[Triclinium] Ein weiterer Schritt gen Zukunft

  • Den ganzen Tag hatte Curio im Tempel verbracht, es hatte mal wieder eine Grundreinigung angestanden und da der alte Livianus Pythermon kaum länger als eine Stunde am Stück stehen konnte, hatte Curio nicht nur die Aufsicht darüber übernommen, sondern auch tatkräftig mitgeholfen. Wie immer hatte er sich persönlich um den oberen Teil der Kultstatue gekümmert, da man dafür auf eine hohe Leiter steigen musste. Leider hatten während das Tages dann einige neue Discipuli geschlampt, sodass sie noch eine Stunde länger hatten dableiben müssen, was für für den jungen Helvetier eine weitere Stunde Arbeit bedeutet hatte. So kam er erst eine gute halbe Stunde vor der üblichen Abendessenszeit zu Hause an, während die Abenddämmerung bereits eingesetzt hatte.


    In der vergangenen Nacht hatte es einen überraschenden medizischen Notfall gegeben, denn Alpina war wohl immer noch zwischen Taberna und dem freien Cubiculum dahinter unterwegs und in den gemeinsamen Wohnräumen der Familie nicht zu sehen, als Curio ins Haus und danach in die Küche trat. Stattdessen war Silvana mit Gwyn alleine in der Küche und bereiteten grade das Essen vor.


    Ich würde heute gerne hinten im Triclinium essen. Aber jetzt ziehe ich mich erstmal um.


    sagte er, nachdem er Silvana mit einem Kuss begrüßt hatte, und ging dann erstmal nach hinten ins Schlafzimmer, um sich dort etwas Wasser aus dem Waschtopf ins Gesicht zu werfen und sich etwas anderes anzuziehen. Schließlich ging er direkt ins Triclinium, nahm dabei aber bereits ein Kohlebecken mit, damit sie gleich nicht in der Kälte saßen. Wärend die Frau das Essen vorbereiteten, schnappte er sich Roderiq und Acanthos und bereite mit ihnen den großen Holztisch für das Essen vor.


  • Völlig entnervt betrat Neman mit einer lautstark quengelnden Ursicina Triclinium. Die Kleine bog sich auf dem Arm der Kinderfrau gefährlich weit nach hinten und schien sich nicht beruhigen lassen zu wollen.
    "Entschuldige bitte, Helvetius. Ich hätte da mal eine Frage, also vielmehr eine Bitte." Sie musste eine Pause machen, weil Ursi wütend aufheulte. Weder mit Strenge noch mit Kitzeln ließ sich das Kind beruhigen.
    "Ich müsste dringend Alpina helfen einen Einlauf bei der fiebernden kleinen Esquilina zu machen, doch Ursicina beschwert sich, weil ich mich nicht andauernd um sie kümmern kann. Sie braucht momentan besonders viel Aufmerksamkeit..."
    Die Stimme der Sklavin klang erschöpft. Ihr Blick ruhte mit einer unausgesprochenen Bitte auf dem Hausherrn.

  • Grade waren Tische und Stühle zurechtgestellt, da schneite auch schon Neman in den Raum. Die kleine Ursicina hatte sich offenbar entschieden, ein bisschen herumnörmeln zu wollen und so streckte und wandt sich sich in den Armen der Kinderfrau, die sichtlich überfordert war und keine Chance hatte das Kind ruhig zu bekommen. Zudem erfuhr der junge Helvetier auch, das der medizinische Notfall noch im Haus war.


    Esquilina?


    fragte Curio daher mit fragendem Blick, da ihm der Name nichts sagte.


    Ich nehme an, ihr werdet dann auch bei der Patientin bleiben wollen?


    folgte gleich die nächste Frage und nun trat Curio auch auf die Gallierin zu und hielt die Arme so, dass sie seine kleine quengelnde Nichte erstmal an ihn übergeben konnt, damit sie die Hände freihatte.


    Dann gib sie mir erstmal. Wenn Runa gleich dazukommt, können wir uns um sie kümmern. Hat sie schon gegessen? Und wie sieht es mit euch aus?


