[Tempel] Die kapitolinischen Trias

  • Runa blickte zu Curiobisher schien alles gut zu laufen. Ein kleines kaum sichtbares Nicken in seine Richtung, dann blickte sie zu den Pontifices und schließlich zu deinem der Discipuli , der ihr zugesagt hatte heute als Opferdiener zu fungieren. Er war Runa auch dankbar, dass sie ihn gefragt hatte, denn schließlich stand auch sein Opfer schon bald bevor.
    Langsamen Schrittes verließ sie nun das Innere des Tempels.
    Die Sonnen blendet sie für einen Augenblick, als sie hinaustrat. Kurz schloss sie die Augen und genoss die wärmenden Strahlen auf ihrer Haut.
    Der sanfte Windhauch trug die Musik die immer noch gespielt wurde über den Platz.


    Mit sicheren Schritten ging sie nun ohne Umweg auf den Opferaltar zu, wo der Opferschlächter wartete.
    Der Lammbock zum Altar geführt, von seinem Schmuck befreit und an den wartenden Opferschlächter übergeben.


    Ein weiterer Discipuli trat nach vorn und es schallte ein
    Favete linguis!


    über den Platz, ließ die Musik und alle Anwesenden verstummten.
    Das Opfertier wurde nun von Runa mit Mola Salsa besprengt.
    Sie ließ sich von Curio ein Opfermesser reichen.


    Sanft strich sie mit eben jenem üben den Rücken des Tieres, danach gab sie es an den Schlächter weiter.


    Nun nahm Runa wieder die Gebetshaltung ein, die Hände nach vorne ausgestreckt mit den Handflächen nach oben.


    "Oh Iuppiter Optimus Maximus, wo du dich auch gerade befindest, was du auch gerade tust, höre mich an und empfange diese Gaben. Ich stehe hier ehrfürchtig vor dir, um dir dein Opfer darzubringen, wie es dir zusteht.


    Sieh nun diesen reinen und makellosen weißen Lammbock, den ich selbst für dich ausgesucht habe. Er soll mein Opfer an dich sein.


    Iuppiter Optimus Maximus, Vater der Götter, Herrscher des Himmels. Du hast mir den Weg gewiesen, deshalb seist du geehrt durch diese Gabe, wie es Dir zusteht. Iuppiter, ich bitte Dich, dass du mir weiterhin wohlgesonnen und gnädig bist.
    Weise mir den Weg für alle Zeit, und lass mich in deine Dienste treten .


    Ich bitte dich Iuppiter, schenke mir weiterhin Deine Gunst und Deinen Segen. Ich werde als Aeditua für deinen Tempel sorgen. Und dir weitere Opfer darbringen, wenn du diesen Bitten nachkommst. “


    Nun wand sich Runa wieder nach rechts ab, und genönnte sich einen Moment des Innehaltens.
    Sie blickte zu ihrem Vater zu Curio und dann zum Opferschlächter, der bereit war.


    Der Lammbock war scheinbar mit sich und der Welt im reinen, er wartet lammfromm, wie man es von einem Opfertier erwartete und ließ sich nichts aus der Ruhe bringen.


    Nun griff sich der Schlächter routiniert das Tier und schaute zu Runa.


    Agone?


    fragte er laut und deutlich. Ohne zu zögern antwortete Runa ihm.


    Age!


    Ein geübter Schnitt, ein leises Entweichen der Luft aus der Kehle des Tieres und schon waren die Opferhelfer da und fingen mit Paterae das Blut des Tieres auf.


    Der Schlächter nahm das Tier mit sicheren geübten Handgriffen aus und legte die Innereien in eine Patera.
    Diese reichte er Runa, die ihrerseits nun zu den Pontifices trat, um die Eingeweideschau vorzunehmen.

