Renovierungsarbeiten an der Villa Aurelius Ursus

  • Das klang doch schon alles viel besser. Ursus nickte und er lehnte sich ein wenig entspannter zurück, um noch einmal zu den Speisen zu greifen. Die ganze Zeit hatte er völlig vergessen, zu essen und zu trinken. "Gerne beteilige ich mich auch an den genaueren Planungen. Es ist mir durchaus möglich, ab und an für zwei, drei Tage herzukommen. Nicht zu oft natürlich." Ursus wußte eben gern genau, auf was er sich einließ. Wenn er schon seinen Kopf hinhielt, wollte er zumindest auch seine Ideen mit einbringen in die Pläne.

  • Das Angebot des Aureliers erzeugte bei Durus leichtes Stirnrunzeln. Soweit er sich erinnern konnte, war Ursus als Legatus Legionis in Mantua stationiert, von wo aus man vier Tage für eine Reise nach Rom brauchte. Das bedeutete, dass er selbst, wenn er nur wenige Tage in Rom blieb, doch zumindest neun Tage absent war.


    "Dein Angebot ist prinzipiell willkommen, allerdings halte ich es für wichtig, dass unsere Pläne vorerst geheim bleiben. Dein Fehlen in Mantua würde sicherlich auffallen und die Frage stellen, was Du so häufig in Rom zu tun hast."


    wandte er daher ein. Dann fügte er hastig hinzu.


    "Aber wir halten Dich gern über einen Boten auf dem Laufenden."

  • "Nunja, ich sagte ja: Sehr häufig kann ich dies nicht tun. Eher nur selten. Doch alle paar Monate einmal herkommen, wäre durchaus nicht ungewöhnlich. Dies haben meine Vorgänger ebenfalls getan und das würde ich auch tun, ohne in diese... Angelegenheit verwickelt zu sein. Schon um zuverlässig auf dem Laufenden zu bleiben. Dies ist nun einmal der Vorteil, in Italia stationiert zu sein. Und bietet zudem die Möglichkeit, die Fähigkeiten des Stabes zu testen." Sicher war es nicht schön, wenn ein Kommandant nicht bei seiner Truppe war. Doch in ruhigen Zeiten konnte dies für ein paar Tage ruhig in Kauf genommen werden. "Sobald allerdings Unruhen entstehen, werde ich meine Truppe nicht mehr verlassen können. Und ich rechne fest mit Unruhen, sollte dieser Plan durchgeführt werden."

  • "Natürlich! Doch in diesem Fall wären wir Dir auch sehr dankbar, wenn Du Deine Truppen im Sinne unserer Sache führen würdest. Hieltest Du es im Übrigen für möglich, dass Deine Legion Dir folgen würde, würdest du sie nach Rom führen, um in diesem Fall die Ordnung herzustellen?"


    Natürlich würde schwer sein, die Reaktion von vielen tausend Mann abzuwägen, andererseits war Ursus nun schon eine ganze Zeit lang Legat und da Durus ja bereits die Vorgehensweise angedeutet hatte, würde er vielleicht eine leichte Prognose abgeben können.

  • "Es kommt immer darauf an, wie eine Sache verkauft wird. Sicherlich wird es nicht ganz leicht sein, die Männer von der Richtigkeit einer solchen Aktion zu überzeugen. Aber ich traue mir dies zu. Der Stab steht fest hinter mir und ich kann in der nächsten Zeit auch darauf hinarbeiten, das Vertrauen meiner Männer in mich zu festigen." Damit hatte er wohl deutlich genug gesagt, daß seine Truppe der guten Sache zur Verfügung stand.

  • "Hervorragend! Ich kann es nur wiederholen: Rom braucht Männer wie dich!"


    erwiderte Durus mit einem zufriedenen Lächeln. Wenn er alles zusammenrechnete, würden sie damit mindestens fünftausend Mann in Italia, sowie noch einmal dreißigtausend Mann in Germania zur Verfügung haben - dies war in jedem Fall keine schlechte Chance, die Angelegenheit friedlich zu lösen!


