[Officium] Legatus Legionis Marcus Decimus Livianus

  • Livianus hatte es sich hinter seinem Schreibtisch gemütlich gemacht und war gerade dabei einen Stapel Dokumente durchzugehen, als es an seiner Türe klopfte. Da seine Schreiber die Erlaubnis hatten, jederzeit auch ohne anklopfen einzutreten, musste es sich um jemand anderen handeln. Er schob daher die Dokumente beiseite und richtete sich auf.


    "Herein!"

  • Die überraschende Beförderung war nur einer der Gründe, warum Valerian heute das Gespräch mit seinem Kommandanten suchte. Er freute sich darüber, sehr sogar. Aber er hatte auch so ein merkwürdiges Gefühl in der Bauchgegend. Bestimmt war Nachricht aus Rom gekommen. Und die Beförderung zum Praefectus Castrorum abgelehnt worden. Verdammt aber auch! Das bedeutete, daß seine Karriere beendet war. Mehr würde nicht gehen, solange dieser Glatzkopf das Sagen hatte.


    "Salve", grüßte Valerian den Scriba des Legaten. "Primus Pilus Quintilius. Wenn der Legat ein wenig Zeit für mich erübrigen könnte, würde ich gerne mit ihm sprechen."

  • Zitat

    ... Herein!


    Ich öffnete die Tür und trat ein.


    "Salve, Legatus Legionis. Mein Name ist Valgiso. Du hast eine Stelle für einen Scriba personalis und Verwalter ausgeschrieben. Ich bin an dieser Stelle interessiert und möchte erfahren, welche Aufgaben mit dieser Stelle verbunden sind".


    Sicher hatte ich mir nicht das beste Wetter für den Gang zum Legatus ausgesucht, denn meine Klamotten trieften immer noch von dem verdammten Regen.

  • Zitat

    Original von Lucius Quintilius Valerian
    Die überraschende Beförderung war nur einer der Gründe, warum Valerian heute das Gespräch mit seinem Kommandanten suchte. Er freute sich darüber, sehr sogar. Aber er hatte auch so ein merkwürdiges Gefühl in der Bauchgegend. Bestimmt war Nachricht aus Rom gekommen. Und die Beförderung zum Praefectus Castrorum abgelehnt worden. Verdammt aber auch! Das bedeutete, daß seine Karriere beendet war. Mehr würde nicht gehen, solange dieser Glatzkopf das Sagen hatte.


    "Salve", grüßte Valerian den Scriba des Legaten. "Primus Pilus Quintilius. Wenn der Legat ein wenig Zeit für mich erübrigen könnte, würde ich gerne mit ihm sprechen."


    Livianus nahm eine gemütliche Sitzposition an und deutete einladend auf den Stuhl, der vor seinem Schreibtisch stand.


    "Natürlich Valerian. Nimm bitte Platz. Ich nehme an du möchtest mir berichten wie das Gespräch mit dem Kommandanten der Ala verlaufen ist?"


  • Verwundert musterte der Legat den Besucher. Ein Zivilist, vollkommen durchnässt und noch dazu mit einem ungewöhnlichen Anliegen, denn Livianus hatte nicht mehr damit gerechnet, dass sich auf seine Stellenausschreibung noch jemand melden würde. Umso erfreulicher war daher dieser Besuch. Einladend deutete er auf den Stuhl, der vor seinem Tisch stand.


    "Salve. Dann nimm doch bitte erst einmal Platz. Wenn du möchtest, kann ich ein zusätzliches Kohlebecken bringen lassen, an dem du dich wärmen kannst."

  • Zitat

    Original von Marcus Decimus Livianus
    Livianus nahm eine gemütliche Sitzposition an und deutete einladend auf den Stuhl, der vor seinem Schreibtisch stand.


    "Natürlich Valerian. Nimm bitte Platz. Ich nehme an du möchtest mir berichten wie das Gespräch mit dem Kommandanten der Ala verlaufen ist?"



    "Danke, ja das auch", erwiderte Valerian und setzte sich auf den angebotenen Platz. "Zunächst einmal möchte ich mich sehr herzlich für die Beförderung bedanken, auch im Namen meiner Frau. Das zusätzliche Geld können wir wahrlich gut brauchen. Da ich nun Primus Pilus bin und nicht Praefectus Castrorum, nehme ich an, daß aus Rom eine abschlägige Antwort gekommen ist?" Es war wirklich unglaublich, wie nachtragend der Praefectus Urbi wegen einer solchen Kleinigkeit war. "Nichts desto trotz bin ich Dir ausgesprochen dankbar. Wir würden Dich gerne zu einer zwanglosen Cena einladen. Die ehrenwerte Iulia Cara selbstverständlich ebenfalls. Meine Frau würde sich wirklich sehr freuen." Genaugenommen hatte Calvena prompt mit den Planungen begonnen, obwohl sie noch gar nicht wußten, ob die Einladung angenommen würde.


    "Aus Rom bekam ich die Nachricht, daß die mündlichen Prüfungen zum Examen Tertium jetzt stattfinden. Ich möchte Dich bitten, mich dafür baldmöglichst freizustellen, damit ich die Prüfung pünktlich antreten kann. Selbstverständlich werde ich so schnell wie möglich zurückkehren. Schon weil ich gerne bei der Geburt meines Kindes anwesend wäre." Das war ein Punkt, der ihn mächtig bedrückte. Der Winter nahte und dies bedeutete große Umwege, falls die Pässe bereits zu waren.


