~ Salutatio LuAnFlo ~ Wer an der Salutation teilnimmt, muss nicht zuerst an der Porta anstehen. Die Porta ist bei der Salutatio offen, aber durch Ursus bewacht!

  • Hatte ich das nicht bereits gesagt?


    "Selbstverständlich. Ich fürchte übrigens, dass wir uns morgen in der Basilica Ulpia sehen. Das wird aber nicht lange dauern. Mein Gegner meint, dass er ein Grundstück zurückfordern könne, weil es nicht manzipiert sei. Nach fast drei Jahren ist das aber irrelevant. Das wollte er mir aber nicht glauben. Und einen Advocatus hat er sich nicht genommen, so dass ihm leider auch niemand außer mir gesagt hat, dass das Grundstück nun ersessen ist. Da mein Mandant das Grundstück die ganze Zeit über bewirtschaftet hat, fallen auch die Einreden weg."


    Ich zuckte mit den Schultern.


    "Der Fall ist so klar, dass es leider im Wesentlichen Zeitverschwendung für alle Beteiligten ist."

    Nun gut, für mich gab es wenigstens Geld. Der zwanzigste Teil des Grundstückswertes war sogar eine ziemlich gute Bezahlung.

  • Ich versuchte täglich, meine Arbeit als Praetor nicht von Patronaten und Klientel abhängig zu machen, soweit dies möglich war und nicht die persönlichen Interessen eines meiner Klienten geschädigt würden. Daher gab ich auch hier zur Antwort:


    Dann sehen wir uns morgen und ich werde mir morgen genau anhören, was beide Parteien zu sagen haben. Dein neues Werk werde ich mir heute Abend zu Gemüte führen. Gibt es sonst noch etwas, was ich für dich tun kann?

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    DOMINUS FACTIONIS - FACTIO ALBATA

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    Klient - Marcus Decimus Livianus

  • "Nein, ich habe aktuell nichts Weiteres. Ich werde sicher morgen früh noch bei der Salutatio vorbeischauen, aber wahrscheinlich eher kurz angebunden sein, weil ich noch zwei Mandantengespräche habe."

  • Stress war nie gut und Iunius Tacitus war ein regelmässiger Besucher der Salutatio.


    Falls du morgen kein Anliegen hast, erlasse ich dir den Besuch bei der Salutatio. Deine Mandanten brauchen dich ausgeruht und konzentriert und wir werden uns in den kommenden Tagen öfters sehen. Ich weiss, das ist nicht üblich, aber ich muss in der Zwischenzeit nicht mehr Klienten zählen um zu wissen, was ich in Rom erreicht habe.

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    Klient - Marcus Decimus Livianus

  • "Ich danke dir, Patrone. Obwohl ich ehrlicherweise sagen muss, dass die Salutatio für mich mehr ist als eine Pflicht, weil ich unsere Gespräche bei der Salutatio sehr schätze."


    Meine Wort waren ernst gemeint. Ich bereute nicht für einen Tag, Lucius Annaeus Florus Minor als Patron gewählt zu haben.


    "Nun, ich denke, dass deine anderen Klienten dich auch noch sehen möchten. Wir sehen uns dann morgen in der Basilica Ulpia, falls es nichts gibt, was ich vorher noch für dich tun kann."

  • Ich war froh, dass die meisten meiner Klienten nicht bloss wegen Begehrlichkeiten und Gefallen zur Salutatio kamen und es machte natürlich auch Freude, wenn jemand das offen aussprach.


    Ich will dich nicht von einer persönlichen Freude abhalten, du bist mir jeden Morgen willkommen, also schau einfach, was für dich möglich und passend ist. Ich wünsche dir einen erfolgreichen Tag.

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  • "Danke, den wünsche ich dir auch."


    Dann verließ ich das Haus meines Patrons und machte mich auf den Weg zu meinem ersten Mandanten des heutigen Tages.

  • An diesem Morgen war ich ein wenig in Gedanken, als ich zur Salutatio kam, weil ich mir noch immer nicht sicher war, wie ich auf den Brief meiner Schwester reagieren sollte. Einerseits waren meine Verpflichtungen hier in Rom, andererseits waren da meine Verpflichtungen gegenüber meiner Gens. Aber war ich überhaupt verpflichtet, meine Schwester und meine Mutter in physischer Präsenz zu unterstützen?


    So passierte es, dass mich Ursus zweimal aufrufen musste, um mich aus meinen Gedanken zu reißen. Als ich vor meinen Patron trat, überspielte ich das und lächelte wie jeden Morgen höflich.


    "Salve, Patrone, ich hoffe, dass dich die Praetur nicht zu sehr fordert und falls doch, dass ich es nicht verschulde."