    Fragen über Fragen, denn da er grade erst nach Hause gekommen war, war der größte Teil der Neuigkeiten des Tages an ihm vorbeigegangen. Falls nicht, konnte Neman gleich sofort zwei respektive drei Teller, wenn die Patientin auch was essen wollte, mitnehmen und Gwyn konnte sie dann später mit Bechern und regelmäßig mit vollen Wasserkannen versorgen.


  • Neman war sichtlich froh, dass der Helvetier ihr das zappelnde Kind aus den Armen nahm. Kaum war die kleine Ursicina auf dem Arm ihres Onkels, wandelte sich das kindliche Zetern in ein niedliches Grinsen. Ursi entblößte die ersten Mausezähnchen und schenkte Curio ein strahlendes Kleinkinderlächeln.


    Die Kinderfrau beeilte sich, dem Hausherrn die notwendigen Informationen zu liefern. "Mitten in der Nacht erschien der Praefectus Castrorum der Legio II, Iulius Licinus, mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm. Die Kleine heißt Esquilina und ist sein Mündel, wenn ich es richtige verstanden habe. Zumindest ist das Mädchen schwer krank, sie fiebert und Alpina hat eine Lungenentzündung diagnostiziert. Essen darf sie nichts und sie könnte es auch nicht. Allerdings bin ich sicher, dass sie wenn das Fieber sinkt eine kräftigende Suppe vertragen könnte. Doch daran ist zumindest heute nicht zu denken."
    Der Miene der Gallierin war zu entnehmen, dass sie sich Sorgen um die kleine Patientin machte. "Was uns angeht, könnte ihr uns ja was aufheben. Ich bin nicht sicher, wann Alpina und ich Zeit finden werden, etwas zu essen. Dann komme ich in die Küche und hole es uns. Aber besten Dank für das Angebot. Ich muss jetzt wieder los."

  • Curio nickte nur auf die Erklärungen Nemans. Er hatte ja ohnehin keine Ahnung von der medizinischen Seite und nahm die Einschätzung Alpinas so hin. Da er aber weder den Iulier, noch seine Tochter näher kannte, hielt sich seine Besorgnis eher im Rahmen der üblichen Sorge um ein junges Menschenleben, als dass er davon persönlich betroffen wäre.


    Gut. Lass dich nicht aufhalten, Alpina wird deine Hilfe dringender brauchen und ich werde Runa und Gwyn bitten, zwei Portionen zurückzuhalten.


    antwortete er daher nur und gab ihr zu verstehen, dass sie gehen könne. Im Anschluss daran widmete er sich der kleinen Ursicina, die nun, da er sie auf dem Arm trug, ein freudiges Lächeln, als hätte sie von jetzt auf gleich entschieden, dass sie ihre schlechte Laune aufgeben wolle, sobald sie bei ihrem Onkel war. Umso besser für ihn, denn er hätte sich schon Gedanken machen wüssen, wie er die Kleine hätte beruhigen wollen, wenn sie weiter gequengelt hätte. So konnte Curio nicht anders, als das Lächeln seiner kleinen Nichte zu er wider und sie mit dem Fingerrücken sanft über die Wange zu streicheln.


    Du wolltest du nur ungeteilte Aufmerksamkeit, hm?


    sagte er schmunzelnd und wechselte ihre Position in seinem Arm so, dass sie nun alles im Raum sehen konnte, während er sich Acanthos und Roderiq zuwandte.


    Sagt einer von euch bitte in der Küche bescheid, dass sie zwei Portionen zurückhalten sollen.


    Woraufhin Acanthos nickte und den Raum verließ, während sich Roderiq bereits an den Tisch setzte, auch hierauf musste Curio schmunzeln, denn naturlich hatte er schon erwartet, dass Acanthos losziehen würde. Allerdings hatte der junge Helvetier ja jetzt für seine Nichte zu sorgen.


    Und was machen wir beide jetzt? Ah, ich hab eine Idee,wir klauen uns die letzten Sonnentrahlen des Tages.