  • Der Göttervater war im Allgemeinen viel beschäftigt und gefragt, so dass er seine Aufmerksamkeit für verschiedene Opfer und Anliegen durchaus ein wenig einteilen musste und nicht allen gleich viel Aufmerksamkeit schenken konnte. Zwar bedeutete das nicht, dass er nicht auf eine göttliche Art und Weise bei jedem Opfer dabei war, egal zu welcher Zeit und an welchem Ort er dargebracht wurde, aber andererseits erwarteten wohl tausende römische Hausherren beim morgentlichen Opfer am Hausaltar gar nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie es ein Magistrat bei einem Staatsopfer tat. Aber neben solchen Angelegenheiten gab es dann auch wieder welche, die der Göttervater besonders gerne beobachtete und eine solche hatte er heute entdeckt. Eine junge Frau hatte sich von ihm leiten lassen, hatte ihre Zeit als Discipula bestanden und gelobte nun, als Aeditua für seinen Tempel sorgen zu wollen. Da war das göttliche Wohlwollen geradezu in der Luft zu greifen, während die Eingeweide betrachtet wurden und der Göttervater sich schon auf einen weiteren gut gepflegten Tempel freute.

  • Auch das Hauptopfer absolvierte Silvana, wie Curio meinte, nach allen Regeln der Kunst. Die rituellen Handlung waren vollständig, ihre Stimme fest und ohne den Anschein eines Zweifels und auch das Age! kam ohne Verzögerung. Alles, was danach passierte, war von den Tempeldienern und Opferhelfern so oft schon gemacht worden, dass die Routine den Rest des Opfers übernahm. Jeder Opferhelfer kannte seinen Weg, die Entfernung der Vitalia funktionierte vorbildlich und als Silvana schließlich mit der Leber des Opfertieres, die in einer Patera lag zu den Pontifices, wo auch Curio stand. Als sie zu ihnen trat, nahm er ihr die Patera ab, hielt sie so, dass sie sie untersuchen konnte und die Pontifices gleichzeitig die Untersuchung beobachten konnten und blickte sie dann erwartungsvoll an.

  • Bange Momente des Wartens, die Runa wie eine Ewigkeit vorkamen. Sie zwang sich selbst zur Ruhe und übte sich in Geduld – auch wenn das nicht gerade eine ihrer Stärken war. Dann fing sie Curios Blick auf und faste sich ein Herz begann die Eingeweideschau.


    "Alle Vitalia vorhanden sind."


    Sagte sie schließlich mit fester Stimme. Ja sie war sich sicher. Nun atmete sie noch einmal tief durch und tat das was sie bei dem Haruspex gelernt hatte. Sie griff in die Vitalia hinein und prüfte mit aller Sorgfalt von allen Seiten die Organe. Auch hier kam sie zu dem Ergebnis, das Iuppiter das Opfer angenommen hatte. Sie blickte zum Haruspex, mit dem sie so viele Stunden verbracht hatte, dieser prüfte natürlich auch nochmal genau.
    Während er das tat, reinigte Runa sich gründlich ihre Hände.
    Mit einem freundlichen Lächeln nickte er ihr zu und bestätigte ihr Ergebnis.


    „Ich kann keine Fehlbildung erkennen. Iuppiter hat dein Opfer angenommen.“


    Runa atmete erleichtert auf, die Anspannung fiel von ihr ab. Ein kurzer Blick nach oben und ein stiller Danke an Iuppiter, dann sprach sie deutlich vernehmbar das für die so erlösende


    Litatio!
    Gerade hatte sie zu ende gesprochen, als der Schrei eines Adler ertönte, der über dem Tempel kreiste und sich nun einer Spirale ähnlich in die Lüfte gen Himmel erhob.
    Sie blickte dem Vogel für einen Moment versonnen nach...

  • Curio konnte die Leber nicht selbst untersuchen, da er ja die Patera mit beiden Händen hielt. Doch konnte auch er keine auffälligen Fehlbildungen erkennen, aber auch, für ihn doch etwas überraschend, keine eindeutigen Zeichen für ihre Zukunft. Er selbst hatte ja bei seinem Einführungsopfer eine kleine, aber nicht mit sicherheit nicht unwesentliche Voraussage gemacht. Wahrscheinlich war der Größte und Beste aber auch einfach zu beschäftigt, um diese Leistung auch noch zu vollbringen. So wartete er, bis der Haruspex sein Einverständnis gab, und gab die Patera an einen Opferdiener weiter. Grade, als Curio nun wieder die Hände frei hatte, hörte man nun das Kreischen eines Adlers, der wohl die ganze Zeit über ihnen geflogen war und nun auf sich aufmerksam machte. Mit schnellen Bewegungen hob er sich nun nach oben und vollzog einen eleganten Spiralflug. Curio blickte dem Vogel einen Augenblick nach, ließ seinen Blick wieder sinken und nickte Silvana zufrieden zu. Sie hatte es geschafft. Sein Herz vollzog einen Freudensprung, was man lediglich an dem Schmunzeln erkennen konnte, das sich in seinem Gesicht zeigte, bevor er sich schließlich den Pontifices zuwandte. Wie wohl deren Urteil ausfallen würde?

