Officium des Praefectus Urbi

  • "Bis auf den Kaiser hat niemand auf eine besondere Form der Anrede bestanden. Ich richte mich ganz nach dir und deinen Wünschen, Praefectus."

    Herrlich, denke ich mir, gleich das erste Fettnäppfchen nicht nur zum Hineintreten, sondern direkt zum Hineinspringen ausgesucht.


    "Generelle Abstufungen der Anreden sind mir bewusst, aber Rom zeigte sich mir bislang so freundlich und entgegenkommend, dass ich nicht daran dachte, dass es auch andere Situationen geben kann. Im Militär sind es dann die Ränge, die den wesentlichen Ausschlag geben und die Anrede bilden? Ein, sagen wir mal, Decurio würde also immer nur als Decurio angesprochen werden, egal welcher Mensch letztlich hinter dem Rang steht? Ich habe mich nie damit befasst, das Militär war in unserer Familie nie wirklich ein Thema."


    Die Aussicht auf eine Zeit beim Militär stimmt mich nicht wirklich glücklich, aber ich weiß ja, dass es ein wichtiger Teil des Weges ist, den ich zu beschreiten gedenke. Noch ist es nicht soweit und ich habe noch Zeit mich eingehend darauf vorzubereiten. Das hier ist nur der Anfang all dessen.

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  • "Es geht nicht um mich", erwiderte Menecrates und winkte ab. Er erhob sich und trat näher. "Du beabsichtigst, auf das politische Parkett zu treten und ich kann dir versichern, es ist zuweilen glatt. Es gibt in Rom ein paar Gepflogenheiten und wer lange hier lebt, geht davon aus, dass jeder, der spricht, seine Worte so meint wie er sie setzt. Kaum einer wird dir sagen, worauf er besteht. Er kann dir freundlich ins Gesicht lächeln und dich innerlich abstempeln." Vielleicht würde Vindex in wenigen Jahren zur gleichen Erkenntnis kommen, vielleicht blieb sie ihm auch erspart. Das wussten nur die Götter.


    "Zu den Gepflogenheiten am Beispiel meines Namens: Ist dir jemand fremd oder willst du jemand mit besonderem Respekt behandeln, dann nenne ihn bei seinem vollen Namen. Das wäre in meinem Fall: Herius Claudius Menecrates. Als immer noch absolut korrekt gilt außerdem, wenn du sagst: Claudius Menecrates. Wählst du die Anrede 'Claudius', dann impliziert sie, dass du dein Gegenüber schon eine Weile kennst und ihr einen guten Umgang miteinander pflegt. Allerdings kann auch jemand, der dich verabscheut, aber dies nicht öffentlich kundtun möchte, sich ebenfalls für diese Namenswahl entscheiden. Menecrates wählst du, wenn du dich mit jemand freundschaftlich verbunden fühlst." Vielleicht konnte Vindex an diesem Punkt über sich selbst lächeln. Es wäre wünschenswert, denn Menecrates wollte kein verkrampftes Verhältnis. "Herius dürfen nur meine Familienmitglieder zu mir sagen, aber ich denke, das weißt du." Sein Gesichtsausdruck behielt das Wohlwollende bei. Das Nachfolgende machte das Thema für Vindex sicher nicht übersichtlicher, aber es musste sein.


    "Sprichst du jemand in der Ausübung seines Amtes an, dann setze stets Titel bzw. Amt vor den Namen. Als Beispiele: Praefectus Urbi Claudius Menecrates, Senator Flavius Gracchus oder Aedilis (Curulis) Flavius Gracchus Minor. Kennst du denjenigen gut und ihr seid nicht in der Öffentlichkeit, sondern unter euch, dann kannst du natürlich die vertrautere Anrede benutzen. Ich zum Beispiel würde, obwohl ich zu Gracchus Minor ein außergewöhnlich gutes, ja freundschaftliches Verhältnis pflege, ihn im Senat nie mit Gracchus Minor ansprechen. Er sitzt dort als Senator und nicht als mein Freund." Er hob bedauernd die Hände samt Schulter.


