• Von der Porta führte man Tiberius in einen wahrhaft erstaunlichen Raum. so etwas wie die Wandverzierungen hatte er noch nie gesehen. An das letzte - und bisher einzige mal - dass er in der Gegenwart des Augustus gewesen war, war damals mit Aurelius Lupus gewesen.


    Heute war er ohne hohe Begleitung her gebeten worden. Irgendwas wollte man also von ihm? In Tiberius Kopf lösten sich verschiedene Szenarios von den Dingen ab, die da geschehen mochten. Um sich etwas von seiner Aufregung abzulenken betrachtete er die Wandmalereien eingehender. Sie bestanden vor allem aus Figuren, die man für Tiere halten mochte. Tiberius war aber noch nie eines der dort abgebildeten Exemplare über den Weg gelaufen und bei vielen war er auch ganz froh darum.

  • Der Kaiser trat ein, gekleidet wie ein Privatmann, schließlich war es spät geworden in den letzten Tagen weswegen er beschlossen hatte, heute nicht so lange zu arbeiten wir manches andere Mal.


    "Mein Pontifex Minor! Schön , dass Du es einrichten konntest. Es ist lange her seit wir uns zuletzt sahen. Deine Vorgänger Plinius ..."


    was er allerdings schon ein wenig wegwerfend betonte


    "... und Glaucia, waren dem Thron näher als Du. Nimm Platz ..."


    Worauf er auf etwas deutete was man auch als Wohlfühloase hätte bezeichnen können.

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  • Der Augustus erinnerte sich sogar an ihn. Aber vielleicht hatte ein schlauer Cubicularius das Gedächtnis des Princeps auch vorher etwas aufgefrischt. Nein, Tiberius beschloss das erstere zu glauben. Man wurde nicht Augustus ohne ein phänomenales Gedächtnis.
    Dankbar nahm er auf der angeboteten Sitzgelegenheit Platz."Danke sehr. Ich wollte mich nicht aufdrängen."
    Gehe erst zum Palatium, wenn man dich rufen lässt, das gab man den angehenden Juristen oft und eindringlich auf den Weg. Gerade Tiberius' Zunft neigte zu Hybris und Selbstüberschätzung.
    "Aber wenn ich eingeladen werde, komme ich natürlich. Ich bin geehrt, dass du mich empfängst." Tiberius lächelte verbindlich, doch wie er hoffte ohne schleimerisch daher zu kommen.
    Tiberius nahm an, dass es um den Cultus Deorum ging, der Augustus vielleicht seine Beziehungen zu Flavius Gracchus verbessern wollte. Oder etwas in der Richtung.

  • Der Augustus lächelte wohlwollend. "Nun, ich bleibe gerne auf dem Laufenden. Ich habe dein Buch über römische Recht veröffentlicht, nicht wahr? Dazu wollte ich dir gratulieren. Ich habe es mit Interesse gelesen.

    Keine Sorge, ich habe nicht die Absicht, irgendwelche größeren juristischen Diskussionen zu veranstalten oder dergleichen. Nein, vielmehr... in meiner Position tut man gut daran, aufstrebende Leute im Auge zu behalten... und kennen zu lernen.

    Ich höre außerdem, du arbeitest mit dem Pontifex Flavius zusammen?"

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  • Dass der Augustus Tiberius' Buch gelesen hatte, überraschte dann nun doch. Den Satz, dass der Augustus sein Buch veröffentlicht hatte, interpretierte Tiberius als Versprecher. Schon allein deshalb weil der Augustus sich jenseits einer Gratulation nicht weiter mit dem Buch aufzuhalten gedachte und zu Tiberius Arbeit für die Pontifices überging.

    "Ich danke dir für die Gratulation. Und ja, ich erfülle meine Pflichten als Pontifex Minor gerne. Es ist eine hohe Ehre und ich hoffe, dass ich sie bisher zur Zufriedenheit insbesondere des Pontifex Flavius ausgeführt habe."

    Dieser hatte sich auch nach Tiberius' Wissen nie über seine Arbeit beschwert. Jedenfalls bei Tiberius selbst. Aber er glaubte auch nicht, dass der Pontifex jemand war, der sich hinter dem Rücken von anderen Leuten unterhielt.

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