Officium des Praefectus Urbi P.V.S.



  • Der Scriba schob Flavus ein, sobald es möglich war. Trotzdem mußte der Decimer eine ganze Weile warten, bis er endlich vorgelassen wurde.


    Potitus schaute von einer Wachstafel auf, als Flavus eintrat. Ihm einen Platz anzubieten, fiel ihm nicht ein, der Bursche konnte ruhig eine Weile stehen. "Salve Decimus. Ja, ich wollte Dich sprechen, um Dich persönlich darüber zu informieren, dass Deine Ernneung zum Ritter ebenso wie Deine Ernennung zum Tribun unrechtmäßig sind. Ein übereifriger Kanzleibeamter hat beides veröffentlicht, ohne meine Zustimmung einzuholen."

  • Zitat

    Original von Gaius Pompeius Imperiosus
    Auch wenn das meiner Meinung nach ein Fehlschluss war wollte ich dem Mann nicht wiedersprechen, immerhin war er der fähige Militär von uns beiden ...


    "Nein, nichts was ich nicht bereits in anderen Gesprächen erfahren hatte."


    So langsam verlor ich die Lust, der Mann hatte seine Meinung doch schon vor unserem Gespräch gebildet warum also sollte ich mir hier die Mühe geben um ihn umzustimmen ... letztendlich war ich doch auch in seinen Augen nur ein etwas besserer Scriba ...


    Potitus war es schnurzpiepegal, was dieser kleine Kanzleibeamte dachte. "Verfasse einen ausführlichen schriftlichen Bericht mit allen Einzelheiten. Du hast gute Arbeit geleistet, das werde ich nicht vergessen." Damit war für den Praefectus Urbi das Gespräch beendet. Sofern Imperiosus nicht noch etwas vorzubringen hatte.


  • Potitus legte grübelnd eine Hand an sein Kinn. "Bei Vinicius anzufragen, dauert viel zu lange, wir entscheiden das von hier aus." Was natürlich bedeutete, dass er es entscheiden würde. "Von der Grenze abziehen? Die Verlegung ginge schnell, doch ich halte es nicht für vorteilhaft, die Truppe dort abzuziehen. Ich bin der Meinung, dass Novaesium keine so starke Besetzung benötigt. Die Legio XXVIII Alaudae verlegen wir von Novaesium nach Potaissa."

  • Zitat

    Original von Potitus Vescularius Salinator
    Der Scriba schob Flavus ein, sobald es möglich war. Trotzdem mußte der Decimer eine ganze Weile warten, bis er endlich vorgelassen wurde.


    Potitus schaute von einer Wachstafel auf, als Flavus eintrat. Ihm einen Platz anzubieten, fiel ihm nicht ein, der Bursche konnte ruhig eine Weile stehen. "Salve Decimus. Ja, ich wollte Dich sprechen, um Dich persönlich darüber zu informieren, dass Deine Ernneung zum Ritter ebenso wie Deine Ernennung zum Tribun unrechtmäßig sind. Ein übereifriger Kanzleibeamter hat beides veröffentlicht, ohne meine Zustimmung einzuholen."


    Der junge Decimer brauchte einen kurzen Moment um die Worte des Präfekten zu verarbeiten und zu verstehen welche Ausmaße sie hatten. Seine ganzen Gedanken auf dem Weg hier her waren in eine vollkommen andere Richtung gegangen und die Ungültigkeit seines Status und seines Tribunats war das letzte, mit dem Marcus gerechnet hatte. Er musste erneut seine Gedanken ordnen. Während dieser Zeit starrte er unbeeindruckt in Richtung Salinator. Ein übereifriger Kanzleibeamter also. Marcus konnte sich schon lebhaft vorstellen, was diesen Beamten zu einem solchen „Fehler“ treiben konnte. Bestimmt hatte sein verdammter Alter die Finger mit im Spiel und umso ärgerlicher war diese gesamte Situation nun. Nicht nur, dass er seinen eigenen Sohn gegen dessen Willen zu einen Tribunat einberufen ließ, gab er ihn nun auch noch dem Spott der Öffentlichkeit preis, indem diese ganze Ernennung wieder rückgängig gemacht wurde.


