Edessa – Ausritt des Legaten

  • Beunruhigt ritten die Equites durch die öde parthische Landschaft. Plötzlich kam von ihrem Trbun der Befehl anzuhalten. Sie hatten ihr Ziel also erreicht. Andronicus' spähende Augen erblickten einige tote Equites und einen toten Decurio. Was mochte hier wohl passiert sein... nun gut was geschehen war, war klar. Ein Grüppchen Parther hatte die nun toten Equites abgeschlachtet. Doch warum machte man wegen ein paar toten Reitern so einen Aufstand? Sicher war es besorgnisregend, aber dennoch. Und vor allem, was hatten sie hier zu suchen gehabt?


    Nun, vielleicht würden sie es ja noch erfahren. Zuerst ging es einmal darum das Gelände zu sichern. Und das taten der Tiberier und seine Kameraden auch. Späher wurden auf die Hügel geschickt, Wachen aufgestellt und Andronicus und einige Kameraden aus der Turma eins machten sich an die "Bestattung" der toten Kameraden.

  • Der Kaiser, der soeben einige Vorbereitungen für den Tag abgeschlossen hatte, nimmt die Meldung des Tribunen zunächst sprachlos entgegen. Regungslos schaut er ihm ins Gesicht.


    "Ihr seid euch absolut sicher, dass der Legatus nicht nur aufgrund der Umstände auf einem anderen Weg zurück ins Lager ist?"


    Eine Falschmeldung über einen verschwundenen Legaten zum jetzigen Zeitpunkt könnten verheerende Folgen haben.


    "Die für heute angesetzte Verleihung von Auszeichnungen wird um zwei Stunden verschoben. Bis dahin will ich wissen, was mit dem Legaten passiert ist. Wo sind die Männer, die ihn begleitet hatten und sein Verschwinden entdeckten?"

  • Äusserlich ist Tiberius Vitamalacus so kühl und gelassen wie immer, selbst jetzt, da er dem Imperator gerade melden musste, das der Legatus verschollen ist. Innerlich ist es etewas ganz anderes, doch davon dringt nichts nach aussen.


    "Imperator, nichts wünschte ich mir mehr, als das der Legatus auf anderen Wegen zurück ins Lager kommt. Selbst das Auffinden seiner Leiche wäre den Truppen einfacher zu vermitteln, als sein Einfaches verschwinden..."


    Ungewissheit war das schlimmste, was zu ertragen galt.


    "Deshalb habe ich auch Tribun Iulius, seiner Reiter und einige Bataver dorthin geschickt, wo der Legatus verschwand. Es war ein Eques, der mir bericht erstattet und der nun Iulius zum Ort des Geschehens führt. Tribun Iulius wird dort die anderen überlebenden vorfinden und schnellst möglichst Bericht erstatten."

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    Der Eques hatte den Tribun samt den beiden ausgerückten Turmae zum Ort des Geschehens geführt. Er deutete auf die Stelle, wo die Equites standen, als sie sich ihr näherten.
    "Dort drüben, tribunus. Die anderen warten schon..."
    sagte er.

    Zitat

    Original von Tiberius Iulius Numerianuns
    "HALT!"
    brüllte Numerianuns und die Offiziere gaben die Kommandos weiter...


    Der ältere Eques näherte sich dem Tribun, als dieser heranritt. Er salutierte knapp und machte Meldung.
    "Salve tribunus. Hier ist es passiert. Wir ritten voraus, um den Weg zu erkunden. Als wir zurückkamen, fanden wir die anderen tot vor. Alle equites, die hier zurückgeblieben sind, sind gefallen, tribunus, auch decurio Favonius. Von legatus Decimus keine Spur"
    Er reichte ihm einen der Pfeile.
    "Sieht so aus, tribunus, als wären es Parther gewesen"

    Zitat

    Original von Tiberius Iulius Numerianuns
    "Gebiet sichern! Späher auf die Hügel los!"
    fuhr er fort...


  • Der Tribunus grüßte knapp zurück. Ein Bild des Schreckens bot sich ihm als er sich umblickte..
    "Gute Arbeit Eques, ich dachte mir bereits dass die Parther dahinterstecken, hast du eine Vermutung wieviele es waren?"
    Wer hätte auch nicht gedacht dass es Parther waren.. Jedoch warf der Tribunus trotzdem einen Blick auf den Pfeil...
    "Wir können davon ausgehen dass sie den Legaten entführt haben. Eine solche Person würden sie nicht einfach töten, dafür sind sie viel zu gierig."
    Sagte Numerianuns zu einem Decurio...
    "Decurio Sabinus, bilde kleine Gruppen, sie sllen sich in der Gegend umsehen vielleicht finden sie Spuren."
    Der Decurio nickte und begann dann die Equites in fünfer Gruppen einzuteilen...