    "Pflegst du im übrigen Kontakte zu anderen Kommandeuren? Könntest du dir vorstellen, wer noch auf unserer Seite stände?"

  • Hätte man Ursus vor fünf Jahren gesagt, daß er an einer Verschwörung gegen den Kaiser und seinen Stellvertreter teilnehmen würde, hätte er den Sprecher vermutlich wegen Verleumdung angezeigt. Und nun? Das Lob aus dem Mund des Tiberiers tat gut. Und doch blieb dieser schale Beigeschmack. Ursus wußte, daß er hier nicht nur leere Worte verlor. Und er wußte auch um da Risiko, das er einging. Er riskierte nicht weniger als sein Leben. Und auch die Zukunft seiner geliebten Familie. Doch was wäre deren Zukunft, wenn alles so weiterliefe? Nein, manchmal mußte das Risiko eingegangen werden.


    "Ganz sicher würde Decimus Livianus auf unserer Seite stehen. Aber er ist meiner Meinung nach sehr unbeherrscht und geht zu offen und zu unvorbereitet vor. Seine Vorstellung im Senat, als er Salinator offen angegriffen hat, ohne Beweise zu haben, war nichts weniger als dumm. Erstaunlich, daß man ihm dennoch ein Kommando anvertraut hat. Die anderen Kommandeure sind mir weitestgehend unbekannt. Viele von ihnen wurden erst kürzlich eingesetzt. Ich bin vorsichtig mit meinen Äußerungen, da ich als Patrizier sicherlich kein Liebling des PU bin, auch wenn ich bisher nicht das Geringste getan habe, um seinen Unmut zu wecken. - Hast Du Kontakte zur Classis?" Das wäre eine Truppe, die Rom noch näher stehen würde. Und vor allem war sie dem Kaiser nahe.

  • Zitat

    Original von Aurelia Prisca
    ....


    Auf das Stichwort der Aurelia hin trugen einige Sklaven die mitgebrachten Geldtruhen herein und stellten diese abseits und für alle Anwesenden gut sichtbar auf. Natürlich hätte die Verteilung auch andernorts erfolgen können, jedoch hielt es Prisca für am besten diejenigen Sklaven höchstpersönlich zu beaufsichtigen, die mit der Verteilung des Erbes beauftragt waren. Und dieser Anlass hier erschien ihr ideal dafür geeignet, ging es doch die übrigen Angehörigen genauso viel an wie sie.


    Während die Aurelier also ihren Familienrat fortsetzten, konnten sie ganz nebenbei beobachten wie die Sklaven eifrig das Geld zählten und es - entsprechend dem letzten Willen des Verstorbenen - auf die einzelnen Truhen* verteilten.



    Sim-Off:

    *WiSim … bitte jeder nur eine Truhe. Klienten folgen später ;)

  • Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    "Ganz sicher würde Decimus Livianus auf unserer Seite stehen. Aber er ist meiner Meinung nach sehr unbeherrscht und geht zu offen und zu unvorbereitet vor. Seine Vorstellung im Senat, als er Salinator offen angegriffen hat, ohne Beweise zu haben, war nichts weniger als dumm. Erstaunlich, daß man ihm dennoch ein Kommando anvertraut hat. Die anderen Kommandeure sind mir weitestgehend unbekannt. Viele von ihnen wurden erst kürzlich eingesetzt. Ich bin vorsichtig mit meinen Äußerungen, da ich als Patrizier sicherlich kein Liebling des PU bin, auch wenn ich bisher nicht das Geringste getan habe, um seinen Unmut zu wecken. - Hast Du Kontakte zur Classis?" Das wäre eine Truppe, die Rom noch näher stehen würde. Und vor allem war sie dem Kaiser nahe.


    Leider war das Angebot, das Ursus aufbieten konnte, eher mager - Livianus hatte Durus zwar ebenfalls bereits ins Auge gefasst, allerdings ging er davon aus, dass der Decimer sich ohnehin nicht gegen ein Regime stellen würde, das gegen Salinator vorging. Und abgesehen davon würde Modestus sich wohl darum kümmern.


