Ephebia - Anmeldung

  • Ich habe vor einiger Zeit schon einmal damit angefangen, die ephebia auszuspielen, aber aus irgendwelchen Gründen wurde das nie zu Ende gebracht.
    Aus diesem Grund würde ich noch einmal von vorn beginnen und werd mich mal in die Wartschlange vor Cleonymus Büro einreihen, dann ist Sergia Plotina auch nicht so allein. :D

  • Obschon Nudität ein quotidianer Anblick nicht nur in der hellenischen, sondern auch der römischen Welt war, ja auch der junge Flavius beinahe jeden Tag in dieser die heimischen Thermen der Villa Flavia Felix hatte aufgesucht und somit auch deren Anblick bei seinen Familiaren und Sklaven keine Exzeption darstellte, so erfüllte sie bei Fremden ihn doch mit einer gewissen Scham, insonderheit im Falle jener gestählten, wohlproportionierten Körper, welche in öffentlichen Gymnasien und Palästren ihre Exerzitien vollzogen und ihn dabei stets seiner eigenen leiblichen Insuffizienz erinnerten.


    Insofern verspürte Manius Minor nicht geringe Indisposition, als er auf dem Weg zum Officium des Gymnasiarchen einen Blick in das Stadion erhaschte, wo wie zu jeder Tageszeit adonengleiche Hellenen trainierten. Dankbarkeit erfüllte ihn aufs Neue, nicht zur Humiliation einer Partizipation an den hiesigen Programmen genötigt zu sein, sondern den Schutz der Prüderie des Musentempels genießen zu dürfen.


    "Domine, eine Hantel!"
    , riss Patrokolos, welcher stets in Schrittweite um seinen Herrn die Beschaffenheit des Bodens im Auge bewahrte, ihn aus jenen Gedanken und evozierte damit einen größeren Schritt, der das inidentifizierte Hindernis umschiffte und ihn somit ein vexierliches Stolpern verhinderte.
    "Warum nur muss jeder römische Bürger persönlich im Gymnasion vorstellig werden, um seine Proxenie zu erhalten? Hat Augustus sie nicht ohnehin jedem Römer verliehen?"
    , klagte er sodann neuerlich über jene bürokratische Schikane, die die römische Administration unkomplikabel und kundenfreundlich erscheinen ließ.
    "So sind die Hellenen offenbar."
    "Dies scheint der Grund zu sein, warum Rom ein Imperium errichten und halten konnte und nicht Athen."
    , löste der Jüngling endlich höchstselbst sein Klagen mit einem Scherz auf und präsentierte ein sublimes Lächeln, als sie endlich die Stege des Gymnasiarchen erreichten.


    Wie gewohnt oblag es Patrokolos, um Einlass zu ersuchen, was dieser mit beherztem Klopfen unverzüglich unternahm.

  • Von drinnen erklang ein von tiefem Bass getragenes “Empros!“


    Der Gymnasiarchos im Raum herinnen stand gerade weit abseits des Tisches im Raum und blickte konzentriert auf ein Schriftstück, welches ein Sklave für ihn hielt und auf einen Fingerzeig etwas weiter rollte, so dass der große, dunkelbärtige Mann ohne Unterbrechung weiter lesen konnte.
    Er blickte kurz auf die Neuankömmlinge, grüßte mit einem gemurmelten “Khairete“ und riss sich dann eher widerwillig von seiner Lektüre los, darauf wartend, dass der Grund für die Störung schon genannt werden würde.

  • Der junge Flavius trat ein und mit ihm sein Diener, welcher ungeachtet der augenscheinlichen Disturbation jenes höchsten aller Funktionäre der Polis das Wort ergriff, um seinem Herrn die leichtlich antizipierbare Ennuyanz jener bürokratischen Akte zu ersparen:
    "Mein Herr, Manios Flavios Gracchos aus der Polis Roma, Polites Rhomaios, wünscht seine Anerkennung als Proxenios Alexandrinos, um sein Studium am Museion aufzunehmen."
    Besagter Manius Minor hatte indessen den Beschluss gefasst,jene finale Hürde in Gravität und Dignität zu nehmen und artig zu warten, welcher Stein des Anstoßes jene Initiative nun wieder würde hindern.

