atrium | Nuptiae Consulares

  • Zitat

    Original von Cimon


    Wie konnte der Parther nur glauben, der Nubier wüsste den Familienamen des anderen Parthers. In der Sklaverei spielten Familiennamen und Herkunft keine entscheidende Rolle mehr. Seit er in Gefangenschaft geraten war, hatte sich auch keiner um den Namen seiner Familie geschert. Warum sollte es hier anders sein? Die Römer sahen in ihnen nur Dinge, bestenfalls Wesen mit einem menschlichen Antlitz. Mehr aber auch nicht. Drum nickte Cassim nur bedächtig. Doch aus Cimons Worten konnte er entnehmen, dass jener Phraates einst einen höhergestellten Rang inne hatte. Vielleicht war er sogar Kataphrakt gewesen, so wie er selbst. Wenn das der Fall war, dann entstammte Phraates einer der edlen Familien Parthiens, denn nur den Söhnen aus adeligem Hause stand der Weg zu den Kataphrakten offen. Welch ein Jammer, dass Phraates nicht zugegen war! Er hätte ihn nur zu gerne getroffen. Blieb also doch nur noch die Möglichkeit, sich ein weiteres Mal Zugang zu dieser Villa zu verschaffen, um den anderen Parther zu sehen. Cassim war sich gewiss, wie schwierig dieses Unterfangen werden konnte, doch es musste eine Möglichkeit geben!
    Wieder glaubte er, die Narbe seiner Brandmarkung stäche ihn, einfach um ihn in seine Schranken zu weisen. Wie er das alles hasste!
    Zum Überdruss, glaubte er nun auch noch zu ahnen, der Nubier habe sein Schandmal im Nacken gesehen, was ihm ein unangenehmes Bauchgefühl bescherte. Tröstlich war es nur, er erwähnte es nicht.Nun begann er von diesem anderen Landsmann zu berichten, Bashir, den der Nubier kennengelernt hatte. In Mantua lebte jener. Also noch unerreichbarer für Cassim. Doch als Cimon dann beiläufig berichtete, wie er mit dem parthischen Freund in Kontakt bleiben konnte, verschlug dies Cassim glatt den Atem!
    "Du, du schreibst ihm? Bei Ahura Mazda, wie machst du das? Ich meine, wer befördert deine Briefe?" Die Vorstellung, einander Briefe schreiben zu können, faszinierte Cassim so sehr, dass er die letzte Frage des Nubiers beinahe überhört hätte. Cimon hatte noch etwas Wein in den Becher des Parthers nachgegossen. Den konnte er jetzt gut gebrauchen, um seinen ersten Zorn hinunterzuspülen. Natürlich könnte er es dem Nubier nicht übel nehmen, zumal war aus der Formulierung seiner Frage zu entnehmen, dass man auch ihn gebrandmarkt hatte, wofür auch immer.
    "Das Zeichen? Trägst du es auch?", fragte er mit ernster Miene. Bislang hatte er es dem Nubier nicht zugetraut, dass dieser jemals gegen seinen Herrn gestellt hatte. Vielleicht aber war das genau der Grund, weshalb er so unterwürfig erschien. Die Römer kannten viele Möglichkeiten, einen Mann zu brechen. "Nach meiner Flucht hat mich der verdammte Flavier brandmarken lassen, wie ein Stück Vieh. Verdammt soll er sein und all seine Nachkommen!", zischte er leise, damit ihn keiner der Römer hören konnte. Aristides jedoch galt sein ganzer Hass. Bedauerlich nur, dass jener Rom verlassen hatte und er ihm so keinen Überraschungsbesuch des Nachts abstatten konnte.