    "Nein, leider nicht. Aber wir sind bereits auf der Suche nach Kontakten!"


    erklärte er zu jenem Gedanken, der ihm ebenfalls bereits gekommen war. Aber Decimus Magnus war zumindest Livianus' Klient, was die Chancen durchaus steigerte.

  • "Nun, mein Primus Pilus regte vor einiger Zeit ein gemeinsames Manöver mit der Classis an. Ich halte das für eine gute Möglichkeit, Kontakte herzustellen und eine gute Basis für eine Zusammenarbeit herzustellen." Er führte seinen Becher an die Lippen und nahm einen kleinen Schluck. Bei wichtigen Gesprächen behielt er gerne einen klaren Kopf. "Vor allem ist solch ein Manöver völlig unverdächtig, immerhin hatten wir es schon ohne... diesen Hintergrund geplant."

  • "Das wäre selbstverständlich auch eine hervorragende Möglichkeiten, Truppen unverdächtig in die Nähe Roms zu bekommen."


    meinte Durus. Zwar hatte Lucianus beteuert, dass die Prätorianer sich im Zweifelsfall gegen Salinator stellen würden, doch war der Tiberier sich keineswegs sicher.


    "So du allerdings über keine besonderen Beziehungen zum Praefectus Classis verfügst, würde Vinicius Lucianus sich um dessen Einweihung kümmern - er ist sein Patron!"


    Möglicherweise war dieser Kommunikationsweg ein wenig sicherer als der über Ursus - zumindest, wenn sie in der Beziehung zueinander standen, die Durus vermutete.

  • Ursus nickte ernst. "Gut, dann wird der Praefectus über unseren gemeinsamen Patron informiert. Und wir werden diesen Kontakt dann gründlich vertiefen. Wir haben den Vorteil des kurzen Weges. Wenn wir die in Italia stationierten Einheiten auf unserer Seite vereinen können, dann haben wir einen großen Vorteil." Damit wäre das wohl vorerst geklärt.


    "Um zu einem anderen Thema zu kommen. Unsere Familie hat nicht vergessen, welche Schmach Dir eine der unseren angetan hat. Wie wir Dir damals schon versicherten, wäre es uns eine Ehre, Dir dafür eine andere junge gesunde Frau aus unserer Familie an die Seite zu stellen. Dieses Angebot möchte ich heute noch einmal wiederholen. Aurelia Flora ist wunderschön, wohlerzogen und es wäre ihr eine große Ehre, Dir eine gute Ehefrau zu sein."

  • Durus nickte noch nachdenklich, als Ursus das Thema komplett wechselte. Der Tiberier hatte es schon seit längerer Zeit verdrängt und vor sich hergeschoben - doch nun trat es wieder offen zutage. Als Senator und Pontifex war er ein Vorbild für alle und als Consular konnte er sich Ehefrauen praktisch aussuchen. Doch angesichts der Tatsache, dass bereits mehrere tiberisch-aurelische Verbindungen in die Brüche gegangen waren, war es vielleicht sinnvoll, es noch einmal zu versuchen um die Beziehungen der beiden Familien nach außen zu tragen. Oder war es aber doch ein Fluch, der auf solchen Beziehungen lastete?


    "Aurelia Flora?"


    Der Tiberier rieb sich nachdenklich das Kinn. Er glaubte, das Mädchen schon einmal getroffen zu haben. Allerdings wusste er weder, zu welcher Gelegenheit, noch hatte er ein Bild oder ähnliches vor Augen. Oder war sie nicht eine der Zwillinge gewesen?


    "Aurelia Flora - prinzipiell wäre ich dem selbstverständlich nicht abgeneigt. Es wäre sicherlich ein gutes Zeichen, wenn unsere Familien ein weiteres Band schlössen, nachdem so viele andere gerissen sind."


    antwortete er schließlich.

