• Dhara sah mit einem traurigen Blick auf eins der Betten, nickte und lächelte, als sie diesen Vorschlag hörte.


    Danke dir. Gern nehme ich den Apfel.


    Sie hob ihren schlanken Arm und öffnete die Hand.


    Darf ich auch diesen Pfirsich haben?


    Sie sah eine Hälfte der Frucht mit dem Kern. Die Ränder der Hälfte waren fast schwarz von Krümeln, Fusseln und was weiß noch was, etwas undifinierbarem, was wahrscheinlich mal dazu gelegt wurde.


    Und zeige mir bitte zumindest den Ort, wo ich mich waschen könnte. Mitzugehen werde ich dich nicht bitten.


    sie konnte nicht anders und ihre Auigen funkeln keck.

  • Kuck an, trotz trauriger Augen noch‘n Spruch drauf. Das liegt bestimmt an meinem Charme! Ich reichte ihr den Apfel und sah mir den Pfirsich an. Na ja, der hat auch schon bessere Tage erlebt, aber wenn sie ihn will.


    „Wenn du willst kannst du den auch haben!“


    Ich hab ihr auch den Pfirsich rüber und zeigte wieder mit den Fingern.


    „Du gehst hier raus und dann rechts, dann läufst du direkt darauf zu. Links die Mädels, rechts die Kerle. Soll ich vor gehen?"


    Langsam sollte ich mal weiter anziehen. Wenn ich nur dieses scheiß Ding über die Schulter bekäme!

  • Dhara nickte und legte den Apfel und den Pfirsich auf das Bett. Eine schöne Maske für ihre Haut... zumindest fürs erste. Sie sah den großen Riesen und für Dhara war dieser Sklave ein Riese, und lachte leise.


    Soll ich dir helfen? bleib ruhig stehen und bewege dich nicht, sonst zerreisst du den Stoff.


    Sie machte ein paar Schritte zum Sklaven und sah ihn an. Ihr Hilfeangebot schien gutherzig gemeint.

  • Leicht genervt sagte ich:


    "Ja, machst du das. Jedesmal das selbe mit dem Scheiß. Meine Hände sind für so einen Stoff nicht die Richtigen."


    Ich hielt meine Rechte hoch und drehte sie in der Luft.


    "Nä, nich wirklich!"


    Ein fettes Grinsen zog über mein Gesicht. Wenn das Samira sähe, würde sie tot umfallen. Eine Frau hilft mir beim Anziehn. Was die sich wohl dabei denken würde!

  • Dhara tat es, als ob es die üblichste Sache ihres Lebens wäre. Sie zog und zupfte die Tunika nach unten und rundum, bis der Stoff endlich von diesem "Stumf" nach unten rutschte. Es dauerte schon eine Weile. die sanften Berührungen ihrer schlanken HändeBerührten seine Haut, strichen darüber, doch auch das schien sie zu gut zu kennen. Nicht einmal die Schamröte stieg ihr ins Gesicht. Nachdem sie ihre Hilfe beendet hat, drehte sich Dhara mit ihrer hübschen dralligen Kehrseite zum Sklaven und warf über die Schulter


    Ich gehe dann mich waschen. Wenn man nach mir gerufen wird, sagst du bitte mir bescheid? Sei bitte so lieb.


    Dieses "sei bitte so lieb" sang sie fast und das Lächeln am Ende des Satzes versprach schon zu viel gutes.

  • Das geht wie geölt. Das könnte ich jetzt jeden Morgen haben. rrrrr :D


    „Mach ich doch glatt!“


    Warf ich ihr hinterher und linste ihr nach. ‚Von hinten fast so interessant wie von vorn‘, dachte ich mir und kühlte meine plötzlich trockene Kehle mit einem Schluck Wasser.

