• Livia lächelt erfreut ob des Angebots der Decima und sie nickt bejahend.


    "Sehr gerne. Das wäre wirklich wunderbar, wenn du uns da helfen könntest. Auch im Baugeschäft geht heute ja nichts mehr ohne gute Beziehungen. Noch dazu fehlt mir persönlich einfach die nötige Fachkenntnis und die Erfahrung, um die Qualität von Marmor wirklich einschätzen zu können. Misenum ist vielleicht nicht groß, aber es hat sich in den letzten Jahren wirklich sehr gut entwickelt. Davon handelte auch unser Artikel, wenn ich mich nicht irre. Mit der Hilfe und Unterstützung der Provinzverwaltung soll die Stadt zu einem Ort für die gehobenen Schichten werden. Es gibt ein kleines Projekt, in dessen Rahmen man dort ein Grundstück am Meer mit zugehöriger Villa erwerben kann. Letztere wird in genauer Abstimmung mit den Käufern neu errichtet, so dass sich besondere Wünsche noch problemlos verwirklichen lassen. Es ist wirklich eine sehr schöne Sache. Allein ein passender Name fehlt uns noch für unser Anwesen. Du hast nicht zufällig eine gute Idee?"


    Sie schmunzelt leicht, als Lucilla den Namen des Medicus nennt, der die Acta so zuverlässig mit medizinischen Ratschlägen für ihre Leser versorgt.


    "Apollonius kümmert sich bereits um den Bau unserer Villa in Misenum. Er scheint mir für sämtliche dortigen Baustellen zuständig zu sein. Insofern denke ich auch, dass er momentan ziemlich ausgelastet bin. Eine weitere Baustelle in Rom wäre sicherlich etwas zu viel des Guten. Aber wenn du meinst, dass Avarus noch ein wenig Zeit übrig hat, wäre es sicherlich ein guter Gedanke ihn einmal zu fragen. Ich werde mit Hungaricus darüber sprechen."


    Die Schilderungen bezüglich des von Lucilla genannten Vereins verfolgt Livia aufmerksam und mit wachsendem Interesse. Allein an einer Stelle verzieht sie kurz das Gesicht, hört jedoch weiter geduldig zu und antwortet erst, als die Erläuterungen abgeschlossen sind.


    "So, so" beginnt Livia mit ernster Miene. "Dann bin ich als Senatorin, sowie gewesene Quaestrix, Aedilis und Praetrix nach Meinung der Öffentlichkeit also unschicklich? Siehst du das ebenfalls so?" Sie fühlt sich an die ewig gleichen Vorwürfe der meist aurelischen Sprecher auf der Rostra erinnert und sie lässt einige Momente der strengen Stille verstreichen, bevor ihr Gesichtsausdruck wieder weicher wird und sie ein Lächeln andeutet. "Doch diese Vereinigung klingt nach einer sehr interessanten Angelegenheit. Es würde mir sehr gefallen, mich endlich einmal wieder in so gelöster Atmosphäre unterhalten zu können. Aber ich hoffe doch sehr, dass es nicht nur um politische Dinge geht. Die Diskussionen im Senat reichen mir diesbezüglich vollkommen. Häufig ist es einfach nur noch ermüdend. Hast du denn die Möglichkeit, uns zu einer solchen Gruppe Zugang zu verschaffen?"


    Sie betachtet die Auctrix PPA aufmerksam und mit Anerkennung im Blick. Es überrascht Livia durchaus ein wenig, dass Lucilla bereits so umfassende Verbindungen zur Gesellschaft Roms geknüpft hat. Doch ihr fällt schnell ein, dass diese sich als Praefecta Vehiculorum schon lange in der ewigen Stadt aufhält und die Zeit wohl kaum hat ungenutzt verstreichen lassen. Wahrscheinlich kann diese ein großes Netz von persönlichen Freundinnen und mehr oder minder guten Bekannten ihr eigen nennen. Angesichts deren Reaktion auf die Erwähnung des Banketts wölbt Livia verwundert die Augenbrauen.


    "Du hast keine Einladung bekommen? Das ist sehr befremdlich. Der Palast hat die Organisation übernommen. Aber vielleicht steht auch nur der Versand dieser Schreiben noch aus. Ich werde mich bei Gelegenheit noch einmal erkundigen. Ich hoffe doch sehr, dass wir uns zu jener Gelegenheit sehen."


