Valerische Einkaufstour

  • Tiberius hatte sich was Aristoteles betraf eher für die Politik und die Metaphysik interessiert, als für die Tierzucht. Immerhin schien der Gedanke an gesteigerte Bildung seine Cousine nicht völlig abzuschrecken.


    "Wir werden einen ordentlichen Lehrer besorgen, der dir die Philosophie beibringt. Das kann sogar richtig vergnüglich sein.


    Ach ja. Mein Liebligsuft? Weißdorn im Frühling. Diese Blüten muss sich die Göttin der Bäume selbst ausgedacht haben. Was ist dein Lieblingsduft?"


    Er holte die Börse heraus. Ein gutes Parfum gehörte sicher zu einer Dame dazu.

    cdcopo-pontifex.png valeria_.png

    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    KLIENT - MANIUS FLAVIUS GRACCHUS

  • Ein ordentlicher Lehrer für Philosophie ? War das wirklich vergnüglich ?
    Maximilla beschloss da erstmal ihrem Cousin zu vertrauen. Vielleicht machte Philosophie wirklich Spaß.


    Aber ihr Vater war aus verschiedenen Gründen gegen Sklaven als Lehrer für römische Kinder.
    Daher sagte sie :
    "Ich möchte lieber keinen Sklaven als Lehrer haben. Da nehme ich nur ihren kriecherischen Geist an. Könntest du mich nicht unterrichten? Oder sollte das so ein echter Grieche sein ?"


    Das Gespräch über Düfte entsprach entschieden mehr dem, was Maximilla unter Vergnügen verstand .
    Weißdorn im Frühling“, wiederholte sie . „ Das klingt sehr hübsch. Ich mag Rose oder Veilchen oder Quitte. Oder eine Mischung von allem.“


    Sie freute sich , als Tiberius die Geldbörse zückte. Ein feines Öl , eine Salbe und Parfüm , das mochte sie sehr gerne haben.

  • Er selbst unterrichten? Üblich war das sicher nicht. Aber dann regte sich das Erbe des Kaufmannes in ihm. Eigentlich konnte er sich das Geld für einen Hauslehrer auch sparen. Philosophie und Literatur der Griechen hatte er ganz ordentlich drauf. Wäre letztlich raus geworfenes Geld.


    "Weißt du, ich glaube, das ist eine gute Idee. Und Rose ist eine sehr gute Wahl." Er kaufte dem Dufthändler zwei Parfum-Fläschchen ab, die was auch immer enthalten mochten, was nach Rosen roch und ein Salbenglas und drückte es Maximilla in die Hand.
    "Bitte sehr. Aber nicht direkt das ganze Haus damit beduften, ja?"

    cdcopo-pontifex.png valeria_.png

    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    KLIENT - MANIUS FLAVIUS GRACCHUS

  • Beide Antworten erleichterten Valeria Maximilla, obwohl Tiberius sofort merken würde, wie wenig sie wußte. Maximilla beschloss, bevor der Unterricht losgehen sollte, besser noch etwas für sich alleine zu üben . Ihr Cousin hatte ja gesagt, dass es genügend Schriftrollen in der Bibliothek der Casa Valeria gab.


    Die Parfümflakons und das Salbenglas nahm Maximilla freudestrahlend in Empfang.
    „Danke, Cousin Tiberius, du bist so nett !“
    Sie öffnete eines der Fläschlein und tupfte sich etwas der Flüssigkeit hinter die Ohren und auf ihre Handgelenke:
    „Das riecht viel stärker als das, was wir in der Civitas Aquensis selbst gemacht haben. Wir hatten nur Rindertalg und Honig als Grundlage. Dieses Öl ist anders – flüssiger. „, sagte Maximilla , die an allem interessiert war, was sie mit ihren Händen herstellen konnte.:
    „Rose ist übrigens kein guter Raumduft, sie ist zu schwer. Adalheidis nahm immer Zitronengras oder Katzenminze. - Germanen sind verrückt nach römischen Parfüms, das glaubt keiner – Wäre einer deiner Sklaven so nett, mir die Sachen abzunehmen ? Ich mache mir Sorgen, dass mir etwas herunter fällt. Schließlich ist das Glas.“


    Schon wieder hatte Maximilla etwas Neues entdeckt – ein Geschäft mit Wolle.
    „Hundert Wollknäuel von der feinen weißen für eine Toga“, sagte sie feierlich : „Meinst du, das können wir gleich mitnehmen oder besser liefern lassen?

