Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    "Ja, man liest in der Acta ständig von dem Personalmangel der Städte. Ich denke, dass besonders die italischen Städte ihre Mitarbeiter an Rom verlieren, die Provinzialen haben da natürlich weitere Schwierigkeiten."


    Auch er tauchte unter und benetzte so seine Haut mit dem kühlen Nass. Als er wieder hochkam, strich er sich die Haare nach hinten.


    "Ja. In letzter Zeit kann man im Senat wohl bald eine Entwicklung sehen, eine, die den Namen Entwicklung nicht verdient, da es dies ja schonmal gab. Ich spreche da von den Streitigkeiten der Popularen und Boni im Jahre des Caesars und den Machtkämpfen. Einige Männer fühlen sich nämlich irgendwie dazu berufen Patrizier zu verschmähen."

    "Eigentlich meinte ich nicht das Treffen und die Besprechung mit dem Kaiser während er noch in Rom verweilt, sondern seinen Reiserat, der sich unter anderem auch aus Senatoren zusammenstellt und den Augustus stets auf seinen Reisen begleitet, um kompetente Ratschläge geben zu können."


    Verheimlichen konnten es die Mitglieder sowieso nicht, wäre es doch arg auffällig, wenn sie mit dem Kaiser davonzogen.

    Furianus lächelte und bedeutete einem Sklaven zwei Becher zu holen, natürlich nicht leer, sondern mit Erfrischungen.


    "Ich habe eine vage Ahnung, wer dein Vater sein könnte, denn es gab tatsächlich einen Caecilier im Amte des Praefectus Annonae, leider ist mir der Name entfallen.
    Du scheinst aber auch auf dem besten Wege zu sein deinem Vater zu folgen, im Amte natürlich. Es gibt nicht viele Menschen, die vor dem Senat sprechen durften und diesem selbst nicht angehörten. Das gibt dir doch einen gewissen Wiedererkennungswert und ist sehr behilflich für weitere Bestrebungen, besonders in der Politik. Erwägst du solch einen Weg denn oder möchtest du doch, wie dein Onkel, Rom mit gladius dienen?"

    "Wahrlich, ich habe heute meinen Nomenclator auch nicht dabei. Aber du bist natürlich im Recht, es gibt so vieles, auch neben den Tätigkeiten für das Amt und Rom, an was sich der Magistrat und Politiker üben muss. Namen zu merken gehört da nicht dazu."


    Nun war er gänzlich eingetaucht und spürte schon das Wasser im Nacken. Ein wenig ruderte er mit den Händen und wandte sich wieder langsam, das Wasser ließ keine schnelle Bewegung zu, an Modestus.


    "Naja, ich bin mir sicher, dass Mantua dir keine Schwieirgkeiten bereiten wird, dennoch ist es eine große Aufgabe für eine Stadt verantwortlich zu sein.
    Ich selbst hoffe Rom im Cultus Deorum dienen zu dürfen, denn für das Konsulat bin ich noch etwas zu jung, außerdem wäre der Widerstand auch nicht unerheblich."


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    BÜRGER ROMS


    DIE PRAETOREN


    GAIUS PRUDENTIUS COMMODUS


    ET


    LUCIUS FLAVIUS FURIANUS


    FÜHREN AM


    ANTE DIEM IV NON MAI DCCCLVII A.U.C.
    (4.5.2007/104 n.Chr.)


    SPIELE FÜR DIE BÜRGER ROMS AUF
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    NEBEN ATTRAKTIONEN IM THEATRUM FLAVIUM WIRD ES NEBENBEI AUFFÜHRUNGEN IM THEATER DES MARCELLUS GEBEN


    FÜR SPEIS UND TRANK WIRD EBENFALLS GESORGT

    "Ich denke, dass die Söhne Agrippas ihre Pflicht wahrzunehmen wissen und werden."


    Ein wohlwollendes Nicken unterstrich diese Aussage, wie auch ein weiteres das Beleid des jungen Matiniers dankend annahm.


    "Diese Umstände waren mir noch nicht bekannt. Hast du dieses Testament bei dir?


    Von einer kleinen Spende an die Schola war noch nie die Rede gewesen, so dass Furianus in Anbetracht der Wirren um dieses Testament, auch von zwei Testamenten ausgehen konnte.

    "Ich verstehe, Senator Vinicius ist ein guter Lehrmeister. Ich habe meine Prüfung bei dem damaligen Quaestor Sacri Palatii, Decimus Mattiacus, absolviert.
    War dein Vater auch schon Advocatus? Schließlich kommt dies häufig vor und außer dem Praefectus Praetorio kenne ich leider keine Caecilier mehr."