    Und mit diesem Worten trat er zum Fenster auf der linken Seite des Raums, wo der Blick zum Kräutergarten hinausging. Die Abenddämmerung hatte zwar bereits eingesetzt, aber dennoch war es noch hell genug um die von Alpina angelegten Kräuterbeete sehen zu können.


    Da das Feld, das hat deine Mama angelegt. Sie war doch bestimmt schon mit dir draußen und hat dir ein paar der Kräuter gezeigt, oder? Da hat sich dich auch daran riechen lassen, wobei, das meiste riecht ja gut, aber manches, puh... das möchte man nicht unter der Nase haben.

  • Es war nur eine kurze Begrüßung gewesen. Ein kurzer Kuss und schon war Curio wieder entschwunden um sich umzuziehen. Aber Runa hatte eh noch genug zu tun. Sie hatte ihm einen Moment lächelnd hinterhergeschaut, bevor sie sich wieder an die Vorbereitungen fürs Abendessen machte. Viel mehr konnte sie im Haushalt gerade eh nicht tun, als bei irgendwelchen Vorbereitungen zu helfen. Alpina hatte ihr zu verstehen gegeben, dass es für sie und vor allem das Baby nicht gut wäre, wenn sie allzu viel Kontakt zu der jungen Patientin hätte. Alpina machte sich wohl Sorgen, was passieren könnte, wenn Runa sich anstecken würde. So hatte Runa also den tag damit verbrach sich auszuruhen, die Papiere zu studieren und hier und da beim Anrühren irgendwelcher Tinkturen zu helfen. Natürlich würde sie gern mehr tun, aber sie hörte auf den Rat ihrer Freundin und hielt sich vom Krankenzimmer fern.
    Acanthos gab ihr Bescheid, das Alpina und Neman später Essen würde. Runa nah dies nickend zur Kenntnis und stellte für die beiden Frauen etwas zur Seite, so das sie sich später bedienen konnten.
    Sie betrat nun also das vorbereitete Triclinium und sah Curio mit seiner kleinen Nichte auf dem Arm. Warum auch immer, aber Runa schossen die Tränen der Rührung in die Augen, als sie sah, wie liebevoll er mit der Kleinen umging. Ihr war es ga so, als könnte sie ein paar Monate in die Zukunft schauen. Als würde Curio mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm dort stehen und ihm die Welt erklären. Sie blieb einen Moment stehen und betrachtete das sich ihr bietende Bild.

  • Curio hatte den Blick nach draußen gerichtet, sodass er nicht bemerkte, dass Silvana den Raum betrat. Vielmehr war er immer noch damit beschäftigt, Ursicina den Kräutergarten zu zeigen, solange dort noch etwas zu sehen war. Es erschien, als würde er der Kleinen jeden Strauch und jeden Busch zeigen wollen, wobei er erstmal bestrebt war die Wartezeit für die Kleine soweit wie möglich zu verkürzen. Erst nach wenigen Augenblicken, als er schauen wollte, ob schon Silvana mit dem Essen da wäre, stand sie tatsächlich schon an den schweren Vorhängen und blickte in seine Richtung. Waren das Tränen in ihren Augen? War irgendwas passiert? Da er seine kleine Nichte nicht verunsichern wollte, wandte er sich nun mit dem gesamten Körper um, sodass nun auch die Kleine ihre Tante sehen konnte.


    Schau mal, wer da ist. Deine Tante Runa.


    sagte er mit einem Lächeln in Richtung seiner Frau und trat dann, mit Ursicina auf dem Arm, auf sie zu. Nun folgten bereits Gwyn und Acanthos, die eine mit dem großen Topf, der andere mit einem Tablett, auf dem Teller, Becher und Wasserkannen standen. Während nun also der Tisch vorbereitet wurde, drückte Curio seiner Frau einen Kuss auf die Wange und flüsterte ihr dabei zu:


    Alles in Ordnung?

