• Sim-Off:

    Das Lied stammt von Celtic Woman und heißt Si Do Mhaimeo http://www.youtube.com/watch?v=PJyozfWJE7s&feature=related



    Aoide hatte das Gefühl, als der Fremde anfing zu singen, dass die Götter wohl gern ihren Spaß hatten und diesen Mann mit keinerlei Talent gesegnet. Das was er dort vortrug, war KEINE Kunst, das war FOLTER. Sie verzog das Gesicht und hätte sich am liebsten die Ohren zugehalten und auch die übrigen Schausteller mussten stark an sich halten, den unmusikalischen Tor nicht von der Bühne zu zerren und zu knebeln.
    Das Publikum tobte.


    Nachdem Piso seine Möglichkeit gehabt hatte, das was er unter Musik verstand vorzuführen, war es nun an ihr, ihre Ehre zu verteidigen. Ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit trat sie vor und richtete erst einmal einige Worte an das Publikum, das sofort verstummte.


    „Das war …. beidruckend!“ sagte sie leise, und umschrieb damit recht schmeichelhaft die grauenvolle Vorstellung. In Wirklichkeit lagen ihr völlig andere Worte auf der Zunge, doch sie hielt sich höflich zurück. Das Publikum sollte entscheiden.
    „Nun denn, dann bin ich dran!“ Sie machte ein Zeichen an einen jungen Mann mit großer Trommel und an Mneme die mit einer kleinen Flöte vortrat und eine kurze lebhafte Melodie anstimmte. Im Takt dazu erklang die Trommel, groß, schwer und dröhnend, gleich dem eigenem Herzschlag.


    Aoide schloss die Augen und ließ die Melodien durch ihren Körper und wiegte sich sacht im Takt. Sacht und fröhlich erklang ihre Stimme über den Markt, füllte den Platz aus:



    ’Sí do mhaimeo í, ’sí do mhaimeo í
    ’Sí do mhaimeo í, cailleach an airgid
    ’Sí do mhaimeo í, ó Bhaile Inis Mhóir í
    ’S chuirfeadh sí cóistí ar bhóithre Cois Fharraige


    Dá bhfeicfeá’ an "steam" ’ghabhail siar Tóin Uí Loin’
    ’S na rothaí ’ghabhail timpeall siar ó na ceathrúnaí
    Chaithfeadh sí ’n stiúir naoi n-vair’ ar a cúl
    ’S ní choinneodh sí siúl le cailleach an airgid


    Sí do mhaimeo í, ’sí do mhaimeo í
    ’Sí do mhaimeo í, cailleach an airgid
    ’Sí do mhaimeo í, ó Bhaile Inis Mhóir í
    ’S chuirfeadh sí cóistí ar bhóithre Cois Fharraige


    Measann tú, ’bpósfa’, ’measann tú ’bpósfa’
    ’Measann tú, ’bpósfa’, cailleach an airgid?
    Tá’s a’m nach ’bpósfa’, tá’s a’m nach ’bpósfa’
    Mar tá sé ró-óg ’gus d’ólfadh sé’n t-airgead ’


    Sí do mhaimeo í, ’sí do mhaimeo í
    ’Sí do mhaimeo í, cailleach an airgid
    ’Sí do mhaimeo í, ó Bhaile Inis Mhóir í
    ’S chuirfeadh sí cóistí ar bhóithre Cois Fharraige


    Sí do mhaimeo í, ’sí do mhaimeo í
    ’Sí do mhaimeo í, cailleach an airgid
    ’Sí do mhaimeo í, ó Bhaile Inis Mhóir í
    ’S chuirfeadh sí cóistí ar bhóithre Cois Fharraige


    ’S gairid go ’bpósfaidh, ’s gairid go ’bpósfaidh
    ’S gairid go ’bpósfaidh, beirt ar an mbaile seo
    ’S gairid go ’bpósfaidh, ’s gairid go ’bpósfaidh
    Séan Shéamais Mhóir agus Máire Ní Chathasaigh


    Sí do mhaimeo í, ’sí do mhaimeo í
    ’Sí do mhaimeo í, cailleach an airgid
    ’Sí do mhaimeo í, ó Bhaile Inis Mhóir í
    ’S chuirfeadh sí cóistí ar bhóithre Cois Fharraige"
    ihre Stimme verklang sanft und fröhlich und nun lag es an den Menschen zu entscheiden, wer gewonnen hatte, auch wenn dies sicher schon fesstand. Zumindest aus ihrer Sicht. Wier konnte ein Mann mit solch grauenvoller Stimme nur überzeugt sein, dass er singen konnte. War wohl ein Witz der Götter, den sie sich erlaubt hatten.



    Sim-Off:

    Entschuldigt das wir einige einfach überspielt haben, aber wir wollten die Reaktionen des Publikums dann von euch zusammenfassen lassen. Also es ist an euch zu entscheiden, wer gewonnen hat ;)

  • Labe wollte gerade noch etwas zu seinem Freund Verus sagen, da begann auch schon der Sängerwettstreit. Wobei es, das war nach den ersten Takten des Flaviers, er war also sogar patrizisch, schnell klar, eigentlich äußerst euphemistisch war, von Sängern im Plural zu reden. "Der könnte bei den Prätis eingesetzt werden, als Foltermethode, oder was denkst Du?", murmelte er zum Decimer.