  • Der Gymnasiarchos nickte verstehend und ging die paar Schritte zu seinem Schreibtisch. Dort suchte er kurz zwischen den Schriftrollen nach der richtigen und zückte eine Feder. “Dann ist dein Herr hier in Alexandria wohnhaft? Im Museion selbst, oder anderweitig?“

  • "Er lebt ihm Haus des Quintos Sulpicios Cornutos, unweit des Paneion."
    , replizierte Patrokolos in verbindlichem Tone, den Namen ihres Gastgebers sorgsam artikulierend, da eben jener Name bereits ihnen formidable Dienste hinschtlich der Komplexitätsreduktion bürokratischer Akte hatte geboten, obschon weder der Diener, noch sein Herr bisherig zu ergründen hatten vermocht, welcher Profession jener Sulpicius nachzugehen pflegte oder wo der Quell seiner Autorität über alexandrinische Beamte zu verorten war.
    Aufs Neue spintisierte der junge Flavius über jenes Mysterium, als er den Namen vernahm, fasste zugleich indessen den Beschluss, ihn bezüglich seiner konkreten Relation zu seinem Onkel Felix zu befragen.

  • Der Gymnasiarchos machte einmal kurz verstehend “Ah“, als ob der Name so einiges weitere erklären würde, und schrieb in schönen, griechischen Lettern den neuen Namen auf die Liste. Hernach wendete er sich ganz in der Würde seines Amtes an den jungen Flavier.
    “Nun denn, Manios Flavios Gracchos. In seiner göttlichen Weisheit hat der Basileios verfügt, dass alle seine Untertanen, denen er das Bürgerrecht seines Imperiums gewährt hat, ebenso, so sie in einer der freien Poleis des ihm zum geschenk gewordenen Ägypten wohnhaft sind, die Ehrenbürgerschaft dieser Stadt zuteil werden soll. Daher heiße ich dich willkommen unter den Bürgern dieser Stadt.
    Die Proxenie befähigt dich, der Ekklesia beizuwohnen und dort deine Stimme unter die freien Stimmen der Polites Alexandrinos zu mischen, auf dass sie im Grundsatz der Demokratie gehört werden kann.
    Ich hoffe, du bist dir nicht nur der Ehre, die dies mit sich bringt, bewusst, sondern ebenfalls deiner Pflicht, stets und aus vollem Herzen die Interessen dieser Polis zu vertreten und sie nötigenfalls auch zu verteidigen.“

    Ein bisschen feierliche Ansprache musste bei der Verleihung einer Ehrenbürgerschaft schließlich sein.

  • Die offiziösen Worte des Gymnasiarchos rissen den Jüngling aus seinen Reflexionen, eröffneten zugleich indessen die Perspektive auf jenes phantastische Konstrukt der Demokratie, welchem die griechischen Städte bis in die heutigen Tage anhingen und dessen Funktionalität ihm, bedingt durch seine Edukation als stolzer Aristokrat, überaus dubitabel erschien. Dennoch packte ihn ob der finalen Mahnungen doch ein gewisser Vorwitz, eine derartige Ekklesia einmal zu hospitieren.
    "Ich danke dir, Gymnasiarchos."
    , erwiderte er endlich manierlich und wandte sich sodann Patrokolos zu.
    "Dann gehen wir, nicht wahr?"
    Der Sklave blickte zu dem obersten Beamten, welcher so umstandslos die Immatrikulation hatte vollzogen:
    "Wenn es weiter nichts gibt?"

  • [FONT=papyrus, georgia, times]Nach langer Reise hatte er endlich Alexandria erreicht und war froh, erneut festen Boden unter seinen Füßen zu spüren. Denn auch wenn er seine Reise gestartet hatte in der Stadt Sebasteia in Kappadokien, von wo aus er problemlos den Landweg nach Alexandria hätte nehmen können, hatte er denselben jedoch nicht genommen. Schließlich war er auch nicht auf direktem Weg hierher gereist, sondern hatte einen "kleinen" Umweg über die rhomäische Hauptstadt gemacht. Dort hatte er wertvolle, wirtschaftliche Kontakte geknüpft. Und nach einem holprigen Start liefen die Geschäfte jetzt auch sogar einigermaßen gut. Er konnte sich also wieder aus der westlichen Welt der Rhomäer zurückziehen und in den kultivierteren Osten reisen - eben nach Alexandria, wo er gestern nun angekommen war.