    "Das Gespräch mit dem Kommandanten der Ala, ja, das ist eigentlich sehr gut verlaufen, betrachtet man den unglücklichen Umstand, daß ich ihm den Tod seines Verwandten Terentius Lupus mitteilen mußte. Das hat ihn verständlicherweise sehr geschockt, dennoch war er sehr sachlich und wir konnten einige Dinge sogleich absprechen. Wir wollen mit den Männern sowohl bewährte Taktiken bei der Zusammenarbeit zwischen den berittenen Truppen und den Fußtruppen üben, als auch die gegenseitige Abwehr und dazu einige neue Ideen ausprobieren. Terentius hat die Idee, Fußtruppen durch die Reiterei zu transportieren und so schneller besonders durch unwegsames Gelände zu bringen. Inwiefern das vor allem mit kompletter Ausrüstung umsetzbar ist, muß schlicht ausprobiert werden, entsprechend belastbare Pferde hat er wohl zur Verfügung. - Ein wichtiger Punkt, der noch zu klären ist, wäre Zeit und Ort des Manövers. Vor allem vor dem Hintergrund, daß der Winter nicht mehr weit ist."

  • "Ja, leider muss ich dir bestätigen, dass aus Rom tatsächlich eine Ablehnung auf mein Beförderungsansuchen gekommen ist. Du scheinst also nach wie vor auf Salinators Liste zu stehen. Der Posten des Primus Pilus war somit das einzige, mit dem ich dir ein wenig entgegenkommen kann. Doch keine Sorge Valerian. Ich denke nicht, dass sich Salinator noch allzulange an der Macht halten kann. Ich habe beunruhigende Dinge aus Rom gehört und bin gespannt, wie der Senat darauf reagieren wird." begann Livianus die Beantwortung der ersten Frage. "Deine Einladung zur Cena möchte ich gerne annehmen, ob auch Iulia Cara daran teilnimmt, kann ich dir noch nicht sagen. Soweit ich weiß wird sie demnächst wieder zurück nach Rom reisen. Ich würde daher vorschlagen wir verschieben die Cena nach deiner Rückkehr aus Rom. Du hast selbstverständlich mein Einverständnis zum Zwecke deines Examens nach Rom zu reisen."


    Den nächsten Punkt nahm Livianus mit einem zufriedenen Nicken auf. "Sehr gut. Ich bin einverstanden und möchte, dass du auch weiterhin die Koordination dieser gemeinsamen Truppenübung übernimmst. Auch sie wird also noch etwas warten müssen, bis du aus Rom zurück bist. In der Zwischenzeit werde ich Kontakt zu Livius Tubero aufnehmen. Er ist der Legat der Legio IX, in der ich selbst lange Zeit gedient habe und die ich auch eine Zeit lang kommandieren durfte. Viele der Männer dort kennen mich noch und ich möchte, dass auch diese Legio an der Truppenübung teilnimmt." Der Decimer drehte sich um und sah zur Karte des Reiches, die hinter ihm an der Wand hing. "Was den Ort der Gefechtsübung betrifft so habe ich mir bereits meine Gedanken gemacht. Ich möchte mit den Einheiten Richtung Süden marschieren. Ich denke in der Gegend rund um Geneva werden wir genug Platz finden um die beiden Legionen und die Ala für ein gemeinsames Übungsgefecht zu vereinen." Livianus fuhr mit seinem Finger über die eingezeichnete Grenze zu Italia.

  • "Erstaunlich, wie nachtragend ein Mann in solch einer Position einem kleinen Licht wie mir gegenüber sein kann. Meinst Du, es macht Sinn, ihn aufzusuchen, sich förmlich zu entschuldigen und ihm ein wenig in den Hintern zu kriechen? Zwar schüttelt es mich bei dem Gedanken, aber wenn es dem Zweck dienlich ist, bringe ich es sicherlich glaubhaft zustande." Valerian kaute schon länger auf dieser Idee herum und da er ohnehin nach Rom wollte, gab es auch eine Gelegenheit. Wobei noch fraglich war, ob der PU ihn überhaupt vorlassen würde. "Beunruhigende Dinge aus Rom? Was ist geschehen?" Es machte ihn ganz kribbelig, nicht informiert zu sein. Auch hatte er ewig nichts von seinem Patron gehört, was ihn schon das Schlimmste fürchten ließ.


    "Natürlich begrüßen wir Dich auch gerne nach meiner Rückkehr als Gast in unserem Haus. Wir fühlen uns geehrt, daß Du unsere Einladung annimmst." In der Tat konnte er sich geehrt fühlen. Der Legat war schließlich nicht irgendwer und er selbst, wie er so treffend gesagt hatte, nur ein vergleichsweise kleines Licht.


    "Hab Dank für Dein Vertrauen, die Aufgabe ist eine schöne Herausforderung für mich. Zumal wenn die Legio IX ebenfalls an dem Manöver teilnimmt. Das wird dann doch eine größere Unternehmung, was ich aber nur begrüßen kann. Die Männer bekommen nur selten die Gelegenheit, in großen Einheiten ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen." Sein Blick folgte dem Finger des Legaten, als er auf die Gegend zeigte, die er für die Übung vorgesehen hatte. Das war ja ganz schön weit! "So nahe an der Grenze zu Italia? Wird das nicht... nun, zu einigen Beunruhigungen führen, wenn Truppenbewegungen an der Stelle nach Rom weitergemeldet werden?" Was führte der Legat im Schilde?