  • Wenn man von Ahriman spricht, so kommt dieser auch daher. Gut, von Ahriman zu sprechen, wenn es um den jungen Parther ging, der nun in das Fest hineinschritt, wäre seltsam. Er sah eigentlich ganz harmlos, fast lächerlich mit seinem prunkvollen Gewand, welches er auf Anweisung seiner Herrin tragen musste. Sie hatte ihm befohlen, zum Zwecke der Exotik immer in einem traditionellen parthischen Gewand einherzugehen. Er hatte natürlich nur das Beste vom Besten zusammen mit Charis und Diomedes gekauft, als sie, auf Kosten Celerinas, einkaufen gegangen waren. Und so schritt er nun daher, als ob er nicht nur ein Landadeliger aus der Oberpersis wäre, sondern wie ein Mann der Königsfamilie am Hofe in Ktesiphon.
    Bis vor Kurzem war er in der Küche gewesen und hatte ein bisschen ausgeholfen, nun aber war er fertig und schlich sich ein wenig auf dem Fest herum, nur, um zur Stelle zu sein, wenn jemand einen Sklaven brauchte.
    Sklave! Er hatte sich noch immer nicht dran gewöhnt. Er hasste das Sklavendasein. Hie und da dachte er noch immer an seine Heimat zurück. An den Sternenhimmel über Aspadana, mit dem es der über Rom niemals aufnehmen konnte.
    Er hatte in den letzten Wochen wieder Latein gelernt. Die Bibliothek der Aurelier war ebenso groß wie die der Flavier, und so hatte er sich dazu gezwungen, wieder die Sprache der Erzfeinde seiner Heimat zu studieren. Und griechisch hatte er auch gelernt, heimlich. Aber er hatte es noch immer nicht geübt am lebenden Objekt – er wollte Charis mit einem guten Griechisch überraschen. Sie würde sich sicherlich freuen.
    Gerade wollte er näher zur Hochzeit hingehen, ein bisschen neugierig, da vernahm er einen mehr als nur vertrauten Namen inmitten der ganzen Gespräche. Er hielt inne und blickte in die Richtung, aus der er den Namen seines Gottes gehört hatte. Ärgerlich ausgesprochen, wie in einem Fluch. Ein wenig zog Phraates seine Augenbrauen zusammen, bevor er sie wieder lockerte. Wer machte sich da über den Herrn des Feuers lustig?
    Er trat einen Schritt zur Seite und erblickte die beiden. Einer davon war ja Cimon! Sicherlich würde der sic nicht über Götter lustig machen. Den anderen kannte Phraates nicht, aber er erinnerte ihn an den einen oder anderen Mann, den er in seiner Heimat gesehen hatte. Konnte dies etwa ein Parther sein?
    Schnell schritt er zu den beiden dazu. „Salve, Cimon!“, begrüßte er den Nubier, bevor er den anderen anblickte. „Salve, aber sage, wieso hast du benutzt das... den Namen des Ahura Mazda?“ Doch nicht etwa blasphemisch, fragten seine Augen misstrauisch, den Mann anblickend. „Und wer ist Vieh?“, fragte er noch nach, denn dies war das zweite Wort, das er herausgehört hatte.

  • Die Überraschung war dem Pather durchaus anzuhören und Cimon neigte nur leicht den Kopf. War er doch selber sehr verwundert gewesen, als sein Herr ihm erlaubt hatte auf die Familienwertkarte ab und zu einen Brief zu seinem guten Freund Bashir zu schicken.


    "Nun, mein Dominus ermöglicht es mir."


    Bei seinen Worten wirkte er durchaus etwas ergeben, wie immer, wenn er von seinem Herren redete. Was er dann aber hörte konnte er kaum glauben. Ein Zeichen im nacken als Strafe? Der Gedanke an ein Brandmal ließ Cimon die eigenen Schmerzen vergessen. Wie viel grausamer musste sich diese Prozedur nur anfühlen. Beschämt über seine eigene Dummheit senkte er den Kopf.


    "Nein, ich habe das Glück das es nur eine Tätowierung ist. Mein Herr sagte es sei keine Strafe sondern ein Zeichen meiner Zugehörigkeit. Dominus Aurelius Ursus meinte bei Flucht würde ein Brandmal in die Wange oder auf die Stirn erfolgen."


    Dann schluckte Cimon schwer und sah sich um. Zum Glück wand keiner der Herrschaften sich ihnen zu. Aber dafür sah er Phraates der zu ihnen trat. So freundlich der Nubier es vermochte lächelte er ihm zu. Dann machte er so eine Art einladende Geste, die eine Vorstellung vorbereiten und untermalen sollte.


    "Salve Phraates. Wir sprachen gerade unter anderem auch von Dir. Dies ist Cassim. Er ist wie du Pather. Cassim? Dies ist Phraates, von dem ich dir mit Freuden erzählt habe."


    Cimon hoffte das er seine Unsicherheit gut überspielt hatte. Denn das vorherige Thema hatte ihm derart Magenschmerzen bereitet das er nun sogar vergaß, Phraates verdünnten Wein einzuschenken. Zumindest in den Augen des Nubiers wäre dies doch richtig gewesen. Aber er hatte jede menge damit zu tun, nicht zu zittern und ein weiterhin ruhiges Wesen nach außen hin zu zeigen. Auf das Vieh ging er lieber nicht weiter ein. Cassim tat ihm wirklich leid. Natürlich war für Cimon Flucht keine Alternative, aber diese Strafen... sie erinnerten ihn an Atonis und viele grausame Tage, Wochen, Jahre... und dabei wurde er immer unsicherer, wie er sein eigenes Zeichen zu deuten hatte.

  • Zum Glück eilte Marcus zu meiner Rettung und siegelte das Dokument. Eine Sekunde kamen mir Zweifel, ob es überhaupt die volle Gültigkeit hatte, wo ich das Siegel doch nicht selbst unter meine Unterschrift gesetzt hatte. Wie viel war dann meine Unterschrift wert?
    Doch sicherlich war das so in Ordnung, sonst hätte mein Onkel sicher nicht so selbstsicher und ohne zu zweifeln gehandelt!


