[Ludi Plebei] Der erste Tag


  • Pictor schrak aus seinen Gedanken hoch, als er das Gebrüll seines Bruders hörte. Die Nachricht schien ihn auch mitgenommen zu haben, das war gar nicht typisch für ihn.


    Wieder richtete er seine Aufmerksamkeit auf die Geschehnisse unten in der Arena und schaffte es langsam die drängenden Gedanken zu verdrängen. Iustus würde schon wissen, was zu tun war.

  • In der Arene indessen ging es schwerpunktmäßig los. Es war ein wahres Spektakel das man geboten bekam, genau das Richtige um abschalten zu können zumindest für einen Moment. Später würde man sich noch mals Gedanken über den verstorbenen "Rabenvater" machen können oder auch nicht.


    Na findet ihr es?


    Fragte er seinen Bruder und Callidus.


    Schaut doch gut aus was die da unten so treiben. Da geht`s mal richtig zur Sache!


  • Pictor war mittlerweile gebannt von dem Treiben. Das hier unterschied sich wahrlich von allem, was er bisher gesehen hatte. Aber das hier war eben Rom.


    Das kannst du laut sagen! Nicht zu vergleichen...


    Er dachte an die Handvoll Gladiatoren, die er bisher höchstens auf einem Mal in der Arena gesehen hatte. Hier würde es wohl auch kein Verschonen der Unterlegenen geben, weil dem Veranstalter sonst die Kämpfer ausgingen.


    So viele Gladiatoren auf einmal!


  • Ja, unglaublich. Man kommt sich schon vor wie auf einem Schlachtfeld. Heute werden sich die elysischen Felder schnell füllen befürchte ich.


    Er nagte an einem Brot und schlürfte von dem Wein und sah gebannt so wie auch gespannt hinab auf das Schlachtfeld.


    Auf so eine Idee muß man erst ein mal kommen!



  • Ist schon was anderes als immer nur eins gegen eins! Ich würde ja auch gerne mal eine Naumarchie sehen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass das geht...


    Sein Puls war schneller geworden. Ob es noch möglich war diese Spannung zu steigern? Er konnte sich nicht vorstellen, daß die Veranstalter schon gleich mit einem Höhepunkt begannen.

  • Zitat

    Original von Marcus Hadrianus Pictor


    Ist schon was anderes als immer nur eins gegen eins! Ich würde ja auch gerne mal eine Naumarchie sehen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass das geht...


    Sein Puls war schneller geworden. Ob es noch möglich war diese Spannung zu steigern? Er konnte sich nicht vorstellen, daß die Veranstalter schon gleich mit einem Höhepunkt begannen.


    Ja, das kann man erst glauben wenn man es auch geshen hat. Vielleicht haben wir ja mal das Glück eine miterleben zu dürfen.


    Ihm quollen fast die Augen heraus, so was hat die Welt noch nicht gesehen zumindest nicht die Bekannte. 8)
    Wenn es dann erst noch richtig zur Sache ging. Das klirren der Schwerter, das Scheppern der Rüstungen. Hier bekam man wahrlich etwas geboten.

  • Caius hatte bereits den vierten Becher des kostenlosen Weins, als die Karthager einmarschierten. Er hatte bereits von mobilen Türmen gehört, mit denen die Armee Stadtmauern erklomm, aber noch nie gesehen. So beobachtete er das fahrbare Ungetüm begeistert. Seine Favoriten waren jetzt die Karthager - die waren nicht so langweilig wie die Römer!


    "Hieron - Hieron - Hieron!"


    gröhlte er und erntete dafür die kritischen Blicke seiner Nachbarn. Diese versuchten sofort, ihn zu übertönen...


    "ROMA VICTRIX!!"


    Caius sah abfällig zu ihnen herüber. Die hatten doch keine Ahnung! Und überhaupt - die hatten ja nichtmal halb so viel Wein getrunken wie er - in vino veritas!

  • Zitat

    Original von Prinz Acuma von Dakien
    Als das nächste Ereignis angekündigt wurde, war Acuma ganz bereit, sein Auge und sein Ohr darauf zu richten und als sich dann die Arena wandelte, so wie eine Bühne in einem Theater, da musste er schon zugeben, dass sie Römer ihr Handwerk wirklich verstanden und interessiert verfolgte er nun das, was kommen sollte.
    Dies würde also die nachgestellte Schlacht um Messina sein, von der Drusus kurz gesprochen und Acuma das Latain nicht ganz verstanden hatte.
    Es war schon faszinierend, wie sich auf einmal Gräben auftaten und sich Mauern erhoben. Wahrlich ein Meisterwerk an Achtitektur, was hier geboten wurde und so verfolgte er das weitere Spektakel
    Na, er war gespannt, doch hoffte er inständig, dass in einem weiteren Schauspiel nicht auch noch eine Schlacht gegen die Daker kommen würde ;)


    Durus beobachtete amüsiert, dass der Ausländer sich fast die Augen aus dem Kopf staunte. So etwas gab es eben nicht im fernen Dacien!