    Nach einer Nacht in einer Herberge hatte er heute nun gleich zwei Ziele. Er wollte beim hiesigen Gymnasiarchos das alexandrinische Bürgerrecht erbitten. Und er wollte anschließend sich ins Museion begeben, um sich dort als Akroates einzuschreiben. Denn so könnte er nicht nur am Museion auch in seinem Alter noch etwas lernen - man lernte ja nie aus. Nein, er könnte gleichzeitig auch im Museion wohnen... Ja, so stand er nun also vor der Stege des Gymnasiarchos und klopfte hörbar an dessen Tür.[/FONT]

  • [FONT=papyrus, georgia, times]Einsame Stille dröhnte aus der Stege, sodass er sich für einen kurzen Moment vorstellte, wie die Situation wohl auf der anderen Seite der Tür gerade aussah. Geheime Hinterzimmergespräche, die so diskret geführt wurden, dass er auf seiner Seite der Tür nicht den kleinsten Laut davon hörte? Ein fleißiger Gymnasiarchos, der so vertieft war in seine verantwortungsvolle Arbeit, dass das Klopfen an der Tür zur Stege einfach untergegangen war? Oder vielleicht war auch einfach nur gerade niemand da?
    "Khaire?"
    , fragte er mit kräftiger Stimme gegen die Tür und klopfte noch einmal, nun etwas deutlicher, an selbige. Manchmal musste man einfach etwas hartnäckig sein. Das hatte ihn sein bisheriges Leben gelehrt. Man durfte sich nicht immer gleich entmutigen lassen von den großen und kleinen Hürden des Alltags. Denn wo es ein Ziel gab, da gab es fast immer auch einen Weg dorthin. Manchmal war der Weg gerade und eben. Manchmal verlief der Weg in Schlagenlinien über einen Berg. Daran scheitern taten nur die, die sofort aufgaben, und die, die mit dem Kopf durch die Wand wollten.
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  • Auf einem reich belegten Brötchen herumkauend und offenbar verdutzt, jemanden hier vorzufinden, kam ein Schreiberling des Weges. Kurz hielt er beim Kauen vor Überraschung inne, ehe er dann doch schnell fertig kaute und schluckte. “Oh, khaire. Wartest du schon lange? Wir machen grade Mittag.... Du willst zum Gymnasiarchos? Der ist grad nicht da.“
    Offenbar hin und her gerissen zwischen dem Mann vor der Stege und seinem schmackhaften Brötchen blickte der Schreiberling kurz hin und her. Dann allerdings entschied er sich doch einstweilen für seinen Dienst und verzichtete auf einen weiteren Bissen.

  • [FONT=papyrus, georgia, times]Auf der anderen Seite der Tür tat sich scheinbar nichts. Dafür lief ihm auf seiner Seite der Tür ein Schreiber in die Arme.
    "Khaire."
    , grüßte er den Mann mit dem Brötchen zurück und machte anschließend überrascht große Augen.
    "Es ist schon Mittag?"
    Da hatte er am Ende wohl doch länger gebraucht, um die Stege des Gymnasiarchos zu finden, als er gedacht hatte.


    Lange wartete er noch nicht hier. Deshalb schüttelte er den Kopf, bevor er sich anschließend erstmal vorstellte.
    "Ich bin Sebastianos..."
    So hatte ihn die Inhaberin der Herberge heute morgen begrüßt. Denn seinen eigentlichen Namen hatte sie über Nacht offenbar wieder vergessen. Nur dass er ein Mann aus Sebaste, ein Sebastianos, war, das hatte sie sich scheinbar behalten. Aber das passierte ihm häufiger, je weiter er von seiner Heimat entfernt war.
    "...als eigentlich Severin, ein Bürger der Stadt Sebaste in Kappadokien."
    , korrigierte er sich.
    "Ich möchte beim Gymnasiarchos das Bürgerrecht der Stadt Alexandria beantragen, um mich dann ins Museion zu begeben und am großen Wissen unserer Zeit teilzuhaben."
    , beantwortete er dann die letzte Frage des Schreibers und guckte etwas enttäuscht, als er hörte, dass der Amtsträger, zu dem er wollte, offenbar gerade nicht da war.
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  • “Kappadokien, hm...“, machte der Schreiberling und versuchte dabei, sich nicht anmerken zu lassen, dass er keine Ahnung hatte, wo das lag. Irgendwo im Norden, aber wo genau...?
    “Sebaste ist auch eine Polis, oder? Dann hast du die Ephebia da also schon durchlaufen, als du... ähm... also in deiner Jugend. Ja? Dann geht es quasi nur um die Umschreibung, richtig?“ fragte der Schreiberling nochmal etwas konkreter nach. Diese Listenübertragungen machte er ja durchaus öfter, mit dem Papyruskram beschäftigte sich der Gymnasiarchos selten selbst.
    “Weil dann geht das ganz fix. Wenn du mir sagst, wo du wohnst, sag ich's nachher dem Gymnasiarchos und wir stellen dir die Urkunde direkt zu, wenn sie dann fertig ist. Dann musst du hier jetzt nicht unnütz rumstehen und warten.“