    "Und um dich vollends zu verwirren, komme ich nun zu uns." Er blickte freundlich, während er Vindex' Gesichtsausdruck beobachtete. "Als dein Patron und Lehrmeister bin ich nur offiziell der Praefectus Urbi. Wenn wir unter uns sind, so wie jetzt, brauchst du mich nicht mit Praefectus ansprechen. Du bist mir nicht dienstlich unterstellt. Wir pflegen ein privates Verhältnis, das noch ganz frisch ist und sich noch entwickeln wird. Verläuft es gut, kann es freundschaftlich werden. Es kann sich aber auch in Richtung neutral oder gar distanziert entwickeln. Wer weiß das schon. Du hast jetzt die freundschaftliche Anrede gewählt und dabei werden wir jetzt bleiben." Die letzten Worte sprach er entschieden. Er würde darüber nicht diskutieren wollen. Er legte die Hand auf die Schulter des jungen Mannes und tätschelte sie zweimal. "Nichts für ungut. Ich habe nicht versprochen, dass das Lehrjahr dahinplätschern wird." Menecrates genoss eine gute Erziehung, kannte die Verhaltensregeln im Schlaf und legte Wert auf höflichen Umgang miteinander. Das wollte er weitergeben.


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  • Ein wenig schwirrte mir der Kopf von den Ausführungen. Hatte ich bisher so viele falsche Anreden überall verwendet? Oder war diese Situation einfach anders als alle anderen zuvor? Vielleicht hätte ich auf meinen Reisen mehr tun sollen als reines Selbststudium zu betreiben. Die Erfahrungen waren nützlich, keine Frage, aber die konkrete Anwendung kam offenbar zu kurz in den vergangenen Jahren.


    Aber noch ist nichts verloren, denn mein neuer Lehrmeister bringt vieles mit und hat Erfahrungen sammeln können, die ich aufsaugen und aus denen ich noch mehr lernen kann. Das Jahr wird nicht leicht, aber letztlich ist es ein notweniger Schritt, ebenso wie das spätere Tribunat es offenbar sein wird.


    "Leicht wird es ganz offensichtlich nicht, nein, aber ich habe mir zumindest den richtigen Lehrmeister ausgesucht, wie es scheint. Ich werde deine Hinweise auf alle Fälle im Kopf behalten und fortan noch mehr darauf achten, niemandem auf die Füße zu treten durch eine möglicherweise unklug gewählte Anrede. Ist das politische Parkett, wie du es nennst, wirklich so glatt? Und würde ich Probleme bekommen, wenn ich falsche Anreden in offiziellen Dingen verwende?"

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  • Die Frage erforderte mehrere Antworten. Menecrates hörte zwar schon Stimmen aus dem Vorzimmer, aber noch blieben sie ungestört. "So verschieden die Menschen sind, so verschieden sind auch deren Reaktionen. Insofern lässt sich nicht pauschal sagen, ob eine unglücklich gewählte Anrede dir Probleme bereiten wird. Du bist jung und genießt damit eine Art Welpenschutz. Hast du dich etabliert, erwartet man von dir, dass du dich sicher auf dem Parkett bewegst. Probleme im Sinne des Wortes wirst du vermutlich auch nicht bekommen, aber du könntest dir durch Unhöflichkeit Wege erschweren oder die Wahlunterstützung einflussreicher Senatoren verbauen. Insofern wähle lieber nicht zu früh die vertrauliche Anrede und am besten lässt du dem Älteren oder Hochrangigeren den Vortritt, sie dir anzubieten."


    Um die Frage nach der Glätte des Parketts beantworten zu können, billigte sich Menecrates eine kleine Pause zum Nachdenken. Schließlich gelangte er zu dem Schluss, Annaeus durch die Mitteilung der eigenen Erfahrungen nicht den Mut zu nehmen, sondern ihn eigene Erfahrungen sammeln zu lassen.

