Beiträge von Aelia Adria

    "Was?
    Also nochmals langsam. Ich habe meinem verstorbenen Vater, Germanicus Sedulus, alles geerbt. Darunter auch ein Lager mit Getreide für seinen Bäckereibetrieb, das ich daraufhin natürlich verkaufen wollte. Den Betrieb habe ich jedoch nicht weitergeführt."

    Mit einem Lächeln antwortete sie.
    "Lucius Aelius Quarto, der jetzige Consul."


    Erst jetzt schoss ihr ein, dass das mit dem Todestag von Sedulus nicht zusammenpasst.
    "Verzeih, ich meinte den damaligen Prätor. Ich habe ihn um richtige Auslegung der Lex Mercati in meinem Fall gefragt und er hat mir bestätigt, dass mein Angebot nicht dagegen verstoßen wird."

    Sie stürmte ins Officium und Commodus entgegen und fing gleich lautstark an, sich über das Edikt aufzuregen.


    "Sei mir gegrüßt, Aedilis Plebeii!
    Ich habe eine Aufforderung von dir bekommen, über 700 Sesterzen Strafe zu bezahlen.
    Und ich protestiere dagegen!
    Es stimmt, ich habe keinen Betrieb. Doch es handelt sich bei dem Getreide um Restbestände aus dem Betrieb meines Vaters, die ich nach seinem Tod übernommen habe und natürlich nicht vergammeln lassen will sondern verkaufte. Den Betrieb selbst habe ich nicht übernommen.
    Und falls du jetzt meinst, das sei trotzdem gegen das Gesetz: Der damalige Aedil hat mir die Erlaubnis zum Verkauf gegeben."

    Adria brachte sich jetzt auch in das Gespräch ein.
    "Glaubst du nur? Natürlich tun sie das! Schau was du nicht alles hast.
    Und ich ebenso. Könnte es uns besser gehn?"

    Aber jetzt war es doch Zeit, mit der Angeberei, wie glücklich die beiden sind, aufzuhören um keine Neider hervorzurufen.

    Wieder einmal ein freudiger Anlass für eine Feier, der Adria natürlich beiwohnen musste. Und Quarto gezwungenermaßen auch. Avitus war als Sohn von Anton ihr schon lange bekannt, seine Braut hatte sie bisher noch nicht kennengelernt.


    "Hast du die Brautleute schon gesehen?", fragte sie Quarto und schaute sich dabei um.
    "Sieh an, Hungaricus nimmt ihn gerade in Beschlag. Dann werden wir noch warten."

    Caius Iulius Seneca


    Vom Leben des Caius Julius Caesar
    (13. Juli 100 v. Chr. – 15. März 44 v. Chr.)



    Das eindrucksvolle, brutale aber auch heroische Leben des Caius Julius Caesar.
    Geboren wurde Caius Julius Caesar am 13 Juli des Jahres 100 v. Chr. in der Subura, einem überbevölkerten Massenwohnviertel Roms. Seine Eltern waren der gleichnamige C. Iulius Caesar und Aurelia.
    Er entstammte dem altrömischen patrizischen Adelsgeschlecht der Julier. Das Geschlecht der Julier leitet seine Herkunft auf den Sohn des Aeneas ab, welcher wiederum der Sage nach der Sohn der Venus war.
    Caesar hatte zwei Schwestern, Iulia maior und Iulia minor, welche die Großmutter des späteren Kaiser Augustus war.
    Den größten Einfluss in Caesars Kindheit hatte seine Mutter Aurelia, welche ihm auch den Rhetor und Gelehrten M. Antonius Gnipho als Lehrer aussuchte. Caesar wurde anfangs in der griechischen Klassik und Philosophie geschult. Die Ausbildung im Bereich der Klassik führte später sogar dazu, dass er eine Verssammlung und Werke wie „Lob des Herkules“ oder „Ödipus“ verfasste. Auch ist bekannt, dass er teilweise die Werke „De bello Gallico“ und „De bello Civilo“ verfasste.
    Als Caesar 16 Jahren alt war, im Jahre 84 v. Chr., starb sein gleichnamiger Vater in Pisa. Zuvor hatte Caesar noch die Männertoga von ihm erhalten.
    Im darauffolgenden Jahr wurde Caesar durch den Einfluss seiner Mutter und Tante zum Flamen Dialis ernannt, einem Priester des Jupiter. Durch dieses Amt wurden ihm auch Ehrungen, wie ein Platz im Senat und das Tragen eines Priestergewandes zuteil.
    Im seinem 17. Lebensjahr verlobte sich Caesar mit Cossutia, welche aus dem Ritterstand war und einen sehr reichen Vater hatte. Die Ehe mit Cossutia wurde nicht geschlossen, da Caesars Priesteramt eine Patrizier-Ehe vorschrieb.
    Nun ehelichte er Cornelia, die Tochter des Lucius Cornelius Cinna, welche ihm im Jahre 81 v. Chr. Julia gebar.
    Cinna war ein Feind des damaligen Diktators Sulla. Sulla verfolgte seinen Feind Cinna und forderte Caesar auf, sich von Cornelia zu trennen, sodass Caesar nicht mehr mit seinem Feind Cinna verwandt war. Caesar weigerte sich.
    Deshalb musste er aber das Amt des Flamen Dialis niederlegen, er verlor die Mitgift seiner Frau und verlor zusätzlich Erbansprüche gegenüber seinem Geschlecht. Nun war Caesar gezwungen, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen und jede Nacht einen anderen Schlupfwinkel zu suchen. Dazu litt er noch an einem viertägigen Wechselfieber, welches sich zusehends verschlimmerte. Für eine Zeit lang musste der Julier Rom sogar verlassen, da er zusätzlich geächtet worden war. Seine sullanischen Verfolger griffen ihn im sabinischen Gebiet auf, doch Caesar konnte sich mit zwei Talenten Gold freikaufen. Zu seinem Glück konnten die vestalischen Jungfrauen, Aurelius Cotta und Mamercus Aemilius seine Begnadigung bei Sulla herausschlagen.


