Porticus et Peristylium

  • Fabia war gerade ausgehfertig auf em Weg zum Markt, als sie eine Stimme vernahm, die sie schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gehört hatte. Mit großen Augen suchte sie den Sprechenden und stieß dann einen spitzen Schrei aus.
    "MARCELLUS!!!"


    Kaum zwei Augenblicke später hing sie ihrem Bruder auch schon mit den Armen um den Hals und drückte ihn, dass ihm beinahe die Luft wegblieb.
    "Oh Marcellus, Marcellus! So schön ist es, dass du wieder da bist!" rief Fabia und ließ Marcellus nun wieder etwas Luft.


    "Wie geht es dir? Warum hast du nicht angekündigt, dass du nach Hause kommst? Vater hätte gewiss ein Fest veranstalten lassen..."

  • Da war er nun wieder daheim und wurde sofort herzlich begrüßt. Er war überrascht und sah aus, als hätte man ihn auf frischer Tat beim stehlen erwischt. "Fabia!" brachte er nur hervor. Damals hatte er entschlossen die Casa verlassen um seinen eigenen Weg zu gehen, er hatte kein Problem damit. Dennoch hinterließ der Umstand, dass er seine Schwester alleine lassen musste, einen faden Beigeschmack bei seinem damaligen Entschluss. Er war froh, sie heil wiederzusehen und sie konnte ihm ein Lächeln entlocken. "Vielleicht, weil dein Bruder kein großes Aufsehen durch seine Rückkehr auf sich ziehen wollte!" Ja, er haßte es. Alleine die Vorstellung, dass ein Dutzend Menschen zu ihm sagen würde, wie sehr sie ihn doch vermisst hätten und wie groß er denn geworden ist und was er so gemacht hätte, eckelte ihn an. Aber viel mehr war es wohl der Umstand, dass er gar nicht fest damit gerechnet hatte, dass er wirklich zurückkehren würde. Aber etwas ihn ihm führte ihn doch hier her zurück und er konnte sich nicht dagegen wehren. "Nun, sieh mich an! Dein Bruder ist groß und kräftig geworden und hat so einiges gesehen! Aber sag, wie geht es dir?"

  • ehrfürchtig war der Alte dem Bruder seines Kameraden durch die Gänge gefolgt, dann setzt auch er sich, dankend nahm er auch einen Becher Wein, nicht der erste heute .... ,"Ich habe mehrere Brüder, Octavius Metellus, Octavius Magnus, die beiden jüngeren und mein älterer Bruder Anton."

  • Octavius Anton. Er lässt sich den Namen im Geiste rekapitulieren. Es gibt nur eine Person, die er mit diesen Namen sofort assoziiert. Aber sollte hier ausgerechnet jener Consular gemeint sein.


    "Octavius Anton ?"

  • Nun war Tacitus überrascht.


    "Du siehst mich überrascht. Ich hielt mich dort desöftern auf, auf dem Landgut eines Freundes. Ist Dir die hügelige Landschaft Baeticas mit seinen Olivenhainen und der warmen Mittelmeersonne bekannt ? Ein wahrer Traum."


    Er geriet ins Schwärmen.

  • "Die Landschaft der Provinz übertrifft die des Umlandes Roms bei weitem. Mein Freund und heutiger Proconsul Agrippa sagte einst, Hispania sei seine wahre Heimat und nicht Rom, mit der schmutzigen Politik und dem verdorbenen Treiben."

  • "Du zählst den Proconsul Matinius Agrippa zu deinen Freunden ? Die Götter scheinen mir einen Streich zu spielen."


    Er nimmt einen tiefen Schluck.


    "Auch ich kenne den Proconsul recht gut, waren es doch seine Landgüter, auf denen wir in Abendstunden oft philosophierten und über die Politik sprachen."

  • "Ja, in der Tat. Er hat viel für Rom geleistet."


    Und er könnte mehr tun, dachte Tacitus, wenn er zurückkehren würde, nach Rom, in das Zentrum der Macht, wo er seinen Namen und seinen Einfluss geltend machen könnte.

  • "Er mag vieles vollbracht und für Rom getan haben, doch die politische Kultur wird rauher und bösartiger, ich mag behaupten, dass dies nicht seine Welt ist." der Alte kostete nun von dem Wein, "Sag weißt du ob etwas an dem Gerücht der Wahrheit entspricht, dass der Proconsul in Rom eingetroffen ist?"

  • "Ja, es stimmt. Er ist in Rom eingetroffen. Ich habe ihn selbst während der Wahlen mehrmals gesehen. er unterstützt wohl seinen Sohn bei desse ersten Schritten aufs politische Bankett."


    Das brachte ihm zu einem weiteren Thema.


    "Und hast Du Kinder ?"

  • "Hust, ich meinte natürlich Parkett. Ein Bankett mag sicher auch folgen, dann auf dem Parkett." korrigierte er noch schnell.


    "Ohne männlichen Stammhalter ? Nein, dieser Frevel ist uns erspart geblieben. Ich besitze 5 Söhne, die alle mehr oder weniger erfolgreich ihren Weg gehen."

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