[EXEDRA] Der Aufenthaltsraum

  • EXEDRA
    DER AUFENTHALTSRAUM


    Die Exedra des Atrium Vestae liegt ein wenig abseits, süd-westlich des Peristyliums. Die Exedra besitzt eine große Apsis, in welcher Klinen zum Ausruhen einladen. Der Estrich ist erhöht, da dies die Feuchtigkeit im Raum reduziert. Ein Marmorboden ist darauf verlegt, der sich durch die gut funktionierende Bodenheizung sehr schnell aufzuheizen pflegt und die Wärme auch einige Zeit behält. Dadurch ist es in diesem Raum immer besonders warm.

  • Mardonius hatte Nysa zum Aufenthaltsraum begleitet. Das er nun wusste das sie Messalinas Sklavin war machte ihn nurnoch nervöser. Es half bestimmt nicht so bei seiner neuen Herrin einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Vorsichtig sprach er Nysa an:


    "Wie geht es dir? Möchtest du dich hinlegen? Ich wollte dir wirklich helfen, es war halt nur das ich nackt im Bad war......"


    Weiter kam er nicht, sonder errötete stattdessen. In was für eine dumme Situation er da aber auch gekommen war.

  • "Den Umständen gut." …pfff… er soll bloß nicht so tun… "Aha." Äußerste sie kurz. Dass sie ihm nackt sehen musste war schon Bestrafung genug gewesen, nun aber ihn berühren zu müssen, grenzte schon an Körperverletzung, seelische auf jeden Fall.


    Nysa ließ sich neben ihre Domina auf eine Kline legen, tat weiter so, als würde sie unter Schock stehen, erschöpft… Messalina sah die das Treiben um die beiden, doch was passiert war blieb ihr noch verborgen. Bevor der ältere Antescholarii virginum antworten konnte, ergriff sie bereits das Wort. "Was ist denn passiert? Wieso kommst du mir ihr zusammen? Warst du nicht beauftragt worden zu baden?" Sie blickte zu Nysa und blickte daraufhin zu ihrem neuen Sklaven, der hatte doch nicht,… oder war es wieder ein Spielchen ihrer Lieblingssklavin gewesen, die hatte schon so einige Male ihre schauspielerische Talent präsentiert und immer, wenn ihre Domina in Verbindung des Anlasses stand.

  • Mardonius gab sich grosse Mühe sich zu sammeln und antwortete dann seiner Herrin. Er wollte wirklich nicht das sie jetzt einen falschen Eindück bekam. Er wollte keine Galeere rudern und auch eine Bleimine als Arbeitsplatz würde er lieber vermeiden.


    "Ich war im Bad Herrin als eure Sklavin dort erschien und sich erschreckte mich in einer so unschicklichen Situation vorzufinden. Ich wollte ihr ja helfen, aber ich war unbekleidet im Wasser und dann kam glücklicherweise er dort und half. Es tut mir sehr leid das ich Grund für soviel Afregung bin. Bitte vergebt mir, Herrin."


    Hoffentlich war Messalina nicht wütend sondern verstand das er an der Situation ja nun gar keine Schuld hatte.

  • Das Mardonius sich rechtfertigte und vor allem so schön unterwürfig war, gefiel Messalina außerordentlich. Auch wenn sie die Männer besser einschätzte als vor einigen Jahren, waren ihr diese trotzdem als Sklaven lieber, also wenn sie wussten wo ihr Platz war. Sie hat kein Interesse an starken, selbstbewussten Männern, diese kommen ihr immer noch sehr suspekt vor. Vielmehr mochte sie das Zarte und Einfühlsame wie bei ihrem Onki. Nun ja, zurück zu Mardonius.


