Wenn der Handwerker mit dem Werkzeug klappern tut

  • Manchmal können sie aber auch nervig sein. Männer mit kräftigen Armen und lauten Stimmen, die immer und immer wieder für eine Menge flacher Sprüche zu haben sind. Heute ereilte es die Curie.


    Zuerst schleppten sie Balken und Hölzer in die Gänge, errichteten Gerüste und Vorhänge. Dann begannen sie jene Stellen zu markieren, die später vom Putz oder den Fresken befreit werden sollten. Und sie hätten friedlich vor sich hin arbeiten können, wenn der amtierende Princeps nicht darauf Wert gelegt hätte einen dieser Scribae ihnen an die Seite zu stellen, der immerzu ein argwöhnisches Auge warf.


    So begannen die Arbeiten am Innengeflecht der Curie weder im Stillen, noch Sauberen, denn die Putzschichten erwiesen sich als durchaus fester als gedacht. Mit Hämmern und Meiseln wurde dem zu Leibe gerückt und nicht selten war ein lautes Fluchen zu hören.


    Der Senator, den man für jene Arbeiten als Überwacher verpflichtet hatte, sah man noch nicht auf der Baustelle. Er trieb sich mit Angestellten des LAPP's herum, um zu erfahren, was wichtig sei, oder wie man Arbeitsabläufe koordinieren mußte.

  • Vom Officium des Magister Officiorum - Legatus Augusti Pro Praetore kommend, hatten sie die Curie in wenigen Minuten erreicht. Avarus schaute sich um und erkannte die angeheuerten Handwerker, welche beriets dabei waren die ersten wichtigen Schritte zum errichten einer funktionierenden Baustelle zu tun. Er ließ es sich nicht nehmen einen Moment vor der Curie zu verharren. Auch wenn er und der Magister Officiorum damit voll im Weg rumstanden. Dann blickte er zum Eingang und sagte:


    "Die Männer sind die Besten ihres Faches. Sie haben für mich schon mehrere Aufträge zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt und sie werden es wieder tun."


    Im Augenwinkel sah er eine kleinere Katastrophe auf seine Worte folgen, so nahm er den Iulier rasch bei der Schulter in den Arm und drehte ihn somit weg vom Geschehen. Das dumpfe Geräusch im Rücken konnte dabei alles oder nichts gewesen sein.


    So vereint schritten sie um die Curie herum. Die roten Ziegel glänzten schon lange nicht mehr im Sonnenlicht, die Fugen würden eine neue Verspachtlung gebrauchen.


    "Hier draußen sollten wir ansetzen. Die Abstände zwischen den Ziegeln müssen frisch verfugt werden, das Gestein an den Fenstern und Eingängen ausgebessert werden. Dazu sind wenige Baumaterialen nötig. Etwas Mörtel, einige Eimer Wasser, etwas Farbe."


    Sie erreichten den Hintereingang, der als Fluchtweg für die Curiemitglieder neue Bedeutung erlangt hatte.


    "Der Versammlungsraum wird für einige Tage nur über diesen Weg erreichbar sein. Ich werde dies auch dem Princeps noch mitteilen, aber wer die Gerüste am Eingang sieht, wird es auch von alleine wissen."


    Als sie das Gebäude betreten hatten. Ertönte der ganze Baulärm bereits in ihren Ohren. Zwei drei Gänge später wurde es wieder leiser. Sie hatten einen Weg nach oben genommen. Avarus wollte das Dach überprüfen...

  • Mit einer kleinen Wachstafel in der Handwar der Magister Officiorum dem Senator gefolgt.
    Hin und wieder notierte er sich etwas. Zufrieden stellte er fest, dass hier alles glatt lief. Der Lapp hatte sich die besten Handwerker gewünscht und die hatte er anscheinend nun auch gefunden.



    Gibt es irgend etwas, was noch von meiner oder der Seite des Lapp benötigt wird?
    fragte er, als Avarus sich mit ihm umdrehte und ein dunmpfes nichts -sagendes Geräusch ertönte.
    Er meinte damit die Anlieferung von Baumaterialien oder vielleicht den Vorschuss von Gehältern für die Handwerker.