  • Zitat

    Salve. Dann nimm doch bitte erst einmal Platz. Wenn du möchtest, kann ich ein zusätzliches Kohlebecken bringen lassen, an dem du dich wärmen kannst.


    Ich setzte mich und fuhr mir kurz durch die Haare, "Danke, Legatus, das ist sehr freundlich. Aber die Natur dieses Landes hat uns an Kälte und Nässe gewöhnt". Ich breitete die Arme aus. "Aber es stört mich ein bißchen, dass ich mit einem verregneten Gesicht vor dir erscheine. Im allgemeinen sieht meine Visage etwas freundlicher aus".


    "Dir ist vielleicht bekannt, dass ich als Scriba Provincialis in der Regia arbeite. Ich kenne also das Metier eines Schreibers. Genauer gesagt, das eines staatlichen Schreibers, aber ich denke, ein persönlicher Schreiber wird kaum anders arbeiten. Was ich jedoch nicht kenne, ist die Aufgabe als Verwalter, die du in dem Stellenangebot genannt hast".

  • Zitat

    Original von Lucius Quintilius Valerian
    "Erstaunlich, wie nachtragend ein Mann in solch einer Position einem kleinen Licht wie mir gegenüber sein kann. Meinst Du, es macht Sinn, ihn aufzusuchen, sich förmlich zu entschuldigen und ihm ein wenig in den Hintern zu kriechen? Zwar schüttelt es mich bei dem Gedanken, aber wenn es dem Zweck dienlich ist, bringe ich es sicherlich glaubhaft zustande." Valerian kaute schon länger auf dieser Idee herum und da er ohnehin nach Rom wollte, gab es auch eine Gelegenheit. Wobei noch fraglich war, ob der PU ihn überhaupt vorlassen würde. "Beunruhigende Dinge aus Rom? Was ist geschehen?" Es machte ihn ganz kribbelig, nicht informiert zu sein. Auch hatte er ewig nichts von seinem Patron gehört, was ihn schon das Schlimmste fürchten ließ.


    "Natürlich begrüßen wir Dich auch gerne nach meiner Rückkehr als Gast in unserem Haus. Wir fühlen uns geehrt, daß Du unsere Einladung annimmst." In der Tat konnte er sich geehrt fühlen. Der Legat war schließlich nicht irgendwer und er selbst, wie er so treffend gesagt hatte, nur ein vergleichsweise kleines Licht.


    "Hab Dank für Dein Vertrauen, die Aufgabe ist eine schöne Herausforderung für mich. Zumal wenn die Legio IX ebenfalls an dem Manöver teilnimmt. Das wird dann doch eine größere Unternehmung, was ich aber nur begrüßen kann. Die Männer bekommen nur selten die Gelegenheit, in großen Einheiten ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen." Sein Blick folgte dem Finger des Legaten, als er auf die Gegend zeigte, die er für die Übung vorgesehen hatte. Das war ja ganz schön weit! "So nahe an der Grenze zu Italia? Wird das nicht... nun, zu einigen Beunruhigungen führen, wenn Truppenbewegungen an der Stelle nach Rom weitergemeldet werden?" Was führte der Legat im Schilde?


    "Nun ich weiß nichts genaues, aber man hat mir berichtet das Salinator im Namen des Kaisers Senatoren aus dem Senat werfen hat lassen und sich in die letzten Wahlen eingemischt hat. Vom Kaiser bestimmte Kandidaten hat es schon lange nicht mehr gegeben." Livianus überlegte kurz. "Seit ich Senator bin, könnte ich mich an keinen vergleichbaren Fall erinnern. Außerdem setzt er meiner Familie zu und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass er mit meiner kürzlichen Verurteilung etwas zu tun hatte. Du hast es vielleicht in der Acta gelesen. Für letzteres habe ich jedoch keine Bestätigung. Noch nicht." Dann wechselte er wieder das Thema und kam zurück auf die geplante Truppenübung. "Wie du bereits selbst gesagt hast, bricht der Winter bald ein und daher sehe ich nichts Falsches daran die Truppen zum Zwecke dieser Übung ein wenig weiter in den Süden zu verlegen. Die Nähe zu Italia sollte kein Problem darstellen. Die Legio I hält auch immer wieder Truppenübungen statt und die befinden sich in Italia. Ich sehe nichts Verwerfliches daran, unsere Männer trainieren zu lassen. Sollen sie in Rom doch denken, was sie wollen." Der Decimer lächelte Valerian breit an bei der Vorstellung das Salinator bei dieser Meldung vielleicht sogar davon ausging, die germanischen Legionen wollten in Italia einmarschieren und auch der Quintilier konnte dem Gedanken bestimmt etwas abgewinnen, Salinator einen kurzen Schreck einzujagen. Was sich Livianus dabei jedoch tatsächlich dachte, blieb in seinem innersten verborgen.