  • Sowohl der alte Greis als auch Runas Vater, der trotz des selben Blutes diese Prüfung mit abnahm, verfolgten mit Argus Augen die gesamte Prozedur. Während Phelan seine Arme hinter dem Rücken verschränkte und gespannt seine Tochter dabei beobachtete, wie sie die einzelnen Handgriffe vollzog und ihr Gebet sprach, verschränkte Fullo seine Arme vor dem Bauch und kniff die ganze Zeit seine Augen zusammen. Den Göttern sei Dank ließ sich Runa davon nicht beirren und führte souverän das Voropfer aus.
    Auf dem Weg nach draußen wollte der duccische Pontifex eigentlich seiner Tochter bekräftigend zulächeln, aber jene war so in ihrem Element, dass sich ihre Blicke nicht trafen.
    Ihr Vater staunte nicht schlecht, mit welcher Sorgfalt sie das Messer über den Rücken des Opfertieres führte und mit welcher Stimmkraft sie die Floskeln sprach. Der Ranier schien mit zunehmender Gewissheit, dass das Tier bald in seinem Magen sein würde, immer entspannter zu werden.


    Während der Eingeweideschau, bei der alle Beteiligten um die Patera herum standen, wurde Runas Vater doch etwas nervös. Er erinnerte sich an seine Ausbildung, wo ihm Aurelius Orestes stets angemahnt hatte, auch die Unterseite der Innereien zu begutachten, da sich dort oft Abszesse versteckten. Diese Nervosität verflog aber wie im Fluge. Runa führte auch diesen letzten finalen Schritt vor dem offiziellen Ende der Opferzeremonie mit Bravour aus.
    Als schließlich das ersehnte "Litatio!" erklang, schloss Phelan kurz seine Augen und atmete einmal tief ein und lange aus. Er hatte es geschafft. Seine mittlerweile so erwachsene Tochter würde, sofern der Ranier keine Anstalten machte, vollwertige Aeditua im Cultus Deorum sein. Zufrieden öffnete er die Augen und lächelte seiner Tochter zu, die er zu diesem Zeitpunkt noch nicht in die Arme schließen konnte.


    Als sowohl die discipula als auch ihr Lehrer an die Pontifices herantraten, während die Opferdiener die Spotula vorbereiteten, ließ der duccische Pontifex seinem Amtskollegen mit einer Handbewegung den Vorrang.
    Dieser schaute zwischen Runa und Curio mehrmals mit immer noch relativ zusammengekniffenen Augen hin und her, bevor er schließlich seine Augen öffnete und kurz und knapp äußerte: "Das war.. gut. Sehr sehr gut. Etwas jugendlich aber dennoch würdevoll. Ich nehme an, der Vater stimmt mir zu, dass diese discipula nun zur Aeditua werden kann?"
    Keinesfalls überrascht aber zufrieden über die Aussage seines Amtskollegen nickte er bestätigend und lobte sowohl seine Tochter als auch ihren Ausbilder. "Es freut mich zu sehen, dass Helvetius Eifer und Pflichtbewusstsein auf Silvana abgefärbt sind. Ein wirklich schönes Opfer." Am liebsten hätte er seinen Spross jetzt in die Arme geschlossen, aber der offizielle Akt war noch nicht vorbei.
    "Jajaja.. deine Entscheidung, den jungen Helvetius mit der Ausbildung zu beauftragen, hat sich wohl als gut erwiesen. Fein fein, schön schön." dann ging Fullo einen auffordernden Schritt auf die frisch gebackene Aeditua zu. "Nun? Hm?" was er beabsichtigte lag auf der Hand.. bzw. momentan noch auf dem Altar.