    Nun wurde er mit 19 Jahren Offizier im Stab des Marcus Minucius Thermus, einem Propraetor und Statthalter der Provinz Asia. Er ging dem Auftrag nach, eine bithynische Flotte zu rüsten. Die „Corona Civica“ wurde Caesar dort verliehen, als er bei der Belagerung der Stadt Mytilene auf Lesbos einem römischen Bürger in der Schlacht das Leben rettete. Um die Belagerung schnell zu beenden, wurde der Julier längere Zeit zu diplomatischen Zwecken zum König Nikomedes von Bithynien gesandt. Man sagt Caesar nach, dass er ein Verhältnis mit ihm hatte. Später bekam er wahrscheinlich eine Verwaltungsaufgabe im Stab des Thermus.
    Kurz diente Caesar auch unter Isauricus in Kilikien, wo man gegen die Seeräuber kämpfte.
    Nachdem er vom Tod des Diktators Sulla gehört hatte, kehrte Caesar wieder nach Rom zurück, da er seine politische Karriere weiter verfolgen wollte. Er wurde durch seine umfangreichen und häufigen Gastmähler ziemlich beliebt. Er wurde Magistratsbeamter, welcher Mitglied der „vigintisexviri“ ist.
    Als Anwalt klagte der Julier gegen den ehemaligen Consul Cornelius Dolabella und den Reiteroffizier Gaius Antonius, welche beide Anhänger Sullas Partei waren. Die beiden hatten verschiedene Provinzen ausgebeutet, doch durch deren Freisprechungen musste Caesar Rom wieder verlassen, um den „Sullanern“ aus dem Weg zu gehen. Die Führer der Popularen(Partei des einfachen Volkes) wurden nun auf ihn aufmerksam. Sie merkten, dass Caesar sich intensiv für die Popularen einsetzte.
    Als Caesar im Winterhalbjahr eine Studienreise nach Rhodos unternahm, wurde er von Piraten gefangen genommen. Die Seeräuber nahmen ihn als Geisel und forderten ein Lösegeld von 20 Talenten. Caesar höhnte, und wies sie darauf hin, wen sie vor sich stehen hatten. Er verlangte von ihnen, dass sie ein Lösegeld von 50 Sesterzen für seine Person festsetzten50 Sesterzen für seine Person verlangten. Zu Beginn hatte er seine Diener und Begleiter losgeschickt, um das Lösegeld aufzutreiben. Angeblich lebte er wie ein König unter den Piraten und drohte ihnen sie alle aufzuhängen. Durch das bezahlte Lösegeld war Caesar nach ungefähr 40 Tagen wieder auf dem Meer. Er stellte eine private Flotte auf, zog gegen die Seeräuber und besiegte diese. Sofort bat er beim Prokonsul Iunius Iuncus aus der Provinz Asia um Erlaubnis, die Piraten kreuzigen zu dürfen. Es wurde ihm jedoch untersagt, woraufhin er die Seeräuber auf eigene Faust in Pergamos kreuzigen ließ. Doch zuvor hatte er sie erdrosseln lassen, ein frühes Anzeichen seiner Milde. Das bezahlte Lösegeld der Piraten strich Caesar selbst ein, um einen Teil seiner immensen Schulden zu begleichen. Nun unternahm er doch noch die Studienreise nach Rhodos, um sich bei dem berühmten Redelehrer Apollon Molon in der Redekunst verbessern zu können.
    Da die Praefecten des König Mithridates in der römischen Provinz Asia waren und alles verwüsteten, setzte Caesar mit selbstaufgestellten Hilfstruppen nach Asien über und vertrieb die Eindringlinge. Zusätzlich konnte er noch die unschlüssigen Städte dazu bringen, dass sie Rom die Treue hielten.
    74 war Caesar noch kurz auf Kilikien, um dem vom Senat ernannten Praetor Marcus Antonius sein Wissen im Krieg gegen die Seeräuber weiterzugeben.
    73 v. Chr. erreichte Caesar die schlechte Nachricht, dass sein Verwandter und Priester Caius Aurelius Cotta gestorben war. Daraufhin reiste er nach Rom und trat erfolgreich die Wahl zum Nachfolger des Priesterkollegiums der Pontifices an.