  • Mann braucht hier nicht zu sagen, dass Dhara einen "besonderen" Gang in dieser Minute bestrebte. Trampeln wie eine Herde Ziegen lag ihr nie am Herzen und sich und ihre Herkunft zu verleugnen, war auch nicht ihr Bestreben. Sie wollte diesem Sklaven helfen, also tat sie das. Sie wollte ihm ihren hübschen Hintern zeigen, also tat sie das auch. Nun stand sie vor dem Waschraum, zog sich aus und nahm das kalte Wasser, biß in den Apfel und begann mit dessen Saft sich abzureiben. Dhara knabberte fast die ganze Apfelschale weg und rieb sich damit ab. Dann wusch sie sich mit dem kalten Wasser. Das Haar... Sie wusch es ausgiebig, als ob davon ihr Leben abhing. Sanft berührte sie ihren Körper, strich über die festen Brüste, den flachen Bauch. Sie krabbelten bis zu den Innenschenkel... Ihr Atem wurde schwerer, bis sie sich zusammenriß und sich mit kaltem Wasser erneut übergossen hat. Nur in dieser kurzen Zeit, wo sie allein war, zeigte sich ihr wahres Gesicht. Eine traurige Maske mit gemischten Gefühlen wie Zorn, Unverständnis und Verzweifelung.


    Wo bin ich gelandet!!! Verdammt noch mal! Es war ihr zuwider, in diesem großen Raum zu schlafen, mit allen... aber Dhara wußte, dass sie nun wirklich keine andere Wahl hat. So schlüpfte sie in ihre Tunika wieder, ging ins Sklavenquartier und setzte sich auf das Bett.


    Der Sklave war noch da...


    Hat jemand nach mir gefragt?

  • Ich machte grade mein Bett als Dhara wieder kam und kaute auf einem Birnenstück herum. Ihre Haare waren nass, ihr Gesicht vom kalten gerötet und sie wirkte etwas zittrig, auch in der Stimme. Ich schluckte grade mein Birnenstück hinunter und gab mit ruhiger Stimme Antwort:


    "Nein, keiner! Du siehst aus, als wäre das Wasser kalt gewesen! Geht es besser?"

  • ich wasche mich nur mit dem kalten Wasser. Das macht die Haut straffer


    Sie lächelte ihm zu. Nach dem harten Abduschen war ihr wohlig. Dhara war schon an einiges gewöhnt und keine Frau, die leicht und schnell in Ohnmacht fällt. Eine Quarkcreme wäre jetzt das richtige...


    Wie lange bist du hier als Sklave? Könntest du mir von Claudia Epicharis, meiner Herrin was erzählen? Wie ist hier die Ordnung? Mich bestrafen zu lassen liegt mir fern, also werde ich auf jeden Fall versuchen, dass es soweit nicht kommt.


    Ihre Finger begannen kleine dünne Zöpfe zu flechten. Sie sang etwas trauriges leise in Erwartung seiner Antwort. Die Stimme von Dhara war melodisch, nur die Laute kehlig und fremd.

  • Ich blickte auf meine Hände. Die Haut straffer, aha, Frauenprobleme!


    "Ach Gott, wie lange bin ich schon hier? 40, 50 Jahre? Na ja so ungefähr. Nein im Ernst, Sklave bin ich jetzt seit knapp 2 Jahren, ich bin der Leibsklave von Deandra. In diesem Haus und bei den Claudieren sind wir noch nicht allzu lange, halbes Jahr oder so.
    Tja, zu Epicharis kann ich dir nicht viel sagen, sie scheint aber ganz in Ordnung und locker drauf zu sein.
    Das irgendein Sklave mal bestraft wurde, habe ich bislang noch nicht erlebt! Die Herrschaften sind alle umgänglich, wenn auch manchmal ein bisschen komisch, sind eben Römer. Sie behandeln ihre Sklaven gut und die Sklaven geben es ihnen zurück! Manchmal gibt es kritische Worte, weil den Herrschaften etwas nicht gefällt, aber selten ist der Ton dabei schroff.