    Die Menge selbst war geschockt, man könnte sogar meinen so geschockt, dass sie selbst das Werfen von faulen Eiern und matschigem Obst vergaß - jedenfalls für den Moment. Nach der ersten Strophe - genauer gesagt nach dem lang geheulten Laaaaaand - in Pisos Vortrag, begannen die ersten zu lachen. Leider war es für Labeo mitnichten auszumachen, ob der Flavier dies bemerkte. Dieses Lachen aber steigerte sich nun von Strope zu Strophe, bis sich einige nicht mehr halten konnten. Als der Flavier sich am Ende des Liedes aber verneigte, an statt sich schnell von der Bühne zu verziehen, war dem Iulier klar, dass der patrizische Barde jederlei Kontakt mit der unästhetischen Realität seines Gesanges verloren hatten. Von hinten kamen jetzt auch schon einige Behälter matschigen Obst- und Gemüsewaren und jemand verteilte sie an die Menge. Labeo und Verus bekamen ein paar Eier in die Hand gedrückt. "Bei der Abstimmung, werfen wir alle gemeinsam auf diesen Schnösel, ja?", bekamen sie gesagt. Labeo fand diese Idee gut und so schaute er Verus an, ob er denn mitmachen würde.


    Dann aber sang die Muse. Und man begann das ganze für eine makabre, aber doch gut eingesetzte Show zu halten, denn wenn nach dem ersten Lied Aoides, die Menge verzaubert war, so schien sie jetzt ins Elysium gekommen zu sein. Der Unterschied vom Flavier zur Muse, schien fast schon unwirklich, so dass einige - auch Labeo ins Träumen gerieten. "Ach, schön!", hauchte er nur noch und hätte fast seinen Weinbecher fallengelassen, oder aber das faule Ei, welches bald seinen Besitzer wechseln würde.

  • Aesthetik! Schoengeistigkeit! Pure Schoenheit. Natuerlich haette er damit nie Aoides Gesang beschrieben. Nein, dies dachte er bei seinem eigenen Gesang. Das Publikum bruellte nach Pisos Gesang, und er selbst verstand nicht, dass das kein Beifall war, sondern pures Entsetzen und Hass. Und er dachte wirklich, die Leute lachten vor lauter Freude ueber seinen Gesang.
    Er verbeugte sich noch ein paar Male zum Publkum und trat dann zurueck, um Aoide Platz zu machen.
    Er blickte schnell auf die fahrenden Leute, die ihn unlustig anschauten. Eh klar. Er hatte jetzt ihr Geschaeft verdorben. Niemand wuerde von ihnen jetzt noch was wissen wollen. Er grinste selbstgefaellig und blickte zu der sogenannten Muse hin, als sie zu singen begann.
    Wieder so ein Gesaeusel. Piso seufzte leise vor sich hin. Wann war das wohl endlich zu Ende? Immerhin war es nicht so schlimm wie das letzte Lied, aber die Sprache war trotzdem noch immer schauderhaft.
    Er blickte unruhig herum. Wieso standen die Leute da herum wie die Oelgoetzen und schauten das Maedchen an? Eine klare Sache, sie waren viel mehr an ihren Rundungen interessiert als an ihrem Gesang.
    In jenem unwahrscheinlichem Fall, dass er verlieren sollte, wuerde das natuerlich nur dran liegen, weil er nicht die geschlechtseigenen Charakteristiken von Frauen hatte.
    Ploetzlich fuehlte er sich angesprochen. Es war Cassivellaunus, der zu ihm geschlichen war. "Herr! Lass uns verschwinden. Schnell. Es ist die letzte Chance." Piso blickte seinen Sklaven erstaunt an. "Was? Nein. Verzieh dich. Spaeter wieder, ja?" Cassivellaunus blickte nochmal herum, nickte und verschwand dann, dem Nubier einen verzweifelnden Blick zuwerfend.