    In dieser Zeit und bis zu Beginn der gallischen Kriege knüpfte er viele Verbindungen, woraus er später noch Nutzen ziehen würde. Auch für weniger angesehene Männer setzte er sich ein, damit sie später von ihm abhängig waren und er mächtiger wurde.
    Caesar war wahrscheinlich nicht an der Bekämpfung des Sklavenaufstandes unter Spartacus beteiligt. Aus dieser Zeit liegen wenig Informationen darüber vor.
    Nachdem er auch noch zum Militärtribun ernannt wurde, gelangte er in das erste höhere Amt:
    69 v. Chr. stieg er mit der Quaestur in den Cursus Honorum ein.
    Kurz zuvor waren seine Tante Julia und seine Frau Cornelia im Alter von 29 Jahren gestorben. Beim Leichenzug seiner verstorbenen Tante, welche Witwe des Marius war, ließ er Bilder des seit Sullas Restauration verhassten Marius herumtragen, was den Optimaten(Partei der Aristokraten) sicherlich Missvergnügen bereitete, das Volk aber, das seinen Helden Marius nicht vergessen hatte, mit Beifall zur Kenntnis nahm.
    Bei der Beerdigung seiner verstorbenen Frau Cornelia sprach Caesar eine unübliche Leichenrede, offenbar mit großzügigen Gaben an das Volk, was ihn erneut umso beliebter machte.
    Nun ging Caesar die Restzeit als Quaestor nach Hispania. Dort diente er als Feldquästor dem Proprätor Antistius Vetius. Dieser beauftragte Caesar die Gerichts- und Kreistage zu besuchen. Zusätzlich war er Aufseher über die Finanzen.
    Sueton überliefert uns folgendes aus diesem Jahr: Bei einer Gerichtsverhandlung in Gades (heute Cadiz) besuchte Caesar den Herkulestempel. Beim Anblick einer großen Statue Alexanders des Großen, welche in der Nähe stand, musste Caesar laut aufseufzen und bedauern, dass Alexander in seinem Alter schon die ganze Welt erobert hatte und er selbst noch nichts bemerkenswertes geleistet hatte.
    Sofort forderte er seine Entlassung, um in Rom die Gelegenheit zu größeren Unternehmen zu erhalten. In der vorherigen Nacht war Caesar auch durch einen Traum beunruhigt worden. Er hatte geträumt, dass er seine Mutter vergewaltigt habe. Traumdeuter deuteten ihm, dass dies die Herrschaft über die Welt bedeute.
    Caesar reiste aus Hispania ab. Auf dem Rückweg nach Rom durchquerte er die Provinz der transpadanischen Gemeinden. Man sagt Caesar nach, dass er dort einen Aufstand geplant hatte, welcher aber durch die Stationierung zweier Legionen in Italien vereitelt wurde. Dieser angebliche Plan scheint aber für Caesars jüngere Jahre unwahrscheinlich. Sein späteres Engagement für die Erhaltung des Bürgerrechts für Transpadaner wurde zunächst noch stark vom Senat angefochten, doch später(49) konnte Caesar es schließlich durchsetzen.
    Zurück in Rom nahm Caesar den Sitz im Senat ein und heiratete erneut, diesmal Pompeia, eine reiche Enkelin des Sulla. Mir ihrem Geld konnte er sich seinen weiteren politischen Aufstieg finanzieren.
    Zunächst wurde Caesar Aedil Curator über die Via Appia, ein Aufseher über die Instandhaltung der Infrastruktur.
    Politische Aufmerksamkeit errang Caesar zusätzlich durch eine Nacht- und Nebelaktion, bei der er die restaurierten Siegestrophäen des Marius, einst von Sulla vom Kapitol entfernt, wieder aufstellen ließ, was ihm mal wieder den Jubel des Volkes einbrachte.
    Catilina plante die Ermordung der beiden Consuln L. Aurelius Cotta und L. Manlius Torquatus. Die Consuln wurden jedoch noch rechtzeitig gewarnt. Man behauptete, dass Caesar daran beteiligt war, doch man konnte ihm nichts nachweisen. Caesar hätte wohl kaum der Ermordung seines Verwandten Aurelius Cotta zugestimmt.