  • Die Tage vergingen im Moment im Flug und ich kam mit Salutatio, Senatsarbeit, Curator Aquarum und Praetur kaum zu irgend einer privaten Arbeit. So blieb auch mein Gesetzesentwurf immer weiter liegen und immer wenn Iunius Tacitus sich bei der Salutatio meldete, regte sich mein schlechtes Gewissen.


    Salve Iunius Tacitus. Es ist viel los, in der Tat, aber daran bist nicht du schuld, nein. Da ich dich etwas weniger sehe als auch schon, nehme ich an, du bist auch ziemlich beschäftigt, wenn auch nicht mehr ganz so oft vor Gericht.

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  • "Nun, ich hoffe, dass du noch genug Zeit für deine Familie findest. Das ist wichtig."


    Ich überlegte kurz, ob ich einen kurzen philosophischen Exkurs über die Bedeutung der Familie für einen funktionierenden Staat geben sollte, entschied mich aber dagegen.


    "Was mich anbetrifft, so fokussiere ich mich momentan auf Recherchen, um weitere Bücher zu schreiben. Das ist wohl der Geist des Museions, der mich seit meinen dortigen Studien fest im Griff hält, auch wenn zwecks praktischer Erkenntnisse nun einige recht gut verlaufene Fälle vor Gericht hatte. Ich scheine besonders bei den schwierigen Fällen recht erfolgreich zu sein. Das bringt mir immerhin recht spendable Mandanten."


    Ganz zwangsläufig fragte ich mich, ob ich mit Frau und Kindern auch noch so viel Zeit zum Schreiben hätte. Aber das musste ich nicht unbedingt hier erörtern.


    "Ich erwäge sogar, mich für einige Monate nicht mehr vor Gericht blicken lassen sollte, um mehr Zeit für Recherchen und zum Schreiben zu haben. Meine Fälle haben mir ein passendes Polster verschafft. Vielleicht gibt es aber auch eine Stelle in der Verwaltung oder am Kaiserhof, bei der ich meine rechtswissenschaftlichen Aktivitäten gut mit meiner Aufgabe verknüpfen könnte. Vielleicht im Archiv? Aber dazu kenne ich die Verwaltung zu schlecht, ganz zu schweigen vom Kaiserhof."

  • Nun ja, der Leiter der Archive am Kaiserhof wäre der Procurator a memoria. Dafür muss man allerdings Ritter sein, was vermutlich selbst mit meiner Empfehlung ziemlich unwahrscheinlich wäre. Ansonsten gibt es den Primicerius ab epistulis, der für die Abteilungen Verwaltungs- und Militärkontakt die Schreiber befehligt oder den Primicerius a libellis, der dasselbe in der Abteilung für Privatanfragen tut. Diese Positionen wären einfacher zu erreichen, ensprechen jedoch kaum deinen Vorstellungen.

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  • "Ja, das entspricht in der Tat nicht so ganz dem, was mir vorschwebt. Obwohl..."


    Ich grübelte einen Moment.


    "Erfahrung im Umgang mit Verwaltung und Militär könnte später juristisch durchaus nützlich sein. Und der Kaiserhof wäre auch keine schlechte Referenz. Wobei ich auch nichts überstürzen möchte. Aktuell habe ich ein dringlicheres Problem, zu dem ich gerne deinen Rat erfragen würde."

  • Nun denn, das hatte sich zwar anfänglich nicht so angehört, aber wenn da etwas war, worüber mein Klient sprechen wollte, dann sollte er dies auch tun können.


    Dann frag, bitte nur frei heraus. Das Schlimmste was geschehen kann ist, dass dir die Antwort nicht gefällt.

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  • "Meine Schwester, Matidia, sollte ihren Verlobten in Colonia Agrippinensis heiraten, doch war dieser leider vor ihrer Ankunft verstorben. Auf dem Rückweg wurde sie überfallen und meine Mutter, die sie begleitete, verletzt. Beide sind nun in Mogontiacum. Nun habe ich einen Konflikt, den ich nicht aufzulösen vermag. Einerseits habe ich Verpflichtungen hier in Rom. Vor Gericht, in der Domus Iunia, und natürlich auch dir, meinem Patron, gegenüber. Andererseits frage ich mich, ob ich nicht nach Mogontiacum reisen sollte, um meinen nächsten Verwandten zu helfen. Die Philosophen, denen ich anhänge, würden sagen, Pflicht gegenüber der Gesellschaft vor Pflicht gegenüber der Familie. Die Logik sagt mir, dass meine Schwester bislang auch recht gut auf sich selbst aufpassen könnte und außerdem mein Verwandter Sisenna Iunius Scato in Mogontiacum weilt. Andererseits ist der Praetorianer, so dass er bedeutendere Verpflichtungen hat. Und natürlich nimmt auch eine Reise Zeit in Anspruch, so dass ich ohnehin nicht sofort vor Ort sein kann. Fraglich ist aber, wie es die Öffentlichkeit aufnehmen würde, wenn ich nicht einmal versuche, nach Germanien zu reisen. Deshalb frage ich dich: Was würdest du an meiner Stelle machen?"