    "Es ist wie im Leben allgemein", begann er. "Je mehr du an Ansehen gewinnst, desto größer wird der Pulk an Neidern. Im Senat gibt es außerdem verschiedene Lager. Die einen unterstützen dich, die anderen sehen dich am liebsten stürzen. Aber wenn du weniger dir, sondern vielmehr dem Reich dienst, wirst du über allem stehen können."

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  • In diesem Moment klopfte es an der Tür.

    "So, dann wollen wir mal", sagte er in Richtung Annaeus, bevor er rief: "Ja, bitte eintreten!"

    Als sich die Tür öffnete, erkannte er den Praefectus Vigilum und - mit der Hand an der Klinke - seinen Cornicularius.

    "Bitte eintreten", wiederholte er. "Cornicularius Octavius Frugi bitte besorge eine Kanne Quellwasser sowie Becher und geselle dich zu uns." Die Sitzordnung würde er nach der Begrüßung erläutern. Wer Menecrates kannte, der wusste, dass er Wein nicht mehr vertrug und demzufolge häufig genug Quellwasser kredenzte. Verwunderten Blicke war er inzwischen gewohnt.

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  • "Mir wäre es lieber, keinen Welpenschutz zu genießen. Ich möchte lieber vollumfänglich ernstgenommen werden. Aber ich schätze, das wird dann auch mit der Zeit kommen... wohl so wie die Neider."


    Meine erste Lektion. Ich hätte gerne noch ein wenig mehr über das politische Parkett gelernt, aber dafür ist sicherlich auch später noch Zeit, denn es klopfte an der Tür und ich kann meinen Lehrmeister nun zum ersten Mal bei der Arbeit beobachten. Die erste 'Amtshandlung' in dieser Situation: Getränke für alle. So wichtig und dennoch so unterschätzt. Und gleichzeitig eine weitere gute Lektion für mich.

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  • Der Praefectus Vigilum trat durch die geöffnete Tür, nahm Haltung an und grüßte militärisch korrekt mit der Faust auf der Brust den zweithöchsten Reichspräfekten.


    "Salve, Praefectus Urbi Claudius Menecartes. Ich freue mich über die Neuaufnahme unserer Zusammenarbeit. Es ist schon eine Weile her. Danke für die Einladung."

  • Was für ein Glück, kurz vor dem Eintreffen des Praefectus Vigilum hatte Frugi zwei Kannen mit Quellwasser aufgefüllt. Drei Becher waren
    schnell zur Hand. Jetzt aber, wie brachte er die gewünschten Sachen in den Raum? Er hatte ein Tablett entdeckt und betrat nun das
    Officium.

    Ich habe doch keinerlei Erfahrung mit dem bedienen von Gästen, jammerte er in Gedanken. Hilflos stand er da. Stelle ich das jetzt einfach ab? Muss ich jetzt jedem einen Becher einschenken oder bedienen die sich selber? Herje da habe ich gegen Horden von Germanen gekämpft und jetzt bin ich völlig hilflos, dachte er frustriert.

  • "Sei gegrüßt, Preafectus Vigilum Scaevius!", erwiderte Menecrates, während er seinerseits auf den militärischen Gruß verzichtete. Er fand es in Toga unpassend, ja geradezu lächerlich, und eine Rüstung gehörte nun mal nicht mehr zu seiner Dienstkleidung, obwohl er die Cohortes Urbanae kommandierte. "Unter dem Motto 'Zusammenarbeit' steht unser heutiges Treffen und ich bin daran interessiert, diese zu vertiefen." Derart schnell kam er selten auf den Punkt, denn sie standen noch.