    Im Jahre 66 wurde der Julier schließlich zum culurischen Aedil gewählt, welcher z. B. die Aufgabe der Überwachung verschiedener Gebäude, wie etwa Tempel, Bäder, Plätze und der Märkte hatte. Zusätzlich sollte er als Aedil Zirkusspiele veranstalten. Caesar veranstaltete großartige Spiele, welche er aber selbst finanzieren musste. Die finanzielle Unterstützung bekam er wahrscheinlich von seinem Mit- Aedil M. Bibulus. Und zu Ehren seines Vaters veranstaltete Caesar auf eigene Kosten glänzende Gladiatorenkämpfe, bei denen angeblich 320 Gladiatorenpaare in Silberrüstungen gegeneinander gekämpft haben sollen.
    Durch die Ausgaben handelte sich Caesar eine enorme Schuldenlast ein. Doch dafür machte er sich wiederum beim Volk umso beliebter, denn das Volk liebte die Spiele.
    Im Frühjahr 63 ließ sich Caesar zur Wahl des Pontifex Maximus aufstellen, da Quintus Metellus Pius, der frühere Pontifex Maximus, gestorben war. Normalerweise ließen sich nur ehemalige Consuln oder andere verdiente Männer zur Wahl aufstellen, Caesar war eher ein Hinterbänkler im Senat.
    Um bei der Partei der Popularen Stimmen zu gewinnen, gab sich Caesar Mühe. Er beteiligte sich wieder an Prozessen gegen ehemalige Anhänger des Sulla, wie z. B. den Optimaten C. Calpurnius Piso. Auch verteidigte er einen numidischen Klienten, den er in seinem Haus verbarg, um ihn vor der Verhaftung zu bewahren. Verschiedene Sullaner fanden den Tod, da Caesar als Leiter des Gerichtshofes an deren Verurteilungen mitwirkte. Als Richter sorgte Caesar für Aufsehen, da er mit einigen anderen Richtern das Todesurteil über den Sullaner Senator C. Rabirius fällen konnte. Die Anklage lautete Teilnahme am Mord des Saturnius im Jahre 100 v. Chr.. Rabirius konnte jedoch durch einen Trick freigesprochen werden. Durch diese Hinrichtungen konnte Caesar Stimmen für sich gewinnen. Zusätzlich bestach er einen Teil der Wahlkomitien. Er wurde zum Pontifex Maximus gewählt.
    Bei der 2. catilinischen Verschwörung hatte Catilina die Machtübernahme Roms geplant. Hierzu hatte er unter anderem Männer aus den Kolonien zusammengetrommelt. Cicero jedoch konnte die Verschwörung aufdecken. Catilina floh aus Rom in sein Heerlager. Der Senat erklärte ihn zum Staatsfeind. Einige keltische Gesandte, welche zu Catilina gehörten, befanden sich in Rom. Dort wurden sie gefangen genommen. Im Concordiatempel berief man eine Senatssitzung ein, bei welcher der Tod der Gefangenen gefordert wurde. Caesar bewies eine außerordentliche Redekunst und konnte den Senat umstimmen. Er forderte folgendes Urteil: Lebenslange Haft und Entziehung der Güter der Angeklagten. Doch nun erhob sich Marcus Porcius Cato, ein späterer Caesarfeind. Er forderte durch eine engagierte Rede wiederum die Todesstrafe für die Gefangenen. Der Senat schwenkte erneut um und entschied sich letztendlich für die Todesstrafe. Die Gefangenen wurden davon geschleppt und noch in der gleichen Nacht erdrosselt. Als Caesar den Tempel verließ, wurde er von Männern aus der Wachmannschaft, welche vornehmlich aus dem Ritterstand waren, mit dem Schwert bedroht. Caesar konnte durch Freunde gedeckt entkommen, hielt sich dem Senat aber im folgenden Jahr fern. Der Julier hatte noch genug Unterstützung im Volk, welches die Optimaten durch eine Verfolgung Caesars nicht noch mehr reizen wollte.
    Im Jahre 62 v. Chr. trat Caesar schließlich seine Praetur an. Bei diesem Amt erhoffte er sich eine Entlastung seiner Schulden durch die Statthalterschaft in einer Kolonie, wie es nach jeder Praetur üblich war. Während seiner Praetur schlug er vor, den Neubau des Jupitertempels dem Optimaten Catulus zu entziehen und dem Gnaeus Pompeius Magnus zu übergeben, was aber abgelehnt wurde. In dieser und der folgenden Zeit wurde Caesar immer berühmter und beliebter. Er empfing sogar die unbedeutendsten Personen in seinem Haus. Er gab Feste, welche seine Beliebtheit nur noch mehr steigerten.