    Das völlig unerwartete Herumdrucksen und Stottern Lucillas steigert nun noch den Ausdruck des echten Erstaunens, der in Livias Miene zu sehen ist. Ein solches Verhalten ist sie von der sonst so selbstbewussten jungen Frau überhaupt nicht gewohnt und sie fragt sich insgeheim, ob etwas besonderes dahinter steckt. Vielleicht weiß Lucilla etwas über Hungaricus, dass sie selbst nicht weiß, aber durchaus besser wissen sollte.


    "Wie es ist?" echot Livia zunächst und überlegt ein wenig. "Nun, es ist sehr angenehm. Ich kann nicht klagen. Privat ist er weitaus umgänglicher, als dies von außen manchmal scheinen mag. Weshalb fragst du?"

  • "Das hört sich wirklich traumhaft an. Irgendwann möchte ich auch wieder am Meer wohnen, vielleicht kann ich Avarus eines Tages dazu überreden, dass wir nach Hispania ziehen. Wenn man mit dem Meer aufgewachsen ist, dann zieht es einen immer wieder dorthin, zumindest mir geht es so." Die Hauptsache bei diesem Gedanken ist, dass Avarus nicht doch irgendwann auf die Idee kommen würde, sie in das Land seiner eigenen Kindheit, das dunkle, kalte und wilde Germania, zu bringen. "Ein Experte bin ich vielleicht nicht, was den Marmor angeht, aber ich denke ich verstehe genug davon. Man muss ja doch im Blick haben, was die Konkurrenz anbietet und ob man sich davor in Acht nehmen muss. Spätestens seit dem Besuch in Mauretania habe ich diesen Blick, denn wir haben fast einen ganzen Abend beim Besuch des Marmorbruchbesitzers über nichts anderes als Marmor geredet." Sie lacht leise bei der Erinnerung an diesen Abend, an dem sie zwar viel neues gelernt, sich aber auch manchmal weit, weit weg gewünscht hatte um dem endlosen Gerede über Stein und dem noch schlimmeren Gerede der Gastgeberin zu entgehen.


    Als Livias Mine etwas eisig wird, hebt Lucilla beschwichtigend die Hände. "Aber nein, ich denke soetwas absolut nicht! Ich halte mich aus der Politik heraus, ich habe weder Ehrgeiz noch Interesse daran, noch hätte ich die Ausdauer, mir diese ewig gleichen Leiern anzuhören. Aber ich bewundere jeder Frau, die sich dennoch nicht scheut ihren Weg im Cursus Honorum zu gehen. Ich bezog mich eher auf die Neider und Nörgler, die sich überall tummeln, mal ehrlich, wo kann sich eine Frau heute in die Öffentlichkeit stellen und etwas Konstruktives sagen, ohne dass direkt einer von diesen selbsternannten Moralaposteln auftaucht und ihr Wort madig macht, nur weil es das Wort einer Frau ist?" Sie zuckt mit den Schultern, das Thema ist es einfach leid, überhaupt ständig auf den Tisch zu kommen. "Ich bin sicher, meine Großtante könnte uns in eine Gruppe einführen, oder aber sie weiß jemand, der dies tun könnte."


    Den Kommentar bezüglich des Banketts übergeht Lucilla gekonnt, denn sie möchte lieber nicht darüber nachdenken, warum sie möglicherweise keine Einladung bekommen hat. Viel wichtiger ist sowieso Livias Antwort auf die recht persönliche Frage. Leider ist diese nicht halb so interessant, wie Lucilla es erhofft hat, dazu versteht sie auch nicht ganz, was Livia damit meint, dass Hungi von außen nicht umgänglich scheint. "Das freut mich sehr für euch." Sie nutzt die Gelegenheit, das Thema wieder in eine etwas andere Richtung zu biegen und endlich auch die Frage bezüglich ihrer Hochzeit zu stellen. "Also, ich frage deshalb, weil Avarus und ich nun bald heiraten wollen. Und... also, mir fehlt noch die Pronuba und da Hungaricus ja ein alter Freund der Familie ist und wir beide uns auch schon recht lange kennen, da habe ich gedacht, also gehofft, dass du diese Aufgabe vielleicht übernehmen könntest." Ein wenig geflunkert ist das natürlich, denn Lucilla fällt in ihrem mäßig großen Bekanntenkreis auch keine Frau ein, die in erster Ehe verheiratet wäre. "Meine Großtante hat immer gesagt, dass es wichtig wäre, dass die Pronuba in einer von den Göttern gesegneten Ehe steht, daher... daher meine Frage." Das wiederum ist tatsächlich nicht geflunkert. :]

