Equirria im Februar

  • Der Kaiser bleibt noch einige Augenblicke im Stadion und blickt auf die Menschen auf die Tribünen, auf die frisch ernannten Tribune und auf seine Begleiter in der Loge.


    "Prinz Acuma, wie haben dir die Rennne gefallen? Ein Fahrer aus deiner Heimat war zwar nicht unter den Teilnehmern, aber wir sprachen ja schon einmal über eure Nähe zu Pferde."

  • Acuma hatte auch das letzte Rennen mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt und auch wenn er nicht wirklich einen Favoriten hatte, so schien ihm der Afrikaner Halil Torkebal wirklich der Beste zu sein, da er es schon gleich zu Beginn des Rennens geschafft hatte, sich an die Spitze der Teilnehmer zu setzen und seine Position auch gnadenlos und mit grossem Abstand zu halten. Sein Geschrei, welches teilweise sogar das tobende Publikum überdeckte, schien ihm dabei mächtig anzuspornen, war sein Gesichtsausdruck doch mehr als angespannt und verbissen.


    Als das Rennen schliesslich entschieden war, klatschte auch Acuma dem verdienten Sieger zu und dann suchte er noch einmal kurz den Blickkontakt zu der jungen Frau, welche er vorhin im Publikum ausgemacht hatte und deren Blicke sich kurz gestreift hatten. Überhaupt fiel Acuma auf, wie viele anmutigen Römerinnen hier unter den Menschen anzusehen waren und er hoffte, demnächst einmal eine von ihnen kennen lernen zu können. Doch schliesslich richtete er seine Aufmerksamkeit auf den Imperator, welchen ihn zu den Rennen befragte.


    »Es waren sehr spannend und eindrucksvoll!« antwortete er aufrichtig und unterstrich seine Aussage mit seinen funkelndem begeisterten Blick, auch wenn er sich ansonsten mit seiner Mimik und seinen Gesten, dem Klatschen einmal ausgenommen, zurückhielt.


    »Halil Torkebal sein zu Recht verdienter Sieger! Seine Pferde ich haben beobachtet und sie sein von äusserst kräftiger Natur!«

  • Der Kaiser bemerkt das Funkeln im Blick des dakischen Prinzen, hat aber auch dessen Seitenblicke während des Rennens und der Ernennungen gelegentlich registriert. Dass Rom den Mann offenbar in vielerlei Hinsicht zu begeistern vermag, fasst er positiv auf, denn genau das ist das Ziel des Aufenthalts des außergewöhnlichen Gastes.


    "Mich hat dieses Rennen und vor allem sein Siege ebenfalls sehr erfreut. Der Lenker hat eine beeidruckende Leistung gezeigt.


    Möchtest du noch im Stadion bleiben? Vielleicht sind Zuschauer neugierig geworden und möchten dich näher kennelernen, nachdem du nun schon mehrfach an meiner Seite warst."

  • Er hatte das zweite Rennen aufmerksamer als das das erste verfolgt, trotz der Tatsache, das seine Gedanken sich um seinen neuen Posten drehten. Es ging also nach Mantua, zur Prima. Die IX. wäre ihm vielleicht am liebsten gewesen, doch war er mittlerweile schon zu lange von der IX. weg gewesen, das dort kaum noch bekannte Gesichter zusehen wären. Und in Mantua war zumindest der halbe Stab ihm bestens vertraut.


    Unten im Publikum sah er seine Cousine sitzen und für ihn stand es fest, das sie ihm nach Mantua folgen würde, zu wichtig war es ihm, das er gerade in dieser Zeit für seine kleine Cousine da sein konnte.


    Er wäre auch nicht der Mann, der war, wenn ihm der Blick des fremdländischen Begleiters des Imperators entgangen wäre, der in Richtung seiner Cousine gegangen war. Aber vielleicht war er auch nur über vorsichtig, was Albina anging.


    Doch auf jedenfall beschloss er, den Mann, von dem er Gerüchteweise zum gehört hatte, zunächst nicht aus den Augen zu lassen.