    Lucius Vettius, der angeblich in die catilinische Verschwörung eingeweiht war, legte dem Richter des Sondergerichts, Novius Nigert eine Liste weiterer Verschwörer der Catalina- Verschwörung vor. Unter den Namen war auch Caesars. Caesar jedoch setzte sich heftigst zur Wehr und wies darauf hin, dass er die Verschwörung selbst bei Cicero zur Anzeige gebracht hatte, was dieser auch bestätigte. Das Volk zerrte daraufhin Vettius von der Anklägertribüne und prügelte ihn halb tot. Sein Haus ging in Flammen auf. Caesar ließ ihn samt dem Richter Novius Niger ins Gefängnis werfen.
    Beim Fest der Bona- Dea war Caesar als Pontifex Maximus der Gastgeber. Es war Männern allerdings untersagt diesem Fest beizuwohnen, woraufhin Caesar zu dieser Zeit bei Freunden war. Eine Dienerin von Caesars Mutter Aurelia entdeckte auf dem Fest jedoch den designierten Quästor P. Clodius Pulcher, als Frau verkleidet. Aurelia stellte ihn zur Rede und ließ ihn aus dem Haus werfen. Das Fest wurde abgebrochen. Clodius hatte geplant, sich heimlich mit seiner Geliebten zu treffen, Caesars Gattin Pompeia. Die Ehe war jedoch ohnehin unglücklich gewesen. Caesars Liebesaffären waren in Rom bekannt und außerdem zog er keinen Nutzen mehr aus Pompeia. Er ließ sich von ihr scheiden.
    Clodius wurde durch Caesar angeklagt. Er selbst zeigte aber kein großes Interesse an der Anklage, bei der Clodius freigesprochen wurde.
    Am 1. Januar 61 v. Chr. wollte Caesar seine Propraetur in Spanien antreten. Seine immensen Schulden hinderten ihn jedoch daran. Zu seinem Glück rettete ihn Crassus, der ca. ein Fünftel der Summe bezahlte. Nun konnte Caesar ungestört in die Provinz Hispania Ulterior abreisen. Wegen seinen immer noch bestehenden Schulden ließ er seine Männer die Provinz ausbeuten. Auch ließ er die ansässigen keltisch-lusitanischen Stämme, die im heutigen Galicien lebten, zu Räuberbaden erklären, welche die ansiedelnden Bauern bedrohten.
    Nun ließ Caesar die dort stationierten Cohorten von 20 auf 30 aufstocken(ca. 18.000 Mann). Er unterwarf die Lusitaner, welche ihn aber zwangen eine Flotte aufzustellen. Mit dieser konnte der Julier wenig später die Atlantikküste entlang schiffen und die Kallaiker unterwerfen, die dadurch tributpflichtig wurden. Durch seine aggressive Kriegsführung gegen die Iberer galt er noch mehr als guter Stratege. Auch seine Finanzen wurden dadurch gesichert. Nun konnte Caesar Spanien auf Grund der hohen Tributzahlungen durch die verschiedenen Stämme und durch die Geldgeschenke der Stammesoberhäupter als reicher Mann verlassen. Die letzen Monate seiner Propraetur in Spanien hatte Caesar etwas ruhiger verbracht verbrachte. Er hatte Streite zwischen den Städten geschlichtet sich ein großes Klientel aufgebaut. Durch die zahlreichen Siege und getöteten Feinde wurde Caesar ein Triumphzug gewährt.
    Der Julier wollte seinen Triumphzug in Rom feiern und sich zugleich für das Consulat für das Jahr 59 bewerben. Doch um ein Consulat muss man sich in Rom persönlich bewerben. Mit der Überschreitung des pomerium, der heiligen Stadtgrenze Roms, wäre sein imperium, seine Macht erloschen und damit auch der Anspruch auf einen Triumphzug. Caesar erbat beim Senat eine Ausnahme und wollte sich durch Freunde anmelden lassen. Der Senat war anfangs nicht abgeneigt, doch Cato wollte seinen Popularen Gegnern eins Auswischen. Am Tag der Abstimmung erhob er sich, um seine Rede zu halten. Doch anstatt nach einer bestimmten Zeit aufzuhören und die Rede zu beenden redete er einfach so lange weiter, bis der Senat heimgegangen oder eingeschlafen war und die Sitzung wegen der einbrechenden Dunkelheit abgebrochen werden musste. Caesar musste auf den Triumph verzichten, denn seine Kandidatur zum Consul wollte er nicht aufgeben, da die Chancen für ihn gut standen.