  • "Ich denke auch, daß gerade in diesen Zeiten, in denen patrizische Abstammung immer geringer geachtet wird, wir demonstrieren sollten, daß wir zusammenhalten und unsere Traditionen hochhalten. Nicht alle Verbindungen unserer Familien stehen unter einen schlechten Stern. Septima und ich sind ausgesprochen glücklich und freuen uns unbändig auf die Geburt unseres Kindes. Im Übrigen wollen Septima und ich unser Kind nach Dir benennen, sollte es ein Sohn sein, - wenn Du einverstanden bist. Leider ist es nicht mehr zulässig, ein Kind Durus zu nennen. So würden wir gerne Dein Praenomen weitergeben und es Manius nennen." Ursus strahlte bei diesen Worten und fühlte wieder die Unruhe in sich, die ihn dazu trieb, sobald wie möglich nach Mantua zurückzukehren. "Und was Flora angeht: Wenn Du sie vorher gerne näher kennenlernen möchtest, so läßt sich das gewiß einrichten. Sie ist war zur Zeit bei uns in Mantua, doch das soll kein Hindernis sein."

  • Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Die plötzliche Begeisterung des Artoriers war ansteckend und ließ Ursus sogar ein echtes Lächeln zustanden bringen. Trotz der Erschöpfung, die sich mit jeder Minute mehr bemerkbar machte. "Das will ich doch schwer hoffen, daß ich die zu Gesicht bekomme. Wann werden die Arbeiten daran beginnen? Das Haus soll prächtig werden, Reatinus. Meine Frau soll sich hier richtig wohl fühlen. Obwohl ich mir inzwischen nicht mehr sicher bin, ob wir wirklich hier leben werden. Vermutlich nur in den Zeiten, in denen ich das Pomerium nicht betreten darf. Aber wie auch immer: Vorerst bin ich Kommandant der Prima und werde es wohl auch noch eine Weile bleiben. So lange wird das Haus auf jeden Fall gebraucht."


    Der Weg von der Villa Aurelia zu ihrer zukünftig eigenen war nicht weit und so traf der Miles, welchen Ursus erst vor gut einer halben Stunde losgeschickt hatte, wieder an der zu renovierenden Villa seines Kommandaten ein. Mit dabei hatte er die freudestrahlende Ehefrau des Legaten, die sich gerade von ihrem Leibwächter aus der Sänfte helfen lies.
    Neugierig betrat Septima die Baustelle. Jeden Tag gab es etwas neues hier zu entdecken, doch gerade in diesem Moment wollte sie nur ihren Gemahl finden, sich in seine Arme werfen und die schrecklichen Ereignisse der letzten Tage einfach für einen Moment vergessen. „TITUS!“ rief sie laut nach ihm, damit sie ihn nicht länger suchen mußte. Hoffentlich war er nicht ebenso erschöpft wie der Soldat, der ihr die Nachricht über die Ankunft ihres Mannes gebracht hatte, sonst würde sie ihn womöglich schlafend antreffen.

  • Ausgerechnet an dem Tag, an dem sie glaubte, dass sie Ursus nun die Frau sein konnte, die er sich wünschte und an seiner Seite sein würde, wenn er für und mit der Familie wichtige Entscheidungen treffen würde, ausgerechnet an diesem Tag ging es ihr nicht so gut. Trotzdem hatte sie sich von Frija herrrichten lassen und begrüßte nun, mit einem etwas gequält wirkenden Lächeln, die einzelnen Familienmitglieder der Aurelier. Da dies eine Familienangelegenheit war, hielt sich die Tiberia sehr im Hintergrund und nahm auf einer der Klinen Platz. 'Oh gut, endlich sitzen.' Den durch Tilla gereichten Mulsum lehnte Septima mit einem Wink ihrer Hand ab. Dann folgte sie den Ausführungen von Lupus und den Reaktionen von Titus und Prisca.


