, und es gab nicht sonderlich viel Auswahl, worum es da gehen könnte, wenn der Name Iunius im Spiel war. Seiana würde zwar behaupten, dass sie im Lauf der Jahre zu einer Art friedlicher Koexistenz mit Axilla gekommen war – wobei es im Grunde ja nur einen wirklichen Ausbruch offener Feindseligkeit gegeben hatte, weswegen Waffenstillstand vielleicht auch wieder übertrieben war –, aber dennoch ließ sich nicht leugnen, dass sie nur das Nötigste miteinander zu tun hatten, und sich im Übrigen aus dem Weg gingen. Da Axilla ihre Arbeit als Lectrix ordentlich erledigte und kein Grund zur Klage gab, war das ohne Weiteres möglich. Axilla würde sie niemals in einer privaten Angelegenheit um Rat oder gar Hilfe bitten, da war Seiana sich sicher. Und sie wagte doch zu bezweifeln, dass es etwas war, was die Acta betraf – es hätte sie gewundert, wenn die Lectrix da besser informiert war als sie. Außerdem hätte sie sie dann kaum zu sich nach Hause eingeladen.
    Was also blieb noch? Im Grunde noch nur Seneca. Diesen Gedanken allerdings ließ Seiana nicht wirklich zu. Sie wollte nicht daran denken, dass er erzählt haben könnte, was zwischen ihnen passiert war – egal wem. Die Möglichkeit war da, sicher, aber sie wollte einfach nicht daran glauben. Und doch blieb das ungute Gefühl in ihrer Magengegend, und begleitete sie bis in den nächsten Tag hinein, als sie zur angegebenen Stunde in Begleitung ihrer Leibwächter zur Casa Pompeia kam und einen von ihnen an die Porta klopfen ließ, der sie auch gleich ankündigte, kaum dass die Tür geöffnet worden war: „Meine Herrin Decima Seiana ist von Iunia Axilla zu einem Gespräch eingeladen worden.“

  • Die Ankunft der Decima war bereits erwartet. Mehr als das, die Hausherrin hatte dem halben Hausstand frei gegeben für die nächsten Stunden und betont, dass sie keine Störung wünschte. Das war an und für sich schon außergewöhnlich. Nicht, dass sie Sklaven frei gab, sondern eher, dass sie alle regelrecht wegschickte und scheinbar nicht wollte, dass irgendwer mit im Raum war, um den Gast zu bedienen. Aber gut, sie war die Hausherrin, und ihre Befehle waren Gesetz. Über freie Zeit beklagte sich die Sklavenschaft sicher nicht.
    “Deine Herrin wird bereits erwartet. Wenn sie mir ins Atrium folgen möchte?“

  • „Hab Dank“, erwiderte Álvaro höflich und trat einen Schritt zur Seite, um die Decima vorbei zu lassen, und selbst mit seinem Kollegen im Vestibulum zu warten.

  • Von der Casa Iunia bis zur Casa Pompeia war es nicht weit. Neugierig bestaunte Diademata die römischen Gassen und Straßen durch die ihre Sänfte getragen wurde. Natürlich bemühte sie sich darum einen abgebrühten Eindruck zu erwecken, denn sie wollte ja nicht dass irgendwer sie für eine Provinzielle hielt der beim Anblick von Rom die Augen aus dem Kopf fallen! (Trotzdem: Wahnsinn! an jeder zweiten Ecke).


    Dann waren sie auch schon vor der Casa Pompeia angelangt. Elegant (aber auch ein bisschen ungeduldig) stieg Diademata aus und tippelte hinter ihrem Sklaven Tarik zur Porta.


    Der Sklave klopfte und kündigte dann den Besuch an. "Salve! Meine Herrin Iunia Diademata möchte gerne ihre Verwandte Iunia Axilla besuchen."


    Hoffentlich ist sie da. dachte Diademata, lächelte freundlich an Tarik vorbei und versuchte schon einen Blick in das Innere der Casa zu erhaschen (immerhin eine Casa die einer Iunia würdig war).