    Das mit dem Versammlungsraum ist sicher nicht so schlimm. Ich werde an entsprechenden Stellen ein Schild aushängen lassen, dass er nur von hier aus zu erreichen ist.


    Auf dem Weg zum Dach blieb Lepidus immer wieder stehen, sah sich um und notierte.

  • Der Senator schaute derweil dem Gerüstbauern zu, bis er sich wieder auf das Gespräch konzentrierte.


    "Intressant wären die Vorstellungen, welche die Verwaltung in Farbgebung und Vollendung sehen will."


    Fragend blickte er den MO an. Seine Ideen behielt er vorerst für sich.

  • Rot, rutschte es Lepidus fast heraus.


    Zumindest könnte er sich das gut vorstellen. Vielleicht auch braun oder grün. Hauptsache nicht zu grell.


    Vielleicht ein rot-braun Ton. Von Farbkombinationen habe ich leider nicht so viel Ahnung. Hast du eine Idee oder schon etwas geplant?

  • Dem Senator fallen dabei äußerst geschmackvolle Grundierungen ein, die mit Bildern versehen dem Besucher und Curiemitglied das Herz tanzen lassen würden. Doch der Auftraggeber verzichtete auf eine künstlerische Ausschreibung und sah zumindest teilweise auf das Geld, so würde es ein schlichter Raum mit einfachen Borden werden.


    "Die Farben für den Untergrung würde ich hell wählen. Um auch an zugezogenen Tagen dem Raum etwas mehr Freundlichkeit zu geben. Zudem sollte es natürlich nicht einfarbig bleiben, sondern einen geschwungenen Rahmen aus Blüten und Blättern erhalten. In den entstehenden Quadraten könnte die Curie dann Zeichnungen aufhängen, so sie möchte, oder Mosaike anfertigen lassen."


    Er blickte sich um. Noch waren die Arbeiter mit den Gerüsten beschäftigt. Wenn sie begannen den alten Putz zu entfernen, war es schleunigst Zeit zu verschwinden.


    "Die Handwerker werden vorerst die Arbeiten zur Instandsetzung der Mauerstrukturen, Säulen und der Deckenkonstruktion vornehmen. Für die Feinheiten wäre danach noch genügend Zeit zum Reden. Vielleicht möchte sich der Legatus Augusti pro Praetorie auch in jenes Gespräch mischen?"


    Nur ungern wollte Avarus eine Wand erneut streichen lassen, wenn es nicht notwendig war und nur Form oder Farbgebung anstößig waren.

  • Nur einige Augenblicke später wies man die beiden Herren an, das Gebäude doch lieber zu verlassen. Kaum hatten sie dies getan, begannen die Arbeiter auch schon mit dumpfen Schlägen, gar mächtiger Hämmer dem Mauerwerk zu Leibe zu rücken. Dabei wurden einige Nichen geschaffen, wo später die Möglichkeit bestand Reliefe und Büsten aufzustellen. Die Putzschichten hingegen waren weich und spöde. Was die Arbeiten am Mauerwerk erleichterten und so den Handwerkern die Möglichkeit gab schon am Abend die meisten der großen Flächen abgestoßen zu haben.


    Sie arbeiteten hart und nicht jedermann war dafür geschaffen, denn der beisende Staub des herumgetriebenen Schuttes, war ätzend für Lunge und Augen. Doch wem tangierte das? Keinem! Also ließ man die einfachen Arbeiter schwer schufftend das Putzwerk entfernen, während Sklaven mit Weidenkörben die Mauerbröseleien nach Draußen schafften.


    Erst als sich auch der letzte Staub gelegt hatte, kehrte Avarus an den Ort des Geschehenen zurück. Die Curie war praktisch vom losen Putzgeflecht beraubt, während in den Ecken und entstehenden Nischen noch Handlungsbedarf war. Er sprach sich mit den Sklavenvorstehern, den Handwerkern, die bald die ersten Schichten auftragen würden und den Mosaiklegern ab. Sie alle hatten ihre Vorstellung des Ablaufs und Avarus die Seine.


    Spät am Abend fand sich endlich eine halbwegs annehmbare Lösung für alle und am nächsten Morgen würden sich die Abrisssklaven eilen müssen, um den Plan nicht ins Stocken zu bringen.