  • Nachdem Sev nach seiner Versetzung den Rest des Tages frei bekommen hat, hat er sich zuerst einmal die neueste Ausgabe der Acta Diurna besorgt. Aber das, was er da lesen musste, hat ihm seine gute Laune sofort gründlichst verdorben. Rasend vor Wut hat er sich noch in voller Rüstung sofort auf den Weg durch die Stadt, direkt zum Gebäude der Acta Diurna gemacht. Ohne auch nur einen Moment inne zu halten stürmt er auf den Eingang zu und klopft donnernd an die Tür.


    "Aufmachen! Verdammt nochmal!"


    Es fehlt nicht viel und er wird sich gewaltsam Zutritt verschaffen.

  • Der Fußmarsch von der Casa Valeria bis zum Redaktionshaus der Acta Diurna hat nicht dafür gesorgt, dass Vics Wut sich abgekühlt hat, im Gegenteil, mit jedem Schritt ist er mehr in Rage geraten. Dass sein Bruder Sev vor der Tür der Acta Diurna steht, wundert ihn irgendwo ganz hinten in seinen Gedanken, vordergründig ist es aber vollkommen klar, dass der hier ist. "Boah, Junge, haste das gelesen?! Dat is ja wohl nich zu glauben, dat is ja wohl die Höhe! Wat is dat hier fürn Mistblatt? Haste schon die Verantwortlichen gefunden? Ich verlange Satisfaktion!"

  • Sev will gerade ernsthaft anfange, die Tür aufzubrechen, als ihn sein Bruder plötzlich dumm von der Seite anlabert und damit nich wenig riskiert. Doch gerade rechtzeitig bevor er sich auf ihn stürzt, erkennt er Vic noch und schnaubt nur wütend.


    "Dat kannste wohl laut sagen, Junge! So eine Kacke is mir ja noch nie untergekommen! Wat erlauben die beschissenen Schreiberlinge sich eigentlich? Mann, Mann, Mann, Mann! Ne Zeitung, die von lauter Weibern geführt wird! Dat kann ja nur schief gehn! Wenn die dat nich wieder zurücknehmen, dann seh ich aber tiefschwarz für die. Dann wird es Nacht!"


    Ungeduldig klopft er noch ein weiteres Mal in alter Präti-Manier an die Tür.

  • "Nacht? Zappenduster wirds dann, ich sachs dir, wir gehen vors Gericht! Der Patron is doch Anwalt und der Bruder vom Patron auch! Dann wird der ganze Laden dicht gemacht! Ich lass mir doch nich mein Leben versauen, wat meinste, was dat gibt, wenn sich das rumspricht! Die [SIZE=5]Bacchanalien[/size]! Scheiße, Mann, die können doch nich so ne Scheiße schreiben!" Mindestens ebenso ungeduldig glotzt er die Tür an, als könnte er sie allein durch seinen Willen aufzwingen. "Mann, wo bleiben die denn? Wat is dat für nen Verein? Weiber! Kannste doch vergessen, ey!"

  • Das Gespräch zwischen der Auctrix und der PPA wird jäh durch ein lautes Klopfen unterbrochen.
    "Herrje, was ist denn nun los?" Lucilla blickt in die Richtung, in der einen Gang entlang die Eingangstür zum Redaktionsgebäude liegt. "Da hat es aber einer eilig mit seiner Anzeige, dabei ist doch heute gar kein Redaktionsschluss." Sie schüttelt Kopf und wendet sich wieder Livia zu.


    Gerade macht Lucilla den Mund auf um noch etwas zu der Pronuba-Sache hinzuzufügen, als es nochmal an der Tür donnert. Ungehalten blickt Lucilla wieder zur Tür. "Also jetzt reicht es aber. Lukides!" ruft sie laut nach dem griechischen Scriba, der normalerweise die Anzeigen annimmt, doch es rührt sich nichts. "Ach herrje, Pollux hat ja alle abgezogen." Seufzend steht sie auf. "Ich gehe."