    'Hannibal wusste wie man Siege erringt, aber nicht wie man damit umzugehen hat.'

  • Andronicus meinte Wortfetzen wie 'Legatus' und 'verschwunden' zu hören. Bei der Vorstellung zuckte er zusammen. Der Legatus der ersten Legion, der Legion die der Kaiser einst selbst befehligt hatte, war verschwunden und das auch noch im Feindgebiet. Dann musste er an die Person hinter dem Legaten denken. Decimus Livianus, Andronicus hatte ihn bei seiner Rekrutierung kennengelernt. Er war ihm ganz nett erschienen und nun befand er sich in parthischer Gefangenschaft. Für einen so hohen Offizier musste das schrecklich sein, wenn er bis an sein Lebensende den Sklaven für die Parther spielen musste. Doch war nicht auch Helvetius Falco, der ehemalige Prätorianerpräfekt in parthischer Gefangenschaft gewesen und nun war er frei und wieder am Kaiserhof tätig, vielleicht bestand ja doch noch Hoffnung...


    Nun teilte sie der Decurio Sabinus in Gruppen zu je fünf Equites ein. Was er da gehört hatte behielt er lieber für sich, doch er glaubte nicht dass nur er die Worte des Tribunen gehört hatte. Der Tiberier kam mit vier Equites aus seinem Contubenrium in eine Gruppe. Die fünf Reiter machten sich sofort auf und schwärmten aus.
    "Da!"
    rief Andronicus nachdem sie einige Zeit geritten waren und deutete aufgeregt auf eine Stelle im Sand Parthiens. Das Grüppchen hielt an und betrachtete die Stelle angestrengt. Sie alle sahen Kampfspuren dort, doch das musste ja nichts heißen. Doch dann entdeckten sie was Androncius so aufgeregt hatte. Ein Dolch, ein mit prunkvollen Edelsteinen besetzter Dolch sowie ihn Senatoren besaßen lag da im Staub.
    "Andronicus! Du erstattest dem Tribunen Bericht. Wir reiten langsam weiter und suchen alles ab."
    befahl der älteste Eques aus der Gruppe. Andronicus nickte nur wandte sein Pferd eilig und gab ihm eifrig die Sporen.


    Eigentlich hatte er nicht lange gebraucht, doch ihm war der Weg zurück zum Tribunen wie eine Ewigkeit vorgekommen. Doch nun war er da.
    "Tribun!"
    begann er keuchend.

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    Der ältere Eques zuckte mit den Schultern.
    "Schwer zu sagen. Muss mindestens ein Dutzend gewesen sein..."
    sagte er. Der ältere Eques machte sich keine große Sorgen um den verschollenen Befehlshaber. Der Mann konnte bestimmt freigekauft werden, schließlich ging den Römern in Edessa ebenso eine gewisse Anzahl an bedeutenden parthischen Persönlichkeiten ins Netz. Der General, der den Adler zu stehlen versucht hatte und dessen Truppen die Equites noch im letzten Moment zurückschlagen konnten. Und um aufbrodelnde Gerüchte machte sich der Eques keine Sorgen. Einerseits wusste er, dass so etwas sich ohnehin rumsprach, andererseits waren sie die Equites der Legion, ausgesuchte Männer, die - vor allem, wenn man sie unter Eid stellte - nicht ohne weiteres quatschen würden.



  • Numerianuns nickte bei den Worten des alten Eques und wendete sich dann Andornicus zu...
    "Was gibt es Eques?"
    fragte der Tribunus, eigentlich hatte er keine Lust mit einer kleinen Truppe im Feindesland rumzureiten und nach Vermissten zu suchen, doch da es ja der Legatus war, war dies enorm wichtig...

    'Hannibal wusste wie man Siege erringt, aber nicht wie man damit umzugehen hat.'

