Ordnung in den Sauhaufen bringen

  • Dienstalltag - ein Berg aus Abfall und Gestank


    Heute hatte Stilo die etwas unrühmliche Aufgabe, den Müllberg neben der Castra zu pflegen. Das war wichtig, um das Ausbrechen von Krankheiten und Ungezieferplagen zu vermeiden. Die Abfälle aus der Castra wurden nach dem Waffentraining mit Schubkarren und Eimern hinausgeschafft. Stilo, der draußen am Müllberg alles koordinierte, hatte beschlossen, alles Brennbare in Asche zu verwandeln, auch wenn das wertvolles Holz kostete. Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr begann der Müll ekelhaft zu stinken, es surrte von ersten Fliegen und das mochte er nicht leiden. Bald prasselte ein Feuer, das genährt von Speiseresten, Pferdemist, unbrauchbaren Stofffetzen, alten Verbänden, zerrissenen Lederstücken, kaputten Wachstafeln, alten Papyri und Holzresten schwarz qualmte und gewaltigen Mief verbreitete. Neben dem frischen Müll ließ Stilo auch die schon vorhandenen, frischeren Abfallberge mit Spitzhaken und Spaten auseinandernehmen und brennbares Material auf das Feuer werfen.


    Am Ende der Schicht war der Müllberg der Castra an einer Ecke durchwühlt bis aufs Erdreich und ein gutes Stück geschrumpft. Zwei Männer blieben zurück, um das Feuer zu bewachen und noch ein wenig zu füttern, bis die nächste Reinigungstruppe eintreffen würde und es weiter nutzen konnte, sodass bis dahin nichts passierte. Für Stilos Centuria aber war es nun Zeit, in den wohlverdienten Feierabend zu gehen.

  • Nach Dienstschluss - noch mehr Arbeit und Thermen


    Sein Centurio lag noch immer im Valetudinarium, sodass Stilo die Vertretung eigenverantwortlich übernahm. Böse war er darüber nicht, er arbeitete gern eigenverantwortlich. Die Abende verbrachte er damit, die Dienstpläne durchzugehen und sich Notizen zu machen, wie er das Ganze zu verwirklichen gedachte, sodass er auch gleich sah, wenn irgendwo im Vorfeld noch Absprachen zu treffen waren, die er ebenfalls erledigte. Stilo saß nach Dienstschluss meist in mit mehreren Tabulae am Tisch, anstatt seine Männer bei deren Freizeitvergnügungen zu begleiten. Einen Tag in der Woche hielt er sich jedoch eigens dafür frei, um sich nicht von ihnen zu entfremden. Er war nicht ihr Centurio, auch wenn er dessen Aufgaben stellvertretend übernahm, er war als Unteroffizier eher so etwas wie der große Bruder, wie ein Freund ihm einst das Verhältnis vom Optio zur Truppe bildhaft erklärt hatte.


    Heute war der wöchentliche Tag der Freizeitvergnügungen. Cimber hatte leider viel zu tun, sodass Stilo nicht davon ausging, ihn im Ort zu treffen. Nachdem diejenigen, welche den Bedarf verspürten, sich in Satala bei ihren Freundinnen oder irgendwelchen Lupas die Hörner abgestoßen hatten, traf man sich entweder in der Taberna oder in den Thermen, um den Abend ausklingen zu lassen. Als eher gemütlicher Mensch und zudem erschöpft von der neuen Arbeit, bevorzugte Stilo die Thermen. Beim Ballspiel beteiligte er sich nur seinen Männern zuliebe, beim Ringkampf überhaupt nicht und am Ende schlief er jedes Mal, auf der Massageliege ein. Caius Caecilius Canina, mit dem er sich gut verstand, hatte er gebeten, ihn zu wecken, wenn sie zurück zur Castra mussten. Canina musste das jedes Mal und Stilo schlief wie ein Stein.

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