Audienz für die Aediles Artoria Medeia et Tiberius Vitamalacus

  • Tiberius Vitamalacus war zusammen mit seinerc kollegin dem Scriba in die Aula Regia gefolgt. Irgendwie kam ihm der Weg nur zu bekannt vor, seine festen Schriite halten auf dem Boden und als sie in der Aula ankammen, nickte er nur knapp dem Scriba zu. Kurz warf er noch einen Blick auf die Wachstafeln, welche er mitführte und vergewisserte sich, das sie auch in der richtigen Reihenfolge waren.


    Dann wartete er schweigend auf das Erscheinen des Imperators.

  • Schweigend war Medeia dem Scriba und ihrem Kollegen in die Aula Regia gefolgt. Langsam ging sie die große Halle entlang und betrachtete dabei das Muster aus Licht und Schatten, was die Strahlen der Sonne auf ihrem Gewand, welches so hell war wie manche der Marmorblöcke im Boden, bildeten. Ernsthaft blieb sie an der Seite von Vitamalacus stehen und nickte dem Scriba noch einmal dankbar zu, ehe er verschwand um den Kaiser zu rufen. Die Schriftrollen trug Medeia in einer Falte ihre Palla und beließ sie auch erst mal dort. Gedanken verloren musterte sie die Halle, die sie während ihrer Arbeit als Praeposita nicht oft besucht hatte. Sie stand im Sonnenlicht eines warmen Herbsttages. Die hellen Gewänder ließen sie noch etwas blasser wirken und ihre roten Haare noch leuchtender. Kurz sah sie zu ihrem Kollegen, lächelte leicht und betrachtete dann wieder einige der Statuen in der Aula. So wartete sie ruhig auf den Kaiser.

  • Wie üblich hatte der Kaiser nach der vorherigen Audienz den Saal wieder verlassen, um kurze Anweisungen geben zu können, Notizen zu machen, offene Gedankengänge abzuschließen oder auch einfach nur einem menschlichen Bedürfnis nachzugehen. Nun betritt er den Raum wieder und wendet sich den nächsten Gästen zu.


    "Seid gegrüßt, Aediles. Was verschafft mir die Freude, euch hier gemeinsam begrüßen zu dürfen?"

  • Die Blicke des Tiberius Vitamalacus waren nur wenig durch den Raum gewandert. Andere mochte schon die Ausstatung beeindrucken, doch er war als Soldat erzogen worden und Farbenpracht und Marmor konnten ihn nicht beeindrucken. Was in an diesem Ort immer beeidruckte, war etwas anderes, es war die Aura der Macht und Befehlsgewalt, die von diesem Raum und von dem Mann ausging, der in diesem Moment den Raum betrat.


    "Imperator !" erwiederte er militärisch knapp und korrekt den Gruss des Oberbefehlshabers. Denn welche Titel der Imperator auch noch führte, für Tiberius Vitamalacus war klar, das es die Gefolgschaft der Legionen war, die verhinderte, das das Imperium in einen Bürgerkrieg verfiel.


    "Ich weis nicht, ob der Anlass wirklich erfreulich ist, haben wir über einen schweren und heiklen Fall der Steuerhinterziehung zu berichten."


    Kurz machte er eine Pause, dann fuhr er fort.


    "Bei der Sichtung der Konten fiel uns ins Auge, das fast Zeitgleich mit dem Dekret über den Einzahlungsstop für die Konten des Pasceolus Imperialis auf einem steuerfreien Konto eines Cultvereins grosse Summe von dessen Mitgliedern eingezahlt wurden und gelegentlich kleinere Beträge an die Mitglieder zurückflossen. Der erste Eindruck entstand das hier der Cultverein als Möglichkeit genutzt werden sollte, um den Staat um seine Steuern zu bringen."


    Wieder machte er eine kurze Pause, blickte kurz zu seiner Kollegin bevor er dann fortfuhr.