    "Wir sind heute zu viert. Annaeus Vindex nimmt an unserem Gespräch teil. Er absolviert das Tirocinium Fori." Er wies auf Annaeus, bevor er auf Octavius deutete. "Protokollieren wird heute mein neuer Cornicularius Octavius Frugi." Damit müsste Frugi eigentlich bemerken, dass er geplantermaßen bleiben, zuvor aber einen weiteren Becher besorgen müsste.


    "Nehmen wir doch Platz." Der Preafectus Urbi steuerte auf einen der beiden - im Vorfeld platzierten - Stühle am Kopf der U-förmigen Tischgruppe zu. Seine Hand wies auf den Platz neben ihm, bevor er zum Praefectus Vigilum schaute. "Bitte."

    Bevor er selbst Platz nahm, wandte er sich an Vindex. "Annaeus, such dir einen Stuhl aus." Er wies nacheinander auf beide Plätze an den Schenkelseiten der Tischgruppe.

    "Cornicularius Octavius, die Erfrischung zunächst abstellen, Schreibzeug sowie einen weiteren Becher holen und ebenfalls Platz nehmen." Er schwenkte den Arm von der einen möglichen Sitzgelegenheit zur anderen. Annaeus und Octavius würden sich sicherlich einigen, wer wo sitzt.

    "Benötigst du ebenfalls Schreibzeug oder hast du welches dabei?", fragte Menecrates in Richtung Annaeus. Notfalls könnte Frugi ein paar Wachstafeln mehr mitbringen und einen zweiten Griffel.

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  • Als der eine Praefectus mich dem anderen Praefectus vorstellt, nicke ich diesem kurz und freundlich zu. Sein Auftreten samt militärischem Gruß, den ich trotz meiner mangelnden Militärkenntnisse doch kannte, hatte mir die Sprache verschlagen.

    Damit ich mich zusätzlich nicht noch durch Stolpern blamieren würde, nahm ich den kürzesten Weg zu dem freien Stuhl, der mir am nächsten war und auf den Claudius Menecrates gewiesen hatte.


    "Ich bin vorbereitet", beantworte ich seine Frage und hole aus meiner Tasche, die mich in so viele Situationen begleitet hat, zwei Wachstafeln und einen Griffel.

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  • Frugi machte kehrt um einen weiteren Becher zu holen. War nicht die Rede von drei Bechern gewesen oder hatte er etwas falsch verstanden? Egal dachte er während er sich zusätzlich ein paar Wachstafeln und Griffel schnappte und mit diesen zurückkehrte. Er legte sein Schreibzeug ab ehe er die Türe schloss.

    Jetzt begann das Herz des Octaviers stärker und schneller zu klopfen. Jetzt kommt das was ich befürchte habe, dachte er. Protokollieren.

    Bei den Göttern wenn das mal gut geht.

    Den Kopf hielt er ein wenig gesenkt und spähte durch die halb geschlossenen Lider in die Runde jeden einzelnen an.

  • Sein Stichwort 'Zusammenarbeit' traf unmittelbar ins Schwarze, was Scaevius froh stimmte. Er wusste nun, dass es heute nicht um Kritik an seiner Einheit ging. Nach der Vorstellung grüßte er: "Annaeus." Mit dem Cornicularius hatte er bereits im Vorzimmer den Gruß getauscht. Dem Hinweis folgend nahm er auf dem für ihn vorgesehen Stuhl Platz. Die Hände legte er sorgfältig am Rand der Tischplatte ab. Damit wirkte er arbeitseifrig, allerdings auch ein wenig steif.

    "In meiner Einheit gibt es aktuell den einen oder anderen vakanten Platz, weswegen ich spontan keinen Ersatz für meinen ausgefallenen Sekretär mitbringen konnte. Vielleicht ist es möglich, mir eine Abschrift des Protokolls zukommen zu lassen." Trotz wenig Regung im Gesicht, glomm die Bemerkung als Bitte und nicht als Forderung durch.

