Zusammentreffen der ganz anderen Art

  • Mit dem Kopf voller Gedanken und einem nichtsnutzigen Sklaven im Schlepptau zog ich von der curia heimwärts. Der Kerl hatte mehrmals die rund zehn Wachstafeln und sechs Schriftrollen fallen lassen und meine Geduld war nach diversen Streitgesprächen und fruchtlosen Diskussionen im Gremium sowieso schon längst aufgebraucht, als Varro, der Tollpatsch, wieder einmal mit einem lauten Klappern auf sich aufmerksam machte. Ich blieb stehen und furh herum.


    "Sag mal, wird das heute noch was? Wenn du nicht einmal ein paar Tafeln tragen kannst, wozu bist du dann überhaupt zu gebrauchen? Mach so weiter und ich verkauf dich wieder an jemanden, der dch für jedes Klappern mit zehn Peitschenhieben bestraft", knurrte ich und wandte mich um. Mit drei schnellen Schritten war ich um die nächste Ecke. Die Dame hatte ich leider nicht gesehen, und so stießen wir zusammen. Im ersten Moment sah ich sie, meine Geduld aufgebraucht, zornig an, dann wich die Wut aus meinem Gesicht und ich rettete mich in ein entschuldigendes, höfliches Lächeln, dass sogar noch ernsthaftiger wirkte, als ich den Elfenbeinhalbmond an ihrem Knöchel bvemerkte. Eine Patrizierin.


    Gerade wollte ich mich entschuldigen, als erneut ein Klappern hinter mir erklang. Ich schloss genervt die Augen und atmete tief durch, sagte aber diesmal nichts, sondern musterte dann wieder die Dame vor mir.
    "Verzeihung. Das war keine Absicht."


    So ein Blödsinn....keine Absicht. Wer rempelte schon mit Absicht gut aussehende Fräuleins um?

  • Sim-Off:

    Diese Handlung findet kurz vor der Entführung statt


    Cerco hatte ein Auge auf den neuen Sklaven Kadmos, denn er traute niemanden so schnell und konnte nicht verstehen warum seine Herrin ihn auf einmal mitschleifte. Vielleicht hatte er auch einfach nur Angst demnächst ausgedient zu haben was er eigentlich dann auch wieder nicht glaubte. Er war doch viel besser als dieser Grieche und hatte doch viel mehr drauf. Hmm er würde sich mit ihm noch einmal in einer ruhigen Minute unterhalten müssen. Im Moment war es aber schlecht, denn seine Herrin, er berichtigte sich in Gedanken, ihrer beide Herrin hatte sich in den Kopf gesetzt sich einige Schriften von Cicero und anderen Leuten zu besorgen. Wahrscheinlich hatte dieser Sklave ihr das eingetrichtert.


    Wie schon einmal hatte sie auf eine Sänfte verzichtet denn diese engen Gassen in Rom in einer Sänfte zu überleben war immer fast ein Kusntwerk und das wollte sie nicht schon wieder über sich ergehen lassen. Sie hasste es wenn die Sklaven nicht aufpassten und sie wollte auch nicht immer wieder ermahnt werden wenn sie diese besagten Sklaven dann entsorgte. So viele Gute gab es dann auch wieder nicht auf den Märkten und es würde auch irgendwann ein schlechtes Bild auf sie werfen wenn sie immer auf den Markt ging um Nachschub zu besorgen. "Beeilt euch mal, Kadmos, Cerco, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit" sagte sie während sie sich nach hinten umdrehte da die beiden ein Stückchen zurückgefallen waren.


    Cerco hingegen war aufgefallen, dass sein Name als zweites gefallen war und nicht wie sonst immer als erster was er nicht lustig fand und auf die Zähne biss. Mit mahlenden Kiefern wollte er nun etwas schneller laufen als dann das Unglück geschah....


    Sie hatte ihren Kopf noch nicht wirklich nach vorne gedreht als sie gegen etwas oder gegen wen lief und zurückprallte, genau in die Arme eines ihrer Sklaven. Der Sklave hinter ihr, sie hatte nicht erkennen können welcher von beiden es nun wirklich war hielt sie fest bis sie wieder festen Stand hatte und wieder wirklich bei Besinnung war. "Vielleicht solltest du deine Augen mal offen lassen anstatt zu träumen" zischte sie ihm entgegen und Cerco stellte sich auf der Stelle neben ihr auf, schließlich war er immer besorgt um seine Sicherheit. Mit grimmigen Blick musterte er den Mann der so frevelhaft gewesen war sie so anzurempeln, seine Herrin. Momentan hatte sie sowieso merkwürdige Geschicke mit Männern in Kontakt zu treten.

  • Ich blickte etwas missmutig drein und fuhr mir dann mit Daumen und Zeigefinger über die Augen. Schließlich hatte der Nichtsnutz von Sklave endlich die Tafeln und Schrftrollen wieder aufgesammelt und trat nun keuchend neben mich. Die Frau war nicht gerade freundlich, aber das wäre ich auch nicht, wenn ich so urplötzlich von einem Mann angerempelt worden wäre, der noch dazu so unfreundlich war. Ich versuchte, einen entschuldigenden Ausdruck auf mein Gesicht zu bringen, und stellte mich ersteinmal vor.


    "Es tut mir wirklich sehr leid. Du hast natürlich recht, das war sehr unbedacht von mir. Ich bin Marcus Aurelius Corvinus, und du? Hm... Darf ich dich vielleicht auf einen Becher Fruchtsaft einladen, als Entschädigung?" setzte ich dann hinterher. Ich hatte zwar kaum Lust darauf, in eine Taverne einzukehren, aber unhöflich sein wollte ich nicht. So blickte ich das junge Mädchen freundlich und gar ein wenig zerknirscht an.

