Die körperliche Ertüchtigung der neuen Rekruten

  • Körperliche Ertüchtigung

    Die Grundausbildung der Rekruten verlief bei allen Einheiten gleich. Egal, ob jemand in der Ala diente, in der Legio oder bei den Hilfstruppen, jeder durchlief am Anfang das gleiche Programm. Erst, wenn diese Grundlagen saßen, ging es an die Spezialisierung. Zu Enttäuschung der neuen Tirones begann die Ausbildung bei der Ala daher nicht mit dem Reiten, wie viele erhofft hatten, sondern mit dem Marschieren. Fortan wanderten die Tirones, bis ihnen die Sandalen qualmten, und zwar täglich, bis die Ausdauer jedes Einzelnen dem Standard des römischen Militärs entsprach. Wer das nicht packte, drehte eine Ehrenrunde, so oft, bis er das Pensum schaffte. Allein die Angst, dass dieser verhasste Part der Ausbildung wiederholt werden könnte, war für die meisten ausreichender Ansporn, alles zu geben.


    Marschieren konnten sie auch ganz gut ohne Sabaco - die Aufsicht führte Alwin, ein erfahrener Eques, der gut zu Fuß war und sich wegen seiner umgänglichen Art bei den Tirones einer gewissen Beliebtheit erfreute. Er benannte den Neuen die Etappenziele dieses Trainings und gab Acht, dass nicht gemogelt wurde:


    Ausbildungsziele Marschieren

    1. 20 römische Meilen (30km) in 5 Stunden ohne Ausrüstung - Bei Erfolg, weiter mit 2.
    2. 40 römische Meilen in 12 Stunden ohne Ausrüstung - Bei Erfolg, weiter mit 3.
    3. 20 römische Meilen in 5 Stunden mit voller Ausrüstung - Bei Erfolg, weiter mit 4.
    4. 40 römische Meilen in 12 Stunden mit voller Ausrüstung


    Die meisten waren nach wenigen Wochen atlethisch genug, dieses Pensum zu schaffen. Auch, weil üblicherweise die Waschlappen vom Rekrutierungsoffizier bereits aussortiert worden waren.


    Sim-Off:

    Dieses Ausbildungsziel soll bitte eigenständig erarbeitet werden, indem man hier im Thread circa vier Beiträge postet - mindestens einen Beitrag je Ausbildungsziel.

  • Gleich nach dem Frühstück versammelten sich alle. Sie hatten zwar keine Ausrüstung an, aber da gerade Winter war waren sie alle gut eingepackt. Zusätzlich würde der Schnee ihnen den Marsch nicht erleichtern. Die ersten 5 Meilen musterten alle sehr gut. Da ich früher viel auf dem Feld arbeitete und auch mal weite Strecken zu Fuß erledigen musste, müsste ich die Märsche ohne Gepäck eigentlich gut bewältigen. Nach 10 Meilen ging das Feld schon ein wenig auseinander und wenn ich mir die anderen Gesichter so ansah wünschte der ein oder andere gern den Marsch bereits hinter sich. Auch mir war zwar schon gut warm aber meine Ausdauer und Kraft waren noch genügend vorhanden. Bei Meile 15 ging das Feld nochmal etwas auseinander, die letzten 5 Meilen waren erstaunlicherweise schnell rum.

