[Porta Praetoria] Haupttor (Vor dem Betreten des Lagers hier melden!)

  • Argeius blieb wie immer am Tor stehen und wartete, bis die WAche ihn durchlassen würde.


    " Seit gegrüßt, ich bin Händler und würde gerne meine Ware hier los werden oder bei euch etwas kaufen... "


    Ivomagus schaute sich die Wache gut an, irgendwie kam der Typ ihm bekannt vor.

  • Galeo Catius Palaemon
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    Palaemon hatte heute Wache am Tor gehabt und sah, wie von weiten ein Händler kam. Als der Wagen vor dem Tor stoppte, erkannte er den Händler.


    " Na Argeius... erkennst du mich nicht wieder. Du darfst passieren, aber halte dich nicht zu lange auf, denn wir werden bald abreisen. "


    Den letzten Satz, meinte Palaemon ernst, denn die Legion würde sicherlich in den nächsten Tagen abreisen und sie mussten noch eingies Vorbereiten.


  • Argeius schaute genauer hin.


    " Ach du bist es... lange nicht mehr gesehen. Keine Angst, werde mich nicht lange aufhalten. "


    Nun fuhr er weiter und freute sich schon auf das, was er wohl kaufen oder noch besser, verkaufen konnte.

  • Sang und klanglos hatte ich mich aus Rom davongemacht. Meine Siebensachen waren schnell gepackt gewesen, dann hatte ich die Casa meiner Familie stillschweigend verlassen. Ich war zuversichtlich, dass das so bald niemandem auffallen würde, denn, wie meine Tante Lucilla zu sagen pflegt, "ständig unterwegs und nie zu Hause zu sein, das liegt bei uns in der Familie".
    Der Weg nach Mantua war die Hölle. Ich war ohne Opium aufgebrochen, ich wollte - musste - ja auch von dem Zeug loskommen, und dachte mir: 'Mein lieber Faustus, so hast Du keine Wahl.'
    Die ersten Tage waren eine Tortur, ein Martyrium für das mir die Worte fehlen um es zu beschreiben! Zwischenzeitlich lag ich zitternd und kotzend am Straßenrand, und wünschte mich für meine schlaue Idee in die tiefsten Abgründe des Tartaros. Aber dann ging es tatsächlich langsam besser, Stück für Stück. Auch wenn meine Gedanken noch immer ständig zu Mohn und Rausch abdrifteten, fühlte ich mich kräftiger und, ja, freier, als zuvor. Zwischen Pinien und Zypressen wanderte ich die Straße nach Norden entlang, angetrieben von meiner verrückten Idee es ihnen allen zu zeigen. (Und von all den anderen Gründen.)
    Mehrmals konnte ich ein Stück auf einem Karren mitfahren und meine Beine ausruhen. Oft wurde ich dann ausgefragt - woher, wohin, etc. - und die Leute behandelten mich, wenn ich ihnen sagte dass ich zur Legion wollte, meistens freundlich und wohlwollend.


    So erreichte ich schließlich Mantua. Es war ein bedeckter, etwas schwüler Nachmittag, als ich von der Stadt her zu Fuß auf das Kastell zusteuerte. Über der Schulter trug ich den Ledersack mit meinen Habseligkeiten. Ich hatte mir vorher den Reisestaub abgewaschen, mich notdürftig rasiert und eine schlichte, aber noch saubere Tunika angezogen, um nicht gleich einen schlechten Eindruck zu machen. Meine langen Haare waren glatt zurückgebunden, mich von ihnen zu trennen hatte ich aber nicht übers Herz gebracht. Ob das wirklich unbedingt notwendig war?
    Das Kastell schien vor mir in die Höhe zu wachsen als ich näherkam, wurde immer größer, trutziger, ehrfurchtgebietender... als wolle es mir spöttisch sagen: 'Was willst DU denn hier?!'
    Aber ich dachte mir nur: 'Ihr werdet schon sehen!', und ging beklommen, aber entschieden auf den Eingang zu.
    "Salve!", wandte ich mich an einen Wächter.
    "Ich würde gerne..." -
    Ich stockte. Wollte ich das wirklich? Wollte ich??! - Ja doch. Onkel Livianus würde schon sehen dass ich kein 'verängstigtes Weibsstück' war, sondern ein richtiger Decimer, der auch was drauf hatte!
    Ich versuchte mein Zögern mit einem Räuspern zu überspielen und fuhr schwungvoll fort:
    "...würde mich gerne für die Legion melden. Decimus Serapio ist mein Name. Wo muss ich denn da hin, bitte?"