    "Hast Du noch nie Ludi gesehen?"


    fragte er nach. Der Kaiser schien inzwischen schweigend die Spiele zu verfolgen...

  • Acuma war dem weiteren Vorgehen in der Arena interessiert gefolgt, während er in Gedanken seinen Geschichtsunterricht durchgegangen, als der Verantalter der Spiele Manius Tiberius Durus ihn erneut ansprach und Acuma ihm seine volle Aufmerksamkeit schenkte.
    »Nun, ich haben gehört viel von Gladiatoren-Spielen, aber bei weitem waren Beschreibungen bescheidener, als das, was ich hier sehen!« Er lächelte kurz und während er auf das Spektakel in der Arena deutete, sprach er: »Waren diese Mamertiner nicht einstige italienische Söldner, die kamen aus südlich gelegener Stadt Syrakus, welche 288 bemächtigten sich der Stadt Messina, in dem sie töteten alle Männer?«


    Einen kurzen Blick zum Kaiser zeigte ihm, dass dieser wahrlich schweigsam war.

  • Sim-Off:

    Eigentlich redet der Kaiser mit dem anderen Ausrichter, um euer Gespräch nicht zu stören. ;)


    Wieder einmal erstaunte das Wissen des Prinzen den Kaiser leicht. Der Mann hatte offenbar wirklich eine gute Ausbildung erhalten. Umso mehr wunderte ihn der zähe Widerstand der Daker.

  • "So ist es. Du hast offensichtlich eine umfassende Ausbildung erhalten!"
    antwortete Durus ehrlich verwundert. Er hatte die Daker für dumme Barbaren gehalten, die in Hosen durch die Gegend liefen. Nun erzählte er ihm von Geschichte, die ihm selbst kaum präsent war - auch wenn er sich erinnerte, etwas ähnliches gehört zu haben.

  • Die Ludi Plebei
    1. Tag – Der Ansturm



    Die Armee gruppierte sich rings um die Stadtmauern und der Beschuss begann. Schwarz bemalte Kürbisse wurden auf die Wände losgelassen und platzten an den Mauern. Die Römer gingen in Deckung, nur ein besonders unaufmerksamer Gladiator wurde von einem Kürbis genau am Kopf getroffen und stürzte die Brüstung hinab – und das nicht aus Theatralik, denn die Kraft, mit der die Früchte geschossen worden waren, ließen diese ziemlich hart aufschlagen. Trotzdem stand der Getroffene auf und hielt sich den Kopf. Die Musik verstummte, nur das langsame, unablässige Trommeln war zu hören.


    Doch dann schob sich der Belagerungsturm langsam an die Mauer heran. Die Römer eilten herbei und versuchten verzweifelt, das Gefährt mit Stangen fernzuhalten, doch die Nubier, die ihn schoben, hatten bedeutend mehr Kraft. Endlich erreichte er die Mauer und die Brücke, die einem Corvus ähnelte, senkte sich - sie war genau auf die Höhe der Mauer abgestimmt.
    Heraus brachen die karthagischen Gladiatoren, vorneweg ein Vorkämpfer mit einem Brustpanzer, der jedoch dermaßen dünn war, dass der Schwertstreich des Verteidigers ihn durchdrang und Klinge und Rüstung mit Blut besudelte.
    Der Schrei des Geschlagenen war wie das Startsignal für das Chaos des Kampfes. Das Trommeln schwoll an und wurde schneller und auch die Orgel setzte wieder ein.
    Leitern wurden angelegt und wieder umgestoßen. Da die Kletterer jedoch nicht tief fielen, standen sie sofort wieder auf und kletterten erneut hinauf.
    Überall wurden aber auch Männer getroffen und stürzten schreiend in den Sand, unter dem die harten Holzbohlen lagen und zusätzlich schmerzten.
    Unter dem Druck des unablässigen Angriffs und der viel zu großen Verteidigungsfläche, gelang es den Angreifern endlich, einen Brückenkopf am Brückenkopf ihres Belagerungsturms zu errichten ( ;) ).


    „Langsam aber sicher wird es eng für die Unterstützungstruppen!


    kommentierte Petulans, als ein Kriegshorn ertönte und die Römer von der Mauer scheuchte. Dort bildeten sie kleine Grüppchen zwischen den Häusern und – o Wunder – aus der Tür der Häuser stürmten weitere Römer – unauffällig, aber für den aufmerksamen Betrachter unübersehbar.

