CSC| Seia

  • Seia blieb während dieser ganzen Szenerie in einer Ecke ihres Zimmer stehen. Sie war verwirrt und verstand die ganze Welt nicht mehr. Was war eigentlich hier los? fragte sie sich beständig und starrte die Fremde, aber sogleich vertraute Person auf ihrem Bett an.
    Seia war das ganze zu viel, am liebsten hätte sie die Flucht ergriffen, doch erst einmal musste sie wohl hier bleiben. Verwirrt starrte sie aus dem Fenster und versuchte ihre gedanken zu sammeln.

  • Ich nahm Seia behutsam in den Arm und gab Glabrio einen Wink uns zu folgen. Wir können hier zur Zeit nichts tun, doch wir müssen uns aussprechen...


    -->da entlang

  • "Marcella, Du bist mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen und warst kurz ohne Bewußtsein. Auch wenn Du nun wieder hergestellt scheinst, ist dies eine ernste Sache und ich muss darauf bestehen, dass Du einstweilen das Bett hütest...", dabei füllte ich einen Becher mit dem Wein und gab ihn ihr


    "...trink diesen Becher in wenigen Schlucken leer. Das wird Dir helfen..."


    Ich machte mir Sorgen, ob der Schädelknochen intakt sei. Auf jeden Fall würde die Platzwunde noch zu versorgen sein - doch ohne Sedativa war eine Naht allenfalls Soldaten und Gladiatoren zuzumuten. Mit etwas Glück wär das nicht nötig, aber ... ich werde es ja gleich sehen. Meine Papyri...


    Ich wandte mich leicht von Marcella ab und sprach in den Raum: "Vor der Casa liegen noch meine Sachen, einige Papyri und eine Wachstafel, ob das jemand hereinholen könnte, bevor es wegkommt? Und noch etwas wichtiges: auf alle Fälle brauchen wir schweißige Schafwolle, keine reingewaschene, sondern sie muss noch schweißig sein. Sie wird auf dem Mercatus Traiani angeboten, wie ich mal sah..."


    Marcellas Puls, ihr Atem - beides ging nicht sehr stark, doch mit einem rechten Gleichmaß. Das Pneuma sollte sich somit in ebendiesem Maße im Körper verteilen, wobei ein Ungleichgewicht der Säfte nicht ausgeschlossen bleibt... hmmm. Der Wein wird hoffentlich die unsichtbaren Ausscheidungswege öffnen und ein mögliches Übermaß wird dann den Weg zur Verdunstung finden. Jedenfalls fürs erste sollte das helfen...


    Warum war sie aber gefallen? Ein Schicksalsschlag oder etwas organisches?


    Ich wartete darauf, dass sie trank.

  • Zitat

    Original von Quintus Matinius Cicero
    Und... verzeih diese Frage, es ist aber nötig... hat sie nöglicherweise eine schwerwiegende Nachricht erhalten?


    "Hm ja, ja das hat sie..."


    Zitat

    Original von Quintus Matinius Cicero
    Ich wandte mich leicht von Marcella ab und sprach in den Raum: "Vor der Casa liegen noch meine Sachen, einige Papyri und eine Wachstafel, ob das jemand hereinholen könnte, bevor es wegkommt? Und noch etwas wichtiges: auf alle Fälle brauchen wir schweißige Schafwolle, keine reingewaschene, sondern sie muss noch schweißig sein. Sie wird auf dem Mercatus Traiani angeboten, wie ich mal sah..."


    "Ich werde mich darum kümmern" sagte ich loslaufend, froh darüber etwas tun zu können.

  • Marcella nahm den Wein, den sie bisher noch nie getrunken hatte. Auf der einen Seite war sie neugierig, wie der Wein wohl schmecken würde, auf der anderen Seite dachte sie aber, das Sklaven kein Wein trinken dürfen. Doch der Medicus befahl es ihr und sie trank es schnell leer. Kaum war der Becher leer gewesen, merkte Marcella, dass irgendwas komisches mit ihren Körper passierte, sie fühlte sich so schwindelig druch den Wein.