    Was singst du da?“

  • Was ich singe? Es ist schwer zu übersetzen...ein altes Lied meiner Heimat. Dort wird darüber gesprochen, dass man nicht klagen soll, dass man in in Fesseln geschlagen sei, oder der Erde Joch tragen muß. dass die Welt ein Gefängnis sei. Deine Klagen machen die Welt zum Gefängnis. Man soll nicht sagen, dass die Liebe verlassen hat. Stell besser die Frage, wen hat die Liebe je verlassen?


    Sie lacht leise.


    Es geht wie immer um Liebe und um das Herz, As-In-Djus


    Dhara versuchte, seinen Namen richtig aussprechen.

  • Oh Shit, genau mein Thema der letzten Tage, warum Frage ich auch. Auf jeden Fall drückt sie sich eigenartig aus, der Erde Joch, scheiße, so sollte bei uns mal einer sprechen. Andere Länder, andere Sitten.


    „Sag ich doch immer, nicht heulen, handeln, fressen oder verrecken!


    Is ja süss, wie sie meinen Namen ausspricht:


    „Du musst das erste I schwingen, AssIndius!“ ich zwinkerte rüber.


    „Wo ist deine Heimat und wie wird sie genannt?“

  • Assssss-Indi-jus


    Sie zischte wie eine Schlange


    Ich weiß nicht, wo ich geboren wurde. Man gab mich wohl sofort in den Tempel der Ishtar und ich verbrachte dort die ganze Zeit, bis die Coptha Amessis mich hierher holte.


    Dhara konnte plötzlich nicht reden. Sie versuchte den Namen der Hauptstadt der Satrapie nennen, doch sie konnte es nicht... sie konnte es nicht aussprechen, weil es einfach weh tat. Langsam drehte sie sich weg von Assindius.


    Lass uns über etwas anderes reden.


    Ihre Stimme verlor für einen Moment ihre höfliche Melodie.

  • ich habe ganz vergessen! Die andere Sklavin, die eine Ainzyane...sie sagte, sie wird in der Küche auf mich warten!


    Dharas Stimme zögerte kurz, bevor sie diesen ungewöhnlichen und wirklich schwer auszusprechenden Namen sagte. Dann stand sie schnell und verließ den Raum.

  • Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein, la la la. Man hab ich heute gute Laune. Die Herrin sagte mir, dass es mal wieder nach Germania geht und wir uns etwas länger dort aufhalten werden. Wenn das nicht geil ist! Jedenfalls sollte ich mich um das nötige kümmern und alles fäddich machen. Als erstes sage ich mal allen Sklaven Bescheid, damit alle wissen was auf sie zu kommt.
    Als Abend wurde und alle Sklaven in der Unterkunft waren, stellte ich mich auf mein Bett und pfiff laut mit den Fingern.


    „Alles herhören! Nur damit keiner sagen kann, dass er von nichts gewusst habe! Wenn also nachher einer heulen sollte, hat er Pech gehabt! Deandra wird nach Germania gehen und natürlich ihre Sklaven mitnehmen. Es wird wahrscheinlich ein Jahr oder mehr werden. Das heißt für uns, alles packen, Verpflegung besorgen, sonst alle nötigen Vorbereitungen treffen und für die, die noch nie dort waren, sich schon einmal innerlich darauf einstellen. In ein paar Tagen wird es schon losgehen, also müssen wir uns beeilen. Aber wir sind ja Profis in dieser Angelegenheit. Es sollte also für uns kein großes Problem darstellen, das zu schaffen und vor allem so zu schaffen, dass die Herrin damit zufrieden ist.“


    Grinsend machte ich eine Pause und sagte dann:


    Und an die anderen. Seid nicht traurig das wir gehen. Ganz besonders nicht ihr Mädels, ich komm bestimmt wieder!


    Jetzt sollte ich lieber in Deckung gehen, sonst fliegen hier noch Tomaten.