  • Acuma hatte den Eindruck, dass es nicht arrogant rüber kam, das er ein bisschen von seinem Wissen rüberbrachte, denn so hätte er es auch nicht gemeint. Er wollte einfach nur zeigen, dass er eben gebildet war und nicht nur ein Barbar. Ob dies so rüberkam, konnte er nur an der Mimik ablesen, und es viel ihm schwer, doch als Durus ihn dann ansprach, da erwiderte Acuma: »Ja, ich haben genossen viel Bildung und ich geben zu, man mir mehr gelehrt über Griechen, aber ich waren auch sehr wissbegierig über Geschichte der Römer.«


    Es ging Acuma einzig darum, dass man ihn nicht wie einen schändlichen Barbaren hier ansah, sondern als Menschen, von dem sich jeder selber ein Bild machen sollte. Schliesslich repräsentierte er hier sein Volk und dieses war ihm mit am Wichtigsten. Doch verkaufen wollte er sich auch nicht. Dafür hatte er zu viel Stolz, etwas, was hier anscheinend fremder war.


    Dann schaute er wieder in die Arena und verfolgte den weiteren Hergang. Doch diesmal mit weniger Spannung. Dies war lediglich ein Schauspiel. Doch das Blut, das Geschrei der Getroffenen erinnerte Acuma an die Schlachten, bei denen er mitgewirkt hatte und so verblasste erst einmal das Geschehen und trübe Gedanken durchdrangen seinen Geist. Er sah aus, als würde er sich ein wenig in sich zurückziehen und dem Geschehen in der Arena nur noch halbherzig folgen.
    Er dachte an den Verrat, welchen ihn und seine Armee in einen Hinterhalt gelockt hatte und leichte Wut kam in ihm auf, sah er doch Freunde und Verbündete vor seinem Auge fallen.
    Ja, sein Blick war etwas starr geworden. Sein Blick verlor sich in einem gewissen Nichts, während unten in der Arena die Gladiatoren kämpften und auf einmal mehr Römer dazu kamen. Der Schrei der Getroffenen kam bei Acuma seltsam an, in Gedanken war er einfach wo anders für den Augenblick.


    Er achtete nun auch nicht mehr auf den Kaiser, der sich unterhalten hatte mit jemanden anderes.


    Sim-Off:

    Verzeiht, Imperator ;)

  • Durus nickte, als Acuma sich erklärte. Offensichtlich musste er sein Bild auf fremde Völker ein wenig revidieren.
    Dann sah der Prinz auf das Geschehen in der Arena und sein Blick verklärte sich seltsam. Kurz betrachtete er die Miene und fragte sich, ob der Fremde selbst bereits getötet hatte. Wahrscheinlich schon, denn Dacia war ja von den kaiserlichen Legionen befriedet worden...
    Trotzdem wandte er seinen Blick schließlich ab und verfolgte ebenfalls das Schauspiel. Eine leicht hochgezogene Augenbraue verriet, dass er nicht völlig zufrieden war. Die Römer hätten ihre Mauer länger halten müssen - zumindest nach Durus' Plan. Deshalb stellte er auch erleichtert fest, dass Verstärkung aus den Häusern auftauchte - er legte schließlich auf den richtigen Verlauf der Geschichte Wert!

  • Auch Acuma hatte bemerkt, wenn auch eher nebensächlich, dass die Römer erst ziemlich schwach da standen. Aber er dachte sich kaum etwas dabei, war dies doch ein Schauspiel und er war schon längst mit seinen Gedanken bei den echten vielen Schlachten, die er mitgemacht hatte. Und diese Schlachten hatten sich in sein Unterbewusstsein gebrannt, da war dieses Schauspiel, wenn auch wirklich nett inszeniert doch nichts dagegen, nichts gegen all die Toten und verletzten, wenn auch Acuma sah, dass dies nicht hier alles unecht war und er das Schreien der Verletzten wahrnahm ... Und wer wusste schon, wer von den Kreaturen dort unten dies alles freiwillig tat.


    Eine interessante Frage. Eine Frage, die Acuma ein wenig aus seinen trüben Gedanken riss, bevor er noch kriegstechnische Mängel angemerkt hatte, denn ja, er hatte Erfahrungen im Kampf und er hätte sicherlich einige andere Dinge anders gemacht ... im Kampf, in einer echten Schlacht. In einem echten Krieg in seiner Heimat ...


    »Seine dies Sklaven oder bezahlte Gladiatoren?« fragte er schliesslich den Veranstalter offen heraus und deutete in die Kampfarena. Acuma war der Unterschied bereits bekannt und er hatte von Gladiatoren gehört, welche hoch gefeiert wurden und ziemlich viel Geld verdienten.