    Advokatenfamilien gab es in Rom genug, schließlich konnten sich nur solche, Senatoren, Patrizier und andere wohlhabende Bürger ausgenommen, eine Ausbildung leisten. Der Trend, bei einem römischen Lehrmeister eine Ausbildung zu genießen, war wohl schon seit dem Anbeginn der römischen Jursiterei gegeben, bei den Griechen lernte man eher zu philosophieren.

    "Es wäre ein Verlust, wenn sich dein Vater zur Ruhe setzt, ein großer Verlust für Rom und Hispania."


    Kommentierte Furianus den ersten Satz und nickte anschließend.


    "Ich habe von Strabo gehört, eine sehr missliche Lage, doch dein Vater darf sich davon nicht beirren lassen. Er hat sicherlich noch genug Kraft, um dem entgegen zu wirken und mit strengerer Hand Präventionen zu üben.
    Leider, das sollst du ihm überbringen, ist Tiberia Claudia, meine Verlobte, vor einiger Zeit verstorben. Er kannte sie wohl recht gut, sie war Flaminca in Hispania und liebte diese Provinz stets. Ansonsten, von diesem schrecklichen Ereignis abzusehen, geht es mir gut."


    Der Junge fungierte mehr als Bote, denn als eigenständige Person, wie Furianus vorkam und so wollte er ihn nicht unnötig warten lassen seine Informationen preis zu geben.


    "Nun, dann erzähle mir, was dein dir bezüglich des Nachlasses aufgetragen hat."

    Zitat

    Original von Tiberius Caecilius Metellus
    Tiberius betrat das Officium und grüßte den hinter seinem Schreibtisch sitzenden Praetor Urbanus.


    "Salve, Praetor. Ich bin Tiberius Caecilius Metellus, Scriba Personalis des Praetor Peregrinus und Advocatus. Du erinnerst dich vielleicht an die Präsentation im Senat, ich habe einen Kommentar zu einem Teil des Lex Mercatus verfasst. Da ich denke dass gerade die Praetoren Gesetzeskommentare immer griffbereit halten sollten habe ich dir eine Abschrift zum eigenen Gebrauch mitgebracht. Und möglicherweise kann man noch eien Abschrift in den Archiven der Basilica unterbringen."


    Damit zog er eine Schriftrolle hervor und gab sie dem Praetor.


    "Salve, Tiberius Caecilius Metellus."


    Grüßte Furianus zurück und wies auf den Stuhl vor ihm.


    "Ich danke dir für die Abschrift, sie wird natürlich in den Archiven gelagert sein, um Nachfolgern einen Blick darauf zu ermöglichen. Gute Arbeit, wenn ich das nebenbei bemerken darf. Bei wem hast du die Fertigkeiten eines Advocatus gelernt, Caecilius Metellus?"


    Nebenbei nahm er das Schriftstück entgegen und übergab es einem Scriba, der es in das Archiv brachte.

    Zitat

    Original von Publius Matinius Agrippa Minor
    Er trat hinein.


    "Salve Praetor Urbanus, erlaube mir, dass ich mich dir vorstellen, mein Name ist Publius Matinius Agrippa, Sohn des ehemaligen Censors und Consulars und jetzigem Proconsul von Spanien Matinius Agrippa. Ich komme im Auftrag meines Vaters zu dir, es geht um den Nachlass seines Klienten Caius Helvetius Tacitus ..."


    Der neue Gast war Furianus gänzlich unbekannt, doch nach dessen Namen, der Zugehörigkeit und dem Grund seines Besuches, war Furianus sehr gespannt, was dieser Mann zu berichten hatte.
    Mit einer einladenden Geste bedeutete er ihm heran zu treten und sich zu setzen.


    "Salve, Publius Matinius Agrippa Minor.
    Ich kenne deinen Vater, wie geht es Agrippa denn?"


    Furianus hatte etwas Zeit und der Anstand sollte auch gewahrt werden, schließlich war Agrippa ihm kein Fremder, sondern ein guter Freund geworden.

    "Gut, dann ist dies auch geklärt."


    Und er hoffte, dass man nun wirklich alles besprochen hatte und es keine weiteren Fragen mehr gab, die Furianus später einfallen könnten oder von Commodus gestellt werden würden.