    Während die Sklaven das Geld von Corvinus zählten und verteilten, nahm das Gefühl des unwohlseins bei Septima immer mehr zu. Sie schaute zu ihrem Mann, um ihn auf sich aufmerksam zu machen. „Titus!“ sprach sie ihn leise an und wartete, dass er sich ihr zuwand. Erst dann sprach Septima weiter. „Ich fühle mich nicht besonders gut und würde mich gerne zurück ziehen.“ Sie wartete erneut einen kurzen Moment, in dem Ursus ihr die 'Erlaubnis' für ihren Rückzug geben konnte, ehe sie sich im aufstehen begriffen, an die anwesenden Familienmitglieder wand. „Leider fühle ich mich im Moment nicht besonders wohl, deshalb würde ich mich gerne zurück ziehen. Bitte, fahrt fort mit dem was ihr noch besprechen müsst und genießt den Abend in unserer zukünftigen Villa.“ Sie nickte allen zum Abschied noch einmal zu und versuchte sich in einem Lächeln gegenüber Ursus, damit er sich nicht zu viele Sorgen um ihr Wohl machen würde, bis er später zu ihr ins Cubiculum kommen würde.

  • Der Tag der Abreise aus Rom war gekommen und ganz im Gegensatz zu ihren Erwartungen vor der Ankunft in Rom, konnte es Septima kaum erwarten, wieder nach Mantua zurück zu kehren. Vieles war in der kurzen Zeit seit ihrer Rückkehr nach Rom geschehen, so dass die Tiberia diesen Ausflug, der ihr Ablenkung vom trostlosen Militärleben in Mantua bringen sollte, in keiner guten Erinnerung behalten würde. Das einzig positive war, dass ihre Freundin Serrana, gemeinsam mit ihrem Ehemann Germanicus Sedulus, sie zurück nach Mantua begleiten würden und Serrana auch ihr Kind außerhalb von Rom zur Welt bringen würde. Dies würde also kein kurzer Besuch des Ehepaares sein, sondern ein etwas längerer Aufenthalt in Mantua werden.


    Ihre letzte Nacht im eigenen Haus hatten Ursus und Septima in glücklicher Umarmung miteinander verbracht, obwohl ihr Bäuchlein langsam hinderlich wurde. Doch Septima war nicht bereit auf die ehelichen Pflichten zwischen Mann und Frau zu verzichten.

    Ausgeruht und freudig strahlend gesellte sich die werdende Mutter zu Sedulus und Ursus hinzu. „Salve, Sedulus.“ Septima benutzte absichtlich das Cognomen des Germanicer, denn er war ein guter Freund von Ursus und somit kein Unbekannter für sie. Sollte er mit der persönlicheren Anrede nicht einverstanden sein, so konnte er es ihr ja noch sagen. „Also von mir aus können wir los.“ Die Sachen der Tiberia waren schon gestern vollständig verpackt und verstaut worden, so das sie gleich aufbrechen konnten. Ein kurzer, liebevoller Blick folgte in Ursus' Richtung.


    Als sie vor die Porta traten, war auch soeben Flora eingetroffen, die sie ebenfalls nach Mantua begleiten würde. Herzlich begrüsste Septima das eine der beiden Blümchen mit einer Umarmung. „Salve Flora. Schön das du uns begleiten wirst. Ich freue mich über jede Ablenkung in Form von standesgemäßen Frauen, die ich kriegen kann.“ Kichernd stiegen die jungen Frau der Kutsche zu. Drinnen saß Serrana und Septimas Lächeln wurde breiter. Bevor sie sich setzten konnte, umarmte sie ihre junge Freundin. Die Ereignisse der letzten Tage hatten es verhindert, dass sie sich sehen konnten, doch Septima war ihrem Mann sehr dankbar, dass dieser es geschafft hatte, Sedulus und Serrana zu dieser Reise zu motivieren.


    „Serrana! Ich freu mich so dich... nein, euch...“ Septima nahm etwas Abstand von Serrana und beäugte kurz deren stattlichen Bauch. „... zu sehen. Bei den Göttern, du bist doch eindeutig nach mir schwanger geworden, oder irre ich mich da?“ Lachend ließ sie die Freundin los und setzte sich neben sie. Noch konnte sich Septima völlig ungehindert bewegen und bis auf den Abend des Familienrates klagte sie auch nicht über irgendwelche Beschwerden anderer Art. Serrana dagegen schien förmlich augedunsen zu sein, was Septima ein wenig merkwürdig vorkam, doch vielleicht hatte sie einfach nur Glück mit ihrer Schwangerschaft.