  • Zitat

    Original von Valgiso
    Ich setzte mich und fuhr mir kurz durch die Haare, "Danke, Legatus, das ist sehr freundlich. Aber die Natur dieses Landes hat uns an Kälte und Nässe gewöhnt". Ich breitete die Arme aus. "Aber es stört mich ein bißchen, dass ich mit einem verregneten Gesicht vor dir erscheine. Im allgemeinen sieht meine Visage etwas freundlicher aus".


    "Dir ist vielleicht bekannt, dass ich als Scriba Provincialis in der Regia arbeite. Ich kenne also das Metier eines Schreibers. Genauer gesagt, das eines staatlichen Schreibers, aber ich denke, ein persönlicher Schreiber wird kaum anders arbeiten. Was ich jedoch nicht kenne, ist die Aufgabe als Verwalter, die du in dem Stellenangebot genannt hast".


    "Nun im Prinzip suche ich im Moment eher einen verlässlichen Scriba, als einen Verwalter, da ich in Germanien keine Güter besitze und für meine Ländereien in Italia und Hispania bereits Verwalter eingestellt habe. Wobei ich dir von vorne herein zu bedenken geben muss, dass ich mir unter einem Privatsekretär keinen reinen Schreiber vorstelle. Es kann durchaus sein, dass ein solcher Mann in meinem Auftrag das eine oder andere Mal vereisen muss. Als Legatus Legionis bin ich sehr an diesen Ort gebunden. Es wäre jedoch manchmal gut ein Auge und ein Ohr in Rom oder an anderen Stellen zu haben bzw. müssen oft auch Dinge für mich dort erledigt werden. Solltest du also tatsächlich Interesse an dieser Arbeit haben, müsstest du auch ein gewisses Maß an Reisebereitschaft mitbringen. Mit einem gemütlichen Platz im Officium der Regia ist es also nicht unbedingt zu vergleichen, wenn du verstehst was ich meine. Welche Eigenschaften und Erfahrungen bringst du mit? Sprichst du neben Latein auch andere Sprachen? Schreiben kannst du zweifellos als Scriba der Provinzverwaltung aber wie sieht es mit deinen Rechenkünsten aus? Kannst du dich durchsetzen, auch gegen jemanden, der von Standes wegen über dir steht? Wenn du im Auftrag eines Senators handelst, kann es durchaus passieren, dass du in derartige Situationen kommst." Das waren vorerst genug Fragen, die der arme Scriba schon fast wie in einem Verhör beantworten musste. Livianus ließ es daher vorerst gut sein und wartete erst einmal die Antworten darauf ab. Er suchte einen zuverlässigen Mann für diese Aufgabe und das sollte bei diesem Gespräch klar und deutlich herauskommen.

  • Zitat

    Original von Marcus Decimus Livianus
    "Nun ich weiß nichts genaues, aber man hat mir berichtet das Salinator im Namen des Kaisers Senatoren aus dem Senat werfen hat lassen und sich in die letzten Wahlen eingemischt hat. Vom Kaiser bestimmte Kandidaten hat es schon lange nicht mehr gegeben." Livianus überlegte kurz. "Seit ich Senator bin, könnte ich mich an keinen vergleichbaren Fall erinnern. Außerdem setzt er meiner Familie zu und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass er mit meiner kürzlichen Verurteilung etwas zu tun hatte. Du hast es vielleicht in der Acta gelesen. Für letzteres habe ich jedoch keine Bestätigung. Noch nicht." Dann wechselte er wieder das Thema und kam zurück auf die geplante Truppenübung. "Wie du bereits selbst gesagt hast, bricht der Winter bald ein und daher sehe ich nichts Falsches daran die Truppen zum Zwecke dieser Übung ein wenig weiter in den Süden zu verlegen. Die Nähe zu Italia sollte kein Problem darstellen. Die Legio I hält auch immer wieder Truppenübungen statt und die befinden sich in Italia. Ich sehe nichts Verwerfliches daran, unsere Männer trainieren zu lassen. Sollen sie in Rom doch denken, was sie wollen." Der Decimer lächelte Valerian breit an bei der Vorstellung das Salinator bei dieser Meldung vielleicht sogar davon ausging, die germanischen Legionen wollten in Italia einmarschieren und auch der Quintilier konnte dem Gedanken bestimmt etwas abgewinnen, Salinator einen kurzen Schreck einzujagen. Was sich Livianus dabei jedoch tatsächlich dachte, blieb in seinem innersten verborgen.




    "Er nimmt dem Senat immer mehr aus der Hand", nickte Valerian, der den Wahlausgang natürlich interessiert verfolgt hatte. "Glaubst Du, Purgitius Macer wird ihm die Stirn bieten? Als Consul ist er sicherlich einer der besseren. Aber daß er sich gegen Salinator stellt, habe ich bisher nicht gehört." Wobei es natürlich auch ziemlich klug war, dies nicht offen zu tun. Trotzdem mochte Livianus etwas mehr über die Einstellung des Purgitiers wissen, von dem Valerian eigentlich eine ziemlich hohe Meinung hatte. Ein praktisch denkender, an den richtigen Stellen zufassender Soldat, so war er ihm immer vorgekommen.