  • Schwer beladen stürzte ich regelrecht in die Unterkünfte in der Hoffnung, Dhara dort anzutreffen. Ich hatte alles besorgt, was auf ihrer Liste stand: Mago, Äpfel, Pfirsische, Erdbeeren, Honig, Kräuter....einfach alles, was sie zu brauchen schien, wofür auch immer. Ganz nebenbei war ich pitschenass geworden und daher auch nicht mehr gut gelaunt, sondern grummelig. Ich sah Dhara nicht, zuckte mit den Schultern und lud ihre ganzen Sachen einfach auf ihrem Bett ab. Danach trat ich an mein kleines Schränkchen, um mich umzuziehen. Gerade hatte ich die Tunika über den Kopf gezogen, als die Tür auf ging...

  • Es musste schon fast Mitternacht sein, als ich den Raum betrat, in dem die Sklaven schliefen. Daher trat ich leise ein und schloss auch leise die Tür. Überall hörte ich gleichmäßiges Atmen, glaubte ich zumindest. Ich schlich zu meiner Pritsche und legte mich drauf, aber einschlafen konnte ich nicht. Ich hatte schon länger nicht mehr so viel Spaß gehabt wie heute. Dhara und Kassandra waren echt niedlich und eine prima Abwechslung. Irgendwo neben mir raschelte etwas. Stille. Erneutes Rscheln. "Pst?" fragte ich in die Dunkelheit. Vielleicht war da ja jemand wach. Oder es war eine Ratte oder so ein Katzenvieh....

  • "Kaaaaaasssssiii?!" rief ich, nachdem ich die Tür geöffnet und den Kopf in die Unterkunft gesteckt hatte. "Kassandra, bist du da? Es gibt da etwas zu tun für dich!" Hm, wo steckte sie nur? Ich ging in den Raum hinein, denn in der Ecke neben ihrem Bett hatte ich etwas gehört. Sie sollte eine neue Aufgabe bekommen...und ich sollte ihr das mitteilen. "Kassandra?" fragte ich erneut.

  • Mit dem Rücken zur Tür saß Kassandra auf einem Schemel und band gerade die Riemen an ihren Sandalen zusammen, nachdem sie sich bereis fertig umgezogen hatte. Normalerweise zog sie sich ja nicht während des Tages um doch heute war sie, beim Versuch die Papierschiffchen des kleinen Brutus aus dem Teich zu fischen, ausgerutscht und in das Wasser gefallen. In der letzten Zeit war in der Villa wirklich Einiges los, nachdem gleich vier neue Herrschaften, in nur kurzer Zeit, hier eingetroffen waren. Drei davon hatte sie bereits kurz kennengelernt, wobei besonders der nette Opa Myrtilus ihr im Gedächtnis geblieben ist. Von der vierten Person dagegen kannte sie bisher nur Gerüchte, die allerdings nichts Gutes erahnen liesen. Und von den zwei neuen Sklavinnen hatte sie auch noch nichts mit bekommen.


    Lauter neue Gesichter in der Villa Claudia, da tat es jedenfalls immer gut auf ein liebes und vertrautes Gesicht zu treffen. So wie jezt auf Nordwin, als sie seine angenehme Stimme hinter sich vernahm. Kasi? der Germane war schon irgendwie süß und Kassandra schmunzelte, während sie aufstand. Warum brüllst du denn so rum? ... hier bin ich doch, Nordi... Und nenn mich nicht Kasi! begrüßte Kassandra ihn mürrisch, sobald sie sich zu ihm umgedreht hatte und zog ein gespielt böses Gesicht. Schnell entspannte sich ihr Gesichtsausdruck wieder und mit einem Lächeln ging sie auf Nordwin zu, da sie ohnehin die Unterkunft wieder verlassen wollte. Was gibt es denn für mich zu tun? fragte sie und hoffte insgeheim nur, dass es nichts mit der vierten Person zu tun hatte.

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