  • Wenigstens sah er seinen Fehler ein und so zog sie wieder ihre Palla fester um die Schultern und versuchte unauffällig zu richten was ncah diesem Zusammnstoß zu richten war. Sie wusste zu gut, dass es ihrem Sklaven nicht gefiel und, dass der Blick von Cerco den anderen gerne aufgespießt hatte, aber alleine das Wissen bestimmte ihr Handeln den jemand anderen aus der Fassung zu bringen war immer ein schöner Spaß. "Ja das war es, aber mir ist nichts geschehen, was auch dein Glück zu sein scheint" sagte sie immer noch etwas barsch aber nicht mehr so zickig wie eben was ein Zeichen war, dass sie sich langsam wieder etwas beruhigte.


    "Ich bin Flavia Arrecina und eigentlich habe ich keine Zeit. Es gibt noch Erledigungen die ich zu tätigen habe, aber andererseits...würde ein Becher auch nicht schaden" sagte sie mit einem ihrer wirklich bezaubernden Lächeln die von einer gewissen Schärfe umgeben waren. Etwas schien in seiner Stimme und in seinem Blick zu liegen was ihr sagte, dass er das nur wegen einer Genugtuung machte, aber das sollte ihr recht sein und so etwas nutzte sie doch gerne aus, ausserdem wirklich übel sah er auch nicht aus und schaden konnte es auch nichts, zudem hatte sie anhand seines Namen erfahren, dass er ein Patrizier war. Vielleicht konnte sie noch mehr rausfinden und vielleicht auch etwas nützliches.


    Bei Patriziern musste man ja immer vorsichtig sein, aber hatte sie seit dem sie in Rom war noch gar keine Bekanntschaften mit welchen gemacht ausser mit ihrer eigenen Familie, wobei sie da immer an ihren Onkel denken musste.

  • Bei den Göttern, eine Flavierin! Sowas musste ja passieren, warum ausgerechnet mir? Mein erster Gedanke galt Aquilius, mein zweiter dann einer sehr gewagten Idee. Erst der dritte galt dann wieder der Dame direkt vor mir. ich schmunzelte und musste wohl leicht ausgewechselt wirken. Ihren bissigen Kommentar überging ich einfach.


    "Es freut mich, deine Beaknntschaft zu machen, Flavia Arrecina. Wenn du möchtest, begleite ich dich auch bei deinen Besorgungen", bot ich mit einem ebenso charmanten Lächeln wie dem ihren an.


    Im Grunde konnte ich mir besseres vorstellen, als einem zickigen Weib auf Schritt und Tritt zu folgen und ihr bei sinnlosem Geldausgeben zuzusehen, aber ich hatte nun einmal eine gute Erziehung genossen und zeigte dies auch. Zum ersten Mal musterte ich das Mädchen vor mir als ganze Person. Was ich sah, gefiel mir, aber ich zeigte es kaum und wenn, dann nur in der Andeutung eines bewundernden Lächelns.

  • Ein kleines Blinzeln war die Folge des Sinneswandels und des Lächelns von Corvinus. Sie hatte die Wandlung mitbekommen und seltsamerweise war sie genau in dem Moment eingetreten als sie ihren Namen genannt hatte. Wer einmal sagte, dass der Name Flavier nicht auch Türen öffnen könne den sollte man auf der Stelle kreuzigen dachte sie sich im Stillen. "Nun..." zog sie es etwas in die Länge "Die Freude schein auch auf meiner Seite zu sein, auch wenn sie sanfter hätte ausfallen können. Denkst du, dass du genügen Zeit hättest einer Frau bei ihren Besorgungen beizuwohnen?" Sie konnte sich den etwas hochnäsigen Ton einfach nicht verkneifen und man sollte auch davon absehen, dass sie erst 14 Jahre alt war.


    Gerne hätte sie seine Gedanken gelesen als sie seinen Blick so bemerkte und konnte sich ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen. "Solltest du wirklich wollen bist du un auch dein Sklave gerne eingeladen mir zu folgen. Ich bin auf der Suche nach ein paar Schriften und vielleicht kennst du ja einen guten Händler der welche anbietet."

  • Kadmos hechelte der Kleinen Arrecina zusammen mit Cerco hinterher. Sie war flink durch das Menschengewühl gestürmt und schien es wohl eilig zu haben. Kadmos hatte sich eigentlich gefreut, als es hiess, er solle sie beim Einkauf von Literatur begleiten. Es war sein erster Arbeitseinsatz und er war sich sicher, dass dies genau die richtigen Einsätze für ihn wären. So würde er sich sogar als Sklave wohlfühlen! Warum nur kam dieser Cerco auch mit? Es schien so etwas wie der Lieblingssklave von Arrecina zu sein. Grimmig guckte dieser Kadmos an, Kadmos schien einiges tun zu müssen, um Cerco's Vertrauen zu erlangen. Also, wenigstens die Sklaven sollten ja wohl zusammenhalten! Insbesondere bei den Flaviern, die ja keine besonders Sklavenfreundliche Familie zu sein schienen, soviel glaubte Kadmos bereits gelernt zu haben.


    Kadmos und Cerco konnten gar nicht schnell genug reagieren, als Arrecina angerempelt wurde. Kadmos stand zufällig fast hinter ihr und konnte sie mit einem Sprung nach vorne auffangen, sonst wäre sie schnurstraks auf den Boden gefallen. "So ein Töpel", dachte sich Kadmos, während er Arrceina wieder aufrichtete. Cerco war neben Arrecina getreten und warf wie ein menschlicher Zeus Donnerblitze aus seinen Augen auf den Gegenüber.


    Kadmos stand schweigend da, während sich das Gespräch entwickelte. "Na toll, jetzt läd sie ihn auch noch ein", dachte er sich. Das meinte wohl Aristides, als er Kadmos auftrug, auf Arrceina aufzupassen und Bericht über ihre Männerbekanntschaften zu erstatten.