  • "Selbstverständlich", erwiderte Menecrates auf Scaevius' Anfrage. Sein Blick suchte die Bestätigung, dass Frugi die Anfrage ebenfalls registriert hatte. Vor dem Beginn der Unterredung musste außerdem noch die Getränkefrage geklärt werden und je nachdem, wer alles Quellwasser statt Wein zu sich nehmen würde, erhielt dieser hoffentlich aus Frugis Hand einen gefüllten Becher vorgesetzt. Sicher konnte sich Menecrates darin nicht sein. Bei allen wichtigen Abstimmungen, die in der Kürze der Zeit zwischen ihm und seinem neuen Cornicularius getroffen werden mussten, waren sie nicht zu derlei nebensächlichen Dingen gekommen.


    Er blickte von einem Teilnehmer zum anderen, während er sprach. "Meine Erfahrung besagt, dass Wein einer produktiven Beratung entgegenwirkt und da ich selbst das an sich köstliche Getränk nicht mehr vertrage, kredenze ich regelmäßig Quellwasser." Er musste in Vorahnung auf mögliche entsetzte Gesichter ein wenig schmunzeln. "Das ist Quellwasser. Es ist frei von Keimen und schmeckt nicht nach Kupferleitung. Es stillt den Durst und verhindert einen trockenen Mund, falls jemand beabsichtigt, viel zu reden." Er wartete einen Moment, bevor er fragte: "Wer möchte einen Becher? Ich für meinen Teil nehme einen."

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  • Der Preafectus Vigilum hob abwehrend die Hände. Bei allem guten Eindruck, den er machen wollte, und allen Chancen, die er für sich und seine Einheit wahren wollte, aber Quellwasser ging zu weit.

    "Danke, für mich nicht." Verdursten würde er während der Besprechung sicherlich nicht.

  • Quellwasser statt Wein, eine interessante neue Idee. Es ließ ein wenig die Gemütlichkeit vermissen, aber wenn dadurch die Beratungen produktiver werden sollten, ist das in jedem Fall ein Aspekt, den man sich merken sollte.

    "Ich werde zwar nur zuhören, aber nehme gern einen Becher."

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  • Die Reaktion des Praefectus hatte Menecrates kommen sehen, über die seines Tiro wunderte er sich nicht. Junge Menschen fuhren noch nicht in Bahnen. Sie probierten noch aus. Wieder blickte Menecrates zu Octavius und hoffte, er würde einschenken. Ob der Cornicularius selbst Quellwasser wollte, wusste keiner besser als er, also beschloss der Preafectus Urbi, mit der Beratung zu beginnen. Er suchte den Blickkontakt zu Scaevius.


    "Fangen wir an. Im Vorfeld meiner erneuten Amtsübernahme fand ein Conventus zur Kriminalitätsbekämpfung statt. So weit ich unterrichtet bin, hast du nicht daran teilgenommen." Er suchte die Bestätigung seitens Scaevius', bevor er fortfuhr. "Ich übrigens auch nicht. Im Zuge meiner Ernennung erhielt ich vom Kaiser den Auftrag, zusammen mit dem oder den - so weit bin ich noch nicht - Praefectus Praetorii ein Konzept zur Befriedung der Subura zu erarbeiten und jetzt kommst du ins Spiel." Er wollte die volle Aufmerksamkeit und nicht Gefahr laufen, dass der Praefectus Vigilum abschaltete, weil es bisher nicht danach klang, als wäre seine Einheit oder er selbst an irgendeiner Stelle involviert.

    "Bevor ich das Gespräch mit dem zum Conventus geladenen Praefectus Heius Vibulanus suche, möchte ich mich mit dir abstimmen und im Idealfall eine Übereinkunft treffen."

    Er langte zu den Wachstafeln, die der Scriba während der Stabsbesprechung angefertigt hatte und zog sie heran. Anschließend griff er zu einer Papyrusrolle, die als Karte Roms diente. Er rollte sie aus, strich sie glatt und legte sie mittig zwischen ihn und seinen geladenen Gast.


