Ein langer Tag ward verstrichen und Furianus, der gerade aus den heimischen Thermen in seinem Cubiculum erschien überkam schon die Lethargie, die ihn in letzter Zeit am Abend regelmäßig heimsuchte.
Während er auf seine Kommode zuschritt, um sich dort eine Tabula heraus zu nehmen, um noch einiges, was ihm bei dem abendlichen Bad in den Sinn kam, aufzuschreiben, entdeckte einen ungeöffneten Brief neben den Hochzeitseinladungen, die morgen würden verschickt werden.
Interessiert brach er das Siegel auf und las.
Es schien, als wäre der leichte Windzug überaus grausam kalt, doch er schien sich nicht vor dem Unbehagen schütteln zu können, er war erstarrt. Der Brief glitt durch seine Finger und fiel lautlos zu Boden. Ausdruckslos starrte er auf die rote Zimmerwand und schien mehr einer Salzsäule zu ähneln, als dem doch lebensfrohen jungen Mann.
Sein Luftschloss, seine Zukunft schien sich langsam in Sand aufzulösen. Die Kinder, die um ihn herum spielten, Claudia, die ihm am Webstuhl sitzend ein leichtes Lächeln schenkte, es entglitt ihm wie der schicksalshafte Brief.
Das klare Bild war verschwommen und die Farben liefen hinab, wie seine heißen Tränen an seinen Wangen. Die Atmung war alles andere, nur nicht ruhig. Sein Brustkorb hob und senkte sich, als wäre in ihm ein rasender Sturm.
Er fand keinen Halt und wäre beinahe zu Boden gestürzt, ergriff jedoch im letzten Augenblick und mit den letzten Kraftreserven die kleine Kommode, an der er sich festhielt und langsam wieder Halt fand. Alles war vorbei und er trug die alleinige Schuld.
Entkräftet und von innerem Schmerz geplagt rettete er sich auf seine vertraute Schlafgelegenheit und gab auf ihr seinem Schmerz durch den Fluss an Tränen einen Ausdruck, bis ihn die Kraft ganz verließ und er ermattet einschlief.