    Das Gute war, dass die neue Bekanntschaft sich wahrscheinlich tatsächlich in Rom auskannte, ganz im Gegensatz zu Kadmos, und auch Arrecina schien nicht so genau zu wissen, wo es langging, zumindest waren sie in ihrer Odyssee durch Rom mehrfach an der selben Stelle vorbeigekommen, dessen war sich Kadmos sicher. "Ähm, soll ich Euch sagen, was wir suchen, meine Herrin? Vielleicht kann Corvinus uns einen guten Händler empfehlen."

  • Die Blicke des einen Sklaven ignorierte ich einfach. Nicht ignorieren konnte ich allerdings, wie der andere Sklave mich einfach beim Cognomen nannte. Es missfiel mir sehr, denn es war unhöflich und stand dem Sklaven zudem nicht zu.


    "Was fällt dir ein, mich bei meinem cognomen zu nennen, Sklave? Du solltest dich daran erinnern, was du bist!" donnerte ich und funkelte den Kerl an. An Arredinas Stelle hätte ich ihn sofort bestraft. Vielleicht gebührte sich ein solches Verhalten dem Pöbel gegenüber, aber einem Patrizier??


    Einen Moment später wandte ich mich wieder Arrecina zu und zwang mich zur Ruhe.
    "Ich war gerade auf dem Weg von der curia nach Hause, doch dort gibt es nichts, was sich nicht aus später erledigen ließe", antwortete ich höflich und mit einem Lächeln auf den Lippen.
    "Du suchst nach Literatur? Welche Autoren bevorzugst du?"


    Damit war das Eis etwas gebrochen und ich drehte mich in die gleiche Richtung, in der Arrecina stand, um mit ihr zusammen den Markt anzusteuern. Diesen dämlichen Sklaven und den Iuppiterverschnitt ignorierte ich einfach.

  • Diesen Frevel den sich ihr Sklave erlaubte war unfassbar. Warum hatte sie ihn mitgenommen? Diese Frage hämmerte immer wieder gegen ihren Kopf und genau das begann langsam zu schmerzen. Unbemerkt atmete sie einmal tief durch um nicht hier vor allen gleich auszurasten, denn eigentlich war sie grade kurz davor in die Luft zu gehen. Doch eines konnte sie sich nicht nehmen lassen und sie musste es tun.... Ihre zierliche Hand traf den Sklaven mittem im Gesicht, aiuch wenn der Aurelier sich schon mit Worten an ihren Sklaven gewandt hatte. Es gab Grenzen die man nicht überschreiten durfte und ihr Sklave hatte doch noch viel zu lernen. Mit vor Wut funkelnden Worten sah sie ihren Sklaven an und gab Cerco dann ein stummes Zeichen. Dieser nickte nur.

    "Verzeih mir bitte wenn mein Sklave dich beleidigt hat. Er hat anscheinend noch einiges an Manieren zu lernen und die werde ich ihm noch einbläuen",
    versuchte sie sich zu entschuldigen. Dieser Sklave brachte sie schon gleich an seinen ersten Tagen in die peinlichsten Situationen überhaupt. Innerlich brodelte sie und sie bewunderte Corvinus, dass er so ruhig geblieben war, in dem Sinne, dass er ihn nicht gleich verprügelt hatte.


    Ihre nun heißen Wangen brannten wie Feuer und sie stieß lauter Flüche in ihren Inneren aus und überlegte sich schon einmal was mit dem Sklaven zu machen war. Doch nun war sie erst einmal froh darüber, dass er das Thema wechselte und sich seine und auch ihre Wut ein wenig legten, in der Zwischenzeit wurde der Sklave von Cerco etwas auf die Seite gezogen.


    "Ich suche vor allem nach Werken von Aristoteles und Cicero, aber auch nach anderen die ich noch nicht kenne. Vielleicht hast du ja Ideen oder Werke die du mir besonders empfehlen könntest?" fragte sie ihn lächelnd und vergas dnan einfach einmal die Sklaven hinter sich und schritt langsam mit ihm den Weg entlang.



    Cerco
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    Cerco hatte nicht fassen können was sich dieser Sklave gegenüber seiner Herrin und des Mannes erlaubte. Anscheinend musste man ihm erst bestimmte Dinge in den kopf einprügeln damit dieser funktionierte. Da er seine Herrin nicht noch mehr bloß stellen wollte wartete er bis das Gröbste vorbei war und packte den Sklaven dann am Genick und beugte sich so vor ihm, dass beide Augenpaare auf gleicher Höhe waren. "Dich haben die Götter wohl verlassen oder? Spinnst du? Du kannst die Herrschaften niemals so ansprechen haben wir uns da verstanden? Entweder sprichst du von deiner HERRIN Flavia Arrecina oder nur von Herrin und das gleiche gilt für alle anderen die keine Sklaven sind. Ich will von die NIEMALS je wieder hören, dass du wen so ansprichst ansonsten wird dir schneller die Zunge fehlen als du Aaa sagen kannst."
    Ein Schlag auf den Hinterkopf besiegelte diese Worte und dann stieß er Kadmos vor sich her und hinter Arrecina und Corvinus samt seinem Sklaven her. Noch solch ein Vergehen würde er nicht dulden.

  • Oops, da hatte er wohl ins Fettnäppchen getreten, dachte sich Kadmos nachdem Corvinus so heftig reagiert hatte. Er wollte sich gerade entschuldigen und sich einen mentalen Merker setzen, später die Mitsklaven zu befragen, wie hier die Regeln sind in Rom, da *watsch* spürte er Arrecina's Hand in seinem Gesicht. Er wich leicht zurück und musste fast lachen, konnte es sich aber im letzten Moment verkneifen. Stattdessen verbeugte er sich und wurde dann auch bereits von Cerco zur Seite gezogen, während seine Herrin sich dem neuen Bekannten zuwandte.