  • Interessiert hatte die Tiberierin den Rest des Rennens beobachtet, erstaunt von dem Interesse, den dieser Pferdesport bei ihr weckte. Doch nun spürte sie erneut Blicke auf sich ruhen und suchte richtiger Weise auf der Tribüne nach der Ursache. Schon wieder hatte der fremdländig aussehend Mann sie angesehen und diese Tatsache irritierte sie wirklich. Wäre sie durch ihren Schmerz momentan für solche Dinge nicht blind gewesen, hätte Albina sicher erkannt, wie gut der Mann aussah. Allerdings passte er noch immer so recht nicht auf diese Tribüne. Wer er wohl war? Doch dabei bekam sie auch mit, dass ihr Cousin nun von der Tribüne zu ihr hinabschaute und sie schenkte ihm ein freundliches Lächeln.
    Tribung bei einer Legion, dachte sie. Würde er sie mitnehmen wollen? Doch erneut schob sie diese Gedanken beiseite, denn zum richtigen Zeitpunkt würde ihr Cousin sie schon über seine weiteren Pläne aufklären. Sie wusste nur, dass sie nicht wollte, dass er sie verließ. Zuviel war es, dass sie in der jetzigen Zeit bereits verloren hatte, als dass sie auch dies noch verkraften würde.

  • Zitat

    Original von Marcus Aurelius Corvinus
    So ging ich die wenigen Schritte zu Deandra zurück und stellte mich mit der Schriftrolle in der Hand neben sie. Ich lächelte sie an und sagte kein Wort. Mir genügte es, den Stolz in ihren Augen funkeln zu sehen, und damit war ich für den Moment recht gut gefordert.


    Die erhoffte Erklärung blieb aus, als er neben mich trat, aber es war auch keine mehr nötig. Die Ernennung war fix, er schaute stolz aus und ich lächelte zurück, weil ich mich für ihn freute. Bis, ja bis ich realisierte, dass er in Kürze nach Germanien abreiste. Augenblicklich verschwand mein Lächeln, ich schaute besorgt drein und senkte kurzzeitig den Kopf.


    „Du wirst lange fort sein. Ein unglücklicher Zeitpunkt, auch wenn es mich für dich freut, aber du wirst mir fehlen.“


    Mein Blick streifte über sein Gesicht und hielt sich anschließend beharrlich in Brusthöhe. Viele Gedanken wirbelten durch den Kopf, Ordnung schien unmöglich zu sein.

  • Die Wägen zogen unten im Sand der Arena ihre Bahn, kommentiert von zweien und beobachtet von tausenden von Zuschauern, die sich heute hier eingefunden hatten. An mir allerdings ging es eher am Rande vorbei. Viel zu aufgeregt war ich und viel zu sehr nahm mich meine Begleitung ein.


    "Du wirst mir auch fehlen. Wir werden ganz sicher in Briefkontakt bleiben", verpsrach ich und runzelte die Stirn. Meine Gedanken betrafen einen anderen Aurelier, bei dem es vermutlich ähnlich gewesen war. Erst das Militär, dann schier unendliches Warten. Wollte ich genauso sein?


    "Es sei denn..." mumelte ich und fragte mich, was wohl wäre, wenn ich nicht allein reisen, sondern sie mitnehmen würde. Täte Vesuvianus das überhaupt erlauben? Immerhin ging es nicht nur um ein paar Wochen, sondern um mehrere Monate, von der Gefahr, welche die Reuse bergen musste, einmal ganz abgesehen. Ich blinzelte angestrengt und sah Deandra dabei an.

  • Die Veranstaltung hatte plötzlich jedweden Reiz für mich verloren. Was interessierten mich die Wagenrennen, wo doch meine Zukunft gerade einem großen Fragezeichen glich? Briefkontakt war ja schön und gut, aber er ersetzte nur notdürftig die reale Begegnung. Tja, abwarten war wohl das Schicksal vieler römischer Frauen, aber vornehmlich meins, wie es schien.


    „Es sei denn …“, wiederholte ich hoffnungsvoll und hob wieder den Kopf. Ich suchte seinen Blick und durchdachte gleichzeitig die Alternative, die sich natürlich bot. Allerdings hatte ich auch bei Sophus in der Stadt seines Standortes gelebt, ohne ihn großartig zu Gesicht zu bekommen. Monatelang eine fremde Provinz, eine, die ich nicht mal mochte, und als Ausgleich die Möglichkeit, ihn wenigstens ab und zu sehen zu können? „ .. ich würde dich begleiten“, beendete ich den Gedankengang. Ich stellte mir die Frage, ob ich das wolle, musste aber nicht lange nachdenken. Völlig klar, ich wollte wenigstens in seiner Nähe weilen, wenigstens das.