  • Natürlich bekam der Alte was er verlangte war ihn nun wohl dann schlussendlich doch noch fröhlich stimmte, denn zumindest erschien so was wie ein Lächeln auf seinem Gesicht.


    Und nun da es ja offiziell war und die Zustimmung der Pontifices vorlag hielt Runa auch nichts mehr. Nun war ihr Vater auch wieder ihr Vater und nicht mehr der Potifex, der über ihre Aufnahme entschied.
    Sie folg also in die Arme ihres Vaters und ja es flossen sogar ein paar Tränen vor Freude. „Ich hab es wirklich geschafft? Ja?“ fast noch etwas ungläubig aber dennoch lächelnd fragte sie ihn da, als sie in seinen Armen liegend zu ihm aufblickte. Ja sie hatte das zum größten Teil getan, weil sie wollte, dass er stolz auf sie war . Und nun hoffte sie genau diesen väterlichen Stolz in seinen Augen zu sehen.

  • Kurz nachdem die offiziellen Dinge erledigt waren und sich der Ranier hungrig verabschiedet hatte, um seinen Anteil am Opferfleisch zu verspeisen, viel Runa ihrem Vater um den Hals. Dieser erwiderte die Umarmung, drückte sie fest an sich, und gratulierte ihr "Ja du hast es geschafft! Ich gratuliere dir von Herzen." auf germanischer Sprache flüsterte er ihr ins Ohr "Ein Vater könnte nicht stolzer auf seine Tochter sein, du machst mich sehr glücklich."
    Dann ließ er sie aus der langen Umarmung und schritt auf Curio zu, dem er seine rechte Hand entgegenstreckte und seine linke Hand auf dessen Schulter legte. "Ich danke dir, Helvetius. Ich erntete von meinen Amtskollegen viel Kritik, dass ich dich Livianus Pythermon vorzog, aber ihre Kritik hat sich mit dem heutigen Tage als unberechtigt erwiesen."


    Dann entschuldigte er sich bei beiden "Entschuldigt mich, ich habe für heute Abend noch einige Dinge zu erledigen." Dass es für Runa eine Überraschung geben würde, wollte er noch nicht verraten. Jetzt musste er sich erstmal genau um diese Überraschung kümmern. Er wusste, dass Runa und Curio noch hier am Tempel bleiben würden, um die Ministri dabei zu beäugen, dass sie alles säuberten und für Ordnung sorgten.


    "Wir sehen uns später am Abend, Valete."

  • Mit einem milden Lächeln, das er sich mittlerweile von seinem eigenen Lehrer Livianus abgeschaut hatte, beobachtete er die herzliche Umarmung von Vater und Tochter. Dabei hielt er sich selbst in gebotenen Abstand und blickte nach den Ministri, ob sie auch ihre zugewiesenen Aufgaben erledigten. Sehr gerne hätte auch er sich eine Umarmung von Silvana abgeholt, doch lag das, wie immer, abseits alles Möglichen. Stattdessen hielt er sich zurück und schaltete sich erst dann wieder ein, als sich sein Patron aus der Umarmung löste und nun auch wieder Curio miteinbezog. Auch er reichte Verus die Hand und nahm die Hand auf seiner Schulter als als großes Lob mit einem bescheidenen Nicken zu Kenntnis. Die Worte darauf überraschten ihn zwar etwas, da sich Curio dunkel daran erinnern konnte, dass der Duccier bei ihrem ersten Gespräch noch davon gesprochen hatte, das Einverständnis der Pontifices eingeholt zu haben. Wohl eine kleine Unaufrichtigkeit, um Curio die Entscheidung zur Übernahme dieser Aufgabe zu erleichtern.


    Dennoch sagte Curio nichts, denn im Endeffekt hatte es dazu geführt, dass alle davon profitierten. Der Cultus hatte eine neue engagierte Aeditua, Verus hatte seine Tochter im Cultus untergebracht, Silvana hatte ihre Prüfung bestanden und durfte sich nun Aeditua des Iuppiter nennen und Curio schließlich hatte gezeigt, dass er trotz seiner jungen Jahre und seiner Unerfahrenheit einen Schüler zu einer guten Prüfung führen konnte. Dass sich daraus direkt beim ersten Mal auch noch eine Liebebeziehung entwickelt hatte, war, formal gesehen, ein unangenehmer Nebeneffekt, den er allerdings mit Sicherheit nicht breitzutreten gedachte. Viel mehr galt es, ihn in diesem einen Fall solange zu verschleiern, bis eine Beziehung auch gesellschaftlich anerkannt werden könnte.