    Als dieser Kadmos am Genick packte, wurde Kadmos wütend. Nachdem Cerco seine Predigt gehalten hatte, flammte in Kadmos der alte Ringerinstinkt auf und er fing an, mit Cerco zu kämpfen. Er wandte sich geschickt, um den Arm Cerco's zu packen und mit einem geschickten Stolperschritt wollte er Cerco zu Boden werfen. Da Cerco nicht gerade klein und leicht war, und ferner Kadmos ein wenig aus der Übung gekommen war, gelang es ihm nicht ganz und beide flogen auf den Boden. "Zum Hades mit Dir, möge Cerberus Dich in tausend Stücke zerfleischen", fluchte Kadmos, während die beiden ineinander verkeilt waren. Stolpernd richteten sich beide wieder auf und warfen sich bitterböse Blicke zu.


    Kadmos war durchaus bewusst, dass dies seine Herrin nur nochmehr entzürnen würde, aber seine Ehre liess ihm keine Wahl: lieber kämpfend mit erhobenem Kopf sterben als elendig von jedermann getreten weiterzuleben. Die Ohrfeige seiner Herrin musste er wohl über sich ergehen lassen, aber das ein "Kollege" ihm so zusetzen würde, konnte er einfach nicht akzeptieren.


    Keuchend folgten die beiden den anderen drei Beteiligten und beäugten sich gegenseitig kritisch.

  • Ich überging die Sache mit dem Sklaven einfach. Immerhin war das nicht mein Bastard, sondern ihrer. Und wenn sie ihn sanktionieren würde, sollte sie das tun. Zufrieden sah ich, wie sie es gleich auf der Straße begann. Allzu viel durfte man nicht durchgehen lassen, das merkte ich selbst immer wieder bei Camryn. Allerdings, wussten Frauen durchaus ihre Reize enzusetzen, wenn sie keiner Bestrafung unterzogen werden wollten. Ich schmunzelte und schlenderte dann langsam neben Arrecina her.


    "Aristoteles und Cicero?" fragte ich sie erstaunt und sah sie ebenso verblüfft an. Es verwunderte mich, dass sie augerechnet diesen griechischen Gelehrten und jenen Politiker gern las.
    "Du siehst mich verwundert. Es gibt äußerst wenige Frauen, die die Lehren des Aristoteles lesen, und scheinbar noch weniger, die sich Ciceros Schriften widmen. Interessierst du dich für Physik und Politik?" fragte ich sie von der Seite her.


    "Ich selbst las vor kurzem die ars amatoria von Ovid", erwähnte ich beinahe beiläufig.
    "Ich kann sie dir empfehlen. Ovis schreibt sehr lebendig und...teilweise gewagt. Auch die Medea ist ein sehr schönes, tragisches Werk. Sollten dich wirklich die Schriften des Cicero interessieren, solltest du die de natura deorum lesen."


    Eine leicht gewagte Anspielung, die Erwähnung der ars amatoria. Aber mir war gerade danach...und Arrecina hatte meine Fantasie angeregt, denn sie hatte allein vom Äußeren her ein Feuer an sich, das ich bewunderte.

  • Ein Nervenzusammenbruch wäre wohl jetzt nicht wirklich angebracht gewesen, aber doch sehr wünschenswert, denn das was dieser Sklave sich leistete war unter aller Würde. Was hatten sie da nur auf dem Markt erworben? Sie würde diesen Sica anhalten müssen sich um diesen Sklaven zu kümmern, schließlich konnte es nicht angehen, dass er machte was er wollte und sie damit in den Dreck zog. Es wäre Zeitverschwendung gewesen sich nun weiter damit zu beschäftigen und vor allem weit unter ihrer Würde. Cerco würde das schon schaffen und sie wollte sich vor Corvinus nicht aufführen wie eine Furie, auch wenn sie kurz vor dem Explodieren stand über das was dort hinten abging.


    "Ich habe die Schriften per Zufall einfach mal liegen sehen und mich ihnen gewidmet und mein Intresse wurde dadurch ein wenig geweckt und ausserdem ... ", sie räusperte sich etwas verlegen, "meine Großmutter hatte darauf bestanden, dass ich mir diese Schriften zur Brust nehme. Es kann nicht schaden wenn man solche Werke wenigstens einmal liest. Ich lese aber auch gerne Gedichte und etwas was in diese Richtung geht, allerdings fallen mir auf die Schnelle dazu keine Schriftsteller ein." Ja bei ihrer lieben Großmutter hatte sie so einiges lesen müssen und es gab immer wieder Sachen die an einem hängen blieben, auch wenn man es gar nicht wollte.


    "Die ars amatoria was ist das für ein Werk? Um was geht es da und würdest du mir darüber mehr erzählen?" Arrecina lächelte ihn von der Seite her an und war gespannt auf seine Antworten.




    Cerco
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    Dieser Sklave trat die Befehle der Herrin mit den Füßen und benahm sich wie ein wilder Hengst, den man versuchte einzureiten. Cerco hatte damit nicht gerechnet und deswegen kam der Angriff etwas unvorbereitet, doch er war ein geübter Kämpfer, schließlich war er soetwas wie ein Leibwächter für seine Herrin, der wenigstens wusste was sich gehörte und was nicht. Schmerzhaft musste er feststellen, dass der andere auch nicht ohne war, aber das würde ihm nun auch nicht mehr weiter helfen. Er kannte seine Herrin sehr gut und auch die Flavier. Auch wenn seine Herrin noch sehr jung war , hatte sie doch das flavische Blut in sich und wusste was sich gehörte. Kadmos würde seine Strafe erfahren und wenn es die Kammer war die er testen würde. Cerco verdrehte Kadmos den Arm auf den Rücken nachdem er wieder auf die Beine gekommen war und presste seine Finger in das Fleisch an Kadmo´s Armen. "Es reicht jetzt", herrschte er ihn an. In gebürdenden Abstand folgte er den beiden Patriziern und ließ Kadmos erst einmal nicht los. "Du unterschreibst grade dein Todesurteil wollte ich dir nur sagen. Dein Verhalten ist nicht tragbar. Du kannst dich mit mir schlagen wenn wir alleine sind, aber nicht vor den Herrschaften oder in der Öffentlichkeit. Du kannst froh sein wenn sie dich nicht den Löwen vorwerfen lässt, dass ist nämlich flavische Spezialität und du wärst sicher nicht der erste der dort landet."