    Meine nuptia nahm meine Hand und reichte sie Durus. Er hatte schöne, weiche und vor allem warme Hände. Ein angenehmer Schauer durchlief mich, als ich seine starke Hand berührte und er mich fest hielt. Geborgen fühlte ich mich hier, es war wie ich es mir vorgestellt hatte - nein wie ich es mir gewünscht hatte!
    Mit leicht bebender Stimme sprach ich die wichtigen Worte, der wohl wichtigste Teil der Zeremonie: "Ich will dich, Manius Tiberius Durus, vor den Augen dieser Zeugen heiraten. Dir will ich mein Leben anvertrauen, dir treu und freudig folgen, wohin auch immer du mich führen magst."
    Gespannt wartete ich auf Durus und drückte seine Hand etwas fester, nachdem ich meine Worte gesprochen hatte. Diese Hand würde mich in Zukunft halten, sie würde mir Halt geben und wenn nötig beschützen, nicht zuletzt würde sie mich ernähren.
    Davon war ich überzeugt und in diesem Moment war ich geradezu glücklich. Nur noch ganz schwach flüsterten die Zweifel und Ängste in meinem Hinterkopf, doch für den Moment gelang es mir erfolgreich, sie zu verdrängen.

  • Da es während der Zeremonie ausgesprochen unhöflich wäre zu sprechen, begnügte sich Septima mit Blickkontakten und lächelte Aurelius Corvinus und seiner Frau Celerina freundlich zu. Ein Nicken ersetzte die wörtliche Begrüßung und innerlich freute sich Septima schon darauf, mit der Frau des Senators Aurelius ein paar mehr Worte als bei der Opferfeier zur Amtseinführung von Durus sprechen zu können. Bereits diese kurze Begegnung hatte Septimas Neugier auf Celerina geweckt.


    Doch vorerst galt es, die Vermählung von Manius mit der jungen Aurelia zu ende zu bringen. Immer mal wieder, ging Septima Blick wieder in Richtung von Aurelius Ursus. Vielleicht war es ihr vergönnt, ihren Zukünftigen genauer betrachten zu können, ehe sie ebenfalls von einer probnuba die Hände ineinander gelegt bekommen würden.

  • Die Worte waren leere Worthülsen, dennoch konnte es fast das steinerne Herz des Tiberiers berühren, wie das Mädchen so sprach. Fast fühlte er sich wie ein liebender Ehemann, obwohl seine Gattin wohl eher seine Tochter sein konnte. Aber die Aufgaben eines Vaters und eines Gatten waren ja in gewisser Weise ähnlich...


    Kaum hatte sie geendet, spürte er einen etwas festeren Druck, der wohl eine Art Bestätigung sein sollte. Nun sprach er die traditionellen Worte.


    "Ich will dich, Aurelia Laevina, vor den Augen dieser Zeugen heiraten. Dich will ich ernähren, dich treu und freudig führen."


    Als Mann oblag ihm eindeutig der aktivere Part der Ehe, dementsprechend waren auch seine Worte. Dann war die Zeremonie vorbei (würde wohl jedoch nicht die letzte bleiben). Albina wurde nun das Band wieder lösen, dann konnten die Opfer erfolgen.

  • Cassim hatte sich selbst wieder in Rage versetzt. Aus der Tiefe seines Herzens schien wieder dieser maßlose Hass aufsteigen zu wollen, der sein Gesicht noch mehr zu verfinstern drohte. Alles wonach er nach der misslungenen Flucht noch trachtete war Rache! Rache für ihn und den gekreuzigten Freund. Jedoch musste er vorerst dieses Vorhaben auf Eis legen, solange Aristides Rom fern blieb. Bis dahin war er Flavius Gracchus neuer Sklave, auch wenn ihm das widerstrebte. Allerdings hatte ihm der Flavier eine zweite Chance geboten, die er genutzt hatte. Wäre er sonst hier an Ort und Stelle? Und Cimon, der einem anderen Sklaven Briefe schreiben durfte? War er im Grunde nicht genauso wie er? Er, ein Spross aus edlem Hause war vor dem Flavier auf die Knie gegangen und hatte dafür einige Annehmlichkeiten erhalten. Was würde er in Zukunft noch alles tun, um Vorteile daraus ziehen zu können? Er wollte gar nicht darüber nachdenken, weil es ihn selbst anekelte.
    Nur eine Tätowierung! Der Nubier war nicht gebrandmarkt, er war "nur" tätowiert! Und man hatte ihm eingeredet, stolz darauf sein zu können. Der Parther wollte darauf etwas erwidern, doch er beließ es dabei, weil er am Ende nur den Nubier damit traf. Als er aufsah, wollte er kaum seinen Augen trauen! Zwischen den römischen Hochzeitsgästen stach ein Mann heraus, als sei er der Abkömmling eines fremden Sterns. Für Cassim jedoch war diese Erscheinung vertraut, wenn auch falsch platziert. Jener Mann, der sich ihnen zu nähern schien, trug ein edel parthische Tracht, wie sie dem Shah in Shah selbst gebührt hätte. Dazu zierte ein scheinbar seidener Turban sein Haupt. Sprachlos war die exakte Beschreibung, die auf den Parther zutraf, als dieser Mann direkt vor ihnen stehen blieb und den Nubier begrüßte. Cimons Worten zu urteilen, war dies kein anderer als Phraates selbst.
    Erhaben beugte sich der Parther leicht nach vorne und begrüßte seinen Landsmann -auf parthisch versteht sich. "Dorud baer shoma! Az molaghat e sham khosh vaghtam." Damit auch Cimon die Möglichkeit hatte, an ihrem Gespräch teilzuhaben und weil es die Höflichkeit gegenüber dem Nubier gebot, wechselte er wieder ins Lateinische. "Ich bin Cassim. Cimon sagte, du seist auch Kriegsgefangener. Wo dientest du?"