  • Susina Ursicina


    Auf dem Arm ihres Onkels fühlte sich Ursicina sichtlich wohl. Sie folgte im Kräutergarten dem ausgestreckten Zeigefinger Curios und besah sich alles, was er ihr zeigte ohne die Worte zu verstehen, aber wohl mit der sichbaren Freude darüber, dass ihr jemand so viel Aufmerksamkeit schenkte. Als er denn auf die Gestalt hinter den Vorhängen deutete, streckte ihrerseits Ursi den kleinen Zeigefinger aus und quitschte fröhlich. Sie hatte die Tante erkannt. Nun bog sich die Kleine auf dem Arm und streckte die Hände in Richtung der Tante aus. Es war offensichtlich, dass sie zu dieser wollte.


    Am Tisch wurde es geschäftig und die Kleine sah von einem zum anderen während Gwyn und Acanthos das Geschirr und das Essen brachten. Sie war sichtlich unruhig und stieß unartikulierte Laute aus, die irgendwo zwischen Vorfreude und ungehaltener Ungeduld lagen. Erst kürzlich hatte Alpina damit begonnen Ursi neben der Muttermilch erste gemuste Nahrung zu geben. Zusätzlich zu dem üblichen Puls gab es nun auch zerdrücktes Obst und Gemüse. Und auch wenn das Füttern mit dem Löffeln noch schwierig war und das Treffen des kleinen Mundes einem Glücksspiel glich, so schien die Kleine doch zu verstehen, dass es wohl auch für sie jetzt etwas zum Essen geben würde. Der Onkel hatte seine liebe Not damit, die Nichte festzuhalten bis alle saßen und er sie entweder selbst auf den Schoß nehmen konnte oder aber seiner Frau weiterreichen konnte.

  • Runa lachte als ihre kleine Nichte ihr die Ärmchen entgegenstreckte. Natürlich ielt sie ihre Arme auch hin. Wer konnte so einem Angebot schon widerstehen? „Alles in Ordnung.. es war nur.. so ein schönes Bild, die mit der Kleinen auf Arm zu sehen.“ Runa sah ihren Mann liebevoll an und gab ihm einen Kuss. „Du wirst bestimmt ein wundervoller Vater.“ Dann wand sie sich ihrer Nichte zu. „Und du mein kleiner Schatz? Dir geht es gut wie ich sehe. Und beschäftigst also wieder alle im Haushalt. Hm?“ Sie streichelte der Kleinen liebevoll über den Kopf. „Weiß dein Onkel eigentlich, dass du immer alle beschäftigst und die ungeteilte Aufmerksamkeit genießt?“ Sie setzte sich mit der Kleinen an den Tisch und wartete bis Curio es ihr gleich tat. Dann wurde Uris auf dem Schoss ihres Onkels geparkt. Und Runa schnappe sich die vorbereitete Schüssel mit dem zerquetschten Obst und dem Puls. „So dann wollen wir mal.“ sagte sie grinsend und versuchte den ersten Löffel in Ursis Mund zu bekommen.

  • Noch bevor Curio auf seine Frau zugetreten war, hatte Ursi schon mit ihrem Zeigefinger, einem fröhlichen Quietschen, das Curio ein erneutes Lächeln ins Gesicht zauberte, aber auch dadurch dass sie wieder unruhiger wurde, klar gemacht, dass sie sich doch offenbar den Frauen des Hauses näher fühlte als den Männern. Na ja, es war ja auch nicht so leicht für sie, ihren Vater kaum zu sehen, ebenso wie es für Corvinus schwierig sein musste, nun schon monatelang von Frau und Tochter getrennt zu sein. Und nicht zuletzt war ja auch Alpina alleine mit ihrer Tochter. Leider war das bei Corvinus Dienst nunmal schwierig, besonders, wenn er solche Aufträge hatte, wie im Moment. Umso mehr sah es Curio als seine Aufgabe an, sie zumindest nicht komplett von den Männern des Hauses zu entfremden, da war das gemeinsame Abendessen eine sehr gute Gelegenheit.


    Lange müssen wir ja nicht mehr warten.


    sagte Curio dann, nachdem er Ursicina an Silvana weitergegeben hatte, und streichelte seiner Frau über den Bauch, wo er doch grade tatsächlich glaubte, einen Tritt gespürt zu haben. Überrascht blickte er zu Silvana auf und strahlte sie an. Die belegte Stimmung vom Morgen schien komplett verflogen zu sein und war stattdessen einer gelösten guten Laune gewichen.


