Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Ein Sklave gab einen Brief ab.


    An Galeo Claudius Myrtilus,
    Villa Claudia,
    Rom


    Salve, Claudius Myrtilus
    Dein Brief und damit die Kunde über deine bestandenen Probationes erreichten mich jüngst und so steht der Audienz beim Kaiser wohl nichts mehr im Wege.
    In Anbetracht des Wunsches dich zu sehen, wäre es von Vorteil, wenn du an meiner Seite um Audienz erbittest, um im Falle eines solchen Wunsches dort präsent zu sein.
    So erwarte ich dich am PRIDIE NON APR DCCCLVII A.U.C. (4.4.2007/104 n.Chr.) vor der Villa Claudia, um mit dir den Weg zum Palast zu beschreiten.


    Bis dahin den Schutz und das Wohlwollen der Götter, Claudius.


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    Furianus entgegnete mit dem gewohnt kurzen Nicken.


    "Gut."


    Und nahm die Tabula entgegen, um sogleich wieder aufzustehen und sich mit einem feinen Lächeln auf den Lippen zu verabschieden.


    "Vale, Matinius."


    Ein paar Schritte in die entgegengesetzte Richtung, ein Griff nach der Tür und er war schon verschwunden.

    "Einen Becher Wasser, danke."


    Antwortete Furianus und nahm auf der kühlen Bank Platz.


    "An heissen Sommertagen sitze ich auch oft im hortus oder eben an einem flavischen Impluvium. Ein Fenster zu den Göttern, das dazu noch den Raum zu kühlen vermag."

    "Auch wenn er anwesend war und uns bestätigt wer mit diesem Agrippa gemeint sein könnte, wir halten uns an das Testament. Und was da nicht klar ersichtlich ist, wird kaum durch Aussagen geändert werden können. Doch wenn er ein zweites Testament in den Händen hält, wenigstens einen Zusatz des ersteren, müssten wir uns darüber nicht unterhalten - ich hole ihn rein."


    Ein entsprechendes Zeichen zu einem Gehilfen und dieser verschwand hinter der Tür, um Falco einzulassen. Während der bestellte Gast noch auf sich warten ließ, blickte er wieder zu Gracchus.


    "Es ist wirklich, in seiner jetzigen unklaren Form, nicht dazu geeignet, um vollzogen zu werden. Wenn man im Testament doch nur Tendenzen und Hinweise, wie Beruf und Stand dieses Mannes, erkennen könnte, dann wäre ich bereit dies auch zu akzeptieren. Aber hören wir uns erst einmal an, ob jener Helvetius Falco die Sache klärt."

    Zitat

    Original von Manius Matinius Fuscus
    "Mhm, nein, tut mir leid, aber das sind nicht 35.000 Sesterzen," erwiederte er nach einem Kontrollblick auf die Listen. "Die ausgewählten Grundstücke zusammen würden mehr ergeben. Genauer gesagt 47.000 Sesterzen. Wenn Du nur 35.000 Sesterzen ausgeben willst, wird es Dir nur möglich sein, diese 5 von der Liste zu wählen." Er deutete auf die Entsprechenden fünf. "Selbst in Kombination mit den Anderen Beiden kommst Du mit 35.000 nur auf 5. Das Einzige, was ich Dir anbieten kann, sind dann diese Beiden und diese drei. Damit kämst Du zusammen auf 25.000 Sesterzen. Sobald Du eines der anderen 4 mit kombinierst, kommst Du grundsätzlich auf mehr als 35.000."


    Nun sprangen plötzlich die Preise umher und Furianus unterdrückte einen Seufzer nur mühsam.


    "Dann wähle ich diese fünf für insgesamt 25.000 Sesterzen. 47.000 sind mir zu viel, da investiere ich das Geld lieber in Sklaven."


    Er musste später wiederkommen, nach einer schlechten Ernte oder einem ähnlichen Ausfall, bei dem wieder Familien verarmten und ihre Grundstücke zum Verkauf anboten.

    Gracchus Vorschlag, mit dem delikaten Erbfall zu beginnen, nickte Furianus ab und wartete gespannt, was diesen Fall nun so außergewöhnlich darstellte.


    "Helvetius Tacitus, der bekannte Aedil also."


    Kommentierte er kurz und ließ Gracchus zum Ende kommen. Dass die eigene Tochter das Testament des Vater noch selbst einreichte, so musste sie schon in jenes einen Einblick gehabt haben. Wäre das Testament nicht zu ihren Gunsten gewesen, so hätte sie es kaum angenommen und es wäre in irgend einem Fluss verschwunden.


    "Ein Testament ist vorhanden, worin liegt also die Problematik?"


