Faustus Decimus Serapio

  • Nach meiner Rückkehr aus Ägypten hatte ich eines der schönen Cubicula bezogen, die im Obergeschoß des Hauses lagen, zum Peristylgarten hin. Mit Schnitzereien verzierte Fensterläden umrahmten den Blick auf die Pergola unter meinem Fenster, und Weinreben kletterten, durch ein Gerüst gestützt, bis zu mir hoch. Um diese Jahreszeit trugen sie kleine violette Trauben.
    An der Rückwand des Zimmers stand mein breites Bett, daneben die Kleiderkiste, und die alte Truhe, die ich schon seit Jahren mit mir rumschleppte, in der sich alles mögliche persönliche angesammelt hatte, und die ich immer verschlossen hielt.
    Die Seitenwände des Zimmers hatte ich mit moderner Malerei gestalten lassen, es waren täuschend echte trompe l'oeuil-Darstellungen einer arkadischen Landschaft. Ein kleines Wabenregal für die Schriftrollen, die ich lieber bei mir als in der Bibliothek haben wollte, stand in der Ecke, und seitlich des Fensters hatte ich eine Reihe von Theatermasken aufgehängt. Die Fensterbank war breit, dort lagen ein paar Sitzkissen, und daneben ein Tischchen aus Zitrusholz mit feinen Einlegearbeiten, und zwei Stühlen im selben Stil.
    Neu hinzugekommen war jetzt vor einigen Tagen der Rüstungsständer, auf dem mein nagelneuer Harnisch, schwarz wie die Nacht, seinen Platz gefunden hatte, gekrönt von dem Helm mit dem schwarzen Federbusch.

  • Verärgert und ziemlich schlecht drauf stand Kieran nun vor der Tür des Cubicula seines neuen Herren. Er war frisch gewaschen, seine Haare waren zu einem ordentlichen Zopf zusammen geflochten und er trug neue Kleidung. Aber was für welche! Eine kurze Tunika aus Leinen, die ihm nichtmal bis zu den Knien reichte und außerdem nur an einer Schulter fest gemacht war. Somit konnte man seine rechte Schulter, die mit der Tätowierung, und seine rechte Brust sehen. Gefärbt war sie in rot, während der Saum mit einem Muster aus schwarzem Garn verziert war.
    Sie hätten ihm ja wenigstens eine Hose geben können, aber das war einfach nur erniedrigend fand er.
    Aber das war nicht das einzige, was ihn aufregte. Da wäre noch dieser hochnäsige und blasierte Sklave, der ihn so aufgeregt hatte. Er hatte sich verhalten als wäre er etwas besseres und am liebsten hätte Kieran ihm dafür einen kräftigen Schlag verpasst. Doch das hätte ihm ganzschön Ärger eingebracht, so ließ er es lieber.
    Und auch jetzt schluckte er seinen Ärger herunter, ehe er an die Tür anklopfte und darauf wartete, dass ihm Einlaß gewährt werden würde.

  • Am Abend des Tages, an dem ich mir den Hibernier gekauft hatte, saß ich auf dem Boden meines Cubiculums, umgeben von den Teilen meiner neuen Rüstung. Ich hielt sie immer zwischen die Knie geklemmt fest, und polierte sie liebevoll mit einem Lappen in der Linken, um auch aus dem brünierten Stahl das Maximum an mattem Glanz herauszuholen. Als es klopfte erhob ich mich, wollte schon zur Türe gehen, aber dann nahm ich mich doch noch die Zeit, meinen Pugio, der noch offen herumlag, in eine Kiste zu räumen. Keine Furcht zeigen war das eine, mein Schicksal herausfordern wollte ich nicht.
    Ich öffnete die Türe, und sah mich einem verführerischen Anblick gegenüber. Ohne den Schmutz, und in einem Gewand, das seine Statur erst richtig zur Geltung brachte, sah mein Hibernier einfach traumhaft aus.
    “Lupus... komm rein.“ Ich lies ihn eintreten, schloß die Türe hinter ihm. “Du kannst mir helfen meine Rüstung zu putzen.“
    Ach, wie schön war es, ein so schönes Wesen zu besitzen. Ich wies einladend auf den Boden, reichte ihm auch einen Lappen und die Polierpaste, und nahm selbst die Arbeit wieder auf.
    “Und dabei, erzähl mir von dir.“ verlangte ich, begann ihn recht nüchtern zu befragen: “Was hast du bisher gemacht? Beherrschst du ein Handwerk? Kannst du kämpfen?“