  • Der Ianitor betrachtete zunächst den Schrank von einem Sklaven und danach die weitaus zierlichere Dame, als er die Tür öffnete.
    “Wartet bitte einen Moment, ich werde fragen lassen“, meinte er höflich und öffnete schon einmal die Tür so weit, dass die Dame ins Vestibül eintreten konnte und nicht auf der Straße warten musste. Mit einem einfachen Wink flitzte auch schon ein Sklavenjunge los, um die Domina in Kenntnis ihres Gastes zu setzen.
    Es dauerte auch nur wenige Minuten, bis er zurück war und dem Ianitor mit eifrigem Nicken stumm das Einverständnis der Herrin mitteilte. Der ältere Grieche wandte sich also an die Dame, die jetzt offiziell als Gast empfangen wurde. “Die Domina Iunia Axilla befindet sich im Garten mit ihrem Sohn. Der Junge wird dich hinführen. Dein Sklave kann, wenn du es wünscht, solange mit mir in die Küche kommen.“

  • Auffällig unauffällig schaute sich Diademata im Vestibül um bis der Junge wieder zurück war. Mit einem erleichterten Strahlen nickte sie Tarik zu und folgte dann dem Sklaven durch das Haus zum Vestibül.
    Wirklich sehr schick hier, dachte sie dabei.

  • Seianas Sänfte steuerte das Haus der Pompeier an, nachdem sie - ohne es selbst zu wissen, bald nach der Iunia - aufgebrochen war, und einer ihrer Leibsklaven trat vor und klopfte an, um seine Herrin anzukündigen.

  • Der ältere Grieche öffnete und erkannte den "problematischen" Gast noch von der letzten Einladung als man extra die halbe Casa geräumt hatte, doch nun war auch der Hausherr zugegen weshalb er keinesfalls irgendwen direkt hätte wegschicken können, immerhin hatte der Pompeier regelmäßig Besuch von allen möglichen Leuten ...


    "Salve, wen wünscht deine Herrin zu sprechen? Der Procurator wird demnächst mit seiner Familie speisen."


    Natürlich hatte der Ianitor auch noch die Worte seines Herren zu diesem ganz speziellen Gast im Kopf und war daher entsprechend vorsichtig ...

  • [Blockierte Grafik: http://img718.imageshack.us/img718/5630/alvaroh.jpg]


    Ohne sich je wirklich darüber abgesprochen zu haben, hatte es sich so eingespielt, dass Álvaro stets die Aufgabe übernahm seine Herrin irgendwo anzumelden, sofern sie nicht noch andere Sklaven dabei hatte. Brans Zunge und sein ganzes Verhalten war zu... locker, um es freundlich zu umschreiben, als dass es sinnvoll gewesen wäre ihm solche Aufgaben zu übertragen. Und er hatte auch gar keine Lust darauf, Álvaro kannte ihn mittlerweile gut genug, um das zu wissen.


    „Meine Herrin Decima Seiana wünscht die Lectrix Iunia Axilla zu sprechen“, antwortete er auf die Frage des Ianitors. „Sie wollte dies eigentlich in der Acta tun, hat sie dort jedoch knapp verpasst, wie es scheint. Ein Subauctor meinte, die Lectrix befände sich bereits auf dem Heimweg und sei hier zu erreichen, wenn es dringend sei.“ Ganz so hatte der Subauctor das freilich nicht gesagt, da war nur etwas von einer Botschaft gewesen... aber nun ja. Gesagt hatte er in jedem Fall, dass die Iunia sich bereits verabschiedet hätte mit den Worten, sie würde nun nach Hause gehen.





    CUSTOS CORPORIS - DECIMA SEIANA

  • "Ich werde erfragen ob der Procurator sie gerade entbehren kann!"