  • Etwas verwundert über eine solche Großmutter grinste ich nur kurz, dann rief ich mich zur Ordnung und lächelte nur noch.


    "Dann scheint deine Großmutter eine physikbegeisterte und politikinteressierte Frau gewesen zu sein", stellte ich fest und fragte mich, ob ich ihr nicht vielleicht meinen Arm anbieten sollte. Ich unterließ es jedoch, denn wir kannten uns schließlich noch gar nicht. Eventuell war später noch Gelegenheit zu dieser höflichen, etwas innigeren Geste.


    "Du liest gern Gedichte? Sag, hast du die Werke des Aesop gelesen? Seine fabulae sind recht amüsant. Ich wünschte, ich könnte so schreiben wie er, doch ich glaube, dass mein Talent nicht gerade im Schriftlichen liegt."


    Ich verschränkte die Arme auf dem Rücken und ging ruhigen, gemessenen Schrittes neben Arrecina her. Sie war durchaus ansehnlich, zwar jung, aber das machte doch einen gewissen Reiz aus. Ob sie wohl feste Schenkel hatte? Ein vages Schmunzeln umspielte meine Mundwinkel. Ich fragte mich, was sie von mir denken würde, erzählte ich ihr von der ars amatoria. Die beiden Sklaven, die sich hinter uns prügelten, versuchte ich auszublenden, so gut es eben ging. So ein Verhalten hätte ich nicht gebilligt, aber scheinbar tat der ältere der beiden Sklaven sein Bestes, um das Ansehen seiner Herrin nicht gänzlich in den Schmutz zu ziehen. Ich wusste, dass Arrecina mit Sicherheit nichts für ein solches Verhalten konnte, also sah ich es ihr nach. Trautwini, mein germanischer Sklave, hielt größtmöglichen Abstand zu den beiden Streithähnen, wie ich mit Zufriedenheit feststellte.


    "Euripides ist auch sehr zu empfehlen. Die Alkestis ist mein Liebelingswerk. Aber ich will dir gern die Frage nach der ars amatoria beantworten. Das Werk Ovids umfasst drei Bände, in denen er sich mit der Liebeskunst auseinandersetzt. Es werden alltägliche Dinge behandelt, aber auch, nun ja, Dinge, die besser hinter den verschlossenen Türen einer schützenden casa verborgen bleiben. Alles in Allem ist es ein sehr unterhaltsames Werk. Man kann die Fantasie schweifen lassen, so man denn möchte, oder man erfreut sich lediglich an dem Stil Ovids, der wohl der beste seiner Zeit ist."


    Ich sah Arrecina an und schmunzelte. Ob ich riskieren konnte, sie nach Aquilius zu fragen? Ich ließ ihr einen Moment Zeit, das eben gehörte zu verdauen, dann fragte ich kurzerhand nach.
    "Sag, Flavia Arrecina, ich zähle einen Flavius Aquilius zu meinen Freunden. Sicher ist er mit dir verwandt?"



    Sim-Off:

    Einige Worte sind mit Wikipedia verlinkt. :)

  • Was er wohl gesagt hätte wenn er ihre Großmutter gekannt hätte. Der Gedanke ließ sie nun auch etwas grinsen. "Wahrscheinlich ist sie das immer noch" sagte sie keck und ging langsam weiter. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass der Tag heute noch eine so angenehme Wendung nehmen würde, denn anscheinend hatte sie es hier mit jemanden zu tun der wie sie gerne las. Es war ein anderes Zusammentreffen als mit Crassus, denn bei dem Praetorianer steckte noch viel mehr dahinter und die Gedanken an ihn erwärmten sie von innen, aber diese Gedanken gehörten nun nicht hier her, denn auch dieser junge Mann hatte ein gewissen Intresse in ihr geweckt, was so ziemlich in die Richtung ihres lieblichen Onkels ging.


    Arrecina verschwieg ihm, dass sie auch selber schrieb, dies wusste nur Crassus und sollte auch so bleiben. Sie wollte es nicht jedem auf die Nase binden und redete lieber über die Sachen die sie schon kannte und nicht aus ihrer Feder stammten. "Ja ein paar von ihnen habe ich gelesen aber nicht alle. Sie sind wirklich ganz gut." Ihre Lippen zuckten ein wenig als sie sich leicht zu ihm rüber beugte. "So? Wenn deine Talente nicht im Schriftlichen sind, wo liegen sie dann?" Ob diese Frage einw enig zweideutig war blieb einfach mal so dahingestellt und sie ging auch nicht genauer ein. Corvinus sollte sich zu dieser Frage lieber sein eigenes Bild machen, anstatt von ihr noch mehr Details dazu zu bekommen.


    Den Sklaven schenkte sie ebenfalls keinen weiteren Blick mehr zu, alles andere würde sie klären wenn sie wieder in der Villa waren. Sica wäre sicher mal wieder froh richtige Arbeit zu bekommen und sie würde dann auch ein wenig näher an diesen Sklaven rankommen. Arrecina rieb sich mit den Händen in einer leicht abwesenden Geste über die unbedeckten Arme und hörte ihm mit leuchtenden Augen zu, als sie sich einem wirklich interessanten Thema widmeten. Kein Wunder, dass sie dieses Werk noch nie zu gesicht bekommen hatte. Ihre Großmutter hätte sie ja glatt erwürgt wenn sie mit solchen Schriften im Garten gesessen hätte. Ihre Haut begann zu prickeln als er ein wenig darüber erzählte. "Die Liebeskunst, dein Lieblingswerk? Das hört sich äusserst....intressant an muss ich gestehen. Würdest du mir Einzelheiten erzählen?", fragte sie mit einem frechen Grinsen.