    cp-tribunuscohortispraetori.png decima.png

    SODALIS FACTIO AURATA - FACTIO AURATA

    Klient - Decima Lucilla

  • Auf seinen Schild gestützt stand miles Palatius vor dem Tor des castellum der legio prima, in dem dieser Tage rege Betriebsamkeit herrschte. Es summte förmlich wie ein Bienenstock, stand doch der von vielen so heißersehnte Marschbefehl gen Osten kurz bevor. Ruhig betrachtete Palatius- von vielen nur Tius genannt- eine einzelne Gestalt, die sich auf dem Weg von Mantua her näherte, dann sah er minutenlang grüblerisch in den wolkenverhangenen Himmel hinauf. Schließlich wandte er sein fülliges Gesicht miles Cafo zu, der in ganz ähnlicher Haltung auf sein Schild gesunken neben ihm Wache hielt.


    "Und?"


    Sein hagerer Kollege kniff die Augen zusammen und bemerkte, nach einem Moment des Schweigens, mit heiserer Stimme:


    "Wird regnen, schätze ich."


    Tius schüttelte ansatzweise den Kopf und spuckte aus.


    "Wegen Deiner Kleinen meine ich."


    Cafo kratzte sein Kinn, wo die Narbe mal wieder juckte, zuckte dann lakonisch die Schultern.


    "Die hat sich jetzt entschieden. Sie bleibt. Sag sie ist keine siebzehn mehr, und auch keine Trosslupa..."


    "War abzusehen. Nicht?"


    "Hmhm."


    Abermals verfielen die beiden in Schweigen. Ruhig sahen sie dem Näherkommenden entgegen, und hörten sich an was er zu sagen hatte. Sie musterten ihn, dann wurde ein langer, vielsagender Blick zwischen ihnen ausgetauscht, bevor Cafo gleichmütig das Wort ergriff.


    "Salve, salve. Ein Decimer, da schau her. Willst Du in den Krieg ziehen, Junge?"


    Ohne die Antwort auf diese rein rhetorische Frage abzuwarten, drehte er sich um und rief heiser zum Tor hin.


    "Lasst mal den Anwärter da rein. Vermerk im Wachbuch nicht vergessen."


    Nicht unfreundlich wandte er sich wieder an den jungen Mann und erklärte:


    "Das Rekrutierungsbüro ist gleich da die via entlang, bis zur principa. Nicht zu verfehlen. Viel Glück."


    "Noch einer."


    kommentierte Tius, nachdem der junge Mann davon gezogen war, während er sich wieder gemütlich auf seinem Schild zurechtlehnte.


    "Und reichlich spät dran."


    "Hmhm."


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  • "Danke sehr."
    Ich nickte den beiden Soldaten höflich zu, dankbar dass sie mich überhaupt reingelassen hatten. Somit war die allererste Hürde schon mal überwunden! Schnellen Schrittes schlug ich den gewiesenen Weg ein, rückte den Reisesack auf meiner Schulter zurecht und folgte der Lagerstraße ins Innere des Kastells.
    Aufgeregt und neugierig blickte ich nach links und rechts, betrachtete die lebhafte Aktivität, die da herrschte, und versuchte, möglichst offen und unvoreingenommen die Eindrücke aufzunehmen aus dieser ganz anderen Welt, die, obgleich in unserer Familie stets präsent, mir in der Praxis noch völlig fremd war....

    cp-tribunuscohortispraetori.png decima.png

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    Klient - Decima Lucilla

  • Ich sah vom weiten schon das Castellum...Eine lange Reise brachte ich hinter mir. Von meinen geliebten Griechenland bis hier her....Mantua! Während meine Erinnerungen an diese schmerzvolle und doch so wilde und interessante Reise zurück blickten, stand ich schon vor dem Castellum.Es ist größer als ich dachte und mir war mir nicht sicher ob dies mein Schicksal seien sollte...
    Doch ich wollte es und so stand ich schon vor der Diensthabenden Wache...


    "Salve, Stilo Acron. Ich möchte hier dienen"


    Ich schaute die Wache an und erhoffte eine positive Antwort....

    Ceterum censeo cartaginem
    esse delendam.