    Sie geht den kurzen Gang bis zur Eingangstür, öffent und grüßt mit missbilligendem Tonfall. "Salvete... die Herren! Die Anzeigen werden nicht billiger, wenn ihr die Tür einschlagt!" Dann erst realisiert sie, dass ein Praetorianer vor der Tür steht. "Oh."

  • Sev steht noch immer zu Vic gewandt und will seine Faust gerade wieder kraftvoll gegen die Tür knallen lassen, als diese plötzlich verschwunden ist und stattdessen die vom Florus da herumsteht. In letzter Sekunde merkt Sev das noch und nimmt seinen Arm wieder runter. Er mustert sie kurz und schüttelt dann den Kopf.


    "Hoi, lange nich gesehen! Tut mir leid, Süße. Wir unterhalten uns später. Lass mich da ma kurz vorbei."


    Er wartet nicht lange, dass sie zur Seite geht, und drängelt sich einfach an Lucilla vorbei durch die Tür, zielstrebig auf das Atrium zuhaltend. Innerlich noch immer brodelnd vor Wut sieht er sich da mit unheilvoller Miene um und entdeckt die Auctrix, die Oberschlampe von allen. Zähneknirschend geht Sev auf sie zu und legt sofort los.


    "Dat is ja wohl eine Unverschämtheit!!! Wer von euch Schmutzfinken hat diesen Artikel über die Vinalia geschrieben??? Ich verlange Satisfaktion! Dat is Rufmord, mindestens! Wenn ihr dat nich wieder richtig stellt, dann gibt das richtig Ärger! Ich will sofort Namen hören!!"


    Er baut sich vor Livia zu seiner vollen Größe auf und durchbohrt sie förmlich mit den Blicken.

  • Dass sein Bruder die Ehemalige vom Florus und Jetzige vom ehemaligen Consul, der keiner war, so gut kennt, das wusste Vic bisher gar nicht. Allerdings wundert ihn das nur irgendwo ganz hinten in seinen Gedanken, denn vordergründig wundert ihn bei Sev überhaupt nichts, vor allem nicht in Beziehung auf die Perlen dieser Stadt. Außerdem gibt es Wichtigeres zu tun, so grüßt er sie nur beiläufig mit einem kurzen "Salve!" und folgt seinem Bruder bis ins Atrium, wo dieser bereits seinen Zorn entläd, und stellt sich neben ihn. "Rufmord und Lügen, ihr veröffentlicht wohl jeden Dreck, den euch irgendwer unter der Tür durchschiebt! Dat gibt eine Klage, und zwar eine saftige!!!"

  • Mit offenem Mund bleibt Lucilla allein an der Tür zurück. Irgendwoher kennt sie die beiden Männer, doch ist sie sich nicht sicher, woher genau. Sie schließt eilig die Tür und dann auch endlich ihren Mund, ein Prätorianer hat nie etwas Gutes zu bedeuten. Sie stürmt den beiden hinterher und schon wird es laut im Atrium. 'Rufmord', 'Satisfaktion' und 'Lügen' werden in den Raum geworfen und es wird deutlich, dass sich das nicht auf Livia bezieht, sondern gegen die Acta Diurna gerichtet ist.


    "Was soll das denn hier werden?" fragt sie wütend, weil man sie so einfach an der Tür hat stehen lassen. Energisch tritt Lucilla an den Valeriern vorbei und zu Livia hin. "Könnte mir vielleicht einmal jemand erklären, was dieses Theater soll? Das hier ist das Redaktionsgebäude der Acta Diurna, falls ihr es nicht bemerkt habt! Worum geht es überhaupt? Und ganze egal, worum es geht, es ist kein Grund, hier so herumzubrüllen!" Sie stemmt die Fäuste in die Seite und schaut die beiden Männer abwechselnd mit bösem Blick an.