    "Ihr kennt euch?" Die Überraschung stand ihr ins Gesicht geschrieben, aber etwas mischte sich in ihren Blick ein. "Er ist mein Onkel. KEnnt ihr euch denn schon lange?" Musste sie sich jetzt Gedanken machen? Sie war sich da nicht sicher und wollte ihn lieber noch ein wenig aushorchen.

  • Schmunzelnd schritt ich neben Arrecina einher. Fast war mir so, als könnte ich den Duft ihres Haares nicht nur erahnen, sondern ihn beinahe körperlich spüren. Dass mir auf dem Heimweg von der curia so etwas passieren würde, hätte ich nun nicht gerade gedacht. Arrecina schien eine literaturbegeisterte Frau zu sein, was mir sehr behagte. Ich mochte gescheite Frauen, wie Deandra eine war. Nur die Flavierin wies den entscheidenden Vorteil auf, nicht meine Schwester zu sein. Gut, Deandra war es so gesehen auch nicht, zumindest nicht leiblich. Aber ich liebte sie auf eine besondere Art, ich begehrte sie nicht.


    In diesem Moment fragte Arrecina recht zweideutig nach meinen Talenten, was mich erneut schmunzeln ließ. Das mädchen wies ein Feuer vor, das mich sogleich für sie einnahm. Ich wandte den Kopf und suchte ihren Blick, und als ich ihn gefunden hatte, entgegnete ich mit dem Anflug eines verschmitzten Lächelns:
    "Mir liegt Rhetorisches mehr. Unter anderem. Aber es gibt beileibe noch anderes, doch bleiben Fremden diese Talente verborgen."


    Natürlich machte ich mir ein Bild davon. Und jenes Bild von Arrecina wies seltsamerweise immer weniger Bekleidung auf. Ich musste mich über mich selbst wundern. Normalerweise lag es so gar nicht in meiner Natur, fremde Frauen gedanklich zu entkleiden, zumindest nicht bei unserem ersten Zusammentreffen, was zugegebenermaßen ganze zehn Minuten zurücklag. Aber bei der Flavierin war es anders, was vermutlich daran liegen mochte, dass sie mir Arrecina allen Anlass dazu bot.


    Ein lautes Klappern hinter uns verriet mir, dass Trautwini wieder einmal die Tafeln und Rollen fallen gelassen hatte. Dieses Mal jedoch ließ ich mich nicht davon stören und ging einfach weiter, die Arme auf dem Rücken verschränkt und Arrecina von der Seite her ansehend. Die Herbstsonne beschien ihr Haar und ließ es glänzen. Eine Strähne fiel mir besonders ins Auge, und ich streckte kurzerhand die Hand nach ihr aus und steckte sie in einer vertraut wirkenden Geste wieder locker zu den anderen Haaren. Die Berührung elektrisierte mich, sodass es einen Moment dauerte, bis ich über die ars amatoria berichten konnte.


    "Ovid. Jaa.... 'Odi concubitus, qui non utrumque resolvunt. (Ich mag keinen Geschlechtsverkehr, der nicht beide entspannt.)' Eine sehr bekannte Stelle seines Werkes. Er trägt vielerlei Ansichten vor, spricht von vielen Dingen ganz ungeniert, erteilt Ratschlage und eröffnet teilweise ganz neue Sichtweisen", erzählte ich.
    "Aber du solltest es selbst lesen, dann weißt du, was ich meine."


    Ich konnte es nicht unterlassen, in diesem Moment breit und beinahe anzüglich zu grinsen. Allerdings wurde ich recht schnell wieder ernst, als sie erwähnte, eine Nichte Aquilius' zu sein. Ich sah sie einen Moment verwirrt an.


    "Du bist seine Nichte? Das ist... Naja, ich wusste nicht, dass er eine so ansehnliche Nichte hat", rettete ich meine Verwunderung. Hatte Aquilius etwa einen älteren Bruder oder gar einen jüngeren?
    "Aquilius und ich trafen uns durch Zufall auf dem mercatus. Wir speisten zusammen und inzwischen ist eine recht angenehme freundschaft daraus geworden."

  • Die Sklaven und ihr Benehmen waren erst einmal vergessen, denn sie hatte grade wirklich besseres zu tun, als sich um diese Lapalien zu kümmern. Der junge Mann neben ihr hatte auf eine ganz alleinige Art ihr Intresse geweckt und sie konnte es in den Tiefen ihres Körpers spüren. Er hatte was anziehendes an sich, sein verschmitztes Lächeln alleine lockte sie schon und die Frage stand in ihren Augen mehr als deutlich zu lesen: Wie seine Lippen wohl schmecken mochten? Ihr war ungewöhnlich warm und lief etwas langsamer. In seinen Worten schienen immer irgendwelche verstecken Details verborgen, die sie ergründen wollte und zwar bis in alle Tiefen.


    "Dann hoffe ich, dass ich nicht mehr lange eine Fremde für dich sein werde", sagte sie in einem zweideutigen Ton und sah ihm dabei tief in die Augen. Ihr Lächeln hatte etwas verführerisches an sich und glich einem frechen Schmunzeln. Sie konnte seine Gedanken nicht lesen, aber dennoch spürte sie seine Blicke auf sich und kostete sie wohlwissend aus. Wer wurde nicht gerne als junge Frau von einem Mann mit solchen Blicken überhäuft? Sicher hätte sie nichts dagegen gesagt, da wäre sie ja selber dumm gewesen. Sie erschreckte sich kurz als das Klappern hinter ihnen ertönte und wollte schon rumfahren da sie dachte es wären wieder die beiden streitenden Sklaven gewesen, aber wie sich schnell rausstellte war es sein Sklave der ein wenif tollpatschig zu sein schien.