  • Er hatte Freigang. Mehrere Stunden einfach nur für sich und Macro spürte in aller Intensität, wie sehr er sie brauchte. Gestern hatten er und ein Kamerad die verstümmelte Leiche eines jungen Mädchens, einer Peregrina, gefunden und der Anblick des kleinen Körpers ließ ihn noch immer nicht los, auch wenn er viele Tote, viel zu viele Tote, fast Kinder noch in den parthischen Kriegen gesehen hatte. Er wusste, dass die Entscheidung seinen Dienst der CU zu widmen die richtige gewesen war, jeder Tag bestätigte ihn ganz unbewusst darin und doch wäre es so viel einfacher gewesen, nur den Verwalter seines Onkels zu geben oder etwas ähnliches.
    Es war ein schöner Tag, die Sonne stand hoch und die eingetretenen Blätter auf den Fußwegen sahen aus, wie eingetretene Farbkleckse, die dem Grau dieser Jahreszeit warme Farben gaben. Einzelne Vögel reisten über den Himmel, ließen sich vom herbstlichen Wind tragen und spielten mit den Böen, die auch jetzt fast zärtlich durch das Haar des Caeciliers strichen. Macros Schritte führten ihn auf den Marktplatz. Seinen Blick zu Boden gerichtet und die Gedanken irgendwo zwischen gestrigen Gassen und heutiger Schönheit, schweiften unbestimmt umher.
    Es war kaum ein Wunder, dass es gerade bei diesem Wetter viele Menschen auf den Marktplatz getrieben hatte. Die Händler priesen mit Übermut ihre Ware an und alle Schichten Roms waren zusammengekommen, um aufeinander zu treffen oder eben diese Ware zu begutachten. Der junge Mann hatte dafür jedoch kaum Augen, eher ziellos schlenderte umher, warf zwar ab und an einen Blick umher, doch so ungerichtet, dass er kaum etwas wahrnahm, außer die Zeit, die er seit langem wieder zum ersten Mal für sich hatte. Die Lautstärke, die so ein Markttag mit sich brachte, blendete er nur zu gerne aus, er zog den Kopf zwischen den Schultern ein und schloss für einen Moment im Gehen die Augen. So plötzlich aber, dass er beinahe erschrocken wäre, wenn das, was er hörte nicht so sacht und schmeichelnd gewesen wäre, war da noch etwas anderes in der Luft, etwas anderes, als das Raunen der Umherstreifenden, die Stimmen der Verkäufer und Gauner dieses Tages und der Geruch nach Gewürzen, wildem Obst und Freiheit. Ganz zärtlich, so als wollte sie einem die Sinne berauben, legte sich eine Melodie um den jungen Mann, eine helle Stimme, die freundlich und doch sehnsüchtig in gälischer Sprache sang. Macros Augen öffneten sich schnell, als er sich umsah, um zu sehen, woher dieser Gesang kam. Es war nicht schwer dem leichten Spiel, der weichen Stimme zu folgen, viel zu sehr, war er darauf bedacht, sie nicht mehr aus den Ohren zu verlieren, so leise er sie auch nur hörte, zwischen all dem anderen...Lärm, Lärm der ihn mit einem Mal widerwärtig und gleichgültig vorkam, weil er die Stimme dämpfte und drohte sie zwischen Ausrufen von schmutzigen Fisch- und Sklavenhändlern, Tricksern und Gauklern untergehen zu lassen. Ziemlich unsanft schob sich Macro eilig zwischen ein paar Umstehenden hindurch, sicher, dass er in die richtige Richtung lief. Immer weiter drückte er sich zwischen Römern hindurch, so eng, dass man ihm vermutlich den Geldbeutel abnahm, doch was zählte das schon? Vorsichtig schob er ein Kind zur Seite, tat einige Schritte zwischen zwei Ständen hindurch und schließlich sah er sie. Auf einer kleinen, bescheidenen Bühne, überspannt mit einem großen Sonnensegel stand eine schlanke, junge Frau mit dunklem Haar, das sich leicht an ihren Körper schmiegte, während sie sich sacht zur Melodie ihres Liedes bewegte. Ihr Gesicht war markant, aber unbestreitbar schön geschnitten, aber was wirklich faszinierte, waren ihre Augen, die, zumindest auf den Abstand hin, den Macro nun zu ihr hatte, ungewöhnlich hell aussahen, von dunklen Wimpern umrahmt und einfach so, dass man nicht den Blick abwenden wollte, zumindest galt das für Macro, der nun, ziemlich andächtig und nur sehr langsam näher kam und von hinten an die kleine Menge, die sich um die Bühne gebildet hatte, herantrat, sodass er auch noch, als die junge Frau ihren wunderschönen Gesang beendete, etwas abseits stand. Wie aus einer Trance erwachte er und stand einfach nur da. Wohin hätte er auch gehen sollen, jetzt, wie hätte nur irgendein Wesen jetzt weggehen können, einfach so?

  • Schon während der Flavier sang war Adae bewusst, das es Ärger geben würde. Die Menge war aufgebracht, teilweise entsetzt und wütend. Dem Nubier fiel auf das von irgendwo her Kisten voller vergammeltem Gemüse gebracht wurden und unter den Leuten verteilt wurde. Geflüsterte Worte wurden ausgetaucht, hinterhältiges Kichern erklang und das Gewicht eines faulen Eis geschätzt. Adae hoffte, das Aoide in der Lage war die menge zumindest ein wenig zu besänftigen, sonst konnte es zu ernsthaften Auseinandersetzungen kommen, denen sie nicht gewachsen waren.
    Er sah sich um und suchte nach Soldaten, doch in der großen Menge waren keine zusehen. Er fluchte im Stillen, er sah Soldaten zwar nur ungern, doch jetzt hätte er sie gebrauchen können.
    Die drei germanischen Brüder schoben sich unauffällig vor die Bühne um im Notfall eingreifen zu können, falls es zu Handgreiflichkeiten kommen sollte.


    Aoide selbst erwachte aus einer Art Trance nachdem sie gesungen hatte und spürte die schwere Hand von Adae auf ihrer Schulter. „Wenn es gefährlich wird, dann schnappst du dir Mneme und die anderen Mädchen und flüchtest hinter den Wagen. Wer weiß was hier noch alles passieren würd. Ich hätte nicht gedacht, das dieser Kerl so mies ist!“ raunte er ihr leise ins Ohr. Aoide nickte nur, verneigte sich leicht und trat dann neben den Flavier.


    „Bürger Roms. Frauen, Kinder und Männer. Ihr habt nun Beide Künstler gehört, und es ist nun an euch, für wen ihr euch entscheidet!“ Adae war sich durchaus bewusst, dass die Situation jeden Moment eskalieren konnte und tastete verstohlen nach einem Dolch an seiner Hüfte.
    Der Sklave des Flaviers hatte einen vergeblichen versuch gestartet seinen Herrn zur Vernunft zu bringen, aber da dieser nicht hörte, musste er nun auch mit den Konsequenzen leben, die nun folgen würden.