    Ich muss dir nochmal für dein Vertrauen und diese Chance danken, Patron. Jedenfalls darf sich der Cultus heute über eine fleißige neue Aeditua freuen.


    erneut sendete er ein mildes Lächeln in Richtung seiner nunmehr ehemaligen Schülerin und nickte seinem Patron schließlich zum Abschied zu, als dieser den Tempel verließ.

  • Runa wurde bestimmt mindestens eine Handbreit größer, als ihr Vater ihr erklärte wie stolz er auf sie war. Ja das und ganz besonders das war ihr wichtig. Sie wollte das er stolz auf sie ist. Auch wenn er es nicht zugab aber es wurmte ihn bestimmt, das er „nur“ eine Tochter hatte. Und so war Runa schon immer bestrebt gewesen, ihrem Vater besonders zu gefallen und ihn stolz zu machen. Und seine Worte und der Glanz in seinen Augen, waren genau das wofür Runa sich so angestrengt hatte.
    „Bis später.“ winkte sie ihm noch freudig hinter her.
    Nun standen sie hier also allein. Runa sah Curio an. „Geschafft!“ Sie lächelte. „Das war der erste wichtige Schritt von vielen, aber auch die werden wir meistern.“ Sie reichte ihm die Hand, für all die anderen musste es so aussehen, das die Schülerin dem Lehrer dankte, denn niemand konnte das sanfte streicheln sehen, welches Runa mit ihren Fingen auf Curios Handrücken vollführte. „Wir schaffen es gemeinsam.“

  • Als Verus nicht mehr zu sehen war, trat Silvana auf Curio zu. In ihren Augen war ein Glänzen zu sehen, dass er bislang nur sehr, selten bei ihr gesehen hatte. Ob er ihre Augen auch einmal so zum Glänzen bringen könnte, lag leider noch im Dunklen. Doch als sie ihm die Hand reichte, war es keine Frage, dass er sie ergreifen und sanft drücken würde. Das kleine Streicheln ihrer Finger entging ihm dabei natürlich nicht, war es doch eine der kleinen Dinge, die sie als Zeichen ihrer Zuneigung auch in der Öffentlichkeit austauschen konnten.


    Herzlichen Glückwunsch! Du warst super und hast eine sehr gute Figur gemacht. Und ja, wir werden auch die anderen Schritte gemeinsam schaffen. Wir müssen nur zusammenhalten.


    Ohne eine gesellschaftliche Ungehörigkeit zu begehen, konnte er nach ihrem gelungen Opfer sogar seine zweite Hand dazunehmen und ihre darin einhüllen. Allerdings ging das nur für einen kurzen Augenblick, denn ihr Händedruck dauerte ohnehin schon etwas länger, als ein neutrales Händeschütteln. So löste er ihn nun auch, nicht ohne ihr nochmal ein herzliches Lächeln zu schenken. Dennoch wusste auch er, dass es noch zahlreiche Hürden gäbe: Die Beendigung seiner Amtszeit ohne große Schnitzer, die Aufnahme in den Ordo decurionum und immer und immer wieder die Verschleierung ihrer Beziehung vor der Öffentlichkeit, wozu leider auch ihre Familie und der weitaus größte Teil seiner Familie gehörte.


    Abschließend seufzte er leise, denn das ganze Verheimlichen konnte schon extrem anstrengend sein. Grade in solchen Situationen, in denen er sie am liebsten in den Arm genommen und ihr einen Gratulationskuss gegeben hätte... Stattdessen zwinkerte er ihr gutgelaunt zu.


    Vielleicht möchtest du ja jetzt schon deine neue Rolle einnehmen und den Discipuli bei Aufräumen auf die Finger schauen?