  • Livia sitzt noch immer seitlich auf ihrer Kline, richtet sich aber zu einer geraden Haltung auf, während sich die Ereignisse plötzlich überschlagen. Betont gelassen legt sie die Hände in ihrem Schoß zusammen und verfolgt die Geschehnisse aufmerksam. Sie denkt garnicht daran, sich von diesen Subjekten auch nur in irgendeiner Form reizen zu lassen. Ruhig und abweisend blickt sie zu dem ungehobelten Prätorianer auf und fixiert ihn nur stumm. Bevor sie ihm antworten kann, gesellt sich auch noch ein scheinbar völlig durchdrehender Septemvir hinzu und sorgt mit seiner derben Ausdrucksweise dafür, dass Livias rechte Augenbraue pikiert ein kleines Stück nach oben wandert. Zu guter Letzt kehrt auch Lucilla wieder zurück und ereifert sich nicht weniger leidenschaftlich. Livia atmet einmal tief durch, widersteht dem Drang sich die rechte Schläfe zu massieren und beginnt dann mit betont ruhiger Stimme, jedoch einem scharfen, warnenden Unterton, an die beiden Männer gewandt.


    "Meine Herren, ich muss doch sehr bitten. Ihr vergesst euch. Was auch immer vorgefallen sein mag, dass ihr euch derart echauffiert, rechtfertigt nicht ein solch unwürdiges Verhalten. Ich verlange Contenance. Auf der Stelle. Unter anderen Bedingungen bin ich zu keinem Gespräch bereit."


    In ihren Augen funkelt es bereits zornig und sie ärgert sich maßlos, dass ihr momentan keine breitschultrigen Türsteher zur Verfügung stehen.

  • "Bedingungen?" Vic muss an sich halten, dass er nicht aus der Haut fährt. Auch wenn er einige Worte in ihrem Satz nicht verstanden hat, dieses dreiste Weib stellt auch noch Bedingungen auf! Er schluckt ein paar wüste Beleidigungen runter, mäßigt seinen Ton aber kein bisschen. "Wenn hier einer Bedingungen stellt, dann sind wir das! Wir lassen uns nicht verleumden und unseren Ruf versauen, schon gar nicht von einer billigen Zeitung mit ihren dreckigen Lügen! Denn mehr war dieser verlogene Artikel über die Vinalia nicht! Reine Spekulation und Lügen! Verpönte Weinfeste mit Weibern, ich glaub euch gehts zu gut! Denkt ihr vielleicht auch mal drüber nach, was für einen Mist ihr verzapft und mit euren Spekulationen anrichtet? Nur weil wir von unten nach oben gekommen sind, heißt das noch lange nicht, dass wir uns sowat bieten lassen! Ihr könnt euch auf eine Klage gefasst machen und zwar eine ganz gewaltige! Unser Patron Vinicius Hungaricus wird euch in Grund und Boden verklagen!" Am liebesten würde Vic seine Hand auf irgendwas runterdonnern lassen, doch leider ist gerade nichts in Reichweite.

  • Die blöde Patrizierin geht Sev mit ihrer gekünstelten Ausdrucksweise schon jetzt tierisch auf den Sack und er muss sich sehr beherrschen nicht gleich gewalttätig zu werden. Sein Gesicht läuft rot an vor Wut. Verächtlich spuckt er seitlich neben ihr auf dem Fußboden und sieht voller Abscheu auf sie herab.


    "Wenn ihr mir nich auf der Stelle sagt, wer diesen beschissenen Artikel verzapft hat, dann passiert was! Aber nich zu knapp! Ich will einen Namen hören! Und zwar jetzt sofort!!! Wennde nich langsam damit rausrückst, Mädel, dann hilft dir dat auch nix mehr, dass de irgend sone komische arrogante Patrizierin bist! Unser Patron kann dir dermaßen dat Leben versauen, dat glaubste garnich!"

  • "Ich glaube es setzt was!" Lucilla starrt empört auf den Fußboden. Da hört sich doch alles auf - spuckt dieser unverschämte Kerl vor ihnen aus wie vor... irgendwem! Prätorianer hin oder Prätorianer her, das muss sich die Redaktion nicht bieten lassen.


    "Ihr habt wohl keine Ahnung, mit wem ihr redet! Wenn wir ersteinmal unsere Geschütze auffahren, dann kann euer Patron einpacken! Dann seid ihr so klein," sie zeigt zwischen Daumen und Zeigefinger etwa einen digitus breit an, "...und zwar mit Helm!" Dass der Name des Patrons mit Hungi zusammenhängt, realisiert Lucilla nicht, denn Hungi ist für sie immer noch Hungi und nicht Vinicius Hungarius und dass Hungi solche Klienten haben könnte, das nimmt sie nie im Leben an.