  • Acuma schenkte dem römischen Imperator ein freundliches und ehrliches Lächeln. Irgendwie war es schon komisch: Als Gefangener war er gekommen und nun redete er mit einem der mächtigsten Männer der Welt hier so unkompliziert und Acuma war schon lange mehr ein Gast, statt eines Gefangenen und so nickte er nur:


    »Ich dir danken! Ja, ich werden schauen. Ich freuen mich über Ereignis heute und ja, ich wollen kennen lernen Menschen dieser Stadt. Wenn sie denn lernen kennen mich!« Acuma, der sonst eher ernst wirkte, lachte und nickte dem Kaiser noch einmal zu. Dieser hatte sicherlich viele Verpflichtungen, Acuma kannte dies von seinem Vater.


    »Ich dir danken! Bisher ich haben nur Gutes gesehen von Rom. Aber irgendwann ich müssen unbedingt sehen warme Bäder von Rom. Davon ich haben schon so viel gehört!«

  • Unsere Bliche trafen sich und ich musste schmunzeln. Ihr fiel das gleiche ein wie mir, und in ihren Augen erkannte ich den Willen, mit mir zu kommen.


    "Richtig. Jetzt müssen wir nur noch deinen Vater davon überzeugen, dass er es mir gestattet, dich mitzunehmen. Die villa in Mogontiacum steht leer. Mit genügens Sklaven könntest du sie schön herrichten lassen. Und allzu weit bis zum Kastell ist es doch auch nicht von dort. Ich könnte sicher abends dort schlafen", überlegte ich, lächelte dann jedoch und schüttelte den Kopf.
    "Ah, ich denke schon viel zu weit im Voraus. Fragen wir deinen Vater und planen erst anschließend. Schön wäre es allemal."


    Ohne Zweifel war es Wunschdenken gewesen, das mich einen kurzen Moment in seiner Gewalt gehabt hatte. Nun fragte ich mich, wie Vesuvianus reagieren mochte, wenn ich ihn darum bat, Deandra mit mir nehmen zu dürfen. Ich sah prüfend in die Arena. Das Rennen war beendet, die ersten Zuschauer brachen auf. Ich deutete Deandra ebenfalls, aufzustehen und geleitete sie durch die Menschenmassen hindurch zurück zum Eingang, wo aurelische Sklaven uns in Empfang nahmen und in Deandra die Sänfte halten. Kurze zeit später befanden wir uns auf dem Rückweg in die villa aurelia.

  • Zitat

    Original von Prinz Acuma von Dakien
    »Ich dir danken! Ja, ich werden schauen. Ich freuen mich über Ereignis heute und ja, ich wollen kennen lernen Menschen dieser Stadt. Wenn sie denn lernen kennen mich!« Acuma, der sonst eher ernst wirkte, lachte und nickte dem Kaiser noch einmal zu. Dieser hatte sicherlich viele Verpflichtungen, Acuma kannte dies von seinem Vater.


    »Ich dir danken! Bisher ich haben nur Gutes gesehen von Rom. Aber irgendwann ich müssen unbedingt sehen warme Bäder von Rom. Davon ich haben schon so viel gehört!«


    Der Kaiser gibt einigen der Gardisten ein eindeutiges Zeichen, dass sich die Gruppe nun trennen würde und einige Männer in der Nähe der Geisel bleiben müssen. Auch Hofbeamte werden immer in der Nähe des Gastes sein, falls ihre Hilfe benötigt wird.


    "Da dir Aelius Quarto zweifellos nicht bis heute die Vorzüge seines privaten Bades im Palast vorenthalten hat, nehme ich an, dass du die großen öffentlichen Thermen meinst. Ein Besuch sollte sich einrichten lassen, auch wenn ich selber eher selten dort bin."


    Der Kaiser nickt zuversichtlich und verlässt dann nach einem Abschiedsgruß zusammen mit seinem übrigen Gefolge und seiner Leibwache die Loge und das Stadium Domitiani.

  • Der Imperator hatte mit den meisten Gardisten und Hofbeamten die Ehrenloge verlassen, und auch Tiberius Vitamalacus schickte sich an die Loge zu verlassen und sich zu Albina zugesellen. Er hatte ihr viel zu berichten und ausserdem musste er ihr sagen, das sie sich auf einen Umzug vorbereiten müsste.


    Doch ihm war auch nicht entgangen, das der fremdländische Begleiter des Imperators zurückblieben war. Vielleicht war es simple Neugier, die ihm dazu verleitete, seine Richtung zu ändern. Oder es war die Sorge um den den Blick des Fremden, welchen diesen zumindest in Richtung seiner Cousine geworfen hatte.