    Dann bekommst du nämlich einen kleinen Cousin, der deine Tante im Moment noch ganz schön piesackt.


    sprach er weiter, tippte sanft auf die Nase seiner Nichte und setzte sich danach neben seine Frau an den Tisch. Gleich darauf landete Ursicina auch schon wieder auf seinem Schoß, bevor Silvana damit anfing, die kleine mit Fruchtmus zu füttern, oder besser: Es versuchte.

  • Susina Ursicina


    Ursi protestierte zunächst lautstark als Runa sie wieder auf den Schoß des Onkels setzte. Sie kannte die Tante eben besser, war schon häufiger auf ihrem Schoß gesessen und hatte somit mehr Vertrauen zu Runa. Doch als sie erkannte, dass sie deshalb bei Curio geparkt wurde, weil es für sie einen Puls mit Obst geben sollte, strahlte sie wieder und streckte die Ärmchen nach dem Löffel aus. Sie beugte sie soweit vor, dass die Gefahr bestand vom Schoß des Onkels zu purzeln. Alles nur aufgrund der Gier nach dem Löffel mit dem begehrten Inhalt.


    Ursi sperrte bereitwillig den Mund auf. Der erste Löffel landete in dem kleinen Mäulchen. Auch die nächsten beiden Löffel fanden noch halbwegs ihr Ziel. Dann jedoch entschied Ursi, dass sie genug gegessen hatte und das Spiel mit der Tante langsam langweilig wurde. Sie drehte den Kopf weg, was den Inhalt des Löffels beinahe in ihr rechtes Ohr befördert hätte. Einen Augenblick lang verharrte die Kleine in der Position bevor sie vorsichtig einen Blick riskierte, wie die Tante wohl auf ihre Weigerung reagieren würde.

  • Runa lächelte, als der kleine Helvetier in ihrem Bauch seinem Vater zeigte aus welchem Holz er geschnitzt war. Runa spürte die Tritte ihre Kindes ja vor allem in der Nacht. Genau dann wenn sie sich zu Ruhe begeben wollt, beschloss der Kleine ja immer, das er ne Runde toben wollte.


    Nun galt es aber ein anderes schwieriges Unterfangen zu erledigen. Runa kannte das ja schon, ein paar Löffelchen gingen gut doch dann verlor Ursi schnell die Lust an dem Spiel. Und so war es auch dieses Mal und schwuppdiwupp landete der Inhalt des Löffels nicht in Ursis Mund sonder auf des Onkels Tunika. Der verschmitzte Seitenblick der Kleinen und der Brei, der sich farblich sehr schön von der Tunika ihres Mannes abhob, ließen Runa in schallendes Gelächter ausbrechen. „Nun meinen kleinen Lieblingsnichte hat also beschlossen, das sie schon satt ist? Oder darfs noch ein Löffelchen sein?“ Runa simulierte mit dem Löffel den Flug einer Biene und machte das entsprechende Geräusch dazu. Ein Löffel ging noch gut, doch der zweite landete schon wieder daneben. Nun hatte Runa die zündende Idee. Kurzerhand tauschte sie Löffel gegen Kind. So hatte nun sie Ursi auf dem Schoss und Curio die „un“dankbare Aufgabe seine kleine Nichte zu füttern. „Jetzt du.“ gluckste Runa vergnügt.

  • Am Anfang klappte es noch ganz gut und Ursicina machte prima mit, indem sie die ersten drei Löffel vom Früchtepuls noch gan entzückend in ihrem kleinen Mündchen verschwinden ließ. Daher kam es für den werdenden Vater auch komplett überraschend, dass sie plötzlich ihren Kopf ruckartig zur Seite drehte und der Löffelinhalt lautlos auf seiner Tunika landete, die er ja grade erst frisch angezogen hatte. Allerdings konnte er der kleinen nicht böse sein, allerdings lachte er nicht so wie seine Frau laut auf, die offenbar eine schier kindliche Freude am Füttern empfand, sondern beschwerte sich schmunzeln.