    Er blickte zu Octavius. "Auf dem Sekretär liegt eine weitere Karte, in der die Vigilesstationen eingezeichnet sind. Reich sie mir bitte rüber." Er hätte befehlen und das 'bitte' weglassen können, aber Menecrates genoss eine besondere Kinderstube, weswegen er weniger bissig als andere Befehlshaber wirkte.


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  • Aha also Wasser einschenken, gut dann kann ich mich auch nicht bei dem Mischverhältnis Wein und Wasser irren, überlegte Frugi. Obwohl wenn würde ich doch lieber Wein trinken, doch hier muss ich schreiben, gleichzeitig den Claudier im Blick halten, denn der gibt manchmal wie mir scheint nur irgendwelche Zeichen. Also für mich erst einmal nichts zu trinken.

    Vorsichtig füllte er zwei Becher mit Wasser und stellte jeweils einen vor den Praefectus Urbi, den zweiten vor den Aedituus Annaeus Vindex.

    Dabei überlegte er, wen bediene ich zuerst? Normal den Gast, doch der Praefectus Urbi ist der
    Ranghöchste hier, außerdem ist der Aeditus hier um ein ehm... Praktikum zu absolvieren oder sowas in der Art.

    Himmel schimpfte der Octavier mit sich selber, über was grübel ich hier, ich dachte ich würde etwas interessantes erfahren.

    Schon wäre es fast geschehen und er hätte die Bitte um die Karte der Vigilesstationen fast nicht mitbekommen. Hastig legte er die Tabula und den Griffel nieder, stand auf um die Karte zuholen und reichte diese Claudius Menecrates.

    Muss ich eigentlich nach jeder Aufforderung 'zu Befehl' sagen? Wäre dies nicht störend in einem Gespräch wie diesem.
    Beim Pluto ich weiß gar nichts.

  • Scaevius nickte zur Bestätigung, dass der Conventus ohne ihn stattfand. Mehr noch als das, wunderte ihn die Tatsache, dass der Claudier nicht geladen war. Wenn nicht als Praefectus Urbi außer Dienst, dann vielleicht als Consular. Die beiden Praefecten verband der Ausschluss, was Scaevius einmal mehr aufschloss. Er hörte weiter interessiert zu.


    Es bereitete ihm Genugtuung zu hören, dass ihm das erste Gespräch galt, noch vor dem Praefectus Praetorio Heius, der vom Kaiser für die Ausarbeitung des Konzeptes als Partner des Praefectus Urbi bestellt wurde. Scaevius konnte sich nicht erinnern, dergleichen je erlebt zu haben und wartete mit leicht vorgebeugtem Oberkörper, auf was Menecrates hinaus wollte. Es ging offensichtlich um die Vigilesstationen, wobei sich Scaevius nicht ausmalen konnte, welchen Beitrag sie zur Bekämpfung der Kriminalität leisten konnten. Die üblichen Ermittlungen nach Bränden waren offensichtlich nicht Anlass genug gewesen, ihn zum Conventus zu laden. Was also dann?

  • Alle gewünschten Dinge wurden von Octavius pflichtgetreu bereitgestellt und Menecrates nickte kurz, bevor er sich - sichtlich zufrieden - wieder seinem Gesprächspartner zuwandte.

    "Im Ergebnis brachte dieser Conventus nicht nur das Marschziel für Roms Stadteinheiten, sondern auch die kaiserliche Zusage nach diversen Aufstockungen sowie die Bereitstellung von Mitteln. Selbiges wurde mir vom Augustus in einem persönlichen Gespräch bestätigt und obwohl mir bislang keine konkreten Zahlen vorliegen, sehe ich keinen Grund, daran zu zweifeln. Hast du diesbezüglich schon eine Freigabe erhalten?" Zwar rechnete er nicht damit, aber wissen ist besser als vermuten.