    "Meine geschätzte Kollegin erliess darauf hin ein Edikt, welches sämtliche Konten dieses Cultvereins einfror, gemeinsam durchsuchten wir, unterstützt von einigen Miles der Cohortes Urbanae, das Vereinshaus, stellten sämtliche Unterlagen bezüglich der Kontenbewegungen sicher, sprachen mit den Mitgliedern sofern dies möglich war, prüften sämtliche Unterlagen und fanden unseren Verdacht bestätigt, das der Cultverein dazu genutzt wurde, das dem Imperium Steuern entzogen werden sollten."


    "Bei diesem Cultverein handelt es sich um die Societas Pompeiana, dessen Magister amtierende Volkstribun ist und der eine Mitgliederzahl aufweist, welche unter den Anforderungen liegt, welche für die Neugründung eines Vereines erforderlich ist. Die Höhe der Hinterzogenen Steuern und die eben genannten Gründe, welche als Strafmassnahme auch die Schliessung und totale Enteignung der Societas denkbar machen, sind wir beide heute vor dich getreten, um dir unsere Ermittlung und Emphehlungen für eine mögliche Strafe gemeinsam vorzutragen."

  • Gedanken verloren hatte Medeia eine der Marmorbüsten des Kaisers betrachtet. Wie die Sonne mit dem Profil des Mannes spielte und die Kanten scharf abzeichnete, was dem dort dargestellten Kaiser einen entschlossenen Blick, vielleicht auch grimmig, verlieh. Die schweren Schritte eines Mannes, der in die Aula hereintrat, lenkte Medeia jedoch davon ab. Sie wandte sich um und sah dem Kaiser mit dem Andeuten eines Lächelns entgegen und schließlich mit einem freundlichen Lächeln. Anmutig verneigte sich Medeia vor dem Kaiser, genauso wie sie es getan hätte, wenn sie ihm im Gang des Palastes begegnet wäre als Praeposita. Ein einzelner Sonnestrahl traf sie am Haupt, strahlte erst intensiv ihre roten Haare an und dann ihr blasses Gesicht. „Salve, Augustus!“ grüßte sie ihn. „Wir danken Dir, dass Du die Zeit für uns erübrigen konntest!“


    Doch dann überließ Medeia ihrem Kollegen das Sprechen. Sie faltete ihre Hände ineinander und stand ruhig neben Vitamalacus. Mit einem milden Lächeln, trotzdem durchaus die Ernsthaftigkeit und Würde für diese Audienz ausstrahlend, verfolgte sie die Worte von Vitamalacus. Ab und an neigte sie leicht ihren Kopf, um zu betonen, dass ihr Kollege auch ihre Meinung und Erkenntnisse vertrat. Genauso als er kurz zu ihr schaute, bezüglich des Ediktes, nickte sie leicht und wartete weiter ruhig ab. Als Vitamalacus fertig war, nickte sie erneut und sah aufmerksam zum Kaiser.

  • Der Kaiser nimmt auf seinem Sitz platz und bietet den Aediles ebenfalls Sitzmöglichkeiten an. Besprechungen wie diese gehören zu den wenig erfreulichen, aber dennoch notwendigen Bestandteilen seiner Tätigkeit als Herrscher.


    "Die Societas Pompeiana? In der Tat, ein recht kleiner und wenig bekannter Kultverein. Ich wusste nicht, dass es um seine Mitgliederzahl so schlecht bestellt ist. Sind von den wenigen Mitgliedern alle betroffen oder handelt es sich um eine Tat eines noch geringeren Personenkreises?"


    Zur Tat selber äußert sich der Kaiser zunächst nicht. Dass er einen Verstoß gegen seine eigenen Gesetze nicht billigen konnte, sollte ohnehin klar sein. Ansonsten wären die Aediles sicher nicht zu ihm gekommen.