    Na sag mal, Ursi, das Essen gehört doch in den Mund und nicht auf meine Tunika.


    Doch glaubte er nicht, dass sich seine Nichte davon irgendwie beeindruck ließe. Stattdessen nahm er nun mit dem Zeigefinge das Mus von seiner Tunika ab und streichte es an die Kante der Essschüssel, bevor Silvana nun offenbar umdisponierte, sich die Kleine schnappte und Schüssel und Löffel nun glucksend Curio in die Hand drückte. Der junge Helveter zuckte mit den Schultern, tauchte den Löffel in die Schüssel und führte ihn dann mit schlängelnden Bewegungen zu Ursis Mund


    Hmm lecker.


    sagte er dabei grinsend. Vielleicht half ja die Abwechslung dabei, dass Ursi wieder Interesse am Löffelinhalt bekäme.

  • Susina Ursicina


    Der Lacherfolg, den Ursicina erntete, als der Löffelinhalt auf der Tunika des Onkels landete führte zu einem glucksenden Kinderlachen. Die summende Biene wurde mit Interesse verfolgt und schnell war der Löffel auch in ihrem Mund verschwunden. Doch dann hatte die schlaue Kleine den Trick durchschaut und sorgte für einen weiteren Breiklecks auf der Tunika des Aedituus.
    Der Wechsel auf Runas Schoß sorgte zunächst für Verunsicherung bei Ursi, dann jedoch schien das Spiel mit veränderten Rollen fortgeführt werden sollen. Neu gefüllt und in Schlangenlinien näherte sich der Löffel erneut dem Kindermund.


    Ursi beobachtete ihn bis er kurz vor ihrem Mund war - ohne die gewünschte Öffnung desselben. Der Holzlöffel stieß an die geschlossenen Lippen der Kleinen. Auch ein zweiter und dritter Versuch scheiterten. Ursi schüttelte sogar heftig den Kopf. Zwischen ihren Augenbrauen zeigten sich zwei senkrechte Falten. Eine Mimik, die Onkel und Tante womöglich von der Mutter der Kleinen kannten, wenn sie etwas strickt ablehnte.
    Herausfordernd sah Ursi ihren Onkel an. Er würde sich schon was Besseres einfallen lassen müssen.

  • Runa konnte sich das Lachen wirklich kaum halten und gluckste also mit Ursi fröhlich um die Wette. Als dann auch noch der Versuch von Curio fehl schlug und der Löffel auf die geschlossenen Lippen traf, gefolgt von dem herausfordernder Mimik wars mit Runas Beherrschung vorbei, sie lachte laut los. Was zur Folge hatte, dass sich der Inhalt des Löffels nun auf ihrer Tunika verewigte. Aber auch das störte sie nicht weiter.


    Was Runa zunehmend zu schaffen machte war der kleine Unruhegeist in ihrem Bauch, Der beschwerte sich gerade ordentlich und versetzte der werdenden Mutter einen Tritt nach dem anderen. Eine Weile hielt Runa es noch aus, doch dann wurde Ursi erneut umgeparkt, diesmal landete sie auf dem Schoss von Roderiq.
    Runa erhob sich fast schon mühevoll. „Ich muss den kleinen Helvetier wohl etwas beruhigen. Ich gehe etwas im Garten spazieren. Ihr kommt doch bestimmt ohne mich zurecht?“ Uris bekam einen Kuss auf die Stirn. „Sei lieb zu den Männern.“ sagte sie zwinkernd. Auch ihr Mann bekam einen Kuss, aber natürlich einen auf den Mund. „Mach dir keine Sorgen, es ist alles gut. Dein Sohn ist nur etwas unruhig. Ich werde ihn etwas durch den Garten schaukeln. Du sorgst dafür, das deine kleine Nichte ausreichend zu Essen bekommt.“ Sagte sie noch und entschwand in Richtung Garten.