  • Sein Vater hatte solche affektierten Sachen wie Raumduft für den absoluten Gipfel der Dekadenz und des Sittenverfalls gehalten. Aber eigentlich ziemte es sich nicht für ein ordentliches Haus, muffig daher zu kommen. Er würde sich mal damit beschäftigen. Vielleicht fragte er mal den Pro Magistro hinsichtlich solcher Dinge.
    Wolle andererseits sollte kein Problem sein.


    "Ich glaube, wenn du einen gesteigerten Bedarf an Wolle hast, besorgen wir den lieber billiger beim Großhändler, nicht wahr? Aber wenn du kleine Mengen Wolle jetzt hier in Farbe mitnehmen willst, können wir gerne was davon besorgen.Und natürlich solltest du den Sklaven immer die Sachen geben, die dir zu schwer sind, dazu sind sie da."

    cdcopo-pontifex.png valeria_.png

    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    KLIENT - MANIUS FLAVIUS GRACCHUS

  • Maximilla trug sich noch immer mit der Idee, für Tiberius eine komplette Toga zu weben.


    Sie wollte ihrem Cousin jedoch sofort eine Freude machen , und dachte daran, sich an eines der germanischen komplizierten Muster zu wagen , die sie bei Adalheidis immer bewundert hatte:


    Möchtest du denn ein Kissen für deinen Stuhl haben ?Du darfst dir die Farben aussuchen.
    Und ich mache für mich auch eines. Dann sitzen wir nicht so hart, wenn du mir Unterricht gibst.“
    , sagte sie .


    Valeria Maximilla wählte für sich gelbe, grüne und braune Wolle und schaute Tiberius fragend an.


    Plötzlich jedoch griff sie sich an den Bauch und wurde etwas blass. Die ungewohnte Wärme und die vielen Eindrücke schlauchten sie so langsam.
    „Darf eine Dame auch Magenknurren haben ?“, fragte sie unsicher : „Ich für meinen Teil sterbe vor Hunger. Etwas zu trinken wäre auch nicht schlecht.“

  • "Das mit dem Kissen ist eine sehr schöne Idee."
    Er glaubte zwar nicht, dass es im valerischen Haus an Kissen mangelte, trotzdem war es sicher absolut damengemäß sich in den verschiedenen Textilkünsten zu üben. Wenn schon um nicht an Langeweile einzugehen.
    "Es ist immer gut, wenn man etwas kann. Ich kann mir nicht vorstellen, das das Dasein einer Dame aus Schmuck und eitlem Geschwätz bestehen muss. Und Hunger habe ich tatsächlich auch."
    Ohne Umschweife steuerte er die nächste Garküche um die Ecke an. "Such dir was aus. An Essen kann man hier in der Stadt dran kommen."

    cdcopo-pontifex.png valeria_.png

    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    KLIENT - MANIUS FLAVIUS GRACCHUS

  • Valeria Maximilla freute sich darüber, dass Tiberius Valerius Flaccus ein selbstgewebtes Kissen haben wollte.
    Sie schlug ihrem Cousin vor, für seinen Bezug Blau und Rot , die germanischen Königsfarben, zu wählen, wenn sie auch etwas teurer als die anderen Färbungen waren.


    Danach las Maximilla etwas holprig vor, was der Wirt auf sein Schild an der Garküche angeschrieben hatte:



    Heute Spezialität :
    „Gebärmutter von Jungsauen in Garum mit Pfeffer


    Das man jedes Teil von einem Tier verwertete, fand Valeria Maximilla nur gut und richtig , aber
    „Was bitte schön ist Pfeffer?“
    Auf alle Fälle wollte sie etwas mit Fleisch haben. . In Germanien wurde selbst von geringen Leuten viel mehr Fleisch verzehrt als hierzulande.
    „Was nimmst du, Cousin Tiberius?“, fragte sie.

  • Das Angebot auf dem Schild war durchaus ausgefallen. Aber nicht in Tiberius' Geschmacksrichtung. "Eh. Jedenfalls. nicht die Gebärmutter. Ich werde mir ein paar von diesen Spießchen da mitnehmen. Ach ja. Pfeffer. Das ist ein Gewürz. Kann mir vorstellen, dass man das in Germania nicht so ohne Weiteres kriegt. Das kommt nämlich weit aus dem Osten. Hinter Persien noch. Dort wo es Tiger und Elefanten gibt."
    Gewührzhandel war nichts worin sich sein Vater beschäftigt hatte. Das war ihm nicht solide genug. Tiberius' alter Herr hatte Eisenwaren und solche Sachen bevorzugt. Daher kannte er sich mit Pfeffer nicht aus. "Was möchtest du denn?"

    cdcopo-pontifex.png valeria_.png

    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    KLIENT - MANIUS FLAVIUS GRACCHUS

  • „Ich nehme dann auch lieber Spießchen und eine Posca bitte “, sagte Valeria Maximilla, die nichts gegen die Gebärmutter der Jungsauen gehabt hätte, jedoch nicht wußte, ob ihr der Pfeffer schmecken würde:
    Bestimmt hätte man dieses Gewürz in Mogontiacum kaufen können. Aber Vater war dafür zu sparsam.
    Kaufst du den Sklaven auch was ?“


    Sie winkte die valerischen Sklaven, die ihre Sachen trugen, zu sich:
    „Burschen, habt ihr Durscht ?“, fragte sie freundlich in ihrem provinziellen Latein. .