    "Wer hat gewonnen? Die liebliche und einmalige Aoide! Unser Augenstern und unsere Sanftmut! Oder Aulus Flavius Piso, ein mutiger junger Mann mit einer etwas anderen Stimme!" Adae trat beiseite um den Publikum noch einmal einen Blick auf die Künstler zu geben und um schnell seine Schwestern zur Seite zu eilen, sollte es gefährlich werden. Aber auch der Falvier sah nciht so aus, als könnte er sich selbst verteidigen. Auch musste der im Notfall hinter dem Wagen Schutz suchen.

  • Sedulus hatte Beiden zugehört, mehr oder weniger. Zumindest hatte er bei Piso gleich weggehört das es für sein empfindliches Gehör mehr eine Qual als eine Wohtat war.


    Bei dem Mädel hingegen war es schon ganz was anderes.
    Er verstand zwar nur Bruchstücke des Textes und die Melodie des Liedes hatte auch etwas aber auf alle Fälle konnte sie um einiges besser singen als Psio. Und sie sah auf alle Fälle besser aus als er.


    Somit war für Sedulus klar wer den Wettstreit gewonnen hat.
    Doch hielt er sich vorerst mit seiner Reaktion zurück, schließlich war er ja Senator Roms und nicht der Pöbel der Straßen.

  • Mitten aus der Menge rief einer, gerade als der Nubier die Leute um ihre Meinung gebeten hatte, "Was halten wir vom Flavier? Zeigen wir es ihm!" Und schon flog ein Ei nach dem anderen auf den "singenden" Flavier zu. Die meisten waren gut gezielt, damit die schöne Muse auch ja nichts abbekam. Der Flavier würde sich also ducken müssen, oder weglaufen. Zugleich erscholl ein schallendes Pfeifkonzert und Gelächter, zu den Eiern (von denen nur einige faul waren, man hatte auf die Schnelle nicht mehr besorgen können) kamen auch noch matschige Birnen und Äpfel.


    Labeo saß mit Verus immer noch am Tresen, stand aber für einem Moment auf und warf (er zielte dabei ziemlich genau auf den Kopf des Flaviers - und er hatte ja Übung, das stundenlange Steine ins Meer werfen sollte sich ja auch einmal auszahlen) sein faules Ei in Richtung Bühne.

  • Nachdem der Gesang aufgehoert und der Nubier das Publikum um eine Abstimmung gebeten hatte, konnte Piso es sich nicht verkneifen, vorzutreten.
    "Roemer! Wir leben in gefaehrlichen Zeiten! Barbaren drohen uns zu ueberschwemmen, und unsere Kultur versinkt in Dekadenz, die von Auslaendern hierher gebracht wurde! Nun ist die Stunde, in der wir beweisen koennen, was echter roemischer Patriotismus bedeutet! Wir muessen zusammen..."
    Hier brach seine improvisierte Rede ab, und dies aus sehr gutem Grund.
    Der Grund flog vor Piso herum. In einer fehlerlos berechneten Flugbahn steuerte er auf Piso zu. Dann schlug er auf seiner Brust ein. Es war ein fauler Apfel.
    Und ein fauler Apfel kommt selten allein. Gebannt, starr blickte Piso auf den Regen von Geschossen, die auf ihn zuflogen, wie ein Pfeilhagel auf einen Soldaten.
    Eier, Obst und sogar morsche Holzstuecke.
    Krachend schlugen dieses Geschosse auf Piso und seine Umwelt ein. Bevor er zuruecktreten konnte oder von Cassivellaunus nach hinten gezerrt werden konnte, war er schon eingedeckt mit stinkenden Erzeugnissen der Natur. Von diesen ganzen Geschossen getroffen, stolperte Piso zurueck, ganz gemaess den brutalen Gesetzen der Physik, doch er fiel nicht um.
    Er schnappte nach Luft, weil ihn einige unreife Aepfel zur selben Zeit am Zwerchfell getroffen hatten. Doch genau in diesem Moment kam ein Ei auf ihn zugeflogen, abgefeurt von jenem Seesoldaten weiter hinten.
    Es landete genau in seinem offenen Mund und zersprang dort.
    Piso wuergte und spuckte aus, was darin resultierte, dass er fuer einen Moment unkonzentriert war und das Holzstueck, dass ein erboster Haendler auf ihn schmiss, nicht sah.
    Es landete auf seinem Kopf. Es gab ein ungesundes Geraeusch und Piso ging zu Boden, wie auch das Holzstueck, dass neben ihm auf das Parkett fiel.
    Nur gut, dass Cassivellaunus schnell handelte, sonst haette das ganze noch viel uebler enden koennen. Er packte seinen Herrn am Kragen und zerrte ihn weg, hinter einen Verbau. Dabei wurde auch der arme, komplett unschuldige Sklave mit der seltsamen Nase von einigen faulen Eiern getroffen.
    Als Cassivellaunus fertig war, schien es, als ob Piso wieder zu sich kaeme. Er schlug die Augen auf und sah das vertraute Gesicht seines Sklaven vor sich. Er sah nur noch Sterne.
    Dann drehte er sich zur Seite und suchte die Reste des Eis auszuspucken, ein Versuch, der von Hustenkraempfen unterbrochen war.
    Cassivellaunus blickte ihn streng an, wie eine Amme einen Burschen, der etwas ausgefressen hatte. "Jetzt siehst du, was deine ach so tollen Roemer mit dir getan haben." Er war nicht sehr zufrieden damit, was sein Herr getan hatte, doch auch auf die unnoetig brutale Menge war er erbost.