  • Zitat

    Original von Tiberia Septima
    Da es während der Zeremonie ausgesprochen unhöflich wäre zu sprechen, begnügte sich Septima mit Blickkontakten und lächelte Aurelius Corvinus und seiner Frau Celerina freundlich zu. Ein Nicken ersetzte die wörtliche Begrüßung und innerlich freute sich Septima schon darauf, mit der Frau des Senators Aurelius ein paar mehr Worte als bei der Opferfeier zur Amtseinführung von Durus sprechen zu können. Bereits diese kurze Begegnung hatte Septimas Neugier auf Celerina geweckt.


    Doch vorerst galt es, die Vermählung von Manius mit der jungen Aurelia zu ende zu bringen. Immer mal wieder, ging Septima Blick wieder in Richtung von Aurelius Ursus. Vielleicht war es ihr vergönnt, ihren Zukünftigen genauer betrachten zu können, ehe sie ebenfalls von einer probnuba die Hände ineinander gelegt bekommen würden.


    Bis die Zeremonie los, hatte ich die Zeit noch genutzt, um mit meinen Verwandten einige Worte zu wechseln. Es war so schön Antonia einmal wieder zu treffen. Irgendwann sollte ich sie einmal besuchen, dachte ich mir. Doch dann war es an der Zeit, zu schweigen und aufmerksam den Fortgang der Vermählung zu verfolgen. Auch wenn ich kein großes Bedürfnis danach hatte, kehrte ich zurück an die Seite meines Mannes. Was hätte es für einen Skandal gegeben, wenn wir nicht an einen Ereignis wie diesem Einigkeit demonstriert hätten?
    So harrte ich der Dinge die da noch kommen sollten und dann...
    fiel mir diese junge Frau wieder auf, die ich erst kürzlich kennen lernen durfte. Damals, es war bei der Opferfeier zur Amtseinführung unseres Bräutigams, hatten wir, ähnlich wie zum jetzigen Zeitpunkt, wenig Gelegenheit gehabt, uns auszutauschen, denn nach der Zeremonie war sie reaktiv schnell wieder verschwunden. Doch diesmal war die Chance weitaus größer, einmal einige Worte mehr miteinander wechseln zu können. Sie hatte mich auch gesehen und lächelte mir zu. Oder lächelte sie Marcus zu??? Ich erinnerte mich wieder, in welcher Art und Weise sie mit meinem Mann auf jener Opferfeier geflirtet hatte! Auch wenn sie es nur mit ihren Augen getan hatte. Wehe, sie würde es wagen! Nun ja, genau aus diesem Grund mußte ich mit ihr sprechen! Später.

  • Gespannt hörte Albina auf die Worte der Brautleute, die jene fehlerfrei sprachen. Wie stets bei diesem Teil der Zeremonie lag eine gewisse Spannung in der Luft. Und diese begann sich parallel mit dem Band zu lösen, welches Albina nun langsam wieder von den Händen abwickelte.
    Sie lächelte die beiden an, als sie die letzte Wicklung gelöst hatte und trat anschließend ein wenig zur Seite um das Paar auch den Blicken der übrigen Gäste freizugeben. Unauffällig, wie schon den vorigen Teil der Feier, bewegte sie sich durch die Gästeschar und fand zum ersten Mal die Seite ihres Gatten.
    "Ich hoffe du hast dich nicht zu sehr ohne mich gelangweilt.", meinte sie dann lächeld an Macer gewandt.

  • Kaum hatte Phraates mit seinen Worten geendet, da griff Cimon in das Gespräch ein und stellte Phraates Cassim vor. So hieß der Sklave offenbar, und Phraates blickte verwundert drein, als er diesen parthischen Namen hörte. Dass Cimon ihm nichts einschenkte, machte ihm nichts aus, hingegen aber blickte er erstaunt Cassim an, seine Mundwinkeln zu einem erfreuten Grinsen hebend, als Cassim begann, ihn auf parthisch anzureden. Phraates hustete, vermutlich vor lauter Überraschung, ehe er etwas herausbrachte. „Dorud!“, wünschte er ihm den Segen der Götter. „Mamnun... öhm... ‘aizan!“, erwiderte er. Einen leichten Akzent, der unzweifelhaft der Oberpars zuzuordnen war, konnte man ihm anhören. Er war ebenfalls erfreut, Cassim zu treffen, auch wenn die unverhoffte Gegenwart seines Landsmannes ihn mehr als nur erstaunte.
    Cassim redete weiter, als Phraates ihn noch immer ungläubig anschaute. Erst, als Cassim sich vorgestellt hatte, fasste sich der junge Parther wieder. „Ich bin Phraates, Sohn des Tiridates, aus dem Haus Babak, aus Aspadana. Ich gedient habe im Kataphraktencorps des vierten vasht des sechsten gond des ersten spah.“ Um es römisch auszudrücken, die 4. Turma der 6. Cohorte der ersten Legion, doch Cassim würde ohne Zweifel verstehen. „Und du? Wo hast du gedient? Aus welcher Familie du... bist du? Und woher bist du?“, fragte er neugierig nach. Phraates wollte alles wissen. Für Cimon hatte er überhaupt keine Augen mehr.