    "Die Acta Diurna ist Eigentum des Imperium Romanum, Eigentum des Kaisers! Die Autoren unserer Artikel brauchen ihre Namen nicht zu nennen und daran ändert sich auch mit eurem unmöglichen Auftreten nichts! Für den Inhalt verantwortlich ist stellvertretend die Auctrix und wenn ihr die Zeitung bis zum Ende gelesen hättet, dann hättet ihr das auch im Impressum gefunden! Aber so einen langen Atem habt ihr wahrscheinlich nicht!"

  • Livia atmet einmal tief durch und bleibt ruhig. Deutlich missbilligend nimmt sie das haarsträubende Benehmen dieser 'Personen' zur Kenntnis und presst die Lippen fest aufeinander. Der erschreckend unkontrollierte Umgang des Prätorianers mit seinen Körperflüssigkeiten ruft einen Ausdruck der Abscheu auf ihrem Gesicht hervor. Im Anschluss an Lucillas Ausführungen meldet sie sich weiter bemüht ruhig und mit drohendem Unterton in der Stimme zu Wort. Vor allem die ersten fünf Worte spricht sie mit besonderer Betonung und besonders langsam, damit der Inhalt diesen 'Herren' auf gar keinen Fall entgeht.


    "Mein Mann, Marcus Vinicius Hungaricus, wird mich ganz bestimmt nicht verklagen. Ich empfehle euch daher ausdrücklich und zu eurem eigenen Wohl, derartige Drohungen unverzüglich zu unterlassen. Anderenfalls werde ich mich dazu gezwungen sehen, meinem Mann von eurem absolut inakzeptablem Verhalten mir gegenüber zu berichten. Falls nun umgehend ein vernünftiger und zivilisierter Umgangston einkehrt, bin ich vielleicht dazu bereit, mich über den Artikel an sich zu unterhalten. Aber ich werde den Namen des Autors nicht nennen. Auf garkeinen Fall. Haben wir uns verstanden?"

  • "Ach du heilige... 'Scheiße' beendet Vic seinen Satz in Gedanken. Die Frau war ihm die ganze Zeit schon so bekannt vorgekommen und jetzt fällt ihm auch ein, dass sie die Braut auf der Hochzeit vom Patron gewesen ist. Das ändert irgendwie alles, auch wenn Vic keinen Plan hat, was sie nun tun sollen. Dass der Patron seine Frau nicht verklagen würde, das ist ihm auch klar, aber trotzdem ändert das nichts daran, dass diese Zeitung gewaltigen Mist gebaut hat.


    "Öhm." räuspert sich Vic und schiebt sich ganz unauffällig ein Stück vor seinen Bruder. Sev würde nie im Leben einen klaren Kopf bewahren. "Nun, wir sind doch alle vernünftige Menschen hier." Vic ist lange genug im Cultus Deorum, um seine Wut einigermaßen runterzufahren, auch wenn es ihm schwer fällt. Aber manchmal muss man sich eingestehen, dass es der bessere Weg ist. Wenn man mit der Frau vom Patron redet ist das leider so eine Situation. "Allerdings musst du uns verstehen, die implizite Behauptung, dass in unserer Casa orgienartige Weinfeste gefeiert werden, deren Namen man nicht nenne darf, ist auch nicht gerade akzeptabel. Sowas kann uns uns nicht nur den Ruf, sondern auch unsere Posten kosten!" Das reimt sich sogar, ist aber trotzdem nicht gut. 8)

  • Die Dreistigkeit nimmt tatsächlich kein Ende. "Und deswegen platzt ihr hier herein wie eine wildgewordene Horde Kamele?" ereifert sich Lucilla. "Glaubt ihr vielleicht, damit würde euer Ruf besser werden? Die Kamel-Gens von Rom, oder wie?! Vielleicht hättet ihr vorher mal über eure Aktion nachdenken sollen, die Acta ist draußen und verbreitet und daran wird sich nichts ändern. Aber das mit dem Denken scheint euch ja nicht so zu liegen! Genau wie das Lesen, denn von orgienartigen Weinfesten war überhaupt nie die Rede!"