    Nach dem Erhalt der Antwort sprach er weiter. "Kommen wir zu meinem Konzept, denn der Marschweg wurde während dem Conventus nur angerissen. Er wird - das habe ich zusätzlich zur kaiserlichen Vorgabe entschieden - unter Einbeziehung aller Stadtpräfekten festgelegt. Um ehrlich zu sein, lässt sich meine Einheit mit deiner viel leichter verzahnen als mit der Garde. Aus diesem Grund sitzen wir hier." Er pausierte für einen Atemzug, dann fuhr er fort. "Ich beabsichtige, stärker als bisher durch die Statio I Urbana im Nordzipfel der Subura, noch tiefer ins Pomerium einzudringen und inmitten der sakralen Grenze weitere Soldaten zu stationieren." Er ließ die Aussage wirken und behielt den Praefectus Vigilum im Blick. Zwar befürchtete er nicht, dass ein Präfekt religiöse Prämissen über militärische Erfordernisse stellte, aber er wusste auch nicht einzuschätzen, wie gläubig Scaevius war.

    Plötzlich fiel ihm ein, dass Annaeus sein Engagement im Cultus Deorum als persönliche Angelegenheit bezeichnet hatte. Er lehnte sich zurück, atmete einmal hörbar aus und dachte nach. Schaden konnte es nicht, die persönliche Meinung eines Tempelverwalters anzuhören.


    "Annaeus Vindex, an dieser Stelle würde mich eine persönliche Stellungnahme deinerseits zum Thema Stationierung im Pomerium sehr interessieren." Mit großer Wahrscheinlichkeit weilte Annaeus noch nicht in Rom, als der Sklavenaufstand große Wellen schlug. Andererseits konnte er sich auch informiert haben. Das Wort 'Sklavenaufstand' fiel noch oft genug in Rom. Menecrates ließ sich überraschen, nahm einen Schluck Quellwasser und blickte anschließend gespannt zu Annaeus.

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  • Ich war etwas irritiert, dass um meine Stellungnahme gebeten wurde, da ich eigentlich nicht damit gerechnet hatte, in irgendwelche Planungen einbezogen zu werden. Darüber hinaus war mein Wissen um die Umstände nur theoretischer Natur, ich war weder beim Sklavenaufstand in Rom und hatte vieles nur aus zweiter Hand gehört noch hatte ich die Subura bisher zu Gesicht bekommen.


    Als Aedituus allerdings hätte ich in diesem Kontext schon ein paar Worte zu sagen, wenn da nicht...


    "Ich bin nicht sicher, wie weit meine Stellungnahme hier hilfreich ist. Ich war nicht zugegen als die Unruhen tobten und habe nur davon gehört. Auch die Subura kenne ich bisher nicht und der Tempel in meiner Verantwortung liegt nicht innerhalb des Pomeriums, falls sich nicht über Nacht etwas geändert haben sollte. Generell ist die Situation in Transtiberim auch nicht zu verachten, sodass die Tiberinsel letztlich immer in einem schützenswerten Bereich liegt, zumal Aesculapius auch nur helfen kann, solange der Tempel unberührt ist von jeglicher Gewalt... und ich kann mir denken, dass Aufstände auch ausarten könnten.


    Ich bin, ganz allgemein gesprochen, kein großer Freund von zu hoher Militärpräsenz in Ballungszentren und würde es ungern sehen, wenn das Pomerium davon berührt würde. Ist dies denn wirklich die einzige Option? Könnte es nicht strategisch günstiger sein, die Stationen effektiver an der Grenze zu verteilen? Dann wäre eine Aufstockung auch unproblematisch. Aber letztlich bin ich nicht allzu gut in dieser Angelegenheit bewandert, meiner Meinung nach wäre die Penetration des Promeriums kein gutes Zeichen, Menschen könnten es missverstehen und sich sogar besonders bedroht fühlen."

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