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  • Lupus.....Noch immer konnte er diesem Namen nichts abgewinnen. Und auch dieser Blick, mit dem sein neuer Herr ihn musterte wollte ihm einfach nicht gefallen.
    Natürlich, Herr.
    Er kniete sich auf den Boden, musterte vorher jedoch den Raum. Leider fand sich nichts, was ihm helfen könnte Serapio zu überwältigen.
    So ergab er sich erneut seinem Schicksal und nahm sich Lappen, Polierpaste und ein Teil der Rüstung. Leicht glänzten seine Augen dabei, erkannte er doch eine hervorragende Arbeit. Fast schon zärtlich strich er mit seinen etwas rauen und schwieligen Händen über das Metall, ehe er begann die Polierpaste darauf zu verteilen.
    Er hörte kaum hin, war zu gebannt von seiner Arbeit und brauchte einen Moment bis er die Fragen registrierte.
    In meinem Heimatdorf habe ich erst als Gehilfe das Schmiedehandwerk erlernt und war schließlich, nach dem Tod meines Lehrers, der Dorfschmied geworden. Ich kann gut mit dem Spatha umgehen, habe schon mehrere Männer bei Überfällen töten können.
    Er hielt kurz in seinen Polierbewegungen inne, als er an diesen einen Tag dachte, als er seine Narbe erhielt. Sein Blick war dabei auf seine Hände und Unterarme gerichtet, die von verschiedenen Brand- und Schnittnarben bedeckt waren. Dieser Moment hielt jedoch nur kurz an, ehe er das Metall weiter polierte.
    Außerdem kann ich mehr oder weniger gut handeln. Jedoch bin ich darin nicht halb so begabt wie im Schmieden.
    In der Hoffnung seine Fragen ausreichend beantwortet zu haben polierte der Kelte das Rüstungsteil stumm weiter, darauf wartend ob er weitere Fragen beantworten musste.

  • An der Rüstung schien er Gefallen zu finden, zum ersten Mal sah ich so etwas wie Zustimmung in seinen verschlossenen Zügen.
    “Ein Schmied.“ wiederholte ich überrascht. Wenn der Sklavenhändler das angepriesen hätte, dann hätte ich Lupus sicher nicht so preiswert erwerben können! Manchmal zahlte es sich doch aus, mit seinen Sklaven zu sprechen. “Theseus ist ebenfalls Schmied, Waffenschmied, wir haben gerade eine Werkstatt für ihn eingerichtet, hinten im Hof. Sag, beschlagt ihr eure Pferde, da wo du herkommst? Für einen Hufschmied hätten wir immer mal wieder Verwendung.“
    Bisher kam regelmäßig einer von außerhalb, wenn Lupus das machen würde, könnten wir deutlich Geld sparen. So er sich auskannte, ich wollte die zarten Hufe meiner edlen Pferd ja keinem Dilettanten anvertrauen.
    Und ein Krieger... ein Barbarenkrieger. Ein weiterer Leibwächter, oder doch endlich ein eigener Gladiator für die Gens, das war die Frage. Ich ließ die Beinschiene sinken, mit der ich gerade beschäftigt gewesen war, und betrachtete ihn aufmerksam, die sicheren Bewegungen seiner Hände, die verhaltene Miene, in der ich eine Art von edlem Stolz zu erahnen meinte, die exotische Tätowierung und die ungewöhnlichen grünen Augen, dies alles fand ich interessant und reizvoll, dazu kam noch, dass Ravdushara mich in letzter Zeit nicht mehr so wirklich hatte begeistern können... und so schien mir eine andere Alternative viel naheliegender.
    “Und in der Liebe, hast du da Begabung?“ fragte ich leichthin, ohne ihn aus den Augen zu lassen, gespannt auf seine Reaktion.