  • Als ihnen der Imperator anbot platz zunehmen, liess sich Tiberius Vitamalacus auf einem der Stühle nieder und wartete darauf, das auch seine Kollegin sich setzte. Dann nahm er eine der Wachstafeln hervor, blickte kurz darauf. Nicht das es nötig war, die meisten Daten hatte er im Kopf, so das er kühl weiter fortfuhr.


    "Es liegen Einzahlungen von vier Personen vor. Neben dem Mitgliedern Manius Pompeius Trimalchio und Decimus Pompeius Strabo sind das ein Mitglied der Gens Pompeina, Pompeius Severus und ein Publius Terentius Pictor. bei der Einzahlung des Pompeius Serverus scheint es sich aber die Rückzahlung ein Betrages zuhandeln, welcher ihm von der Societas zur Verfügung gestellt wurde. Terentius Pictor hat scheinbar nichts mit der Societas zu tun, doch hat dieser fast regelmässig seinen gesamten Sold, welchen er als Centurio der Classis Germania erhält gespendet. Die genaue Untersuchung der Kontenbewegung lässt nur den Schluss zu, das auch hier dem Staat seine Steuern entzogen werden sollte."


    Kurz räuspert er sich, blickt kurz zu seiner Kollegin und dann zu dem Imperator.


    "Mein Imperator, es sind folglich neben den beiden Mitgliedern der Societas auch Publius Terentius Pictor davon betroffen. Bei dem einzigen Mitglied der Societas, welches nicht an den Vorgängen beteiligt ist, handelt es sich lediglich um einen Angestellten der Societas."


    Sim-Off:

    Die Gruppenid

  • Der Kaiser schüttelt irritiert den Kopf.


    "Ein Centurio, der nichts mit der Societas zu tun hat, zahlt fast seinen gesamten Sold auf dieses Konto ein? Ein sehr befremdliches Verhalten. Ich werde dem nachgehen lassen.


    Geht es bei den anderen Personen um Beträge der selben Größenordnung? Und in welchen Abständen erfolgten die Zahlungen?"

  • Ohne noch einmal in seine Unterlagen zu blicken, antwortet Tiberius Vitamalacus dem Imperator. Lange hatte er über den Kontenbewegungen der Societas gesessen, mehr als er jemals zuvor mit solch leidigen Geldgeschäfften verbracht hatte.


    "Im Falle des Pompeius Trimalcho ist der Zahlungsverkehr noch recht übersichtlich. Neben einer Einzahlung in Höhe von 32000 Sz., welche offensichtlich aus einem aufgelösten Sparkonto stammen müssen, liegen noch einige kleinere Einzahlungen vor, welche in der Grössenordnung des Gehaltes des damailigen Praefectus Vehiculorum von Germanien liegen. Diese enden etwa mit dem Beginn seiner Amtszeit als Tribunis Plebis."


    Er räuspert sich kurz, bevor er sich dem nächsten Beteiligten zuwandte.


    "Pompeius Strabo hingegen hat regen Gebrauch von dem Konto der Societas gemacht. Neben Einzahlungen in der Höhe seines Gehaltes, welche eigentlich mit jeder Gehaltszahlung erfolgten, gibt es auch zahlreiche Entnahmen und Teilrückzahlungen dieser Entnahmen. Eine Einzahlungsquittung trug sogar den Vermerk : Zur Verwendung zum Symposium -- nur zeitweilig deponiert. Dieses zeugt davon, wie dreist das Konto der Societas missbraucht wurde."


    Diese Arbeit, das wühlen in den Finanzen der Societas und ihrer Mitglieder, war jene Arbeit, welche ihm, als Soldaten und Patrizier wesentlich unangenehmer gewesen war, wie z.B. die Untersuchung der Cloaka Maxima.