  • Andronicus, der mittlerweile wieder einigermaßen zu Luft gekommen war, zog den prunkvollen Dolch hervor und meldete sienem Kommandanten:
    "Tribunus, das haben wir im Wüstensand gefunden, gemeinsam mit Pferdespuren, die keinsefalls von uns stammen, Tribunus."
    Natürlich, die Pferdespuren mussten nicht unbedingt etwas mit dem Verschwinden des Decimers zu tun haben, aber in anbetracht der Tatsache, dass nicht weit entfernt auch ein mit edlen Steinen besetzter Dolch gefunden worden war, deutete doch stark darauf hin.

  • Der Tribunus horchte auf...
    "Gute Arbeit Eques, richte das auch deiner Gruppe aus."
    dann nahm er den Dolch und blickte ihn an...
    "Reite zum Lager Andronicus und erstatte Tribunus Tiberius Bericht. Sage ihm dass die Leichen gefunden und geborgen wurden, dass man parthische Pfeile und einen parthischen Dolch sowie Spuren im Sand fand jedoch keine Spur vom Legaten, er scheint entführt worden zu sein. Und bewahre Stillschweigen! Reite nun los!"
    Der Tribunus drehte sich um und blickte über den Tatort, vielleicht ließe sich ja noch mehr finden...

    'Hannibal wusste wie man Siege erringt, aber nicht wie man damit umzugehen hat.'

  • Andronicus nickte stolz, 'Gute Arbeit' hatte der Tribun gesagt. Natürlich würde er es den anderen seiner Gruppe ausrichten, doch jetzt musste er erstmal zurück ins Lager reiten und dem senatorischen Tribunen Bericht erstatten.
    „Zu Befehl, Tribun!“
    bestätigte er den Befehl des Tribuns, machte kehrt und ritt los. Wie wild ritt er nun ein einsamer Eques zurück ins Lager.


    Nach einiger Zeit des Reitens hatte er jenes erreicht. Die Wachen des Lagers ließen ihn passieren, dass er ein Mitglied der Legion war, konnte man ihm ja deutlich ansehen. Innerhalb des Lagers drosselte er erst einmal sein doch ziemlich hohes Tempo und machte sich auf dem Weg zu der Unterkunft seines Bruders. Bald hatte er selbige erreicht. Vor dem Zelt des Tiberius Vitamalacus hielt wieder einer dieser Hühnen Wache.
    „Eques Tiberius Andronicus“
    sagte er knapp.
    „Ich will, nein ich muss zu dem Tribun. Ich habe eine Botschaft von Tribunus Iulius zu übermitteln.“

  • Der Posten sah den jungen Tiberier etwas erstaunt an, für ihn war heute einfach zu viel los, das kommen und gehen war noch schlimmer als sonst. Und langsam wurde auch ihm klar, das etwas ungewöhnliches vor sich ging. War der Tribun eigenlich in seiner Unterkunft ? War er nicht eben gerade heraus geeilt ? Oder war er vielleicht wieder drin ?


    Dioch noch während er grübelte, kam ihm der Scriba des Tribuns zu hilfe, der gerade vom Stabszelt des Imperator zurück kehrte, um sich zu erkundigen, ob denn mittlerweile von der Reiterei jemand da war, um bericht zu erstatten.


    "Du kommst von Tribun Iulius ? Tribun Tiberius ist beim Imperator, ich soll dich zu ihm bringen. Folge mir !"


    Und so kam es, das kurze Zeit darauf Eques Tiberius Andronicus im Stab des Imperators stand.


    "Der Melder von Tribun Iulius," meldete der Scriba des Tribuns ihn bei den Anwesenden Offizieren und dem Imperator an.

  • Beim Imperator also, ein wenig verwirrt folgte er dem Scriba zum Stabszelt. Zögernd betrat er das eindrucksvolle Stabszelt. Da war er, der Imperator und sein Bruder, Tiberius Vitamalacus war auch da. Andronicus überlegte, durfte er in der Gegenwart des Imperators einfachen sprechen?
    "Tribun"
    begann er vorsichtig und versuchte sich seine Nervösität, die auf der Anwesenheit des Imperators beruhte, nicht anmerken zu lassen.

  • Tiberius Vitamalacus registierte etwas ungehalten, wie sein Bruder es unterlassen hatte, beim Eintreten militärisch korrekt zu grüssen und auch nicht den Imperator angemessen gegrüsst hatte. Doch die kühle Fassade des Tiberiers liess diesen Unmut nicht nach aussendringen.