    Für diesen Moment schwanden seine Erinnerungen an die blutigen Schlachten, denen er beigewohnt hatte.

  • Durus hatte gerade einen Zweikampf beobachtet, als der Prinz erneut zu ihm sprach. Er drehte sich zu ihm und überlegte. So pauschalisieren konnte man das ja auch nicht...
    "Beides. Manche sind Sklaven, manche bezahlt. Manche auch beides."
    Es war bei erfolgreichen Gladiatoren durchaus übrig, dass sie ein stattliches Peculium erhielten...

  • »Ah, ich verstehen ...« murmelte Acuma und blickte wieder in die Kampfarena.


    Er vernahm einige Rufe des gemeinen Publikums und dass sie Blut sehen wollten.


    Nun, für Acuma bestand kein Zweifel daran, dass natürlich die Römer siegen würden, schliesslich ging es darum, dem Volk etwas zu bieten und wer wollte schon Niederlagen seiner eigenen Landsleute sehen.


    »Es sein schon grandios, diese ... wie man sagen? Bauwerk von Mauern und wie sie kommen aus dem Boden. Das sein interessante architekturische Leistung!« lobte er den Ausrichter dieser Spiele.
    Dann winkte Acuma einen Sklaven herbei und liess sich einen Becher Wein einschenken.

  • "Ja, da haben sich die Techniker wieder einmal selbst übertroffen."
    meinte Durus anerkennend. Er musste sich unbedingt bedanken - schon allein wegen des ständigen Wahlkampfes ;)
    "Gibt es in Dacia keine Vorstellungen für das Volk?"
    fragte der Quaestor schließlich.

  • Die Ludi Plebei
    1. Tag – Häuserkampf


    [Blockierte Grafik: http://img470.imageshack.us/img470/2649/schlachtyb0.gif]


    Nun war auch Hieron vom Pferd gestiegen und hatte es zurückgescheucht. Nach Überkletterung der Mauer mit Hilfe des Belagerungsturms formierte er seine Truppe nun im Inneren der „Stadt“. Mit lauten „Ha!“-Rufen bewegten sie sich in einem wilden Haufen auf den Schildwall zu. Vorn gingen die Leichtbewaffneten, dahinter folgten die „Hopliten“, die ihre langen Spieße nach vorn hielten.


    Hieron hob sein Schwert und der Trupp teilte sich, um auf die verstreuten Römer zu reagieren. In kleinen Rotten stürzten sich die Angreifer auf die verzweifelten Römer, die sich ebenfalls zusammenscharten, ohne Aussicht auf Erfolg zu haben.


    Der genaue Betrachter konnte vielleicht sogar erkennen, dass es bei einem besonders verängstigten Römer, auf den gerade drei Karthager zugingen, feucht das Bein hinunterlief und der Sand mit Urin benetzt wurde. Doch ein gewaltiger Krieger mit einem Hoplitenhelm und zwei spanischen Schwertern beendete das Zittern des vor Angst erstarrten: Mit einem kräftigen Hieb trennte er den Kopf vom Rumpf des Gladiatoren, der sich erst bewegte, als sein Kopf zu Boden fiel und der Rest in sich zusammensackte.


    „Oh, da hat wohl jemand den Kopf verloren!”


    witzelte Petulans.

  • acuma, der weiterhin das GeschAcuma, der weiterhin das Geschehen verfolgte, wandte seinen Kopf wieder Manius Tiberius Durus zu und stellte den Kelch mit dem an die Seite.
    »Nun, wir haben nicht Spiele solcher Art. Bei uns sein alles etwas anders. Aber wir sein leidenschaftliche Liebhaber von Pferden und somit wir lieben Pferderennen, an denen jeder nehmen dürfen Teil, nach entsprechender ... wie sagen? Quali ... « Acuma kam nicht auf das fremde Wort und so setzte er fort: » ... also nach entsprechender Eignung. Und dann geben es Ringkämpfe, Schwertkampfe und ja, es geben auch Theater, aber nicht in Form dieser ... Darstellung hier.«


    Er blickte wieder in die Arena. Als der Mann, der sichtlich panische ANgst hatte, schliesslich geköpft wurde, zuckte Acuma mit keiner Wimper. Er hatte selber Menschen geköpft, und nicht nur auf dem Schlachtfeld. Doch dies war immer eine ernste Situation gewesen, so dass der Spruch, der ausgesprochen wurde, ihn nicht einmal schmunzeln lies.
    »Bei uns sein es anders. Wir belustigen uns nicht daran, wenn Menschen sterben oder sterben müssen ....« Es kam kurz und trocken rüber. Eine Erklärung gab er nicht weiter ab.

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