    "Mein Imperator, die Beträge die auf den Konten der Societas gesammelt wurden, bzw. welche von ihrem Magister eingezahlt wurden, könnten natürlich auch für ein grössere Bauprojekt werdet werden. Doch konnte uns weder der Magister auskinft geben, noch wurden bei der Durchsuchung des Gebäudes der Societas Hinweise darauf gefunden. Für uns Aedile lässt dies nur den Schluss zu, das hier Steuern dem Staat vorenthalten werden sollten. Wir haben uns längere Zeiot überlegt, welche Massnahmen ergriffen werden könnten. Wenn du erlaubst, würde ich dir unsere Gedanken gerne nahebringen."

  • "32000 Sz. auf einen Schlag mögen ein übersichtlicher Zahlungsverkehr sein, aber sicherlich kein unerheblicher. Bevor ihr zu euren Strafvorschlägen kommt noch eine Frage: welcher Gesamtbetrag wurde nun auf dem Konto eingefroren?"

  • Der Kaiser reibt sich nachdenklich am Kinn.


    "Damit wäre Pompeius Trimalchio offenbar derjenigen, der mit dem größten Vermögensansteil in diesen Fall von Steuerhinterziehung verwickelt ist.


    Nun gut, dann legt mir nun bitte eure Strafvorschläge vor."

  • Kurz räuspert er sich, dann fährt er fort.


    "In der Tat, Imperator, Pompeius Trimalchio hat offensichtlich den grössten Vermögensanteil in dieser Geschichte. Allerdings, hat Pompeius Strabo einen wesentlich regeren Gebrauch von dem Konto der Societas gemacht. Desweiteren zeigte sich er im Gegensatz zum Tribuns Plebis wenig zur Zusammenarbeit bereit. Einer Aufforderung in der Basilica Iulia zu erscheinen kam er nicht nicht nach."


    Kurz blickt er noch einmal zu seiner Kollegin, bevor er dann weiter ausführt.


    "Der gesamte Zahlungsverkehr der Societas konnte so weit rekonstruiert werden, das eine nachträgliche Besteuerung möglich ist, sodass im Zeitraum vom Erlassen des Deketes bezuüglich der Sparkonten bis zum Zeitpunkt der Versperrung der Konten insgesamt 31531.69 Sesterzen Steuern eingezogen werden müssten. Anbetracht der Tatsache, das hier ein Fall der Steuerhinterziehung vorliegt, würde ich aber nicht von dem damals gültigen einem Steuersatz von regulär 25% ausgehen, sondern diesen auf zum Beispiel auf 35% erhöhen. Dies führt zu einer Steuernachzahlung von insgesamt 35270.51 Sesterzen."


    Während er spricht blickt er immer wieder kurz auf seine Wachstafeln, um die genauen Zahlen zu nennen.


    "Um allerdings der individuellen Schuld nachzukommen, bietet sich ein anderes Modell besser an : Die Kontenbewegungen der einzelnen Beteiligen werden getrennt und für jeden individuell die zu zahlende Steuer erhoben. Das auf das dem Konto der Societas erhobene Vermögen wird zunächst an die Betroffenen zurückgezahlt und im gleichen Zuge erhalten sie eine Aufforderung, die Steuern, welche angefallen wären, nach zu zahlen. So liesse sich auch die Kooperation des Pompius Trimalchio belohnen, in dem bei ihm nur ein Steuersatz von 30 % zugrunde gelegt wird. Für Pompeius Strabo hingegen, welcher sich zum schluss sehr intensiv an den sogenannten Spenden des Terentius bedient hat, würde das bedeuten, das er der Societas einen Betrag zurück erstatten muss, mit welchem Terentius auszahlen kann."


    "Ich habe hier einmal die entsprechenden Zahlen vorbereitet."


    Er legt dem Imperator ein Wachstafel vor.



    Modell 1 : Societas insgesamt


    Vermögen : 37887.11 Sz.
    Steuer (regulär) : 31531.69 Sz.
    Steuer (erhöht) : 35270.51 Sz.