  • An diesem windigen Morgen standen die 40 Meilen ohne Ausrüstung auf dem Programm. Sie hatten die Order bekommen, diese unter 12 Stunden zu bewältigen. mit einem guten Gefühl gingen die meisten an den Start, dies sollte wahrscheinlich das letzte mal sein, da bei den nächsten beiden Märschen jeweils die volle Ausrüstung mitgetragen werden musste. Das Kommando zum Start ertönte und die kleine Gruppe setzte sich in Bewegung Richtung Ausgang des Lagers. Quintus hatte sich für den langen Marsch etwas überlegt, er wollte, um sich abzulenken, seine Gedanken etwas schweifen lassen und sich vorstellen, wie es wäre mit Sabaco und den anderen Reitern auf Patrouille unterwegs zu sein. Er malte sich die besten Bilder in seinem Kopf aus und es funktionierte tatsächlich. Jemand machte die Meldung, das sie bereits die Hälfte erreicht hätte, es kam ihm durch die Gedanken garnicht so lang vor. Auch dachte er bereits schon an den Frühling und Sommer, und an die Pferde, wenn es dann mal mit dem Reittraining losgehen würde. Es würde eine spannende Zeit auf sie alle zukommen. Er riss sich aus seinen Gedanken fort und blickte sich um. Die anderen Anwärter schienen ebenfalls bei diesem Marsch noch gut mitzuhalten obwohl schon der ein oder andere ziemlich schnaufte. Es war schon Dunkel, als sie endlich die Laternen und Fackeln vom Kastell sahen. Müde vom langen Marsch durchschritten sie das Tor. Alle waren Stolz, den Marsch zusammen angefangen und beendet zu haben. Keiner wurde zurückgelassen oder auf halber Strecke abgehängt.

  • Nach dem Vormittagstraining sollte der Marsch mit Gepäck für 20 Meilen anstehen. Nach dem stärkenden Mittagmahl fanden sich die Rekruten vor dem Tor in vollem Marschgepäck ein. Der Tag versprach ein guter zu werden, da das Wetter bereits am Morgen ungewöhnlich mild für Februar war. So marschierte die kleine Gruppe gut gelaunt los. Es ging in Richtung Süden, über Felder und durch Wälder. Der Limes immer in ihrem Rücken. Nach ungefähr 1/3 des Weges sollten sie sich westlich halten um dann anschließend in einem Dreieck den Weg in Richtung Nordosten wieder zum Kastell zurück einschlagen. Trotz der zusätzlichen Belastung durch das Gepäck ging der Marsch gut voran. Wahrscheinlich auch durch das gute Wetter, so hatten sie nicht mit matschigem oder schwierigem Untergrund zu kämpfen und konnten teilweise sogar gepflasterte Straßen nutzen. Es begann schon langsam dunkel zu werden, als der Trupp müde aber zufrieden wieder im Kastell eintraf. Pilius reinigte noch kurz seine Ausrüstung, da sie vom Staub der Straße und der Trampelpfade im Wald leicht staubig geworden war. Dann lies er sich fertig in sein Schlafplatz fallen.

  • In den frühen Morgenstunden brach die Sonne über das römische Militärlager auf. Unter dem strengen Blick des Centurio Sabaco standen die Rekruten für ihren letzten Ausbildungsmarsch bereit. Pilius, blickte Entschlossen in die Gesichter seiner Kameraden.

    Mit voller Ausrüstung und einem schweren Rucksack beladen, begann der Marsch. Pilius spürte das Gewicht seines Gepäcks auf seinen Schultern, aber sein Geist war unbeirrbar. Er war entschlossen, sich zu beweisen und die Anerkennung seines Centurios zu verdienen.

    Die ersten Meilen verliefen relativ glatt, aber je weiter sie vorankamen, desto schwieriger wurde es. Die Regen brach über sie herein und ein Sturm tobte, der Weg führte über steinige Pfade und steile Hügel. Pilius kämpfte mit jeder Faser seines Seins.

    Gegenseitig trieben sie sich unerbittlich an, auch Pilius versuchte mit seiner Stimme gegen den Wind zu dröhnen und seiner Kameraden zu ermutigen und durchzuhalten. "Für die Ehre Roms und für eure eigene Stärke!" rief er, und seine Worte gaben hoffentlich den Rekruten die nötige Motivation, um weiterzumachen.

    Stunde um Stunde verging, und Pilius spürte die Erschöpfung in seinen Gliedern. Doch er kämpfte gegen sie an, seinen Willen fest und seinen Blick auf das Ziel gerichtet.