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  • Etwas spöttisch lächelte der Kelte, bei der ersten Frage.
    Natürlich beschlagen wir die Hufe unserer Pferde, wahrscheinlich schon länger als ihr überhaupt wisst, dass das geht.
    Ein kleines Grinsen konnte er nicht verstecken, während er weiter die Beinschiene in seiner Hand polierte.
    Und natürlich habe auch ich immer wieder Hufe beschlagen müssen. Neben Reperaturen und Neuanfertigungen von Geschirr war das eigentlich sogar meine Hauptbeschäftigung. Auch wenn ich viel lieber Waffenschmied gewesen wäre.
    Etwas wehmütig seufzte er und hielt in den Bewegungen inne, als er an sein für sich selbst gefertigtes Spatha dachte. Wo es jetzt wohl war? Vermutlich hatte der Sklavenhändler es behalten oder an irgendjemanden verkauft. Fast schon mehr als seine Gefangenahme bedauerte er den Verlust der Waffe, denn sie war eine herausragende Arbeit gewesen. Noch ganz genau erinnerte er sich daran, dass er damals extra dafür in die große Stadt, ein paar Tagesreisen von seinem Dorf entfernt, gereist war um dort erst zu lernen wie man ein Spatha herstellt und sich danach ein eigenes zu fertigen. Das alles hatte damals seine gesamten Ersparnisse aufgezehrt, doch war es das für ihn wert gewesen. Schließlich hatte das Schwert ihm mehrfach gute Dienste geleistet. Wut stieg in ihm auf, als er daran dachte, dass das Schwert nun vermutlich in den Händen irgendeines feisten Römers war, der es nur für seine Sammlung wollte. Oder aber irgendein junger Bursche, der nichtmal damit umgehen konnte, sich aber wie ein großer Krieger fühlen wollte würde es gekauft haben.
    Die nächste Frage seines Herren riss ihn dann jedoch aus seinen Gedanken und er blickte ihn zunächst verwirrt und dann erstaunt an.
    In der Liebe?
    Wozu wollte er das nur wissen?
    Ich konnte schon mehrere Frauen beglücken, aber geliebt habe ich noch nie wirklich.
    Das entsprach nicht ganz der Wahrheit. Zwar hatte er schon mit einigen Frauen das Bett geteilt, auch schon mit Römerinnen, die mit ihren Männern oder Vätern auf Handels- oder anderen Reisen im Dorf vorbei kamen und einem jungen, exotischen Mann nicht widerstehen konnten, doch hatte er sich in der großen Stadt tatsächlich in eine junge Frau verliebt. Doch sie wollte nichts von ihm wissen, gehörte sie doch der Verwandtschaft des Stadtherren an. Seitdem er die Stadt verlassen hatte, hatte er immer wieder an sie gedacht, jedoch nicht mehr so stark wie als er noch dort war.
    Jetzt jedoch fing er erneut an die Beinschiene zu putzen, obwohl sie schon so sehr glänzte wie es nur ging. Doch er merkte das nicht, war er doch noch verwirrt von der Frage und von seinen Erinnerungen.