  • Tiberius rechnete es Valeria hoch an, dass sie wiederum an die Sklaven dachte.


    "Sehr guter Gedanken. Also, junge Dame. Dann frage doch unsere werten Sklaven einmal was sie gerne möchten und entscheide dann, ob das angemessen ist."

    cdcopo-pontifex.png valeria_.png

    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    KLIENT - MANIUS FLAVIUS GRACCHUS

  • Die Sklaven haben mich vielleicht gar nicht verstanden, ich muss etwas deutlicher reden, dachte Valeria Maximilla :
    Aber was wäre angemessen? Vielleicht nicht gerade das teuerste Gericht mit dem Pfeffer und auch kein Wein , denn die Leute sollen arbeiten, nicht saufen, würde Adalheidis sagen.


    Germanen und Alkohol war allerdings ein Kapitel für sich.
    Viele der Landarbeiter der Villa Rustica waren keine Sklaven sondern germanische Tagelöhner gewesen. Wenn sie unvermischten Wein tranken, und sie sahen es nicht ein, ihn mit Wasser zu mischen, kamen sie tagelang nicht zur Arbeit.


    Die valerischen Sklaven machten jedoch einen tüchtigen und zuverlässigen Eindruck.


    Vateria Maximilla lächelte noch mals freundlich und richtete sich zu ihrer vollen Größe auf, dennoch musste sie zu den Sklaven etwas aufsehen. :
    „Möchtet ihr auch etwas trinken und dazu etwas essen?“, fragte sie langsam und deutlich:
    „Für jeden eine Posca?!“

    Das Letztere war nicht als Frage gemeint.
    In diesem Punkt wollte Maximilla genauso fest bleiben wie ihre Pflegemutter Adalheidis: Keinerlei Alkohol während der Arbeitszeiten.

  • Dass die Sklaven durchaus in der Lage waren, sie in normalem Tonfall zu verstehen, würde man Maximilla wohl noch klar machen müssen. Das war auch den Sklaven klar.


    Wie es sich gehörte, suchten sie sich alle etwas nicht allzu teures von der Karte aus und waren durchaus zufrieden. Die neue Domina schien mit beiden Füßen auf dem Boden zu stehen.
    Herr Tiberius war manchmal etwas abwesend und hatte manchmal wenig Geduld mit modäneren Angelegenheiten, die Sklaven so umtrieben.
    So zeigten sie sich angemessen dankbar, dass man an sie gedacht hatte.


    Das fiel auch dem Hausherren auf. "Nur ein satter Sklave wird ordentlich für dich arbeiten. Und das kann ich verstehen. Wenn man mihc nicht ordentlich füttern würde, würde ich auch nicht ordentlich schaffen können."

    cdcopo-pontifex.png valeria_.png

    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    KLIENT - MANIUS FLAVIUS GRACCHUS

  • Valeria Maxiimilla freute sich, dass sich die Sklaven freuten.
    Sie war in einem kleinen Haushalt aufgewachsen, in dem jeder jeden kannte und man sich für die Dienerschaft verantwortlich fühlte.
    Als ihr Cousin nun sagte: „ "Nur ein satter Sklave wird ordentlich für dich arbeiten. Und das kann ich verstehen. Wenn man mihc nicht ordentlich füttern würde, würde ich auch nicht ordentlich schaffen können.", nickte Maximilla eifrig.
    „Adalheidis sagt auch immer, dass man dem Ochsen, der drischt, nicht das Maul verbinden soll.“,
    sagte sie :
    „Danke, lieber Tiberius, die Spießchen sind wirklich lecker. Ich bin froh, dass ich mich nicht für die Gebärmutter entschieden habe.“
    Sie leckte sich alle zehn Finger ab:


    " Wie machen das die römischen Damen übrigens mit ihren Haaren? Solche Frisuren, wie ich hier auf dem Mercatus gesehen habe, bekommt doch kein Mensch alleine hin. Ich stecke mir meistens nur eine Spange hinter jedes Ohr, aber ich glaube fast das dies für Rom zu schlicht ist."

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!