    Die Röte machte sich auf ihren Wangen breit als er so offen über diese Textstelle sprach, aber es war nur das Äussere denn innerlich war sie ganz sicher nicht errötet, da brauchte es schon mehr um sie aus der Bahn zu werfen. So lächelte sie ihn weiter an, berühte unauffällig seinen Arm beim laufen um dann wieder sich etwas zu Wort zu melden. "Ich denke diesen Rat werde ich befolgen und es lesen, aber vielleicht würdest du mir dabei dann gerne Gesellschaft leisten wollen? Auch wenn du das Buch schon kennst." Ihre Augen schienen Feuer gefangen zu haben als sie ihn ansah,aber sie waren ehrlich gemeint, denn es waren nicht nur ihre Augen die Feuer in sich hatten sondern das genze junge Mädchen schien zu brennen.


    Ihre Zeigefinger glitt ganz langsam über ihre Lippen, als würde sie nachdenken, aber alles was sie tat war einfach nur eine Taktik um ihn ein wenig schwach zu machen, denn wenn sie ehrlich war, hätte sie ihn auf der Stell.....sie unterbrach sich bei ihren Gedanken als er weiter sprach.
    "Das bin ich und danke für dein Kompliment. Es scheint mir ein seltsame Schicksal jemanden zu treffen, der ihn gut zu kennen scheint. Wie heißt es so schön die flüchtigsten Bekanntschaften sind die besten, denn aus ihnen kann eine wahre und innige Freundschaft werden." Arrecina musste grinsten, denn sie betonte das wort innig mit Absicht ein wenig mehr. "Caius ist ein wundervoller Mann", begann sie ein wenig zu schwärmen.

  • Ich dachte gar nicht groß darüber nach, sondern hob bei ihrer ausgesprochenen Hoffnung, nicht mehr lange eine Fremde für mich zu bleiben, meine Hand und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich passenderweise just in diesem Moment aus der sorgsam gesteckten Frisur gelöst hatte. Bei dieser Bewegung streifte ich wie zufällig die zarte Wange ihrer Haut und ließ meine Hand genau so lange dort verweilen, dass ersichtlich war, dass ich die Berührung absichtlich provoziert hatte und sie nicht reiner Zufall war. Ein charmantes Lächeln begleitete meine Geste, zusammen mit den Worten:


    "Das hoffe ich auch, Flavia Arrecina."
    Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, ihren Blick ebendso fest zu erwidern. Und ich glaubte, darin zu lesen, dass sie gern mit dem Feuer spielte. Nun, wenn sie das gern tat, dann sollte sie Feuer bekommen, sofern sie sich darauf einließ. Ich schmunzelte. Dass sie bei meinen Worten errötete, machte sie für mich nur noch anziehender und ließ darauf schließen, dass sie solche Worte nicht gerade gewohnt war, zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Ich entschloss mich dazu, dem noch eins obenauf zu setzen und erwiderte leise und ruhig, mit einem ebenso geheimnisvollen wie kurzen Blick:
    "Ich kenne nicht nur die Schriften Ovids, sondern auch deren Umsetzung."


    Mit auf dem Rücken gefalteten Händen ging ich weiter neben der jungen Flavierin her und fragte mich insgeheim, ob sie in ihrem Alter schon eine solche Erfahrung würde vorweisen können, wie sie vorgab. Ich war zugleich gespannt und mahnte mich zur Ruhe und Geduld. Inzwischen war ich zwar körperlich so gespannt, dass ich sie am liebsten in eine unbelebte Ecke hätte drängen wollen, aber ich genoss den Reiz der Unterhaltung ebenso wie das wohlige Prickeln, das meinen Körper durchströmte. So war es wohl nicht verwunderlich, dass meine Lippen ganz plötzlich die Worte einer Einladung formten.


    "Sag, was hieltest du davon, wenn ich dich in mein Heim entführte und wir zusammen speisten? Es wäre mir eine Freude und zugleich eine angemessenere Entschuldigung als ein läppischer Becher Fruchtsaft."

  • Er war sich ganz sicher darüber im klaren was er da grade mit ih anstellte. Sehr sicher war sie sich da, denn alleine sein Blick hätte einen Wald in Feuer aufgehen lassen und er hatte es bei ihr schon längst geschafft, denn er hatte etwas an sich dem man nicht wiederstehen konnte, egal wie sehr man sich dem widersetzte. Seine berührung, die wie eine Feder wirkte in ihrem Gesicht ließen ihre Augen glitzern und sie brauchte nichts zu sagen um zum Ausdruck zu bringen was sie in diesem Moment fühlte. Ihr Lächeln brachte ihre weißen Zähne zum Vorschein und das kleine Grübchen was sie hatte. Er brachte sie ganz schön aus der Bahn, was eigentlich nur relativ selten geschah. Zaghaft strichen ihre Finger den Weg nach, den seine Hand gegangen war und seine Offenheit ließ sie weiter erröten aber auf eine ganz angenehme Art, auch wenn ihr Körper grade drohte zu verbrennen.


    Seine Worte schafften sie und als er von Ovid noch einmal anfing, blieb jedes Wort für ernige Sekunden in ihrem Hals stecken. "Dann sollte ich wohl bei dir in die Lehre gehen", sagte sie frech und mit einem festeren Lächeln als eben, denn auch sie fing sich irgendwann wieder, egal wie heiß ihr grade war. Alles andere war vergessen, aber ihre Stimme hatte deutlich gemacht, dass sie gerne das Spiel weiter spielen würde. Die Spannung wollte auch gar nicht mehr weichen und Arrecina wusste, dass es bei ihm nicht anders war. Es war als könnte sie es sogar spüren und bald schon greifen.