  • Die Prahlerei überhörte ich gekonnt, denn ich wollte mich nicht auf einem Nebenschauplatz in ein Scharmützel verstricken lassen.
    “Dann wirst du die Fuhrpferde beschlagen, sobald sie neue Eisen brauchen. Und wenn du das gut machst, dann in Zukunft auch Tertia und Quarta, meine Bigapferde. Sprich dich mit Theseus ab, wegen der Nutzung der Werkstatt.“
    Mehr als eine Handvoll Pferde hatten wir hier ja nicht, dazu gab es zu wenig Auslauf, auf dem nahem Landgut waren sie besser dran... Neugierig beobachtete ich das Mienenspiel meines Sklaven, und fragte mich tatsächlich was er wohl gerade dachte. Meine Frage jedenfalls riss ihn weiter aus der Reserve, er sah äußerst verwirrt aus. Aber war er wirklich so unschuldig, dass er den Hintersinn meiner Frage nicht verstand? Oder gab er sich nur so?


    “Ich spreche natürlich von der griechischen Liebe.“ erklärte ich ihn ebenso unschuldig, als wär's ein Rätselraten, und legte mit einem heiteren Lächeln das Metall beiseite. Ob er den Begriff überhaupt kannte?
    Ich erhob mich, auch um aus seiner unmittelbaren Reichweite zu kommen, falls er mir jetzt empört an die Kehle springen wollte, denn leider, wie es schon im Symposion heißt „überall dort wo die Barbaren herrschen, gilt es als schimpflich“. Aber, rein von meiner Intuition her (vielleicht war's aber auch Wunschdenken), fand ich, dass er so wirkte, als könne er dafür empfänglich sein, und dass er zugab, nie in eine Frau verliebt gewesen zu sein, das klang schon mal gut.
    “Die Leidenschaft meine ich, die einst die größten Helden zu ihren Taten beseelt hat, und die einen mit wilder Sehnsucht erfüllt, nach der Verkörperung von Kraft und edler Schönheit.... Und die den Dichtern die herrlichsten Verse schenkt!“
    Ich säuberte meine Hände und nahm eine Schriftrolle aus dem Regal. Da es schon spät war, ein wenig dämmrig, und ich noch keine Lampen entzündet hatte, trat ich damit an Fenster. Ich entrollte sie, etwas ungelenk da nur mit einer Hand, und ließ meinen Barbaren an den wunderschönen alten Versen des Asklepiades (in lateinischer Übersetzung) teilhaben.


    “Süß ist in Sommersglut ein Trank von Schnee,
    den ausgedörrten Gaumen zu erquicken,
    süß ist's dem Schiffer nach des Sturmes Weh
    das Blühn der Heimatküste zu erblicken.


    Doch süßer noch als alles dieses scheint
    es mir zu sein, wenn zum verspielten Bunde
    zwei Liebende die Decke heimlich eint
    und Kypris' Lob erklingt aus beider Munde.“

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  • Was die Anweisungen für die Werkstatt anging nickte der Kelte nur, auch wenn es ihn freute mal wieder in der Schmiede stehen zu können.
    Seine nächsten Worte verwirrten ihn nun aber noch mehr, er wusste wirklich nicht, was er damit anfangen sollte. Auch seine nächsten Worte halfen ihm nicht wirklich.
    Verzeihung Herr, doch könntest du mir bitte erklären was "Griechische Liebe" sein soll? Ich fürchte du sprichst für mich in Rätsel.
    Er wusste zwar, wo ungefähr Griechenland lag, doch hatte er keine Ahnung davon, dass sie eine spezielle Art der Liebe hatten. Und so war er schon gespannt was seine Antwort wäre.
    Poesie war auch nicht wirklich ein Interesse des Kelten, so dass er mit dem Gedicht nicht wirklich etwas anfangen konnte und noch verwirrter guckte.