    Lucilla weiß das ganz genau, denn alle Artikel gehen vor der Veröffentlichung auch durch ihre Hände. Noch weniger versteht sie den Aufstand, denn sie glaubt nicht, dass der Artikel ohne Basis geschrieben wurde.

  • Von Vic zurückgedrängt will Sev gerade überlegen, ob er sich nicht doch etwas zurücknehmen sollte, als ihn plötzlich diese durchgeknallte Schnecke blöd von der Seite anquatscht. Dass sie ihn selbst als Kamel bezeichnen zu müssen glaubt, juckt ihn nich sonderlich. Aber dass sie die gesamte Gens Valeria plötzlich beleidigt, geht eindeutig zu weit. Sev lässt von Livia ab und geht drohend auf Lucilla zu. Direkt vor ihr bleibt er stehen, dass er sie gerade so eben nicht mit seiner Rüstung berührt und sieht drohend auf sie herab.


    "Sachma, hast du se noch alle, oder wat?! Ich glaub echt, es geht los!?! Dat nimmste sofort zurück, Mädel! Florus hin oder her! Dat geht eindeutig zu weit!" Er beugt sich etwas zu ihr herab und sieht ihr direkt in die Augen. "Für sone kleine Frau haste ne ganz schön große Klappe! Pass ma lieber auf, dass de dich damit nich gehörig in die Scheiße reitest! Warst du das mit dem Artikel? Jo, dat dir ähnlich! Na warte! Was haste dir dabei gedacht? Wat sollte die Scheiße?? Wir haben im Leben keine Bacchanalien gefeiert, auch wenn de dir das vielleicht fein ausgemalt hast in deinem hübschen kleinen Kopf! Jetzt hör mir ma gut zu, mein kleines Honigpüppchen! In der nächsten Acta steht wat drin, dass dat alles nich wahr war! Is dat klar?!"

  • Auf einmal steht der Prätorianer dicht vor ihr und wo Lucilla den Ausblick auf die dunkle Uniform bei Hungi oder Crassus genossen hatte, tut sie in diesem Fall genau ihre Wirkung: Einschüchtern. Wie ein Larva schaut Severus auf sie herab und in diesem Moment ist sich Lucilla ganz sicher, dass er mindestens von einem bösen Geist besessen, wenn er nicht selbst einer ist. Plötzlich ist ihre Wut wie weggeblasen und sie wird ganz klein, mit und ohne Hut.


    "Ich..." fängt sie verschüchtert an und wundert sich nebenbei, was Florus mit alldem zu tun hat. "Ich war das nicht... ich bin nur die... äh... andere... die Auctrix PPA."Sie presst die Lippen aufeinander und schaut ängstlich zu dem großen bösen schwarzen Mann auf. "... wir haben doch gar nicht geschrieben, dass ihr die Bacchanalien gefeiert habt... wir... das... ich..." Die Schauer-Geschichten über die Prätorianer und was diese mit den Menschen tun, wenn sie lügen, kommt Lucilla in den Sinn. Ihre Großtante Drusilla hatte diese früher gerne zur erzieherischen Maßnahme herangezogen. "Das ist die Wahrheit... wirklich..." Eine ganz kleine Träne rinnt auf einmal aus ihrem Augenwinkel. Die Welt ist viel zu gut, als dass Lucilla jetzt auf ihren Kopf verzichten will.

  • Sev schnaubt wütend. Jetzt fängt die Frau auch noch zu heulen an. Damit kann er ja nu garnich umgehen. Sprachlos starrt er auf sie herab und überlegt, was er jetzt mit ihr machen soll. Seine Kiefermuskeln arbeiten angestrengt und die Zähne mahlen aufeinander. Weder ist er jetzt noch in der Lage ihr weiter gehörig den Marsch zu blasen, noch von seiner Position wieder abzurücken. Sauer ist Sev nach wie vor, doch nu weiß er nicht mehr, wo er das abreagieren soll. Abrupt wendet Sev sich von Lucilla ab und geht noch immer kochend vor Wut einige Schritte von den verrückten Weibern weg.


    "Vic! Red du mit denen!"


    Ruhelos geht Sev auf und ab. Dem weiteren Gespräch hört er trotzdem sehr genau zu.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!