    Modell 2 : Nach Mitgliedern


    Pompeius Trimalchio :


    Vermögensanteil : 33700 Sz.
    Steuer (regulär) : 27588.91 Sz.
    Steuer (erhöht um 5 Punkte) : 29630.43 Sz.
    Steuer (erhöht um 10 Punkte) : 31066.46 Sz.


    Pompeius Strabo :


    Vermögensanteil : -936.07 Sz. (zu zahlen an die Societas damit diese Terentius auszahlen kann)
    Steuer (regulär) : 1328.10 Sz.
    Steuer (erhöht um 5 Punkte) : 1542.92 Sz.
    Steuer (erhöht um 10 Punkte) : 1732.75 Sz.


    Terentius :


    Vermögensanteil : 3915.18 Sz.
    Steuer (regulär) : 2315.41 Sz.
    Steuer (erhöht um 5 Punkte) : 2608.13 Sz.
    Steuer (erhöht um 10 Punkte) : 2839.64 Sz.



    "Gerne stelle ich dir und der Steuerverwaltung meine Unterlagen und Berechnungsgrundlagen zur verfügung," ergänzt er noch, bevor er dann fort fährt. "Desweiteren könntest du überlegen, ob der Societas generell für die Zukunft die Steuerbefreiung genommen wird, vielleicht auch nur zeitlich begrenzt."


    Das der Societas aufgrund ihrer geringen Grösse auch die zulassung entzogen werden könnte, das erwähnt er nicht, schliesslich hat er schon in seiner Eröffnung von der geringen Mitgliederzahl gesprochen.

  • Der Aufforderung Platz zu nehmen folgte Medeia mit einem höflichen Lächeln. Einige Papyri raschelten in ihrer Palla, die ihr als „Tragetasche“ diente für die ganzen wichtigen Notizen bezüglich dieses Falles und was sie noch in der Audienz ansprechen wollte. Da Vitamalacus schon mit der Erklärung und der genauen Sachdarstellung angefangen hatte schwieg Medeia. Sie nickte nur hin und wieder zustimmend zu den aufgezählten Indizien und ihren Vermutungen. Nachdem Vitamalacus die diversen Versteuerungen aufgezählt hatte, nickte sie nochmals. Doch was die Konsequenzen anging, war Medeia weit weniger zimperlich. „Werter Augustus, wenn ich noch den ausführlichen Ausführungen meines Kollegen hinzufügen darf, der unsere Untersuchung und Schlussfolgerungen ausführlich dargestellt haben?“


    Medeia nickte Vitamalacus kurz zu und wandte sich dann wieder an den Imperator mit großem Ernst. „Abgesehen davon, dass die Steuern gezahlt werden sollten und die einzelnen Mitglieder oder Nichtmitglieder mit einer Strafe zu rechnen haben, ist auch das Ausmaß dieses Verbrechens zu betrachten. Jenes fand in einer Vereinigung statt, die religiösen und kultischen Hintergrund hat. Einer, die der Ehrung der Ahnen dienen soll. Und innerhalb dieses kultischen Vereins, was durch seinen Charakter so viele Privilegien erhält, wurde ein derartiges skandalöses Verhalten offenbart. Es ist durchaus zu überlegen die Societas, mal abgesehen davon, dass sie die Mindestmitglieder nicht aufweisen, aufzulösen.“

  • Der Kaiser nimmt die ihm gereichte Tafel entgegen und versucht, die verschiedenen Vorschläge nachzuvollziehen.


    "Eine nachträgliche Besteuerung zu einem erhöhten Satz erscheint sehr sinnvoll und angemessen. Ebenso eine Aufteilung nach der Schwere der Schuld und die Berücksichtigung verschiedener Strafhöhen. Dies macht zwar das Verfahren komplexer, das Urteil jedoch stimmiger."


    Nachdenklich betrachtet er die Zahlen auf der Tafel.