    Marcus war es seit Kindheit an gewohnt Ärger und schlechte Nachrichten nach außen hin vollkommen stoisch entgegen zu nehmen. Auch in diesem Fall sah er den Präfekt ohne jegliche Gefühlsregung an.


    "Ich verstehe."


    Innerlich wusste er nicht ob vor Wut auf seinen Vater zerplatzen oder lauthals loslachen sollte. Welch Ironie! Er selbst war froh und erleichtert, dass ihm auf diese Art der Dienst bei einer Legion erspart blieb. Die Vigiles und auch die Cohortes Urbanae waren eine Sache, doch mit dem Gedanken Früher oder Später an den Arsch der Welt versetzt zu werden, um dort irgendeinem unwichtigen Legatus Legionis die Füße zu lecken, konnte er sich bis jetzt nicht anfreunden. Er wollte mehr! Und hier in Rom, im Zentrum des Römischen Reiches hatte er mehr Chancen seine Träume zu erfüllen. Außerdem war er auf das Gesicht des Alten gespannt, wenn er davon erfuhr, dass sein vermeintlicher Plan, die Zukunft seines Sohnes in andere Bahnen zu lenken, letztendlich doch nicht aufgegangen war. Doch vorerst schob er diese Gedanken wieder beiseite und konzentrierte sich auf den Präfekten.


    "Was bedeutet das für mich? Wie geht es nun weiter?"

  • Ich erhob mich und neigte leicht den Kopf in einer dankbaren Geste ...


    "Vielen Dank Praefectus, willst du den Bericht lesen wenn er fertig ist?"


    Denn ich konnte mir genausogut vorstellen das dieser Satz nur gefallen war um mich beschäftigt zu halten, wenngleich mich dieser Befehl auch nicht länger als einige Minuten beschäftigen konnte ...

  • Zitat

    Original von Potitus Vescularius Salinator
    Potitus legte grübelnd eine Hand an sein Kinn. "Bei Vinicius anzufragen, dauert viel zu lange, wir entscheiden das von hier aus." Was natürlich bedeutete, dass er es entscheiden würde. "Von der Grenze abziehen? Die Verlegung ginge schnell, doch ich halte es nicht für vorteilhaft, die Truppe dort abzuziehen. Ich bin der Meinung, dass Novaesium keine so starke Besetzung benötigt. Die Legio XXVIII Alaudae verlegen wir von Novaesium nach Potaissa."


    Silanus nickte und gab seinem Sklaven ein Zeichen wieder zu notieren, wähernd er selbst weiter mit dem Praefectus sprach.


    "Die Legio XXVIII wird derzeit von Senator Mamercus Rufius Calvinus befehligt. Soll er im Zuge dieser Versetzung auch zum Legatus Augusti von Dacia ernannt werden oder hast du jemand anderen für diese Aufgabe auserkoren? Und was geschieht mit Appius Sulpicius Cornutus? Soll er zurück nach Rom beordert werden?"



  • Potitus musste anerkennen, wie ruhig und gelassen der Decimer die Nachricht aufnahm. Allerdings konnte es auch schlichtes Desinteresse sein, bisher hatte sich der junge Mann noch kein sonderliches Bemühen gezeigt. Auf die Frage hin zuckte er mit den Schultern. "Das liegt wohl ganz bei Dir. Oder vielmehr bei Deinem Vater, nicht wahr? Du solltest Dir klar darüber werden, wo Dein Lebensweg hinführen soll." Er hatte wahrhaftig kein Interesse daran, dem Sprößling dieses unverschämten und undankbaren Livianus in irgendeiner Weise entgegen zu kommen.

  • Zitat

    Original von Gaius Pompeius Imperiosus
    Ich erhob mich und neigte leicht den Kopf in einer dankbaren Geste ...