  • Aus einer verzückten Menge wurde eine wilde Bestie die mit Schmährufen und verdorbenen Lebensmitteln nur um sich warf. Es war ein gewaltiger Fehler gewesen, dass der Flavier auch noch eine rede halten wollte und war der Tropfen, der das Wasser zum überlaufen brachte. Adae schob sich vor seine Mädchen, während Mneme und Aoide sich geschickt duckten um nicht von einem verwirrten Gemüse getroffen zu werden.
    Mnem zupfte kurz an der Kleidung von Aoide und flüsterte dieser einige Worte mit frechem Grinsen ins Ohr. Aoide nickte nur, winkte einer weiteren Schwester zu und dann tauchten die drei Musen in der Menge unter und verschwanden für einen kurzen Moment in dem bunten Wagen.


    Adea hingegen und die drei germanischen Brüder hatten ebenfalls die Bühne geräumt und grinsten sich zu. Fast konnte einem der Flavier leid tun, aber er hatte sich nun einmal selbst das ganze Theater eingebrockt.


    Aoide und ihre beiden Schwestern drängten sich in der Zwischenzeit durch die Menge, sie hatten Tonkrüge in den Armen und liefen nun zielstrebig auf den Brunnen zu, lächelten dem dort sitzenden Publikum zu und füllten die Behältnisse. Das Ziel war, dem armen Falvier anschließend, nach dem der Pöbel den Spaß daran verloren hatte mit fauligem Obst um sich zu werfen, eine Dusche mit kaltem Wasser zu verpassen, damit dieser wieder zur Besinnung kam.


    Als Piso jedoch unglücklich am Kopf getroffen wurde, entschloss sich Adae einzugreifen und das Ganze zu beenden. Es war nur solange ein Spaß, solang niemand zu Schaden kam.
    „Liebe Leute beruhigt euch!“ donnerte er. Der Regen der Geschosse wurde etwas weniger, versiegte aber noch nicht. „Es reicht!“ brüllte er nun und das genügte um die Menge zumindest zu beruhigen.


    Aoide und Menme waren bereits neben Piso und seinem Sklaven und leerten ihre Krüge gekonnt über den armen glücklosen Barden. Das Bad sollte nciht nur dafür sorgen, dass der Gestank verschwand, sondern auch, das der Mann zur Vernunft kam und sich nie wieder auf eine öffentliche Bühne stellte.
    „Bist du wohlauf?“ fragte Aoide besorgt und suchte nach äußerlichen Verletzungen. Mneme war derweil wieder verschwunden und kam mit einem Becher Wein zurück, den sie Piso hinhielt.
    "Die Menge ist immer unberechenbar... in Zukunft solltest du es dir genau überlegen, ob du noch einmal dich auf eine Bühne stellst!" belehrte Aoide ihn leise. Sie machte ihm zwar keinen Vorwurf, doch die Erinnerung an sein Verhalten, war deutlich. Seine Tunika war verschmutzt und er schien eine gewaltige Beule zu bekommen.

  • Alles war verschwommen. Was war das? Wer war das? Ach ja. Cassivellaunus. War er zuhause? Was sagte er? Welche Buehne?
    Langsam kehrte sein Gedaechtnis zurueck. Genau, da war doch was gewesen. Oder doch nicht? Hm, vielleicht doch. Was war mit der Lyra? Da war doch eine gerade gewesen!
    Uiuiui, wie sein Schaedel wehtat! Das war gar nicht gut. Er griff mit seinen Haenden an den Schaedel. Er versuchte es zumindest.
    Dieses noble Unternehmen, das vielleicht doch nicht in die Geschichtsanalen eingehen wird, wurde jaeh vom einem Schwall von Wasser unterbrochen. Es war eises kalt. Piso fuhr mit einem quaekenden Laut, der entfernt an seinen Gesang grade eben erinnerte, auf.
    Tief atmete er ein und aus und blickte an sich hinunter. Er war nass. Und er stank noch immer, wenn auch nicht mehr so arg wie nach dem Beschuss.
    "Ich haette es wissen muessen... Poebel...", murmelte er ganz leise vor sich hin, als ihn jemand ansprach. Es war Aoide.
    Nochmals hustete er und barchte, den Goettern sei es gedankt, den letzten Rest von Ei wieder heraus.
    "Danke... es geht.", meinte er und rieb sich am Kopf. "Alles ist so verschwommen. Irgendwas ist passiert... was war es?" Er blickte komplett konfus drein. "Da war doch etwas..." Er schuettelte verwirrt den Kopf. "So eine Kacke..."
    Die Kopfschmerzen waren noch immer noch vorueber. Er konnte ja kaum klar denken. Was war passiert? Da war was mit einer Lyra. Und dann... Eier. So viele Eier.
    Er blickte kurz herum und blickte auf die Buehne. Sie war komplett verschmiert mit verfaultem Essen. "Ich haette es wissen muessen...", wiederholte er. "Es tut mir Leid...", fuegte er zerknirscht hinzu.