  • “Hmm....“ Ich legte die Schriftrolle in unschlüssiger Geste ans Kinn und furchte sinnierend die Stirn. “Erklären ist schwierig...“
    Als wäre das ein echtes Problem, gab ich mir den Anschein schwer zu grübeln. Ich legte das Gedicht beiseite und nahm vom Fensterbrett einen Krug mit verdünntem Samoswein, schenkte mir einen Tonbecher voll, trank einen Schluck.
    “Hm.....“ Ich füllte auch für Lupus einen Becher und reichte ihn ihm. “Magst du auch?“
    Dann ließ ich mich, mitsamt Wein, wieder auf dem Boden nieder, direkt ihm gegenüber.
    “Nein, erklären, das geht wohl nicht...“ entschied ich, trank wieder einen Schluck, um den schönen Hibernier noch ein wenig auf die Folter zu spannen. Dann hellte sich meine Miene auf, wie bei einer plötzlichen Eingebung, und wie erleichtert schlug ich vor:
    “Aber zeigen! Zeigen könnte ich es dir.“

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  • Etwas verhalten nahm der Hibernier den Becher entgegen und nippte daran. Er war anderes gewöhnt, Met und Bier, daher war der Geschmack nicht umbedingt etwas für ihn.
    Zeigen? Wie soll das denn gehen?
    Er fragte mit leicht verwirrtem Gesichtsausdruck, konnte er sich doch nicht wirklich vorstellen was das sein sollte oder wie es aussehen sollte.

  • Innerlich wollte ich mir schier ausschütten vor Lachen über diese herrliche Situation. Aber um den unschuldigen Hibernier nicht scheu zu machen, behielt ich eine ernsthafte Miene bei, nur in meinen Augen blitzte es schelmisch.
    “Pass gut auf, Lupus...“ sagte ich, und stellte, mich zu ihm vorbeugend, den Becher beiseite. Als wolle ich ihm nun ein bedeutsames Geheimnis enthüllen, hielt ich den Blick unverwandt auf ihn gerichtet. Wie ein Bann, ich versuchte ihn mit den Augen gefangen zu halten, während ich mich ihm ihm weiter näherte.
    “...ich werde es dir zeigen... so....“
    Meine Hand legte sich bestimmt auf seine Schulter, strich über das fremdartige Zeichen hinweg, versank kosend in dem schönen dunklen Haar, und zugleich überwand ich die letzten Zoll, die noch zwischen uns lagen, und küsste ihn heiß auf die barbarischen Lippen. Das war aufregend! Wie beim Glücksspiel, wenn die Würfel zum entscheidenden Wurf schon rollten. Die Hand in seinem Haar übte nur einen sanften Druck aus, ich küsste ihn selbstsicher, feurig aber nicht grob, in köstlicher Ungewissheit was die nächsten Augenblicke bringen würde.

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  • Erschrocken und etwas erzürnt registrierte Kieran was Serapio da tat. Wie konnte er es nur wagen? Er war schon kurz davor ihn von sich zu stoßen, ihn zu schlagen, doch die Angst vor der Strafe ließ ihn gerade noch stoppen.
    So erwiederte er den Kuss, mehr gezwungen als freiwillig, obwohl er es irgendwie ein wenig genoß.
    So legte er seine Hand auch auf die Schulter von Serapio, schloß jedoch die Augen um es nicht sehen zu müssen.

  • nach nicht weniger als 6 Stunden Arbeit war Garulf fertig und nun auf dem Weg zu seinem Herrn. Da die Tür offen war rief Garulf einfach nur hinein, er wollte ja nicht einfach eintreten und wusste auch gar nicht, ob Serapio da war.
    Herr, die Hasta sein fertig.
    Natürlich fehlte der Hasta noch ein Schaft, hier würde Garulf Esche oder Kirsche verwenden, wenn es denn möglich wäre. In seiner Heimat wäre Eiche das einzig richtige Holz, aber er war ja nicht in der Heimat und sein Herr würde ihn auch sicher nicht fragen.

