Innerhalb kürzester Zeit wirkte Pyrrus nicht mehr einfach nur ungeduldig, sondern regelrecht angefressen. Unter anderen Umständen hätte Siv sich darüber wahrscheinlich amüsiert und versucht ihn ein wenig zu necken, aber ihre eigene Nervosität nahm nicht ab, eher im Gegenteil. Die Ungewissheit darüber, was Corvinus hier wollte und warum er sie mitgenommen hatte, nagte an ihr, und dass ihr die Füße immer mehr weh taten, trug auch nicht unbedingt dazu bei, dass sie sich besser fühlte. Immerhin hatte sie ja den Vorteil, dass es Winter war, und kalt. Sie wagte gar nicht daran zu denken wie unerträglich es wohl sein musste, im italischen Hochsommer die letzte Phase einer Schwangerschaft aushalten zu müssen.
Plötzlich, ohne dass Siv es wirklich mitbekommen hatte, stand ein Mann bei ihnen – einer von vielen, die ohnehin hier waren, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass dieser Mann nun Corvinus ansprach, mit einem Kommentar, der deutlich machte, dass er offenbar hier arbeitete. Leider sagte er nichts, was Siv darüber aufklärte, was Corvinus hier wollen könnte. Sie war sich noch nicht einmal wirklich sicher, was ein Praetor tat, obwohl sie diese – wie im Grunde alle anderen auch – Bezeichnung mehr als nur einmal gehört hatte. Und auch Corvinus sagte nicht wirklich viel… Aussagekräftiges. Rechtsgeschäfte. Das konnte so gut wie alles sein. Sie warf Pyrrus einen Blick zu und überlegte kurz, ihn zu fragen, während Corvinus beschäftigt war, entschied sich aber dagegen. Pyrrus würde ihr noch viel weniger verraten, weswegen sie hier waren, schon gar nicht wenn er so prächtiger Laune war wie im Augenblick.