  • Caius Iulianus Acco


    führte Alpina in das Kapitol, wo zur linken des größten und besten Iuppiter die Statue der Königin Iuno stand. Daneben fanden sich einige kleine Seitenaltare, darunter auch einer für jene Personifikationen der Iuno, die für die Geburt zuständig waren. So standen dort unter anderem Stautetten der Iuno Lucina im typischen Gewand einer werdenden Mutter und der Iuno Candelifera mit einer Kerze in der Hand.


    Nun, es geht also um die Segnung der Körperbinde und der Kerze. Am besten sprichst du selbst zwei kleine Gebete zu Lucina und Candelifera und dann können wir die Segnung vornehmen.


    Mit einem freundlichen Lächeln deutete er auf die Stautetten. Fals sie weitere Hilfe brauchte, würde er natürlich auch noch bei den folgenden Dingen assistieren.






    IHC

  • Nach der üblichen Waschung folgte Alpina dem Priester in den Tempel. Sie war noch nie zuvor im Kapitolstempel Mogontiacums gewesen. Ehrfürchtig betrachtete sie die Statuen der Iuno Lucina und der Iuno Candelifera. Die Aufforderung selbst die Gebete zu sprechen beantwortete Alpina mit einem Nicken.


    Sie versenkte sich in die Betrachtung der Iuno Lucina und hob die Arme mit den nach oben geöffneten Handflächen. Vor sich hatte sie die Körperbinde gelegt. Mit fester Stimme begann sie zu beten.


    "Oh Iuno Lucina, Gebieterin über die Geburt, die du entscheidest ob die Fackel mit dem Lebenslicht meines Kindes gehoben oder gesenkt wird. Ich bitte dich, auch im Namen des Vaters dieses Kindes, gewähre mir eine leichte Geburt! Aus tiefster Seele bitte ich dich um deinen Segen für diese Körperbinde. Dafür habe ich dir und der Iuno Candlifera einen Kranz wichtiger Geburtskräuter mitgebracht. Solltest du mir meinen Wunsch gewähren und dem in meinem Bauch wachsenden Kind das Leben schenken, so werde ich dir nach der Zeit der Unreinheit erneut ein Opfer bringen."


    Alpina fixierte die schöne Statue der Geburtsgöttin. Inbrünstig hoffte sie auf die Gnade der Göttin, die starr in die Ferne zu blicken schien. Dann drehte sie sich zu der Statue der Iuno Candelifera. Sie stellte die Kerze vor sich hin und hob erneut die Arme zum Gebet.


    "Oh Iuno Candelifera, die du meinem Kind den Weg in diese Welt leuchten sollst. Ich bitte dich darum mit hellem Schein dem Kind von Corvinus und mir ins Leben zu leuchten. Hierfür habe ich diese Kerze mitgebracht. Segne sie für uns, dann werde ich auch dir nach dem Kranz, den ich heute mitgebracht habe noch ein weiteres Opfer nach der Reinigung darbringen."


    Sie wandte sich nach rechts um und sah vorsichtig zu dem Priester hin, ob sie alles richtig gemacht hatte.

  • Caius Iulianus Acco


    Acco war offenbar schon zu lange in diesem Beruf, denn manche Dinge, nahm er einfach als gegeben oder bekannt hin. Da musste er jetzt aber mal wieder lernen, dass es eben nicht immer selbstverständlich war. Mit einem Schnippsen, rief er einen Tempeldiener herbei, der die Handwaschschale, Weihrauch und ein Tuch herbeibrachte. Glücklicherweise konnte man ja bei unblutigen Opfern nicht viel falsch machen und das Opfer beliebig oft wiederholen.


    Oh, ähm, verzeih, natürlich musst du dich vor dem Opfer noch rituell reinigen und etwas Weihrauch opfern, damit die Göttin auf dein Gebet aufmerksam wird. Das ist aber kein Problem. Wir machen noch schnell den Vorlauf und wiederholen dann das Opfer.


    Das ging hier definitiv auf seine Kappe. Aber wie gesagt: Das Opfer konnte ja einfach wiederholt werden und Iuno hatte sie bestimmt auch gar nicht gehört. Zumindest noch nicht. So reichte der Tempeldiener Alpina zuerst die Handwaschschüssel und ein Tuch, mit dem sie sich den Kopf bedecken konnte und hielt ihr danach die Schale mit Weihrauch hin, vom dem sie nun etwas in das Kohlebecken rieseln lassen sollte.