    Die Einladung ließ sie nur noch weiter schmunzeln, denn sie war eigentlich genau da wo sie hinwollte, denn welches Mädchen wollte nicht gerne mit einem solch charmanten Mann einmal speisen, geschweige denn überhaupt beisammen sein? Das Lächeln wurde zu einem kleinen aber frechen Schmunzeln und sie kam ihm beim laufen ein wenig näher, dass ihr Arm den seinigen berührte. "Ich fände es eine ausgezeichnete Idee und würde deine Einladung mit Liebe annehmen. Aber sag mir wann hast du dies vor? Jetzt? Oder dachtest du da an einen anderen bestimmten Zeitpunkt?" Arrecina hatte fast geflüsterte und ihre Fingerspitzen der anderen Hand waren auf einmal an seinem Arm aufgetaucht und hatten an diesem entlanggestrichen. Natürlich aus reiner Absicht versteht sich.

  • Ich war mir nicht nur darüber im Klaren, ich legte es sogar darauf an. Wenn sie Wind sähte, würde sie Sturm ernten. Einen Sturm, der unter günstigen Umständen uns beiden eine Brise beschaffen würde. Ich schmunzelte ob meiner Gedanken und erfasste mit dem Blick das kleine Grübchen, das sich beim Lächeln zusammen mit ihren makellos weißen Zähnen zeigte. Und gleichzeitig wuchs in mir der Wunsch, sie augenblicklich in die villa aurelia zu entführen und zusammen mit ihr die günstigen Winde herauszufordern, an die ich eben noch gedacht hatte. Das mochte für sie, die sie eine Flavierin war, ein Spiel mit dem Feuer werden, aber ich würde schweigen können, auch bei gegebenenfalls häufigeren Besuchen.


    Kaum erwähnte sie, dass sie mich vielleicht als Lehrmeister ansah, trat eine Gier in meine Augen, einem raubtier gleich, dass sie beim erstbesten Moment mit Haut und Haar verschlingen würde. Ich kämpfte die Bestie zurück dorthin, wo sie her gekommen war, doch Arrecina hatte meinen Blick vermutlich trotzdem bemerkt. Dieses freche Lächeln, der herausfordernde Ton, ihr Körper und die Hitze, die sich in mir ausbreitete, brachten mich dazu, die Hände auf dem Rücken zu verschränken, ehe sie Stellen berührten, deren Berührungen sich weder in der Öffentlichkeit, noch in Anwesenheit der Sklaven und schon gar nicht bei einer unverheirateten Patrizierin geziemten. Dennoch konnte ich nicht verheimlichen, dass es mich nach dem Geschmack ihrer Zunge dürstete und nach der Wärme ihres bloßen Seins.


    Die leichte Berührung ihres Armes an meinem fühlte sich an wie das elektrostatische Knistern, das man während eines Gewitters auf freiem Felde verspüren konnte. Ich musste gar zweimal Schlucken, ehe ich auf ihre Frage antworten konnte.


    "Nun ja", hob ich an und meine Stimme klang leicht rauchig.
    "Ich habe heute nichts zu tun, das nicht auch noch bis morgen warten konnte. Wenn es dir recht ist, würde ich meine Schuld gern gleich bezahlen. Mir liegen weder Anschreiben noch Zechprellerei. Außerdem siehst du...hungrig aus, wenn du mir diese Bemerkung gestattest."


    Ich warf ihr einen tiefgründigen Blick zu. Sicherlich hatte sie sofort gewusst, was ich meinte. Kurz flammte in mir die Frage nach dem Risiko auf, wenn ich die vermutlich nahe Verwandte eines Senators einfach mit nach Hause nahm und dort vermutlich Dinge mit ihr tat, die unter dem Mantel der Verschwiegenheit blieben mussten, wenn sie nicht sowohl ihr als auch mein Ansehen ruinieren sollten. Verstohlen sah ich mich um und vergrößerte nicht ohne Anstrengung den Abstand zu der hübschen Dame um einige Zentimeter, sie anblickend und begierig auf eine Zusage hoffend.

  • Sie hatte dieses besondere Etwas in seinen Augen gesehen, einen Blick den sie nur zu gut kannte und den sie gerne noch etwas tiefer ergründen wollte. Vielleicht sogar tiefer als ihr zustehen würde, aber das war ihr egal. Sie waren alleine und wenn man sie nicht sah war alles andere auch einfach egal. Er hatte das Feuer der Begierde in ihr entfacht mit ein paar einfachen Worten und doch eindeutigen Gesten und er würde noch sehen was er davon hatte, denn so schnell würde er sie sicher nicht mehr los bekommen, zumindest nicht auf diesen einfachen Wegen.


    Sie hatte eine Gänsehaut und diese hätte sie ihm gerne gezeigt am besten noch hier auf der Stelle. Was gab es nur für durchtriebene Menschen auf dieser Welt, aber sie gehörte ja eindeutig auch dazu und dazu stand sie auch. Seine Einladung nahm in ihrem Kopf immer mehr Formen an und sie blickte ganz kurz zurück zu den Sklaven die sehr gut mit sich selber beschäftigt waren. So beugte sie sich zu ihm nach vorne und stellte sich auf ihre Zehenspitzen um an sein Ohr zu gelangen und ihm etwas zuzuflüstern:


    "Bist du dir sicher, dass du weißt wie hungrig ich wirklich bin? Es gab schon Frauen die fielen über einen Mann her und verschlangen ihn mit Haut und Haaren."


    Mit einem verschmitzten Lächeln zog sie ihren Kopf wieder zurück, aber vorher berührten ihre Lippen ganz ausversehen seinen Hals. Das Funkeln in ihren Augen begann langsam einem Waldbrand Konkurrenz zu machen und die Hitze die in ihr wütete war es schon.

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