    Furianus hatte seinen Vater schon eine beträchtliche Zeit nicht mehr gesprochen, so dass die Pflicht beinahe dazu rief. Außerdem musste er ja noch über die Entscheidung des Kaisers unterrichtet werden, schließlich entschied dies seine Zeit nach der Praetur, in der er wohl außer dem Betrauern Claudias viel Zeit haben würde anderweitigen Pflichten nachzugehen.
    So klopfte er an das Officium seines Vaters an und wartete auf Einlass.

    Furianus legte sich, auf den linken Ellbogen gestützt, auf die ihm zugewiesene Kline und betrachtete die Gäste. Dem Einen nickte er freundlich zu, einem anderen schenkte er ein aufrichtiges Lächeln. Die Gäste kannte er alle, bis auf einige Tiberier, die schon bei der Trauerfeier Claudias die Bahre getragen hatten, er jedoch nicht in der Lage und Stimmung war mit ihnen zu plaudern.

    Furianus nickte lächelnd und setzte seinen Fuß ins Wasser.


    "Ja, das stimmt. Politiker sind wie nach Beute lechzende Raubtiere, sie beschränken sich nur auf ihr Ziel, das Umfeld interessiert da nicht mehr.
    Ich grüße dich, Kaeso Annaeus Modestus. Ein verantwortungsvolles Amt hast du inne, ein guter Freund von mir, Aurelius Cicero, derzeitiger Comes Italias, war vor einiger Zeit ebenfalls Duumvir dieser Stadt."


    Nun war er schon bis zur Hüfte in dem doch etwas kühleren Nass eingesunken und versuchte tapfer dem Frösteln zu widerstehen.

    Furianus, noch immer in Gedanken über die nächsten Abläufe, wie zum Beispiel an welchem Tag das Tor des Ianus geöffnet werden würde, um den Anfang des Krieges zu verkünden, lauschte den Worten mit minderem Interesse, als man ihm beim Thema Senator Avarus zugetraut hätte.
    Doch dann, als Avarus seinen letzten Satz beendete und Macer gerade zur Antwort anhob, war er aus seinen Gedanken gerissen worden und lauschte mit großem Interesse der Antwort.
    Es war natürlich unnötig über die Kandidaten des Cursus Honorum zu sprechen, das war auch nicht Gegenstand dieses Tagungspunktes, falls man den Auftritt des Kaisers so betrachten konnte.


    "Ist es schon bekannt welche Senatoren, Senator Decimus Livianus als Legatus Legionis der Prima ausgenommen, in das consilium itineris des Kaisers berufen werden und deshalb dem Senat fern bleiben?"


    Es interessierte ihn zwar nicht sonderlich, aber falls der Princeps Senatus ging, so musste man dies klären.

    Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus
    Die Aussicht darauf, Arbeit unerledigt an einen der nächsten Decemviren weiter zu reichen, wollte Gracchus nicht recht gefallen, doch lag dies nicht in seiner Hand.
    "Im letzteren Falle liegt es auch in meinem Interesse, das Ende dieser Angelegenheit zu erfahren, doch sollte dies nicht weiter schwierig sein."
    Ein subliminal süffisantes Lächeln umspielte Gracchus Lippen, als Gedanken bezüglich des Informationsflusses sich in seinen Geist drängten, doch schob er sie eilig bei Seite.
    "Es handelt sich dabei um rein persönliche Neugier. Die Arbeit als Vigintivir bietet nicht gerade sonderlich viele Möglichkeiten zur Abwechslung und obgleich es eine durchaus befriedigende Arbeit mit sichtbarem Effekt ist, so ist die Beschäftigung mit Listen voller Namen, Akten voller Daten, pergamentener Bögen voller Abstammungslinien und Tabulae voll leerer Worte doch meist ein wenig ennuyant. Dies ist bisherig der einzige Fall, welcher ein wenig Abwechslung bringt, daher stehe ich jener Entscheidung durchaus nicht ohne Interesse gegenüber."


    "Dann will ich dir die Freude nicht nehmen, Gracchus."


    Lächelte Furianus milde und versuchte ein wenig unbeschwert zu wirken, was der derzeitigen Lage so gar nicht entsprach. Claudia hatte ihre Verlobung niedergelegt, die letzte Nacht war voller Unruhen, nicht äußeren Unruhen, sondern denen, die ihm die Götter im Schlaf schickten. Und nun dieser Fall.


    "Dann werde ich mal über die anderen Fälle drübersehen, falls du keine Anliegen mehr hast, Gracchus."