    "Vielen Dank Praefectus, willst du den Bericht lesen wenn er fertig ist?"


    Denn ich konnte mir genausogut vorstellen das dieser Satz nur gefallen war um mich beschäftigt zu halten, wenngleich mich dieser Befehl auch nicht länger als einige Minuten beschäftigen konnte ...


    Potitus hob eine Augenbraue. "Wofür sonst solltest Du ihn schreiben? Damit sie verstauben, braucht man keine Papyri zu füllen." Irgendwie schien ihm der Mann mit seinen Talenten als kleiner Kanzleibeamter verschwendet.

  • Zitat

    Original von Lucius Iunius Silanus
    Silanus nickte und gab seinem Sklaven ein Zeichen wieder zu notieren, wähernd er selbst weiter mit dem Praefectus sprach.


    "Die Legio XXVIII wird derzeit von Senator Mamercus Rufius Calvinus befehligt. Soll er im Zuge dieser Versetzung auch zum Legatus Augusti von Dacia ernannt werden oder hast du jemand anderen für diese Aufgabe auserkoren? Und was geschieht mit Appius Sulpicius Cornutus? Soll er zurück nach Rom beordert werden?"



    Potitus nickte. "Ja, er soll auch gleich Sulpicius ablösen. Den hol nach Rom zurück, ich möchte mit ihm sprechen, bevor er anderweitig eingesetzt wird." Das Thema Dacia war damit erst einmal abgeschlossen.


    "Mir sind Berichte zugeleitet worden, wonach die Legionen die Aufnahme von Probati unterschiedlich handhaben. Vor allem, was das Alter der Männer angeht. Meiner Meinung nach sollte ein Probatus das dreißigste Lebensjahr noch nicht erreicht haben, also sorge dafür, dass alle Legionen dies beachten und ältere Anwärter abweisen." Es war nicht so, dass der Praefectus nicht noch ein paar weitere Dinge zu besprechen hatte.

  • Zitat

    Original von Potitus Vescularius Salinator
    Potitus musste anerkennen, wie ruhig und gelassen der Decimer die Nachricht aufnahm. Allerdings konnte es auch schlichtes Desinteresse sein, bisher hatte sich der junge Mann noch kein sonderliches Bemühen gezeigt. Auf die Frage hin zuckte er mit den Schultern. "Das liegt wohl ganz bei Dir. Oder vielmehr bei Deinem Vater, nicht wahr? Du solltest Dir klar darüber werden, wo Dein Lebensweg hinführen soll." Er hatte wahrhaftig kein Interesse daran, dem Sprößling dieses unverschämten und undankbaren Livianus in irgendeiner Weise entgegen zu kommen.


    "Welchen Sinn haben solche Überlegungen, wenn man selbst nicht wirklich Einfluss darauf nehmen kann?" entgegnete Marcus zwar ruhig, aber dennoch mit einem trotzig wirkenden Unterton in der Stimme.


    Er stand immer noch unter der Patria Potestas des Alten und somit hatte er kaum Möglichkeiten sich gegen dessen Anweisungen oder Wünsche zur Wehr zu setzen. Er selbst wusste nicht, warum sein Vater ihn nicht schon lange aus ihr entlassen hatte, doch war er sich auch zu stolz, um ihn einfach danach zu fragen bzw. darauf anzusprechen. Er ging ihm lieber aus dem Weg und versuchte im Rahmen des Möglichen sein eigenes Ding zu machen. So wie die Klientschaft bei Aelius Quarto, die er mittlerweile mehr als bereute. Er hatte sich von einem Mann mit solcher Macht, einem mehrfachen Consular, dem Bruder des Kaisers, weitaus mehr erwartet, als sich nun nachträglich herausgestellt hatte. Er wäre diesen Mann in den Hades gefolgt, hätte dieser es verlangt, doch Quarto entpuppte sich als stinklangweiliger alter Sack, der sich lieber in seinen Palast verkroch, statt Politik zu machen. Und seit sein Vater ebenfalls Klient des Consulars geworden war, hatte diese ganze Angelegenheit ohnehin einen mehr als bitteren Beigeschmack bekommen.