  • [Blockierte Grafik: http://img98.imageshack.us/img98/3496/xnpcoptiosu0.png]


    Einige Milites weilten noch in der Castra, während die Legio weit weg in Parthia kämpfte. Zurückgelassen oder zurückgekehrt, als verwundete, abkommandierte. Nicht viele, kaum eine Centuria, war es, die hier als Wachmannschaft diente.
    "Salve. Du siehst aus, als wärst du von weit hergekommen"
    sagte der wachhabende Optio.
    "Aber ich fürchte, leider umsonst"
    sagte er.
    "Erstens, dienen in der legio nur römische Bürger. Dein Name, Stilo Acron, klingt mir wenig römisch. Als peregrinus kannst du deinen Dienst bei den vigiles in Rom versehen oder bei der classis, zum Beispiel in Misenum. Die suchen immer Leute. Oder du meldest dich bei anderen auxilia, z.B. einer ala"
    Er machte eine Pause.
    "Doch selbst wenn du Bürger wärst, Stilo Acron, müsste ich dich weiterverweisen. Die Prima ist derzeit weit weg in Parthia und kämpft dort in einem Krieg"



  • Enttäuscht starrte ich den Wachmann an....


    "Du hast Recht, ich habe eine weite Reise hinter mir"


    Mein Blick senkte sich leicht nach unten...umsont...alles umsont!
    Die Reise, die Qualen, das Verlassen meiner Heimat....
    Was hatte die Wache genau gesagt? Bei den Vigiles? Das klingt auch gut...Mit ein lächeln hebte sich sein Kopf wieder und stolz schaute er den Wachmann an.

    "Ich bin Grieche. Naja meine Mutter zumidestens. Mein Vater war ein Legionär. Ich kenne ihn nicht und es ist mir auch egal. Jetzt wo meine Mutter gestorben ist möchte ich mein "VATERLAND" dienen und das werde ich auch. Ich danke dir..."


    Ich drechte mich um und lief davon, schaute noch einmal das Castellum an und ging voller Stolz weiter....


    Sim-Off:

    Da hab ich grad ein bisschen verschlafen sorry ;)

    Ceterum censeo cartaginem
    esse delendam.

  • [Blockierte Grafik: http://img98.imageshack.us/img98/3496/xnpcoptiosu0.png]


    "Keine Ursache, Stilo Acron"
    entgegnete der Optio.
    "Viel Glück auf deinem Weg"


    Sim-Off:

    überhaupt kein Problem. Allerdings sind die Vigiles keine reine militärische Einheit, sondern eine Einheit eigener Art, sozusagen. Für sie gelten eigene Gesetze und ich bin nicht sicher, ob du dir durch den Dienst dort das Bürgerrecht erwerben kannst. Näheres findest du in den Gesetzestexten


  • "Danke, Optio...ähmmm" stotterte Stilo Acron.


    Er dachte sich nur wie er wohl heißen würde aber das ist jetzt ja egal.
    Die Ala. Die befindet sich doch in Germanien. Germanien soll sehr rau & kalt sein, habe ich gehört. Ohne jeglichen Trost. Aber es musste so sein. Gedanklich hab ich mich schon wieder auf eine lange Reise angstellt.


    "Herzlichen Dank"..."und wer weiß villeicht werden wir uns mal wieder sehen. Hoff ich mal zumindestens. Und lang lebe der Kaiser"



    Sim-Off:

    Ja ich denk mal die ALA ist genau das richtige für mich weil ich mir schon eher etwas militärisches Vorgestellt habe. Danke nochmals.
    So wie ich verstanden habe kann ich dort auch das Bürgerrecht erlangen. 8)

    Ceterum censeo cartaginem
    esse delendam.

    Einmal editiert, zuletzt von Stilo Acron ()

  • Der Krieg war vorbei... Fürs erste zumindest. Die Legio kehrte heim. Abgekämpft. Vergebens standen manche Frauen am Wegesrand, Ausschau nach ihren Männern haltend. Manch einer kehrte nicht zurück. Doch die Legion kehrte siegreich heim. Sie hatte sich als schlagkräftig, zuverlässig und loyal bewährt. Im militari gradu zog die Legio ins Castell ein.
    "Die centuriae beziehen. Die Ausrüstung und Unterkünfte auf Vordermann bringen"
    Centurie um Centurie passierte die Porta, schwenkte ins Intervallum und marschierte dann auf ihre Barracke zu.
    "Anschließend sollen die Männer Ausgang bekommen. Die cohors decima übernimmt die Wache"
    sagte Avitus und die Melder eilten davon, um die Befehle zu überbringen. Avitus wusste, dass wenn er keinen Ausgang gewährt hätte, es zu Tumulten kommen konnte. Nach langer Zeit der Abwesenheit und Krieg war es nur verständlich und etwas freie Zeit und die Wiedersehensfreude mit Weib und Kind - oder auch der Stammkneipe, jedem das Seine - gönnte Avitus den Milites.
    "Die centuriones sorgen dafür, dass die milites sich in der Stadt benehmen"
    mahnte Avitus. Man konnte nach so langer Zeit nicht wissen, wie es um die Gesinnung der - ohnehin launischen - Einwohner Italia's bestellt war. Wenn sich die Stadt plötzlich dem Ansturm von tausenden von Soldaten ausgesetzt sah, freuten sich zwar die Wirte und die Huren, so mancher lokale Würdenträger hatte seine Beschwerde dagegen bestimmt schon vorformuliert...

