Cubicullum Terentius Nero

  • Auch das Praeterium ließ zu wünschen übrig. Balbus hatte vorsorglich auch hier einen Schwung Reinigungskräfte geschickt. Freundlicherweise hatte man sich zunächst dem Cubicullum angenommen. Welches Nero nach einem Besuch der Lagertherme nun aufsuchte.
    Sein Bursche Titus hatte ihm eine kleine Cena bereitgestellt.
    Da saß er nun, lauschte dem Knacken des brennenden Holzes im Kamin. Ein Novum für ihn, denn bisher war er Fußbodenheizung gewohnt. Die Cena bestand aus Käse, getrocknetem Fleisch, Brot, Garum und einem nur geringfügig verdünntem Falerner.
    Nach dem Essen entließ er Titus in die Nacht. Dann rückte er sich den Scherenstuhl in Richtung Kamin und sinnierte dösend über seine spontane Bereitschaft hier das Kommando zu übernehmen.

  • Nero wachte früh auf, wusch sich und kleidete sich an. Tunika und Caligae reichten erstmal für sein Jentaculum. Titus hatte bereits ein kleines Mahl bereit gestellt, wie immer war er vor dem Praefectus wach gewesen und hatte sich still und zuverlässig um alles notwendige gekümmert. Die colazione bestand aus frischem Brot, Käse, Milch, Honig und ein paar einheimischen Früchten. Nero stand auf und holte sich noch einen Krug mit frischem Wasser, der neben seinem Bett auf einem kleinen Tisch stand. Er verdünnte die Milch ein wenig. In der letzten Zeit hatte er Probleme mit dem Darm. Wenn er sich bei den Milchprodukten etwas zurückhielt dann ging es meistens gut.
    Nach einer Weile öffnete er das Fenster und nahm sich seine Akten vor. Draussen erwachte das Castellum. Wie überall im Imperium ertönten auch hier die gleichen Geräusche.
    Nero lächelte und bemerkte, daß er bei dem diffusen Licht die feinen Linien der Schrift kaum mehr entziffern konnte. Er rieb sich die Augen bis er kleine Funken springen sah, doch wirklich helfen tat es ihm nicht. Ächzend erhob er sich, drückte seinen Rücken durch und rief nach Titus, damit dieser ihm in den Lederpanzer half dann legte er den Riehmen über die Schulter welcher das wertvolle Spatha trug und am Ende wurde das sagum an den Schultern befestigt. Er zupfte noch den Saum der Tunika etwas nach unten, denn der Lederpanzer zog die Tunika immer etwas hoch.
    Was meinst du Titus?...es ist noch etwas früh für die Bracae,...aber leg´sie mir für Morgen raus, da geht es auf eine kleine Inspektionsreise. Es war kalt, neblig, windig. Seine Knie schmerzten schon eine ganze Weile und er wollte nicht als Krüppel zurück nach Mantua. Hiernach schritt er durch die Türe, welche im Titus aufhielt und ging geradewegs zu seinem Officium.

  • Natürlich war es nicht Nero´s erster Appell, auch waren die Umstände nicht ganz neu für ihn. Hatte er bereits in Asia, Palästina, Britannia und Phartia gedient. Aber irgendetwas hier in diesem Land, an diesem Kommando beunruhigte ihn. Es war anders. Die Feindseligkeit nicht so offen wie in Parthia oder Palästina. Die Menschen hier in Germania waren fast schon vergleichbar mit Galliern, integriert, angepasst. War nicht der letzte LAPP ein Duccier? Ein Indigener?
    Er ließ sich von Titus in seine Kampfausrüstung helfen. Ihm war nicht nach Parade und Pomp. Der vergoldete, weiße Brustpanzer blieb auf dem Ständer, ebenso der Helm mit der Federbesetzten Crista. Der Sagum mit Rot und Hermelin.
    Nein, man sollte ihm ansehen, daß die Situation ernst war und er bereit war mit seinen Männern in den Kampf zu ziehen. Ein wenig rucken hier und zupfen dort und der Terentier stand da als würde er in den Krieg ziehen. Der Brustpanzer war schon alt, ein Erbstück der Familie, kampferprobt und überpoliert. Ebenso Spatha und Puggio, abgegriffen und deutlich genutz waren sie jedoch scharf wie Rasiermesser und mit den Jahren das Ende unzähliger Barbaren gewesen. Die Braccae kratzten etwas, aber Hauptsache sie hielten ihn untenherum warm.
    Titus stand vor ihm und betrachtete ihn kritisch, denn er war der Praefect, trotz seiner Rüstungswahl sollte er wie aus dem Ei gepellt vor seinen Leuten stehen. Naja, ein altes, angedötschtes Ei zwar, aber immer noch gefährlich anzusehen, besonders wenn er den Helm aufhatte, dachte Titus bei sich, denn Nero´s Haar stand inzwischen im Gegensatz zu seinem Cognomen.
    Nero nickte ihm zu und verließ sein Cubicullum um sich mit seinem Stab zu treffen und die weiteren Schritte zu besprechen.

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