  • Aoide verspürte einen Funken Mitleid mit dem armen Tropf. Er hielt sich selbst für den besten Sänger der Welt, doch hatte er keinerlei Talent. Sie selbst konnte es sich nicht vorstellen, wie es war nicht singen oder musizieren zu können. Solang sie sich erinnern konnte, bestand ihr Leben aus Straßen, Geschichten bunten Wagen und Musik. Auch wenn sie ihre Mutter nicht lange gehabt hatte, so hatte diese ihr die Musik vererbt und die Musik war ein teil ihres Selbst.
    Die Muse nahm Mneme den Becher ab und hielt ihn freundlich lächelnd unter Pisos Nase. „Hier trink… damit dürftest du den schlechten Geschmack loswerden und es dürfte dir besser gehen!“ drängte sie ihn freundlich aber bestimmt, dazu einen Schluck zu trinken.


    „Was tut dir leid?“ fragte Aoide. „Das du versagt hast, oder aber deine völlig unpassenden Worte. Du solltest wissen, Einige von uns sind Römer! Meine Mutter war eine römische Frau! Sie hat mir all ihre Werte weiter gegeben. Was hat dich so an meinem Gesang gestört? Das du den Text nicht verstanden hast?“ hackte sie nach, ein leicht verärgerter Unterton schwang in ihrer sonst so melodiösen Stimme mit. „Was hast du gegen uns??“

  • Verus hatte sein Ei an seinen Nachbarn weitergereicht. Er war nicht der Typ Mensch, der andere Menschen mit Eiern bewarf. Er ließ ihnen ihre Fehler ohne sie dafür zu verurteilen. Es lag nicht in seiner Mentalität jemanden unnötig zu demütigen.


    Natürlich würde er dem Patrazier auch nicht von sich aus helfen, da er momentan recht sicher auf der Bühne schien und ihn keiner töten wollte. Ein wenig Schmach hat jeden Mann von seiner Dekadenz befreit. Doch, wenn die Sache aus dem Ruder laufen würde, würde Verus dazwischen gehen. Er wollte keinen Toten an seinem freien Tag.


    Er trank still einen Schluck und lächelte breit zu Labeo, auch ihn hatte die Vorstellung ein wenig amüsiert. Zumal ihn Aoide für alle Ohrenschmerzen entschädigt hatte mit ihrem wunderschönen Gesang.

  • Seine Kopfschmerzen schienen nicht besser, sondern im Gegenteil immer schlechter zu werden. Dies lag wohl in nicht allzu geringem Ausmass an dem stechenden Blick, mit dem Aoide ihn fixierte.
    Dankbar nahm er den Becher an und trank daraus so hastig, als ob es um sein Leben ginge. "D...danke.", wuergte er hervor. Der schlechte Geschmack war nun ein bisschen besser.
    Er hoerte sich ihre Vorwuerfe an, und seine Kopfschmerzen verstaerkten sich nur noch mehr. "Kann ich nicht sagen, dass es nicht mein Geschmack war?", fragte er am Ende. "Ueber Geschmaecker kann man sich nicht streiten. Es schaut nun so aus, als ob dein Musikgeschmack beim Poebel mehr Anklang findet als meiner."
    Aechzend versuchte er aufzukommen, doch die wiederkehrenden Kopfschmerzen pressten ihn auf den Boden zurueck wie eine Urgewalt.
    "Was mir Leid tut, ist, dass eure Buehne wegen mir so verschmiert ist. Waere ich nicht aufgetreten, haettet ihr eure Ruhe gehabt. Ich haette wissen muessen, das mein Musikgeschmack... nicht ganz den Zahn der Zeit trifft. Ich wollte meinen Landsleuten beweisen, was echtes roemisches Liedesgut hergeben kann... nun ja, das scheint mir nicht recht gelungen zu sein."
    Er wischte sich ein paar Ueberbleibsel von Ei von seiner Tunika. "Es geht nicht darum, ob du Roemerin bist oder nicht. Es geht mir um die Traditionen und Werte Roms im Allgemeinen." Er hatte keine schlechten Intentionen gehabt. Er wollte nur Rom vor dem Untergang bewahren.
    "Und noch etwas... meine rueden Worte. Ich war nicht sehr hoeflich. Ich muss mich dafuer entschuldigen. Ich habe es nicht so gemeint.", fuegte er noch kleinlaut hinzu.

  • Aoide schnaubte herablassend. Normalerweise hatte sie nichts dagegen, wenn jemanden ihre Lieder nicht gefielen, aber meist verstanden die Leute dann ewtas von Musik und brachten kritik vor, mit der man Arbeit konnte. Sie erhob sich udn blickte auf ihn herab.
    "Ohja... über Musik und Geschmack lässt sich streiten... aber bei den Götter, DU hast keinerlei Talent! Du soltest dir ein anderes Hobby suchen!" fauchte sie wie eine Wildkatze. Es war eigentlich nicht ihre Art so aus der Haut zu fahren.
    "Und was die Bühne angeht: Du kannst es wieder gut machen, in dem du sie schön wieder sauber machst! Und komm ja nciht auf die Idee deinem Sklaven das aufzuhalsen! DU.." ihr Finger landete recht unsaft auf seiner Brust. "Und nur DU bist für diesen Schmutz verantwortlich! Und wenn deine Reue nicht geheuchelt ist, wirst du diese Arbeit mit deinen eigenen Händen erledigen!" Mit hoch erhobenem Haupt drehte sie sich um und Schritt vor zur Menge. Sie konnte aufgeblasene, eingebildete Schnössel nicht ausstehen und Piso schien zur übelsten Sorte zu gehören.