  • Dieser Konflikt leuchtete mir ein, allerdings wäre ein Nichterscheinen vor Gericht ebenfalls unverzeihbar.


    Nun, ich kann dein Problem gut verstehen und denke, es wäre auch für mich eines. Die Verpflichtungen vor Gericht müsste man natürlich zuerst erledigen, respektive mit den Klienten und Richtern schauen, ob jemand anderes übernehmen kann. Danach würde ich vermutlich die Reise antreten, wenn ich in deiner Situation wäre und frei reisen dürfte. Ich hoffe, die Verletzungen deiner Mutter sind nicht schwerer und es geht ihr gut?

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  • Schauen, ob jemand anderes übernehmen kann? Das konnte ich nicht.


    "Ich danke dir für deine Antwort. Meiner Mutter geht es meines Wissens so weit den Umständen entsprechend. Sie hat Fortuna sei Dank keine schweren Verletzungen. Was meine Verpflichtungen vor Gericht anbetrifft, so werde ich meine Mandanten durch die kompletten Prozesse begleiten. Ohne arrogant sein zu wollen, glaube ich nicht, dass es allzu viele Juristen gibt, die besser sind als ich. Und diejenigen, die es sind, haben selbst genug zu tun. Ich werde also lediglich keine neuen Klienten annehmen. Also wird es noch ein paar Wochen dauern, bis ich abreisen kann. Das ist für die Reise sicher auch nicht verkehrt, immerhin kann ich dann sicher sein, dass die Alpenpässe wirklich passierbar sein werden. Und meine Mutter ist ja gut versorgt."


    Dann kam mir ein Gedanke, den ich schon einmal hatte, als ich Matidias Brief las. Und erneut ließ er mich schmunzeln.


    "Außerdem ist es ohnehin wahrscheinlich so, dass ich meine Schwester Matidia nicht vor Mogontiacum schützen muss, sondern Mogontiacum vor meiner Schwester."

  • Der letzte Satz entlockte mir ein Lachen.


    Also dann lass dir ruhig Zeit mit der Reise! Es wird den Germanen gut tun, wenn sie sehen, dass auch römische Frauen durchaus wissen, was sie wollen!

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  • Ich lachte ebenfalls.


    "Möglicherweise."


    Nachdem ich einen Moment brauchte, um das letzte Grinsen aus meinem Gesicht zu verbannen, sprach ich weiter.


    "Was ich dich noch fragen möchte: Gibt es etwas, das ich für dich tun kann?"

  • Nun, ich arbeite noch immer an meinem Gesetzesentwurf. Dieser braucht irgendwie länger als gedacht, bis ich ihn auf die Wachstafel gebracht habe. Aber ich weiss nicht, ob du mir da wirklich helfen kannst, zumal du ja mit den Sorgen um deine Familie wirklich genug zu tun hast.

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  • "Nun, falls er dir hilft, kann ich ja mal einen Entwurf notieren oder skizzieren, den ich dir dann gebe. Ich weiß, wie schwierig es sein kann, Texte zu verfassen. Um wie viel schwieriger es ist, wenn man Texte nicht für Fachkollegen, sondern die Allgemeinheit verfassen soll. Wie schwierig ein Gesetz zu verfassen ist, kann ich nicht sagen. Doch muss man stets bedenken, dass es im Idealfall alle notwendigen Regeln in klarer, verständlicher und lückenloser Form enthält. Es wäre eine interessante Herausforderung für mich. Und sollte ich daran scheitern, ist es nicht allzu tragisch, weil du den Entwurf als Startpunkt für deinen Entwurf nehmen könntest."


    Was genau hatte mich da gerade geritten, so einen Vorschlag zu machen? Vielleicht die Tatsache, dass ich eigentlich wenig Lust verspürte, in eine Provinzstadt zu reisen? Ich war nun einmal ein Mensch der Großstadt. Oder war es vielleicht eher die Arroganz, die mit den vielen gewonnenen Fällen und einem Kommentar in der Sammlung der Basilica Ulpia langsam von mir Besitz ergriff, wenngleich ich hoffte, dass dies nicht der Fall sei?

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