Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Furianus, der sich zuvor gleich Myrtilus von den Fresken und dem Prunk der Audienzhalle einschüchtern ließ, die sein Ahn, der letzte flavische Kaiser Domitianus erbauen ließ - wie das Palatium Augusti selbst -, blickte dann wieder nach vorne, als er des Kaisers Schritte hörte.


    "Salve, Augustus."


    Brachte er mit einem leichten Lächeln hervor und wandte sich kurz an Myrtilus, um dann wieder zum Kaiser zu blicken.


    "Ein treuer Diener des Staates und dir, Augustus, bat mich ihn dir für das ehrenvolle Amt des Augur zu empfehlen. Er hat in deinen Legionen gedient, war bisher jedoch fernab Roms in den Provinzen.
    Auf sein hohes Alter hinaus will er sich jedoch nicht, wie üblich, auf eines seiner Landgüter zurück ziehen, sondern dir und Rom auch weiterhin dienlich sein.
    Dieser Mann steht an meiner Seite, Galeo Claudius Myrtilus.
    Zum Beweis, dass Claudius Myrtilus dies nicht nur aufgrund der besonderen Ehre, die jedem Augur zuteil wird, anstrebt, hat er einige Tage nach seiner Ankunft in Rom sogleich beide Probationes abgelegt und dies mit Erfolg.
    Er wäre ein fähiger und geeigneter Augur, Augustus, denn er diente in den Legionen, verfügt über weitreichende Erfahrung und ist ein Claudius, ein Spross der Familie, die Rom schon seit vielen Generationen aufopfernd und ambitioniert dient."

    Zitat

    Original von Marcus Aelius Callidus
    > Ich hörte bereits davon. Ich bin sehr gespannt darauf und freue mich, sie lesen zu dürfen. Ich werde dich dann bald darüber benachrichtigen lassen. <


    Und wieder wurde ihm seine eigene Arbeit ins Gedächtnis gerufen, die daheim unter den Bergen von Papyri schlummerte.


    Sogleich bedeutete Furianus einem hinter ihm stehenden Sklaven mit einem Wink, dass die Arbeit Callidus vorgelegt werden konnte. Dies wurde von dem Sklaven gewissenhaft vollzogen und er kehrte an seinen Platz zurück.


    "Und ich hoffe meinerseits, dass sie deinen Ansprüchen genügt."


    Ein leichtes Lächeln zeichnete sich bei ihm ab und er nickte nach einigen Herzschlägen.


    "Das wäre dann alles, was nach deiner Störung durch mich verlangte, Aelius Callidus."

    Die restlichen Mitglieder schienen sich ihrer Stimme entledigt zu haben oder sie waren einfach alles neutral.
    Vorwurfsvoll blickte Furianus umher, doch es nützte wohl nichts. Stumm wartete er das weitere Vorgehen seines beinahe Schwagers ab.

    Furianus kannte den Weg zu diesem Officium schon und hatte es daher nicht für nötig gehalten bei der Anmledung vorstellig zu werden. Seine Liktoren warteten selbstverständlich draußen auf ihn, denn es ziemte sich nicht in einer Art Gotteshaus mit Waffen anzurücken, denn nichts anderes trugen die Liktoren bei sich.


    So verschnaufte er noch einmal vor der Tür und klopfte an. Es fiel ihm nicht leicht hier zu stehen, viel lieber wäre ihm Claudias Anwesenheit hier vor der Tür gewesen, doch sie hatte sich entschieden und er hatte als Mann die nötigen Schritte zu vollziehen, um ihr nicht weiter zur Last zu fallen. Dass sie schon längst in den weiten Gefilden des Elysiums wanderte wusste er nicht.

    Heisser TV-Tipp (kein Schmarrn Hungi) für Leute mit Premiere: Schaut einfach mal beim Discovery Geschichte vorbei ;)


    Auf Discovery Geschichte lief gestern eine Doku über Kleopatra und Antonius, war ganz OK.


    Gerade kam eine Doku über Ciceros Verteidigung von Sextus Roscius im Jahre 80 v. Chr., die aber wohl aus Interpretationen bestand, was der Satz am Anfang:" So könnte es gewesen sein." zu Recht andeutete. Rausgekommen ist aber nur Unsinn, schlecht recherchiert, denn allgemeine Fakten wurden da entweder angepasst oder falsch gedeutet bis wohl nur geraten.


    Immer aufpassen, aber bei Premiere sollte man auch nicht zu kritisch sein, das ist sowieso mehr Unterhaltung, als es die Bezeichnung "Geschichte" verdient hätte. ;)

    Furianus übernahm kurzerhand, da er im Range eines Praetors war und Callidus wohl schon gut kannte, die Führung des Gesprächs, indem er zuerst grüßte und auf den Magister Officiorum zutrat.


    "Salve, Aelius Callidus."


    Ein kurzer Händedruck und Furianus wies auf Myrtilus.


    "Ich möchte dir Galeo Claudius Myrtilus vorstellen. Er ist seit kurzer Zeit wieder in Rom und möchte unserem Staat und Kaiser wie all die Jahre zuvor dienen. Darum sind wir hier, um den Kaiser in seiner Funktion als Pontifex Maximus zu sprechen."