    "So hab ich Aoide lang nicht mehr erlebt!" flüsterte Mneme und sah ihrer älteren Schwester nach und schüttelte den Kopf. "Und ihr habt Unrecht.... wir alle haben unsere Werte und Traditionen und respektieren diese. Außerdem zu Rom gehört eben nicht nur Italia, sondern auch Hispania, Britania und Germania.... und auch dort gibt es werte und Traditionen udn wir versucehn nur eben den Horizont de rmeisten Menschen zu erweitern. Für dich mag dies merkwürdig klingen... aber für uns nicht. Sicher wir kennen viele Lieder die vom Ruhm des römischen Reiches berichten... aber man darf auf keinen Fall vergessen, das es nicht nur Römer gibt!" Mneme erhob sich und seufzte dann leise. "Du bist engstirnig!" sgate sie und folgte dann Aoide.


    Die beiden jungen Frauen traten neben den großen Nubier. "Liebe Leute, wünscht ihr noch ein Lied zu hören?" richtete er sich an die Menge die begeistert jubelte. Der Römer, der so sehr von sich überzeugt war, war vergessen und sich selbst überlassen.

  • Erstaunt blickte Piso zu Aoide auf. Er konnte verstehen, dass sie sauer war, aber so boese! Das gab es ja nicht.
    Am liebsten waere er jetzt hochgefahren und haette zurueckgebruellt, aber er tat es nicht, er blickte sie nur unglaeubig an, als sie ihn ausschimpfte. Er? kein talent? Er wollte etwas entgegnen.
    Doch dann schien etwas in ihm aufzukommen.
    Was war das?
    Hmm, so ein Gefuehl hatte er noch nie gehabt, wie sollte man das benennen? Piso dachte kurz nach, bis ihm das passendste Wort einfiel. Selbstzweifel.
    War er vielleicht doch nicht so gut, wie er es sich immer gedacht hatte? Das waere ja nicht moeglich. Oder doch. Er blickte zu Cassivellaunus, der ihm einen Blick zuwarf, den Piso nicht zu entschluesseln vermochte. Half denn jetzt niemand mehr zu ihm?
    Das letzte, was ihm Aoide sagte, versetzte seinem Herz einen Stoss. Was? Er selber aufputzen? Wieso? Er wuerde einfach etwas Geld hergeben. Und damit wuerde es gut sein. Cassivellaunus wuerde er das sicher nicht amchen lassen. Er wollte ihn davon abhalten. Er wuerde in Zukunft mehr auf ihn hoeren.
    Anschliessend redete auch die mit den komischen Augen auf ihn ein. Er hoerte ihr zu, ohne eine Reaktion. Er war der Meinung, dass sich die unterworfenen Voelker nach den Roemern zu richten hatten. Nicht umgekehrt.
    Nach ihrer Rede blieb er einfach sitzen und blinzelte zur Decke hin.


    [Blockierte Grafik: http://www.cavernbeatles.com/blog/images/baldrick.jpgCassivellaunus


    Cassivellaunus wischte sich Ueberreste von den Eiern vom Aermel. Normalerweise war er ein ganz ruhiger, geduldiger Mensch. Doch manchmal koennte er seinem Herrn was antun.
    Er blickte auf Aoide und freute sich schon auf die naechste Darbietung. Frueher hatte er auch gerne gesungen. Sicher nicht so schoen wie Aoide, aber auf jeden Fall um Klassen besser als sein Herr.
    Er blickte zur Decke hin, dorthin, wo sein Herr hinblickte, und fing an, vor sich hinzusummen. Es war ein Lied, welches seine Mutter ihm immer vorgesungen hatte, um ihn zum Einschlafen zu bringen.

  • Da es nun ruhiger geworden war und auch im Moment von den Darstellern nichts besonderes zu sehen gab, beschloss Sedulus weiter zu gehen.
    Als er sich erhob und in Richtung Taverne sah, erkannte er ein altbekanntes Gesicht. Es war Decimus Verus.
    Was machte der denn schon wieder in Roma? Er war ja mehr hier als bei der Truppe... 8)


    So beschloss Sedulus seinen Freund auzuduchen und ihm Hallo zu sagen.


    Salve Decimus Verus! Du schon wieder in Rom? Und schon wieder die Hand an einem Becher Wein... :D

  • Addae nickte Aoide zu, als sie nach vorn trat. Diesmal würde es nur ein kurzer Vortrag werden und sie würde sich eine wohlverdiente Pause gönnen, während die übrigen Schausterller das Publikum unterhielten und den Kindern Geschichten aus fernen Ländern erzählten.


    "An diesem wundervollem Tage noch einmal unsere Aoide! Anschließend wird sie sich einen Moment zurück ziehen und sich eine Pause gönnen!" erklärte Adea dem Publikum, das erneut zu Jubeln begann.


    "Unda attingit
    Te et abducit
    Te in profunda
    Sicut es unda"
    sang sie in kurzes Lied über die Sehnsucht nach der Freiheit. Denn oftmals war Verwantwortung wie eine alles überrollende Welle, die mit schwerem Sog einen immer tiefer in den Ozean zerrte, sodass man ertrank und nie wieder gesehen war. Ihre Stimme trug sich wieder weit über den Markt und verzückte das Ohr des geneigten Zuhörers.