    Sim-Off:

    Entschuldige bitte meine Verplantheit. Da hätte ich dich besser anleiten müssen. :(






    IHC

  • Entsetzt nahm Alpina wahr, dass sie sehr wohl gleich mehrere Fehler gemacht hatte. Sie hatte ihr Haupt nicht bedeckt und die Weihrauchspende vergessen. Ihr Herz sank. Hoffentlich war das kein schlechtes Omen! Sie betete inständig, dass die Geburtsgöttinnen ihr den Affront verziehen.


    Also vollzog sie die Handwaschung, legte sich das Tuch über und bediente sich beim Weihrauch. Bald stieg der duftende Qualm auf.
    Mit einem Seitenblick auf den Priester begann sie ihre Gebete zu wiederholen. An Iuno Lucina gewandt sprach sie:


    "Oh Iuno Lucina, Gebieterin über die Geburt, die du entscheidest ob die Fackel mit dem Lebenslicht meines Kindes gehoben oder gesenkt wird. Ich bitte dich, auch im Namen des Vaters dieses Kindes, gewähre mir eine leichte Geburt! Aus tiefster Seele bitte ich dich um deinen Segen für diese Körperbinde. Dafür habe ich dir und der Iuno Candlifera einen Kranz wichtiger Geburtskräuter mitgebracht. Solltest du mir meinen Wunsch gewähren und dem in meinem Bauch wachsenden Kind das Leben schenken, so werde ich dir nach der Zeit der Unreinheit erneut ein Opfer bringen."


    Erneut vollzog sie die Wendung zu Iuno Candelifera.


    "Oh Iuno Candelifera, die du meinem Kind den Weg in diese Welt leuchten sollst. Ich bitte dich darum mit hellem Schein dem Kind von Corvinus und mir ins Leben zu leuchten. Hierfür habe ich diese Kerze mitgebracht. Segne sie für uns, dann werde ich auch dir nach dem Kranz, den ich heute mitgebracht habe noch ein weiteres Opfer nach der Reinigung darbringen."


    Zuletzt die Wendung nach rechts. War diesmal alles richtig? Würden die Göttinnen ihr Opfer annehmen und Binde und Kerze segnen oder waren sie erzürnt durch die Fehler?

  • Caius Iulianus Acco


    nickte der jungen Frau aufmunternd zu. Alles war so gelaufen, wie es laufen sollte. Die Opfergaben waren auf den Altar gelegt worden und die beiden zu segnenden Gegenstände lagen ebenfalls dabei. Nun lag es an Iuno, ob sie dieses Opfer annehmen und die Binde und die Kerze segnen wollte. Daher schärfte der Aedituus nun seine Sinne und achtete darauf, ob er irgendwelche Zeichen wahrnehmen konnte.






    IHC

  • Iuno hatte gerade mithilfe ihrer Liste - DER Liste - entschieden, dass eine junge Ehefrau in Antiochia beim Liebesspiel mit ihrem treuen Ehemann schwanger werden würde. Nachdem die beiden bereits eine gemeinsame Tochter hatten, würde dieses Kind, dafür hatte man ihr ein üppiges Opfer versprochen, ein Junge werden. Damit war Iunos Arbeit an jener Stelle erst einmal beendet und die Göttin konnte ihre Aufmerksamkeit wieder anderen Dingen widmen.


    So lag auf einmal der süße Duft von Weihrauch in der Luft. Die Quelle dieses Wohlgeruchs war schnell ausgemacht. Und da die Götter nicht an Zeit und Raum gebunden waren, so wie die Sterblichen, war die höchste aller Göttinnen auch keinen Wimpernschlag darauf am Capitolium von Mogontiacum angelangt. Dort sah sie hinab auf eine junge Schwangere, die für eine leichte Geburt betete und dafür in Zukunft zwei weitere Opfer versprach.