  • [FONT=papyrus, georgia, times]Er schmunzelte leicht, als er erkannte, dass dem Schreiber Kappadokien offenkundig kein ganz geläufiger Begriff war. Der Mann war also offensichtlich ebenfalls kein Rhomäer. Denn die kannten in ihrem Nationalstolz ja manchmal alle 41 Provinzen zuzüglich zum rhomäischen Kernland Italia sogar mit ihren jeweiligen Statthaltersitzen auswendig. Wäre das Nationalgefühl nur groß genug, es wären sicherlich auch glatte 50 Provinzen und ein Hauptstadtdistrikt für diese Leute kein Problem.
    "Das ist alles korrekt."
    , beantwortete er dann nickend den ersten Teil der ihm gestellten Fragen.
    "Meine Wohnstatt bildet zur Zeit noch eine kleine Herberge in Iuliopolis. Aber ich möchte mich als Bürger von Alexandria so bald wie möglich als Akroates ans Museion begeben, um dort neues Wissen zu erlangen und vielleicht auch eine Zeit lang zu wohnen, bis ich einen permanenten, eigenen Wohnsitz in der Stadt finde."
    , gab er anschließend an. Dann nannte er dem Schreiber den Namen seiner vorübergehenden Unterkunft.
    "Wenn das keine Umstände macht, wäre ich natürlich dankbar dafür, hier nicht länger warten zu müssen. Dann könnte ich heute nämlich auch gleich noch im Museion schon einmal vorstellig werden und sehen, wie weit ich dort komme."
    Er sah den Schreiber fragend an.
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  • Der Schreiberling nickte zu den Angaben. Herberge in Iuliopolis... da gab es mehrere, was für Postzustellungen jetzt nicht unbedingt hilfreich war. Aber das Museion wiederum, das kannte jeder Alexandriner. Und wohl auch sonst jeder gebildete Bürger der Welt, der auch nur ein bisschen mehr von der Welt kannte als den Fleck Erde, auf dem er gerade stand.
    “Der Vetter des Schwagers meiner Frau arbeitet im Museion als Schreiber“, erzählte der Schreiberling frei heraus. “Philoktetes heißt er. Vielleicht ist er ja gerade auch da. Ich denke, wenn deine Angaben so alle korrekt sind, kann er dich bestimmt vorläufig auf die Liste der Akroatoi setzen und dich dort einquartieren. Dann ist das ja nur eine Formsache.“


    Sim-Off:

    Ich nehme an, du willst den Test zur Ephebia dann SimOff direkt ablegen, richtig?

  • Sim-Off:

    Oh. Dieser Part war mir gar nicht so bewusst. Doch wenn dies nochmal ein vom SOKW I verschiedener Test ist, absolviert der alte Severin den an dieser Stelle natürlich gerne. ;)


    [FONT=papyrus, georgia, times]Auf seiner Stirn zeichneten sich einige Falten ab. Der Vetter des Schwagers der Frau war eine nicht ganz leicht sich zu merkende Wortgruppe. Er hoffte, dass er daraus auf dem Weg zum Museion nicht noch den Vetter der Frau des Schwagers oder irgendeine der vier anderen möglichen Kombinationen machte.
    "Philoktetes."
    , nickte er anschließend, während sich die Furchen auf seiner Stirn allmählich wieder glätteten. Denn ein Name vereinfachte dieses Problem natürlich ungemein und senkte die Gefahr einer Verwechslung.
    "Dann danke ich dir schon einmal für deine zuvorkommende Hilfe und den Kontakt zum... äh"
    War es der Schwager der Frau des Vetters? Nach kurzem Überlegen schmunzelte er.
    "zu Philoktetes. Ich wünsche dir noch einen angenehmen Tag und hoffe, bald vom Gymnasiarchos zu hören. Khaire."
    Mit diesen Wort also verabschiedete er sich und machte sich auf, das Gymnasion zu verlassen und seine Schritte stattdessen ins Museion zu lenken - zu Philoktetes, dem Schwager des Vetters der Frau des hiesigen Schreibers. War das jetzt richtig?
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