  • Die Kleine weigerte sich beharrlich, einen weiteren Löffel zu essen, ja sie schüttelte sogar, für ein Kleinkind erstaunlich nachdrücklich, den Kopf und ließ sogar zwei kleine Falten über ihrem Stupsnäschen erscheinen, die Curio auch schon bei Alpina gesehen hatte, wenn sie klarmachen wollte, dass ihr irgendetwas nicht gefiel. Erneut bildete sich in Curios Gesicht ein Lächeln, auch wenn es natürlich indiskutabel war, dass seine kleine Nichte mit drei oder vier Löffeln davonkäme. Nein, da war Curio stur genug und er konnte nur hoffen, dass Ursi nicht die helvetische Sturheit geerbt hatte, auch wenn diese Hoffnung eher gering war, da sie eigentlich recht zuverlässig von Generation zu Generation weitergegeben wurde.


    Nun musste sich der junge Helvetier also etwas ausdenken, zog den Löffel dabei zurück und blickte die Kleine nachdenklich lächelnd an. Genau in dem Moment gab Silvana die Kleine schon wieder weiter, dieses Mal an Roderiq, der plötzlich schaute, wie ein mit Wasser begossenes Schaf. Curio hingegen schaute besorgt seiner Frau hinterher, die offenbar im Moment besonders stark von dem kleinen Helvetier getreten wurde. Da halfen auch die Beteuerungen Silvanas nichts, dass das alles halb so schlimm wäre, seit dem Tod ihrer Mutter, war die Fürsorglichkeit für seine Frau nochmal deutlich angestiegen und diese konnte Silvana auch nicht mit ein paar Worten zerstreuen. Als sie hinausgetreten war, wandte sich Curio schließlich wieder seiner Nichte zu und da kam ihm die Idee. Wenn die kleine Ursicina, die ja trotz aller formaler Regelungen immer noch eine Helvetia war, den Appetit ihres Vaters geerbt hatte, hatte sie mit Sicherheit noch Hunger und wie sollte man einen Helvetier besser locken, als mit Futterneid, also steckte er sich kurzerhand den Löffel selbst in Mund, sagte betont aufreizend:


    Hmmmm... Lecker.


    Erneut tunkte er den Löffel und blickte seine Nichte offen an.


    Tja, wenn du nicht möchtest...


    und führte sich den Löffel erneut, aber deutlich langsam zu seinem Mund.

  • Susina Ursicina


    Der erneute Schoßwechsel irritierte Uriscina nur kurz. Sie hatte sich vorgenommen, den netten Onkel zu prüfen. Beharrlich verweigerte sie dem Löffel den Mund zu öffnen. Dann aber geschah etwas Unerhörtes. Onkel Curio schob sich selbst den Löffel mit Ursis Brei in den Mund! Zunächst konnte die Kleine es gar nicht fassen, dann aber holte sie hörbar tief Luft und begann ungehalten zu schreien. Sie warf sich nach vorne in Richtung auf den Löffel, der soeben im Mund des Aedituus verschwunden war. Roderiq hatte größte Mühe, das aufgeregt zappelnde Kind auf seinem Schoß zu halten.


    Als Curio den Löffel erneut in den Puls tauchte und wieder in Richtung seines Mundes führte, wurde aus dem empörten Schreien ein markerschütterndes Weinen. Ursi verzweifelte an der Grausamkeit ihres Onkels. Sie streckte die Ärmchen aus und bettelte darum, dass er ihr diesen Löffel geben solle. Tränen glitzerten in ihren Augen. Die Dramatik in ihren Gesten und ihrer Mimik war kaum zu überbieten.

  • Lautstärke und Intensität von Ursis Reaktionen waren für den jungen Helvetier gelinde gesagt überraschend. Erschrocken blickte er seine Nichte an und hielt auch gleich in der Bewegung inne, den Löffel zum Mund zu führen. Einige Momente war Curio unschlüssig, ob eine Richtungsänderung des Löffels ausreichen würde, um Alpinas Tochter zu beruhigen, denn natürlich würden die beiden Hausherrinen auf ein schreiendes Kind im Haus eher sofort, als später reagieren. Nach den Momenten der Unschlüssigkeiten vollzog der Löffel schließlich eine Kurve und näherte sich dem Mund Ursicinas.