    "Ich kann diese Rechnung hier allerdings nicht ganz nachvollziehen. Die in Modell II genannten Vermögensanteile summieren sich nicht auf den in Modell I genannten Gesamtbetrag."


    Fragend blickt er den Aedil an und gibt seiner Kollegin zu verstehen, dass er den Vorschlag zur Auflösung der Societas keineswegs überhört hat und später auch darauf zu sprechen kommen wird.

  • Tiberius Vitamalacus nimmt erfreut zur Kenntniss, das der Imperator ihre Vorschläge gut heisst. Und auch die Frage des Imperators vermag er zunächst schnell zu beantworten.


    "Imperator, diese Diskrepanz erklärt sich daraus, das in Modell I das aktuell vorhandene Vermögen der Societas genannt wird. Für die Berechnungen der Steuern und der einzelnen Vermögenswerte wurde allerdings nur jene Spendeneinzahlungen berücksichtigt, welche nach dem Dekret bezüglich der Sparkonten getätigt wird. Dabei handelt es sich um 208 Sesterzen. Dazu ist zu berücksichtigen, das Pompeius Severus 500 Sesterzen von der Societas erhalten hat... Somit kommen wir auf die gleichen..."


    Hier stockt der Tiberier, denn als er selbst im Kopf die Zahlen überschlägt, entdeckt er eine ein Lücke von 1500 Sz. Doch er ist gut vorbereitet, geht schnell zwei weitere Wachstafeln durch.


    "Du musst verzeihen, Imperator, doch ist beim Übertragen ein Fehler passiert. Eine Einzahlung von 1500 Sesterzen von ID AUG DCCCLVI A.U.C. (13.8.2006/103 n.Chr.) wurde übersehen. So muss ich die Zahlen korrigieren."


    Rasch überschlägt er die neuen Zahlen, nimmt dazu die mitgebrachten Rechentafeln zu hilfe und legt so dem Imperator die neuen Zahlen vor.




    Modell 1 : Societas insgesamt


    Vermögen : 37887.11 Sz.
    Steuer (regulär) : 31531.69 Sz.
    Steuer (erhöht) : 35270.51 Sz.


    Modell 2 : Nach Mitgliedern


    Pompeius Trimalchio :


    Vermögensanteil : 35200 Sz.
    Steuer (regulär) : 28821.94 Sz.
    Steuer (erhöht um 5 Punkte) : 30953.95 Sz.
    Steuer (erhöht um 10 Punkte) : 32453.34 Sz.


    Pompeius Strabo :


    Vermögensanteil : -936.07 Sz. (zu zahlen an die Societas damit diese Terentius auszahlen kann)
    Steuer (regulär) : 1328.10 Sz.
    Steuer (erhöht um 5 Punkte) : 1542.92 Sz.
    Steuer (erhöht um 10 Punkte) : 1732.75 Sz.


    Terentius :


    Vermögensanteil : 3915.18 Sz.
    Steuer (regulär) : 2315.41 Sz.
    Steuer (erhöht um 5 Punkte) : 2608.13 Sz.
    Steuer (erhöht um 10 Punkte) : 2839.64 Sz.


    Überschlag :
    Vermögen Trimalchio : 35200 Sz
    Vermögen Strabo : -936.07 Sz.
    Vermögen Pictor : 3915.18 sz.
    Vermögen Severus : -500 Sz.
    Altvermögen : 208 Sz.
    ---------------------------------------
    Summe : 37887.11 Sz.


    "Diesen Fehler bedauere ich zu tiefst, Imperator."

  • "Keine Grund für ein zu tiefes Bedauern, Aedil. Ein Fehler kann immer passieren."


    Der Kaiser vertieft sich noch einmal in die Berechnungen.


    "Modell II gefällt mir weiterhin am besten. Wir werden euren Vorschlag umsetzen und Pompeius Trimalchio zur Nachzahlung einer um 5 Punkte erhöhten Steuer auffordern, die beiden anderen Betroffenen zu einer um 10 Punkte erhöhten Steuer. Ihre finanzielle Schuld sollte damit abgegolten sein."