    "Der Kaiser hatte es immer dem Senat überlassen, die Magistrate einzusetzen, solange ich zurückdenken kann", bestätigte Valerian den Eindruck von Livianus. "Die Idee kam ganz bestimmt nicht von Valerianus. Wenn es ihm nicht plötzlich immens besser geht. Doch dann wäre er garantiert wieder in Rom und würde das Heft selbst in die Hand nehmen. Ich habe ja ein paar mal bei ihm Wache geschoben. Der Mann ist sehr krank. Ihn interessiert nur, ob alles läuft. Welche Nase nun auf welcher Stelle sitzt, ist ihm herzlich gleichgültig, solange die Arbeit gemacht wird." Er sprach mit großer Sicherheit und glaubte auch fest an das, was er sagte.


    "Die Gerichtsverhandlung, ja. Auch dazu hatte was in der Acta gestanden. Ich sehe ja schwarz für meinen Adoptivsohn. Wobei mich immer noch wundert, daß die Adoption an sich nicht rückgängig gemacht wurde, sondern nur die Bürgerrechtsverleihung. Es sei denn, das ist nun doch noch gemacht worden, nach dieser Verhandlung. Es tut mir leid, daß gegen Dich entschieden wurde." Er mußte zugeben, er hatte mit diesem Ergebnis gerechnet. Wenn Salinator hinter der Anklage steckte, dann konnte es kein anderes Ergebnis geben.


    Da der Legat das Thema schnell wechselte, ritt Valerian auch nicht länger darauf herum. Also sollte die Übung tatsächlich so spät im Jahr noch stattfinden. Nun, das würde die Männer abhärten, soviel war klar. Valerian mußte breit grinsen, als er daran dachte, wie wohl auf diese Übung reagiert würde. Er war gespannt, ob ihnen Truppen entgegen gesandt würden. So rein zur Sicherheit. "Ich hoffe nur, der Schreck ist nicht so groß, daß Du Dein Kommando verlierst. Salinator ist ja schnell bei der Hand mit Versetzungen und Entlassungen, das kann ich aus erster Hand versichern. Du wirst sicher auch mit dem Statthalter über diese Übung sprechen? Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist sein Verhältnis zu dem Vescularier doch auch etwas angespannt? In der Castra Praetoria kursierten die wildesten Gerüchte über die Art und Weise, wie Salinator Vinicius Hungaricus damals als Praefectus Urbi abgelöst hat. Soll eine sehr unschöne Szene gewesen sein."

  • Zitat

    Mit einem gemütlichen Platz im Officium der Regia ist es also nicht unbedingt zu vergleichen, wenn du verstehst was ich meine


    Das war schon mal ein Haufen Zeugs und ich kam zu dem Schluss, dass das eine ziemlich aufregende Sache zu sein schien. Ich sortierte erst mal den Kram und versuchte, alles zu beantworten.


    "Sprachen? Germanisch und Keltisch. Griechisch nur ein paar Brocken. Rechnen? Ich habe Zimmermann gelernt, das heißt Messen, Zählen, Rechnen, das kann ich. Wenn du einen Dachstuhl oder ein Schiff bauen willst, kommst ohne das nicht aus".


    Der nächste Punkt beherbergte ein paar Stolpersteine. "Also, ich bin von der Siga den Rhein hinauf über Confluentes nach Mogontiacum gereist, um hier zu arbeiten. Nach zwei Wintern im officium tertium der Regia wäre jetzt Roma eigentlich das Richtige für meine Neugierde. Allerdings könnte es hier einen Konflikt mit meinen Plänen geben. Ich habe vor, Mitglied der Curia Mogontiaci zu werden, FALLS die neue lex municipalis den Peregrini diese Möglichkeit eröffnet. Die Sitzungen der Curia finden im September und Februar statt, dann müsste ich in Mogontiacum sein. Wohlgemerkt, FALLS ..."


    Sich gegen Höherstehende durchsetzen? Ich dachte dabei an einen Vorfall mit einem vorlauten Soldaten, der sich dabei einen jenseitsmäßigen Anschiss geholt hatte, aber sein Ziel erreicht hatte. "Höherstehenden in die Parade fahren? Ehrlich, ich weiß nicht, ob das vergleichbar ist, aber als Scriba musste ich oft manchen Großkopfeten davon abhalten, unangemeldet in das offcium des Legatus Augusti zu marschieren. Meist hilft Höflichkeit und Beharrlichkeit, gelegentlich auch Humor. Aber nicht immer. Ich hab jetzt einen alten Haudegen als Vorgesetzten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den zum Stehen bringen könnte, wenn er so richtig in Fahrt ist".

  • Zitat

    Original von Lucius Quintilius Valerian
    "Er nimmt dem Senat immer mehr aus der Hand", nickte Valerian, der den Wahlausgang natürlich interessiert verfolgt hatte. "Glaubst Du, Purgitius Macer wird ihm die Stirn bieten? Als Consul ist er sicherlich einer der besseren. Aber daß er sich gegen Salinator stellt, habe ich bisher nicht gehört." Wobei es natürlich auch ziemlich klug war, dies nicht offen zu tun. Trotzdem mochte Livianus etwas mehr über die Einstellung des Purgitiers wissen, von dem Valerian eigentlich eine ziemlich hohe Meinung hatte. Ein praktisch denkender, an den richtigen Stellen zufassender Soldat, so war er ihm immer vorgekommen.