    In Rom bereitete sich Caesar nun auf die Wahl zum Consul vor. Die Optimaten wussten, dass sie die Wahl Caesars zum Consul nicht mehr verhindern konnten. Daher wollten sie einen der ihrigen an Caesar Seite stellen, Marcus Calpurnius Bibulus. Die Optimaten legten zum Missfallen Caesars schon vor der Wahl die prokonsularische Provinz fest, eine Provinz in die sich der Consul nach seiner Amtszeit für eine bestimmte Zeit zurückzog und als Statthalter regierte. Es war eine Waldstück in Italien, in dem Straßen und Flure zu vermessen waren und in dem es nichts zu holen gab. Caesar konnte also nicht auf einen Krieg in einer fernen Provinz hoffen. Die beiden wurden für das Jahr 59 zu den beiden Consuln gewählt. Caesar wusste, dass die Optimaten mit Bibulus an seiner Seite jede seiner Aktionen behindern würden.
    Der Julier musste sich nun nach neuen Verbündeten umschauen. Er fand diese in Pompeius und Crassus, die beiden mächtigsten Männer Roms. Beide waren mittlerweile Gegner des Senats. Die Zusammenarbeit der drei kam zustanden, als Caesar Pompeius und Crassus zusammenführte. Niemand konnte es mit den Dreien aufnehmen, nicht einmal der Senat. Crassus war der reichste Mann der Stadt, Pompeius hatte seine Veteranen und war allgemein beliebt und Caesar war Consul und führender Popular. Gegen Ende des Jahres kam es zwischen den dreien zu einer politischen Absprache, bei der sie sich auf eine Zusammenarbeit einigten. Sie gründeten das erste Triumvirat, eine Dreimännerherrschaft. Zunächst war es noch geheim.
    Um sich familiär näher zu kommen und das Triumvirat zu festigen, heiratete Pompeius im April 59 Caesars Tochter Julia. Noch im gleichen Monat heiratete Caesar Calpurnia, die Tochter des Senators Calpurnius Piso. Für das Jahr 58 konnte Caesar seinen Schwiegervater zum Consul wählen lassen. Er zog daraus seinen Nutzen, da er dann trotz Abwesenheit Einfluss durch Piso in Rom hatte.
    Im kommenden Jahr hatte das Triumvirat aber auch einige Probleme zu lösen. Crassus musste seinen Klienten, den Ritterstand, endlich die geforderte Stärke und deren Interessen in Kleinasien durchsetzen, Pompeius musste seine Veteranen versorgen und war schon zwei Jahre lang politisch inaktiv gewesen und Caesar benötigte Unterstützung bei denen von ihm vorgesehenen Gesetzesinitiativen, von denen er glaubte, dass die Optimaten ihn durch Bibulus blockieren würden. Alleine konnte keiner der drei seine Wünsche verwirklichen, doch gemeinsam waren sie dazu fähig.
    Noch im Frühjahr ließ Caesar Pompeius’ Neuordnung im Osten von den Tribuskomitien bestätigen. Auch ein Pachtverhältnis für Crassus’ Klientel im Osten, welche Steuerpächter waren, konnte er durchsetzen. Der Julier hatte eventuell auch selbst in Asien investiert, da er die Klienten seines früheren Geldgebers Crassus zufrieden stellen wollte.