    Just in diesem Moment kam ein Scriba herein und unterrichtete Furianus in solch einer Lautstärke, dass es Gracchus gut hören konnte, dass ein Lucius Helvetius Falco mit den beiden Flaviern zu sprechen wünschte. Sogleich legte sich Furianus Stirn in Falten und ein fragender Blick traf kurz Gracchus.


    "Könnte dieser Helvetius Falco etwas zu dieser Problematik beizutragen haben, Gracchus? Ansonsten lasse ich ihn warten."

    Furianus ließ Commodus die Zeit, die er brauchte um auszusteigen und folgte diesem auch sogleich. Er hatte keinerlei Mühe aus der Sänfte zu steigen und erblickte auch den exotischen Sklaven, doch bei einem Senator war dies nichts Ungewöhnliches.


    So stand er an der Seite von Commodus und begutachtete das Anwesen.


    "Ein schönes Domizil, Commodus."

    Zitat

    Original von Manius Matinius Fuscus
    Er betrachtete die Listen und schrieb 9 Grundstücke auf eine Tabula, mit Größenangaben, Ortsangaben und dem Preis. Dann überreichte er die Tabula dem Patrizier. "Das sind neun, die in Deine Preisvorstellungen passen. Jedoch nicht alle in Deine Größen- und Ortsvorstellungen. Such Dir die Deiner Meinung nach nützlichsten aus und ich kümmere mich um die Überschreibung."


    Furianus betrachtete die Liste aufmerksam und brauchte seine Zeit, bis er wieder aufblickte.


    "Diese zwei bei Arretium, dann diese beiden auf Sicilia, in der Nähe von Catina. Das eine bei Aquilea und zuletzt die beiden bei Segusio.
    Sieben Stück an der Zahl und eine Summe von 35.000 Sesterzen. Wohin soll ich das Geld bringen lassen?"

    "Nicht doch, Claudius, es ist für mich eine angenehme Erfahrung mit einem Mann wie dir sprechen zu dürfen, einem Mann von Stand und Weisheit."


    Auch wenn sich Myrtilus, wie es üblich war, unter Furianus einreihte und vermeidliche Fehleigenschaften aufzählte, war es doch die Konvention, die Furianus regelrecht zwang dem alten Mann das Gegenteil zu beweisen. Doch er tat es gerne, denn Myrtilus war ihm doch sympathisch, wie der Großvater, den er nie hatte. Zwar stellte er sich seinen Großvater etwas seriöser und unbeholfener vor, doch er konnte auch mit einem Großvater mit Makeln, wie es Myrtilus war, vorlieb nehmen. Seine Anwesenheit tat ihm regelrecht gut, war er doch als Gesprächspartner angenehm und vermittelte eine gewisse Leichtigkeit und Ruhe.


    So erhob er sich zur Verabschiedung.


    "Gleichfalls, Claudius Myrtilus. Sehe es als einen kleinen, unbedeutenden Gefallen an, in keinster Weise als Verbindlichkeit mir gegenüber. Ich werde von dir hören, sobald die ersten Ergebnisse eingetroffen sind. Bis dahin wünsche ich dir den Segen der Götter, Myrtilus."


    "Es freut mich, dass Mutter und Kind wohl auf sind."


    Entgegnete er mit Erleichterung, denn er schätzte Adria sehr.


    "Gibt es einen Anlass für die Briefe?"


    Eine leichte Besorgnis war ihm anzusehen. Auch wenn er Cassander vollkommen vertraute, er war ein Sklave und konnte Dummheiten machen, Furianus ihn zudem nicht regelmäßig kontrollieren.

    "Ich grüße dich, Gracchus."


    Antwortete Furianus mit einem doch erzwungenen Lächeln und fragte sich im nächsten Augenblicke ob Gracchus ihn damit nur insultieren wollte oder doch nicht die geröteten Augen von der Ferne erblicken konnte. Diese entstanden nicht nur durch seine in letzter Zeit häufig aufkommende Schlafstörung, sondern auch durch die schmerzvolle Entsagung seiner Verlobten, worüber er doch schon Nächte zu viel trauerte und sich die Augen wund weinte.
    Er blickte darüber hinweg, schließlich war Gracchus sein Vetter, der eigentlich kein Vetter war, sondern Onkel.


    "Natürlich, Gracchus. Wie kann ich dir helfen?"


    Dabei glitt sein Blick unweigerlich auf den Sklaven, der die Beschäftigung für ,von Furianus geschätzte, vier Stunden in den Händen hielt, vielleicht noch mehr, wenn ihn die Kopfschmerzen wieder in Beschlag nehmen würden und er sich mühsam durcharbeiten musste. Kein guter Ausblick, wie man an seinem doch verzweifelten Gesicht ablesen konnte.