    Als der Senator von einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Tag die Regia erreichte, warteten bereits die Putzer auf ihn. Die Wände waren gereinigt, die Böden und Gänge vom Schutt des vergangenen Arbeitstages befreit. Über die Nacht hatte Germanicus Avarus sich immer wieder im Bett gewälzt und schließlich war er mit der passenden Idee eingeschlafen.


    So begann dieser Arbeitstag, wie der letzte beendet wurde. Neue Diskussionen warfen die Zeit um. Endlich jedoch war es der Senator, der den längsten Atem und wahrscheinlich auch den dicksten Vorteil hatte. Man einigte sich darauf, die Nichen nur in einem weiten Abstand zu lassen, alle Anderen würden mit frischen Ziegeln wieder verschlossen werden. Endlich sollten die Reliefs die Fronten zieren, während zwischen den Nischen Wandmalereien des vierten pompejischen Stils entstehen würden.


    Auch der Boden sollte nunmehr nicht den einfachen Gestaltungsaspekt Mamor beinhalten. Auch wen dieser durchaus edel und beständig war. Trotzdem waren sie in einer Provinz des Reiches, nicht in Rom. So würden Mosaikfliesen eine bildliche Geschichte erzählen, die in der Mitte des langen Ganges ihr Ende fand und danach gespiegelt für den Ausgangsuchenden Beamten ersichtlich sein würde, indem man am anderen Ende des Flures mit dem Beginn der Erzählung begann und erneut in der Mitte zum Ende fand.


    So waren die wichtigsten Faktoren für den Eingangsbereich fest gelegt. Avarus ließ sie durch einen Sklaven notieren.



    Der lange Gang wird mit jeweils fünf Nischen zu beiden Seiten ausgebreitert. In jenen bleibt es der Curie überlassen Reliefs oder Büsten aufzustellen. Ihre Höhe beträgt gut zwei Meter, die Breite einen Ganzen. Um sie besser mit dem Gang zu verschmelzen, werden Mosaiksteine vom Boden über die Nischenkanten bis zum Nischenkopf emporwachsen und den Rausch von Farbe und Form vollenden.


    Zwischen den Nischen wird es Wandgemälde im vierten pompejischen Stil geben. Sie werden durch ihre Weitsichtmalerei den Eingangsbereich deutlich größer zeichnen, als er wahrheitsgemäß ist.


    Notiz: Ränder? Wird noch geregelt.


    Um den Boden den üppig gestalteten Wänden anzupassen, läßt es sich nur mit Mosaiken arbeiten. Dafür erstellt man ein gespiegeltes Geschichtsmosaik, dessen Ende sich zu beiden Seiten in der Mitte trfft und dessen Anfänge zum Einen am Eingang der Curia Provinziales und zum Anderen am Eingang zum Versammlungssaal liegen werden.


    Die Decke und alle anderen unberührten Wände werden in einem zarten Weiston in Spachteltechnik gehüllt.


    Noch einmal liefen seine Augen über die Ausfertigung, bevor die Handwerker jene zur Hand bekamen. Genug hatten sie nun zu tun. Der Senator, der den MO wie schon am Vortag an der Seite hatte, bat jenen ihn in den Versammlungssaal zu begleiten.


    Der Raum zeigte ich in einem recht ordentlichen Zustand, nur die Edelheit einer Curie wollte ihm nicht so Recht ins Auge springen. Also überlegte sich der Senator auch für diesen Bereich etwas besonderes.


    "Hm wenn ich mir den üppig gestalteten Vorraum, auch Gang genannt im geistigen betrachte, sieht jene Halle schlicht und unpassend aus. Es fehlt schließlich an jeglicher Art von Prunk und Symbolkraft. Irgendwelche Vorschläge, wie das zu ändern wäre? "


    Er blickte dabei weder den MO an, noch einen festen Punkt im Raum. Eher seine Hand stützte das Kinn. Avarus dachte nach, sichtlich, denn ein richtig genialer Einfall fehlte ihm zur Zeit. Viel mehr wollten ihm nur Replikate bekannter Schönheiten einfallen, aber das war eigentlich nicht sein Ansinnen. Es mußte etwas geben, das dem Germanischen äußerst gut stand und ihm eine Identität gab.