    Anfang des Jahres 60 v. Chr. schlug der Julier ein neues Ackergesetz im Senat vor. Die Senatoren jedoch wiesen es ab und zeigten kein Interesse. Unter Führung des Cato blockierten sie den Vorschlag. Wie schon zuvor bediente sich Cato eines einfachen Mittels. Er redete, bis die Sitzung erfolglos abgebrochen wurde. Entschlossen ließ Caesar ihn ins Gefängnis werfen. Gefolgt von den Senatoren, die auf seiner Seite standen, marschierte Cato immer noch redend in die Zelle. Jedoch machte Caesar den Haftbefehl rückgängig und entließ Cato wieder. Eine Zusammenarbeit war also nicht möglich. Auch ein zweites Agrargesetz konnte Caesar mit Unterstützung von Pompeius und Crassus verabschieden. Es ging um das Staatsland ager campanus, welches an 20.000 Bürger mit mehr als drei Kindern verteilt werden sollte. Ein zweites mal saß Pompeius in der Verteilungskommission und bevorzugte hauptsächlich seine Veteranen. Der Senat musste sich dem Gesetz fügen, konnte es jedoch über fast zehn Jahre verschleppen.
    Während seiner Abwesenheit durch das Proconsulat wollte Caesar erneut einen ihm verpflichteten Mann in einer Machtposition in Rom haben. Dazu wählte er Clodius Pulcher, welcher ihm seit dem Bona- Dea Skandal noch etwas schuldig war. Caesar erreichte, dass Clodius von den Patriziern zu den Plebejern übertreten konnte. Somit konnte Clodius noch im Sommer für das Tribunat, welches nur für Plebejer bestimmt war, für das Jahr 58 kandidieren.
    Die Beliebtheit Caesars war in den letzten Monaten gesunken, woraufhin er sich nach einem Proconsulat in einer reichen Provinz sehnte, wo er seine Finanzen sanieren konnte und seine Beliebtheit wieder steigern konnte. Er wollte eine Provinz, die nicht in Italien lag, denn wenn dies so wäre, würde der Senat Caesar nach seinem verfassungswidrigen Consulat zur Rechenschaft ziehen wollen. Caesar hatte nämlich während seines Consulats Gesetze ohne Absprache mit seinem Mitconsul Bibulus und dem Senat erlassen. Es schützte ihn bald sein 5 jähriges Amt des Proconsuls. Jetzt schützte ihn noch seine Magistrat, doch er ließ nun handeln. Der Tribun P. Vatinius, welcher nur wenig Einfluss hatte, hatte Caesars ehemalige Frau Pompeia geheiratet, eine Patrizierin von äußerst hoher Geburt. Es ist also nicht verwunderlich, dass Vatinius den früheren Ehemann seiner Frau unterstützte. Er beantragte in Caesars Auftrag und öffentlich von Pompeius unterstützt, Caesar für sein Proconsulat die Provinzen Gallia Citerior und Illyricum zu übertragen. Für fünf Jahre erhielt Caesar sein gewünschtes imperium und das Kommando über drei Legionen. Der Proconsul der Provinz Gallia Narbonensis, Metellus Celer, starb im April. Durch Pompeius beantragt wurde im Senat abgestimmt, dass Caesar auch in dieser Provinz das Oberkommando erhielt.
    Im August 59 regelte Caesar die Neuordnung der Provinzverwaltung durch die Erweiterung eines Gesetzt, die lex Iulia de repetundarum. Sogar Cato stimmte diesem Gesetzt zu. Das Gesetzt besagte, dass die Ausbeutung von Provinzen durch Promagistrate weiterhin möglich war. Es gibt jedoch noch eine weitere Variante des Gesetzes: "Dem Statthalter ist es verboten, die Provinz zu verlassen, Truppen aus deren Gebiet zu führen, auf eigene Faust einen Krieg anzufangen, ohne Weisung des Senats oder des römischen Volkes in ein Königreich einzufallen."
    Durch die Forderung Caesars schaffte der oben genannte Volkstribun Vatinius mit erbittert Widerstand des Senats ein neues Gesetz, welches ihm erlaubte in der neuen Kolonie Novum Comun 5.000 Kolonisten anzusiedeln. Den Bewohnern nördlich des Pos versprach Caesar das Bürgerrecht. Tatsächlich hielt Caesar sein Versprechen, denn die meisten Soldaten, die er in den gallischen Kriegen rekrutierte, stammten aus dieser Gegend.(Soldaten mussten das Bürgerrecht besitzen)
    Caesar reiste nun, gegen Ende seines Consulats, in seine Provinz in Gallien.
    Als er sein Proconsulat in Gallien antrat, erhielt er vier Legionen, rund 24.000 Mann und war zusätzlich berechtigt ein Heer aufzustellen.