    Sie hatte den vorgetragenen Sachverhalt mit Argwohn, wenn auch plausibel erschien, aufgenommen. Wem sollte sie glauben? Ihre treue, wenn auch oft zu anhängliche, Sklavin oder einen noch nicht einzuschätzenden männlichen Sklaven. Jeder hätte wohl auf die Sklavin getippt, doch wusste Messalina auch, dass Nysa oftmals gern übertrieb, vor allem wenn jemand ihrer Domina zu nahe kam. Also entschloss sie für sich, ohne ihre Sklavin zum Vorfall zu befragen, dass keiner zu beschuldigen sei. Dass die Situation einfach ein unglücklicher Umstand war. Doch so ganz - ähm ja - konnte sie die Angelegenheit nicht beruhen lassen, da es der alte Antescholarii virginum mitbekommen hatte, würde es sich wie ein Buschfeuer im Atrium Vestae verbreiten. Und letztendlich Messalina als Domina von Mardonius verantwortlich sein. Weiter hätte sie sich auch täuschen können und Mardonius war ein typischer Mann, der sich nicht zurückhalten kann oder noch schlimmer Nysa und Mardonius verblieben sich, wenn diese Möglichkeit auch recht unwahrscheinlich war, aber wer weiß wo die Liebe so hinfällt. Gab ja so einige merkwürdige Konstellationen einer Beziehungen oder Ehe.


    Ach, das ist so schwierig! Wieso musste auch der Händler auf dem Markt ihr einen männlichen Sklaven schenken, wieso? Wieso kein Grundstück oder so ähnliches? Ja, aber ihn loswerden wollte sie auch nicht?! Sie hatte es gern viele Untertanen zu haben und dieser gehörte nur ihr, ihr allein. Och!? Wie widersprüchlich alles war!


    "Du dienst mir mit voller Überzeugung?!", fragte sie in einem ernsten Ton. "Würdest du alles tun, um mir das zu beweisen?"

  • Während Messalina über das gesagte nachdachte machte sich Mardonius Sorgen wie sie wohl reagieren würde. Als sie ihn dann fragte ob er ihr mit voller überzeugung dienen würde nickte er sofort eifrig. Er wollte ihr gerne aus ganzem Herzen dienen wenn sie ihm nur die Chance dazu gab. Als sie dann fragte ob er bereit wäre ihr dies zu beweisen antwortete er sofort:


    "Natürlich Herrin! Befehlt und ich gehorche."


    Das sollte doch hoffentlich reichen sie zu überzeugen und jede mögliche Anschuldigung durch diese Sklavin zu entkräften.

  • Bedingt durch sein steifes Bein dauerte es eine Zeit lang, bis der Consular im Exedra ankam. Er war schon einmal hier gewesen, vor langer Zeit, als er selbst ein Testament bei den Vestalinnen hinterlegt hatte.


    Normalerweise würde er stehend warten bis der Gastgeber - oder in diesem Fall: die Gastgeberin - kam und ihn begrüßte. Doch an diesem Tag nahm er sich die Freiheit, sich auf eine Kline zu setzen und ungeniert umzusehen.

  • Angemessen in ihrer Tracht verhüllt, hatte sie sich nochmal schnell zurecht gemacht. Der erste Eindruck war doch meistens ausschlaggebend. Zum anderen wollte sie ihre Stellung betonen, hatte doch gar ein Consular ihr Platz zu machen. Aber auch wollte sie zeigen, dass sie sehr diszipliniert ist, denn im Atrium war es oft üblich die Haare offen zu tragen, weil das Herrichten der Frisur so mega lange dauerte.


    Also trat sie mit hergereichter Frisur, ihrer Vestalinnen-Tracht ein und nickte vorab dem Consular zu. Dann ging sie auf dem Sitzenden Gast zu. "Salve Consular Vinicius. Schön dich hier begrüßen zu dürfen." Zur gleichen Zeit traten ein paar Sklaven ein und brachte Speis und Trank. Nur das Beste vom Besten natürlich! "Wie kann dir behilflich sein?", lächelte sie.

  • Etwas umständlich wegen seines steifen Beines mühte sich der Consular auf, um die Vestalin zu begrüßen. Werte Vestalin. begrüßte er sie, denn leider hatte man es verabsäumt, ihm den Namen der Jungfrau zu nennen und sie waren einander noch nicht vorgestellt worden, was aufgrund des Exils des Consulars nur wenig verwunderlich war. Als er fand, daß der Höflichkeit des Stehens Genüge getan war, setzte er sich wieder, nicht minder umständlich. Verzeih mir mein Eindringen, doch ich bin in familiärer Angelegenheit hier, wie du dir sicher vorstellen kannst.

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