    Daraufhin wurde ein Botenjunge losgeschickt um den Procurator über den Gast zu informieren, denn das war die Vorkehrung die dieser getroffen hatte um neuerlichen Streit zu verhindern. Kurz darauf erschien der Botenjunge erneut und tuschelte kurz mit dem alten Griechen ...


    "Der Procurator würde sich freuen wenn deine Herrin sich ihm und seiner Familie anschließt für ein gemeinsames Abendessen!"

  • Seiana wartete zwar nicht an der Porta, aber sie stand nahe genug, um zu hören, was gesagt wurde. Und sie war... gelinde gesagt verwirrt. Zum einen, weil der Ianitor offenbar gar nicht nach der Iunia selbst geschickt hatte, sondern nach ihrem Ehemann – aber das konnte doch unmöglich der Usus hier sein... sie hatte zumindest nie den Eindruck gehabt, dass Axilla sich bevormunden lassen würde. Eher konnte sie sich das Gegenteil vorstellen, vielleicht nicht bevormunden, aber manipulieren. Zum anderen überraschte es sie ein wenig, dass Pompeius sie zum Essen einlud, und dann noch so spontan.
    Allerdings: sie wollte mit der Iunia reden, damit die Sache ein für alle mal geklärt war. Und es würde sich sicher während eines solchen Essens die Gelegenheit ergeben, auch mal alleine mit ihr zu reden... und ihr Mann war einer der mächtigsten Männer der Kanzlei. Es wäre dumm, die Gelegenheit nicht zu nutzen, um ihre Bekanntschaft wieder etwas aufzufrischen. Wenn man überhaupt von Bekanntschaft reden konnte, nachdem sie nur einmal hier zum Essen gewesen war, mit Archias damals noch... als ihr zum ersten Mal aufgefallen war, dass etwas nicht stimmte, weil die Iunia sich so schamlos an ihn geschmiegt hatte. Was noch passiert war bei diesem Essen, in diesem Haus, dieser unsägliche Kuss, verdrängte Seiana einfach. Sie nickte Álvaro leicht zu und schickte dann Bran, ihren anderen Leibwächter, fort mit der Botschaft, in der Casa Terentia ausrichten zu lassen wo sie war, bevor er wieder zurückkommen sollte. Álvaro indes wandte sich wieder an den Ianitor: „Meine Herrin nimmt die Einladung gerne an.“

  • Der Ianitor lächelte sofort erfreut, scheinbar war das auch die Antwort auf die man hier gehofft hatte, oder der alte Grieche war einfach ein besonders guter Schauspieler ...


    "In diesem Fall ist es mir natürlich eine besondere Ehre deine Herrin herrein zu bitten und sie herzlich Willkommen zu heißen!"


    Der Botenjunge war schon wieder unterwegs um die Entscheidung zu übermitteln ... an den Hausherren, die Küche, die Dienerschaft und ... Nunja an die Hausherrin, darauf freute sich der Junge eher weniger ...


    "Wenn deine Herrin mir folgen möchte?! Dann geleite ich sie ins Triclinum."


    Natürlich lies man sich nun entsprechend Zeit, immerhin müssten noch ein zwei Vorbereitungen getroffen werden bevor auch der Gast eintreffen durfte, vor allem anderen natürlich damit auch der Speiseplan des heutigen Abends nochmals aufgebessert werden konnte ...

  • Sim-Off:

    Entschuldige, ich hatte gedacht, Imperiosus wird dich schon in Empfang nehmen


    Es dauerte einen Moment, bis sich hinter der Tür etwas regte. Der Ianitor öffnete selbige mit etwas Verzögerung und betrachtete kurz sein Gegenüber.
    “Salve. Wie kann ich dir behilflich sein?“ fragte der Grieche höflich.

  • Sim-Off:

    Das dachte ich auch


    Nach eniger Zeit wurde die Tür geöffnet. Auf die Frage des Ianitors antworte Icelus " Salve, ich wollte zu Imperiosus. Er wollte mir helfen hier in Rom Fuß zufassen und sich mit mir über meine weitere Pläne unterhalten.

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