  • Als Imperiosus von weiten wieder die Tore des Castells sah, freute er sich schon sehr darauf, da er zum erstenmal das Lager als Centurio betreten würde. Sicherlich würden bald sogar neue Probati kommen, die man ausbilden musste.


    Kurz bevor er das Tor passierte, kam auch schon ein Melder.


    " Befehl vom Praefectus, die Mänern sollen Ausgang bekommen. Die Centurios sollen dafür sorgen, dass sie sich gut benehmen in der Stadt, wir sind nicht mehr in Parthia. "


    Tiberius wusste, dass sie nicht mehr in Parthia waren, doch auch dort haben sie seine Milites imemr sehr gut benommen, darum wunderte er sich ein wenig, warum er solch einen Befehl bekommen hatte.
    Der Artorier ging nach hinten zu seinem Optio.


    " Die Männer sollen ihre Stuben beziehen, sie in Ordnung bringen. Wenn dies geschehen ist, bekommen sie alle Ausgang für heute. Doch sage ihnen, dass sie sich benehmen sollen. "


    Die Männer, die dies mitbekommen hatten, freute sich natürlich, endlich konnten sie sich wieder mal in einer Taverna so richtig besaufen, ohne angst zu haben, dass sie in der Nacht angegriffen werden könnten.

  • Sparsus führte die zweite Centurie durch das Haupttor, die Via Praetoria entlang und war froh wieder in Mantua zu sein. Nur stellte sich die Frage, wie lange er noch hier sein würde. Sparsu wusste nicht, wann seine Versetzung endgültig genehmigt werden würde. Die Anweisungen des PC wurden schnell umgesetzt und die Baracken waren so schnell leer gefegt, wie sie bezogen worden waren. Alle zog es in die Stadt, die nicht mit nach Rom durften. Auch Sparsus ereilte der Befehl, das alle Centurionen dafür sorgen sollten, dass sich die miles benahmen. In diesem Fall hieß das allerdings der Optio musste die Scheiße ausbügeln. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn er mal einen Abend hätte entspannen können. Aber immerhin musste seine Centuria nciht Wache halten. Die Männer hätten wahrscheinlich die Principa in Brand gesteckt, wenn sie heute nicht raus gedurft hätten und Sparsus hätte es ihnen nichtmal verübeln können. Nach all der Zeit am Arsch des Imperiums hatten sich die Miles ein kleines Besäufnis auf Staatskosten verdient. Zumindest aus der Sicht eines Optio.

  • Er konnte sich schon gar nicht mehr an Mantua erinnern und nur die Umgebung erinnerte ihn daran, daß er nicht woanders als Intalien, also zuhause, war.
    So ritt er also durchs Tor und begab sich gleich erstmal zu seiner Unterkunft.

  • Zitat

    Original von Tiberius Artorius Imperiosus
    Der Artorier ging nach hinten zu seinem Optio.


    " Die Männer sollen ihre Stuben beziehen, sie in Ordnung bringen. Wenn dies geschehen ist, bekommen sie alle Ausgang für heute. Doch sage ihnen, dass sie sich benehmen sollen. "


    Der Einzug nach Mantua wurde für die Legio I in Priscus' Augen durchaus ein kleiner Triumphmarsch. Die Nachricht von ihrer bevorstehenden Ankunft hatte sich herumgesprochen und nicht wenige Frauen und Kinder waren ihnen ein ganzes Stück entgegen gekommen, um sie so früh wie möglich zu begrüßen. Während die eine Hand Speer und Gepcäktragtestange fest hielt, winkten viele Soldaten mit der anderen Hand den Menschen zu und natürlich ließ es sich auch niemand nehmen, seine ansich illegalen Kinder und Frauen kurz an sich zu drücken, wenn er sie entdeckte. Priscus hatte zwar niemanden, den er auf diesem Wege begrüßen konnte, aber auch er war glücklich, wieder nach Mantua zu kommen und dabei so begrüßt zu werden. Gelegentlich brach auch mal eine junge Frau oder ein Kind am Wegensrand irrtümlich in Trauer aus, weil sie ihren Liebling nicht an der erwarteten Stelle entdeckten. Umso größer war dann doch die Freude, wenn er einfach nur bei einer anderen Einheit gelandet war, am besten noch verbunden mit Auszeichnungen und Beförderungen. Und diejenigen, die tatsächlich Verluste zu beklagen hatten, stützten sich gegenseitig in ihrer Trauer.