    Livianus überlegte einen Moment lang, wie offen er mit Valerian über seine Gedanken sprechen konnte, entschied sich dann aber dem frischgebackenen Primus Pilus zu vertrauen. "Macer mag ein hervorragender Kommandant und Stratege sein, aber in der Politik. Ich weiß nicht so recht. Denkst du ein Mann der eine solche Zustimmung bei allen Senatoren genießt und fast bei jeder Wahl derart hohe Wahlergebnisse einfährt ist wirklich einer der sich auch einmal gegen den Strom stellt? Politisch gesehen hat der Mann aus meiner Sicht keinerlei Ecken und Kanten. Ich hätte zumindest noch nie davon gehört, dass er eine Meinung vertreten hätte, die nicht gleichlautend mit der Mehrheit war. Daher glaube ich auch nicht, dass er sich gegen Salinator stellen wird."


    Zitat

    "Die Gerichtsverhandlung, ja. Auch dazu hatte was in der Acta gestanden. Ich sehe ja schwarz für meinen Adoptivsohn. Wobei mich immer noch wundert, daß die Adoption an sich nicht rückgängig gemacht wurde, sondern nur die Bürgerrechtsverleihung. Es sei denn, das ist nun doch noch gemacht worden, nach dieser Verhandlung. Es tut mir leid, daß gegen Dich entschieden wurde." Er mußte zugeben, er hatte mit diesem Ergebnis gerechnet. Wenn Salinator hinter der Anklage steckte, dann konnte es kein anderes Ergebnis geben.


    "Das muss dir nicht leid tun Valerian. Ich habe wohl einen Fehler gemacht und dafür nun die Rechnung präsentiert bekommen. Allerdings hat mit dieser Verurteilung auch der zuständige Prätor einige Fehler gemacht und mein Bruder Mattiacus überprüft gerade, wie wir gerichtlich gegen ihn vorgehen können. Zum einen hat er den Prozess zugelassen, obwohl die Verfehlung bereits verjährt gewesen wäre und zum anderen hat er natürlich sowohl deine, als auch meine Adoption als Amtsmissbrauch angesehen, aber sie nicht rückgängig gemacht. Ich lasse mich jedoch nicht davon beeindrucken und warte einmal ab, was mein Bruder in Rom ausrichten kann."


    Zitat

    Da der Legat das Thema schnell wechselte, ritt Valerian auch nicht länger darauf herum. Also sollte die Übung tatsächlich so spät im Jahr noch stattfinden. Nun, das würde die Männer abhärten, soviel war klar. Valerian mußte breit grinsen, als er daran dachte, wie wohl auf diese Übung reagiert würde. Er war gespannt, ob ihnen Truppen entgegen gesandt würden. So rein zur Sicherheit. "Ich hoffe nur, der Schreck ist nicht so groß, daß Du Dein Kommando verlierst. Salinator ist ja schnell bei der Hand mit Versetzungen und Entlassungen, das kann ich aus erster Hand versichern. Du wirst sicher auch mit dem Statthalter über diese Übung sprechen? Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist sein Verhältnis zu dem Vescularier doch auch etwas angespannt? In der Castra Praetoria kursierten die wildesten Gerüchte über die Art und Weise, wie Salinator Vinicius Hungaricus damals als Praefectus Urbi abgelöst hat. Soll eine sehr unschöne Szene gewesen sein."


    "Es ist nicht das erste und bestimmt auch nicht das letzte Mal, dass ein Legat eine Truppenübung veranstaltet. Ich sehe daher keinen triftigen Grund mich meines Kommandos zu entheben. Zum einen hätte mich Salinator in diesem Fall wieder in Rom, wo er mich eigentlich weg haben wollte und zum anderen würde er damit nur noch mehr Öl ins Feuer gießen und dem Senat zeigen, wie unüberlegt und willkürlich seine Entscheidungen ausfallen. Den Statthalter werde ich Informieren, aber ich glaube ein Gespräch wird nicht notwendig sein." Umso weniger der Statthalter wusste, umso weniger konnte man ihm vorwerfen, falls Salinator doch auf die Idee kam gegen Livianus vorzugehen.


  • Livianus nickte zufrieden. "Das klingt alles sehr gut und ich denke aus meiner Sicht spricht nichts gegen deine Anstellung. Allerdings hast du gesagt, dass du derzeit als Scriba in der Provinzverwaltung arbeitest. Hast du deinen Vorgesetzten dort bereits über deine Pläne informiert?"

  • Zitat

    Original von Marcus Decimus Livianus
    Livianus überlegte einen Moment lang, wie offen er mit Valerian über seine Gedanken sprechen konnte, entschied sich dann aber dem frischgebackenen Primus Pilus zu vertrauen. "Macer mag ein hervorragender Kommandant und Stratege sein, aber in der Politik. Ich weiß nicht so recht. Denkst du ein Mann der eine solche Zustimmung bei allen Senatoren genießt und fast bei jeder Wahl derart hohe Wahlergebnisse einfährt ist wirklich einer der sich auch einmal gegen den Strom stellt? Politisch gesehen hat der Mann aus meiner Sicht keinerlei Ecken und Kanten. Ich hätte zumindest noch nie davon gehört, dass er eine Meinung vertreten hätte, die nicht gleichlautend mit der Mehrheit war. Daher glaube ich auch nicht, dass er sich gegen Salinator stellen wird."