    Auf jedenfall ging er direkt auf den fremdländischen Mann zu, ohne den Hofbeamten und Gardisten beachtung zu schenken.


    "Dir haben die Rennen gefallen?" fragte er knapp, um sich dann gleich selbst knapp vorzustellen. "Tiberius Vitamalacus."


    Auf seinren neuen Rang hinzuweisen und auf díe Tatsache das er ein Senator war, verzichtete er, darauf sollte ein Gast des Imperators selbst schliessen können.

  • Zitat

    Original von LUCIUS ULPIUS IULIANUS
    Der Kaiser gibt einigen der Gardisten ein eindeutiges Zeichen, dass sich die Gruppe nun trennen würde und einige Männer in der Nähe der Geisel bleiben müssen. Auch Hofbeamte werden immer in der Nähe des Gastes sein, falls ihre Hilfe benötigt wird.
    [...]
    Der Kaiser nickt zuversichtlich und verlässt dann nach einem Abschiedsgruß zusammen mit seinem übrigen Gefolge und seiner Leibwache die Loge und das Stadium Domitiani.


    Während sich die Gruppe des Kaisers auf den Aufbruch vorbereitete gingen einige fast lautlose Befehle durch die Reihen der Gardisten. Als Endergebnis teilte sich eine eher kleine Gruppe uniformierter Praetorianer vom Rest ab um die Eskorte des Prinzen zu bilden. Der Grossteil würde mit dem Kaiser (oder besser vor und nach dem Kaiser) zum Palast zurückkehren.


    Balbus schaute kurz bevor er gemeinsam mit der Leibwache des Kaisers aufbrach noch einmal über die Menschenmenge und registrierte zufrieden, dass sich die auffällig unauffälligen Zivil-Praetorianer ebenfalls befehlsgemäss aufgeteilt hatten und so die Eskorte des Prinzen durch eine Gruppe Verdeckter ergänzt wurde. Der Rest von ihnen würde sich der kaiserlichen Eskorte anschliessen.

  • Acuma nickte dem Kaiser dankend zu, als dieser, nachdem er den Wachen und Hofbeamten einige Befehle erteilt hatte. So, hier gab es nicht nur öffentliche Thermen, sondern die Reichen besaßen selber welche? Vielleicht hätte sich Acuma das aber auch denken können und dann erinnerte er sich an das Gespräch von dem Rennen mit dem Magister Marcus Aelius Callidus, der ihm ja erzählt hatte, dass die Wohnräume des Palatin solche Bäder und noch vieles mehr beherbergten.


    Irgendwie wollte er diese beheizten Bäder endlich mal kennen lernen, erstaunte ihn doch schon die Technik dahinter.


    Und als der Kaiser dann mit seinem Teil des Gefolges von dannen zog, sah Acuma sich um, als ihn plötzlich der neu ernannte Tribun ansprach, dessen Ernennung er ja vorhin mitbekommen hatte.
    Ein weinig spröde wirkte er und knapp bei seiner Frage, aber Acuma war selber ein Staatsmann und es machte ihm nichts aus, im Gegenteil, er freute sich, angesprochen zu werden.


    »Oh ja, es waren sehr aufschlussreich und aber auch spannend. Ich geben zu, ich hatten fast nur Augen für Kraft in Pferde!« Er lachte kurz auf, nicht gekünzelt, aber auch nicht herzhaft, eben höflich und als der Tribun sich dann vorstellte, welchen er ja durch die Ernennung schon kannte, nickte Acuma interessiert und stellte sich selber vor: »Prinz Acuma von Dakien!« Er blickte dem Mann in die Augen, denn er wollte darin lesen, was nicht bei jedem solcher Staatsmänner leicht war. »Und wie dir haben gefallen Rennen?«


    Das es noch verdeckt arbeitende Zivil-Beamten im Publikum gab, davon bekam Acuma im Moment nichts mit und machte sich darüber auch keine Gedanken, denn er dachte an alles andere als an Flucht. Er wollte Rom und seine Menschen kennen lernen.

  • Die Unterhaltung war kurz und Acuma beendete sie dann sehr schnell. Wenn auch höflich. Aber er wollte fort. Er fühlte sich nicht wirklich wohl und wollte nicht, das man es mitbekam.
    Und so verabschiedete er sich von dem neuen Tribun sehr höflich.


    Dann begab er sich in seine Gemächer im Palast.

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