    "Eques ! Erstatte dem Imperator Bericht !" forderte er ihn auf zu sprechen. Normalerweise hätte er es dem Imperator überlassen, den Bericht einzufordern, doch da dieser ihn selbst eben nach dem Gefragt hatte, was sein Bruder nun hoffentlich berichten konnte, wiess er ihn gleich an zu sprechen.

  • Da hatte Andronicus also schon etwas falsch gemacht, wie konnte er nur vergessen den Imperator angemessen zu begrüßen! Naja, jetzt ließ es sich auch nicht mehr ändern...
    "Mein Imperator! Ich soll von Tribunus Iulius berichten, dass wir die Leichen der Equites welche den Legaten begleitet haben, gefunden und geborgen haben. Desweiteren wurden einige parthische Pfeile und ein parthischer Dolch, sowie Spuren im Sand, die nicht von uns stammen gefunden. Es scheint, dass der Legat entführt worden ist, Imperator"
    berichtete der Tiberier seinem oberstem Vorgesetzten. Hoffentlich hatte er diesmal alles richtig gemacht und hoffentlich würde er als Bote nicht für die Nachricht bestraft, die er überbracht hatte.

  • Die Gesichtszüge des Kaisers versteinern für einen Moment, als er die Meldung hört. Keine Geste drückt aus, dass er für diese Meldung dankt, weder gegenüber dem Soldaten noch dem Tribun. Der Kaiser atmet hörbar aus und ein.


    "Die Götter stellen und auf eine Probe. Und der Legat war offenbar unvorsichtig oder die Kundschafter schlecht. Das eine muss der Legat verantworten. Wir müssen uns vor den Göttern bewähren."


    Den Feldzug schon in Edessa zu beenden kommt nicht in Frage. Zumal ein entführter Legat davon ganz sicher nicht zurück kommen würde. Womit hatte alles begonnen? Mit einem Offizier in parthischen Händen, der zurück nach Rom gelangen konnte. Und nun wieder, ein Offizier mutmaßlich in parthischen Händen. Eine Schlacht geschlagen, eine Stadt genommen und doch kein Fortschritt.


    "Der Feldzug muss weiter gehen. Speculatores sollen die Spur aufnehmen. Was immer sie finden, es muss verfolgt werden. Die Armee zieht weiter, das Ziel bleibt bestehen. Wenn die Parther den Legaten der Legio I nehmen, muss die Legio I zu den Parthern gehen."


    Er wendet sich an den Reiter.


    "Wegtreten, zurück zu deiner Turma und zu niemandem ein Wort."


    Dann wendet er sich an den Tribunen.


    "Ich gebe es selber bekannt. Danach kommt Arbeit auf dich zu."

  • Der Bericht seine Bruders bestätigte die schlimmsten Befürchtungen des Tiberiers. Einen Legaten in der Schlacht zu verlieren war schon unerfreulich, ihn bei einen Ausritt zu verlieren, fürchten zu müssen, das er sich in der Hand des Feindes befand, war in der Tat eine gewaltige Probe der Götter.
    Doch er war sicher, mit Hilfe der Legionen würde der Imperator diese Herausforderung bestehen.


    "Imperator, ich bin bereit, für Rom und das Imperium, meine Pflicht zu erfüllen."

    Das er jetzt, da der Legatus verschollen war, würde er als dessen Stellvertreter viel zu tun hatte, mehr als zuvor, dessen war er sich durchaus bewusst.


  • "Imperator, zu Befehl, Imperator!"
    bestätigte er den Erhalt des Befehls und salutierte. Dann wandte er sich an seinen Bruder
    "Tribun"
    und salutierte erneut. Schließlich trat er ab und verließ damit das große Stabszelt. Die Worte des Kaisers an Vitamalacus bekam er schon nicht mehr mit. Der Tiberier kehrte zu dem Zelt des senatorischen Tribuns zurück, wo er sein Pferd abgestellt hatte. Auf selbiges schwang er sich und ritt erneut aus dem Lager hinaus, er sollte ja zu seiner Turma zurückkehren und die befand sich immer noch auf der Such nach Decimus Livianus.


    Nun da er schon zum dritten Mal vom Lager zu dem "Tatort", beziehungsweise umgekehrt ritt, kannte er den Weg schon ausgezeichnet.


    Nicht lange hatte es gedauert bis er den bedeutungsvollen Platz erreicht hatte. Zielstrebig ritt er auf den Tribun zu und meldete ihm:
    "Tribun, ich habe dem Imperator Bericht erstattet, Tribun!"

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