    Der Kaiser nimmt den Blick wieder von der Tafel und blickt dann vor allem Artoria Medeia an.


    "Der Vorschlag, die Societas aufzulösen, ist als weitere Maßnahme einer genaueren Betrachtung wert. Habt ihr weitere Erkundigungen über sonstige Aktivitäten der Societas eingezogen? Aktivitäten, die über das Sammeln von Geldern hinaus gehen?"

  • „Große Aktivitäten zeigt die Societas in den letzten Amtszeiten leider nicht mehr!“ antwortete Medeia dem Kaiser ruhig. Vorher hatte sie wieder schweigend die Worte zwischen Vitamalacus und dem Kaiser verfolgt und schnell einen Blick auf die Tabula geworfen gehabt. Als der Kaiser sich dann mit der Frage an sie wandte, musste sie nicht lange überlegen. Hatte sie sich doch auch mit dieser Frage auseinander gesetzt. „Diesbezüglich haben wir auch den derzeitigen Volkstribun und Magister der Societas, Pompeius Trimalchio, befragt. Viel zu dem Wirken der Societas konnte er jedoch nicht erzählen, deutete er jedoch den Kauf einer Marmorplatte als letzte Tätigkeit an.“


    An das Hin und Her und die knappen Antworten des Pompeianers erinnerte sich Medeia noch allzu gut. „Auch sagte er an anderer Stelle, dass wohl noch die Denkmäler der Gens Pompeius gepflegt werden. Mit dem Geld der Societas geschieht das jedoch nicht. Genauso wenig sind andere Ausgaben für die religiösen Belange der Societas vorzuweisen. Auch sind keinerlei feierliche Zeremonien in den letzten Amtszeiten bekannt, die bis an die Öffentlichkeit gedrungen sind oder Bemühungen die Denkmäler zu renovieren. Aber das ist nun wiederum auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Societas hier in Rom quasi verwaist ist. Aus diversen Hinweisen bin ich zu dem Schluss gelangt, dass die Societas kaum noch ihrem Ziel, das Andenken des Gnaeus Pompeius Magnus zu Ehren, nachkommt.“

  • Der Kaiser muss aufpassen, keinen allzu verblüfften Gesichtsausdruck zu machen.


    "Der Kauf einer Marmorplatte als letzte Tätigkeit?! Das macht uns die Entscheidung leicht. Wenn die Societas als solche keinerlei Wirkung entfaltet, dann braucht sie auch keinerlei staatlichen Privilegien zu genießen.


    Ich möchte den Mitgliedern nicht verbieten, weiter ihren spärlichen Tätigkeiten nachzugehen, dann jedoch als privat organisierte Gruppe."


    Der Kaiser winkt einen Diener aus dem Hintergrund näher herbei, der sogleich eine frische Wachstafel zückt und sich bereit hält.


    "Wir haben also als Beschluß:


    Eine Steuernachzahlung von 30953 Sz. durch Pompeius Trimalchio. Wir runden auf glatte Beträge, die Brüche interessieren nicht.


    Eine Steuernachzahlung von 1732 Sz. durch Pompeius Strabo sowie eine Zahlung von 936 Sz. an die Societas.


    Eine Steuernachzahlung von 2839 Sz. durch Terentius Pictor.


    Und schließlich die Streichung der Societas aus dem Register der unterstützten Kultvereine und damit die Auflösung des Steuerbegünstigten Kontos."


    Der Kaiser wartet kurz, bis der Diener alles notiert hat und erinnert leise noch einmal daran, dass über den Centurio der Flotte weitere Erkundigungen einzuziehen sind. Dann wendet er sich wieder an die Aedilen.


    "Damit schöpfen wir den von euch vorgeschlagenen Strafrahmen weitgehend aus. Habt ihr dazu noch Anmerkungen?"

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