    Wie eine Motte zum Licht zog es Marcus zu den Reichen und vor allem Mächtigen, seit er seiner Schwester nach Rom gefolgt war. Vermutlich war dies auch der Grund, warum sie mittlerweile zurück nach Britannien gegangen war und er sich für ein Leben hier in Rom entschieden hatte. Auch wenn das bedeutete seinem verhasten Vater näher zu sein, als es ihm eigentlich Lieb war. Macht war etwas herrliches, doch ein Mann wie Aelius Quarto konnte sie nicht für sich nutzen. Diese bescheidene Meinung hatte sich zumindest beim jungen Decimer im Laufe der Zeit gebildet. Er liebte die Geschichten von Iulius Caesar, Pompeius Magnus oder all den anderen großen Männern vergangener Zeiten, die bei weitem nicht so degeneriert waren wie die heutigen Staatsmänner, die sich echte Römer schimpften und weder Dignitas noch Firmitas zeigten.


    "Die ritterliche Laufbahn war der Wunsch meines Vaters." wobei er das Wort Vater besonders abschätzig betonte. "Das du ihr deine Zustimmung verweigerst wird ihn vermutlich mehr schmerzen als mich."

  • Zitat

    Original von Potitus Vescularius Salinator
    Potitus nickte. "Ja, er soll auch gleich Sulpicius ablösen. Den hol nach Rom zurück, ich möchte mit ihm sprechen, bevor er anderweitig eingesetzt wird." Das Thema Dacia war damit erst einmal abgeschlossen.


    "Mir sind Berichte zugeleitet worden, wonach die Legionen die Aufnahme von Probati unterschiedlich handhaben. Vor allem, was das Alter der Männer angeht. Meiner Meinung nach sollte ein Probatus das dreißigste Lebensjahr noch nicht erreicht haben, also sorge dafür, dass alle Legionen dies beachten und ältere Anwärter abweisen." Es war nicht so, dass der Praefectus nicht noch ein paar weitere Dinge zu besprechen hatte.


    "Ich werde alles entsprechend deinen Wünschen in die Wege leiten."


    Im Hintergrund notierte der fleißige Sklave bereits ohne das Silanus etwas deuten musste. Auch beim nächsten Punkt stimmte der Iunier dem Päfekten mit einem Kopfnicken bestätigend zu.


    "Reicht eine gleichlautende Information an die Kommandeure oder sollen wir dies auch gleich mit einem kaiserlichen Dekret in den Gesetzen verankern?"

  • Da nun scheinbar alles geklärt war erhob sich nun auch Dragonum, immerhin gab es da noch einen weiteren Besuch den er erledigt wissen wollte ...


    "Nochmal danke Praefectus, melde dich einfach bei mir wann immer du meine Schuld einfordern magst! Vale!"


    Darauf folgte ein zackiger Salut und der kommende Praefectus Legionis hatte Haltung angenommen, bevor er sich schließlich zum gehen wandte ...

  • Ich nickte ...


    "Natürlich Praefectus, wie du wünschst. Ich werde dir den Bericht dann Morgen vorlegen!
    Kann ich sonst noch etwas für dich tun Praefectus?"


    Vielleicht lies sich ja auch hier noch etwas nützliches aufbringen, Nutzen kam immer mit Arbeit und wenn man in seinem Beruf so gut war wie ich, dann sollte man zusehen das man etwas fand das einen mehr herausforderte ...

  • Zitat

    Original von Lucius Iunius Silanus
    "Ich werde alles entsprechend deinen Wünschen in die Wege leiten."


    Im Hintergrund notierte der fleißige Sklave bereits ohne das Silanus etwas deuten musste. Auch beim nächsten Punkt stimmte der Iunier dem Päfekten mit einem Kopfnicken bestätigend zu.