    "Das muss dir nicht leid tun Valerian. Ich habe wohl einen Fehler gemacht und dafür nun die Rechnung präsentiert bekommen. Allerdings hat mit dieser Verurteilung auch der zuständige Prätor einige Fehler gemacht und mein Bruder Mattiacus überprüft gerade, wie wir gerichtlich gegen ihn vorgehen können. Zum einen hat er den Prozess zugelassen, obwohl die Verfehlung bereits verjährt gewesen wäre und zum anderen hat er natürlich sowohl deine, als auch meine Adoption als Amtsmissbrauch angesehen, aber sie nicht rückgängig gemacht. Ich lasse mich jedoch nicht davon beeindrucken und warte einmal ab, was mein Bruder in Rom ausrichten kann."


    "Es ist nicht das erste und bestimmt auch nicht das letzte Mal, dass ein Legat eine Truppenübung veranstaltet. Ich sehe daher keinen triftigen Grund mich meines Kommandos zu entheben. Zum einen hätte mich Salinator in diesem Fall wieder in Rom, wo er mich eigentlich weg haben wollte und zum anderen würde er damit nur noch mehr Öl ins Feuer gießen und dem Senat zeigen, wie unüberlegt und willkürlich seine Entscheidungen ausfallen. Den Statthalter werde ich Informieren, aber ich glaube ein Gespräch wird nicht notwendig sein." Umso weniger der Statthalter wusste, umso weniger konnte man ihm vorwerfen, falls Salinator doch auf die Idee kam gegen Livianus vorzugehen.



    "Hm, vermutlich hast Du Recht. Obwohl ich nach wie vor einen Soldaten nicht für die schlechteste Wahl halte. Der weiß wenigstens, wie die Welt läuft und ist nicht zu vergeistigt für praktische Lösungen." Er mochte Purgitius Macer. Im Gegensatz zu zum Beispiel Tiberius Durus. Man erlebte eben eine Menge Dinge, wenn man am Palasttor stand. "Was kann man tun? Wer kann überhaupt etwas tun? Und gibt es überhaupt etwas, das man Salinator wirklich ankreiden kann? Wenn es jemand schaffen würde, zum Kaiser vorzudringen und mit ihm zu reden, - was könnte der ihm sagen, was so stichhaltig wäre, daß der Kaiser vielleicht die Wahl seines Stellvertreters überdenkt?" Das war auch so ein Problem. Jeder regte sich über Salinator auf. Doch wenn man versuchte, es in eine Anklage zu formulieren, dann mußte man feststellen, daß sich alles vernünftig erklären ließ und man nur so wirkte wie ein Kind, dem man sein Spielzeug weggenommen hatte. Valerians Versetzung beispielsweise. Ihn selbst ärgerte es maßlos. Doch er war tatsächlich respektlos gewesen. Und wurde zweifelsohne hier ebenso gebraucht wie in Rom.


    "Wegen der Prüfung werde ich baldmöglichst nach Rom aufbrechen. Natürlich werde ich meine Augen und Ohren offenhalten und auch das Haus meines Patrons aufsuchen, um zu hören, wo er sich gerade aufhält und wann endlich mit seiner Rückkehr zu rechnen ist. Hast Du irgendwelche Aufträge für mich? Soll ich beispielsweise Deinen Bruder aufsuchen und ihm Nachricht von Dir bringen?"

  • Zitat

    Das klingt alles sehr gut und ich denke aus meiner Sicht spricht nichts gegen deine Anstellung. Allerdings hast du gesagt, dass du derzeit als Scriba in der Provinzverwaltung arbeitest. Hast du deinen Vorgesetzten dort bereits über deine Pläne informiert?


    Ich wurde etwas nachdenklich. Das Gespräch war jetzt an einem Punkt angelangt, wo ich vor einer Wegegabelung stand. Ich musste mich entscheiden. Mir fiel die Szene in Confluentes ein, als ich auf dem Prahm von Pharos angeheuert hatte, um nach Mogontiacum zu kommen. Als er die Leinen los machen wollte, schaute er mich kurz an. Mogontiacum? Ja, Mogontiacum, Leinen los.


    "Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast und dass du offenbar bereit bist, mich einzustellen, Legatus. Meinem Vorgesetzten, dem Magister Officiorum Fabius Vibulanus, habe ich schon gesagt, dass ich nach einer neuen Stelle Ausschau halte. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich mich auf dein Stellenangebot bewerben will. Jetzt muss ich zu ihm gehen und ihn bitten, mich zu entlassen. Er wird das sicher mit dem Legatus Augusti absprechen müssen. Wenn sie mich laufen lassen, kann ich hier anfangen".

  • "Von meiner Seite aus spricht nichts gegen die Anstellung. Lass uns jedoch noch über deine Gehaltsvorstellungen sprechen. Dein derzeitiger Lohn als Scriba ist eher karg wenn ich richtig informiert bin. Was hast du dir nun vorgestellt?" fragte Livianus nach.