    Iuno besah sich den zu diesem Anlass sehr passend ausgesuchten Geburtskräuterkranz, bevor sie mit einer schwungvollen Bewegung ihres rechten Arms eine kleine Windboe erzeugte. Das Tuch auf dem Kopf der Schwangeren wurde von der Boe erfasst und flatterte leicht, ohne das Haupt der jungen Frau jedoch zu verlassen. Anschließend umspielte der kleine Windstoß einmal die zu segnende Binde, bevor er im Docht der zu segnenden Kerze, sie würde später ein besonders helles und klares Licht erzeugen, verschwand.

  • Caius Iulianus Acco


    wartete und nach wenigen Augenblicken geschah dann auch tatsächlich was. Eine seichte Böe durchwehte den Tempel, dies das Kopftuch ebenso wie die Körperbinde leicht zum flattern brachten und schien dann am Kerzendocht zu verschwinden. Der Aedituus atmete einmal durch und blickte dann wieder zu der jungen Frau.


    Die Göttin hat dein Opfer angenommen, Susina Alpina, und wird dich bei deiner Geburt unterstützen.


    Oft kamen ja Schwangere her und Acco wusste mittlerweile, dass ihnen allen dieser Satz sehr wichtig war. Als Mann, auch wenn er mehrfacher Vater war, konnte er aber natürlich nicht wissen, wie wichtig.






    IHC

  • Während Alpina angstvoll darauf wartete ob die Geburtsgöttinnen das Opfer annehmen und ihren Segen erteilen würden, kam plötzlich ein Luftzug auf, hob sanft das Tuch auf ihrem Kopf an ohne es jedoch wegzuwehen. Der Windhauch bewegte auch die Binde und den Docht der Kerze.
    Alpina konnte sehen, dass der Aedituus erleichtert aufatmete. Ein gutes Zeichen? Er sah sie an und bestätigte ihre Hoffnung. Nun konnte auch sie aufatmen. Das Opfer war angenommen worden. Iuno würde sie bei der Geburt unterstützen!


    Dankbar senkte Alpina den Kopf. Dann hob sie die Binde und die Kerze auf. Sie wandte sich an den Aedituus.
    "Vielen Dank für deine Hilfe. Ich hatte schon Sorge, ich hätte die Göttin mit meiner Unachtsamkeit erzürnt. Nun aber bin ich froh und dankbar. Wir sehen uns, so Iuno es fügt, 40 Tage nach der Geburt. Dann werde ich mein Versprechen einlösen und den Göttinnen mit einem weiteren Opfer danken. Vale!"

  • Sie wollte eigentlich nicht rausgehen. Es war viel zu kalt dafür! Aber genau war das Problem, was sie nun aus ihrem kuschelig warmen Zimmer trieb. Sie war sich nicht sicher, ob die Germanen hier sich einfach mit dem Wetter abfanden. Es wirkte auf sie zumindest nicht so, als ob schon irgendjemand versucht hätte es an diesem ewigen, eiskalten Winter zu ändern. Genau dafür war sie nun zum Tempel der kapitolinischen Trias gekommen. Sie wollte Iuppiter ein Angebot machen, das er einfach nicht ablehnen… äh, ignorieren konnte. Zumindest würde er dadurch endlich darauf aufmerksamen werden, dass sich hier nicht alle einfach so mit diesen unmengen an Schnee abfanden, geschweige denn sie guthießen!


    Lucia war in einen bodenlangen, warmen Umhang gehüllt. Darüber trug sie das flauschigste Fell, das man hatte auftreiben können. Sie vergrub ihren ohnehin mit einem Tuch bedeckten Kopf bis zu den Ohren darin. Selbst wenn man Lucia gut kannte konnte man sie kaum erkennen, waren doch grade mal ihre Nase und Augen noch durch die wärmende Vermummung zu sehen. Hinter ihr liefen ähnlich warm eingepackt, aber nicht in ganz so edle Materialien gehüllt Arsinoe und Sekunda. Die drei wirkten wie drei Fellkugeln, die in den Tempel trippelten. Die Bewacher und der ganze Rest wurde draußen sich selbst überlassen ein warmes Örtchen zu finden.


    Trotz der ganzen Kleidung schon jetzt leicht frierend sah sich Lucia suchend um. Eine behandschuhte Hand grub sich aus dem Fell frei und gab Arsinoe ein Zeichen nach jemandem suchen zu gehen, der ihnen hier weiterhelfen konnte.

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