  • Am nächsten morgen war der Magister wieder mit Avarus auf der Baustelle.
    Die Farbkombinationen waren für ihn immer noch das größte Problem.
    Mit dem Rest kannte er sich nicht aus und die Wiederherstellung von Wänden und Säulen bedurfte sicher auch nicht seines Rates.


    Am besten wär es, wenn ich den Lapp in den Tagen bescheid gebe und wir uns dann zu dritt noch einmal hier treffen.


    Er hat bestimmt eine Lösung für das Farb- und Motivproblem. Oder zumindest kann er sich dann mit dir absprechen, was ihm gefällt und was eher nicht.


    Lepidus blickte an die noch kahle Wand. Ihm mochte einfach nicht einfallen, was dort passen würde.

  • "Hmmm eine Idee hätte ich da noch. Seit kurzem gibt es dieses Teufelszeug, also zumindest wird es als das in den einfacheren Kreisen verschrien. Man kann sich darin selbst sehen. Leicht verschwommen, aber nunja... wenn man die hintere Wand damit eingleitet, dem künstlerischen Stil angepasst sie mit Spiegelscherben versieht, könnte das der Curie etwas Eigenleben verpassen. Zumal jene Handwerksgilden hier für die uneingeschrenkte Glasproduktionsqualität stehen."


    Avarus blickte sich weiter um. Bisweil bestanden die Reihen der Sitzbänke aus Holz, die Tischchen ebenso. Ein wichtiger wie reichlich vorhandener Rohstoff in Germanien. Doch was übermäßig vorhanden war, mußte nicht künstlerisch ausreichend sein. Da er selbst von einem neuen Vorkommen wußte, lenkte er seine Worte dahin...


    "Ich finde Sandstein sollte die Sitzreihen formen. Kein anderer Stein stellt sich so vielen Bearbeitungsmöglichkeiten wie jener. Die kleinen Täfelchen würde ich in Eiche hobeln lassen. Sie mögen auf den ersten Blick noch gut ausschauen, auf den Zweiten sind sie vielleicht verwurmt. Nun ein Risiko möchte ich nicht entstehen lassen..."


    Er blickte den Iulier an und sah fragend aus, doch irgendwie hatte der Senator das Gefühl schon bald wieder auf Meridus treffen zu müssen.

  • Und wieder notierte sich der Iulier etwas auf seinem Wachstäfelchen.


    Langsam konnte er sich das alles besser vorstellen. Der Sandstein würde den Raum sehr interessant wirken lassen, dazu dann noch das Glas.


    Ich bin mir sicher, dass das alles gut aussehen wird. Nur leider ist mein Gefühl für Stil nicht so geschult, als dass ich hier einen guten Rat geben könnte. Ich kann nur sagen, dass der Sandstein zusammen mit dem Glas meinen Geschmack voll und ganz treffen würde.


    Hast du die nötigen Materialien auf Lager, oder musst du erst bestellen, wenn Meridius zusagen sollte?


    Den ich jetzt dann holen werde.


    fügte er für sich noch hinzu.

  • Ich hab garnix hier vorrätig, wollte er erst sagen, aber das würde der Beamte sicher falsch auffassen, also drückte sich Avarus diplomatisch korrekter aus.


    "Die unter meiner Aufsicht stehenden Handwerker haben jene Materialien mit Sicherheit in ihren Lagern vorrätig, denn sie sind Fachkräfte und haben mit dem Unmöglichsten gerechnet."

  • Er nickte.


    Gut, dann werde ich Meridius jetzt bescheid geben, damit du dich auf die Farbwahl einstellen kannst, Senator.


    Der Iulier wartete noch kurz, falls Avarus noch etwas sagen wollte.

  • Während dies geschah, kümmerte sich der Architekt um die Handwerker. Ansich standen die groben Skizzen bereits fest. Mosaike waren schließlich auch nicht in Farbe zu verändern, wenn die Ausgestaltung einen sinnigen, klaren Verlauf nehmen sollte.


    Neben jenen Fliesenlegern, kamen auch die Maurer und Zimmerleut daran, ihre Instruktionen zu erhalten, zu bestätigen was sie an Materialien hatten oder noch benötigten. Letztlich aber sah das recht gut aus und man würde die Arbeiten rasch und ohne Verzögerung durchführen können.