    Der Optio nickte seinem Centurio als Bestätigung des Befehls zu. "In Ordnung, wird gemacht."

  • Am späten Nachmittag kam Modestus zur Porta Praetoria geritten. Ihm folgten zwei weitere Reiter, ein Alter und ein junger Grieche, sowie ein Pferdewagen mit einer Frau und einem Mann auf dem Kutschbock. Er selbst trug nun seine volle Rüstung und Uniform. Die Beinschienen, den Brustpanzer und der Cassis waren aus Eisen und auf Hochglanz poliert und wurden nur durch feine Linien aus Goldbronze an den Rändern verziert. An seinem Gürtel hingen ein Gladius und ein Pugio, beide am Knauf mit einem Pferd, dem Wappentier der Annaeer versehen. Aber um ehrlich zu sein konnte er die Ausrüstung nicht leiden. So viel Metall am Körper zu tragen, war doch eine Tortur. Und dieser Schmied hatte es wirklich übertrieben. Und auch wenn er beteuert hatte, dass alle Brustpanzer mit solchen Muskeln verziert waren, Modestus konnte sich einfach nicht damit anfreunden. Modestus wunderte sich ob es jemand bemerken würde wenn er diese lästigen Caligae gegen bequemere Schuhe eintauschen würde, als er schon am Tor ankam.


    >Öffnet das Tor.<


    sagte er schlecht gelaunt, denn die Brustplatte engte ihn sehr ein. Der Schmied hatte sie viel zu eng gemacht. Zugenommen hatte er auf keinen Fall.

  • Misslaunig betrachtete eine der Wachen den Ankömmling. Wieso durfte ausgerechnet er nicht in die Stadt seinen Sold verprassen? Stattdessen musste er hier herumlungern und irgendwelchen schrägen Vögeln in Vollplatte zuhören.


    "Wieso? Wer bist du?"

  • Es waren erst einige Tage vergangen, daß die prima wieder Einzug in das alte Lager gehalten hatte, was nur von einer Handvoll Mann während des Feldzuges bewacht worden war, aber schon hatte Tius – Soldat der zweiten Zenturie, erste Kohorte – das Gefühl, seit Monaten Zuhause zu sein, in Mantua, wo er doch all die Zeit in den letzten Jahren stationiert gewesen war. Der alte Veteran – jetzt auch Parthiaveteran! - stand oben auf dem Tor, gegen sein Schild gelehnt, eigentlich hatte er auch nur den Wachdienst getauscht, mit einem jüngeren Soldaten, der unbedingt Freigang haben wollte. So stand Tius, wie in den guten alten Zeiten, neben seinem Kumpanen Cafo. Tius starrte grübelnd vor sich her auf die Landschaft, die herrlich erfrischend und voll mit grünen Wiesen war. Tius verzog sein von Narben gezeichnetes Gesicht, daß durch die Sonne von Parthia tief braun und noch faltiger geworden war.


    „Und?“
    „Hm?“
    „Ist es soweit?“
    „Nee...nicht genug Geld, meine Jüngste will heiraten. Ich brauch' noch etwas für die Mitgift. Mann, war meine Alte vielleicht zickig in den letzten Tagen. Weil ich kein Crassus oder Krösus geworden bin durch den Feldzug...“
    „Hm!“
    , brummte Tius unbestimmt als Antwort und hob seine Hand, um sich am Kinn zu kratzen. Genau als der Troß des Annaers sich auf der Straße dem Lager näherte. Tius runzelte die Stirn und spähte auf den Reiter. Langsam näherten sich die Reiter, mitsamt des Wagens. Cafo gluckste als Erster von ihnen Beiden als sie den Annaer fixierten.
    „Was ist denn das für ein eitler Geck! Sind das...ja, das ist so eine Pfauenrüstung! Haha!“
    „Hm!? Keine Ahnung!“
    , raunte Tius zu seinem Wachkompagnon.
    „Entweder ein Aufschneider oder...“


    Beide Männer tauschten einen wißenden Blick aus. Erst als der Annaer bis vor das Tor geritten kam, richteten sich die beiden Männer auf und spähten hinunter. Cafo murmelte einige abfällige Worte vor sich her, während Tius den Reiter betrachtete, dabei ernst und ohne Gesichtsregung. Nur Cafo konnte sich eines Grinsens nicht verwehren, seine Schultern zuckten immer mal wieder, sogar ein leises Glucksen war von ihm zu hören.




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