    Dass er die Vermittlerrolle für diese Audienz übernahm war nun offensichtlich. Nun hoffte er, dass Callidus sie weiter leiten konnte, wenn der Kaiser Zeit hatte.

    "Ja, man schafft sich allzu gerne diese kleinen Idylen, besonders in turbulenten Zeiten voller Pflichten, Aufgaben und Sorgen."


    Die Stimmung war nicht die, die sich anbot über Geschäfte zu reden, doch dies war der Grund weswegen Furianus hier mit seinem Kollegen saß und so musste er das Thema zwangsweise anschneiden.


    "Nun, lass uns die Spiele besprechen. Ich fürchte, wir haben nicht mehr so viel Zeit.
    Wie teilen wir sie auf, Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe sind wohl das Mindeste, was wir bieten sollten. Theaterstücke wären ein gutes Programm nebenbei. Hast du darüber hinaus noch Vorschläge?"

    Furianus hatte nun zusammen mit Myrtilus das ihm bekannte Officium erreicht. Ein paar Augenblicke später, er wollte dem alten Mann die Zeit geben ein wenig verschnaufen zu können, klopfte er an.

    Zitat

    Original von Marcus Aelius Callidus
    Auch Callidus legte ein Lächeln auf.


    > Es war gewiss ein knappes Ergebnis. Doch denke ich, dass die Streitigkeiten, die öffentlicher Natur waren, beiden Kontrahenten gleich geschadet haben. Doch hatte man die Worte des Germanicus Avarus noch gut im Ohr, so reichten seine Stimmen nicht aus. Vielleicht wäre dein Stimmanteil sogar größer ausgefallen, wenn du dich zurückgenommen hättest. Doch sei dir sicher, es wird niemand mehr über Stimmen reden, wenn deine Arbeit dieser Amtszeit überzeugt. <


    Dabei hatte Callidus keine Bedenken. Der Flavier war ein strebsamer Mann, er füllte aber alle Ämter, die er innehatte, mit ganzem Eifer aus.


    Furianus nahm dies mit Freuden entgegen, auch wenn es ihm doch schwer fiel dies zu glauben. Er hoffte es, doch er war sich wie stets nie sicher.


    "Mögen deine Worte in mein Schicksal eingewoben werden, Callidus, ich würde ruhig schlafen können."


    Antwortete er dennoch mit Erleichterung und kam sogleich auf den nächsten Punkt seines Besuches.


    "Ich bin aber auch hierher gekommen, um meine Arbeit über die römische Wasserversorgung der Schola zu übergeben, es ist eine Dissertation."

    "Verkehrte Helvetius Tacitus mit dem Proconsul, nannte er ihn einen Freund? Es wäre sehr hilfreich, wenn wir die Anzahl der potenziellen Erben mit Namen Agrippa einschränken könnten. Vielleicht kannte er noch andere Agrippas, auch in der Verwandtschaft."


    Ihm war auch klar, wer denn mit Agrippa gemeint sein musste. Er kannte den Proconsul persönlich und teilte einige Interessen mit diesem Mann, doch aus dem Testament ging nichts konkret hervor.

    Es schien für Helvetius Falco also auch nur den einen Agrippa, den auch Furianus als Proconsul kannte, zu geben. Aber das änderte auch nichts daran, dass kein Agrippa näher bestimmt worden war.


    Dass er seiner Tochter, seinen Kindern allgemein, nichts zu vererben gedachte, das war nicht sonderlich verwunderlich. Solcherlei Fälle gab es immer und würde es immer geben, daran war nicht zu zweifeln. Dennoch, der Verdacht des Helvetiers überraschte Furianus ein wenig, so dass dieser unweigerlich zu seinem Vetter blickte.


    "Du zweifelst also die Authenzität des Dokumentes an?"


    Ob Gracchus die Testamente auf ihre Glaubwürdigkeit untersuchte setzte Furianus da mal als gegeben an, wollte er Gracchus doch nicht in Verlegenheit bringen, wenn man ihn fragen sollte. Also beließ er es bei dem einen Blick und wartete auf Gracchus Reaktion.


    "Ich verstehe."


    Kommentierte er die Briefe und war nun doch etwas ruhiger.
    Ein leichtes Lächeln überzog unweigerlich sein Gesicht.


    "Ja, der Amtsantritt schon, doch das Wahlergebnis regt doch zum Nachdenken an. Sehr knapp und bin wohl von all den Kandidaten den Göttern mehr zu Dank verpflichtet."

    Das Tagesgeschäft, besonders in seiner Verfassung, machte ihm Mühe und Not. Doch trotz allem setzte er ein Lächeln auf und begrüßte den Mann freundlich.


    "Salve, Lucius Helvetius Falco. Ich hörte, dass du mich, wie auch meinen Vetter zu sprechen wünscht?"


    `Was ist dein Begehr`vermied Furianus, denn das wäre eine nicht ganz angemessene Begrüßung für einen Mann, der ihnen womöglich helfen könnte. Außerdem war dieser, Furianus konnte sich vage erinnern, einst einer der größten Gardisten gewesen und auch trotz seiner jetzigen Position auch nach wie vor zu achten.