    Zitat

    Original von Manius Matinius Fuscus
    Er nickte und entschuldigte sich einen Moment um einen Scriba zu beauftragen ein paar Listen zu holen. Danach ging er zu einem der Regale und holte ebenfalls einige. "Spontan würde ich sagen, mehrere Dutzend, vielleicht auch mehr. Es kommt darauf an, wie großsie sein sollen und wie viel zu zahlen Du bereit bist."
    Er legte die Listen aus und begann einzelne Positionen, hier erst mal nur in Noritalia, aufzuzählen.


    "Mehrere Dutzend sind zu viel, ich dachte da eher an sechs oder sieben neue Grundstücke. Davon sollten jedoch mindestens zwei sehr groß sein, für die ich auch ohne Widerrede 7.000 Sesterzen bezahlen könnte. Natürlich sollten diese, falls möglich, in Italien liegen, scheint es mir dort doch eine sichere Anbaufläche zu sein. Zwei kleine Grundstücke, es muss nicht unbedingt Italia sein, könnte ich dann für etwa 3.000 Sesterzen erwerben, falls dieser Preis zufriedenstellend ist. Und die drei restlichen dann für den Normalpreis, solange sie nicht zu klein sind, für 5.000 Sesterzen.
    35.000 Sesterzen für 7 Grundstücke wären ein durchaus akzeptabler Preis, falls sie sich auch zum Anbau eignen."


    Wenn es schon mehrere Dutzend in Italien gab, so musste er einfach zuschlagen. Italien lag an keiner Grenze, war nicht ansatzweise bedroht und die Bevölkerung war im Vergleich zu anderen sehr friedlich. Auch wenn sein Maximum noch vor einigen Herzschlägen bei 5 Grundstücken lag, musste er das Angebot voll ausnutzen, denn Grundstücke in Italien waren sehr begehrt, zumal ja sehr sicher.

    Zitat

    Original von Manius Matinius Fuscus
    "Nun," meinte er nachdenklich. "Für Getreide jeglicher Art bietet sich natürlich besonders Hispania an, allerdings auch Ägypten. Obst und Früchte, da wäre das obere Italia sehr gut zu geeignet und natürlich auch Hispania, gegebenenfalls auch noch das südliche Superior und nördliche Noricum. Achaia selbstredend auch. Und Viehzucht ist etwas unabhängiger, je nach Zucht würde ich Germanien, Britannia und Gallien empfehlen."
    Da die Auswahl nun teilweise eingegrenzt wurde, schien es ihm ratsam auf eine Reaktion des Patriziers zu warten.


    Furianus musste überlegen. Die meisten seiner Grundstücke lagen in Hispania, da er diese Gefilde schon selbst durchschreiten durfte und sich auch von der Fruchtbarkeit überzeugte. Zu weit sollten sie jedoch auch nicht liegen, Hispania war ja auch schon ein Stück entfernt.


    "Dann beschränke ich mich auf Obst und Früchte, da ich schon einige Latifundien besitze und dort hauptsächlich Weizen angebaut wird. Wie viele Grundstücke gäbe es da zur Auswahl?"


    Zuerst einmal musste Furianus die Preise hören, bevor er sich auf die Anzahl festlegen konnte. Zur Zeit wollte er jedoch nicht mehr als fünf Grundstücke, denn der ganze Aufbau, die Sorgen um jedes einzelne, bis sie stabile Erträge einfuhren, waren ihm da zu groß, wenn er sich zwölf aussuchte.

    Ein langer Tag ward verstrichen und Furianus, der gerade aus den heimischen Thermen in seinem Cubiculum erschien überkam schon die Lethargie, die ihn in letzter Zeit am Abend regelmäßig heimsuchte.


    Während er auf seine Kommode zuschritt, um sich dort eine Tabula heraus zu nehmen, um noch einiges, was ihm bei dem abendlichen Bad in den Sinn kam, aufzuschreiben, entdeckte einen ungeöffneten Brief neben den Hochzeitseinladungen, die morgen würden verschickt werden.


    Interessiert brach er das Siegel auf und las.


    Es schien, als wäre der leichte Windzug überaus grausam kalt, doch er schien sich nicht vor dem Unbehagen schütteln zu können, er war erstarrt. Der Brief glitt durch seine Finger und fiel lautlos zu Boden. Ausdruckslos starrte er auf die rote Zimmerwand und schien mehr einer Salzsäule zu ähneln, als dem doch lebensfrohen jungen Mann.
    Sein Luftschloss, seine Zukunft schien sich langsam in Sand aufzulösen. Die Kinder, die um ihn herum spielten, Claudia, die ihm am Webstuhl sitzend ein leichtes Lächeln schenkte, es entglitt ihm wie der schicksalshafte Brief.
    Das klare Bild war verschwommen und die Farben liefen hinab, wie seine heißen Tränen an seinen Wangen. Die Atmung war alles andere, nur nicht ruhig. Sein Brustkorb hob und senkte sich, als wäre in ihm ein rasender Sturm.
    Er fand keinen Halt und wäre beinahe zu Boden gestürzt, ergriff jedoch im letzten Augenblick und mit den letzten Kraftreserven die kleine Kommode, an der er sich festhielt und langsam wieder Halt fand. Alles war vorbei und er trug die alleinige Schuld.