    Langsam beruhigte sich Marcella wieder und ließ alles über sich geschehen...

  • "Sehr gut!"


    Ich nahm den Becher entgegen, stellte ihn zurück, nahm dann eines der Tücher und tauchte es zum vierten Teil ins heiße Wasser, zog es heraus, wickelte den trockenen Rest drumherum und wrang es etwas.


    "Es könnte jetzt etwas weh tun, Marcella."


    Langsam drehte ich ihren Kopf zur Seite, dass ich die Wunde begutachten könnte. Mit dem feuchten, heißen Tuch strich ich das geronnen Blut aus dem Haar und scheitelte es über der Wunde. Sie lag ein wenig über dem Wulst des Hinterhauptbeines und maß nur ein, zwei Finger. Ihr transversaler Verlauf deutete auf eine beim Aufprall starke Belastung der in gleicher Richtung verlaufenden Schädelnaht hin. Ob aber tatsächlich ein Bruch derselben vorlag, war weder zu sehen, noch zu ertasten - die Schwellung machte das unmöglich.


    Ich tupfte das restliche Blut fort, tränkte ein anderes Tuch mit Wein hielt es auf die Wunde und drehte Marcellas Kopf zurück.


    "Bleib bitte ersteinmal so liegen. Die Wunde muss noch behandelt werden, Sie ist nicht sehr groß, sei ganz beruhigt!", als ich das sagte, nahm ich, in der Hoffnung sie etwas aufzumuntern, Marcellas Hand und hoffte auf die baldige Rückkehr von Messalina.

  • Die schweissige Schafwolle fast weiter durchschwitzend erreichte ich die Casa und lief so schnell ich konnte zu Seias Zimmer. "Hier!" japste ich und gab dem Medicus die Wolle. "Wie geht es Dir?" wandte ich mich an Marcella und nahm wieder kurz ihre Hand

  • Der Medicus drehte Marcellas Kopf und wisch das geronnene blut weg. Marcella versuchte stark zu sein und versteckte den schmerz, was aber nicht immer ging. Manchmal zuckte sie ein wenig, doch sie wollte nicht aufschreien.


    Nachdem er die Wunde untersucht hatte, nahm er ihre Hand. Sie war so froh, dass man sich um eine Sklavin so kümmerte und drückte seine Hand. Gleichtzeitig versuchte sie ein leichtes lächeln hinzukriegen.


    Marcella sah zu Türe, als Messalina wieder rein kam. Sie sah ziemlich erschöpft aus. "Es geht schon..." antwortete Marcella auf die Frage von Messalina. Als sie die Hand von Marcella nahm, drückte Marcella auch ihre Hand vorsichtig und wieder kam ein leicht schmerzverzerrtes lächeln zum Vorschein.

  • Nickend nahm ich den Essig entgegen, rupfte etwas von der talgigen Wolle ab und übergoss diese zum einen mit dem Essig, zum anderen mit etwas Wein.


    Mit den Worten "Bitte noch einmal zur Seite, Marcella..." drehte ich ihren Kopf abermals in die richtige Position und ...


    "... das brennt jetzt..."


    legte das feuchte Knäuel Wolle auf die Wunde. Darauf kam eines der Tücher. Ein weiteres wickelte ich Marcella um den Kopf.


    "So, Marcella, das hätten wir ersteinmal. Was Du jetzt brauchst ist viel Schlaf, und absolute Ruhe! Ich komme später wieder, um nach Dir zu sehen."


    Ich stand auf, wusch meine Hände in der kalten Schale, wandte mich dabei zu Messalina und sprach halblaut:


    "Es ist wichtig für Deine Schwester, dass sie nicht umherläuft. Es ist zu befürchten, dass es sehr viel ernster um sie steht, als es den ersten Anschein hat. Also, wenn möglich, Messalina, lasse sie Bedienen wie eine Fürstin!"