  • Langsam zog Durus seine Hand zurück, als Albina das Band wieder gelöst hatte. Nun war das Opfer an der Reihe - eine Zeremonie, in der er wesentlich sicherer war! Dafür wurden auch rasch alle Vorbereitungen getroffen: Die Sklaven brachten einen Foculus herbei, auf dem das Voropfer stattfinden sollte, außerdem wurde auch das Schwein bereits hereingeführt, das als Opfergabe fungieren sollte. Da er sich noch an Albinas Hochzeit erinnerte, hatte er beschlossen, diesmal etwas weniger Opium einzusetzen - dafür wirkte das Tier nun etwas nervös und blickte verängstigt um sich. Fast mochte der Tiberier glauben, dass das Tier so intelligent war zu verstehen, was mit ihm geschehen sollte! Doch der Sklave hielt es fest an der Leine - es würde nicht auskommen!


    Nun trat auch der Herold (es handelte sich übrigens um den Amts-Herold des Consuls) vor, der Aufmerksamkeit erbitten sollte - was er auch prompt tat:


    "Favete linguis!"


    Dann kamen auch schon Sklaven herbei um die Anwesenden mit Wasser zu besprengen und somit rituell zu reinigen, während ein Sklave mit einer Wasserschale an den Opferherrn - Durus - herantrat und ihm die Hände wusch. Während das kühle Wasser über seine Hände lief, murmelte Durus das Reinigungsgebet, das er schon so oft gesprochen hatte. Heute würde er zweifelsohne noch so unrein werden, dass er kein Opfer mehr durchführen konnte (denn Sexualität führte selbstverständlich zu Unreinheit!).


    "Vater Ianus, wir bringen dir Wein und Weihrauch dar. Lass ihn wie unsere Gebete zum Himmel steigen und die Götter erfreuen!"


    sprach er schließlich das erste Opfergebet, das sich traditionell an Ianus, den Mittler zwischen Menschen und Göttern richtete. Natürlich musste das Opfer auch ausgeführt werden und so nahm der Tiberier die Patera mit dem Wein und goss sie in den Foculus, sodass es laut zischte. Dann wurden ein paar Weihrauchkörner hinzugefügt und der Dampf entwickelte den wohlriechenden, dem Tiberier so vertrauten Duft. Ja, er vergaß fast, dass dies nicht irgendein Staatsopfer, sondern das Opfer zu seiner eigenen Hochzeit war!


    Nun erfolgte die Weihe des Schweines, das fast zu dem Pontifex gezerrt werden musste. Als der Wein für die Weihe die Stirn des Tieres berührte, quiekte es erschreckt auf und wurde noch nervöser - wie auch Durus. Es war ein schlechtes Zeichen, wenn ein Opfertier panisch wurde! Schlimmstenfalls musste das Opfer sogar wiederholt werden! Doch er durfte sich nicht aus dem Konzept bringen lassen! So atmete er tief durch, rieb die Mola Salsa ebenfalls über das Tier und trat zurück, sodass der Opfermetzger herantreten konnte.


    Der Anblick des Messers ließ das Schwein noch hektischer werden - ein Sklave trat heran um das Tier etwas zu fixieren, doch Durus musste laut sprechen um das Quieken des Tieres zu übertönen:


    "O Iuno, Schutzherrin der Ehe,
    die Du Familien bewahrst und segnest und in Treue verbindest.


    O Ceres und Tellus, die Ihr die Felder reifen lasst und die Herden vermehrt!


    Ich, der ich Euch stets gute Opfer gegeben und mich dankbar erwiesen habe, bitte Euch: Segnet diese Ehe mit der mir Gegebenen! Schenkt ihr Fruchtbarkeit und lasst aus ihr Erben hervorgehen, aufdass mein Andenken gewahrt bleibe!


    Als Dank nehmt hin dieses makellose Schwein, das ich zu Euren Ehren darbringe!"


    Durus spürte, wie sein Hals ein wenig enger wurde, als er sah, wie das blöde Schwein sich wehrte. So räusperte er sich nach dem Opfer und wünschte sich einen Schluck Wasser herbei. Ausgerechnet heute musste er so viel Pech mit dem Tier haben! Er würde dem zuständigen Einkäufer die Haut abziehen lassen - bei lebendigem Leibe!


    Glücklicherweise hatte der Opfermetzger das Tier bereits gepackt und hielt mit größter Mühe das Tier fest, während er mit dem Messer ausholte. Und kaum hatte er das


    "Agone?"


    hervorgebracht, befahl Durus auch schon überhastet und bestimmt die Bestätigung


    "Age!"