  • Zitat

    Original von Lucius Quintilius Valerian
    "Hm, vermutlich hast Du Recht. Obwohl ich nach wie vor einen Soldaten nicht für die schlechteste Wahl halte. Der weiß wenigstens, wie die Welt läuft und ist nicht zu vergeistigt für praktische Lösungen." Er mochte Purgitius Macer. Im Gegensatz zu zum Beispiel Tiberius Durus. Man erlebte eben eine Menge Dinge, wenn man am Palasttor stand. "Was kann man tun? Wer kann überhaupt etwas tun? Und gibt es überhaupt etwas, das man Salinator wirklich ankreiden kann? Wenn es jemand schaffen würde, zum Kaiser vorzudringen und mit ihm zu reden, - was könnte der ihm sagen, was so stichhaltig wäre, daß der Kaiser vielleicht die Wahl seines Stellvertreters überdenkt?" Das war auch so ein Problem. Jeder regte sich über Salinator auf. Doch wenn man versuchte, es in eine Anklage zu formulieren, dann mußte man feststellen, daß sich alles vernünftig erklären ließ und man nur so wirkte wie ein Kind, dem man sein Spielzeug weggenommen hatte. Valerians Versetzung beispielsweise. Ihn selbst ärgerte es maßlos. Doch er war tatsächlich respektlos gewesen. Und wurde zweifelsohne hier ebenso gebraucht wie in Rom.


    "Derzeit kann man vermutlich überhaupt nichts tun. Man kann nur abwarten und auf eine passende Gelegenheit hoffen." stellte Livianus resignierend fest. "Vielleicht lässt sich Salinator auch zu einem Fehler hinreißen. Wenn ich nur wüsste, wer in Rom ähnlich denkt wie wir. Vielleicht kannst du deinen Aufenthalt nutzen und dich ein wenig umhören. Das wäre bestimmt sehr hilfreich. Und erkundige dich nach Balbus. Ich habe schon sehr lange nichts mehr von ihm gehört." Was den Decimer äußerst beunruhigte, da er wusste, dass auch Balbus kein Freund des Praefectus Urbi war. Auch das vereinbarte Treffen zwischen den beiden und ihrem gemeinsamen Patron Aelius Quarto hatte nie stattgefunden, als Livianus noch in Rom weilte.


    Zitat

    "Wegen der Prüfung werde ich baldmöglichst nach Rom aufbrechen. Natürlich werde ich meine Augen und Ohren offenhalten und auch das Haus meines Patrons aufsuchen, um zu hören, wo er sich gerade aufhält und wann endlich mit seiner Rückkehr zu rechnen ist. Hast Du irgendwelche Aufträge für mich? Soll ich beispielsweise Deinen Bruder aufsuchen und ihm Nachricht von Dir bringen?"


    Valerian riss ihn jedoch wieder aus seinen Gedanken. "Wenn du Zeit findest wäre es tatsächlich sehr vorteilhaft, wenn du bei meinem Bruder vorbeischauen könntest. Wir sind zwar im Briefkontakt, aber ich bin mir nicht sicher, ob er sich auch wirklich alles schriftlich übermitteln kann, was sich in Rom derzeit tut. Bei dieser Gelegenheit hätte ich auch etwas, dass bei meiner Nichte Seiana vorbeigebracht werden müsste." Livianus holte eine Wachstafel hervor und legte sie vor den Quintilier auf den Tisch.



    ~ CONVENTIO ~


    Mit diesem Schreiben wechselt das Landgut des Marcus Decimus Livianus bei Ostia zum Preis von 5000 Sesterzen per heutigen Datum in den Besitz der Decima Seiana über. Das Geschäft wird gültig durch Unterschrift beider Parteien auf diesem Dokument, welches sich in dem Besitz des Verkäufers befindet und einer Zweitanfertigung, welche im Besitz des Käufers verbleiben wird.


    ANTE DIEM VI KAL DEC DCCCLX A.U.C.
    (26.11.2010/107 n.Chr.)


    gezeichnet
    MARCUS DECIMUS LIVIANUS


    gezeichnet





    "Wenn du sie das bitte unterzeichnen lassen könntest und dann an mich zurückbringst."

  • "Das sollte sich herausfinden lassen. Ich habe noch gute, vertrauenswürdige Kontakte zu den Kameraden bei den Cohortes Praetoriae, über sie sollte ich den einen oder anderen Namen bekommen können." Daran hatte Valerian keinen Zweifel, daß es Männer gab, die gegen Salinator arbeiteten. Aber vermutlich würden sie es nicht gerade öffentlich breittreten, daher vermutete er, daß er wohl erst einmal nur wenige Namen und noch dazu "kleine Fische" würde herausfinden können. Doch ein Mann wie Livianus würde über diese sicherlich auch an die anderen herankommen, immerhin wollte er in das gleiche Horn stoßen.


    "Balbus ist schon schwieriger. Wie Du vielleicht weißt: Er ist mein Patron. Ich habe schon lange nichts mehr von ihm gehört. Es wurde von einem geheimen Auftrag gemunkelt. Wäre er zurück in Rom, hätte er mir ganz sicher geschrieben. Aber ich werde auf jeden Fall zu seinem Haus gehen und mich erkundigen. Vielleicht wissen seine Angehörigen mittlerweile mehr." Es war Valerian anzumerken, daß er sich durchaus Sorgen machte.


    "Deinen Bruder suche ich gern auf und auch Deine Nichte. Du kannst Dich da ganz auf mich verlassen." Er nahm die Wachstafel und verstaute sie sicher.

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