    Die Männer stiegen ebenfalls hinzu und die Reise begann.

  • Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    "Ich denke auch, daß gerade in diesen Zeiten, in denen patrizische Abstammung immer geringer geachtet wird, wir demonstrieren sollten, daß wir zusammenhalten und unsere Traditionen hochhalten. Nicht alle Verbindungen unserer Familien stehen unter einen schlechten Stern. Septima und ich sind ausgesprochen glücklich und freuen uns unbändig auf die Geburt unseres Kindes. Im Übrigen wollen Septima und ich unser Kind nach Dir benennen, sollte es ein Sohn sein, - wenn Du einverstanden bist. Leider ist es nicht mehr zulässig, ein Kind Durus zu nennen. So würden wir gerne Dein Praenomen weitergeben und es Manius nennen." Ursus strahlte bei diesen Worten und fühlte wieder die Unruhe in sich, die ihn dazu trieb, sobald wie möglich nach Mantua zurückzukehren. "Und was Flora angeht: Wenn Du sie vorher gerne näher kennenlernen möchtest, so läßt sich das gewiß einrichten. Sie ist war zur Zeit bei uns in Mantua, doch das soll kein Hindernis sein."


    Die Neuigkeiten, die Ursus dem alten Tiberier mitteilten, brachten ihn zum Lächeln. Dass das Kind seinen Praenomen tragen würde, war in der Tat eine Ehre - besonders beim Erstgeborenen der Familie! Dass er hingegen den Cognomen des Tiberiers übernommen hätte, war wohl doch auch unangebracht, da er in der Gens Aurelia keinerlei Tradition besaß.


    Die Bekanntschaft mit Flora war hingegen ein Thema, das keine besondere Aufmerksamkeit seitens Durus genoss. Daher machte er eine wegwerfende Handbewegung.


    "Oh, macht euch wegen mir keine Umstände! Wenn sie in Mantua ist, soll sie dort bei ihrer Familie bleiben. Sollte sie aber ohnehin nach Rom kommen, würde ich mich selbstverständlich freuen, sie kennen zu lernen.


    Was mich allerdings interessieren würde, ist, ob sie bereits verheiratet war und wie alt sie eigentlich ist."


    Ihr Aussehen hingegen war für den älteren Tiberier eher zweitrangig - zum einen, weil seine erotischen Triebe schon ein wenig eingeschlafen waren, zum andern, weil er sich für diese auch andere Abhilfe verschaffen konnte. Im Prinzip konnte ihm sogar die Fruchtbarkeit des Mädchens egal sein, denn einen Erben hatte er ebenfalls schon!

  • "Oh, selbstverständlich. Ich werde ein Treffen arrangieren, sobald sie wieder in Rom ist. Sie ist achtzehn Jahre jung. Und war noch nicht verheiratet. Sie ist übrigens ein Zwilling. Ihre Schwester möchte zu den Vestalinnen. Beide sind sehr religiös erzogen und wissen, was sich für eine Patrizierin geziemt. Flora wird Dir eine gute Ehefrau sein, dessen sei gewiß." Er vertraute seiner jungen Cousine. Hatte er doch auch keine Ahnung, welche Eskapaden sie bereits hinter sich hatte. "Hin und wieder hat sie großen Bewegungsdrang. Sie reitet gern, die einzige Unart, die wir ihr nie abgewöhnen konnten. Sie ist ausgesprochen hübsch und stets freundlich zu den Menschen, die ihr begegnen."

  • Reiten war allerdings eine Unart für eine Frau - Durus würde sehen müssen, wie er seiner Gattin diese abgewöhnte. Vielleicht würde er es schlicht doch noch einmal mit einem Nachkommen versuchen, denn wenn Ahala so fortfuhr, würde er es wohl nicht sonderlich weit bringen - außer als Gelehrter vielleicht...


    "Das klingt ja überaus vielversprechend! Ich freue mich bereits darauf, sie kennen zu lernen!"


    antwortete er daher - die anderen Informationen waren schließlich wirklich überaus erfreulich...

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