    Ein letztes Mal schrie das Tier auf, als die Klinge in die Kehle fuhr und ein Schwall von Blut hervortrat. Durus sah die Panik in den Augen des Tieres, die langsam erstarben - immerhin war viel Blut gespritzt, was ebenfalls ein gutes Zeichen war! Das Zucken hörte ebenfalls ziemlich bald auf und man konnte beginnen, das Tier aufzubrechen.


    Es dauerte nicht lange und die Vitalia waren entnommen. Doch die große Prüfung stand noch bevor: Appius Tarquitius Caecina war hier, folglich oblag ihm auch die Kontrolle der Annahme des Opfers. Und er war leider unbestechlich!


    Inständig hoffte Durus, dass die Nervosität eines Opfertiers vor dem Opfer nicht in manchen Fällen Auswirkungen auf dessen Organe hatte! Natürlich hatte er so etwas schon bei anderen Opfergelegenheiten erlebt, doch hatte er dort zur Sicherheit nicht so genau hingesehen...der Haruspex Primus hingegen sah sicherlich sehr genau hin!

  • Es war nicht einmal mehr genug Zeit, daß Cotta oder der Fremde hätten reagieren können. Die Zeremonie ging weiter und Ursus wandte seine Aufmerksamkeit wieder voll diesem allgemeinen Geschehen zu. Die traditionellen Worte wurden gesprochen und das nächste Opfer stand an. Ursus ließ sich ungerührt mit Wasser besprengen, zum Glück traf ihn eh nicht sonderlich viel davon. Dann richtete sich die allgemeine Aufmerksamkeit auf das ziemlich nervös wirkende Schwein. Ursus wunderte sich. War dem Tier nichts zur Beruhigung verabreicht worden? Es quiekte zum Erbarmen. Hoffentlich war das kein schlechtes Omen! Jetzt hing alles davon ab, was der Haruspex Primus verkünden würde. Hoffentlich ging nochmal alles gut!

  • Begeistert beobachtete Cimon wie die beiden Männer sich bekannt machten. Es tat ihm gut zu sehen wie Landsleute sich derart familier unterhalten konnten. Doch rasch spürte er sich auch... irgendwie außerhalb dieses Kreises. Auch wenn es ganz sicher nicht die Absicht der Männer war, so merkte Cimon doch genau, das er nicht dazu gehörte. Ob Caelyn es ähnlich ergangen war, als sie auf dem nubischen Schiff waren? Cimon nahm sich vor mit ihr darüber zu reden. Dann suchte er etwas um sich zu beschäftigen und fand dies in dem reichen eines Bechers. Rasch füllte er diesen für Phraates und duldete keine Wiederrede.


    Froh darüber, das sie nun nicht mehr über ihre Zeichen sprachen, hörte er gespannt der Unterhaltung zu. Als es dann zu einer weiteren Opferung kam, sah Cimon sich angespannt um. Besser man würde nun nicht sehen, wie sie drei einfach nur da standen und redeten. Also bemühte er sich zumindest in der Nähe den anderen Sklaven zu helfen und zur Hand zu gehen. Das Schwein tat dem Nubier so leid, das er weder dort hin schaute noch in der Nähe sein wollte. Für ihn war dies weitaus grausamer, als es normal gewesen wäre. Aber sicher war dieses Gefühl nur von diesem 'jammernden' Tier verstärkt worden.


    Da er nicht direkt gebraucht wurde, hielt er sich lieber bei den beiden Pather auf. Entschuldigend nichte er nur, denn er wollte sie nicht unterbrechen und doch sich irgendwie für seine kurze Abwesenheit entschuldigen. Sein Wesen zeigte nun Ruhe und Stolz. Abwartend sah Cimon sich immer wieder um, ob er nicht doch verlangt wurde. Ansonsten würde er den Männern weiter zuhören und sich gegebenenfalls einbringen, wenn es gefragt wäre oder gerade passen würde.

  • Zitat

    Original von Tiberia Albina
    Gespannt hörte Albina auf die Worte der Brautleute, die jene fehlerfrei sprachen. Wie stets bei diesem Teil der Zeremonie lag eine gewisse Spannung in der Luft. Und diese begann sich parallel mit dem Band zu lösen, welches Albina nun langsam wieder von den Händen abwickelte.
    Sie lächelte die beiden an, als sie die letzte Wicklung gelöst hatte und trat anschließend ein wenig zur Seite um das Paar auch den Blicken der übrigen Gäste freizugeben. Unauffällig, wie schon den vorigen Teil der Feier, bewegte sie sich durch die Gästeschar und fand zum ersten Mal die Seite ihres Gatten.
    "Ich hoffe du hast dich nicht zu sehr ohne mich gelangweilt.", meinte sie dann lächeld an Macer gewandt.


    "Keineswegs, es war sehr kurzweilig, auch ohne dich", antwortete Macer ebenfalls lächelnd, denn schließlich hatte er schon vor seiner eigenen Hochzeit so viele Feiern ohne Albina verbringen müssen, dass es jetzt danach auf eine Feier mehr oder weniger nicht ankam. Zumal sie ja jetzt neben ihm stand.


    Mit dem Kopf nickte er in Richtung des Brautpaares. "Hast du gut gemacht."