    Während Aoide sang trat der Nubier an den Flavier heran: "Wir haben gewonnen! Du schuldest uns etwas!" Fodernd streckte er die Hand aus, wirkte dabei aber noch lange nciht so Böse wie Aoide, sondern eher amüsiert. Schließlich bekam auch ein Schausteller selten einen reichen Mann zu gesicht der mitten im Dreck lag und wohl den Tiefpunkt seiner Karriere erreicht hat. "Sei nicht wütend das du verloren hast... Aoide ist wahrlich von den Göttern gesegnet, selbst ihre Mutter hatte keine solche Stimme!" versuchte er Piso aufzumuntern. Hinter seinem Rücken tauchte wieder Mneme auf und lächelte schief.
    "Du hast dich dennoch gut geschlagen, bleib doch bei uns und leiste uns ein wenig Gesselschaft! Sei heute Abend unser Gast!" lud er freundlich den Patrizier ein.
    "Aber erst nachdem er die Bühne geschrubbt hat!" kicherte Mneme hinter seinem Rücken. Verdutzt blickte der riesige Nubier auf das Mädchen herab. "Aoide hat das gesagt!" fügte sie erklärend hinzu und rannte dann kichernd davon. Sie fand dies äußerst amüsant. Adae zuckte nur mit den Schultern.

  • Zitat

    Original von Quintus Germanicus Sedulus
    Da es nun ruhiger geworden war und auch im Moment von den Darstellern nichts besonderes zu sehen gab, beschloss Sedulus weiter zu gehen.
    Als er sich erhob und in Richtung Taverne sah, erkannte er ein altbekanntes Gesicht. Es war Decimus Verus.
    Was machte der denn schon wieder in Roma? Er war ja mehr hier als bei der Truppe... 8)


    So beschloss Sedulus seinen Freund auzuduchen und ihm Hallo zu sagen.


    Salve Decimus Verus! Du schon wieder in Rom? Und schon wieder die Hand an einem Becher Wein... :D


    Verus schaute freudig auf. War das gerade Sedi? - Ja, sein alter Kumpane war auch hier. Jetzt konnte die Festivität beginnen. :D


    "Salve, Sedulus!"


    Verus sprang auf und begrüßte seinen alten Freund, den er schon fast eine Dekade kannte.


    "Ich bin immer in Rom, mein Flottendienst ist nur vorgeschoben, um eine Steuererleichterung zu erhalten. Der Wein ist ja sowieso obligatorisch, das weißt du ja," scherzte er. :]


    Da kam gerade der Wirt um die Ecke und so winkte ihn Verus zu sich.


    "Bring' uns den besten Wein, in der größten Karaffe, die du findest." - bestellte Verus freudig.


    "Darf ich dir meinen Optio und Freund vorstellen: Iulius Labeo." - Verus deutete auf den kleinen Römer, der gerade das Ei geworfen hatte.

  • Piso sass noch immer am Boden herum, wie einen Boxer, den man ohnmaechtig geschlagen hatte. Er hatte sich an die Wand angelehnt und blickte noch immer ins Leere. Er vernahm Aoides Gesang gar nicht mehr.
    Ploetzlich schrak er auf. Wer war das? Es war der Nubier, der ihn angrinste und die Hand reichte. Piso schuettelte den Kopf, ganz langsam und traurig. "Haette ich mich gut geschlagen, haette mir niemand Eier an den Kopf geworfen. Es ist einfach so, dass mein Musikgeschmack mit niemanden uebereinstimmen will. Es ist einfach so." Er blickte vom Nubier weg, zum Parkettboden. Er hatte vor der Auffuehrung seine Toga ausgezogen, was gut war, denn nun war diese wenigstens nicht verschmiert. Er zog den Kragen seiner Tunika leicht runter und riss sich die Kette herunter. Nochmals betrachtete er sie. Dann drueckte er sie wortlos dem Nubier in die Hand.
    "Ich bin nicht wuetend.", versicherte Piso ihm und blickte ihn mit einem Blick an, der irgendwie muede aussah. "Wem sollte ich wuetend sein? Ich habe es versaut. Damit muss man leben." Piso versuchte, das ganze von sich wegzuschieben, was ihm aber ueberhaupt nicht gelingen wollte. Er hatte jetzt die bisher ueberzeugenste Manifestation der Unpopularitaet seiner Lieder erlebt. "Aber trotzdem... danke fuer den Trost.", meinte er.
    Bei Adaes letzten Worten blickte er verwundert auf. "Euer Gast? Ich wuesste nicht, wie ich das verdient haette!", meinte er erstaunt.
    War es wirklich Selbsterkenntnis, das ihn durchzog? Dass er vielleicht doch nicht der beste Musiker seiner Zeit ist? Irgendwie koennte man dies logisch von der Reaktion der Menge herleiten.
    Er blickte wieder zu Boden, die Depression war ihm ins Gesicht geschrieben.


  • Ah so ist das also mit dir.


    Und klopfte Verus lächelnd auf die Schulter.


    Wie es dir geht brauch ich ja nicht fragen, gut wie eh und jeh wie ich sehe. Ja natürlich. Ich kenne dich glaube ich gar nicht ohne. :D


    Dann wandte sich Sedulus an Iulius Labeo um diesen auch zu begrüßen.


    Salve Iulius Labeo, freut mich dich kennen zu lernen. Ich bin Germanicus Sedulus. Verus und ich, wir kennen uns schon ewig.


    Dann wandte er sich wieder an Verus.


    Sag alter Freund, wo haben wir uns kennen gelernt?


    Schließlich war es schon eine Ewigkeit her und Sedulus war in der Zwischenzeit auch schon viel gereist.

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