    Entkräftet und von innerem Schmerz geplagt rettete er sich auf seine vertraute Schlafgelegenheit und gab auf ihr seinem Schmerz durch den Fluss an Tränen einen Ausdruck, bis ihn die Kraft ganz verließ und er ermattet einschlief.

    Zitat

    Original von Marcus Aelius Callidus
    > Prätor Flavius Furianus, bitte, setz dich doch! Eine Gratulation wäre wohl übertriebenes Lob. Ich mache meine Arbeit als praeceptor...nur mit größerem officium. <


    Ein leichtes Schmunzeln zeichnete sich auf Callidus Gesicht ab. Wahrlich, von solch einem Andrang beim Rector hatte Adria ihm nie erzählt und als praeceptor war das Leben doch noch ruhiger. Die Zeit, die er in der schola verbrachte, reichte nun kaum zum Lesen, das meiset waren Formalia seines neuen Postens.


    > Wie kann ich dir weiterhelfen? <


    "Ich hoffe, dass Aelia Adria nichts schlimmes zugestoßen ist?"


    Fragte er vorsichtshalber nach. Schließlich war er auch nicht immer auf dem neusten Stand der Dinge.


    "Nun, ich bin hier, als Curator der Schola Hispanias. Da mir eine Amtszeit als Praetor vergönnt ist kann ich leider nicht den Pflichten eines Curators in Hispania wahrnehmen. Doch bevor du dich über meinen Fortgang echauffierst, ich habe einen sehr fähigen Sklaven von mir unterwiesen dort meinen Pflichten nachzukommen. Ich vertraue ihm, er ist sehr gebildet und wird die Schule in meinem Namen zu leiten wissen.
    Dies wollte ich dir sagen."


    Seine Reaktion abwartend blickte Furianus dem Praeceptor in die Augen.

    Da keiner der Anwesenden etwas dazu beizutragen hatte, blickte sich Furianus noch einmal um.


    "Dann werde ich mich dahingehend informieren."


    Nach einer kurzen Pause fuhr er sogleich fort.


    "Mir erscheint es sinnvoll zu sein nun zu der Besetzung der Factioführung zu schreiten.
    Wünscht man eine Abstimmung um das Amt des Princeps? Da der Posten des Vicarius unbesetzt ist, ist hier eine Abstimmung notwendig.
    Gibt es Kandidaten für die Ämter, Callidus, Metellus?"

    "Nun, ich dachte primär an Weizen, Gerste, Roggen und Hafer, könnte mir aber auch sehr gut Obst und Früchte vorstellen. Sekundär könnte man sich dann auch mit der Viehzucht befassen, solange die Bedingungen und der Ort stimmt."


    Dachte er laut und nickte anschließend.

    Zitat

    Original von Manius Matinius Fuscus
    Er hielt nicht viel von langen Reden ohne Aussage und diese hier war einfach nur Gelaber. Wenn er nicht wüsste, worum es ginge, säße er wohl nicht hier. Dennoch hörte er geduldig den Ausführungen des Praetors zu, der es scheinbar nicht für nötig erachtete sich vorzustellen und von Glück sagen konnte, dass er ihn wieder erkannt hatte. Dann lehnte er sich leicht zurück und bedeutete dem Mann sich zu setzen. "Nun, und welche Ländererien schweben Dir vor?" fragte er knapp, auf den Punkt kommend, höflich und freundlich zwar, aber nicht auf den Sermon eingehend.


    Sein Gegenüber zählte er sicherlich nicht zu seinen Freunden, eher in das gegenteilige Lager, denn das Gesicht des Matiniers vergaß er nicht, wie er versuchte gegen Furianus zu wettern, der nur seine Bürgerpflicht vollzog.
    Dennoch musste der Anstand gewahrt werden. Vermutlich hatte der Mann ihn sowieso nicht verstanden, und so nickte er nur und antwortete ruhig.


    "Zuerst einmal fruchtbare. Ich will keine Fehlinvestitionen. Man hört, dass das neu erschlossene Britannia fruchtbares Land besitzt, wie auch Germania. Doch auch die griechische Halbinsel, Italien und der Osten würden mich interessieren. Hispania wäre auch einen Gedanken wert, in Africa will ich jedoch kein Risiko eingehen.
    Gäbes es denn Angebote?"