  • Wie erquicklich es doch für Cassim war, wieder einmal die eigene Sprache zu sprechen und dabei keine Selbstgespräche führen zu müssen. Wer hätte das gedacht, dass dieser eintönige Tag noch eine solche Wendung nahm. Und wie sich herausstellte, war Phraates nicht nur ein Landsmann. Ebenso war er ein Savaran und hatte als Kataphrakt gedient. Unglücklicherweise war er, genauso wie Cassim in die Hände der Römer geraten. Doch an jenen schmachvollen Augenblick wollte er nicht denken. Allein wichtig war ihr Zusammentreffen. Auch wenn sein Landsmann nicht aus der gleichen Ecke Parthiens stammte, wie man unschwer an seinem Akzent erkennen konnte, so war er doch Parther, wie er auch. Schließlich musste man in der Fremde zusammenhalten!
    "Ich bin Cassim, Sohn des Surenas aus des Hause Parwaz, aus Dura. Ich war ebenfalls bei den Kataphrakten. Wie mir scheint haben wir beide in der gleichen spah gedient. Allerdings war ich im zweiten vasht des fünften gond. Es erfüllt mich mit Freude, dich kennenzulernen, Phraates, Sohn des Tiridates!" Die Freude des Parthers war geradezu unbeschreiblich! Nach so langer Zeit, ausgerechnet auf einer römischen Hochzeit einen Landsmann zu treffen, war schlicht und ergreifend grandios!
    "Wie kommt es, dass du hier bist?", fragte Cassim. Das Lächeln war halbwegs aus seinem Gesicht verschwunden, denn dies war ein Thema, welches nicht gerade zum Fröhlich sein einlud. Auch er dachte nur ungern daran zurück, wie er in römische Gefangenschaft geraten war. Wieso also sollte es dem anderen Parther anders ergehen?
    Der Parther war so vertieft in die Unterhaltung. Er merkte nichts vom zwischenzeitlichen Verschwinden des Nubiers. Erst als dieser wieder zurück war, lächelte er ihn dankbar an.
    Von der stattfindenden Opferzeremonie bekam der Parther nichts mit. Er verabscheute sowieso die Rituale dieser Ungläubigen.

  • Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    "Keineswegs, es war sehr kurzweilig, auch ohne dich", antwortete Macer ebenfalls lächelnd, denn schließlich hatte er schon vor seiner eigenen Hochzeit so viele Feiern ohne Albina verbringen müssen, dass es jetzt danach auf eine Feier mehr oder weniger nicht ankam. Zumal sie ja jetzt neben ihm stand.


    Mit dem Kopf nickte er in Richtung des Brautpaares. "Hast du gut gemacht."


    "Danke." erwiderte Albina dann auf das Kompliment ihres Gatten hin. Die Worte vorher nahm sie keineswegs persönlich. Sie war nicht von der zickigen Sorte und noch immer froh, dass sie und Macer einen so angenehmen Umgang miteinander gefunden hatten.
    "Ich war ein wenig nervös, wenn ich ehrlich bin. Ich stehe nicht allzu gern so im Mittelpunkt."
    Jetzt jedoch, so dachte sie, würde sie den Abend genießen können. Sie hatte ihre Pflicht getan, stand an der Seite ihres Mannes und würde sicher noch die ein oder andere angenehme Unterhaltung führen. Vor allem freute sie sich darauf, die Gelegenheit zu finden, mit Corvinus zu sprechen. Sie hatte ihn erst bei der Zeremonie gesehen und das war kaum der richtige Moment. Aber seit ihrem Briefwechsel hatten sie noch nicht zueinander gefunden.

  • Von der Nervosität seiner Frau hatte Macer nicht viel bemerkt, was vermutlich daran lag, dass sie so beschäftigt gewesen war. Dass sie ihre Aufgabe am heutigen Tag aber schon so verstanden hatte, dass sie im Mittelpunkt stand, wunderte ihn etwas. "Hattest du nicht neulich gesagt, dass du mit dem Gedanken spielst, Priesterin zu werden?", fragte er leise nach, da die Umstehenden schließlich nicht sofort etwas von diesen Plänen mitbekommen mussten. "Da hättest du doch häufiger ähnliche Rollen wie heute, oder?"

  • Albina verstand die Verwunderung ihres Mannes durchaus, denn er hatte schlichtweg recht. Opfer abzuhalten würde wohl auch kaum eine ihrer Lieblingsübungen werden.
    "Ja, ganz bestimmt sogar. Und es wäre gelogen, wenn ich sagte, dass ich mich darauf bereits freue. Aber es ist mir ein innerer Wunsch Priesterin zu werden und Iuno zu dienen. Betrachte es vielmehr so, als würde ich diese Aufgaben als meinen Dienst an Iuno erdulden."
    Jetzt konnte sie nur hoffen, dass er nicht fragte, warum sie so versessen auf den Dienst an Iuno war. Das war immerhin eine lange und persönliche Geschichte. Ohne Umschweife sprach sie daher weiter und fragte: "Wen hast du denn alles schon gesehen?".