    Endlich, als die Sonne begann, hinter den Hügeln zu sinken, erreichten sie ihr Ziel. Erschöpft aber stolz standen die Rekruten vor Sabaco.

    Pilius fühlte einen Stolz in seinem Herzen, wie er ihn noch nie zuvor gespürt hatte. Er hatte den Marsch gemeistert, und er wusste, dass er alles erreichen konnte, was er sich vornahm, solange er seinen Willen nicht aufgab. Mit neuem Selbstvertrauen und Entschlossenheit kehrte er ins Lager zurück, bereit für die Herausforderungen, die noch vor ihm lagen.



  • Die Tirones hatten ihre Märsche vorbildlich erledigt. Sabaco war extrem zufrieden. Er ließ sie antreten, wartete, bis sie eine Linie bildeten. Das ging mittlerweile schnell und sah gut aus.


    "Rührt euch. Ihr habt die Märsche überstanden und habt nun Beine, die eines Soldaten würdig sind. Nun geht es an die nächste Etappe der Ausbildung ... ans Reiten. Es gab bisher kein Murren, kein Klagen und auch kein Versagen. Ich bin sehr zufrieden." Er ließ eine Pause, damit sie das Lob auf sich wirken lassen konnten. "Ihr erhaltet heute Abend Ausgang. Übertreibt es nicht, morgen früh geht es weiter, ich will niemanden sehen, der betrunken zurück in die Castra torkelt."


    Die Belehrung musste sein, aber mal sehen. Der Ausgang war auch eine Prüfung dessen, wie gut sie sich benahmen, wenn mal kein Offizier in der Nähe war. Doch seine neuen Rekruten hatten ihn bislang nicht enttäuscht. "Wegtreten."

  • Die Tirones klopften sich gegenseitig auf die Schultern. Alle waren erleichtert die Märsche bewältigt zu haben und nach den lobenden Worten und sogar dem Ausgang für heute Abend stieg die Stimmung euphorisch an. Zu euphorisch nach Pilius Meinung, die wollte aber mit Sicherheit gerade keiner wissen und er hielt sich damit zurück. Es begann sofort wildes Gerede wo und wann man sich am besten treffen würde, Pilius war das zu Bund und so sagte er : „Lasst uns erstmal unsere Ausrüstung reinigen, dafür benötigen wir noch mindestens 1 Stunde und anschließend können wir meinetwegen noch in die Taberna pulchra unten gehen“. Glücklicherweise sahen das die meisten ein, nickten ihm zu und machten sich auf den Weg in ihre Unterkunft. Er hatte eigentlich keine große Lust da dazu war müde und abgekämpft von den täglichen Trainingseinheiten und den vier Märschen, egal ein Bier und er würde wenigstens schlafen wie ein Stein. Aber wie immer, bleibt es meistens nie bei einem Bier dachte er und du hast immer einen in der Gruppe der kein Ende kennt und der sich nicht im Griff hat. Grimmig blickte er zu den Unterkünften und machte sich ebenfalls auf den Weg.

  • Auch er verließ den Drillplatz, doch sein Feierabend würde zu einem anderen Zeitpunkt kommen. Theoretisch könnte er als Decurio jeden Abend in die Taberna gehen, dort was essen und trinken, aber praktisch ... Seit seiner letzten Beförderung fiel es ihm schwer, abzuschalten und nicht an den Dienst zu denken, und sei es für eine Stunde. Er hatte das Gefühl, wenn er wegsähe, würde alles schieflaufen und am Ende hätte er noch mehr Arbeit. Darüber hinaus machte es ihm Spaß, seinen Dienst zu verrichten, nur den Papierkram könnte man gern halbieren. Er kratzte sich den Hals und ging in Richtung seiner Unterkunft, die Wohnraum und Arbeitsraum in einem war, so wie auch Sabacos Privatleben und Dienstleben vollkommen verschmolzen waren.

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