    Fortsetzungen der Biographie

    "Ihr wollt einen Kultverein für Bona Dea gründen? Als Mitglieder für einen solchen werden sich hoffentlich wirklich einige Frauen findet. Doch sollte es trotzdem unbedingt ein oder zwei oder auch drei Personen geben, die sich wirklich für die Gründung und die Organisation und alles einsetzen und sich darum kümmern. Wer würde sich dafür zur Verfügung stellen? Du selbst, Medeia?"

    "Ob dir jemand dabei helfen kann, bezweifle ich ein wenig. Aber du kannst es auf jeden Fall bei den Sacerdotes Veneris versuchen, bevor du vielleicht dann doch den Pontifex Maximus damit belästigen müsstest."


    Sie überlegte weiter.


    "Man muss doch sagen, der Cultus Deorum hat ein kleines Personalproblem.


    Aber wird es den Aufwand überhaupt wert sein, den Tempel der Venus Genetrix zu verlegen? Es wurde doch gerade erst ein Venustempel erbaut. Welcher Venus war dieser eigentlich geweiiht?"

    Gedankenverloren schaute sie der Augusta nach.


    "Oh, entschuldige mein Lieber.
    Was meintest du? Im Cultus Deorum für die Venus zuständig?
    Ich hatte diesbezüglich immer nur mit Didia Sinona zu tun. Soweit ich weiß, hatte sie aber einige Schülerinnen. Vielleicht diese?
    Was willst du von ihnen?"

    Zitat

    Original von Aelia Adria
    Quaestor Principis: Verantwortungen für die Dinge, die derzeit als seine Aufgaben im Gesetz stehen
    Quaestor Urbanus: Verantwortung für Meldeämter
    Alle vier Quästoren jedoch übernehmen die Aufgabe der Kontrolle der Meldeämter und der Erstellung der Chronik, wobei sie sich dabei selbst koordinieren.


    "Ich dachte was ich vorhin sagte, schließt auch die Erwähnung der Chronik ein. Und mit Verantwortung für Meldeämter meinte ich die Überwachung der Reiseregeln."

    "Die Praxis ist soweit ich weiß derzeit die, dass sowohl die Überwachung der Meldeämter als auch die Chronik von allen vier Quästoren unter sich aufgeteilt wird. Und dies scheint auch gut zu funktionieren.
    Vielleicht sollte man im Gesetz einfach nur festhalten:
    Quaestor Consulum: unterstützt den Consul in dessen Arbeit
    Quaestor Principis: Verantwortungen für die Dinge, die derzeit als seine Aufgaben im Gesetz stehen
    Quaestor Urbanus: Verantwortung für Meldeämter
    Alle vier Quästoren jedoch übernehmen die Aufgabe der Kontrolle der Meldeämter und der Erstellung der Chronik, wobei sie sich dabei selbst koordinieren.


    Einzelne weitere Aufgaben bekamen alle Quästoren vom Kaiser übetragen und so sollte es auch bleiben.


    Oder die Questur Urbanus wird wie Avarus vorschlug, auf Provinzen geändert."

    "So haben wir nun zu Ehren unserer Bona Dea den althergebrachten Ritus durchgeführt, wie es auch in Zukunft von unseren Nachkommen gemacht werden soll. Und kein Mann soll jemals davon erfahren."


    Sie ließ ihren Blick durch die Runde gehen. Vielleicht hatte sie etwas vergessen und eine der Frauen wollte noch auf etwas aufmerksam machen. Wenn nicht war nun der "offizielle" Teil abgeschlossen.