  • Phraates hörte interessiert zu, als Cassim sich formell vorstellte. Er lächelte, diese Information bestätigte für ihn endgültig, dass er einen Mann aus seinem Volke vor sich hatte. Die Namen, die so vertraut klangen für ihn, gaben ihm ein Gefühl von Geborgenheit und, ja, Heimat. Auch wenn sie jetzt auf latein reden, obwohl ihm eigentlich schon wohler gewesen wäre, man würde sich der gemeinsamen Muttersprache bedienen. Nun, man konnte nicht alles haben. „Dura! Beim Barte des Propheten Zarathustra!“, rief er aus. „Dort wir sind durchgekommen im Kriegsgefangenenzug. Es liegt ja gleich an der römischen Grenze, am Euphrat...“ Er dachte zurück an seine Erinnerungen daran. Die Stadt war von den Römern geplündert worden, und nicht wenige Einwohner waren dem Schwert zum Opfer gefallen. Sollte er dies Cassim sagen? Vielleicht nicht die beste Idee. Er lächelte also nur. „Sehr schön. Im ersten spah warst du auch?“, fragte er sofort interessiert nach. „Ahura Mazda ist groß! Es freut mich auch, dich zu kennen lernen, Cassim, Sohn des Surenas.“
    Erhörte zu, was Cassim ihn noch fragte. Ein wenig bedrückt sah er drein, als er gefragt wurde, wie er in Gefangenschaft geriet. „Ich war auf Schlacht bei Edessa. Nachher zogen wir zurück. Uns. Unser vasht wurde losgeschickt, um römische Aufklärer abzufangen. Doch dann gerieten wie in eine Falle.“ Er schwieg kurz. „Wir griffen kleinen Trupp von Römer an. Und genau, als wir angriffen, kam Verstärkung, die um umkreiste. Wir wurden geschlagen. Ich auch, an Kopf. Bewusstlos bin ich vom Pferd gefallen. Und ich wachte wieder auf. Da war ich schon gefesselt und auf Weg in Kriegsgefangenenlager.“, erzählte er in seinem weniger als perfektem Latein.
    „Und du? Wie bist du gekommen in Gefangenschaft?“
    Er lächelte Cimon zu, als jener ihnen Wein einschenkte. „Danke sehr!“, rief er aus.

  • Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Überall fröhliche Gesichter, so sollte es zu so einem Anlaß ja auch sein. Oder schaute er nur zufällig gerade dann die Leute an, wenn sie gerade mal fröhlich oder zufrieden dreinschauten. Wie auch immer, alle schienen ihm fröhlich und zufrieden zu sein. Schlendernd gesellte er sich zu Cotta und seinem unbekannten Gesprächspartner. "Salve", grüßte er Celsus, da er Cotta ja heute schon begrüßt hatte. "Darf ich mich zu euch gesellen oder ist das Gespräch sehr privater Natur?", fragte er freundlich und höflich.


    Während Celsus noch damit beschäftigt war, sich dem jungen Aurelier vorzustellen, näherte sich ihnen ein weiterer ihm bislang unbekannter Mann und fragte freundlich, ob er sich zu ihnen gesellen dürfte. Der junge Tiberier nickte ihm ebenso freundlich zu und wollte gerade antworten, als die Hochzeitszeremonien wieder seine Aufmerksamkeit verlangten. Daher beschränkte sich Celsus auf eine einladende Handbewegung in Richtung des Unbekannten und wandte den Blick dann wieder Durus und seiner Braut zu, die gerade ihre Eheversprechen verkündeten. Das war ja alles sehr nett anzusehen, aber irgendwie war Celsus doch ausgesprochen froh, dass er an dieser Hochzeit nur als Gast teilnehmen musste. Ob die beiden wohl wirklich ernst meinten, was sie da sagten? Eigentlich kaum vorstellbar... Aber egal, seine Sorge sollte das nicht sein, wenn es irgendwie machbar war, wollte Celsus dem leuchtenden Beispiel seines künftigen Adoptiv-Vaters folgen und die nächsten zwanzig Jahre als entspannter Junggeselle verbringen. Familientraditionen waren ja schließlich etwas edles und erhaltenswertes!


    Und dann betrat auch schon der nächste wichtige Teilnehmer der Hochzeit die Bühne: das Opferschwein. Offenbar hatte man es im Vorfeld nicht allzu erfolgreich von der Ehre und Bedeutung seiner speziellen Rolle in dieser Zeremonie überzeugt, denn das Schwein wirkte alles andere als zufrieden und schicksalsergeben, passte dadurch jedoch ganz gut zum Pontifex, der auf Celsus in diesen Augenblicken auch einen eher unentspannten Eindruck machte. Trotzdem verlief dann doch alles nach Plan, das Schwein hauchte nach einem letzten protestierenden Quieker brav sein Leben aus und vergoss dabei ordnungsgemäß sein Blut in rauhen Mengen...


    "Komm ruhig zu uns, wir haben uns gerade gegenseitig vorgestellt." sagte Celsus dann leise an den Fremden gewandt, die kurze Pause ausnutzend, bevor sich der Haruspex an die Arbeit machte. "Ich bin übrigens Aulus Tiberius Celsus."

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