    Zwar fehlten hier und da noch einige Elemente, aber es waren alles Stücke, die später ohne große Gerüst- oder Mörtelarbeiten angebracht werden konnten. So flossen die Stunden dahin, während der Architekt bei den Handwerkern blieb und seine Vorstellungen einer korrekten Arbeit nicht selten einem Jener auf den Geist ging...

  • Mit den Weidekörpen voll Putz, Bruchsteinen, Mörtelresten und Steinsplittern entschwanden auch die groben Arbeiten aus der Curia. Die Maurer hatten die Nichen vollendet. Formten die letzten Mosaiksteine in den Bildnissen, dn Durchgängen, den Wandvertiefungen.


    Auch hier war der Senator lange nicht gewesen. Zwar hatte er immer auf eine Nachricht aus der Regia gehofft auf welche Farben man sich festlegen wollte. Doch lebte hier alles ruhiger. Er hatte die Hektik von Rom mit in die Stadt gebracht. Lebte danach und erhoffte sich auch, das Andere Feuer fingen und in Trapp kamen, doch irgendwie war das Bollwerk Germania stärker. So flossen die Tage dahin, die Bauarbeiter hatten ihre künstlerische Ruhe vor dem Senator und seinen extravakanten Ansichten und schließlich konnte sch das Ergebnis auch sehen lassen.


    Als Germanicus Avarus das nächste Mal die Gänge vor dem Sitzungssaal betrat, verblüffte er mit Staunen. Die Arbeiten waren fast fertig nur einige Wandmalereien fehlten noch, waren im Entstehen oder wurden neu überstrichen. Er ging auf den Baumeister zu und sprach ihn mit erfreuten Worten an. Mit einem Rundgang wurde fortgesetzt und das Ende im Versammlungssaal gefunden. Auch dort waren die gröbsten Arbeiten beendet. Doch vielmehr war es hier Bestandssicherung und das neue Verputzen rissig gewordener Wände.


    Hier wurden Türen neu eingesetzt, dort Fenster gestrichen. Die Wände waren noch im Urzustand. Es fehlte einfach die Angabe aus der Regia dazu. Doch während Avarus so im Raum stand, konnte es auch eine Vertäflung sein. Feines Eichenholz mit kostbaren Schnitzerein. Seine Gedanken notierten das, dann ging er an der Seite des Baumeisters weiter und ließ sich den Baufortschritt erklären. Nur selten mußte er Worte finden, die eine Änderung beinhalteten. Jene Handwerker aus Germanien hatten in vielen Generationen ihre Zunft mit Finesse gelernt und wußten sich zu verwirklichen.

  • Rasch war Lepidus wieder zur Baustelle zurückgekehrt.
    Dort angekommen musste er sich erst einmal bei den Arbeitern nach Avarus erkundigen. Die Baustelle war ja nicht sehr klein, deshalb brauchte er etwas, bis der den Senator schließlich fand.


    Ah, Senator. Da bist Du ja.


    Er ging ein paar Schritte auf Avarus zu.


    Ich war gerade beim Lapp.


    Mit einem Blick zur Seite erkannte er, dass wirklich der größte Teil fertiggestellt war. An den meisten Stellen mussten nur noch die Wände angestrichen werden.


    Er sagte mir, dass Du die selben Farben wie vor der Renvovierung hernehmen sollst. Das ist auch der Grund, weshalb er nicht mitgekommen ist. Aber er vertraut Dir und wird sich dann das Endergebnis mit uns ansehen.

  • In seiner Betrachtung gestört, wanderte nur unmerklich eine Augenbraue des Senators Avarus nach oben. Irgendwie hatte er es schon geahnt, das wenig zu erwarten war, doch das man jene dunklen Schichten des vorher dagewesenen wieder als neue Strahlen erwartete, rang ihm dann doch einen schweren Seufzer ab.


    "Ahja..." etwas irritiert versuchte er sich zu erinnern, schob den Gedanken aber schließlich beiseite.


    "Wir werden es einfach passend zu den neuen Motiven gestalten, dazu etwas heller als vorher. Es soll sicher auch etwas Frische einziehen nach der Renovierung, als eine schläfrige Amtsversammlungshöhle entstehen."