    "Reicht eine gleichlautende Information an die Kommandeure oder sollen wir dies auch gleich mit einem kaiserlichen Dekret in den Gesetzen verankern?"



    Potitus überlegte nur einen kleinen Moment. "Mach gleich ein kaiserliches Dekret daraus, sonst wird es nur überflogen und gleich wieder vergessen." Das kannte man schließlich zur Genüge.


    "Sodann möchte ich, dass Du Erkundigungen einziehst über Centurio Marcus Iulius Licinus von der Prima. Er wurde für die Ernennung zum Ritter vorgeschlagen und ich möchte ein bisschen mehr über ihn wissen, als den reinen Lebenslauf."

  • Zitat

    Original von Marcus Decimus Flavus
    "Welchen Sinn haben solche Überlegungen, wenn man selbst nicht wirklich Einfluss darauf nehmen kann?" entgegnete Marcus zwar ruhig, aber dennoch mit einem trotzig wirkenden Unterton in der Stimme.


    ...


    "Die ritterliche Laufbahn war der Wunsch meines Vaters." wobei er das Wort Vater besonders abschätzig betonte. "Das du ihr deine Zustimmung verweigerst wird ihn vermutlich mehr schmerzen als mich."


    Potitus bewahrte eine unbewegte Miene. "Höre ich so etwas wie Unmut aus Deinen Worten? Wenn die ritterliche Laufbahn der Wunsch Deines Vaters war, was genau ist dann Dein Wunsch für Deine Zukunft?" Eigentlich interessierte dies nur am Rande. "Bist Du auch Klient Deines Vaters?"

  • Zitat

    Original von Gaius Pompeius Imperiosus
    Ich nickte ...


    "Natürlich Praefectus, wie du wünschst. Ich werde dir den Bericht dann Morgen vorlegen!
    Kann ich sonst noch etwas für dich tun Praefectus?"


    Vielleicht lies sich ja auch hier noch etwas nützliches aufbringen, Nutzen kam immer mit Arbeit und wenn man in seinem Beruf so gut war wie ich, dann sollte man zusehen das man etwas fand das einen mehr herausforderte ...




    Potitus wollte schon abwinken und das Gespräch beenden, als ihm noch etwas einfiel. "Doch, genau genommen kannst Du das. Hattest Du schon Gelegenheit, den neuen Procurator kennen zu lernen? Iunius Silanus?"

  • Die Art wie der Praefectus diesen Satz ausgesprochen hatte, hatte in mir sämtliche Alarmglocken durchgeschüttelt ... sicherlich sollte ich als neuer Klient des Iuniers jetzt besonders vorsichtig sein, doch wenn ich ehrlich war gab ich nicht viel auf diese Patronatsgeschichte. Vorallem da ich mir nicht sicher war ob jemand der nur eine Etage über mir diente wirklich ein ernstzunehmender Patron war, oder ob ich wiedermal zu schnell "Ja" gesagt hatte ...


    Tatsache war das Zeit meines Lebens allen Entscheidungen nur eine Sache zu Grunde lag und das war die Wiederherstellung des Familiennamens im Bezug auf das Imperium und den Kaiser! Und da der Vescularier dem Kaiser definitiv näher stand als der Iunier war ich natürlich jederzeit bereit meinen neugewonnenen Patron für eine handvoll Lorbeeren und Sesterzen zu verraten ...


    "Sicher Praefectus, ich arbeite ihm direkt zu ... in der Kanzlei!"

  • gebracht von der Wache erreichte man das officium und ich wurde dem Scriba als Curator vorgestellt.
    Mein Anliegen trug ich dann selbst vor


    "Salve, ich weiss ich habe keinen Termin, doch sollte der Prafectus einige Minuten entbehren können, so wäre ich ihm sehr verbunden!"

  • Zitat

    Original von Potitus Vescularius Salinator
    Potitus überlegte nur einen kleinen Moment. "Mach gleich ein kaiserliches Dekret daraus, sonst wird es nur überflogen und gleich wieder vergessen." Das kannte man schließlich zur Genüge.