  • Zitat

    Original von Kieran
    Erschrocken und etwas erzürnt registrierte Kieran was Serapio da tat. Wie konnte er es nur wagen? Er war schon kurz davor ihn von sich zu stoßen, ihn zu schlagen, doch die Angst vor der Strafe ließ ihn gerade noch stoppen.
    So erwiederte er den Kuss, mehr gezwungen als freiwillig, obwohl er es irgendwie ein wenig genoß.
    So legte er seine Hand auch auf die Schulter von Serapio, schloß jedoch die Augen um es nicht sehen zu müssen.


    Einen Moment schien es mir, dass ich zu leichtfertig mit dem Feuer gespielt hatte, dass er sich gleich wütend zur Wehr setzen würde. Aber dann... ein leiser Triumph keimte in mir auf, als er sich mit einem Mal nicht mehr sträubte, mir gar die Hand auf die Schulter legte. Ganz so furchtbar schien er es nicht zu finden! Nur ein bisschen schüchtern war er noch, hielt die Augen geschlossen. Mit gezügelter Leidenschaft genoß ich seine Lippen, das Hauchen, Schmecken, Verschmelzen... sachte kleine Bisse und spielerisches Necken mit der Zunge. Zugleich löste ich das Band in seinem Haar, öffnete die Flechten, so dass sein Haar dunkel über den ganzen Rücken strömte. Ich vergrub die Finger wohlig tief in der schwarzen Pracht, kraulte ihn gefühlvoll im Nacken.
    "Das meinte ich damit." ergriff ich schließlich wieder das Wort, recht leise, mit einer schwarzen Strähne spielend. "Das und noch vieles mehr.... "


    Aber dazu an einem anderen Tag. Ich lächelte ihm zu, diesmal ganz ehrlich, das Vergnügen das er mir bereitete, hatte mich für ihn eingenommen.
    "Ich denke... doch, ja: Ich werde dich auf eine Gladiatorenschule schicken, Lupus. Du wirst lernen zu kämpfen wie die Helden der Arena. Und zugleich wirst du mir, meiner Schwester, und überhaupt der Familie als Leibwächter dienen. Wenn du dich bewährst, dann wird dir vielleicht eines Tages die Ehre zuteil, für meine Familie in der Arena zu streiten, deine Kampfeskraft zu beweisen vor abertausenden von Menschen."
    Ich legte den Kopf schräg, musterte ihn. "Durch Siege in der Arena kann sich ein Gladiator in wenigen Jahren die Freiheit erkämpfen. - Aber komm nicht auf die dumme Idee zu fliehen. Dieses Haus hier ist kein Gefängnis, über die Mauer kämst du leicht rüber. Aber danach kämst du nicht mehr weit. Einer wie du fällt auf. Wir haben überall Straßenposten, Wächter, Sklavenjäger, die dich in kürzester Zeit zurückschleifen würden. Und was ich dann mit dir tun müßte... das möchte ich lieber nicht tun."
    Mit dem Handrücken fuhr ich ihm sacht an der Seite des Halses entlang.
    "Wäre schade."

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  • Zitat

    Original von Garulf
    nach nicht weniger als 6 Stunden Arbeit war Garulf fertig und nun auf dem Weg zu seinem Herrn. Da die Tür offen war rief Garulf einfach nur hinein, er wollte ja nicht einfach eintreten und wusste auch gar nicht, ob Serapio da war.
    Herr, die Hasta sein fertig.
    Natürlich fehlte der Hasta noch ein Schaft, hier würde Garulf Esche oder Kirsche verwenden, wenn es denn möglich wäre. In seiner Heimat wäre Eiche das einzig richtige Holz, aber er war ja nicht in der Heimat und sein Herr würde ihn auch sicher nicht fragen.