    Der Maler stand unweit ihnen und im rechten Augenblick kam er durch ein Zeichen zu Avarus, um seine Ansichten für die Deckschichten zu erfahren. Ab und an nickte dieser, brachte aber auch Bedenken zum Vorschein, die teils Gehör fanden. Wenig später war gesprochen, was es zu reden gab und der Architekt wandte sich zurück an Iulius Lepidus.


    "So..."


    Er blickte den Mann etwas genauer an.


    "Mit Hochdruck gearbeitet, sollten sie in zwei Wochen fertig sein. Bleibt nurnoch die Ausgestaltung der Curie ansich. Ich würde verziertes Eichenholz vorschlagen. Man könnte es zu übereinander gerafften Blättchen hobeln und über einem, sagen wir in drei Metern Höhe umlaufenden Stock Schnitzereien anbringen lassen, die in Form und Volledlung die Götterwelt darstellen könnten. Jener Ausbau würd edann aber etliche Sesterzen Mehrkosten verursachen. Durch die räumlichen Verschönerungen des Eingangsbereiches sind Mittel für Renovierungs- und Mosaikarbeiten in veranschlagter Höhe fast aufgebraucht. Weitere Einmaligjeiten würden zu mehr Kosten führen. Doch wer möchte schon einen glatten Putz mit einfarbigen Aquarellen?"


    So sehr er sich bemühte, klang der Abschluss doch merklich schlicht. Der Bürger, das Mitglied, die Gäste wären vom Eingang mehr als begeistert, um im Versammlungsraum auf kärgste Schlichtheit zu stoßen. Ein Jedem würde Kühle entgegen wehen...

  • Man merkte schon, der Mann war Architekt und hatte Ahnung von dem ganzen. Vielleicht hätte Lepidus ja doch auch so einen Kursus absolvieren sollen, aber ihm fehlte da einfach die Zeit. Und das Geschick vielleicht auch ein wenig. Er war eher ein Mann für die Verwaltung als für die Planung von irgendwelchen Räumen.


    Nun, ähm die Kosten werden für den Lapp sicher kein Problem darstellen.
    Sein Konto war sicher prall gefüllt und wenn nicht das seinige, dann sicher das der Stadt.


    Zwei Wochen werden mit Sicherheit kein Problem darstellen. Es gibt genügend andere Räumlichkeiten, in der man sich treffen könnte.


    Das einzige kleine Problem, das er an der Sache sah, waren die Materialien. Aber wenn der Architekt zwei Wochen sagte, dann war das wohl auch so.


    Als Avarus seinen Plan nochmals offenbarte, schrieb Lepidus wie immer fleißig auf einer Wachstafel mit.


    Werden denn mit der Vollendung des Versammlungsraumes auch alle anderen Arbeiten abgeschlossen sein?


    Er dachte dabei auch an Putzreste oder herumliegende Steine oder Holz, das noch weggeschafft werden sollte.

  • Überschlagend in Gedanken stand er da.


    "Natürlich sollte das machbar sein. Die Künstler haben sich zurück gezogen und überlassen nun den Malern das Feld. Jene werden mit Vorsicht agieren und die letzten Wände pinseln. Sind sie fertig wird alles rund um den Versammlungsraum gesäubert und beräumt. Während dessen können die Schreiner, Tischler und Zimmerleute im Raum des gesprochenen Wortes für Vollendung sorgen. Nach den zwei Wochen wären dann auch dort letzte Holzverschnitte und Schmutzreste entfernt."


    Avarus war sich nicht ganz sicher, ob er das Risiko einer Ablehnung durch den LAPP selber tragen sollte, doch schließlich hatte er das Wort des MO erhalten, der mit jenem Decimer ganz gut zu können schien.


    So begab er sich in Begleitung zum Meister der sieben Tannen und ließ jenen wissen, was der Versammlungsraum schon bald an Täfelungen erhalten sollte. Zehn Tage gab er dazu Zeit. Genug um die gröbsten Arbeiten durchzuführen. Knapp um fertig zu werden. Aber zwei Wochen waren ja auch vierzehn Tage.


    Als dies getan war, wandte er sich wieder dem MO zu.


    "Vielleicht sollte ich mit in die Regia kommen, um das Vertragliche, wie Geldliche zu einem Ende zu bringen?"

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