    "Sodann möchte ich, dass Du Erkundigungen einziehst über Centurio Marcus Iulius Licinus von der Prima. Er wurde für die Ernennung zum Ritter vorgeschlagen und ich möchte ein bisschen mehr über ihn wissen, als den reinen Lebenslauf."


    Silanus nickte.


    "Ich werde einen meiner Mitarbeiter darauf ansetzen."


    Die Angelegenheit und der Name des Centurios wurden wieder sorgfältig notiert.


    "Wo wir gerade bei den Erhebungen in den Ritterstand sind. Den Primicerius Pompeius Imperiosus hast du ja bereits kennengelernt. Er hat dir vor kurzem Bericht über die Lage in Alexandria erstattet. Ich denke er hat dort gute Arbeit geleistet und auch sein Amt als Primicerius hat er bisher immer zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt. Auch mein Vorgänger hat nur Worte des Lobs über den Mann verloren. Ich würde ihn ebenfalls gerne für die Erhebung in den Ritterstand vorschlagen."

  • Zitat

    Original von Potitus Vescularius Salinator
    Potitus bewahrte eine unbewegte Miene. "Höre ich so etwas wie Unmut aus Deinen Worten? Wenn die ritterliche Laufbahn der Wunsch Deines Vaters war, was genau ist dann Dein Wunsch für Deine Zukunft?" Eigentlich interessierte dies nur am Rande. "Bist Du auch Klient Deines Vaters?"


    "Es ist weniger die Laufbahn eines Ritters die meinen Wünschen widerspricht, Praefectus. Ich denke vielmehr, dass ich nicht unbedingt der geborene Militär bin. Daher habe ich bereits vor der Rückkehr meines Vaters aus Parthia den Weg des Cursus Honorum eingeschlagen. Wahr ist, dass ich nun jedoch mindestens drei Jahre warten müsste, ehe ich die Quaestur anstreben könnte, da ich das notwendige Alter noch nicht erreicht habe. Eine lange Zeit in der man in einer Stadt wie Rom recht schnell wieder in Vergessenheit geraten kann. Eine zwischenzeitliche Aufgabe, auf die ich mich bei einer Kandidatur berufen kann, käme mir daher vermutlich sogar entgegen.


    Noch dazu stellt sich mir die Frage, ob der Stand und der Weg eines Ritters in der heutigen Zeit nicht weitaus besser für einen jungen aufstrebenden Mann ist, als der Versuch die Senatorenwürde zu erlangen."


    Marcus dachte kurz nach, wie er seine Gedanken zu diesem Thema in Worte fassen konnte, ohne den Präfekten zu beleidigen, der ja selbst Senator war, auch wenn man hörte, dass er den Senatssitzungen in den meisten Fällen fern blieb und nicht wirklich großes Interesse dafür zeigte.


    "Nichts gegen dich Praefectus, du bist ein ehrenwerter Mann der eine machtvolle Position erreicht hat, aber manchmal denke ich den Senatoren geht es ähnlich wie den Patriziern. Die Patrizier machen zwar ständig ein großes Gewese aus ihrer Überlegenheit, aber was sind sie anderes als die bemitleidenswerten Überbleibsel eines niedergegangenen, längst diskreditierten, priesterlichen Adels? In einer Zeit wo der Kaiser mit uneingeschränkter Macht über das Reich herrscht scheint es, als sei der Senat ebenso eher zu Schein als zu Sein verdammt."


    Marcus versuchte aus dem Gesicht seines Gegenübers zu lesen, was dieser von der Einstellung des jungen Mannes hielt. Salinator war jedoch ein schwieriger Fall, der seine Gedanken sehr gut hinter einer stoischen Maske verstecken konnte.


    "Und was meine Klientschaft betrifft. Ich bin der Klient von Consular Aelius Quarto. Auch diese Entscheidung habe ich getroffen, als mein Vater noch als Tod galt."

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