    Das war schnell gegangen. Ich trat in die Türe, und nahm die Lanzenspitze aus der Hand des Schmiedes entgegen. Prüfend betrachtete ich sie von allen Seiten, ja doch, schien mir ganz in Ordnung.
    "Gut so. Danke Theseus."
    Mit dem Daumen fuhr ich prüfend über die Schneiden, vergewisserte mich, dass sie nicht geschliffen waren. Meine Schwester sollte ja schließlich damit frisiert werden, nicht skalpiert. Einen Schaft würde ich noch einsetzen lassen... - mir schwebte da edles Rosenholz vor.... - dann konnte die hasta caelibaris zum Einsatz kommen.


  • Seine Worte ließen Kieran sich ziemlich unwohl fühlen und er war bereit ihn jederzeit von sich weg zu stoßen. Doch zum Glück ließ er von ihm ab, nachdem der Zopf gelöst war.
    Es gefiel ihm nicht wenn er bedachte, dass dies noch öfter passieren könnte und die Hand auf seinem Hals ließ ihn sich ebenfalls unwohl fühlen.
    Als Serapio ihm dann eröffnete, was er mit ihm vor hatte nickte Kieran leicht. Das Schmieden war seine eigentliche Leidenschaft, doch das Kämpfen würde ihm wenigstens wieder das Gefühl geben etwas frei zu sein. Und Freiheit in wenigen Jahren...So lange würde er sicher nicht bleiben wollen. Doch wäre dies zumindest eine Möglichkeit, sollte seine Flucht vorher nicht gelingen.
    Natürlich Herr, das ist eine weise Entscheidung und große Ehre für mich. Ich bin mir ganz sicher, ihr werdet nichts mit mir anstellen müssen.
    Zwar nicht weil er nicht fliehen würde, sondern eher weil man ihn dann nicht erwischen würde, doch das würde er nicht laut sagen.

  • Das klang ganz vernünftig.
    "Gut, Lupus." Ich zog die Hand zurück, mir war als hätte ich soeben wirklich einen Wolf gestreichelt. Es war ein vergnügliches Spiel ihn zu zähmen, ich grinste in mich hinein, war gespannt auf die nächsten Schritte, wie es sich entwickeln würde.
    "Dann mach das hier noch fertig," wies ich ihn an, mit Blick auf meine Rüstung, "bevor Du gehst."
    Und ohne weiter offenkundig Notiz von ihm zu nehmen (nicht dass ihm die Aufmerksamkeit noch zu Kopfe stieg), entzündete ich mir eine Öllampe und setzte ich mich mit der Schriftrolle auf die Fensterbank. Ich las meinen Asklepiades, gab mir den Anschein ganz vertieft zu sein, doch heimlich genoß ich natürlich doch die schöne Aussicht.

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  • Erleichtert war der Kelte, als Serapio sich wieder von ihm entfernte.
    Er brachte die Reinigung der Rüstung ordentlich, dabei jedoch auch so schnell es ging zu Ende. Er konzentrierte sich voll und ganz auf seine Rüstung und ließ seinen Blick auf nichts anderes lenken als die Rüstung, bis er mit dieser schließlich fertig war.
    Anschließend stand er mitten im Zimmer und wartete noch.
    Gibt es sonst noch etwas zu erledigen, Herr?
    Trotz der Frage hoffte er, die Antwort wäre nein und so wartete er ab.

  • Flavus wusste nicht genau ob Serapio anwesend war, er ging jedoch davon aus und klopfte an der Tür dessen cubiculums an.
    "Serapio bist du da? Ich müsste dich etwas fragen und mit dir etwas besprechen."

  • Ich war gerade bei der Frühgymnastik, als Flavus auftauchte.
    "Morgen Flavus. Komm rein."
    Ravdushara öffnete ihm die Türe, dann ging er wieder zur Kleidertruhe und fuhr fort, die Sachen die ich am heutigen Tage anziehen sollte, herauszulegen.
    Ich schob die Gewichte beiseite – etwas verschämt, denn das Gewicht mit dem ich meinen rechten Arm wieder langsam (Betonung auf langsam) auftrainierte war geradezu lächerlich leicht.
    "Was gibt es?"

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