    Ist ja schon gut, Ursi, ist ja schon gut.


    versuchte er die Kleine mit gezwungen ruhiger Stimme ebenfalls zu beruhigen. Das Gesicht Roderiqs verriet Curio derweil, dass der Custos ebensowenig eine Ahnung hatte, was sie nun mit dem Kind anstellen sollten, wenn es weiterschreien würde. Also hoffte der im Moment wenig geschickte Onkel einfach nur, dass das Friedensangebot mit der Richtungsänderung Wirkung erzielen würde.

  • Susina Ursicina


    Ursicinas Empörung über den Diebstahl an ihrem Brei war nur von kurzer Dauer. Als der Löffel tatsächlich die Kurve auf ihren Mund nahm, verebbte das Geschrei und die Lippen öffneten sich. Nun war es dem lieben Onkel Curio möglich noch drei weitere Löffel unterzubringen bis ihre Aufmerksamkeit von etwas anderem angezogen wurde. Ursi streckte die mit Brei bekleckerten Finger aus und versuchte eine Haarsträhne Curios zu ergreifen. Sie beugte sich weit nach vorne und erreichte schließlich ihr Ziel. Mit schelmischem Grinsen verteilte sie den Brei in der Haarpracht des Onkels.


    Jeder weitere Versuch einen Löffel Brei in den Kindermund zu schieben wurde abgeblockt durch Kopf drehen, mit der Hand abwehren oder Geschrei. Es wurde nur zu deutlich, dass Ursi der Meinung war, dass die Fütterstunde beendet war. Sie begann unruhig auf Roderiqs Schoß herumzuwackeln und ihre kindlichen Fingernägel in den Arm des überforderten Mannes zu graben.

  • Erleichtert beobachtete Curio, wie seine Nichte nun doch entschied, einige Löffel essen zu wollen. Zumindest hörte das Weinen und Schreien schlagartig auf und die Kleine gestand ihrem Onkel zu, ihr noch weitere drei Löffel zu geben. Danach verlor sie aber endgültig das Interesse an ihrem Brei, der mittlerweile etwa zur Hälfte aufgegessen war. Besser als nichts, dachte Curio, doch da hatte Ursi ihm auch schon mit ihren breiverschmierten Fingern ins Haar griff.


    Bona Dea, Ursi.


    sagte er grinsend, nahm sich einen Lappen vom Tisch und reinigte damit zuerst die Hände, den Mund und die Kleidung des Mädchens und dann seine eigenen Haare und seine Kleidung. Große Flecken prangten nun auf den Tuniken von Nichte und Onkel, doch lag der Fokus natürlich nicht darauf. Stattdessen sah Curio nun, wie Ursi auf dem Schoß von Roderiq wieder unruhig wurde und der Custos unter dem Kneifen der Kleinen überrascht, aber leise aufstöhnte. Curio nickte ihm entschuldigend zu.


    Dann gib sie mir mal wieder.


    sagte er mit dankbarem Lächeln, nahm die Kleine nun selber wieder auf den Arm und ging mit ihr zum großen Fenster zum Garten, wo Silvana ihre Runden drehte. Curio lächelte in sich hinein, als er seine Frau so beobachtete, wandte sich dann aber wieder seine Nichte zu.


    Schau mal, da ist Tante Runa.


    flüsterte er der Kleinen liebevoll ins Ohr.


    So, dann wollen wir dir jetzt mal wieder ein bisschen Bewegungsfreiheit geben.


    sagte er danach etwas lauter und ließ Ursi langsam und vorsichtig auf den Boden gleiten. Ein bisschen sollte sich seine Nichte noch bewegen, sich vielleicht noch ein bisschen austoben, bevor er und Silvana sie danach ins Bett bringen würden. Ob sie diese Nacht alleine in Alpinas Zimmer oder bei Curio und Silvana schlafen würde, musste noch geklärt werden. Denn wahrscheinlich wäre Alpina auch den großen Teil der kommenden Nacht damit beschäftet, die kleine Iulia zu betreuen.

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