    Ich trocknete meine Hände am unbenutzen Ende eines der Tuücher.


    "Ich glaube, mir ist nun auch nach einem Becher Wein...", und leise stöhnte ich, denn ich sehnte mich plötzlich nach dem Matinischen Weinkeller, den ich so schnell nicht wiedersehen würde.

  • Als die talgige Wolle Marcella hitnerkopf berührte, konnte sie den Schmerz nicht mehr verbergen. "Ahh..." schrie Marcella kurz auf und eine Träne kam aus ihren Auge. Nun umwickelte er ihren Kopf und Marcella konnte nichts anderes machen, als einfach nur dort zu liegen. Sie wollte nun wirklich die Gastfreundschaft dieser Familie nicht länger in anspruch nehmen, doch der Medicus verbot ihr ja aufzustehen.


    "Danke..." sagte sie leise, als Cicero wohl gerade gehen wollte. Marcella bewegte sich ein wenig und ihr Kleid, dass sie trug, rutschte ein wenig hoch, so dass man ein wenig von ihren Waden sehen konnte.

  • Marcella sah zu Messalina, als sie ziemlich anstrengend, auf ihre Waden schaute. Kurz danach sagte sie 'Marci' und fiel Ohnmächtig zu Boden. Marcella stand vorsichtig auf und ging zu Messalina. "Mesalina..." sagte sie leise und schüttelte sie leicht. "Messalina..." Doch sie reagierte nicht. Vorsichtig und mit langsamen Schritten, ging zu zur Türe und öffnete sie.


    "Hiiilllfffeeee.... !!!" schrie Marcella laut. Sie hoffte, dass es einer aus der Casa hören konnte. Kaum hatte sie geschrieen, verließen ihre Kräfte sie und sie sackte wieder leicht zu Boden.

  • Die Nerven dieser zwei Damen sind offenbar stark angegriffen. Ob das in der Familie liegt? Möglicherweise war das eine Folge ... hmmm ... verwegener Heiratspolitik...


    Ich hob Marcella vom Boden und legte sie zurück in ihr Bett. Dann tupfte ich beiden abwechselnd das Gesicht mit einem der feuchten Tücher...


    ...und hoffte - O, bei den Göttern hoffte ich! -, dass sie baldigst wieder aufwachten, ohne dass ihre Nerven abermals in schroffste Aufwallungen geraten würden.

  • Marcella machte ihre Augen wieder auf. "Danke..." Marcella schaute den Medicus an und erkannte, dass er wohl auch ein Discipuli sein musste, sowie ihr Herr. "... Discipulus." sagte sie etwas leiser. Marcella fühlte sich ein wenig schwach, doch sie wollte nicht länger im Bett von Seia sein. Schließlich gehörte ihr das Cubiculum, dachte sie sich.

  • Zitat

    Original von Sergia Messalina
    Ich schlug ein Auge auf und lächelte "Es ist also wahr..."


    "...das Du meine Schwester bist. Du bist Sergia Marcella die ich mein halbes Leben entbehrte, Du bist Sergia Marcella die Zwillingsschwester von Seia, Du hast das gleiche Muttermal wie sie, welchen Streich spielen uns die Götter?"

  • Ich nickte Marcella zu und fand, dass meine Hilfe nicht mehr nötig sei. Beide waren den Umständen entsprechend wohlauf und munter.


    "Ich denke, ihr werdet lieber unter euch sein wollen, Dinge der Familia zu besprechen. Bevor ich gehe, bitte ich euch im Hinterkopf zu haben, was Marcella passiert ist, sie braucht wirklich Ruhe."


    Ich wandte mich der Türe zu, drehte mich dann aber nocheinmal um und lächelte.


    "Später, vor der hora duodecima, versuche ich nocheinmal hereinzuschauen, wenn es nicht stört, sonst morgen in der Frühe..."

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